Mitglieder: 44.266 | Beiträge: 2.148.237 | Online: 11 Benutzer u. 128 Gäste | Chat: 0 | Neues Mitglied: gubbel
Aktienboard > Allgemeiner Talk > Sportstudio > Eintracht Frankfurt - Einfach Genial

  

Antwort
 
LinkBack Themen-Optionen Thema durchsuchen Ansicht
Alt 21.03.2001, 17:11   #1
Waldstadion
 
Benutzerbild von Stefano
 
Registriert seit: 17.08.2000
Beiträge: 22.632
Wikibeiträge: 0
Status: Stefano ist offline
Wink

hola,

na denn muss ich ja wohl auch nen eintracht- thread eröffnen.

bekenne mich dazu seit 30 jahren fan zu sein, aber aus protest die letzten 6 jahre nicht mehr (ausser gegen den fck ) ins stadion zu gehn.


weiter auf der suche nach einem trainer ist die eintracht. auch hans-peter breigel sagte nach toppmöller, matthäus, und weiteren 3 trainern ab.
na am ende wird´s wohl wieder nur ein verlegenheits-coach werden der dann wieder nach nem halben jahr geschmissen wird undjetzt sind die ja richtig durchgeknallt.
verpflichten ihren eigenen jugendtrainer a.kraaz als assistenztrainer für die neue saison, wo doch jeder weiss das ein neuer trainer auch immer sein wunsch assistent mitbringt.


__________________
Ciao Stefano

Ich wurde nicht gefragt...ob ich geboren werden wollte...
Ich werde nicht gefragt...ob ich sterben will...
also lasst mich LEBEN...wie ich es will...!

Geändert von Steven Broker (09.10.2002 um 19:43 Uhr)
 
  Mit Zitat antworten
Alt 21.03.2001, 17:27   #2
verbringt hier viel Zeit
 
Benutzerbild von jbeam
 
Registriert seit: 27.02.2001
Beiträge: 71
Wikibeiträge: 0
Status: jbeam ist offline
Standard

"Eintracht Frankfurt - Einfach Genial"



Für diese Threadüberschrift liebe ich Dich, Stefano.



Habe aber Angst, dass dieser Thread Schmähungen von SGE-Hassern auf sich ziehen wird.

Zum Thema nur eins:
Das Problem bei der Eintracht war schon immer die Vereinsführung. Alles dilettantische Volltrottel. Als Hölzenbein abgedankt hat, war ich so froh, weil ich dachte, schlimmer gehts nimmer - es kam schlimmer....

"Eintracht Frankfurt - Einfach Genial"

Gruß

Jbeam
Fan seit Geburt


__________________
Dicke Fische angelt man auf HOHER See !
 
  Mit Zitat antworten
Alt 21.03.2001, 17:39   #3
Waldstadion
 
Benutzerbild von Stefano
 
Registriert seit: 17.08.2000
Beiträge: 22.632
Wikibeiträge: 0
Status: Stefano ist offline
Talking hier gibt´s keine schmährufe

hola jbeam,

naja die überschrift war durch den daumen nach unten eher sakastisch gemeint, is aber ach egal.

besser hätt ich´s auch nicht auf den punkt treffen können. ja egal wer präsident war, berauschend war es net

ich glaube hier wird sich so schnell auch nichts ändern,
der jetzige "Fischer" ist nur ein spielball von octagon´s chef jedliki. die wollen mit aller macht jetzt was erreichen koste was es wolle und machen die gleichen fehler wie immer.

mal sehen ob es wieder zu einem endspiel kommt am letzten spieltag


__________________
Ciao Stefano

Ich wurde nicht gefragt...ob ich geboren werden wollte...
Ich werde nicht gefragt...ob ich sterben will...
also lasst mich LEBEN...wie ich es will...!
 
  Mit Zitat antworten
Alt 21.03.2001, 17:48   #4
verbringt hier viel Zeit
 
Benutzerbild von jbeam
 
Registriert seit: 27.02.2001
Beiträge: 71
Wikibeiträge: 0
Status: jbeam ist offline
Standard

Oh bitte nicht !
Diesmal gehts am 34. Spieltag schließlich nicht gegen den FCK. Uuups .
Naja, nochmal zur Erinnerung:

1:0 Chen Yang (47.)
1:1 Michael Schjönberg (68.)
2:1 Thomas Sobotzik (70.)
3:1 Marco Gebhardt (80.)
4:1 Bernd Schneider (82.)
5:1 Jan-Aage Fjörtoft (89.)

