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Aktienboard > Märkte > US-Börsen - Nasdaq, NYSE > The Big Picture: Dow Jones

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Alt 06.04.2012, 17:26   #7721
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Standard AW: The Big Picture: Dow Jones

US-Arbeitsmarktdaten heute mit deutlichem Dämpfer:

Zitat:
Nonfarm payroll employment +120,000 vs. +210,000 exp.
Und:
Unemployment rate falls to 8.2% from 8.3%.
NFP January revised down from +284,000 to +275,000.
NFP February revised up from +227,000 to +240,000.









Zitat:
The report wasn't all bad news. It looks like the drag from state and local layoffs is nearing the end, the unemployment rate declined (although partially because of workers leaving the labor force), the number of people working part time for economic reasons declined, and the number of people unemployed for more than 6 months declined - and hourly wages increased a little faster.
Damit wird aber genau wieder ein Problem genannt: Der Rückgang der Arbeitslosenquote von 8.3% auf 8.2% hat nur statistische Gründe!

Während die nicht-inhaftierte Bevölkerung um 169.000 gestiegen ist, ist die Summe der erwerbsfähigen Bevölkerung um 164.000 geschrumpft. 133.000 sind aus der Arbeitslosenstatistik herausgefallen, also nicht mehr als arbeitslos gemeldet. Bloss wohin sind diese gewandert? Denn die Zahl der tatsächlich Beschäftigten ist ebenfalls um 31.000 gesunken? D.h. nicht nur der Zahl der Arbeitslosen ist gesunken, sondern gleichzeitig auch die Zahl der Beschäftigten.

Des Rätsels Lösung (damit die Arbeitslosenquote dennoch sinken konnte), ist mal wieder das Sammelbecken "Not in labour force", welches um 333.000 angestiegen ist.
Also diejenigen, welche zwar arbeitsfähig sind, aber dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehen (Studenten, Rentner, Hausfrauen, enttäuschte Arbeiter,...). Dies ist der einzige Statistikposten, welcher seit zwei Jahren stetig ansteigt.

Schon erstaunlich, immer mehr Leute in den USA brauchen nicht zu arbeiten und suchen auch nicht mehr nach einem Job.

Hier der Report:
http://www.bls.gov/news.release/pdf/empsit.pdf


http://www.calculatedriskblog.com/20...0-jobs-82.html

http://www.calculatedriskblog.com/20...iscussion.html


Damit dürften aber auch langsam die Voraussetzungen für QE3 erfüllt sein. Denn der Arbeitsmarkt liegt besonders im Fokus der FED.


Gruß,
Swai


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Alt 06.04.2012, 19:16   #7722
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Zitat:
Zitat von Swai Beitrag anzeigen
Schon erstaunlich, immer mehr Leute in den USA brauchen nicht zu arbeiten und suchen auch nicht mehr nach einem Job.
Beste Voraussetzungen, damit die Zahl der inhaftierten Bevölkerung steigt.


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Zitat:
Zitat von Trinitrotoluen Beitrag anzeigen
Noch effektiver ist im Kopf und auf dem Konto haben.
Zitat:
Zitat von Praeriebaer Beitrag anzeigen
Der Typ stand wirklich vorm Selbstmord, aber das ist völlig normal. Sowas passiert, wenn man der Meinung ist, dass man Geld machen MUSS.
 
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Alt 06.04.2012, 19:32   #7723
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Zitat:
Zitat von Ramonet Beitrag anzeigen
Beste Voraussetzungen, damit die Zahl der inhaftierten Bevölkerung steigt.
Ohne Scherz, das könnte sogar vertraglich zugesichert werden:

Zitat:
Contract Requires Prisons 90% Filled

Property laws? Civil Liberties? Not when they stand in the way of profits:

“Corrections Corporation of America (CCA) has reached out to 48 states as part of a $250 million plan to own existing prisons and manage their operations. But in return CCA wants a 20-year contract and assurances that the state will keep the prisons at least 90% full.”
-AllGov


http://www.ritholtz.com/blog/2012/02...ons-90-filled/
Und wenn es halt mal nicht genügend böse Jungs gibt, dann wird einfach die Grenze gesenkt. Dann kommst auch schon fürs Kaugummiwegwerfen ins Kittchen. Denn Vertrag ist Vertrag.


Das sind so Fälle wo man mit der Privatisierung wirklich zu weit gehen kann...


Gruß,
Swai


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Alt 30.04.2012, 03:42   #7724
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Die schlechten Nachrichten reißen nicht ab für die Amerikanische Wirtschaft ...

