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Aktienboard > Allgemeiner Talk > Politik & Gesellschaft > News orwell läßt grüßen

  

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Alt 03.07.2009, 16:42   #101
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Standard AW: orwell läßt grüßen

Zitat:
Zitat von Ca$hmandt Beitrag anzeigen
Bundesdatenschutzgesetz: Ein schwarzer Tag für die Verbraucher

Auch sollte Schluss sein mit untergeschobenen und erzwungenen Einwilligungen. In beiden Punkten ist die Politik zurückgerudert.
Politik fehlt der Wille, sich für die Verbraucher einzusetzen


habe man sich dem Lobbydruck aus Versandhandel, Direktmarketing- und Verlagsbranche gebeugt.
http://www.vzbv.de/go/presse/1175/in...resseinfo=true
Welchem Druck?
Quelle ist Bankrott.
Wie kann z.B. Quelle die Regierung unter Druck setzen???
Die sind Bettler am Geldtropf des Staates! Und die können ihre Forderungen gegen die Bevölkerung durchsetzen?!

In welchem Staat lebt ihr eigentlich?

In Deutschland geht es zu wie in den USA:
Politiker sind samt und sonders von Großkonzernen abhängig und deren willfährige Erfüllungsgehilfen.
Wo sie doch einzig dem Volk zu dienen haben!

Was für eine Schweinerei!
 
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Alt 03.07.2009, 18:02   #102
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Standard AW: orwell läßt grüßen

Zitat:
Zitat von LongTrader Beitrag anzeigen
Welchem Druck?
Quelle ist Bankrott.
Wie kann z.B. Quelle die Regierung unter Druck setzen???
Die sind Bettler am Geldtropf des Staates! Und die können ihre Forderungen gegen die Bevölkerung durchsetzen?!!
Eine kleine Info: Es gibt nicht nur Quelle...

Anderen geht es gut.


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Geist ist geil!

Selbst alle Kriege auf der Erde fordern weitaus weniger Opfer als verschmutztes Trinkwasser. http://www.wasserstiftung.de/
 
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Alt 03.07.2009, 21:05   #103
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Standard AW: orwell läßt grüßen

Zitat:
Zitat von Trüffelschwein Beitrag anzeigen
Eine kleine Info: Es gibt nicht nur Quelle...

Anderen geht es gut.
Da hast du natürlich recht!

Das ändert aber nichts an der Aussage, daß die Politiker willfährige Erfüllungsgehilfen der Großkonzerne sind, obwohl sie nur dem Volk verpflichtet sind.
 
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Alt 04.07.2009, 20:49   #104
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Standard AW: orwell läßt grüßen

Bundestag bestätigt Abkommen zum Datentransfer an die USA

Der Bundestag hat mit den Stimmen der großen Koalition am gestrigen Freitag die umstrittene Regierungsübereinkunft zur Weitergabe sensibler personenbezogener Informationen über Deutsche an die USA abgenickt. Als letzten gesamtparlamentarischen Akt vor der Sommerpause beschlossen die Abgeordneten mit der Mehrheit von Schwarz-Rot zugleich ein Gesetz zur Umsetzung des Abkommens zwischen Berlin und Washington über die "Vertiefung der Zusammenarbeit bei der Verhinderung und Bekämpfung schwerwiegender Kriminalität".

Die Opposition stimmte geschlossen gegen die Initiative, mit der unter anderem zur Terrorismusbekämpfung ein Online-Zugriff auf nationale DNA- und Fingerabdruckdatenbanken für einen automatisierten Abgleich nach Vorbild des Prümer Vertrags für europäische Staaten gestattet werden soll.

