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UPDATE: Erholung in Deutschland nimmt laut ifo-Experte Fahrt auf

Deutschland
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Dioxin – 24. November 2009 – 11:32
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DJ UPDATE: Erholung in Deutschland nimmt laut ifo-Experte Fahrt auf

(NEU: Weitere Aussagen des ifo-Experten Nerb, Hintergrund)

Von Beate Preuschoff
DOW JONES NEWSWIRES

BERLIN (Dow Jones)--Die deutliche Aufhellung des ifo-Geschäftsklimaindex im November ist aus Sicht von Gernot Nerb, Konjunkturexperte des ifo Instituts für Wirtschaftsforschung München, ein Ausdruck der Festigung der wirtschaftlichen Erholung. "Die Erholung hat Fahrt aufgenommen, das ist gar keine Frage", sagte Nerb zu Dow Jones Newswires am Dienstag unmittelbar nach der Veröffentlichung der aktuellen Zahlen zum ifo-Index.

Vor allem die Industrie, die bisher am schwersten getroffen war und auch immer noch sei, scheine "gute Fortschritte" zu machen. Es müsse allerdings berücksichtigt werden, dass die Kapazitätsauslastung immer noch sehr niedrig sei. "Das Niveau ist immer noch relativ niedrig", sagte Nerb.

Der Auftragseingang sei jedoch gut gelaufen und auch die Exporterwartungen seien gut. "Es spricht dafür, dass die Industrie doch allmählich Fuß fasst", sagte Nerb. Die anderen Bereiche wie der Bausektor und der Einzelhandel hätten sich ohnehin ganz gut gehalten. Gerade im Baubereich stecke wegen der Konjunkturprogramme zudem "noch Einiges in der Pipeline".

Die Arbeitslosigkeit werde zwar in der nächsten Zeit auf alle Fälle steigen, allerdings nicht in dem Umfang, wie das vor einigen Monaten noch befürchtet worden sei, sagte der ifo-Konjunkturexperte.

Der ifo-Experte rechnet nicht damit, dass die Europäische Zentralbank (EZB) angesichts verbesserter Konjunkturindikatoren bereits mit Zinsschritten reagieren wird. "Die Erholung ist noch nicht so stark, dass jetzt schon eine Zinserhöhung verkraftet werden könnte", sagte Nerb. Die Zinsen werden nach seiner Einschätzung noch längere Zeit niedrig bleiben.

Der ifo-Experte geht jedoch davon aus, dass die EZB bei ihrer nächsten Sitzung ankündigen wird, die Sondermaßnahmen wie etwa die lange Laufzeit von 12 Monaten für die Tender zurückzufahren. "Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass sie jetzt schon etwas zum Drehen an der Zinsschraube ankündigen", sagte Nerb.

Eine bremsende Wirkung durch den hohen Euro-Kurs erwartet Nerb für den Fall, dass der Euro kurzfristig und schnell über die Marke von 1,50 USD steige. "Wenn er deutlich stärker steigt, als er jetzt liegt, wird er dem Export weh tun", sagte der ifo-Experte. Sollte der Euro jedoch in "kurzer Zeit einen Schub über diese Marke von 1,50 USD machen, könnten die Firmen nicht so schnell reagieren und es schon mulmig werden", sagte Nerb.

Im Augenblick würden die Unternehmen aber offenbar ganz gut mit dem Euro-Kurs zurecht kommen. Die Wettbewerbssituation der deutschen Unternehmen scheine gegenwärtig auch besser als etwa in Italien oder in Frankreich.

Der US-Dollar sei momentan sicherlich "fundamental unterbewertet". Wichtig sei jedoch, dass der Euro im gewogenen Durchschnitt der Euro nicht zu sehr aufwerte. "Wir erwarten aber eigentlich nicht, dass der US-Dollar zu große Sprünge macht, sondern dass er sich auf dem gegenwärtigen Nivau hält", sagte der ifo-Konjunkturexperte.

Das Geschäftsklima der gewerblichen Wirtschaft Deutschlands hat sich im November unerwartet stark aufgehellt. Wie das Münchener ifo Institut für Wirtschaftsforschung im Rahmen seines monatlichen Konjunkturtests mitteilte, stieg der Geschäftsklimaindex auf 93,9 Punkte, nachdem er im Oktober bei 92,0 gelegen hatte.

Webseite: www.ifo.de

-Von Beate Preuschoff, Dow Jones Newswires, +49 (0)30 - 2888 4122,
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