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Aktienboard > Trading und Finanzen > Tradingstrategien und Börsenpsychologie > Das Ei des Andre Kostolany

  

Umfrageergebnis anzeigen: Kauf: Entscheidung aufgrund...
Chart 81 38,39%
Wert 21 9,95%
Chart + Wert 109 51,66%
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Alt 06.02.2005, 23:41   #1
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Arrow Das Ei des Andre Kostolany



Der alte Meister

A. Kostolany, inzwischen im Spekulantenhimmel, hat viel über das Börsengeschehen geschrieben. Er hat sich intensiv mit dem Markettiming auseinandergesetzt. Hier die kompakteste Darstellung des alten Querdenkers. Sie war Bestandteil vieler Veröffentlichungen u.A. im Econ Verlag. Und nun der alte Meister:




Meiner Erfahrung nach besteht jede zyklische Bewegung (bei Aktien, Anleihen, Edelmetallen, Währungen, also in allen Märkten, auf denen spekuliert wird) aus drei Phasen:

die Phase der Korrektur, die Phase des Stimmungsumschwungs und die Phase der Übertreibung.

Nehmen wir als Beispiel die Wende nach der tiefsten Baisse:

- In der ersten Phase der Korrektur wird der Kurs (der unberechtigt tief gefallen war) ganz allmählich auf ein Niveau gehievt, das gewissermaßen realistisch und berechtigt ist.


- In der zweiten Phase bessert sich die zuvor schlechte Stimmung mehr und mehr und steigt nun zusehends mit jedem Tag.


- Es beginnt die dritte Phase, in der die Aktienpreise von Stunde zu Stunde anziehen. Kurse und Stimmungen treiben sich gegenseitig in die Höhe. Es herrscht Euphorie. Sie lässt die Kurse weiter ins Kraut schießen und ist ausschließlich von Massenhysterie bestimmt.


Im Zyklus der nächsten Baisse folgen die Phasen in derselben Reihenfolge aufeinander:

- Phase der Korrektur - die Preise waren zu hoch gestiegen.


- Phase des Stimmungsumschwungs - ungünstige Ereignisse (steigende Zinsen, nachlassende Wirtschaft, Pessimismus und so weiter) verunsichern die Spekulanten.


- Phase der Übertreibung - die sinkenden Kurse erzeugen einen tiefen Pessimismus, der wieder auf die Preise drückt. Die Kurse fallen wie die Blätter im Herbst. Das ist die Panik, die Papiere werden verschleudert.


Die Baisse- oder Hausse- Welle der letzten Phase dauert immer so lange, bis ein psychischer Elektroschock aus irgendeiner Richtung den Teufelskreis durchbricht. Wenn dieser reinigende Schock nicht kommt, dann tobt sich diese letzte, rein psychologisch bedingte Phase an den Märkten langsam aus. Und eines Tages wendet sich die Börsentendenz ohne jeden erkennbaren Grund zur Überraschung des Publikums und sogar der Experten, die darauf nicht vorbereitet sind. Nun beginnt die zyklische Gegenbewegung. Das ist die ewige Rotation an der Börse - so wie in der Natur Ebbe und Flut einander abwechseln. Die Gründe für das Gezeitenspiel: Es gibt zwei Arten von Aktienbesitzern, die Hartgesottenen und die Zittrigen. Ihre Entscheidungen sind das Ergebnis der drei großen G.

Das erste G steht für Geld , das zweite für Geduld und das dritte für Gedanken . Unter Geduld verstehe ich die Nerven, nicht auf jedes kleine Ereignis heftig zu reagieren. Wer Gedanken hat, handelt intellektuell - nicht unbedingt richtig oder falsch, aber doch mit Überlegung und Vorstellungskraft.

Es genügt nicht, Geduld zu haben, wenn man über kein Geld verfügt. Geld allein nützt auch nichts, wenn man keine Geduld hat. Und wenn man keine Geduld hat, kann man nicht abwarten, bis sich die Gedanken verwirklichen. Und wer keine Gedanken hat, kann auch mit Geduld nichts anfangen.

