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Alt 05.01.2004, 13:49   #1
foencjhropenyoureyesfdjhg
 
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Standard Idiotie der Woche: Konsum ist praktizierte Nächstenliebe

Konsum ist geil

Von Christoph Keese

Der Kanzler appelliert an die Kaufbereitschaft der Deutschen. Mit Recht: Sie geben zu wenig Geld aus.

Irgendein Pressesprecher oder Fernsehregisseur hatte Bundeskanzler Gerhard Schröder eingeredet, sich für seine Neujahrsansprache auf ein Schwenkpodest vor die Glasfenster seines Amtes zu setzen. So sahen die Zuschauer diesmal keinen Staatsmann hinter dem Schreibtisch, sondern einen drehfreudigen Kanzler, der Karussell durch das 180-Grad-Panorama des Regierungsviertels fuhr.


Auch inhaltlich wagte Schröder etwas Neues: Nachdem er seit Jahren in der Rolle des zentralen Watschenmannes für die Konjunktur-Malaise steckt und in den vergangenen neun Monaten von allen Seiten Beschwerden für sein Reformprojekt Agenda 2010 entgegengenommen hat, erinnerte er die Bürger anlässlich des Jahreswechsels an ihre eigene Verantwortung für das Wirtschaftsklima. Er forderte sie in vorsichtigen Worten zu mehr Konsum auf.

Die Reaktion auf diesen Vorstoß fiel nüchtern bis ablehnend aus. Viele Leitartikler warfen Schröder vor, die Verantwortung für die Stagnation zu leugnen und dem Volk Unmögliches abzuverlangen. Ein Vorwurf, der ins Leere geht. Man muss kein Kennedy sein und nicht fordern, jedermann solle, bevor er etwas vom Staat verlangt, erst einmal fragen, was er selbst für den Staat tun kann. Ganz ohne Wir-sind-das-Volk-Pathos lässt sich ökonomisch gut begründen, warum Konsum im Jahr 2004 die erste Bürgerpflicht sein sollte.

Auf zur Konsum-Offensive

Drei Gründe sprechen für tatkräftige Hilfe der Basis. Erstens: Bei allem Ärger über die lange Dauer des parlamentarischen Prozesses, den die Agenda 2010 durchlaufen hat, und bei aller Unzulänglichkeit des Ergebnisses lässt sich nicht leugnen, dass Politik und Staat sich bewegen.


In den neunziger Jahren waren vor allem die Privatunternehmen durch Struktur- und Globalisierungskrisen herausgefordert und haben sich saniert. Zum Beispiel die Automobilindustrie erfand sich vor rund zehn Jahren komplett neu und steht seitdem blendend da. Der öffentliche Sektor hingegen erkannte den Anpassungsdruck lange nicht und schob seine ungelösten Probleme gefährlich unbesorgt vor sich her.


Inzwischen ist die Politik des Aussitzens einem Wettlauf um Reformen gewichen. Wegen des demokratischen Prozesses zwar langsam, unter dem Strich aber erfolgreich, wird der Umbau des öffentlichen Sektors ausfallen. Wenn Firmen und Staat Bereitschaft zum Wandel zeigen, ist es nur legitim, nach dem Beitrag der privaten Haushalte zu fragen.


Jeder Bürger muss durch die Folgen von Rezession und Massenarbeitslosigkeit Opfer bringen - keine Frage. Doch dieses passive Leiden kann eine aktive Rolle nicht ersetzen. Mit dem Argument "Wir mussten doch schon so viel ertragen" lässt sich ein Aufruf zu mehr Engagement nicht abwehren.

Die gegenwärtige Stagnation ist auch eine Folge verbreiteter Passivität. Durch Stillhalten, flaches Atmen und leises Beten für den Aufschwung wird kein Boom ausbrechen. Aktive, zuversichtliche Bürger sind unverzichtbar für eine Volkswirtschaft. 2004 wäre ein gutes Jahr, um von den Zuschauerplätzen aufzustehen, das Nörgeln sein zu lassen und auf optimistisches Konsumverhalten umzuschalten.

Zweiter Grund: Die Deutschen sparen zu viel und entziehen dem Konsum damit zu viel Geld. In den USA liegt die Sparquote - also der Anteil des Sparens der privaten Haushalte am verfügbaren Einkommen - bei 3,3 Prozent, in Deutschland nach dem jüngsten Bericht des Sachverständigenrats bei elf Prozent.

