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Alt 25.12.2001, 11:00   #1
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Standard Money Management

Hallo liebe Boardgemeinde,

wie wichtig Money Management für uns ist hat wohl jeder schon am eigenen Leib zu spüren bekommen,oder?




Einführung

Der bekannte Autor Ralph Vince führte vor einigen Jahren das folgende Experiment mit 40 Doktorstudenten durch:

Jeder Teilnehmer erhielt ein simuliertes Handelsspiel für den Computer. Das fiktive Startkapital in Höhe von $ 10.000 konnten die Studenten in 100 Versuchen beliebig einsetzen, und sie wussten, dass das eingesetzte Kapital in 60 Fällen dazu gewonnen und 40 Fällen verloren wurde. Nun mussten sie entscheiden, wie viel Kapital sie pro Versuch riskieren würden. Übrigens sind die Gewinnchancen von 60% zu 40% wesentlich besser als in jedem Kasino.

Was schätzen Sie, wie viele Studenten konnten ihr Kapital am Ende des Spiels vergrößern?

Es schafften nur 2, die restlichen 38 verloren Geld. Warum haben 95% der Teilnehmer Geld in einem Spiel verloren, dessen Chancen besser als in jedem Kasino waren? Der Grund ist simpel: die Studenten benutzten schlechtes Money Management!

Money Management ist die Größe, die besagt, welcher Teil des gegebenen Kapitals in der nächsten Position riskiert werden soll.

Das Prinzip vom Money Management ist unabhängig von dem gewählten Instrument, mit dem die nächste Position eingegangen wird - es kann sich um Aktien, Futures, Optionen, Fonds usw. handeln. Und es ist egal, ob die Position kurzfristig oder langfristig gehalten wird, bzw. wie hoch das zugrundeliegende Kapital ist. Welcher Teil des gesamten Kapitals eingesetzt werden soll, mag in jedem Fall anders sein, das Prinzip der Anwendung bleibt jedoch unverändert.

Wir finden es ziemlich interessant, dass die meisten Anleger ihre Zeit dafür "verschwenden", um herauszufinden, wann der beste Zeitpunkt zum Kauf oder Verkauf einer Position ist. Schauen Sie sich mal um: Wie viele angeblich überlegene Indikatoren oder Handelssysteme werden für viel Geld angeboten? Wie oft haben Sie schon Kauf- und Verkaufempfehlungen gesehen, ohne zu hören, wie viel Sie eigentlich im Verhältnis zu Ihrem Kapital kaufen oder verkaufen sollen? Im obigen Beispiel endeten 60% der eingegangenen Positionen als Gewinner - trotz allem verloren 95% der Teilnehmer Geld.




Ein paar kleine Geschichten...

In einem Seminar stellte der Referent sein Rezept für erfolgreiches Handeln vor. Er erklärte detailliert seine Konzepte und wie er ganz bestimmte Indikatoren für Kauf- und Verkaufentscheidungen nutzte. Zum Schluss fragte ihn jemand aus dem Publikum, wie viele Kontrakte denn mit dieser Methode für ein $ 10.000 Konto gehandelt werden sollten. Die Antwort kam nach einer kleinen Pause: "Sie wollen mir wohl alle Geheimnisse entlocken?!".

Ryan Jones, der die "fixed ratio Methode" entwickelte, verdeutlicht die Auswirkungen von Money Management mit einem einfachen Beispiel:

Eine Münze wird 100 mal fallengelassen. Landet sie auf der Vorderseite, werden $ 2 an Sie ausgezahlt, landet sie auf der Rückseite, müssen Sie $ 1 zahlen. Sie haben $ 100 als Grundkapital zur Verfügung und können zwischen folgenden Einsatz-Möglichkeiten wählen:

a. Sie setzen in jedem Wurf 10% ihres gesamten Kapitals ein
b. Sie setzen in jedem Wurf 25% ihres gesamten Kapitals ein
c. Sie setzen in jedem Wurf 40% ihres gesamten Kapitals ein
d. Sie setzen in jedem Wurf 51% ihres gesamten Kapitals ein