Hast Du die ARD Radio-Live-Berichterstattung von diesem Spieltag ? Kult !

Diesmal gehts gegen Stuttgart - da ist noch ne ältere Rechnung offen...


Gruß


__________________
Dicke Fische angelt man auf HOHER See !
 
  Mit Zitat antworten
Alt 22.03.2001, 11:33   #5
Waldstadion
 
Benutzerbild von Stefano
 
Registriert seit: 17.08.2000
Beiträge: 22.632
Wikibeiträge: 0
Status: Stefano ist offline
Talking

hola jbeam,

nein hab ich nicht, war selbst bei diesem spiel anwesend, das war schon super, auch wenn der fck nach dem 1:3 null bock mehr hatte.

aber ich tippe mal auf ein endspiel wieder im waldstadion gegen vfb magath und wer wird wohl da gewinnen


__________________
Ciao Stefano

Ich wurde nicht gefragt...ob ich geboren werden wollte...
Ich werde nicht gefragt...ob ich sterben will...
also lasst mich LEBEN...wie ich es will...!
 
  Mit Zitat antworten
Alt 22.03.2001, 12:41   #6
verbringt hier viel Zeit
 
Benutzerbild von jbeam
 
Registriert seit: 27.02.2001
Beiträge: 71
Wikibeiträge: 0
Status: jbeam ist offline
Standard

Von wegen, seit 6 Jahren nicht mehr im Stadion

Wenns interessant wird, kommen sie wieder alle...

An dem Tag hatte ich im Block eine Herzattacke nach der anderen - wir hatten ein Radio dabei....

Gruß


__________________
Dicke Fische angelt man auf HOHER See !
 
  Mit Zitat antworten
Alt 22.03.2001, 13:08   #7
verbringt hier viel Zeit
 
Benutzerbild von jbeam
 
Registriert seit: 27.02.2001
Beiträge: 71
Wikibeiträge: 0
Status: jbeam ist offline
Standard



Peinlichkeit Trainersuche: Keine Eintracht in Frankfurt
Von Frank Hellmann

20. März 2001 „Wir hatten unterschiedliche Auffassungen“, sagt Günter-Peter Ploog. Dann schiebt der Mediendirektor der Frankfurter Eintracht gleich allen Nachfragen einen Riegel vor: „Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.“

Gibt es aber doch. Denn nach der Absage von Hans-Peter Briegel ist die Trainersuche des akut abstiegsgefährdeten Bundesligisten reif für die Serie Pleiten, Pech und Pannen. Und an Peinlichkeiten kaum zu überbieten. Erst Klaus Toppmöller, dann Lothar Matthäus, nun Hans-Peter Briegel - bei allen drei muss sich der Verein wie ein Bittsteller vorgekommen sein, weil sie am Ende zu dem Entschluss kamen: Trainer in Frankfurt? Nein, danke!

Ratloser Eindruck

Der eine war dem Club zu teuer, der andere hat den Verein getäuscht, der dritte fügt zu der Begründung mit den „unterschiedlichen Auffassungen“ wenigstens noch den Zusatz „über sportliche Dinge“ an.

Der Bundesligist vermittelt seit der Umwandlung in die Eintracht Frankfurt Fußball AG einen recht ratlosen Eindruck, was sportliche Entscheidungen in der Führungsetage betrifft. Ploog räumt dies auch indirekt ein: „Im Fall von Klaus Toppmöller gab es ja auch bei uns unterschiedliche Auffassungen.“

Nach dem Training in die Kneipe

Da ist einmal der Verein und dessen traditionsbewusster Vorsitzender Peter Fischer, da sind auf der anderen Seite der mächtige Vermarkter Octagon und der AG-Vorsitzende Steven Jedlicki. Meinungsverschiedenheiten sind vorprogrammiert. Steven Jedlicki hat das letzte Wort und vor Wochen die Trainersuche selbst in die Hände genommen, „unterstützt von Rolf Dohmen“ (Ploog). Dieser Dohmen scheint mit seinem Latein am Ende - am Dienstag schickte er die Mannschaft direkt nach dem Training in die Apfelweinkneipe: „Die sollen einen saufen gehen.“