Von 1994 bis 2000 war die deutsche Sparquote kontinuierlich von zwölf auf unter zehn Prozent gesunken, doch seit dem Crash der New Economy steigt sie wieder an. In den USA lag der Wert im vergangenen Jahrzehnt nie über 8,7 Prozent. Die Deutschen nehmen mit ihrem Hang zum Sparen eine Ausnahmestellung ein, was laut Sachverständigenrat "dämpfend auf die Konsumgüternachfrage" wirkt und ein "Ausdruck großer Unsicherheit" ist.

Arbeitslosigkeit durch Sparwut

Zwangsläufige Folge des besessenen Sparens sind massiv sinkende Konsumquoten. Wenn der eine aufhört, dem anderen die Früchte seiner Arbeit abzukaufen, gibt es bald keine Arbeit mehr. Konsum ist praktizierte Nächstenliebe - er schützt den Job des Nachbarn und versetzt diesen in die Lage, seinerseits Arbeitsplätze zu retten.

Die Steuersenkung, die jetzt in Kraft tritt, erhöht zwar das verfügbare Einkommen der Haushalte, aber noch nicht ihren Konsum. Dieser steigt erst durch die willkürliche Entscheidung der Bürger, ihr Geld nicht auf die hohe Kante zu legen, sondern auf den Markt zu tragen. Für diese Entscheidung ist kein Kanzler und kein Parlament verantwortlich - es ist die alleinige Pflicht des Einzelnen.

Dritter Grund: Konsum in der Gegenwart verbessert die wirtschaftliche Lage jedes Bürgers in der Zukunft. Man kann zwar argumentieren, Schröders Konsumaufruf stünde im Widerspruch zu den ständigen Appellen der Politik, mehr für die eigene Altersversorgung zu tun. Wer für das Alter spart, so das Argument, könne nicht konsumieren. Doch das ist ein Scheinwiderspruch.

Das Ansparen heutiger Arbeitsleistung in Form von Geld führt nicht zum erhofften Wohlstand im Alter, wenn die Bundesrepublik auf dem Weg dorthin ihre ökonomische Grundlage zerstört. Zugespitzt gesagt: Die Rente der Babyboomer wird nicht dadurch sicherer, dass alle ihr Geld wegsperren und ab 2024 beherzt ausgeben. Ein gesundes Maß an Sparen ist gut, alles was darüber hinausgeht, ist eine Wohlstandsillusion.

Gesund ist eine Sparquote von vielleicht sechs oder acht Prozent. Um dorthin zu kommen, gibt es nur einen Weg: Kreditkarten entriegeln und einkaufen gehen.

Quelle: Spiegel.de


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Alt 05.01.2004, 13:52   #2
foencjhropenyoureyesfdjhg
 
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So, ich hab mir von der Sozialhilfe erstmal nen DVD-Player (mit Surround-Sound) gekauft. Einen? Ach quatsch ... gleich 3!
Konsum rulez!


Jetzt hab' ich zwar kein Geld mehr für's Essen, aber macht nix. Hab' ja auch kein Geld für DVDs.


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Alt 05.01.2004, 13:53   #3
Odo

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Zitat:
Konsum ist praktizierte Nächstenliebe
das höre ich sehr gern


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Alt 05.01.2004, 16:19   #4
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Standard Re: Idiotie der Woche: Konsum ist praktizierte Nächstenliebe

Zitat:
Ursprünglich geschrieben von TheKing
Konsum ist geil

Von Christoph Keese
...
Gesund ist eine Sparquote von vielleicht sechs oder acht Prozent. Um dorthin zu kommen, gibt es nur einen Weg: Kreditkarten entriegeln und einkaufen gehen.

Quelle: Spiegel.de
Da haben wir mal wieder einen klaren Beweis für die Schädlichkeit des Fernsehens Offenbar führt bei manchen (hier: einem Schreiberling von Spiegel.de) schon eine geringe Dosis zu einem starken Abbau der geistigen Fähigkeiten


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Alt 05.01.2004, 16:31   #5
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Standard Re: Idiotie der Woche: Konsum ist praktizierte Nächstenliebe

Zitat:
Ursprünglich geschrieben von TheKing


Der Kanzler appelliert an die Kaufbereitschaft der Deutschen. Mit Recht: Sie geben zu wenig Geld aus.
Also so langsam werde ich wütend

Das Volk soll weniger verdienen aber dafür mehr ausgeben.