Diese drei G sind untrennbar miteinander verbunden. Wenn eines von ihnen fehlt, ist der Börsenteilnehmer ein Zittriger. Er reagiert zu schnell auf jedes noch so unbedeutende Ereignis. Er hat keine Vorstellungskraft und handelt somit nicht mit dem Kopf, sondern rein emotional. Kaufen die anderen, kauft er auch; verkaufen sie, verkauft auch er. Er ist ein Molekül der Masse und handelt mit ihr (die "verrückte Menge", wie Sir Isaac Newton, auch leidenschaftlicher Spekulant, sagte).

Die große Frage besteht also darin, in welchen Händen die große Masse der Papiere liegt. Besitzen die Hartgesottenen den größten Teil der Aktien, ist die Börse - sogar wenn die Nachrichten ungünstig ausfallen - zu einer Aufwärtsbewegung bereit. Wenn eine gute Nachricht eintrifft, explodiert sie sogar. Ist jedoch das Gros der Papiere in den Händen der Furchtsamen, kann es schon bei der ersten schlechten Nachricht zu einem Debakel kommen.

Fallen die Kurse bei steigenden Umsätzen, ist es ganz sicher, dass eine Riesenquantität von Aktien von den Ängstlichen zu den Nervenstarken übergeht. Es kommt sogar zu einem Moment, in dem die Zittrigen ausverkauft haben und die Aktien nur noch in den sicheren Tresoren der Hartgesottenen liegen. Jetzt haben die Zittrigen das Geld und die Abgebrühten die Papiere.

Wenn nach dem generellen Ausverkauf die Kurse einen Boden finden und dort eine Zeit lauern und sogar auf schlechte Nachrichten hin nicht zurückfallen, ist das ein Beweis, dass der Markt bereit ist zu einer neuen Aufwärtsbewegung - auch ohne gute Nachrichten.

Dutzende von Beispielen können diese Theorie untermauern, die vom Anleger verlangt, sich antizyklisch zu verhalten. Das ist leicht gesagt, aber schwer getan. Man muss dazu ein wirkliches Training absolvieren, einen starken Charakter haben und vielleicht sogar zynisch sein, um bei zu Tode betrübter Stimmung einzusteigen.

Es gibt unter den Marktteilnehmern 90 Prozent Zittrige und maximal zehn Prozent Hartgesottene . Das sagt mir jedenfalls meine Erfahrung.

"Sie ist halt wert, was sie wert ist", wie der große General Charles de Gaulle so oft sagte.


Kaufen sollte man schon in der Übertreibungsphase der Abwärtsbewegung, wenn hohe Umsätze auf Panikverkäufe schließen lassen; aufstocken kann man diese Positionen in der ersten Phase der Aufwärtsbewegung, solange es mit niedrigen Umsätzen abgeht.

Umgekehrt verkauft man schon in die letzte Haussephase mit hohen Umsätzen sowie bei bröckelnden Kursen (erste Baissephase) mit niedrigen Umsätzen.

Folglich soll man in den Übertreibungsphasen gegen die Tendenz gehen, in den Korrekturphasen mit der Tendenz mitgehen und in den Phasen des Stimmungsumschwungs ruhig abwarten.

Um im Bild zu bleiben: Die Börsenmanöver eines erfahrenen Spekulanten zielen darauf ab, das Ei möglichst weit unten (beim Kauf) und oben (beim Verkauf) abzukappen, ohne sich dabei in den Finger zu schneiden.


Eine Leseprobe aus Kostolanys beste Tips für Geldanleger...., erschienen im Econ Verlag (ISBN 3-430-15629-7).

__________________________________________________ __________________________________________________ __

André Kostolany

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie


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André (Bertholomew) Kostolany (* 9. Februar 1906 in Budapest; † 14. September 1999 in Paris) war ein Finanzexperte, Journalist, Schriftsteller und Spekulant ungarischer Herkunft.

Kostolany stammte aus einer wohlhabenden, jüdischen Industriellenfamilie und wollte zunächst Kunstkritiker werden. Er studierte Philosophie und Kunstgeschichte und absolvierte dann auf Wunsch seiner Familie ab Mitte der 20er Jahre eine Lehre bei dem französischen Börsenmakler Adrien Perquel. Die Familie flüchtete nach Beginn des 2. Weltkriegs 1940 in die USA. Dort wurde Kostolany zwischen 1941 und 1950 Generaldirektor, Präsident und Hauptaktionär der G. Ballai and Cie Financing Company. Ab 1950 lebte er in Paris, München und an der Côte d’Azur.

Den Status eines Börsengurus erwarb sich Kostolany als Spekulant und durch seine zahlreichen Bücher, Kolumnen, Vorträge und Seminare zum Thema Börse. Er selbst wehrte sich jedoch gegen diese Bezeichnung. Insgesamt schrieb er 13 Bücher, die in acht Sprachen übersetzt und rund drei Millionen Mal verkauft wurden. Im deutschen Finanz-Magazin Capital veröffentlichte er 414 Kolumnen. Vorträge und Fernsehauftritte hatte er unter anderem auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos und in der Harald Schmidt Show. Vielen Deutschen ist er aus einer Audi-Werbung bekannt, die Ende der 1990er Jahre lief ("Denken Sie mal über Aluminium nach"). Zusammen mit Gottfried Heller war er Mitbegründer der Münchener Vermögensverwaltung FIDUKA. Dort arbeitete er auch lange Jahre von seinem Münchener Büro aus.

Thesen zur Golddeckung

Kostolany war ein vehementer Verfechter der These, dass der Goldpreis von den Währungen abgekoppelt sein müsse, weil sonst die Wirtschaft Schaden nehme. Auch in seinen populärwissenschaftlichen Abhandlungen kommt er immer wieder auf diese These zurück.

Werke
Der Friede, den der Dollar bringt (1957)
Das ist die Börse (1961)
... und was macht der Dollar? Im Irrgarten der Währungsspekulationen (1987)
Kostolanys Börsenpsychologie, Econ Verlag, (1991), ISBN 3-430-15637-8
Die Kunst über Geld nachzudenken (2000)
Geld und Börse
Kostolanys Börsenseminar
Kostolanys beste Tips für Geldanleger
Kostolanys Bilanz der Zukunft
Kostolanys beste Geldgeschichten
Kostolany's Wunderland von Geld und Börse
Kostolanys Notizbuch
Weisheit eines Spekulanten. Im Gespräch mit Johannes Gross

Zitate
Wikiquote: André Kostolany – Zitate


"Was schon jeder weiß, macht mich nicht heiß." - Kostolanys Börsenseminar. Für Kapitalanleger und Spekulanten
"Wenn es um Geld geht, gibt es nur ein Schlagwort: MEHR!" - Kostolanys Börsenseminar. Für Kapitalanleger und Spekulanten
"Wer viel Geld hat, kann spekulieren; wer wenig Geld hat, darf nicht spekulieren; wer kein Geld hat, muss spekulieren." - Die Kunst, über Geld nachzudenken


Börse

"An der Börse ist alles möglich, auch das Gegenteil."
"An der Börse ist eine halbe Wahrheit eine ganze Lüge."
"An der Börse sind 2 mal 2 niemals 4, sondern 5 minus 1. Man muss nur die Nerven haben, das minus 1 auszuhalten."
"Anleger sollten Aktien kaufen, dann Schlaftabletten schlucken. Nach ein paar Jahren können sie sich über einen hübschen Gewinn freuen."
"Börsenerfolg ist eine Kunst und keine Wissenschaft."
"Börsengewinne sind Schmerzengeld. Erst kommen die Schmerzen, dann das Geld."
"Das Verhältnis von Börse und Wirtschaft ist wie das eines Mannes auf einem Spaziergang mit seinem Hund. Der Mann geht langsam vorwärts, der Hund rennt vor und zurück."
"Das wenige, was ich über Wirtschaft und Finanzen weiß, habe ich nicht an den Universitäten oder aus Fachbüchern, sondern im Dschungel gelernt. Bestimmt habe ich mehr Schulgeld bezahlt, als es mich in Harvard gekostet hätte."
"Die Börse reagiert gerade mal zehn Prozent auf Fakten. Alles andere ist Psychologie."
"Die ganze Börse hängt nur davon ab, ob es mehr Aktien gibt als Idioten oder mehr Idioten als Aktien."
"Die Kursentwicklung hängt allein davon ab, ob mehr Dummköpfe als Papiere da sind oder mehr Papiere als Dummköpfe!"
"EDV-Systeme verarbeiten, womit sie gefüttert werden. Kommt Mist rein, kommt Mist raus."
"Einer Straßenbahn und einer Aktie darf man nie nachlaufen. Nur Geduld: Die nächste kommt mit Sicherheit."
"Entscheidungen über Geld trifft man, indem man die Zeitungen zwischen den Zeilen liest."
"Gewinnen kann man, verlieren kann man, aber zurückgewinnen: unmöglich."
"Gewinnen kann man, verlieren muss man."
"Ich empfehle nicht meinen Lesern und Freunden, nicht am Neuen Markt teilzunehmen - ich verbiete es ihnen."
"Investiere bei einem Goldrausch nicht in die Goldgräber, sondern in Schaufeln."
"Spekulieren kann jeder. Es zur richtigen Zeit zu tun - das ist die Kunst."
"Verwenden Sie auf den Aktienkauf ebensoviel Zeit wie auf den Kauf eines Gebrauchtwagens!"
"Wenn alle Spieler auf eine angeblich todsichere Sache spekulieren, geht es fast immer schief."

Investitionen

"Aktien kaufen und Baldrian trinken, wenn Sie wieder aufwachen, haben Sie Geld verdient."
"Wer die Aktien nicht hat, wenn sie fallen, der hat sie auch nicht, wenn sie steigen."
"Wer gut essen will, kauft Aktien; wer gut schlafen will, kauft Anleihen."

Von "http://de.wikiquote.org/wiki/Andr%C3%A9_Kostolany"

Geändert von kosto1929 (14.08.2009 um 19:27 Uhr)
 
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Alt 07.02.2005, 18:22   #2
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Alles wichtige was kosto geasagt hat ist in diesem posting zu finden.......
den rest kann man sich sparen
 
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Alt 08.02.2005, 21:44   #3
verbringt hier viel Zeit
 
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@Kosto1929
Ich bin ja auch ein Anhänger von Kostolany. Dennoch sehe ich das Marktgeschehen völlig anders. Bei mir ist es nämlich 8 Uhr auf dem Ei, während es bei dir kurz vor 12 Uhr zu sein scheint.

Ich argumentiere so:
1. Gerade die Zinssituation beurteile ich anders. Die Zinsen in den USA sind zwar am steigen, aber immer noch historisch niedrig.
Wenn ich heute eine 10-jährige Bundanleihe oder amer. Staatsanleihe kaufe bekomme ich ca. 4 %, was einem KGV von 25 entspricht.
Nun gibt es aber eine Reihe von Aktien, die ein wesentlich niedrigeres KGV haben. Was also eher noch für steigende Aktienkurse sprechen dürfte.
2. Die Geldmenge M3 ist beständig am steigen. Meiner Meinung nach wartet dieses Geld nur darauf, angelegt zu werden. Das Geld ist also da, nun bedarf es nur noch einer Initialzündung, so dass auch die Psychologie ins Positive dreht.
3. Das gemeine Fußvolk scheint zwar dem Aktienmarkt fernzubleiben, aber auch das wird wieder kommen, sobald die Kurse weiter steigen.


__________________
"Niemandes Herrn, niemandes Knecht, so ist es fein, so ist es recht" Hoffmann von Fallersleben.
 
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Alt 08.02.2005, 22:28   #4
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Zitat:
Zitat von kosto1929
Die Zinsen steigen immer weiter in den USA
Schau Dir mal die langfristigen Zinsen in USA an.... Das riecht verdammt nach einer inversen Zinsstruktur, der fast immer eine Rezession folgt. Was natürlich auch nicht gut für die Börse wäre.



Abgesehen davon neige ich aber auch zu der Auffassung von Zecke: Wenn man nach dem FED-Modell das Renten-KGV und das Aktien-KGV in Beziehung setzt, ist z.B. der Dow Jones deutlich unterbewertet. Daß es im Bereich der Technologie-Aktien krasse Überbewertungen gibt, ist ja wohl klar, aber es gibt doch soo viele andere Aktien.
 
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Alt 08.02.2005, 22:56   #5
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Standard Sind Aktien günstig?!

@Zecke

Sehr interessant. Kann natürlich auch sein - Ich habe die "Korrektur" gar nicht bei der Umfrage aufgeführt - Sorry - ist wohl keine Änderung mehr möglich.

1) Du argumentierst mit dem Fed-Modell, welches Sir Alan Greenspan immer angeführt hat - damals wollte er die Blase stoppen - ich glaube es war 1997 (ohne Gewähr).

Dabei vergleiche ich die Renditen der 10-jährigen-Staatsanleihe mit denen von Aktien. Nehmen wir mal das KGV als Vergleichsmaßstab.

Rechnen wir mal:

USA

100/4,025 (US-Rendite 10 jährig) = 24,84 (das wäre das KGV von Renten).

Das KGV im S&P500 von Aktien beträgt aber nur 20,8.

Damit wäre eine Unterbewertung nach dem Fed-Modell gegeben.

D

100/3,4911 (Bundesrendite 10-jährig) = 28,64 (KGV von Renten)

Das KGV von den Aktien im Dax ist 18,1

Wieder eine krasse Unterbewertung.

Den Renditeunterschied erkläre ich übrigens mit einer Währungsspekulation auf den Euro (der Dax blieb auch länger stabil als der Dow und die Nasdaq) - aber das nur nebenbei.


2) Korrekt. Die Geldmenge M3 ist tatsächlich am steigen und trotzdem hat die EZB die Zinsen gesenkt (lief parallel) - dabei ist das oberste Ziel die Preisstabilität - erst wenn dieses Ziel nicht gefährdet ist, die Wirtschaftspolitik zu unterstützen.

-> Als Warnsignal möchte ich mal Japan anführen - aber dazu vielleicht später mal mehr.

3) Stimmt auch. Wenn Aktien teuer sind, dann kommt auch Hinz und Kunz wieder dazu.

Fazit: Alle deine Argumente stimmen. Irre ich mich? Natürlich ist das möglich.




Schauen wir uns mal das KGV an:

Dieses schwankte im S&P500 zwischen 5-47 (Daten von 1880 - heute).

Nun stehen wir bei 20,8 - ist dieses nun niedrieg oder hoch?!

Ein Korridor lag zwischen den Marken (KGV 5-10) und Spitze (KGV 23-25). Das KGV am Schwarzen Freitag lag übrigens bei einem KGV von 33.


Nun könnten wir wieder mit einem niedrigen Zinsniveau argumentieren. Wichtig wäre auch noch, ob die Gewinne steigen oder fallen - meiner Meinung nach hat der Zyklus seinen Höhepunkt schon überschritten.

Nehmen wir 1980 - ein hohes Zinsniveau und ein geringes KGV von 8.

Bingo - nur hat das Fed-Modell nicht immer funktioniert und das wird gerne verschwiegen. Eine Grafik folgt noch.

Häufig ein Argument von den Analysten das relativ hohe KGV zu rechtfertigen (vgl. auch Wachtumsaktien).

Dazu habe ich auch einen Faktor beizutragen. Nach der Hausse in Rohstoffen folgte danach die Rezession (ich führe hier die hist. Entwicklung an).

Wird es dieses Mal anders sein...





Buffett vergleicht auch die Renditen von Aktien und Anleihen (das ist eigentlich nichts anderes als das Fed-Modell) - Warum findet er dann das Aktien zu teuer sind.

Er sieht die fundamentalen Probleme ("Zwillingsdefizit"- spekuliert gg. den Dollar in Fremdwährungen). Ich halte mittlerweile dagegen mit dem Zinsüberschuss. Doch Währungstrend laufen in der Regel sehr lange.

Ich sehe die niedrige Sparquote der US-HH von 0-2% - Danach folgte bisher nie ein Boom.

Das Geld steckt in Immobilien, die durch die niedrigen Zinsen attraktiv wurden. Steigende Zinsen wirken sich erst mittelfr. negativ aus.



Kein Problem, wenn ich falsch liege ist es auch O.K. Nur Spottpreise sehe ich wirklich nicht.