Besonders umkämpft war im Vorfeld, dass auch Informationen über die Rasse oder ethnische Herkunft, politische Anschauungen, religiöse oder sonstige Überzeugungen oder die Mitgliedschaft in Gewerkschaften sowie die Gesundheit und das Sexualleben zur Verfügung gestellt werden dürfen, wenn sie "besonders relevant" sind. Der Bundestag mahnt nun in einer zusätzlichen Entschließung an, diese Daten restriktiv zu behandeln.

http://www.heise.de/newsticker/Bunde...meldung/141562


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Immer mehr haben immer weniger, damit immer weniger immer mehr haben.....http://www.aktienboard.com/forum/image.php?type=sigpic&userid=2820&dateline=1252485  512
 
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Alt 04.07.2009, 22:42   #105
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Standard AW: orwell läßt grüßen

Zitat:
das Sexualleben zur Verfügung gestellt werden dürfen, wenn sie "besonders relevant
was gibts da relevantes? außer mit kindern und vielleicht toten


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Es wäre dumm, sich über die Welt zu ärgern. Sie kümmert sich nicht darum.

Marc Aurel (römischer Kaiser)
 
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Alt 04.07.2009, 23:05   #106
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Standard AW: Heimliche Online-Durchsuchungen sind unzulässig

Zitat:
Zitat von hoellenfuerst Beitrag anzeigen
Heimliche Online-Durchsuchungen durch die Polizei sind unzulässig. Dies entschied am heutigen Montag der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe (StB 18/06). Die Durchsuchung der im Computer eines Beschuldigten gespeicherten Daten sei nicht durch die Strafprozessordnung gedeckt. Diese erlaube nur eine offene Durchsuchung.

Ex-Bundestagsvizepräsident Burkhard Hirsch (FDP) hält die heimliche Online-Durchsuchung von Computern durch die Polizei für "schlimmer als den Großen Lauschangriff". Das Ausspähen des Privatcomputers per Internet sei ein "brutalerer Eingriff" als alle bisherigen Ermittlungsmethoden, meinte er gegenüber dem Spiegel: "Der PC ist ja wie ein ausgelagertes Gehirn."
17.09.2008
Razzia wegen Bundestrojaner: Bedingt abhörbereit

Hat Bayern den Bundestrojaner bereits illegal eingesetzt? Die Piratenpartei hatte einen Brief veröffentlicht, der das nahelegt. Jetzt durchsuchte die Polizei die Wohnung des Pressesprechers.

Im Januar 2008 veröffentlichte die Piratenpartei auf ihrer Website ein Schreiben des bayerischen Justizministeriums.

Darin teilen die Beamten unter anderem mit, dass die umstrittene Schnüffelsoftware bereits für 3500 Euro im Monat einsatzbereit sei. Der Brief ist der Piratenpartei nach deren Angaben von einem Informanten zugespielt worden.

Die Veröffentlichung des Schreibens hatte für die kleine Partei, die sich für einen freien Wissensaustausch, für besseren Datenschutz und ein neues Urheberrecht einsetzt, schwerwiegende Folgen. Vergangene Woche durchsuchten bayerische Beamte die Münchner Wohnung des Pressesprechers Ralph Hunderlach und beschlagnahmten dessen Computer, um die Identität des Informanten zu ermitteln.

Die Münchner Staatsanwaltschaft begründet den Durchsuchungsbeschluss damit, dass mit der Veröffentlichung des vertraulichen Schreibens das Dienstgeheimnis verletzt und die Arbeit der Ermittlungsbehörden behindert worden sei.

Das Schriftstück des Justizministeriums, das die Piratenpartei ins Netz gestellt hatte, ist auf den Dezember 2007 datiert. Allerdings war zu diesem Zeitpunkt der Einsatz eines Trojaners illegal. Erst im Juli 2008 hat der CSU-geführte bayerische Landtag ein Polizeigesetz beschlossen, das das Ausspähen von Computern erlaubt.

"Das Vorgehen der Münchner Staatsanwaltschaft kann man nur als Repression unserer politischen Arbeit verstehen", sagt Jens Seipenbusch, stellvertretender Vorsitzender der Piratenpartei. "Einige unserer Staatsdiener möchten den Überwachungsstaat wohl zu gerne ohne Wissen der Bevölkerung installieren.“

Anders als Journalisten genießen Organisationen wie Parteien keinen Informantenschutz.
Durchsuchungen bei Journalisten sind dann unzulässig, wenn sie allein dazu dienen, die Identität eines Informanten zu ermitteln.
 