Bei a. hätten Sie Ihr Kapital nach 100 Würfen auf $ 4.700 erhöht.
Bei b. wären $ 36.100 aus Ihrem Kapital geworden.
Hätten Sie sich mit etwas mehr Risikobereitschaft für c. entschieden, hätte Ihr Endkapital eine Höhe von $ 4.700 erreicht - bei einem wesentlich höheren Einsatz nicht mehr, als wenn Sie nur 10% riskiert hätten.
Für diejenigen von Ihnen, die d. gewählt haben, gibt es schlechte Neuigkeiten: Ihr Kapital wäre auf $ 31 geschrumpft.

Vielleicht erkennen Sie nun, wie wichtig Money Management ist.


Techniken

Martingale
Eine Technik, in der sich der Risikoanteil bei abnehmenden Kapital erhöht. Im Trading Intern sagen wir Ihnen, warum dies gefährlich ist.

Antimartingale
Eine Technik, bei der sich der Risikoanteil mit zunehmendem Kapital erhöht.

Fixed fractional
Gehört zur Antimartingale-Methode und besagt, dass ein bestimmter Prozentsatz des Kapitals riskiert wird. Wichtig ist hierbei, dass das zugrundeliegende Kapital täglich neu berechnet wird. Steigt das Kapital an, erhöht sich entsprechend die Anzahl der zu handelnden Positionen. Fällt das Kapital, werden die Positionen kleiner.

Fixed fractional besitzt viele Variationen, z. B.

1. Eine Einheit pro festgelegtem Geldbetrag (z. B. 1 Bund Future pro € 10.000).

2. Ein Betrag wird in gleiche Teile aufgeteilt (z. B. werden vier verschiedene Aktien im Wert von jeweils € 2.500 gekauft).

3. Das Risikokapital wird als Prozentsatz vom Gesamtkapital bestimmt, und kann als Margin benutzt werden. Ist z. B. die Margin im Bund € 1.000 bei einem Limit von 10%, lässt sich ein Future pro € 10.000 Kapital handeln.

4. Die Volatilität des Produkts, in dem eine Position eingegangen werden soll, wird gemessen, z. B. die tägliche Handelsspanne der letzten 10 Tage, und als Prozentsatz vom Gesamtkapital kalkuliert. Liegt die Handelsspanne der letzten 10 Tage beispielsweise im Bund Future bei einem halben Punkt, so entspricht dies € 500 (1 tick = € 10, ein halber Punkt = 50 ticks). Wird die maximale Volatilität auf 5% des Gesamtkapitals beschränkt, kann 1 Bund Future pro € 10.000 Kapital gehandelt werden.

5. Ein bestimmter maximaler Prozentsatz wird festgelegt, der vom Kapital pro Position riskiert werden kann. Das Einstiegsrisiko muss klar quantifizierbar sein. Nehmen wir an, dass nie mehr als 3% bei einem momentanen Kapital von € 50.000 riskiert werden sollen. Sie möchten XYZ Aktien limitiert bei einem Kurs von € 500 kaufen, der Stopp zur Glattstellung liegt bei € 480. In diesem Fall können 75 XYZ Aktien gekauft werden, denn das Risiko pro Aktie bei € 20 - und daher das gesamte Risiko - sind auf € 1.500 limitiert. Wird die Position bei € 480 ausgestoppt, entspricht dies einem prozentualen Verlust von 3% des Gesamtkapitals.

6. Ralph Vince machte das optimale f populär. Beim obigen Beispiel mit der Münze repräsentierte der stets einsetzbare Anteil von 25% das optimale f für diese Situation. Kein anderer Prozentsatz wird in diesem Fall in einem höheren Kapital resultieren. Das optimale f benutzt den größten historischen Verlust als Grundlage jeder Berechnung.

