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DAX: Letzte Bastion: 6.000!

T. Theuerzeit
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kwietsche3 – 9. September 2008 – 8:52
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Der Deutsche Aktienindex büßt in der vergangenen Woche 295 Punkte, beziehungsweise 4,6% an Wert ein. Sah er noch bis vergangenem Mittwoch recht konstruktiv aus, versetzte ihm die EZB einen herben Schlag. Dabei
unterschritt er das Reaktionstief bei 6.219 Punkten und droht nun mit einem erneuten Test der 6.000er Region.

Die Technik
Obwohl der DAX vergangene Woche recht konstruktiv aussah konnte er sein jüngstes positives Signal nicht umsetzen. Bereits ab 6.550 Punkte verließen ihn die Kräfte und donnerstags kam es dann zu panikartigen Verkäufen. Wenigstens 6.630 Punkte hatte ich dem DAX zugetraut – hier hatten wir es mit einem Kumulationspunkt aus charttechnischen- und quantitativen Studien zu tun. Der Trendfolger MACD stand unmittelbar vor
einem frischen Kaufsignal auf Wochenbasis – aber auch dieses konnte bislang nicht durchgesetzt werden. Zudem hat der DAX nun das Reaktionstief bei 6.219 Punkten unterschritten. Der Tageschart sieht sehr negativ aus – der DAX hat demnach nun eine Bärenflagge vollendet. Dies geht mit einer Kurslücke und zeitgleich unter hohen Umsätzen einher. Das formaltechnische Kursziel ist bei 5.500 Punkten zu suchen. Dieses Niveau kennen die regelmäßigen Leser unter Ihnen bereits seit langer Zeit. Aus technischer Sicht ist und bleibt der DAX nun einmal mehr übergeordnet in einem intakten sekundären Abwärtstrend. Der jüngste Versuch zur Oberseite und das damit einhergehende positive Signal muss ganz klar als Bullenfalle gewertet werden. Die nächste Chance auf eine Stabilisierung
wäre nun erneut bei 6.000 Punkten gegeben.

Das Sentiment
Letzte Woche schrieb ich:
„Aus sentimenttechnischer Sicht kehrt immer mehr Zuversicht zurück. Gerade im mittleren Zeitfenster werden die Investoren wieder mutiger. Das strategische animusX®-Sentiment punktet hier mit einem Zugewinn von 5 auf 25%. Vordergründig sieht das gut aus. Doch der Blick hinter die Kulissen verrät, dass für diesen Impuls lediglich die privaten Investoren verantwortlich sind. Die Profis stehen der ganzen Sache noch skeptischer gegenüber. Vor diesem Hintergrund ist der Gesamtindex meines Erachtens auch noch mit Vorsicht zu genießen.“
Kaum hat der DAX wieder die Kehrtwende vollzogen kommt auch schon der geordnete Rückzug. Das strategische animusX®-Sentiment fällt wieder zurück und notiert nun bei 10 nach 25%. Und auch das taktische animusX®-Sentiment muss herbe Einbußen hinnehmen. Dieses verliert von 5 auf stolze -50%. Auf den ersten Blick sieht diese Konstellation verheißungsvoll aus: Das Sentiment stößt in die untere Extremzone vor und bildet zum DAX eine divergente Entwicklung aus. Doch die aktuelle Dynamik, gepaart mit dem zuvor beschriebenen Chartsignal (Bärenflagge), lässt auf einen Sentimentimpuls schließen. Das hätte zur Folge, dass die gegenwärtige Bewegung im DAX noch nicht zu ende wäre und es eine weitere Etage tiefer ginge. Zumindest sollte noch einmal die 6.000er Marke – wenn auch nur kurzweilig – unterschritten werden. Eine zusätzliche Brisanz bekommt die Sache dadurch, dass die institutionellen Investoren erst jüngst ihre durchschnittlichen Investitionsquoten ausgebaut und ihre durchschnittlichen Shortpositionen reduziert hatten.

Letzte Woche schrieb ich:
„Das taktische animusX®-Sentiment notiert nunmehr im neutralen Bereich und verhält sich entsprechend dem Kursverlauf des DAX. Hier fällt auf, dass das Commitment nicht sonderlich hoch ist. Das Gros der befragten Investoren steht an der Seitenlinie und wartet ab. Mit über 50% ist das Lager der Unentschlossenen gut gefüllt. Der Subindex erreicht Extremwerte. Hier steht uns ein Volaimpuls bevor.“ Den Volaimpuls haben wir gesehen! Das Lager der Unentschlossenen ist noch nicht geräumt. Es befinden sich immer noch rund 30% der befragten Investoren an der Seitenlinie und könnten auf den fahrenden Zug aufspringen.

Den animusX®-Ratios zufolge geht die Reise nun wenigstens einmal in die 6.000er Region. Hier befinden sich enorme Nachfrageüberhänge. Sollten diese nicht zum tragen kommen droht richtiges Ungemach! Die erste Anlaufstelle wäre dann wohl die 5.700er Region.

Fazit:
Aus technischer Sicht wurde einmal mehr ein deutliches Zeichen in Richtung Süden gesetzt! Es deutet vieles darauf hin, dass der DAX erneut die 6.000er Region auf Bestand testen wird. Können sich hier nicht die Nachfragekräfte durchsetzen, droht der DAX in die Region von 5.500 Punkten zu fallen. Von sentimenttechnischer Seite wird dieses Szenario untermauert: Zum einen interpretiere ich die jüngste Entwicklung im Sentiment als Sentimentimpuls und zum anderen spräche die gegenwärtige Positionierung der Anleger dafür. Taktisch verändert sich die Einschätzung auf negativ. Sollte der DAX zum Tagesschluss unter der 6.000er Marke notieren, verändert sich auch die derzeit strategisch neutrale Einschätzung auf negativ.