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Aktienboard > Trading und Finanzen > Tradingstrategien und Börsenpsychologie > Der Zufall als Entscheidungshilfe – Affe schlägt Index

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Alt 02.09.2018, 12:23   #1
verbringt hier viel Zeit
 
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Standard Der Zufall als Entscheidungshilfe – Affe schlägt Index

Wenn ich auf meine bisherige Börsenkarriere zurückblicke, muß ich leider feststellen, daß meine Ergebnisse nicht so gut waren wie ich das vor langer Zeit einmal erwartet hatte. Mit der Aktienanalyse habe ich nicht wirklich Erfolg, ich habe eher den Eindruck, je länger ich versuche zu analysieren, um so schlechter wird das Ergebnis. Es gibt einfach zu viele Aktien da draußen und zu viele Informationen, die ich nicht richtig einordnen und gewinnbringend nutzen kann. Indexfonds wären also eine Idee für mich, aber hier gefällt mir die Gewichtung nach Marktkapitalisierung nicht so gut. Ich will z.B. nicht Apple und Amazon als größte Positionen im Depot haben.
Was kann ich also noch tun, wenn ich faul und dumm bin und keine Ahnung von Aktienanalyse habe und trotzdem besser sein will als der Aktienindex und als die Fondsmanager? Eine Idee könnte das Zufallsdepot sein. Zu diesem Thema gab es vor einigen Jahren eine interessante Studie, über die im Spiegel und in der Welt geschrieben wurde:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/ser...-a-893572.html
https://www.welt.de/finanzen/article...nvestoren.html

Die wichtigsten Aussagen sind:
a) im Durchschnitt sind die Anleger mit ihren Entscheidungen schlechter als der Zufall.
b) Es ist besser, die Aktien nicht nach ihrer Marktkapitalisierung zu gewichten.

Ich habe bereits damit angefangen, diese Idee in meinem Portfolio umzusetzen. Die letzten drei Aktienkäufe sind nach dem Zufallsprinzip erfolgt: ich habe sämtliche MSCI World Aktien aufgelistet, aus diesen 1648 Werten zufällig einen ausgewählt, und diesen dann ohne weitere Überlegung einfach so gekauft. Ich plane, bei weiteren Käufen wieder genau so vorzugehen: viele kleine zufällig ausgewählte Einzelpositionen. Das Depot wird dann irgendwann sehr unübersichtlich sein und sehr viele Einzelwerte enthalten, aber das gehört eben mit zur Strategie.

Bei der Liste, aus welcher die Aktien ausgewählt werden sollen, habe ich mich erstmal auf den MSCI World Index beschränkt. Mit 1648 Werten halte ich diese Liste für hinreichend groß. Man könnte sich natürlich noch mehr Gedanken über die Liste machen, z.B. den DAX, MDAX, SDAX, TecDAX, S&P500, FTSE100, Nikkei225, etc zu einer Liste zusammenfügen. Das Ergbebnis würde dann wahrscheinlich ähnlich aussehen wie beim MSCI World. Außerdem könnte man noch gezielt einzelne Werte herausstreichen oder andere Werte höher gewichten, aber das würde der Grundidee des Zufallsprinzips widersprechen.
Für eine echte Zufallsstrategie müßte die Liste auf sämtliche börsengehandelten Werte erweitert werden, dann hätte man aber das Problem, daß auch sehr marktenge Werte dabei sein können, die nur mit hohem Spread gehandelt werden.

Es gibt bereits ETFs, die die Strategie der gleichen Gewichtung umsetzen, z.B. einen ETF auf den S&P500 Equal Weight Index oder den MSCI World Mid-Cap Equal Weighted Index. Ich würde mir aber lieber einen eigenen Zufallsindex zusammenbasteln. Ich will nicht ständig die Gewichtungen nachjustieren, wenn die Aktien einmal im Depot sind, sondern einem Zufallstreffer die Gelegenheit geben, zu wachsen.

Gibt es hier noch jemanden, der nach dem Zufallsprinzip investiert?
Was habt ihr für Vorschläge für die Zusammenstellung der Auswahlliste?
 
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Alt 02.09.2018, 13:18   #2
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Standard AW: Der Zufall als Entscheidungshilfe – Affe schlägt Index

Moin,

Ich glaube, dass hier so ziemlich alle nach dem Zufallsprinzip ihre Aktien wählen.
Der Hauptunterschied wird im Grad des Bewusstseins dessen liegen.

Meine Meinung zur Analyse von Unternehmenszahlen habe ich bereits öfter Kund getan.
Grundsätzlich habe ich Probleme mit dem Vergleich des eigenes Portfolios mit „dem Markt“, weil mir da nicht klar ist, wer denn nu der Markt ist.