Am vergangenen Freitag wurde das US GDP im Q1 auf 2.2 % taxiert - das ist 0.5% unter der Erwartung, und rund 25% niedriger als noch im Q4 2011 (GDP war 3% in Q4).

Die Arbeitslosenzahlen haben möglicherweise gedreht im April: Seit vier Wochen nun kommen die Daten unterhalb der Erwartungen herein. Nach neuesten Zahlen (25.April) stieg das Mittel über vier Wochen um 6,250 (nun auf 381750).
Die Zahlen für den gesamten April werden kaum gut aussehen können; der April hat so gut wie keine 'seasonal corrections' die dies ändern könnten. Ab Mai dann wird die 'gemessene' Zahl für die Jahreszeitliche Korrektur reduziert.

Die 'durable goods' Aufträge sanken (25. April) um nominal 4.2%. Da die Zahlen u.a. einen starken Rückgang von Flugzeugaufträgen, und auch einen Gutteil militärischen Ausgaben enthalten muss man etwas genauer hinsehen: Neue Bestellungen für "non-defence capital goods excluding aircraft" (dieser Anteil trägt zum GDP bei) ist im März um 0.8% gesunken.

Die Chancen stehen nicht schlecht, dass sich in Kürze weitere Indikatoren finden werden, die nahelegen, dass der wirtschaftliche Sinkflug in Amerika bereits wieder eingesetzt hat.

Ist die Zeit zum Aussteigen gekommen?


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-Tom

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Alt 01.05.2012, 00:15   #7725
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@Tom:


Dallas Manufacturing Daten kamen heute ebenfalls schlecht herein.


Wo du gerade die Luftfahrtbranche ansprichst:

Produktion auf Halde kennen ja wir bereits aus dem Automobilsektor:
Zitat:
Zitat von Swai Beitrag anzeigen
So sieht die "Erholung" der USA aus: Inventory stockpiling

GM Channel Stuffing Soars To All Time High
http://www.zerohedge.com/news/gm-cha...-all-time-high

Offenbar wird dies aber ebenfalls excessiv in der Luftfahrt angewendet: Die Inventories von Boeing sind ebenfalls rasant gestiegen über die letzten Jahre (und sind damit für einen Teil des Wirtschaftswachstums der USA verantwortlich)



http://www.zerohedge.com/news/latest...cloud-stuffing


Das Gap zwischen Auftragseingängen und Beständen wird immer größer. Offenbar hat man trotz gesunker Orders (der Einbruch in 2008 ist mehr als deutlich) den Output einfach beibehalten.

Allerdings scheint Boeing aber von dem Streit zwischen der EU und China zu profitieren:
Airbus schaut in die Röhre - China Eastern kauft bei Boeing


Was den den Rest angeht:
Habe es ja schon mehrmals erwähnt: Ich halte die Wirtschaftsdaten größtenteils alle für beschönigt. Sie spiegeln den tatsächlichen Zustand der US-Wirtschaft nicht wieder. Arbeitsmarkt und Inflationsdaten sind stets gute Beispiele dafür, wie nicht nur das sampling, sondern auch das reporting ergebnisorientiert sein kann.

Die Verschuldung der USA liegt nun auch offiziell jenseits der 100% Marke vom GDP. Aber noch viel interessanter ist die Schulden-Entwicklung in den letzten Jahren.

Von 2008 bis 2011 ist das nominale US-GDP insgesamt um ca. 4,3% gewachsen. Die Staatsverschuldung dagegen um unglaubliche 72%! Von $9,03 Billionen am 31.12.2007 auf $15,58 Billionen am 27.04.2012.

siehe: http://fms.treas.gov/dts/index.html

Oder anders gesagt: Ganz schön hoher Einsatz für so wenig Resultat.

Und das betrifft ausschliesslich den Schuldenstand des Bundes. Die einzelnen Bundesstaaten kommen noch obendrauf.

Wären die USA nicht die USA, dann wäre das Land vermutlich längst nur noch single A geratet.

Aber dank des weltweiten Reservestatus und der Benutzung des Dollars für sämtliche Rohstoff settlements, ist das bisher gut gegangen.

Ich würde jedenfalls unter keinen Umständen die Entschlossenheit der FED und der Politik unterschätzen, die Vermögensillusion für die US-Bürger aufrechtzuerhalten. Dies betrifft den Immobilienmarkt und natürlich auch den Aktienmarkt. Auf ersterem hat die Geldflutung bisher ja nicht viel Erfolg gezeigt, aber beim Aktienmarkt definitiv. US-Aktien gelten inzwischen als deutlich robuster als europäische und sogar chinesische Aktien. Ob dies gerechfertigt ist, wird sich zeigen.

Dennoch, die FED wird zur Not alle Register ziehen, um den Aktienmarkt stabil zu halten. Und dafür muss sie unbedingt auch den Inlandskonsum stabil halten, sprich das extrem niedrige Zinsniveau. Die Beibehaltung der ultra-low interest rate policy der FED wird regelmäßig nach hinten erweitert, zuletzt auf mind. Ende 2014. Dies soll die Zahlungen für Hypothekenkredite entlasten, aber auch den Konsum auf Pump treiben.

QE3 wird definitiv kommen, denn es muss kommen. Anders lässt sich die US-Wirtschaft gar nicht halten. Der Aufschwung der letzten drei Jahre war lediglich durch Kredite finanziert und ist niemals selbsttragend.
Ich halte es allerdings für wahrscheinlich, dass man es nicht QE3 nennen wird, einfach um dem Stigma der Dollarentwertung und Inflationsverursachung zu entkommen.
Ich verweise dazu auch auf die Aussagen von letzter Woche: Der Gold- & Silberthread

Die FED ist also definitiv bereit ihre eigene Bilanz weiter auszuweiten. Wie das neue Programm dann benannt werden wird, erfahren wir schon.

Größter Profiteur von weiteren Geldmengenausweitungen sollte aber definitiv Gold sein, noch vor US-Aktien.


Gruß,
Swai


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Geändert von Swai (01.05.2012 um 00:39 Uhr)
 
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Alt 01.05.2012, 04:17   #7726
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Zitat:
Zitat von Swai Beitrag anzeigen
...
Dennoch, die FED wird zur Not alle Register ziehen, um den Aktienmarkt stabil zu halten.
...
Dem stimme ich zu, Swai, da gibt es historisch genug Datenpunkte.
Kritisch ist hier allerdings das Timing. Vor Präsidentschaftswahlen hält sich die Fed üblicherweise bedeckt: Jede Art von Aktivität läuft hier immer Gefahr als seriöse Einmischung verleumdet zu werden (entweder für den Amtsinhaber, oder gegen ihn).
Das ist auch diesmal nicht anders, die Stimmung ist 'eh schon gereizt, weil viele Leute wirtschaftlich mit dem Rücken zur Wand stehen. Zudem könnten die von den Kandidaten vorgestellten Rezepte zur Lösung der Krise kaum unterschiedlicher sein. Egal was die Fed tut, es würde sehr wahrscheinlich als Parteinahme für eine der beiden Gruppen begriffen - und die jeweils benachteiligte Gruppe würde sicher Geschrei anstimmen.

Ob dies allerdings bedeutet das die Fed tatenlos zuschauen wird, wie die US Wirtschaft in Zeitlupe zur Hölle fährt, da wage ich keine Vorhersage. Was klar scheint: Bernanke weis mehr als er öffentlich zugeben kann. Das er kürzlich die Märkte vergrätzt hat indem er nicht gleich beim kleinsten Anzeichen wieder mit Geld einspringt, das ist zudem noch kluge Taktik: Er hält sich im Moment alle Optionen offen - und wartet ab.


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-Tom

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Alt 01.05.2012, 16:36   #7727
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DOW macht um 16.00 nach den hohen Zahlen zum Auftragseingang einen 100 Punkte Satz. Paßt prächtig zu den miesen Arbeitsmarktzahlen - mit diesem unerwarteten Ereignis können die bucket-shops wieder alle schön rasieren.

Was soll man da eigentlich noch glauben?


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Grüsse

Steve

...die Gewinne übertrafen die Prognosen teilweise um ein Vielfaches - aber irgendwie hatte man sich mehr erwartet...
 
Musterdepot von steve008 Mit Zitat antworten
Alt 01.05.2012, 16:56   #7728
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Zitat:
Zitat von steve008 Beitrag anzeigen
DOW macht um 16.00 nach den hohen Zahlen zum Auftragseingang einen 100 Punkte Satz. Paßt prächtig zu den miesen Arbeitsmarktzahlen - mit diesem unerwarteten Ereignis können die bucket-shops wieder alle schön rasieren.