7. Secure f ist eine Variation des optimalen f's, in der anstatt des größten historischen Verlustes der größte zu erwartende drawdown in der Berechnung zugrundelegt wird.

8. Die Kelly Formel benutzt historische Informationen von geschlossenen Positionen in der Berechnung. Der prozentuale Anteil der Positionen, die mit Gewinn geschlossen wurden (G), und die Kennzahl des durchschnittlichen Gewinns, dividiert durch den durchschnittlichen Verlust (K), werden hier benötigt.

Als Beispiel nehmen wir an, dass eine Serie von geschlossenen Positionen zu 60% gewinnbringend war und der durchschnittliche Gewinn 1.25 mal so hoch wie der durchschnittliche Verlust war. Die entsprechende Kelly Formel lautet:

Kelly % = G - [(1 - G)/K]
In unserem Beispiel ist G = 0.6 und K= 1.25. Dies resultiert in:

Kelly % = 0.6 - [(1 - 0.6)/1.25] = 0.28
Folgend würden 28% des Kapitals für die nächste Position eingesetzt.

Es gibt mehrere Variationen der Kelly Formel.

Fixed Ratio
Die "fixed ratio Methode" wurde von Ryan Jones entwickelt. Der Effekt liegt im Gegensatz zur "fixed fractional Methode" darin, dass zu Beginn eines wachsenden Kapitals größere Positionen schneller eingegangen werden. Die jeweilige Wachstumsrate bleibt jedoch immer konstant - mit der Folge, dass nach einer Weile das Gesamtrisiko des Kapitals langsam zurückgeht. In der "fixed fractional Methode" dagegen wird die Wachstumsrate bei konstantem Risiko immer größer.


Andere Techniken

1. Aufeinander folgende Serie von Gewinnern/Verlierern
Eine Theorie, die besagt, dass eine Serie von aufeinanderfolgenden Gewinnen oder Verlusten dem Händler eine zusätzliche Möglichkeit zur Risikovariation bietet. Zum Beispiel wird angenommen, dass nach einer bestimmten Anzahl von Positionen, die mit Gewinn abgeschlossen wurden, die Wahrscheinlichkeit eines oder mehrerer bevorstehenden Verluste größer wird.

2. Z-Score
Eine statistische Methode, die misst, ob eine Handelsmethode mehr oder weniger Serien von Gewinnen oder Verlusten aufzeigt, als durch eine zufallsbedingten Verteilung zu erwarten wäre. Ein Minimum von 30 geschlossenen Positionen wird hierbei zugrundegelegt.

3. Analyse der Gewinn- und Verlustkurve
Die Kurve wird benutzt, um zu bestimmen, wie viel Risikokapital für die nächste Position eingesetzt wird. Es gibt eine Vielzahl von unterschiedlichen Techniken, ein sehr simples Beispiel ist die Bildung eines gleitenden Kurven-Durchschnittes. Das Risikokapital wird solange erhöht, wie sich die eigentliche Kurve über dem gleitenden Durchschnitt befindet. Fällt die Kurve unter den gleitenden Durchschnitt, wird das Risikokapital zurückgenommen.

4. Drawdown Analyse
Hier werden die historischen Drawdowns einer Handelsmethode im Detail analysiert, damit das Risikokapital für eine Position variiert.

5. Die Staffelung von Positionen
dient der Vergrößerung bzw. Verkleinerung von bestehenden Positionen und kann durch entsprechendes Money Management automatisiert werden. In die Berechnung gehen oft offene Gewinne bzw. offene Verluste und die Volatilität ein.