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Alt 04.07.2009, 23:28   #107
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Standard AW: orwell läßt grüßen

02.10.2007

Ermittlungen gegen alle, die die Internetseiten aufgerufen haben

Interview mit Patrick Breyer vom AK Vorratsdatenspeicherung zur Berichterstattung über die Berliner Demonstration, der Musterklage gegen die Speicherung von IP-Nummern und der Kampagne "Wir speichern nicht".

Während der Marsch der Mönche in Myanmar tagelang die Schlagzeilen prägte, wurde die Demonstration gegen die Vorratsdatenspeicherung in Berlin von Medien wie den großen Tageszeitungen und dem Spiegel weitgehend ignoriert.
Mehr Erfolg hatte die Bürgerrechtsbewegung auf dem Rechtswege, wo das Amtsgericht Berlin Mitte die Speicherung von personenbezogenen Daten beim Besuch von Webseiten untersagte.

Patrick Breyer:
"Vor allem hätte ich mir mehr und eine ausführlichere Berichterstattung über die Demonstration gewünscht.
Über 50 Organisationen aus allen Bereichen der Gesellschaft haben gemeinsam einen grundlegenden Wandel des Datensammelwahns der Politik gefordert.
Wo eine Berichterstattung erfolgt ist, wurde den Zwischenfällen am Rande der Demonstration zwischen linksextremistischen Teilnehmern und der Polizei mitunter ein aus meiner Sicht unverhältnismäßig großes Gewicht eingeräumt. Die Demonstration war nicht von diesen Zwischenfällen, sondern von friedlichem und vielfältigem Protest geprägt.
Es sind teilweise sogar Falschmeldungen verbreitet worden, etwa die Demonstration hätte unfriedlich geendet oder abgebrochen werden müssen, oder es seien nur 2.000 Teilnehmer gekommen. Spätere Agenturmeldungen haben dies korrigiert, aber da hatten viele Medien die Falschmeldungen schon übernommen. "

[Na, kommen da keine "schönen" Erinnerungen an Heiligendamm?]
Zitat:
Zitat von LongTrader Beitrag anzeigen
Anläßlich des G8 Gipfels in Heiligendamm wurden Entwicklungen sichtbar, die einem Demokraten Angst und Bange um Deutschland werden lassen:
[...]
Zu all dem gesellt sich die Deutsche Presse Agentur, die durch Desinformation die deutsche Bevölkerung manipuliert, sodaß sie glaubt, daß der alternative Nobelpreisträger Walden Bello in seiner Rede vor Demonstranten am Samstag in Rostock dazu aufgerufen hätte, "den Krieg in die Demonstration zu bringen".
Fast alle deutschen Print- und Onlinemedien übernehmen diese Lüge und manipulieren so die öffentliche Meinung über die Organisatoren der Demonstranten. Dank eines investigativen Bloggers (und der Aufmerksamkeit von ZDF) kommt die Lüge ans Licht. aber nicht nur diese:

Die Polizei lügt anläßlich des G8 Gipfels am laufenden Band, daß sich die Balken biegen:
Es wird von 1000 Verletzten, 33 schwerverletzen Polizisten, Säure- bzw Giftangriffen durch die Demonstranten , mit Hubschraubern ausgeflogenen schwerverletzten Polizisten gelogen und der illegale Einsatz von Agents Provocateurs abgestritten, bis er sich dank Zeugen nicht mehr abstreiten ließ.

Eine Zusammenfassung:
Die Lügen und Meinungsmanipulationen der Medien und der Polizei anläßlich des G8 Gipfels

Durch das quasi-Informationsmonopol der dpa gelangen diese Lügen ungehindert in die Köpfe der Leser der deutschen Zeitungen und TV Sender. Aufforderungen zur besseren Recherche bzw Widerruf werden teilweise sogar abgelehnt, wie z.B. bei n-tv und einer Schweizer Zeitung.
[...]
Über das Versagen der deutschen Medien in diesen Punkten macht sich wieder mal ein Blogger die nötigen öffentlichen Gedanken.
[...]