Was soll man da eigentlich noch glauben?
Du darfst Dich nicht zum Sklave der News machen. PMI hin oder her. Ich habe schon heute morgen auf einen steigenden USD gesetzt. War für mich wieder der Beweis, dass alle Informationen in den Stäbchen enthalten sind.


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Alt 04.05.2012, 18:17   #7729
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Die Börsen haben die Arbeitsmarktdaten nicht gut aufgenommen.

Zitat:
April Nonfarm payroll employment +115,000 vs. 160.000 exp.
Unemployment rate 8.1% vs. 8.2% exp.
Civilian labor force participation rate declined in April to 63.6 percent
Wieder einmal steckt der Teufel aber im Detail. Daher eine Übersicht:

Civilian noninstitutional population: +180.000
Labor Force: -342.000
Employed: -169.000
Unemployed: -173.000
Not in labor force: +522.000 auf 88.42 Mio.


Was bedeutet dies nun?

Die arbeitsfähige (und nicht dienende oder justizierte) Bevölkerung in den USA ist von März auf April um ca. 180.000 angestiegen. Diese scheinen sich aber im gleichen Atemzug allesamt als arbeitsunwillig erklärt zu haben, oder aber kollektiv in Rente gegangen zu sein oder ein Studium begonnen zu haben, und wurden damit in den üblichen Sammelposten "not in labor force" umgebucht.

Desweiteren scheinen 169.000 Amerikaner aufgehört haben zu arbeiten, sind aber offenbar keineswegs arbeitslos geworden, sondern wollen einfach nicht mehr arbeiten, sind in Rente gegangen, oder Studenten oder Hausfrauen geworden und damit ebenfalls in not in labor force gewandert.

Außerdem sind 173.000 vormals Arbeitslose aus der Arbeitslosenstatistik gefallen, weil nicht mehr arbeitswillig oder jobsuchend (discouraged workers + 103.000).


Mit anderen Worten: Die Arbeitslosenrate ist nur deshalb von 8.2% auf 8.1% gefallen, weil die Anzahl der Arbeitslosen noch stärker gesunken ist, als die Anzahl der Arbeitenden. Macht das Sinn?
Es scheint gerade in den USA ein kollektives Rennen stattzufinden, wer sich als schnellster als arbeitsunwillig erklärt und zudem keine Arbeitslosenunterstützung möchte?

Die alternative Interpretation könnte sein: Der Aufschwung in den USA ist so gigantisch, dass jeder Haushalt nur noch einen Vollzeittätigen benötigt.


Hier ist die Recovery der USA grafisch dargestellt:



+12,1%



Die Civilian labor force participation rate zeigt mit 63,6% ein ebenso desaströses Bild. Sie ist nun auf das Niveau von 1981 zurückgefallen. Es handelt sich dabei grob übersetzt um das Verhältnis zwischen arbeitsfähiger Bevölkerung und der arbeitenden, bzw. arbeitswilligen Bevölkerung.


(http://www.zerohedge.com/news/people...te-lowest-1981)



Hier der gesamte Bericht vom BLS:
http://www.bls.gov/news.release/pdf/empsit.pdf


Alternative Interpretationen sind gerne erwünscht, für mich ist das alles etwas Nonsense.

Gibt es irgendwo eine Erhebung über die monatlichen retirements der US-Bevölkerung? Oder Anzahl der Studienbeginner? Gehen evtl. wirklich soviele Leute in Rente?


Gruß,
Swai


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Geändert von Swai (04.05.2012 um 18:24 Uhr)
 
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Alt 13.05.2012, 16:50   #7730
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Zitat:
US-Firmen investieren in der Not
13.05.2012, 15:33 Uhr

Ihre glanzvollen Zeiten haben die USA längst hinter sich. Straßen, Brücken und Pipelines sind marode, die Schulen sowieso. Bei dem gewaltigen Modernisierungsbedarf setzen die ersten Unternehmen jetzt auf Selbsthilfe.

http://www.handelsblatt.com/meinung/...t/6610200.html

Wollen Sie eine Amerikareise machen? Vielleicht mit einem Geländewagen durch den Wilden Westen fahren? Dann kommen Sie doch nach New York und fahren die 14. Straße entlang. Wenn Sie an meinem Büro am Union Square vorbeikommen, werden Sie Ihre Freude haben: eimergroße Schlaglöcher, tückische Eisenplatten. Bürgermeister Michael Bloomberg richtete in einer seiner ersten Amtshandlungen eine Schlagloch-Hotline ein, die er fast täglich selbst nutzt.

