AndyH
05.12.2004, 12:18
Pleitegerüchte um Rostocker Warnowtunnel
- Stolpe: Tunnelmaut für Lkw soll abgesenkt werden -Von Knut Degner-
Rostock (ddp-nrd). Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe (SPD) hat auf einen Zeitungsbericht über die angeblich drohende Insolvenz des Rostocker Warnowtunnels reagiert. In einem Rundfunkinterview kündigte er am Wochenende eine geringere Lkw-Maut für die Nutzung der Durchfahrt an. Die «Ostsee-Zeitung» hatte unter Berufung auf das interne Protokoll einer Sitzung im Bonner Verkehrsministerium berichtet, dass die Warnowquerungsgesellschaft «offensichtlich vor der Zahlungsunfähigkeit» stehe.
An der Sitzung sollen Vertreter von Banken, der mecklenburg-vorpommerschen Landesregierung des zuständigen Bundesministeriums teilgenommen haben. Das Bankenkonsortium soll demnach die «Zahlungsunfähigkeit des Projektes zwischen 2005/2006 auf der Basis derzeitiger Zusagen für unvermeidbar» halten.
Stolpe sagte, in seinem Hause werde derzeit ein Gutachten zum ersten privat finanzierten Straßenprojekt Deutschlands erstellt. «Es gibt offenbar eine Fehlkalkulation im Blick auf die Einnahmen», räumte der Minister ein. Daraus müssten jetzt Konsequenzen gezogen werden. In den nächsten Tagen noch erwarte er einen Vorschlag zu einer modifizierten Gebührenregelung. Diese werde im Wesentlichen die Maut für Lkw betreffen, die voraussichtlich abgesenkt werden solle.
Stolpe verwies auch darauf, dass Rostock noch mehr «verkehrsleitende Maßnahmen» treffen könne. Damit soll die Nutzung des Tunnels als Alternative zum Durchqueren des Zentrums der Hansestadt offenbar attraktiver gemacht werden.
Der Warnowtunnel war im September 2003 für den Verkehr freigegeben worden. In das Projekt sind rund 220 Millionen Euro geflossen. Hauptgesellschafter der Warnowquerungsgesellschaft ist die australische Macquarie Bank, die auf Verkehrsinfrastrukturprojekte spezialisiert ist. Für die Nutzung muss eine Maut gezahlt werden. Die Nutzerzahlen waren weit hinter den Erwartungen und Prognosen zurückgeblieben. Zuletzt wurden 8500 Durchfahrten täglich gezählt. Die Wirtschaftlichkeit würde erst bei 20 000 Nutzern pro Tag erreicht werden, berichtete der NDR.
Laut «Ostsee-Zeitung» drängen die Banken nun darauf, durch «Verkehrseinschränkungen» in der Innenstadt Einfluss auf die Tunnelnutzung zu nehmen. Diskutiert werden angeblich zahlreiche neue Geschwindigkeitsbegrenzungen und der Rückbau mehrspuriger Straßen. Damit sollen deutlich mehr Autofahrer zur Tunnelnutzung veranlasst werden. Gegen solche Maßnahmen erhebt sich Widerstand bei Kommunalpolitikern und Bürgern. (Quellen: «Ostsee-Zeitung» vom Samstag, Stolpe in NDR 1 Radio MV
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Will der Bürger nicht zahlen, wird halt gezwungen.
Bester Raubrittermanier aus dem Brückenzoll-Mittelalter. :eek:
- Stolpe: Tunnelmaut für Lkw soll abgesenkt werden -Von Knut Degner-
Rostock (ddp-nrd). Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe (SPD) hat auf einen Zeitungsbericht über die angeblich drohende Insolvenz des Rostocker Warnowtunnels reagiert. In einem Rundfunkinterview kündigte er am Wochenende eine geringere Lkw-Maut für die Nutzung der Durchfahrt an. Die «Ostsee-Zeitung» hatte unter Berufung auf das interne Protokoll einer Sitzung im Bonner Verkehrsministerium berichtet, dass die Warnowquerungsgesellschaft «offensichtlich vor der Zahlungsunfähigkeit» stehe.
An der Sitzung sollen Vertreter von Banken, der mecklenburg-vorpommerschen Landesregierung des zuständigen Bundesministeriums teilgenommen haben. Das Bankenkonsortium soll demnach die «Zahlungsunfähigkeit des Projektes zwischen 2005/2006 auf der Basis derzeitiger Zusagen für unvermeidbar» halten.
Stolpe sagte, in seinem Hause werde derzeit ein Gutachten zum ersten privat finanzierten Straßenprojekt Deutschlands erstellt. «Es gibt offenbar eine Fehlkalkulation im Blick auf die Einnahmen», räumte der Minister ein. Daraus müssten jetzt Konsequenzen gezogen werden. In den nächsten Tagen noch erwarte er einen Vorschlag zu einer modifizierten Gebührenregelung. Diese werde im Wesentlichen die Maut für Lkw betreffen, die voraussichtlich abgesenkt werden solle.
Stolpe verwies auch darauf, dass Rostock noch mehr «verkehrsleitende Maßnahmen» treffen könne. Damit soll die Nutzung des Tunnels als Alternative zum Durchqueren des Zentrums der Hansestadt offenbar attraktiver gemacht werden.
Der Warnowtunnel war im September 2003 für den Verkehr freigegeben worden. In das Projekt sind rund 220 Millionen Euro geflossen. Hauptgesellschafter der Warnowquerungsgesellschaft ist die australische Macquarie Bank, die auf Verkehrsinfrastrukturprojekte spezialisiert ist. Für die Nutzung muss eine Maut gezahlt werden. Die Nutzerzahlen waren weit hinter den Erwartungen und Prognosen zurückgeblieben. Zuletzt wurden 8500 Durchfahrten täglich gezählt. Die Wirtschaftlichkeit würde erst bei 20 000 Nutzern pro Tag erreicht werden, berichtete der NDR.
Laut «Ostsee-Zeitung» drängen die Banken nun darauf, durch «Verkehrseinschränkungen» in der Innenstadt Einfluss auf die Tunnelnutzung zu nehmen. Diskutiert werden angeblich zahlreiche neue Geschwindigkeitsbegrenzungen und der Rückbau mehrspuriger Straßen. Damit sollen deutlich mehr Autofahrer zur Tunnelnutzung veranlasst werden. Gegen solche Maßnahmen erhebt sich Widerstand bei Kommunalpolitikern und Bürgern. (Quellen: «Ostsee-Zeitung» vom Samstag, Stolpe in NDR 1 Radio MV
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Will der Bürger nicht zahlen, wird halt gezwungen.
Bester Raubrittermanier aus dem Brückenzoll-Mittelalter. :eek: