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Aktienboard > Märkte > US-Börsen - Nasdaq, NYSE > Twitter vor Börsengang

  

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Alt 25.11.2009, 15:57   #1
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Arrow Twitter vor Börsengang

Ein sehr interessanter und nachdenklicher Kommentar von Herrn Neuhaus zu den angeblichen Börsenplänen von Twitter.com. Ich nutze diese Dienste bisher gar nicht, aber ich war auch fast der Letzte der ein Handy hatte.

Bisher lässt sich damit nicht wirkliches Geld verdienen, obwohl die Nutzerzahlen sehr hoch sind. Da Google für youtube soviel Geld gezahlt hat, will man für Twitter auch astronomische Summen haben. Ebay ist ja bereits mit Skype schon mächtig auf den Mund gefallen und will wieder raus (sind sie das eigentlich schon?). Ich bin also gespannt welche Entwicklung hier kommt.

Zitat:
Was haben Britney Spears, Reiner Calmund, Lance Armstrong und Barack Obama gemeinsam? Sie zwitschern. Auf der Internet-Kommunikationsplattform Twitter sind sie vier von geschätzten sechs Millionen Nutzern, die ihre Gedanken in 140 Zeichen fassen und an ihre Leserschaft verbreiten. Und noch etwas haben sie gemeinsam: sie zahlen dafür kein Geld – zum Leidwesen der Twitter-Gründer, denen die Kosten für den Gratisdienst davonlaufen. Deshalb denken die Jungstars aus San Francisco nun laut über einen Börsengang nach. Ein Rezept zum Geldverdienen bleiben sie jedoch schuldig.

Zugegeben: Das Wachstum von Twitter ist beeindruckend. Um mehr als 1000 Prozent wuchs die Nutzerschar des Dienstes im vergangenen Jahr. Damit hängte Twitter andere Web-2.0-Dienste wie Facebook oder Youtube locker ab. Die Kehrseite dieser regelrechten Explosion der Nutzerzahlen sind rapide gestiegene Serverkosten. Zwar sind die nötigen Ressourcen für die Kurznachrichten nicht mit den Speicherkapazitäten unzähliger Videoschnipsel zu vergleichen, doch zwang das Dauergezwitscher die Rechennetzwerke schon so manches Mal in die Knie. Zusätzliche Server, die diese Engpässe beseitigen würden, sind jedoch teuer – und bis heute hat Twitter nicht einen Dollar Umsatz erzielt.

Milliardenschwerer Unternehmenswert
Völlig mittellos steht Twitter derweil nicht da. Im September holte sich das Unternehmen neue Geldgeber ins Haus, die Kreisen zufolge 100 Mio. US-Dollar mitbrachten. Hochgerechnet soll sich der Unternehmenswert von Twitter auf rund eine Milliarde US-Dollar belaufen. Noch steht dieser Wert jedoch nur theoretisch auf dem Papier. Damit echtes Geld fließt, müssen Investoren gefunden werden. Üblicherweise ist die Aktienbörse in solchen Fällen der richtige Ort, um frische Finanzquellen anzuzapfen.

Ein schicker Name und viele Nutzer sind bereits vielversprechende Zutaten für einen erfolgreichen Gang auf das Börsenparkett. Noch wichtiger ist jedoch eine gute Investmentstory, die den Investoren glaubhaft vermittelt, dass am Ende des Tages dicke schwarze Zahlen das Investment zu einem Gewinn für beide Seiten macht. Hier hat Twitter ein fundamentales Problem: Keine Gewinne ohne Umsätze – und die stehen in den Sternen.

Einer muss zahlen
Drei Wege stehen Twitter für Erlöse offen – und hinter allen stehen berechtigte Fragezeichen. Zunächst könnte Twitter Gebühren von den Nutzern erheben. Doch die ausgeprägte Gratis-Kultur im Internet dürfte diesen Erwägungen schnell einen Strich durch die Rechnung machen. So genial einfach die Idee hinter Twitter ist, so unkompliziert und schnell finden sich auch Nachahmer, die mit Gratis-Imitaten dem Original Konkurrenz machen würden.

Mit Werbung könnte Twitter versuchen, den Erfolg von Google zu kopieren und Anzeigen passend zu den angezeigten Kurznachrichten einblenden. Doch wo soll diese Werbung stehen? Knapp die Hälfte aller User nutzt zum Schreiben und Lesen ihrer Nachrichten nicht die offizielle Twitter-Seite, sondern kleine Hilfsprogramme. Um hier Werbung einzubinden, müsste Twitter die frohen Werbebotschaften selbst als Twitter-Nachricht senden – ob dies jedoch Akzeptanz bei den Nutzern findet, darf bezweifelt werden.

