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UPDATE: Dt Börse und NYSE locken Aktionäre mit Sonderdividende

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Dioxin – 7. Juni 2011 – 19:14

DJ UPDATE: Dt Börse und NYSE locken Aktionäre mit Sonderdividende

(Durchgehend neu)

Von Barbara Millner
DOW JONES NEWSWIRES

FRANKFURT/NEW YORK (Dow Jones)--In der heißen Phase bei den Vorbereitungen ihrer geplanten Fusion versuchen die Deutsche Börse und die NYSE Euronext, ihre Aktionäre mit einer höheren Dividende für das Vorhaben zu gewinnen. Die beiden Unternehmen stellten den Anteilseignern der fusionierten Gesellschaft am Dienstag eine Sonderdividende von 2 EUR je Aktie in Aussicht. Dies sei dem Board of Directors der Holdinggesellschaft der neuen Gruppe vorgeschlagen worden.

Die beiden Unternehmen haben die Investoren bereits mit einer höheren Synergieschätzung geködert. Nach zunächst 300 Mio EUR waren sie zuletzt auf mindestens 550 Mio EUR an zu erwartenden Synergien gekommen. Der Vorschlag vom heutigen Dienstag könnte auch ein Zugeständnis an die Kritiker sein. Nach Bekanntwerden der Gegenofferte des Wettbewerbers Nasdaq - diese ist inzwischen wieder vom Tisch - hatten einige Aktionäre vorgebracht, die Offerte der Deutschen bewerte den panatlantischen Börsenbetreiber zu niedrig.

Sollten alle Aktionäre der Deutschen Börse das Tauschangebot annehmen, so würde der fusionierte Börsenbetreiber rund 620 Mio EUR ausschütten, hieß es am Dienstag weiter. Die Dividende soll direkt nach Vollzug der Transaktion ausgeschüttet und aus den Kapitalrücklagen finanziert werden.

Der Frankfurter DAX-Konzern und die NYSE Euronext hatten die Fusionspläne im Februar angekündigt und sind nun im Endspurt: Bei der NYSE müssen auf einer für den 7. Juli einberufenen außerordentlichen Hauptversammlung 50% der Aktionäre dem Plan zustimmen. Zudem müssen 75% der Aktionäre der Deutschen Börse ihre Aktien bis zum 13. Juli für das Fusionsvorhaben andienen.

Die Deutsche Börse kündigte am Dienstag zudem an, dass sie künftig alleinige Besitzerin der Terminbörse Eurex sein wird. Sie hat offenbar keine Bedenken, dass dies die Kartellhüter ungnädig stimmen könnte - würde doch die deutsche Eurex zusammen mit der zur NYSE Euronext gehörenden Liffe eine dominante Stellung beim Terminhandel mit Finanzprodukten erlangen.

Dem Eurex-Mitbesitzer, der SIX Group, zahlt die Deutsche Börse für seinen 50-prozentigen Anteil 295 Mio EUR in bar sowie 295 Mio EUR in Aktien des neuen noch namenlosen fusionierten transatlantischen Börsenbetreibers.

Für die Deutsche Börse rechnet sich der Deal umgehend. Nach Vollzug der Transaktion per 1. Januar 2012 werden ihr 100% aller Eurex-Umsätze und Gewinne zufließen. Bisher waren es 85%. Die Transaktion soll sich bereits 2012 positiv auf das Ergebnis auswirken. Im ersten Quartal 2011 hätte die Transaktion auf Pro-forma-Basis zusätzliche Umsatzerlöse von 26,1 Mio EUR, ein zusätzliches EBIT von 17,4 Mio EUR und einen um 15,0 Mio EUR höheren Konzernüberschuss generiert, schreibt der Frankfurter Börsenbetreiber.

Im Konzernüberschuss sei eine mögliche Abschreibung von 2,5 Mio EUR pro Quartal, die abhängig von der Allokation des Kaufpreises noch variieren kann, berücksichtigt.

Die künftig klaren Eigentumsverhältnisse und Managementstrukturen der Eurex würden dazu beitragen, das gemeinsame Derivategeschäft der Deutschen Börse und der NYSE Euronext weiter zu stärken, gab sich Deutsche-Börse-Finanzvorstand Gregor Pottmeyer zuversichtlich. Die Ertragskraft und Cashflow-Solidität des Weltmarktführers positioniere das gemeinsame Derivategeschäft für eine Neubewertung am Kapitalmarkt, ergänzte er.

Die Transaktion wird erst abgeschlossen, wenn der Zusammenschluss von Deutsche Börse und NYSE Euronext vollzogen ist, was für Ende 2011 erwartet wird. Zustande kommen soll sie allerdings allemal: Die endgültige Vereinbarung zwischen der SIX Group AG, der SIX Swiss Exchange AG und der Deutsche Börse AG ist unabhängig vom Vollzug des Zusammenschlusses von Deutscher Börse und NYSE Euronext.

Die Deutsche Börse war bereits früher an der Übernahme des SIX-Anteils an der Eurex interessiert. "Den Eurex-Anteil von unserem Partner, der Schweizer Börse, zu übernehmen wurde schon vor zwei Jahren erstmals diskutiert", sagte Deutsche-Börse-Chef Reto Francioni der "Handelszeitung". Damals habe es kein Ergebnis gegeben. "Heute aber wurde im Zusammenhang mit dem Merger für beide Seiten eine deutliche Win-Win-Situation erreicht", stellte der Manager fest.

Neben Eurex unterhalten die Deutsche Börse und die SIX Group noch zwei weitere Joint Venture: Den Finanzdatenanbieter Stoxx und die Börse für strukturierte Produkte Scoach. "Unser Anteil an Stoxx und Scoach ist von dieser Vereinbarung nicht betroffen", sagte Francioni.

Laut Insidern gibt es aber bereits weitere Überlegungen, dass die Deutschen die Anteile von Stoxx und Scoach auch übernehmen. Man sei zu allem bereit, heißt es laut der Zeitung hinter den Kulissen.

-Von Barbara Millner, Dow Jones Newswires;
+49 - (0)69 297 25 512; unternehmen.de@dowjones.com
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June 07, 2011 14:14 ET (18:14 GMT)

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