Zusätzliche Optionen

Es gibt verschiedene Definitionen des zugrundeliegenden Kapitals, die bei der Anwendung von Money Management Regeln unbedingt beachtet werden müssen. Das zugrundeliegende Kapital kann als Startkapital plus das Kapital von geschlossenen Positionen und alle unrealisierten Gewinne bzw. Verluste definiert sein. Eine mögliche Variation wäre, die offenen Gewinne bzw. Verluste nicht zu berücksichtigen und an deren Stelle nur das momentan eingesetzte Risikokapital heranzuziehen. Außerdem ließen sich nun die offenen Gewinne, die durch aktive Stopps geschützt sind, wieder mit einbeziehen.
Egal welche Definition gewählt wird: Bei eventuellen Ein- oder Auszahlungen muss das Kapital entsprechend adjustiert werden!

Weiterhin sollte klar definiert sein, wie Long- und Short-Positionen gehandhabt werden, z. B. eine Long-Position in SAP und eine Short-Position in VW. Es muss entschieden werden, ob diese völlig unabhängig voneinander bewertet, oder ob das Risiko hierfür adjustiert werden soll. Dies ist nur bei gleichen Risikoansätzen möglich, beispielsweise wenn beide Positionen auf den gleichen Prozentsatz des zugrundeliegenden Kapitals limitiert sind.

Das gesamte Risikokapital lässt sich durch einfache Methoden nochmals kontrollieren. Entweder dient eine maximale Größe zur Limitierung bei einer großen Anzahl von trades, oder das Prinzip der Portfolio Hitze (siehe Risiko Management) wird angewendet. Ein anderer Ansatz liegt darin, das Risiko des Grundkapitals zu limitieren und aggressiver mit dem Kapital von offenen Gewinnen zu agieren. Oder setzen Sie das Risiko vom Startkapital niedriger als das Risiko von dem Kapital, das von geschlossenen Positionen stammt. Natürlich können auch verschiedene Modelle miteinander kombiniert werden - die Möglichkeiten sind nahezu unbegrenzt.


Fazit

Money Management ist für jeden Händler extrem wichtig! Unserer Meinung nach sollte viel Zeit in die Studie des Money Managements investiert werden, denn ein Missbrauch der verschiedenen Techniken hat den Verlust des Kapitals zur Folge.

Eine passende Diskussion zum Thema:Ein totsicheres System

Ciao Catano


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Bildung ist der Schlüssel zum Erfolg, denn die Zukunft gehört
dem, der sich heute darauf vorbereitet
 
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Alt 26.12.2001, 10:44   #2
Hotline-Modertor
 
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Standard Reich werden im Casino??

mal angenommen nur money management wäre für den erfolg an der börse entscheidend, dann könnte man doch auch im casino spielen.

wenn man das beispiel von vince betrachtet, ist die trefferquote nicht entscheidend.

es hätte auch den vorteil das unerwartete ereignisse keinen einfluss hätte, wie zum beispiel news und ein down-gap.

eure meinung als profi-trader und profi-spieler sind jetzt gefragt!
 
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Alt 26.12.2001, 11:13   #3
Stockpicker
 
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Status: wilhelm ist offline
Standard

Nach wie vor halte ich von solchen statischen
Moneymanagement-Ratschlägen nicht viel.
Meine bisherigen Erfahrungen sprechen gegen eine
Berechnung der Wahrscheinlichkeit.

Ich bin davon überzeugt, daß das Chance/Risiko-
Verhältnis an der Börse niemals, wie im obigen
Beispiel 60/40 beträgt, sondern ständig, von
der einen auf die andere Sekunde schwankt.
Durch laufende Rückkopplungen ( Kauf/Verkauf )der
Marktteilnehmer auf die aktuellsten Nachrichten
und die daraufhin ausgelösten Kursveränderungen
( und umgekehrt -die Kurse machen bekanntlich auch
die Nachrichten bzw. die Gerüchte über bevorstehende ) ist zu jeder Zeit und für jede
Aktie das Chance/Risiko-Verhältnis unberechenbar.
Sonst doch viele PC-Profis längst finanziell
ausgesorgt.
Zur Entscheidung, wieviel Geld jemand pro Investment tätigt, gibt es auch kein Patentrezept.
Aus jedem Taschenbüchlein für den Börseneinsteiger
ist ja zu entnehmen, daß nicht alle Eier in ein
Nest gelegt werden sollten.

grüße
Wilhelm
 
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Alt 26.12.2001, 13:41   #4
!(Dawnrazor&&Aktienboard)
 
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@BM II

Bei reinen Glücksspielen wie Roulette hast Du als Spieler bei jedem Wurf einen negativen Erwartungswert, dann kannst Du auch mit dem besten Money Management nichts ausrichten.
 