Was bleibt, ist der Verkauf von Nutzerdaten. Welchen Sturm der Entrüstung dies jedoch bei den Nutzern lostreten könnte, darauf geben zaghafte Versuche der Konkurrenz zur Vermarktung von Userinformationen nur einen Vorgeschmack. Argwöhnische Blicke verfolgen etwa bei Facebook sämtliche Änderungen in den Nutzungs- und Datenschutzbedingungen – neue Einschränkungen verbreiten sich dabei wie ein Lauffeuer. Die Web-Community StudiVZ musste nach einem Sturm der Entrüstung seiner Nutzer die geplante Änderung seiner Nutzungsbedingungen entschärfen. Gefährlich wäre das Ansinnen aber vor allem für das Wertvollste an Twitter überhaupt: die Marke Twitter. Noch genießt der Dienst unter seinen Nutzern hohes Vertrauen. Entsteht jedoch der Verdacht oder gar die Gewissheit, dass geknüpfte Netzwerke und geschriebene Nachrichten konsequent ausgewertet und vermarktet werden, sind die Risse im Fundament bereits angelegt – und das fröhliche Zwitschern erstummt.

Für einen Börsengang ist das Zuschussgeschäft Twitter unter diesen Vorzeichen nicht bereit. Wohl aber könnte das öffentliche Nachdenken des Unternehmens über Finanzierungsquellen das Interesse möglicher Aufkäufer wecken. So schwach die Perspektiven für ein eigenständig profitables Leben des Kurznachrichtendienstes auch scheinen, so stark könnte die Phantasie etwa bei Google oder dessen Rivalen beflügelt werden: Mit der Integration von Twitter wäre die Suchmaschine auf einen Schlag ganz nah am Puls von Millionen von Nutzern und könnte so mit den bestehenden Datenschätzen Mehrwert schaffen. Bedenken von Datenschützern würden damit sicher nicht kleiner, das Schmerzensgeld zum Abschied der Twitter-Gründer jedoch umso größer.

http://www.teleboerse.de/nachrichten...cle603765.html

Geändert von kosto1929 (25.11.2009 um 16:55 Uhr)
 
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Alt 25.11.2009, 16:13   #2
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Standard AW: Twitter vor Börsengang

Hi Kosto!

Erinnert mich irgendwie schwer an die Internetblase. Auch hier fehlt ein klares Konzept der meisten Firmen und es gab ein Ueberangebot an Dienstleistern und keiner hat Geld verdient. Wer uebergeblieben ist sehen wir ja Heute.

Soll nicht heiss das Twitter bei einem moeglichen Boersengang nicht wie verrueckt nach oben schiesst, um dann nach einem Jahr in der Versenkung zu verschwinden.

Ich lasse generell meine Finger von diesen Werten, habe mich einmal bei Premiere (Heute Sky) verbrannt, auch hier wurde die Gewinnschwelle trotz vielmaliger Versprechungen nie erreicht.

Es gibt genug interessante innovative Unternehmen am Markt, daher meine Meinung ohne ein klares, gewinngetriebenes Vertriebskonzept : NEIN DANKE!

Beste Gruesse

El Cid
 
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Alt 25.11.2009, 16:23   #3
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Standard AW: Twitter vor Börsengang

Ja, bei Twitter sollte man wirklich aufpassen. Laut Nielsen ist der Zenit inzwischen scheinbar auch überschritten und Twitter hat mit starken Rückgängen zu kämpfen:
http://meedia.de/nc/details-topstory...100024719.html

Für Twitter wird es schwer wirklich Geld mit dem Dienst zu verdienen. Sicher man kann die Realtimedaten der Nutzer direkt an die großen Suchmaschinen verkaufen, aber da hat man bald nur noch zwei Kunden Bing/Yahoo und Google. Ob das wirklich nachhaltig ist und für genügend Umsatz sorgt ist fragwürdig. Da erreicht das Wachstum schnell seine Grenzen. Also ich wäre bei Twitteraktien sehr vorsichtig.


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Alt 26.11.2009, 09:04   #4
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Standard AW: Twitter vor Börsengang

rückgang bei twitter sehe ich keinen, eher ständig neue hochs:

http://www.alexa.com/siteinfo/twitter.com

k.i.s.s.