Also irgendwie habe ich das falsch gelernt. Dachte immer wenn man kein Geld hat kann man nichts kaufen.
Bei uns in Österreicht ist jeder 5te Jugendliche verschuldet. Klasse und das ist anscheinend zu weniger besser wäre jeder 3te. Hoch lebe die Politik!


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Alt 05.01.2004, 16:46   #6
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tja, rumpe, du hast durch die jahre in österreich nix dazugelernt .

man gibt sein geld aus, ob man es hat oder nicht, nur so kann die wirtschaft florieren (der umsatz stärkt die wirtschaft, die steuern helfen den bürgern, die kredite bringen die banken voran .......... und nicht zu vergessen, die vielen arbeitslosen wären endlich vom markt "fg" )

unsere politiker machens uns ja vor. du brauchst ihr rezept nur übernehmen. was kann daran falsch sein

es funktioniert doch schon seit vielen jahren so.

schon "unser" kreisky hat gemeint, lieber ein paar mio. schulden als ein paar tausend arbeitslose.

also, auf, auf, ihr hasen, laßt doch endlich das nachmachen, was uns die von uns gewählten spitzenpolitiker vormachen und empfehlen.

und von wegen schulden:
ich versteh euch nicht , unsere banken haben so viel geld, die gebens gerne


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Alt 05.01.2004, 16:51   #7
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Zitat:
man gibt sein geld aus, ob man es hat oder nicht


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Alt 05.01.2004, 16:59   #8
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Zitat:
Ursprünglich geschrieben von zockerpeter
tja, rumpe, du hast durch die jahre in österreich nix dazugelernt .

man gibt sein geld aus, ob man es hat oder nicht, nur so kann die wirtschaft florieren (der umsatz stärkt die wirtschaft, die steuern helfen den bürgern, die kredite bringen die banken voran .......... und nicht zu vergessen, die vielen arbeitslosen wären endlich vom markt "fg" )

unsere politiker machens uns ja vor. du brauchst ihr rezept nur übernehmen. was kann daran falsch sein

es funktioniert doch schon seit vielen jahren so.

schon "unser" kreisky hat gemeint, lieber ein paar mio. schulden als ein paar tausend arbeitslose.

also, auf, auf, ihr hasen, laßt doch endlich das nachmachen, was uns die von uns gewählten spitzenpolitiker vormachen und empfehlen.

und von wegen schulden:
ich versteh euch nicht , unsere banken haben so viel geld, die gebens gerne

ich glaube ich bin im falschen film.....


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Alt 05.01.2004, 18:42   #9
verbringt hier einige Zeit
 
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Natürlich stimmt es das wir Konsum brauchen, die Wirtschaft kann ihr Geld nicht drucken das muss von den Leuten kommen die es verdienen aber solange ein haufen Geld an die Steuern gehen kann ich das nicht ausgeben.

Die Reformen die sie gemacht haben sind zwar schön und gut aber sie sind zerredet worden, man hat versucht es alles recht zumachen anstatt mal etwas großes bewirken.
Was nützt es einer Souialen Partei soziel zu sein wenn dafür das Land den Bach runtergeht übertrieben gesagt, die Parteien sollen etwas für uns tun stattdesen werden ausreden gesucht um irgendwelche Reformen zu kippen und zu verhindern aber was kann man schon erwarten es denkt jeder an das beste für sich.

Es gibt bestimmt kein Patentrezept als Lösung aber wer nichts macht kann keine Fehler machen wer aber etwas unternimmt kann aus den Fehlern lernen. Deutschland ist ein reiches Land, wir geben ein haufen Geld an die EU, erlassen Schulden anderer Länder aber das man es mal schafft den eigenen Schuldenberg abzubauen geht nicht.
Aber wer sparen will muss sich selber ins Fleisch schneiden und irgendwie glaueb ich nicht das man das allzufreiwillig tut, die Frage ist nur kann man den Druck dafür irgendwann aufbauen so das es mal richtige Reformen gibt ?
 
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Alt 05.01.2004, 20:23   #10
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erst mal herzlich willkommen saber, ......... und ich hoff, auch noch weiterhin von dir zu lesen

Zitat:
Es gibt bestimmt kein Patentrezept als Lösung
, das ist bei eurer regierung auch kein wunder , obwohl "wir" ja auch nicht immer alles so haben, wie s gehört .

aber wer nen schröder und seinen turnpatschenheini hat, lebt schon sehr am abgrund


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