Meine Aktien im hier bekannten Depot wähle ich nach Gefühl und Dividendenrendite.
Zufrieden bin ich, wenn nach Kosten, Steuern und Inflation was vernünftiges über bleibt.

SG
 
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Alt 02.09.2018, 13:30   #3
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Standard AW: Der Zufall als Entscheidungshilfe – Affe schlägt Index

etwas mehr Hintergrund bekommst Du bei Andreas Clenow.



__________________
Dividenden sind doof!
 
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Alt 02.09.2018, 15:11   #4
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Standard AW: Der Zufall als Entscheidungshilfe – Affe schlägt Index

Was ist denn wenn der Zufall dir sagt das du jetzt Apple und Amazon kaufen sollst?
Und das gleich mehrmals hintereinander.

Machst du es dann?

Ich halte das Zufallsprinzip für so ziemlich das schlechteste was man machen kann, vorausgesetzt es findet keine Vorselektion statt.

Analysiere doch besser deine eigene Analyse und gehe dem auf den Grund warum es so schlecht gelaufen ist.
Ein mögliches Ergebnis warum es so schlecht gelaufen ist könnte möglicherweise auch der "Zufall" sein.

Welche Titel waren es denn?


__________________
Nimm an, was nützlich ist. Lass weg, was unnütz ist. Und füge das hinzu, was dein Eigenes ist.
Bruce Lee
 
Musterdepot von Vahana Mit Zitat antworten
Alt 02.09.2018, 15:14   #5
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Standard AW: Der Zufall als Entscheidungshilfe – Affe schlägt Index

Hmmm...

Wenn man vorselektiert ist es aber auch kein richtiger Zufall mehr....

SG
 
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Alt 02.09.2018, 15:15   #6
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Standard AW: Der Zufall als Entscheidungshilfe – Affe schlägt Index

Neben der Frage, welche Titel es waren fände ich es ja fast noch spannender, nach welchen Kriterien und warum gerade diesen ausgewählt wurde.

SG
 
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Alt 02.09.2018, 15:24   #7
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Standard AW: Der Zufall als Entscheidungshilfe – Affe schlägt Index

Zitat:
Zitat von bucketeer Beitrag anzeigen
etwas mehr Hintergrund bekommst Du bei Andreas Clenow.

https://www.youtube.com/watch?v=mogjvSST2H0
Also so langsam scheint mit dieser Clenow ganz schön gehypt zu werden, das Grundkonzept das er verfolgt ist schon uralt.


__________________
»Natürlich erwartet die Bundesregierung hier schwere soziale Unruhen. Man weiß, was sich da zusammenbraut, aber man verdrängt das in der Öffentlichkeit lieber.«

Rainer Wendt, Bundesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft

Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten.
 
Musterdepot von atze2000 Mit Zitat antworten
Alt 02.09.2018, 15:24   #8
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Standard AW: Der Zufall als Entscheidungshilfe – Affe schlägt Index

Zitat:
Zitat von Mr. Passiv Beitrag anzeigen
Hmmm...

Wenn man vorselektiert ist es aber auch kein richtiger Zufall mehr....

SG
Was ist denn Zufall?
Der müsste streng genommen auch jede andere Form der Investition beinhalten.

Hier wurde schon eine Liste XY benutzt und auf den Aktienmarkt beschränkt.
Also kann man auch weiter gehen und weitere Kriterien einschränken.


__________________
Nimm an, was nützlich ist. Lass weg, was unnütz ist. Und füge das hinzu, was dein Eigenes ist.
Bruce Lee
 
Musterdepot von Vahana Mit Zitat antworten
Alt 02.09.2018, 15:43   #9
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Standard AW: Der Zufall als Entscheidungshilfe – Affe schlägt Index

Im Video geht es um den SP 500, um einen Vergleichsindex zu haben.
Das ist keine willkürliche Einschränkung.

Nach welchen Kriterien magst weiter Einschränken, ohne den Zufall raus zu nehmen?
 
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Alt 02.09.2018, 15:51   #10
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Standard AW: Der Zufall als Entscheidungshilfe – Affe schlägt Index

Zitat:
Zitat von Mr. Passiv Beitrag anzeigen

Ich glaube, dass hier so ziemlich alle nach dem Zufallsprinzip ihre Aktien wählen.
Der Hauptunterschied wird im Grad des Bewusstseins dessen liegen.
sobald man eine bewusste Entscheidung trifft, ist das kein Zufall mehr, auch wenn das Depot auf den ersten Blick zufällig zusammengewürfelt aussieht.
 
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