Jedlicki und Dohmen sollten das nicht, sondern mehr zusammenarbeiten. Gleichwohl: Teamarbeit schützt vor Fehlern nicht, wie das unsägliche Medien-Theater um Lothar Matthäus bewies. Auf populistische Äußerungen des fränkischen Dampfplauderers fiel Steven Jedlicki herein, der allen Ernstes glaubte, „Loddar“ würde gegenüber seinen Freunden vom Boulevard Stillschweigen bewahren. Typischer Fall von Trugschluss. Als Matthäus absagte, blieb Jedlicki nichts anderes übrig, als Bedauern auszudrücken.

Otto Rehhagel: „Nur mit Fachleuten“

Wohl das einzige, was der Eintracht bleibt. Wenn auch Ploog zur Trainersuche nichts mehr sagen will („Wir dementieren und kommentieren nichts“), weil die Liste der Kandidaten viel zu lang sei, so darf er einen Namen schon streichen: den von Otto Rehhagel. Denn der hat ausdrücklich jüngst erst betont, er werde nur noch mit Fachleuten zusammenarbeiten, die etwas vom Fußball verstehen würden. Seiteneinsteiger, die eine Profilneurose hätten, wolle er nicht.

Immerhin haben es die seitlich eingestiegenen AG-Bosse geschafft, wenigstens den Co-Trainer für die nächste Saison schon parat zu haben. Bis 2003 hat nun der frühere Profi und A-Jugendtrainer Armin Kraaz seinen Vertrag als Assistenztrainer verlängert. Die Bundesliga sei ein Risikogeschäft, sagt er dazu und spricht damit den Punkt an, dass die meisten Cheftrainer ihren Assistenten gleich mitbringen. Soll ihn nicht stören - Vertrag hat er ja.

Langfristig war auch der Kontrakt mit Felix Magath angelegt, dessen Trennung nicht einer gewissen Pikanterie entbehrte. Fristlos kündigen oder beurlauben, hieß die Kardinalfrage. Bei letzterem wären sofort mehr als vier Millionen Mark fällig gewesen. Also hat die Eintracht ersteres getan, damit zwei Millionen gespart, muss nun aber hinnehmen, dass Felix am finalen Spieltag mit den erstarkten Stuttgartern die Frankfurter quält.

Trainersuche wird zur Qual

In Eintracht-Kreisen wird dafür die Trainersuche zur Qual, die Namen Roland Koch, Joachim Löw und Lorenz-Günther Köstner sollen nun noch zur Debatte stehen. „Wenn wir einen finden, der ein Konzept zur Rettung hat, höre ich sofort auf“, hat Rolf Dohmen verlauten - und damit durchblicken lassen, dass er eigentlich keines hat. „Wir werden alles versuchen, eine schnelle Lösung zu finden“, sagt Steven Jedlicki - und wiederholt damit etwas, was er bei der Magath-Entlassung schon gesagt hat.

Sogar eine Trainerfindungskommission hatten sie schon am Main einberufen - geholfen hat es nicht. Was hilft überhaupt? Steven Jedlicki gibt den sachdienlichen Hinweis: „Wir können keinen Trainer aus dem Hut zaubern.“ Also müsste eigentlich ein Magier her - doch dummerweise ist der, dem dieser Ruf vorauseilt, ja entlassen und abgefunden worden.




__________________
Dicke Fische angelt man auf HOHER See !
 
  Mit Zitat antworten
Alt 22.03.2001, 13:22   #8
Waldstadion
 
Benutzerbild von Stefano
 
Registriert seit: 17.08.2000
Beiträge: 22.632
Wikibeiträge: 0
Status: Stefano ist offline
Talking typisch eintracht

hola jbeam,

na der bericht drückt doch alles aus.

ich bleibe dabei aus diesem verein wird niemals was richtiges!!

nicht sauer sein, auch du kommst eines tages dahinter und gehst nicht mehr ins stadion


__________________
Ciao Stefano

Ich wurde nicht gefragt...ob ich geboren werden wollte...
Ich werde nicht gefragt...ob ich sterben will...
also lasst mich LEBEN...wie ich es will...!
 