Wie konnte eine Demonstration mit 10 bis 15.000 Teilnehmern so weitgehend vollständig ignoriert werden?
Patrick Breyer:
"Das öffentlich-rechtliche Fernsehen berichtete in den Nachrichten zum Teil durchaus in zwei, drei Sätzen über die Demonstration, etwa das ZDF. Dagegen wurden den Überwachungsplänen der Bundeskanzlerin zur Online-Durchsuchung erheblich längere Sendezeiten eingeräumt. Ich würde mir wünschen, dass in Fernsehberichten zur inneren Sicherheit, auch in den Nachrichten, immer auch Kritikern Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben wird, weil sich die Zuschauer sonst keine unabhängige Meinung bilden können."

Auf stern.de und auf dem gebührenfinanzierten Portal heute.de fand sich die Falschmeldung, dass die Demonstration wegen Gewalttätigkeiten abgebrochen werden musste. Stern.de entschuldigte sich nach einem Hinweis und korrigierte die Meldung, während das ZDF eine Richtigstellung verweigerte.

Patrick Breyer:
"Eine offizielle Antwort des ZDF steht vielmehr bislang noch aus. Gesagt worden ist, die Aufforderung zur Richtigstellung sei kontraproduktiv, weil sie den betroffenen Mitarbeiten Ärger gemacht habe. Sie mussten etwa eine Stellungnahme abgeben und die Informationen nachrecherchieren. Dies könne dazu führen, dass diese Mitarbeiter oder ihre Redaktion nicht mehr über das Thema berichten, um nicht wieder Probleme zu bekommen.

Die Berichterstattung in den öffentlich-rechtlichen ist außerdem noch immer um Welten besser als im Privatfernsehen, wo das Thema fast überhaupt nicht behandelt wird."

[Welchen Ärger haben Journalisten?
Sie "müssen" recherchieren? Ich dachte, daß sei für jeden Journalisten selbstverständlich und Grundlage seines Berufs?
Welche Probleme bekommen Journalisten, wenn sie statt der Lüge über die angeblich "gewalttätig abgebrochene" Demonstration die Wahrheit schreiben?
Welche Probleme bekommen Journalisten, wenn sie statt der Lüge über die angeblich "nur kleine Demonstration von 2000 Personen" die Wahrheit schreiben?
Werden im schönen Deutschland Journalisten schon jetzt zum Lügen gezwungen?
Und von wem?
Und mit welchem Druckmittel?]


**************
30.9.2007
Der falsche Klick

Wer auf der Internetseite des Bundeskriminalamts recherchiert, wird registriert - und möglicherweise zurückverfolgt.

Unter „offene Tatkomplexe“ beschreibt die Behörde die nach ihrer Darstellung linksterroristische Vereinigung „Militante Gruppe“. Sie erwähnt etwa Bekennerschreiben zu zehn Brandanschlägen in Berlin und Umgebung – und die Beschäftigung der Aktivisten „mit verschiedenen linksradikalen Themenfeldern, aktueller Schwerpunkt ist die beabsichtigte Kürzung von Sozialleistungen“, dazu gibt es ein paar Links.
Wer sich im Netz diese offizielle Information einholt, riskiert was: Ausweislich eines Vermerkes der Behörde, der dem Tagesspiegel vorliegt, werden seit September 2004 die IP-Adressen aller Besucher dieser Internetseite registriert. Zudem versuchte die Behörde, einen Teil der Computerbesitzer zu identifizieren, die die betreffende BKA-Website besucht hatten.

Ursprünglich hatte das BKA die Identität von 417 Personen feststellen wollen. Dabei handelte es sich nicht um Tatverdächtigte, sondern offenbar um alle Personen, die sich zwischen dem 28. März und dem 18. April diesen Jahres auf den Internetseiten des Bundeskriminalamtes über die „Militante Gruppe“ informieren wollten.
„Anhand dieser Daten werden weiterführende polizeiliche Ermittlungen wie unter anderem die Identifizierung weiterer Mitglieder der „militanten gruppe“ (mg) ermöglicht“, begründen die Beamten ihren Antrag.