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Alt 26.12.2001, 14:17   #5
verbringt hier viel Zeit
 
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Hi,

diese Mehtoden:

"1. Aufeinander folgende Serie von Gewinnern/Verlierern
Eine Theorie, die besagt, dass eine Serie von aufeinanderfolgenden Gewinnen oder Verlusten dem Händler eine
zusätzliche Möglichkeit zur Risikovariation bietet. Zum Beispiel wird angenommen, dass nach einer bestimmten Anzahl
von Positionen, die mit Gewinn abgeschlossen wurden, die Wahrscheinlichkeit eines oder mehrerer bevorstehenden
Verluste größer wird.

2. Z-Score
Eine statistische Methode, die misst, ob eine Handelsmethode mehr oder weniger Serien von Gewinnen oder Verlusten
aufzeigt, als durch eine zufallsbedingten Verteilung zu erwarten wäre. Ein Minimum von 30 geschlossenen Positionen
wird hierbei zugrundegelegt. "

taugen sicher nichts. Es bringt bei einem Zufallsexperiment nichts, auf vergangene Ergebnisse zurückzublicken.

D.D.
 
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Alt 26.12.2001, 15:07   #6
Trading Investor
 
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zu Wilhelm,
ich muss Dir in der Regel recht geben. Ich hatte ja auch noch kürzlich etwas hierzu im Totsicher-System Thread geschrieben.
Man weiss eigentlich nicht genau, wie das Chance-Risiko Verhältnis ist. Hier hast Du übrigens einen Fehler gemacht. Die 60:40 sind nicht das Chance-Risiko Verhältnis, welches allgemein benutzt werden. Im obigen Beispiel wäre das Chance-Risiko-Verhältnis 2:1. Was Du meintest, ist die Trefferquote. Man kann jetzt meinen, dass definitorische Feinheiten nicht entscheidend sind. Dem ist nicht so. Gerade hier ist die Unterscheidung wichtig.
Eine hohe Trefferquote bei schlechtem Chance-Risiko-Verhältnis ist nicht so gut, wobei eine schlechte Trefferquote bei gutem Chance-Risiko-Verhältnis super Ergebnisse liefert.

Man braucht eine gewisse Erfahrung aus der Vergangenheit, um diese beurteilen zu können. Diese kann man aus eigener Beobachtung gewinnen oder auch aus Systemtests. Leider sind vergangene Ergebnisse kein Garant für die Zukunft. Umso wichtiger wird es dann, dass man ein vernünftiges Moneymanagement macht, damit man im Falle eines Nicht(mehr)-Funktionierens der Strategie nicht zu viel Geld verliert und weiterhin im Spiel bleiben kann.


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Der Markt hat nicht immer Recht, aber man sollte ihm lieber Recht geben.
 
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Alt 26.12.2001, 15:20   #7
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an Brokermaster:
Zitat:
mal angenommen nur money management wäre für den erfolg an der börse entscheidend, dann könnte man doch auch im casino spielen.
Man braucht eine funktionierende Strategie, die ein vernünftiges Chance-Risiko-Verhältnis und eine passende Trefferquote hat. Sprich: der Erwartungswert muss positiv sein, so wie es Dawnrazor schon erklärte.
Aber (und das ist die Lektion, die man aus dem totsicher Thread ziehen sollte): man kann sich durch schlechtes Moneymanagement ein gutes Tradingsystem kaputt machen. Im Gegenzug kann man mit gutem Moneymangement noch vieles aus einem schlechtem System rausholen oder zumindest retten.


