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Chinas Investitionshunger dürfte sich lauf Studie abschwächen

Deutschland
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Dioxin – 11. Januar 2017 – 12:22

DJ Chinas Investitionshunger dürfte sich lauf Studie abschwächen

Von Stefan Lange

BERLIN (Dow Jones)--Die zuletzt deutlich gestiegenen Auslandsinvestitionen Chinas in Europa dürften sich einer Studie zufolge im laufenden Jahr wieder abschwächen. Dafür sprächen die Versuche Pekings, den Kapitalabfluss ins Ausland stärker zu kontrollieren sowie die wachsenden Befürchtungen europäischer Länder vor einem Ausverkauf ihrer Kerntechnologie, heißt es in der am Mittwoch veröffentlichten Studie des Mercator Institute for China Studies (Merics) und der Rhodium Group.

Die Autoren der Studie, Thilo Hanemann und Mikko Huotari, argumentieren, die Zuwächse bei den chinesischen Auslandsinvestitionen seien 2016 so dramatisch gewesen, dass die chinesische Führung nun auf die Bremse trete und das Tempo des Kapitalabflusses zu drosseln versuche. Angesichts des verlangsamten Wirtschaftswachstums im Inland, der Risiken im Finanzsystem und des Abwertungsdrucks auf die chinesische Währung habe Peking bereits damit begonnen, Auslandsinvestitionen stärker zu überprüfen und gegen unerwünschte Transaktionen vorzugehen.

Peking muss sich bewegen

Wie Europa künftig auf Investitionen aus China reagiert, hängt aus Sicht der Autoren in erster Linie von Chinas Reformfortschritten ab. Nur wenn China die Rolle des freien Wettbewerbs stärke und gleiche Bedingungen für ausländische Unternehmen schaffe, werde man in Europa chinesische Investitionen als für alle Seiten gewinnbringend ansehen können.

Ein Durchbruch in den Verhandlungen über ein bilaterales Handelsabkommen könnte demnach ebenfalls ein wichtiges Signal senden. Wenn China dagegen weiterhin mit fehlendem Reformwillen nach innen und außen enttäusche, sei eine wachsende Abwehrhaltung gegenüber chinesischen Investitionen in Europa unvermeidbar.

Der Studie zufolge erreichten chinesische Auslandsinvestitionen 2016 ein Rekordniveau. Das Investitionsvolumen stieg demnach weltweit auf etwa 200 Milliarden US-Dollar (180 Milliarden Euro), ein Plus von 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Europäische Union gehört den Angaben zufolge weiterhin zu den beliebtesten Investitionsstandorten, angeführt von Deutschland. Rund 35 Milliarden Euro - ein Plus von 77 Prozent - flossen im vergangenen Jahr in europäische Länder, davon mehr als 11 Milliarden Euro nach Deutschland.

Kontakt zum Autor: stefan.lange@wsj.com

DJG/stl/mgo

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January 11, 2017 06:22 ET (11:22 GMT)

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