Geändert von LongTrader (05.07.2009 um 15:39 Uhr)
 
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Alt 05.07.2009, 09:40   #108
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Wenn man das so ließt, denke ich wirklich wir sind langsam vor dem Ende einer freiheitlich demokratischen Ordnung.
Schade, denn damit beginnt die Zersetzung von innen heraus, so dass es später von außen ein leichtes wird.

Ich bin wirklich gespannt, wann die ersten Auseinandersetzungen in den Straßen so Gewalttätig werden, das Gesetzte zum einsetzen der Bundeswehr im inneren aufgeweicht werden.

Gruß
bw


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Alt 07.07.2009, 11:09   #109
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Gerade jetzt wird europaweit die technische Infrastruktur für die totale Überwachung der Internet Kommunikation aufgebaut:

Deep Packet Inspection: Die Nase tief im Netz

Deep Packet Inspection (DPI) ist zum Reizbegriff für Datenschützer und Netzaktivisten geworden. Diese Netzwerküberwachungstechnik lässt tief in den Datenstrom blicken. Sie kann für das Netzwerkmanagement nützlich sein, aber auch Zensur und gezielte Benachteiligung von Diensten im Netz ermöglichen. Das bedeute eine Gefahr für die Netzneutralität, erklärt Politologe Ralf Bendrath im Gespräch mit ORF.at.

Am Montag hat die British Telecom (BT) bekanntgegeben, dass sie auf den Einsatz des Werbesystems Phorm bis auf weiteres verzichten möchte. Phorm ist ins Fadenkreuz von Datenschützern geraten, weil die Firma auf die Untersuchung des Internet-Datenstroms mittels Deep Packet Inspection setzt. Mittels DPI sollte der Datenverkehr der Provider-Kunden auf deren Vorlieben und Interessen hin untersucht und ihnen entsprechend gezielte Werbung vorgesetzt werden.

DPI lässt sich am einfachsten mit der Post vergleichen. "Diese hat normalerweise den Auftrag, die Adresse auf Kuverts zu prüfen und den Brief oder das Paket von A nach B zu bringen".
DPI die Technologie, mit der der Postbeamte den Brief öffne, den Inhalt lese und danach filtere. "Ist es ein Geschäftsbrief, dann wird der Brief schneller verschickt, weil die Firma etwa einen Extravertrag mit der Post hat. Ist es eine unerwünschte Werbung, dann wird es als Spam herausgefiltert. Oder man findet eine Bombendrohung darin, dann wird gleich eine Kopie an das Bundeskriminalamt verschickt."

"Dass man in die Datenpakete in Echtzeit hineinsieht und anhand der Inhalte Entscheidungen trifft, das gibt es erst seit zwei bis drei Jahren."
So lasse sich etwa nicht der gesamte Text einer E-Mail oder der Inhalt eines zwei MB großen Word-Files analysieren, "da bräuchte man auch viel mehr Regeln dafür". Was sich hingegen feststellen lasse: ob ein Datenpaket einer E-Mail, einer Website oder einer BitTorrent-Übertragung angehöre - und wer der Absender oder Empfänger ist.

"Es gibt noch nicht wirklich gute Daten darüber, wie weit DPI bereits bei ISPs in Europa eingesetzt wird", so Bendrath. "In Deutschland weiß ich, dass DPI von Kabel Deutschland angewandt wird, zumindest streiten sie es offiziell nicht ab."

Als Sicherheitsservice für Firmennetzwerke - bei Firewalls etwa - sei DPI "Stand der Technik und ganz sinnvoll", so Bendrath. Problematischer seien die vielen anderen Einsatzmöglichkeiten, etwa beim Bandbreitenmanagement, um bestimmte Anwendungen zu diskriminieren.
DPI könne auch verwendet werden, um gewisse Dienste komplett zu sperren, wie es T-Mobile in Deutschland etwa mit Skype mache, "um sein Telefongeschäft nicht zu kannibalisieren."

