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XETRA-SCHLUSS/Knapp behauptet - Moody's belastet, ZEW stützt

Dax-30
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Dioxin – 14. Februar 2012 – 18:16

DJ XETRA-SCHLUSS/Knapp behauptet - Moody's belastet, ZEW stützt

FRANKFURT (Dow Jones)--Etwas leichter ist der deutsche Aktienmarkt am Dienstag aus dem Handel gegangen. Selbst gute Anleihe-Auktionen in Italien und Spanien sowie ein unerwartet starker deutscher ZEW-Konjunkturindikator konnten keine Euphorie auslösen. Belastend wirkten eine Abstufung zahlreicher Euro-Länder und eine Senkung des Ausblicks für Großbritanniens durch die Ratingagentur Moody's. Auch die US-Einzelhandelsdaten fielen schwächer als erwartet aus. Das enttäuschte Marktteilnehmer, die sich angesichts der zuletzt besseren US-Daten auf eine kräftige Erholung der US-Konjunktur eingestellt hatten. Zudem steht nun das Treffen der Euro-Finanzminister zu Griechenland am Mittwoch im Blick. Der DAX verlor 0,2 Prozent oder 10 auf 6.728 Punkte. Vor allem Konjunkturzykliker standen unter Druck, so Thyssen nach schwachen Zahlen und die Autowerte. Infineon stürzten nach einer Schadensersatzforderung in Milliardenhöhe ab.

"Passt leider nicht in die aktuellen Markterwartungen", kommentierte ein Händler die US-Einzelhandelszahlen. Die Hoffnung auf eine schnellere Erholung der US-Volkswirtschaft sei zum dominierenden Thema in den USA geworden: "Das hatte sogar Griechenland abgelöst". Dies spiegelte sich auch am Druck auf den Euro, der als Risikobarometer für eine stärkere globale Konjunkturerholung sonst von den Daten hätte profitieren können. Der Einzelhandel in den USA legte im Januar nur um 0,4 Prozent zu, erwartet waren plus 0,9 Prozent.

Noch am Morgen hatte der Markt erleichtert auf die Auktionen spanischer und italienischer Schuldpapiere reagiert. Sie liefen problemlos trotz der Abstufung der Länder durch die Rating-Agentur Moody's ab. Auch der ZEW-Index sorgte für gute Laune: Die Konjunkturerwartungen lagen erstmals seit Mai 2011 wieder im positiven Bereich, der Index kletterte im Februar auf plus 5,4 Punkte von minus 21,6 im Januar.

Und auch das muntere Gelddrucken rund um den Globus stützte: In der Nacht verkündete auch die japanische Notenbank weitere Geldspritzen. Das Land will energischer gegen Deflation vorgehen und hat angekündigt, dafür frisches Geld zu drucken. Das Kaufziel für Wertpapiere wurde um 10 Billionen Yen auf 65 Billionen Yen aufgestockt.

Alle Blicke sind nun auf das Treffen der Eurozone-Finanzminister am Mittwoch zur Griechenland-Krise gerichtet. Hier soll auch die Vereinbarung zum freiwilligen Schuldenschnitt privater Gläubiger veröffentlicht werden. "Sollten sich zu wenig private Gläubiger beteiligen, könnte das die Stimmung wieder belasten", meinte ein Marktteilnehmer.

Entsetzen am Abend gab es für die Aktien von Infineon. Sie rutschten um 4,3 Prozent ab auf 7,10 Euro. Hier hatte der Insolvenzverwalter von Qimonda zum ersten Mal seine Forderung an Infineon beziffert: Er fordert 1,7 Milliarden Euro. Analysten hielten die Forderung jedoch in einer ersten Einschätzung für "vollkommen unrealistisch" und "eher auf US-Maßstäbe gemünzt". Schon bei der Qimonda-Gründung sei die Anspruchsgrundlage, auf die sich der Verwalter nun berufe, abgelehnt worden.

Deutsche Börse legten um 2,4 Prozent auf 49,94 Euro zu. Die Zahlen fielen zwar gemischt aus, Händler verwiesen als Kaufgrund aber auf die hohe Dividende. Inklusive einer Sonderzahlung von 1 Euro schüttet die Börse 3,30 Euro je Aktie aus. Daraus ergibt sich laut der DZ-Bank eine Dividendenrendite von 6,8 Prozent. Durchaus attraktiv, zu Zeiten wenn Bundesanleihen gerade mal 2 Prozent Zinsen abwerfen.

MAN lagen nach Geschäftszahlen 0,7 Prozent im Plus bei 82,92 Euro, obwohl das Unternehmen in die roten Zahlen gerutscht war. Die von einem Korruptionsskandal gebeutelte Ex-Tochter Ferrostaal hatte dem Nutzfahrzeughersteller im Schlussquartal die Bilanz verhagelt. Allerdings kamen die Nachrichten nicht unerwartet. Die BHF Bank sprach von Zahlen, die im Rahmen der Erwartungen ausgefallen waren.

SAP stiegen um 1,2 Prozent auf 48,42 EUR. Hier haben Goldman Sachs das Kursziel deutlich erhöht auf 72 nach 61 Euro.

ThyssenKrupp brachen um 3,8 Prozent auf 21,07 Euro ein. Händler und Analysten sprachen von enttäuschenden Zahlen des Stahlgießers. Zwar sei der Auftragseingang etwas besser ausgefallen, dafür habe der Umsatz die Erwartungen geringfügig verfehlt. Der bereinigte Gewinn vor Steuern (EBIT) habe die Erwartungen um 17 Prozent verfehlt. Das Nettoergebnis habe aufgrund von Sondereinflüssen deutlich unter den Erwartungen gelegen. Abermals habe Steel Americas dem Konzern das Ergebnis verhagelt.

Im TecDAX sprangen Carl Zeiss Meditec nach sehr guten Zahlen um 7,3 Prozent auf 17,59 Euro. Patrizia Immobilien legten um 1,8 Prozent zu auf 4,01 Euro. Das Unternehmen kauft 21.000 Wohnungen von der Landesbank Baden-Württemberg auf.

DJG/mod/raz

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February 14, 2012 12:16 ET (17:16 GMT)

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