Mitglieder: 38.726 | Beiträge: 1.935.775 | Online: 42 Benutzer u. 213 Gäste | Chat: 0 | Neues Mitglied: tradersk
Aktienboard > Märkte > DAX, MDAX & Europa > Der große Subprime Thread

  

Antwort
 
LinkBack Themen-Optionen Thema durchsuchen Ansicht
Alt 19.05.2009, 09:36   #421
Volatänzer
 
Benutzerbild von Karl Eugen
 
Registriert seit: 19.10.2006
Beiträge: 4.235
Wikibeiträge: 1
Status: Karl Eugen ist gerade online
Standard AW: Der große Subprime Thread

Zitat:
Zitat von Swai Beitrag anzeigen
... Die Realität kehrt langsam in die Köpfe zurück, bravo.
Gruß,
Swai
Nix mit „Realität kehrt langsam zurück“. Es wird weiter gezockt. Die Großen wollen ihre Verluste zurückerobern. Was heißt in diesen Zeiten schon Vernunft oder Augensicht. Geld wurde schnell verloren und will schnell zurückerobert werden. Wenn es nicht klappt war die Krise ja doch größer. Der Staat hat dann halt versagt.


__________________
Elena Salgado: wir sind nicht Griechenland, wir haben die Verschuldung im Griff.
 
  Mit Zitat antworten
Alt 19.05.2009, 22:16   #422
Bauklotzschätzer
 
Registriert seit: 05.05.2006
Beiträge: 653
Wikibeiträge: 0
Status: molguge ist offline
Standard AW: Der große Subprime Thread

die zahlen zum häusermarkt heute, könnten endlich einen downmove der indizes einläuten.




http://wirtschaftquerschuss.blogspot.com/
Wie brutal der Einbruch ist, zeigt sich auch in der Relation zur Bevölkerung. Heute werden viel weniger Häuser gebaut als 1959, damals betrug die Einwohnerzahl der USA 177,135 Millionen, heute liegt die Einwohnerzahl bei 306 Millionen!.................
Miniaturansicht angehängter Grafiken
housing.jpg  



__________________
heiter weiter
molguge


wer das unmögliche nicht denkt, wird das mögliche nie erreichen!
h. hesse
 
  Mit Zitat antworten
Alt 20.05.2009, 10:13   #423
officially scared
 
Benutzerbild von Swai
 
Registriert seit: 25.05.2007
Beiträge: 1.789
Wikibeiträge: 4
Status: Swai ist offline
Standard AW: Der große Subprime Thread

Ahahaha. Ich habe langsam das Gefühl, dass wir eigentlich von allen Seiten nur noch verarscht werden. Erzählt irgendjemand auch noch die Wahrheit?


Autoindustrie trickst bei Jobzahlen
Die Autobranche hat für den deutschen Arbeitsmarkt eine weit geringere Bedeutung als bislang angenommen. Die Behauptung, jeder siebte Arbeitsplatz hänge von der Autobranche ab, beruht auf einem simplen Rechentrick des Verbands der Automobilindustrie.
http://www.ftd.de/politik/deutschlan...en/516206.html

Zitat:
Die Behauptung, jeder siebte Arbeitsplatz in Deutschland sei an die Automobilindustrie geknüpft, beruht nach Recherchen des Magazins Capital auf einem simplen Rechentrick des Verbands der Automobilindustrie (VDA). Der VDA geht davon aus, dass ohne Autoindustrie in Deutschland niemand mehr Auto fahren würde - weder deutsche Wagen noch ausländische. Damit würden alle Jobs wegfallen, die irgendwie durch das Auto bedingt sind - vom Straßenbauarbeiter bis zum Parkhauspförtner. Nach Berechnungen des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) hängt dagegen nur rund jeder 20. Arbeitsplatz von der Autonachfrage ab.

[...]
Die Rechnung ist zudem uralt. Die Methodik, die der VDA nutzt, stammt aus dem Jahr 1980. In dem damals erschienenen Buch "Die Automobilindustrie in Deutschland" rechnet Autor Achim Diekmann die Bedeutung vor: Danach waren nur 1,349 Millionen Beschäftigte von der Automobilproduktion abhängig. Das war damals jeder 21. Arbeitsplatz. Und von der ganzen Branche, inklusive Vertrieb, Investitionen und der "in den Vorleistungsbereichen induzierten Investitionen", waren es 1,85 Millionen - seinerzeit jeder 15. Job.

Der VDA verschweigt dies aber und arbeitet lediglich mit einer anderen Übersicht, die die allgemeine Abhängigkeit von Auto und Nutzfahrzeug darstellt - und aktualisiert die Beschäftigtenzahlen alle paar Jahre.

[...]
Das RWI hat 2000 errechnet, dass ein Beschäftigter 1,4 Arbeitsplätze zusätzlich schafft. "Das ergibt insgesamt 1,76 Millionen Beschäftigte, die von der Nachfrage nach Autos abhängen", sagt Michael Rothgang vom RWI. Nach dieser weiterhin gültigen Rechnung sei jeder 20. Arbeitsplatz autoabhängig.