Eine weitere Nutzungsmöglichkeit sei die Kontrolle des Surfverhaltens der User für verhaltensbasierte Werbung, wie es eben auch Phorm in Großbritannien betrieben habe.

"Die Musikindustrie hat in Belgien vor zwei Jahren den Internet-Anbieter Scarlet geklagt, eine Tochter des italienischen ISP Tiscali. Das Gericht entschied in erster Instanz, dass diese einen MP3-Filter einbauen müssen." Der sei angeblich in der Lage, urheberrechtlich geschützte MP3s zu erkennen.

Mit DPI ließen sich auch Websites sperren. "Auf Basis von DPI-Auswertungen lassen sich einzelne Websites blockieren, egal über welchen DNS-Server sie aufgerufen werden."
Theoretisch könne der gesamte Internet-Verkehr eines Landes analysiert und sämtliche YouTube-Videos mitgezeichnet oder blockiert werden.

Der Einsatz von DPI sei in Europa noch nicht reguliert.

"Im Sinne von Netzneutralität und von heiklen und politisch gefährlichen Begehrlichkeiten", die entstehen könnten, wäre es besser, die Technologie gar nicht zu verwenden, so der Politologe. Politische Zensur solle es in keiner Form geben. Die Alternative zum Problem Bandbreitenmanagement sei natürlich der bessere Ausbau der Infrastruktur.
 
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Alt 07.07.2009, 11:45   #110
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Zitat:
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"Es gibt noch nicht wirklich gute Daten darüber, wie weit DPI bereits bei ISPs in Europa eingesetzt wird", so Bendrath. "In Deutschland weiß ich, dass DPI von Kabel Deutschland angewandt wird, zumindest streiten sie es offiziell nicht ab."

Als Sicherheitsservice für Firmennetzwerke - bei Firewalls etwa - sei DPI "Stand der Technik und ganz sinnvoll", so Bendrath. Problematischer seien die vielen anderen Einsatzmöglichkeiten, etwa beim Bandbreitenmanagement, um bestimmte Anwendungen zu diskriminieren.
DPI könne auch verwendet werden, um gewisse Dienste komplett zu sperren, wie es T-Mobile in Deutschland etwa mit Skype mache, "um sein Telefongeschäft nicht zu kannibalisieren."
Ich frage mich ja, ob man da nicht Strafanzeige nach § 206 Abs 5 stellen könnte:

Zitat:
(5) Dem Postgeheimnis unterliegen die näheren Umstände des Postverkehrs bestimmter Personen sowie der Inhalt von Postsendungen. Dem Fernmeldegeheimnis unterliegen der Inhalt der Telekommunikation und ihre näheren Umstände, insbesondere die Tatsache, ob jemand an einem Telekommunikationsvorgang beteiligt ist oder war. Das Fernmeldegeheimnis erstreckt sich auch auf die näheren Umstände erfolgloser Verbindungsversuche.
Zu den näheren Umständen gehören mit Sicherheit Ursprung und Ziel der Datenpakete, wertet diese jemand aus ist er mit Sicherheit fällig für:

Zitat:
Wer unbefugt einer anderen Person eine Mitteilung über Tatsachen macht, die dem Post- oder Fernmeldegeheimnis unterliegen und die ihm als Inhaber oder Beschäftigtem eines Unternehmens bekanntgeworden sind, das geschäftsmäßig Post- oder Telekommunikationsdienste erbringt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
Eigentlich ziemlich lasche Strafen - aber dafür würde eine Einfache Anzeige reichen, den Rest macht dann der Staatsanwalt...

m.


__________________
Die wirklich gefährlichen Dinge sind die, von denen wir nicht wissen, daß wir sie wissen!

Was heute noch Wirklichkeit scheint, kann morgen nur noch Fiktion sein!
 
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