Der MDAX und der SDAX haben eine gute Zyklik (viel Maschinenbau) und ziehen dadurch sehr gut - nur in die anderer Richtung geht es auch sehr schnell.

Ich sehe eine Blase im Nebenwertebereich - hier ist nicht mehr viel "günstig" - viele KGV von 15 und mehr - ist hist. teuer.

Obwohl ich Nebenwerte langfr. viel interessanter finde als die beliebten Big Caps, die zur Mittelmäßigkeit verdammt sind (Stichwort: Turbo-Indexing).




Mein Tipp: Russell 2000 - der TecDax (KGV 18) ist auch total unterbewertet im Vgl. zu Nasdaq (KGV 38), doch wird sich wohl nicht abkoppeln können - Hebel würde sehr gut sein.




Ach so, ich bin sehr antizyklisch orientiert, deswegen finde ich es immer interessant wo die Mehrheit nicht investiert (Rohstoffe und alle Aktienmärkte gehören nicht dazu, obwohl ich Korea ja noch sehr interessant fand - war und ist noch sehr günstig - mittlerweile ist der KOSPI aber auf einem 5-Jahres-Hoch).

Manchmal trade ich auch Trends, aber das nur mal beiläufig.




So weiteres dann später...


Über weitere Beiträge freue ich mich sehr.

Geändert von kosto1929 (15.12.2005 um 16:40 Uhr)
 
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Alt 08.02.2005, 23:03   #6
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Zitat:
Zitat von Zecke
@Kosto1929
Ich bin ja auch ein Anhänger von Kostolany. Dennoch sehe ich das Marktgeschehen völlig anders. Bei mir ist es nämlich 8 Uhr auf dem Ei, während es bei dir kurz vor 12 Uhr zu sein scheint.

Ich argumentiere so:
1. Gerade die Zinssituation beurteile ich anders. Die Zinsen in den USA sind zwar am steigen, aber immer noch historisch niedrig.
Wenn ich heute eine 10-jährige Bundanleihe oder amer. Staatsanleihe kaufe bekomme ich ca. 4 %, was einem KGV von 25 entspricht.
Nun gibt es aber eine Reihe von Aktien, die ein wesentlich niedrigeres KGV haben. Was also eher noch für steigende Aktienkurse sprechen dürfte.
2. Die Geldmenge M3 ist beständig am steigen. Meiner Meinung nach wartet dieses Geld nur darauf, angelegt zu werden. Das Geld ist also da, nun bedarf es nur noch einer Initialzündung, so dass auch die Psychologie ins Positive dreht.
3. Das gemeine Fußvolk scheint zwar dem Aktienmarkt fernzubleiben, aber auch das wird wieder kommen, sobald die Kurse weiter steigen.
wichtiger punkt den ich für erachtenswert halte ist das EW jungs sagen das wir immer noch in einer baisse sind und momentan gerade eíne korrektur dieser
 
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Alt 08.02.2005, 23:32   #7
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Zitat:
Zitat von kosto1929
Hast du evtl. langr. Grafiken für diesen Zusammenhang oder kannst du Bsp. für vergleichbare Situationen nennen?



Vielen Dank!
http://de.wikipedia.org/wiki/Zinsstruktur
 
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Alt 08.02.2005, 23:36   #8
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Wie sieht es mit deinen Englischkenntnissen aus? Ich könnte nämlich einen englischsprachigen Artikel zum Thema Börsenphasen im Verhältnis zu Zinsen und Unternehmensgewinnen reinstellen. Danach sind steigende Zinsen und steigende Unternehmensgewinne - wie derzeit - ein Bullenmarkt-Szenario!
 
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Alt 09.02.2005, 07:03   #9
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Alt 09.02.2005, 11:03   #10
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Standard Steigende Zinsen = höhere Inflation + Gewinne = steigende Kurse?!

Nur ab einen best. Zeitpunkt kippt die Stimmung.

Werfen wir mal ein Blick auf die Vergangenheit

Inlation und die Kursentwicklung in Amerika:


Es gibt durchaus unterschiedliche Reaktionen auf eine höhere Inflation.
Miniaturansicht angehängter Grafiken
inflation-marktentwicklung.gif  


Geändert von kosto1929 (20.02.2008 um 11:00 Uhr)
 
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