  Mit Zitat antworten
Alt 24.03.2001, 20:29   #9
Waldstadion
 
Benutzerbild von Stefano
 
Registriert seit: 17.08.2000
Beiträge: 22.632
Wikibeiträge: 0
Status: Stefano ist offline
Talking @ jbeam, nimm dir zeit für diesen artikel

hola,

selbst dem Spiegel war das Thema Eintracht ne Reportage wert
Quo vadis Diva vom Main

Mit der Machtübernahme durch den amerikanischen Vermarktungskonzern Octagon sollte alles besser werden beim notorischen Abstiegskandidaten Eintracht Frankfurt. Bei der Suche nach einem Trainer geben die neuen Manager ein eher blamables Bild ab. Unter den Fans wächst der Unmut.


Die Aufgabe schien reizvoll. Ein großer Verein, eine große Stadt, eine große Fangemeinde. Hans-Peter Briegel, 45, in den Achtzigern als "Walz von der Pfalz" auf deutschen Fußballplätzen gefürchtet und mit der Nationalelf zweimal Vize-Weltmeister, hatte mit dem Gedanken Freundschaft geschlossen: Ja, er wollte Trainer von Eintracht Frankfurt werden.
Die letzten fünf Spiele hatte die Mannschaft, seit drei Jahren notorisch abstiegsgefährdet, nicht gewinnen können. Doch die beiden WM-Qualifikationsmatches der Nationalelf boten eine Bundesligapause von zwei Wochen. Briegel, so hatte er es sich ausgemalt, wäre mit seinem neuen Team acht Tage ins Trainingslager gefahren, um die Profis in Ruhe kennen zu lernen: "Der Zeitpunkt passte."

Vergangenen Montag schaltete Briegel indes zu Hause sein Fernsehgerät ein und erfuhr, dass die Frankfurter Eintracht den Vertrag mit Assistenztrainer Armin Kraaz bis 2003 verlängert habe. Das war der Moment, in dem der ehemalige Kaiserslauterer wusste, dass es mit dem hessischen Traditionsclub doch keinen Sinn hat. Erst den Stellvertreter zu bestätigen und dann den Chefcoach zu suchen, das hielt Briegel für einen problematischen Modus von Personalpolitik. Offiziell ließ er verlauten, "unterschiedliche sportliche Konzepte" hätten die Gespräche von Vorstand und Trainerkandidat zum Scheitern gebracht.

Eine vornehme Umschreibung. Es war wohl eher Dummheit, die dazu geführt hat, dass die Eintracht jetzt wohl bis Saisonende mit ihrer Verlegenheitslösung auskommen muss: mit Club-Manager Rolf Dohmen auf der Trainerbank. Denn vor Briegel hatten schon andere Fußballlehrer auf den Job verzichtet.

Das mag überraschen, weil doch alles besser werden sollte mit der Umwandlung des Traditionsvereins zur "Eintracht Frankfurt Fußball AG". "Drastische Veränderungen", hatte Steven Jedlicki, der Vorstandsvorsitzende der neuen Aktiengesellschaft angekündigt. Ob dazu gehört, ohne lizenzierten Chefcoach dem Abstieg entkommen zu wollen?

Jedlicki winkt ab. Zur Trainersuche sage er nichts mehr. Sein Thema sind die brachliegenden Ressourcen des Vereins. "Das Vermarktungspotenzial der Marke Eintracht Frankfurt ist groß", sagt der hemdsärmelige Marketingprofi, und es klingt, als spräche er über Coca-Cola oder Persil, und so ist es wohl auch gemeint. "Die Eintracht ist ein Wirtschaftsunternehmen und muss wie ein Großkonzern geführt werden."

So zu reden ist zwar inzwischen Usus im Bundesliga-Geschäft. Der Unterschied besteht jedoch darin, dass die Hoeneß und Assauer dieses Landes im Herzen immer noch Vereinsmeier sind - und ihrem Club verpflichtet. Steven Jedlicki, 49, arbeitet hingegen für den amerikanischen Vermarktungskonzern Octagon, eine Tochtergesellschaft der Interpublic Group, die durch Zukäufe dieser Tage zur weltgrößten Werbe-Holding expandiert ist.

