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DOKUMENTATION/Bankökonomen zum ifo-Geschäftsklimaindex November

Deutschland
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Dioxin – 24. November 2008 – 13:43
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DJ DOKUMENTATION/Bankökonomen zum ifo-Geschäftsklimaindex November

Nachfolgend eine Auswahl von Kommentaren von Bankvolkswirten zum Rückgang des ifo-Geschäftsklimaindex im November auf den niedrigsten Stand seit Februar 1993.

Jürgen Michels, Citigroup: "Die ifo-Umfrage signalisiert eine schwere Rezession in Deutschland. Vor diesem Hintergrund revidieren wir unsere Prognose für die Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) im kommenden Jahr von plus 0,2% auf minus 1,5%. Dies wäre der stärkste Rückgang der Wirtschaftsleistung seit dem Zweiten Weltkrieg."

Ulrike Kastens/Norbert Braems, Sal. Oppenheim: "Alles in allem deutet der rasante Rückgang des ifo-Index auf ein sehr schlechtes viertes Quartal hin. Wir erwarten einen Rückgang des BIP um 1% gegenüber dem Vorquartal. Insgesamt haben wir unsere Einschätzung für 2009 nochmals revidiert und rechnen nun mit einem Rückgang des BIP um 1,5%. Angesichts der Schwäche der Weltkonjunktur wird Deutschland vor allem über den Export negativ getroffen werden."

Jens-Oliver Niklasch, Landesbank Baden-Württemberg: "Für die Wachstumsperspektiven bestätigt der erneute Absturz des Geschäftsklimas unsere Erwartung einer tiefen Rezession, die bereits begonnen hat und die 2009 eine Schrumpfung des BIP in Deutschland um 0,8% mit sich bringen dürfte."

Jörg Krämer, Commerzbank: "Für den Durchschnitt des kommenden Jahres erwarten wir, dass die deutsche Wirtschaft um 1,2% schrumpfen wird, die meisten Volkswirte unterschätzen immer noch die Schwere der Rezession. Obwohl die deutsche Wirtschaft stark aufgestellt ist, ist sie in den weltweiten Rezessionsstrudel geraten".

Jörg Lüschow, WestLB: "Angesichts der jüngsten Befragungsergebnisse sowie der Entwicklung der harten Konjunkturdaten, die sich ebenfalls spürbar verschlechtert haben, muss man sich auf eine längere Konjunkturschwäche in Deutschland einstellen. Bis zum Sommer erwarten wie einen Rückgang des BIP."

Andreas Scheuerle, DekaBank: "Die Konjunktur befindet sich in der Rezession. Das ist klar. Jetzt stellt sich lediglich die Frage nach der Tiefe und Länge der Rezession. Bislang ist noch kein Indikator veröffentlicht worden, der berechtigte Hoffnungen auf ein frühes Ende oder eine milde Rezession machen würde. Wir gehen derzeit davon aus, dass die Rezession nur etwas schärfer als im Durchschnitt der vergangenen Rezession sein wird, dafür aber länger andauern wird."

Fabienne Riefer, Postbank: "Nach Anzeichen einer Stabilisierung sucht man derzeit vergeblich. Der anhaltende Ölpreisrückgang, der schwächere Euro, geldpolitische und fiskalische Maßnahmen - nichts vermag die Erwartungen zurzeit in ihrer Abwärtsbewegung aufzuhalten. Die deutsche Wirtschaft wie auch die Eurozone werden gemessen an den Stimmungsumfragen einen sehr harten Winter durchlaufen".

Carsten Brzeski, ING Bank: "Der freie Fall der deutschen Wirtschaft hat zuletzt eine wesentliche Rolle für die geldpolitische Kehrtwende der Europäischen Zentralbank gespielt. Der Druck auf die EZB, bei ihrer Sitzung in der kommenden Woche den Leitzins um mehr als 50 Basispunkte zu senken, ist gestiegen."

DJG/ptt/hab

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November 24, 2008 07:43 ET (12:43 GMT)

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