steffens – 30. Juli 2010 – 9:19
Nasdaq100 bricht aus
Nachdem der S&P500 bereits aus seiner Keilformation ausgebrochen ist, hat nun auch der Nasdaq100 nachgelegt:
Im Chart erkennen Sie den Ausbruch über die Keilformation. Gestern wurde dieser Keil von oben getestet. Kommt es nun zu einem dynamischen Anstieg, wird der Nasdaq100 wieder an die 2.000er Marke laufen. Aber das muss auch passieren. Wenn das geschieht wird es im Bereich der 2000er Marke zu einer längeren Konsolidierung kommen.
Während die amerikanischen Indizes demnach erste bullishe Signale auf niedrigem Niveau ausbilden, steht der DAX bereits wieder an den Hochs. Wenn sich der Ausbruch im Nasdaq100 bestätigt, wird auch der DAX diese Hochs überwinden. In diesem Fall werden wir zwei starke Wochen bis Mitte August sehen. Diese Entwicklung passt auch zum US-Präsidentschaftszyklus.
Geschieht das jedoch nicht, wird der Dax wieder Richtung untere Begrenzung seiner Seitwärtsbewegung laufen.
Die Dynamik wird Hinweise zum weiteren Verlauf liefern
Kommt es zu diesem Ausbruch nach oben, wird es sehr wichtig werden, die Dynamik zu analysieren. Wie Sie wissen, ist der September vor den Kongresswahlen in den USA oft sehr schwach. Sollte sich Mitte August also eine Schwäche bei der Aufwärtsdynamik ausbilden, müssen Sie vorsichtig werden, auch oder gerade dann, wenn alles euphorisch wird! Aber darauf werde ich natürlich hier im Steffens Daily eingehen.
Outperformance des DAX
Wie oben schon beschrieben, sehen wir zurzeit eine Outperformance des DAX zu den amerikanischen Indizes. In den letzten 10 Jahren wurde immer wieder über eine Abkoppelung des DAX von den US-amerikanischen Indizes geredet und geschrieben. Doch bisher ist es nie zu einer solchen Abkopplung gekommen. Die US-Indizes sind einfach die Leitbörse und werden das sicherlich auch noch eine Weile bleiben.
Entwicklung in Asien wird immer wichtiger für Weltbörsen
Ohne Frage werden zwar zurzeit die Entwicklungen an den asiatischen Börsen, insbesondere an den chinesischen Börsen immer wichtiger für die Weltwirtschaft. Es kann also sein, dass in einigen Jahren tatsächlich der Einfluss der amerikanischen Börsen für die Börsen der Welt zurückgeht. Doch noch ist es nicht so weit.
Outperformance statt Abkopplung
Aber es kann zu einer anderen Entwicklung kommen, die eben diese Abkoppelung einleiten wird:
In den USA haben wir es zurzeit mit massiven und strukturellen Problemen zu tun. Eine extrem hohe Arbeitslosigkeit, eine Immobilienblase und damit verbunden viele ungedeckte Kredite, eine exorbitant hohe Staatsverschuldung, die Baby-Boomer Generation geht nun in Rente, etc.
Es gibt viele Anzeichen dafür, dass die USA noch eine Weile in einer eher deflationären Entwicklung verbleiben werden. In deflationären Phasen laufen Märkte eher seitwärts. Damit müssen wir auch bei den US-Märkten rechnen. Aufgrund der konsequenten Geldpolitik der Fed kann es allerdings zunächst auch noch einen Anstieg geben.
Ein schwacher Euro bedeutet eine starke deutsche Wirtschaft
Sollte der Euro weiterhin schwach bleiben, könnte das für das extrem exportorientierte Deutschland jedoch dazu führen, dass die Wirtschaft weiter boomt. Das wiederum würde einen Aufwärtstrend an den deutschen Börse verursachen.
Wir könnten also, je nach Entwicklung des Euros, eine nachhaltigere Outperformance des DAX zu den US-Indizes erleben. Wobei im täglichen Rahmen natürlich trotzdem die US-Börsen den Takt angeben werden. Nur wenn die US-Börsen steigen, steigt der DAX eben etwas mehr und wenn sie fallen, fällt der DAX etwas weniger. Das ist der Unterschied zur Abkopplung.
Allerdings, und das ist die Grundvoraussetzung für dieses Szenario, muss der Euro dafür weiter schwach bleiben. Und damit zu dem Grund dieser kleinen Ausführung:
Euro knackt die 1,30er Marke
Der Euro hat heute die 1,30er Marke überwunden:
Sie erinnern sich sicherlich noch an diesen Chart. Der Euro hat zunächst eindrucksvoll das Kursziel der inversen Schulter-Kopf-Schulter-Formation erreicht und dann an der 1,30er Marke wie prognostiziert erst einmal eine Konsolidierung eingeleitet. Heute hat er diese Marke geknackt. Ich gehe davon aus, dass er nun bis in den Widerstandsbereich (grün) unter der 1,35er Marke laufen wird und hier in eine erneute Konsolidierung übergeht, die etwas heftiger ausfallen wird. Für den DAX ist ein steigender Euro eher schädlich.
Aber erst die Analyse dieser Konsolidierung im Bereich der 1,35er Marke wird erkennen lassen, ob der Euro anschließend seinen neuen Aufwärtstrend fortführt oder in eine Seitwärtsbewegung übergeht. Und damit steht und fällt auch die Frage nach einer Outperformance des DAX. Dazu dann in den nächsten Wochen mehr...
Viele Grüße
Jochen Steffens
Quelle: stockstreet.de