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Daimler und RWE starten Elektroauto-Pilotprojekt in Berlin

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Dioxin – 5. September 2008 – 14:37

DJ Daimler und RWE starten Elektroauto-Pilotprojekt in Berlin

BERLIN (Dow Jones)--Die Daimler AG und die RWE AG haben am Freitag in Berlin ein gemeinsames Pilotprojekt zum Betrieb von Elektroautos gestartet. Die in Stuttgart ansässige Daimler stellt mehr als 100 Elektroautos der Marken Mercedes-Benz und smart und sorgt für den Service der Fahrzeuge. Die Essener RWE übernimmt die Entwicklung, den Aufbau und Betrieb der Ladeinfrastruktur. Im Berliner Stadtgebiet sollen bis Ende 2009 rund 500 Ladestationen zum Auftanken installiert werden. Wegen seiner Bedeutung für nachhaltige Mobilität unterstützt die Bundesregierung das Projekt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel bezeichnete das Projekt als "wirklich Weg weisend" für Berlin, die Automobilindustrie und die Stromwirtschaft. Mit der Zusammenarbeit von Stromwirtschaft und Automobilindustrie werde Neuland beschritten und eine Vorreiterrolle übernommen, sagte Merkel.

Die Kanzlerin kündigte an, dass das Kabinett im Rahmen der High-Tech-Strategie im November einen nationalen Entwicklungsplan Elektromobilität verabschieden werde. Dessen Schwerpunkte würden auf der Batterieentwicklung, der Material- und Sicherheitsforschung sowie der Entwicklung der notwendigen elektronischen Komponenten liegen.

"Wir haben das Automobil erfunden, jetzt erfinden wir es neu", sagte Dieter Zetsche, Vorstandsvorsitzender der Daimler AG und Leiter Mercedes-Benz Cars. Die Zukunft der Mobilität sei grün, und die deutsche Industrie habe alle Voraussetzungen, um auf dem Weg dorthin eine Führungsrolle zu übernehmen, sagte Zetsche.

Ab Ende 2009 will Daimler den Elektro-Smart mit Lithium-Ionen-Batterie in einer vierstelligen Kleinserie produzieren. Geplant ist weitergehend, "sich zwei, drei Jahre später in der fünfstelligen Produktionsstückzahl zu bewegen", sagte der Daimler-Vorstandsvorsitzende. Ende 2009 solle der E-Smart und Anfang 2010 der Mercedes-Benz auch mit Elektroantrieb auf den Markt gebracht werden.

"Ich glaube schon, dass wir in den nächsten 5 Jahren (mit Elektroautos) nennenswerte Prozentsätze am Gesamtumsatz bekommen", sagte Zetsche. Eine "schlagartige Umstellung" vom Verbrennungs- auf den Elektromotor sei nach seiner Einschätzung aber nicht zu erwarten, auch wegen der begrenzten Reichweite der Elektroautos von derzeit rund 150 Kilometern.

"Es ist ganz klar, dass das Elektroauto nicht die komplette Lösung für alle Herausforderungen ist", sagte Zetsche. Es sei ein "ganz wichtiger Baustein künftiger Mobilität", der in allererster Linie im urbanen Umfeld mit seinen relativ kurzen Strecken von Bedeutung sei. "An 90% aller Tage legt der deutsche Autofahrer weniger als 100 Kilometer pro Tag zurück", sagte der RWE-Vorstandsvorsitzende Jürgen Großmann.

Die Brennstoffzelle sei ein weiterer wichtiger Baustein, da diese auch für längere Strecken geeignet sei. Die Anstrengungen bei der Brennstoffzelle würden daher auch keinesfalls reduziert, sagte Zetsche.

Großmann betrachtet Berlin als Pilotmarkt, dem bei entsprechender Kundenakzeptanz weitere folgen könnten, wie etwa das dicht besiedelte Ruhrgebiet. Die Ladestationen sollen beim Kunden zu Hause, am Arbeitsplatz und im öffentlichen Parkraum installiert werden. "Außerdem werden Business-to-Business Partner, wie Shoppingzentren, Parkhäuser oder Flottenkunden, in die Infrastruktur eingebunden", sagte Großmann.

Etwa sechs Stunden dauert ein Auftanken, wobei in den ersten beiden Stunden bereits zwei Drittel der Gesamtbatterieleistung geladen werden kann. Die Zahlung erfolge über einen Datenaustausch zwischen einem speziellen Kommunikationssystem im Fahrzeug und der Ladestation.

"Wir liefern den Strom und sorgen für die zentrale Systemsteuerung inklusive Abrechnung und Kundenbetreuung", sagte Großmann. RWE setze auf das E-Auto. Für das Automobil selbst sei bereits zutreffend, dass es mit Null Emissionen fahre. "RWE arbeitet mit Nachdruck daran, dass auch unsere Kraftwerksemissionen weiter reduziert werden", sagte Großmann. RWE erwarte zunächst nicht, dass sich das Projekt wirtschaftlich rechnen werde. Es gehe darum, neue Anwendungsgebiete zu erschließen und in der Praxis Erfahrungen zu sammeln, ob sich ein derartiges System durchsetzen könne, sagte der RWE-Vorstandsvorsitzende.

Webseiten: http://www.bundesregierung.de
http://www.daimler.com
http://www.rwe.com

-Von Beate Preuschoff, Dow Jones Newswires, +49 (0)30 - 2888 4122,
beate.preuschoff@dowjones.com
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