Octagon besitzt inzwischen 49,9 Prozent der Anteile der "Eintracht Frankfurt Fußball AG", wie die vom Restverein abgetrennte Profiabteilung nun heißt - ein Novum in der deutschen Fußballhistorie, das die Beteiligten aus Verein und AG "strategische Partnerschaft" nennen.

Das klingt fortschrittlich. Und in der Tat zählt die Eintracht zu jenem exquisiten Zirkel von vier Bundesligateams, die in Kapitalgesellschaften umgewandelt worden sind. Den Schritt an die Börse hat bislang freilich nur Borussia Dortmund gewagt und damit einen Reinerlös von 260 Millionen Mark erzielt. Bayer Leverkusen und der VfL Wolfsburg änderten zwar die Gesellschaftsform, mit Bayer und Volkswagen sind indes jene Unternehmen Anteilseigner geworden, die schon zuvor den Verein wirtschaftlich trugen. Die Frankfurter Eintracht hingegen hat sich, in Stunden höchster Not, einem fremden Geldgeber an den Hals geschmissen.

Die strategische Partnerschaft sah dann auch so aus, dass Octagon als Erstes rund 20 Millionen Mark in den damals konkursreifen Fußballverein gesteckt hat. Irgendwann, so der Masterplan, wird das US-Unternehmen 50 Millionen Mark in das Joint Venture gepumpt haben. Und dann möchte Jedlicki seine Vision vom modernen Kicker-Konzern verwirklicht sehen, der um Europas Fußballpokale mitspielt. "Die Marke Eintracht Frankfurt zur führenden Marke machen", sagt Jedlicki, sei seine Aufgabe. Er denkt dabei an Borussia Dortmund oder Bayern München, Ajax Amsterdam oder den AC Mailand. An Clubs jedenfalls, die Jedlicki für Großkonzerne hält und nicht für solche Bier-, Schweiß- und Tränenvereine, zu denen auch die Eintracht noch bis vor kurzem gehört habe.

Octagon ist schließlich wer im weltweiten Sportbusiness; hat Tennisstars wie Martina Hingis, Anna Kurnikowa und Gustavo Kuerten unter Vertrag, betreut etliche Golfprofis der Sonderklasse, organisiert das Rasentennisturnier im Londoner Queens Club und gestaltet unter anderem das Fußballsponsoring von Opel, mit dessen Logo die Trikots von Bayern München bedruckt sind. "Global Passion" steht oben auf der knallroten Internet-Seite des Unternehmens: "Octagon Worldwide". "Wir sind Weltmarktführer", erklärt Jedlicki.

Die Frankfurter Eintracht gehört hingegen nicht gerade zu den ganz Großen im Fußballgeschäft: Sie ist einmal Deutscher Meister geworden - das war 1959, also noch vor Einführung der Bundesliga -, viermal DFB-Pokalsieger und einmal Uefa-Cup-Sieger. Ihre Helden heißen Bernd Hölzenbein, Jürgen Grabowski und Fred Schaub, der 1980 im Europapokalfinale das entscheidende 1:0 gegen Borussia Mönchengladbach schoss. Lange her.

Von sich reden machte der Verein seitdem meist wegen verpasster Chancen und innerer Zerwürfnisse. Von Journalisten wird er deshalb gern hämisch "Zwietracht" genannt. Um das zu ändern, hat Jedlicki für die Pressearbeit den Fernsehmann Günter-Peter Ploog geholt, der jahrelang fürs ZDF gearbeitet hat. "Mein Ziel ist es, aus der Diva vom Main eine Lady zu machen", sagt Ploog, der sich jetzt Mediendirektor nennt.

Anfang Februar hatte Jedlicki die Chance, umzusetzen, was er unter professioneller Vereinsführung versteht. Da saß er morgens mit seinem Geschäftspartner Manfred Birkholz zusammen, und beim Kaffee kam den beiden die Idee mit Lothar Matthäus.

Der deutsche Rekordnationalspieler sollte dem ungeliebten Felix Magath als Trainer folgen. Magath war nicht nach dem Geschmack von Steven Jedlicki. Er trainiert meistens Abstiegskandidaten und steht in dem Ruf, seine Profis bis zum Kreislaufkollaps über den Sportplatz zu scheuchen. Magath sagt Weisheiten wie: "Wer besser sein will als andere, muss mehr tun." Mit Magath wird Schweiß und Fleiß assoziiert, Trainingsanzüge und Turnschuhe.