New York fehlt das Geld, die Stadt ist im Grunde pleite. Man lebt auf Pump wie ganz Amerika. Gleichzeitig zerbröselt die Infrastruktur. Die Vereinigung der amerikanischen Ingenieure schätzte in einer Studie von 2009 den Baubedarf von Brücken, Schienen oder Schulen der nächsten fünf Jahre auf 2,2 Billionen Dollar. Die Studie liest sich wie ein Buch des Schreckens: Allein in zwei Jahren wurden 3000 Dämme baufällig, 30 Prozent aller Schulkinder sitzen in überfüllten Klassenzimmern.

Unternehmen in den USA nehmen das Heft selbst in die Hand. So erwarb vor kurzem Delta eine Raffinerie in Philadelphia. Das 150-Millionen-Dollar-Investment ist ungewöhnlich, noch nie kaufte eine Fluggesellschaft seinen eigenen Kraftstoffhersteller. Der Kauf ist hochriskant, das Raffineriegeschäft ist volatil, die Gewinnmargen sind dünn.

Delta will mit dem Deal seine hohen Kerosinkosten senken. Aber genauso wichtig: Das Unternehmen fürchtet um seinen Kerosinnachschub. An der Ostküste schließt eine Raffinerie nach der anderen. Die Fabriken sind wie so vieles in Amerika völlig veraltet. Neue zu bauen lohnt sich nicht, abgesehen von schwierigen Genehmigungsverfahren gibt es keine Ölleitungen zum Mittleren Westen der USA und nach Kanada - dort, wo massenhaft Öl aus Schieferstein und Sand gewonnen wird. Das erklärt, warum das Benzin in Colorado oder North Dakota deutlich preiswerter ist als in New York oder Massachusetts. An der Ostküste muss man das zehn bis 15 Dollar pro Barrel teurere Öl aus dem Mittleren Osten oder der Nordsee importieren.

Alte Raffinerien, fehlende Ölleitungen - die Liste der maroden Infrastruktur in Amerika ist lang. Am schlimmsten: das Schulsystem. So klagte AT&T-Chef Randall Stephenson kürzlich über den Ingenieurmangel in Amerika: "Von zehn Bewerbern können wir derzeit nur einen nehmen", der Manager zeigte sich "entsetzt". AT&T investiert 350 Millionen Dollar in Schulen oder gemeinnützige Organisationen, um die Zahl der Abiturienten in den USA zu steigern - und um in Zukunft geeignetes Personal zu haben. Auch Siemens sichert sich in den USA mit dem Apprenticeship 2000 Personal - das Programm ist so etwas wie eine erweiterte Lehre. Zusammen mit Firmen wie Pfaff oder Ameritech bildet man sich so das Fachkräftepersonal heran, das die Schulen und Fachuniversitäten nicht bieten.

Zum Schluss noch ein Ausflugstipp für Ihren SUV-Urlaub: Fahren Sie in New York auch die Houston Street von der Williamsburg Bridge zum Broadway. Herrliches Slalomfahren zwischen endlosen Baustellen, tiefen Senken und Schlaglöchern - da macht der Allrad-Antrieb so richtig Spaß.
Die Sache mit Delta Airlines hatte ich vor einiger Zeit ebenfalls gelesen. Eigentlich keine schlechte Idee und ein mutiger Schritt, der schnell Nachahmer finden könnte. Anstatt steigende Kerosinkosten über Hedging-Positionen abzusichern, kauft man einfach die gesamte Wertschöpfungskette auf. Zumindest die Gewinnmarge zwischen Raffinerie und Endabnehmer kann sich Delta damit zukünftig sparen. Und einen fetten Steuerbonus vom Staat bekommen sie auch noch obendrauf, weil sie 5.000 Jobs retten. Konsequenterweise müsste die Fluglinie nun eigentlich auch noch Ölfelder kaufen.

Der Rest des Artikels zeigt nur mal wieder die strukturelle Lage Amerikas. Die großen US-Unternehmen mögen Top sein, sehr gute Gewinne erwirtschaften und global tätig sein. Aber ihr Herkunftsland verfällt zusehends. Und beim Thema Bildung verfallen die Politiker, in einem Land wo der Kreationismus öffentlich an Schulen gelehrt werden darf, immer öfters in Aktionismus...leider nicht im positivem Sinne. Rick Perry wollte damals im Falle seiner Wahl ja gleich als erstes das Bildungsministerium abschaffen.


Gruß,
Swai


Diese Meinung möchte ich nur zur Diskussion stellen, es handelt sich um keine Katastrophenempfehlung.


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