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vom universum aus betrachtet geht es um nichts!
trotzdem soll man einer tätigkeit die volle aufmerksamkeit widmen!
 
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Alt 26.11.2009, 10:18   #5
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Standard AW: Twitter vor Börsengang

Zitat:
Zitat von KISS Beitrag anzeigen
rückgang bei twitter sehe ich keinen, eher ständig neue hochs:

http://www.alexa.com/siteinfo/twitter.com

k.i.s.s.

Also bei mir geht es nach unten, wenn ich beim Traffic schaue und nicht beim Reach: http://www.alexa.com/siteinfo/twitter.com#trafficstats einfach mal 3 Monate einstellen unter der Grafik, dann sieht man deutlich, dass es nicht mehr bergauf geht.


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Alt 26.11.2009, 10:40   #6
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Arrow Traffic Twitter

Zitat:
Zitat von finanzweblog Beitrag anzeigen
Also bei mir geht es nach unten, wenn ich beim Traffic schaue und nicht beim Reach: http://www.alexa.com/siteinfo/twitter.com#trafficstats einfach mal 3 Monate einstellen unter der Grafik, dann sieht man deutlich, dass es nicht mehr bergauf geht.
Ist mir auch aufgefallen, aber ich denke das ist nicht so relevant.

Warum? Der Traffic unterliegt immer saisonalen Schwankungen. Wenn, dann müssten wir den Traffic immer zum Vorjahresmonat vergleichen.

 
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Alt 27.11.2009, 15:52   #7
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Ebay hat Skype wieder an die Unternehmensgründer verkauft, mit ner Riesenabschreibung aus der Sache rausgekommen, wobei wiederum unsicher ist ob die Anschlussfinanzierung klappt.


mit Twitter lässt sich kein Geld verdienen. Punkt
Es ist kein nachhaltiges Geschäftsmodell vorhanden.

1 Mrd für so ein Unternehmen zu bezahlen ist doch ein Witz.

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Alt 27.11.2009, 18:27   #8
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Zitat:
Zitat von [WIKI
Volatilität[/WIKI];2280307]Ebay hat Skype wieder an die Unternehmensgründer verkauft, mit ner Riesenabschreibung aus der Sache rausgekommen, wobei wiederum unsicher ist ob die Anschlussfinanzierung klappt.


mit Twitter lässt sich kein Geld verdienen. Punkt
Es ist kein nachhaltiges Geschäftsmodell vorhanden.

1 Mrd für so ein Unternehmen zu bezahlen ist doch ein Witz.

Internetblase 2.0
Dem ist an sich nichts mehr hinzuzufügen.
http://www.finanzweblog.de/internet/...blase-zu-sein/

@kosto - das sind ganz sicher keine saisonalen Schwankungen. Twitter besitzt vermutlich mehr Contentbots als wirklich echte User und irgendwann wird das Ganze in sich zusammenfallen bzw. zumindest nicht mehr so im Vordergrund stehen.


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Alt 27.11.2009, 18:53   #9
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Zitat:
Zitat von [WIKI
Volatilität[/WIKI];2280307]
mit Twitter lässt sich kein Geld verdienen. Punkt
Es ist kein nachhaltiges Geschäftsmodell vorhanden.

1 Mrd für so ein Unternehmen zu bezahlen ist doch ein Witz.

Internetblase 2.0
würde ich nicht sagen.

bin zwar kein twitter freak und kenne mich mit dem ad pricing nicht aus.

aber allein, wenn man aller 10 oder 5 tweets ein ad platziert, könnte das ordentlich umsätze bringen. (haken sie eingangsposting)

firmen, die über twitter marketing betreiben, könnte man zur kasse bitten.

usergebühren halte ich aber ebenfalls für unrealistisch.


however - youtube ist wesentlich kostenintensiver und lässt sich noch schlechter monetisieren.
trotzdem hat google dafür 1.65mrd. bezahlt.

ein verzweifelter wettbewerber wie microsoft, der um jeden preis reichweite braucht (lt. alexa ist twitter nr. 13 im globalen traffic ranking), dürfte deshalb auch für twitter tief in die tasche greifen.


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Gleichzeitig ist aber 1 Milliarde Menschen ständig vom Hunger bedroht, obwohl man Ihnen mit nur 30mrd/Jahr helfen könnte. Eine Schande...

Geändert von Green (27.11.2009 um 19:07 Uhr)
 
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Alt 28.11.2009, 00:50   #10
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