Matthäus hingegen ist in Jedlickis Wertewelt eine Marke - ein "Brand", wie sie jetzt in Frankfurt sagen. Hat mit Inter Mailand und Bayern München Trophäen gewonnen. War schon Weltmeister und hat in New York gelebt. "Erfolge auf höchstem Niveau", fand Jedlicki, als er glaubte, das sei ein Mann für seinen Club.

Also traf sich Jedlicki mit Matthäus in München, und anfangs sah es auch so aus, als hätte der frühere Weltfußballer Interesse an Eintracht Frankfurt. Obwohl er noch nie einen Verein trainiert hat und keine Lizenz, um selbiges zu tun.

Doch dann ging wieder alles schief. Irgendjemand, voller Freude über den Coup, posaunte die Neuigkeit aus. Prompt opponierten die Fans gegen die Verpflichtung von "Frankenbarbie". Im Internet verlangten entrüstete Hessen, Jedlicki möge "ins Showgeschäft gehen" und riefen dazu auf, dem Octagon-Mann die Mailbox "vollzubomben": Es seien "zu viele Deppen in der Vorstandsetage". Zum nächsten Heimspiel war das Waldstadion voll mit Anti-Matthäus-Transparenten.

Lothar Matthäus beriet sich derweil mit Freunden in München und sagte Jedlicki ab. Die sportliche Situation der Eintracht sei ihm zu brisant. Jedlicki war tief enttäuscht. Dennoch ist er der Überzeugung, mit seinem Konzept Eindruck gemacht zu haben: "Matthäus hat gefallen, wie professionell wir an die Dinge herangehen."

Eine Einschätzung, die Jedlicki nahezu exklusiv hat. Peter Fischer zum Beispiel fühlt sich übergangen. Der Inhaber einer großen Werbeagentur ist Präsident des Eintracht Frankfurt e. V., der mit 50,1 Prozent die Mehrheit an der Eintracht AG hält. Fischer hätte im Aufsichtsrat über die Matthäus-Verpflichtung mit abstimmen müssen. Doch Fischer hielt nichts von Matthäus als Trainer in Frankfurt, und das hatte er auch gesagt, was ihm große Sympathien bei den Anhängern eingebracht hat, aber zu Verstimmung bei den Octagon-Leuten führte.

Teil 2 folgt sofort






__________________
Ciao Stefano

Ich wurde nicht gefragt...ob ich geboren werden wollte...
Ich werde nicht gefragt...ob ich sterben will...
also lasst mich LEBEN...wie ich es will...!
 
  Mit Zitat antworten
Sponsored Links
Alt 24.03.2001, 20:30   #10
Waldstadion
 
Benutzerbild von Stefano
 
Registriert seit: 17.08.2000
Beiträge: 22.632
Wikibeiträge: 0
Status: Stefano ist offline
Talking @ jbeam teil 2

hola,

und weiter mit teil 2.....

Dabei hätte Fischer gern rechtzeitig gewarnt. Er hätte angemerkt, dass Matthäus als ehemaliger Bayern-Star am Main nicht besonders wohlwollend aufgenommen worden wäre und hartgesottene Fans ihm immer noch übel nehmen, dass er vor gut 20 Jahren Frankfurts damals 35-jähriges Idol Jürgen Grabowski in den frühzeitigen Ruhestand getreten hatte. Doch all das konnte er nicht sagen. Fischer erfuhr von den Matthäus-Ambitionen erst aus der Zeitung.

Durch die Medien hat Fischer auch erfahren, dass Troubleshooter Jedlicki eine fünfköpfige "Trainerfindungskommission", kurz TFK, gründete. Seitdem geistern viele Namen durchs Rhein-Main-Gebiet, darunter Bernd Schuster, Christoph Daum, Otto Rehhagel, Klaus Toppmöller und eben Hans-Peter Briegel. Alles Brands, doch keiner wollte sich den Krisenclub antun.

