Dioxin – 1. Oktober 2008 – 17:15
DJ XETRA-SCHLUSS/Etwas leichter - Daimler brechen ein
FRANKFURT (Dow Jones)--Der DAX hat am Mittwoch nach abwartendem Geschäft etwas leichter geschlossen. Der Leitindex verlor 0,4% oder 25 Punkte auf 5.806 Punkte. Umgesetzt wurden in DAX-Titeln auf Xetra rund 192,6 (Vortag: 264,5) Mio Aktien im Wert von rund 6,23 (Vortag: 7,96) Mrd EUR.
Teilnehmer sprachen von einem nervösen Handel zwischen Hoffen und Bangen. Einerseits setze man auf eine rasche Verabschiedung des Hilfspakets für die Finanzbranche. Der Senat wird am Abend über das Hilfspaket abstimmen, das Repräsentantenhaus vermutlich am Donnerstag. "Wir hoffen, dass der US-Kongress eine Einigung über das Paket erzielt", meint Alan Brown, Chef-Stratege beim britischen Investor Schroders. "Wenn das passiert, kann es schnell deutlich nach oben gehen", meinte ein Marktteilnehmer.
Daher habe der schwache ISM auch nicht übermäßig belastet. Der Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe ist im September auf 43,5 Punkte eingebrochen und lag damit deutlich unter den Erwartungen. "Damit bewegt sich der Indikator in etwa in dem Bereich, der in der Vergangenheit in einer gesamtwirtschaftlichen Rezessionen angenommen wurde", meinte eine Volkswirtin.
Sowohl die Komponenten für die Neuaufträge als auch Produktion und Beschäftigung sind massiv gesunken. "Das Risiko, dass die USA doch noch in eine - auch in einer schrumpfenden Wirtschaftsleistung sichtbaren - Rezession fallen, hat angesichts des heutigen Berichts zugenommen", so die Volkswirtin.
Die Entwicklung der Einzelwerte fiel extrem unterschiedlich aus. Einerseits konnten sich die Finanzwerte dank der Hoffnung auf das Rettungspaket deutlich erholen. Hypo Real Estate stiegen um 13,3% auf 4,70 EUR, Commerzbank sogar um 16,5% auf 12,12 EUR. Der jüngste Abschlag bei der Commerzbank sei "übertrieben", meinten die Analysten von Sal. Oppenheim.
Deutsche Bank hinkten dem Markt mit 0,3% auf 49,70 EUR hinterher. J.P. Morgan rechnet damit, dass das Kreditinstitut im zweiten Halbjahr weitere 4,5 Mrd EUR abschreiben muss. Die Abschreibungen blieben nicht ohne Einfluss auf die Kernkapitalquoten der Banken.
Spekulationen über eine Gewinnwarnung von Daimler ließen die Aktie um 8,6% auf 32,38 EUR einknicken. Der Autobauer räumte ein, dass die Entwicklung an den Märkten schwieriger werde; die Gerüchte um eine Gewinnwarnung seien gleichwohl unberechtigt.
Unsicherheit über die künftige Entwicklung herrschte auch bei Porsche: Die Aktie brach um 8,5% auf 69,36 EUR ein. Die Absatzzahlen für September hätten zwar die Erwartungen getroffen, sagten Händler. Allerdings habe der Konzern keinen Ausblick gegeben.
Infineon wurde von der Commerzbank auf "Kaufen" von "Halten" hoch gestuft. Zudem berichtete das "Handelsblatt", das Unternehmen treibe den Verkauf von Qimonda an Micron voran. Infineon kletterten um 3,5% auf 4,05 EUR.
In der zweiten Reihe setzten Arcandor die Erholung vom Dienstag fort und stiegen um 6,9% auf 2,49 EUR. "Der Einstieg von Sal. Oppenheim war die Initialzündung", so ein Händler. Mit dem neuen Großaktionär sei Vertrauen zurückgekehrt, damit habe sich das Blatt gewendet. Aareal stiegen im Zuge der Erholung der Finanzwerte um 12,6% auf 9,10 EUR.
Dagegen kamen zahlreiche zyklische Werte wegen des schwachen ISM-Index unter Druck. Auch eine schwache Auslandsnachfrage, die den Auftragseingang im deutschen Maschinen- und Anlagenbau im August belastete, kam nicht gut an. So gaben Rheinmetall und Salzgitter jeweils rund 8% nach.
DJG/mif/raz
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October 01, 2008 12:15 ET (16:15 GMT)
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