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DEVISEN/Euro unter 1,23 USD - China treibt nicht mehr

Deutschland
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Dioxin – 22. Juni 2010 – 7:25
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DJ DEVISEN/Euro unter 1,23 USD - China treibt nicht mehr

FRANKFURT (Dow Jones)--Weiter abwärts geht es am Dienstagmorgen mit dem Euro. Die Gemeinschaftswährung startet knapp unter 1,23 USD in den europäisch dominierten Handel und damit rund einen Cent tiefer als am Vortag. Händler sprechen von einer wichtigen Marke, die zurückerobert werden sollte. Im Fokus steht weiter die Politik der chinesischen Zentralbank. Sie hat nach der Entscheidung vom Wochenende, das Wechselkurssystem flexibler zu gestalten, am Dienstag eine deutliche Aufwertung der Landeswährung zugelassen. Die People's Bank of China setzte den Mittelwert für den Yuan gegenüber dem US-Dollar auf 6,7980 USD fest und damit auf den höchsten Stand seit Juli 2005. Der Yuan darf um maximal 0,5% in beide Richtungen um diesen Mittelwert herum schwanken.

Dennoch scheinen die kritischen Stimmen vom Vortag Oberhand gewonnen zu haben. Ein leichter Anstieg des Dollars gegen den Yuan im asiatischen Handel brachte den Euro wieder unter Druck. Händler in Asien vermuten chinesische Banken hinter den Dollar-Käufen. Sie schienen damit deutlich machen zu wollen, dass das neue flexibilisierte Devisenband Kursfluktuationen in beide Richtungen bedeuten kann.

Bereits am Vortag hatten Skeptiker angemerkt, dass die Flexibilisierung des Währungsbandes keine Euphorie an den Märkten rechtfertige. Von den Analysten bei J.P.Morgan hieß es, dies sei bereits länger erwartet worden. Die Ankündigung der chinesischen Notenbank "verfehlt aber selbst unsere bescheidenen Erwartungen einer leichten Erweiterung des Währungsbandes", kommentierten die Experten. Von der Credit Suisse war zu hören, dass die Ankündigung "nur darauf abzielt, den Rest der Welt zu beruhigen". Man sollte daraus nicht auf eine neue Ausrichtung der chinesischen Makro-Politik schließen. In den USA gibt es immer wieder politische Initiativen mit dem Ziel, China als Währungsmanipulator zu brandmarken. Ein solches Vorgehen könnte zu Verwerfungen in den Beziehungen beider Länder führen.

Nach dem Abflauen der China-Euphorie dürfte der Euro seine übergeordnete Abwärtsbewegung wieder aufnehmen, hieß es. Morgan Stanley etwa sieht den Euro im laufenden Jahr noch bei 1,12 USD. BNP Paribas geht sogar davon aus, dass die Einheitswährung im kommenden Jahr unter die Parität abrutschen wird.

Die Feinunze Gold ist am Dienstagmorgen mit 1.237,83 USD deutlich leichter in den Handel gestartet nach einem Londoner Nachmittags-Fixing mit 1.254,50 USD am Vortag.

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Europa NewYork Europa
(8.00) (Spät) (17.30)
EUR/USD 1,2292 1,2344 1,2379
USD/JPY 90,80 90,98 91,17
EUR/JPY 111,67 --- 112,82
EUR/GBP 0,8348 --- 0,8354
EUR/CHF 1,3667 --- 1,3729
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