Das mag auch am lausigen Ruf liegen, den die Eintracht hier zu Lande besitzt. In einer Umfrage des Fachmagazins "Kicker" urteilten die Leser jüngst über das Image und die Management-Qualitäten der 18 Bundesligavereine - die Eintracht wurde jeweils letzter. Die Basis sieht das kaum anders. Irgendwann auf dem Weg zum Auswärtsspiel, in einem Sonderzug schon weit hinter Hanau, fasst der Eintracht-Fan-Club Maintal Mut zu klaren Positionen. "Jedlicki reißt hier die Macht an sich", schimpft einer: "Jedlicki hat kein Herz. Dem geht's nur um die Kohle." Die Treuesten der Treuen haben das Gefühl, von den neuen Herren in der Chefetage werde die Seele des Vereins verkauft.

Auch der Präsident des Kernvereins weiß nicht so recht, was er von der neuen Zeit halten soll. "Die AG ist die Zukunft", sagt Peter Fischer etwas gequält, "wir sind Partner: Gewinne werden geteilt, wenn sie erwirtschaftet werden." Das gäbe dann eine "Win-win-Situation". Ach ja: "Die AG ist ein Start-up-Unternehmen. Octagon bringt Know-how ein." Als Werbeprofi mit Beteiligungen im internationalen Filmgeschäft tut er sich nicht allzu schwer mit dem modischen Jargon, den die neue Zeit fordert.

Aber eine Trainerfindungskommission hält er dann doch für Schabernack. "Dann brauchen wir demnächst eine Verteidiger-, eine Stürmer- und eine Managerfindungskommission", lästert er.

Jetzt steht er am Riederwald, der alten Heimstätte der Eintracht. Das alte Clubheim rottet langsam dahin. Einen Großteil des Gebäudes hat die Behörde wegen Baufälligkeit gesperrt. Hinten kicken die Amateure des Vereins gegen Croatia Frankfurt. Sie stolpern über den hart gefrorenen Platz.

Ganz außen auf der alten Traverse steht Bernd Hölzenbein, der Weltmeister von 1974. Einst riefen sie "Deutschlands Stolz, der Grabi und der Holz": 420 Bundesligaspiele hat er für seine Eintracht gemacht und dabei 160 Tore geschossen. Später, als Vereinsfunktionär, baute er eine großartige Elf auf: mit Uwe Bein, Andreas Möller und Anthony Yeboah. "Fußball 2000" nannten sie das nicht nur in Frankfurt. Was hatten sie geschwärmt vom Fußball der Zukunft - und wurden doch nur Dritte.

Alles vergessen in dieser schnelllebigen Zeit. Vor knapp sechs Wochen verurteilte das Landgericht Frankfurt Bernd Hölzenbein zu einer Bewährungsstrafe. Er soll als Eintracht-Funktionär Steuern hinterzogen haben. Jetzt weiß er nicht, wie er 300 000 Mark Prozesskosten bezahlen soll. Persönlich bereichert hat sich Hölzenbein nicht. Er glaubte, seinem Verein zu helfen.

Bernd Hölzenbein kommt von Eintracht Frankfurt nicht los. Mit einem Stöpsel im Ohr verfolgt er die Radio-Konferenzschaltung aus den Bundesligastadien und gibt Zwischenstände durch.

Plötzlich erspäht Präsident Fischer den einstigen Dribbler. "Wir machen ein Benefizspiel für dich", verkündet er und haut dem eher zierlich gewachsenen Flügelstürmer fröhlich auf die Schulter. "Der Steven Jedlicki hat sofort zugesagt." Hölzenbein ist das peinlich. Er will keine Almosen. Er braucht einen Job.

Doch ausgerechnet den haben sie gerade nicht für den Vorbestraften - bei einem Wirtschaftsunternehmen, das jetzt wie ein Großkonzern geführt werden soll.

THILO THIELKE
spiegel-online




__________________
Ciao Stefano

Ich wurde nicht gefragt...ob ich geboren werden wollte...
Ich werde nicht gefragt...ob ich sterben will...
also lasst mich LEBEN...wie ich es will...!
 
  Mit Zitat antworten
Antwort

Lesezeichen

Themen-Optionen Thema durchsuchen
Thema durchsuchen:

Erweiterte Suche
Ansicht

Forumregeln
Es ist Ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Ihre Beiträge zu bearbeiten.

BB-Code ist an.
Smileys sind an.
[IMG] Code ist an.
HTML-Code ist aus.
Trackbacks are aus
Pingbacks are an
Refbacks are aus


Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 08:37 Uhr.