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Alt 26.12.2001, 17:42   #8
Hotline-Modertor
 
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ich bin mir bewusst das strategie und mm zusammengehören, und für sich alleine keinen nutzen bringen. wollte nur mal wissen was andere meinen.
 
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Alt 27.11.2003, 20:32   #9
verbringt hier viel Zeit
 
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Kurze Verständnisfrage an alle:

a. Sie setzen in jedem Wurf 10% ihres gesamten Kapitals ein
b. Sie setzen in jedem Wurf 25% ihres gesamten Kapitals ein

Bei a. hätten Sie Ihr Kapital nach 100 Würfen auf $ 4.700 erhöht.
Bei b. wären $ 36.100 aus Ihrem Kapital geworden.

Dann sollte man also 25% des Kapitals einsetzen, also Methode b.? oder sind 36,10 $ (statt 36.tausend) und 4,70$ gemeint?

Danke im vorraus.
 
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Alt 15.01.2011, 03:03   #10
ist gelegentlich hier
 
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Hallo

wie viel eingesetzt werden sollte, kann generell nicht gesagt werden. Denn im Vorraus lässt sich nie sagen, wie viel mal in Folge ein Gewinn oder Verlust entsteht.

Desweiteren ist auch miteinzubeziehen:

Konto von 100.- EUR Gewinn von 10% = 110.- EUR. Von diesen 110.- EUR 10% verlohren sind weniger als die 100.- EUR.

genauso im andersrum

Von 100.- 10 % verlohren = 90.- EUR Von diesen 90 wieder auf 100.- benötigt mehr als + 10%

Konsequenz wenn man Prozentual rechnet..... --> funktioniert nicht.....


Martinale und Antimartinale Ansätze sind ebenso falsch.


Bei der Martingale Strategie wird nach jedem Verlusttrade der Einsatz verdoppelt.

Bei der Antimartingale Strategie wird die nach jedem Gewinntrade verdoppelt.


Beide Ansätze gehen von der falschen Annahme aus, dass sich die Chance für einen Gewinn nach einem Verlust (Martingale) bzw. für einen Gewinn nach einem Gewinn (Antimartingale) erhöht. Richtig ist, dass die Chancen für einen Gewinntrade bei Tradeeröffnung immer gleich groß sind und 50 Prozent betragen. Dies gilt unabhängig von der Höhe des Erwartungswertes des gewählten Ansatzes.


Soll heisen weder Prozentsätze nehmen, oder in der Konsequenz, Ergebnisse die dazu führen. Das sind alles Statische Ansätze und diese bringen in der Kapitalentwicklung wie im Drawdown nur Supoptiale Ergebnisse.

Das selbe ist insofern zum Beispiel auch bei: Kelly formel, Fixed Delta Method oder Fixed Fractional Exposure, Fixed Risk Model.

Das einzige was sich generell sagen lassen kann, ohne auf spezielle Strategien und Assetklassen einzugehen ist, um einen idealen Kapitalverlauf bei einem Positiven Wert (grösser als Anfangskapital) mehr Kapital einzusetzten, bzw. bei negativem Stand weniger, unter Berücksichtigung der oben aufgeführten Kriterien.

Es muss für eine optimalen Kapitalverlauf eine Formel genommen werden, die auf keiner Statik berüht. Da dies von keinem der mir bekannten "Fachleuten" bis jetzt Publiziert worden ist, bleibt nur die Variante so wie ich es selbst über mehrere Jahre gemacht habe, selbst zu entwickeln, oder aber eine der bekanten, statischen und demzufolge nicht optimalen Formel zu übernehmen.


Für weitere führende Diskusionen über den von mir geschriebenen Inhalt würde ich mich freuen.
 
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