Der Politik kann es recht sein, dass die Zahlen so selten hinterfragt werden. Das Auto eigne sich besonders gut zur Rettung Deutschlands, sagt auch Henning Klodt, Leiter der Wirtschaftspolitik beim Kieler Institut für Weltwirtschaft. "Es ist politisch und medial bestens vermittelbar, weil es jeder kennt - im Gegensatz zu deutscher Hochtechnologie in den Werkshallen." Politik und Lobby betrieben aber eine "falsche Vorstellung", dass jeder Siebte arbeitslos würde, wenn ein deutscher Autobauer bedroht sei.
Erst retten wir Opel, dann Porsche, ach ja, BMW will auch Staatsgelder, wer kommt als nächstes?


Scheiss auf die Staatsverschuldung, ist ja nur virtuelles Geld, das kommt doch einfach so herbeigeflogen. Und mit Steuersenkungen wird auch wieder alles gut.


Gruß,
Swai


__________________
"Schurken, die ihre Schnurrbärte zwirbeln, sind leicht zu erkennen. Diejenigen aber, die sich in gute Taten kleiden, sind hervorragend getarnt."

+ Recently, "too big to fail" became "too dumb to succeed".
+ Finanzberatung funktioniert heutzutage nach der Auerbild-Methode: Anhauen, Umhauen, Abhauen! (Zitat: Julius Reiter, "hart aber fair" vom 10.06.09)
 
Musterdepot von Swai Mit Zitat antworten
Alt 20.05.2009, 23:12   #424
Elite Aktienboarder
 
Registriert seit: 16.12.2008
Beiträge: 2.311
Wikibeiträge: 0
Status: Praeriebaer ist gerade online
Standard AW: Der große Subprime Thread

wir brauchen einfach mehr Hacker, die bringen die Staatsverschuldung schon auf ein angenehmes Maß, wenn sie den richtigen Anreiz dafür haben.
 
Musterdepot von Praeriebaer Mit Zitat antworten
Alt 25.05.2009, 23:07   #425
Bauklotzschätzer
 
Registriert seit: 05.05.2006
Beiträge: 653
Wikibeiträge: 0
Status: molguge ist offline
Standard AW: Der große Subprime Thread

auch ein aspekt de krise



Geordneter Übergang

Paul Schreyer 25.05.2009
Auf dem Weg zur unbewussten Gesellschaft
Es ist viel Aufregung in der Luft in diesen Monaten. Die Krise frisst sich langsam und unerbittlich durch die gesamte Wirtschaft. Medien und Politik wirken verunsichert. Einige warnen schon vor sozialen Unruhen, die Bilder hunderter brennender Autos in Pariser Vororten im Kopf. Doch schaltet man den Fernseher aus und klappt die Zeitung zu, ist von Unruhe nicht viel zu spüren. Die Leute gehen ihrer Arbeit nach, so sie denn welche haben, und werden der Politik gegenüber eher noch unbeteiligter. Dass die Oppositionsparteien im Bundestag sich mühsam geeinigt haben, einen Untersuchungsausschuss zur Hypo Real Estate einzurichten, ist in der Öffentlichkeit praktisch kein Thema. Ein paar Milliarden mehr oder weniger in den Sand gesetzt, was macht das schon, so die unausgesprochene Stimmung im Land. Der Widerspruch zwischen veröffentlichter Unruhe und realer Lethargie ist erklärungsbedürftig.

download

Doch erscheint dieses Paradox vielleicht weniger verwunderlich, wenn man es als simple Spiegelung anderer Widersprüche begreift, die längst klaglos akzeptiert werden. Beispiel Medienenthüllungen. Kaum eine Woche vergeht, in der nicht fleißige und kompetente TV-Journalisten von "Frontal21" bis "Monitor" einen neuen Großskandal aufdecken. Pharmalobby, Korruption, Waffenhandel, Pflegenotstand ... (Fast) alles wird investigativ durchleuchtet und öffentlich-rechtlich ausgestrahlt. Pressefreiheit eben. Merkwürdig nur, dass den Enthüllungen zumeist wenig reale Konsequenzen, juristische Aufarbeitungen oder gar Gesetzesänderungen folgen. Alles sumpft weiter vor sich hin. Jeder weiß es, die meisten akzeptieren es.

Die öffentlichen Foren von "Anne Will" bis "Maybrit Illner" legen zwar oft den Finger in die Wunde, doch immer öfter halten sie ihn vorher in den Wind. So koordinieren die Meinungsmacher eine Abfolge von Krisenhypes, deren Zuschauer am Ende der launigen Debatten selten klüger sind als zuvor. Der Ablauf ist bekannt. "Spiegel" oder "Bild-Zeitung" generieren ein Titelthema, die großen Talkshows steigen ein und zum Schluss füttert das TV-Feuilleton von "Kulturzeit" bis "Zapp" die Intellektuellen mit einer Art Meta-Kommentar: dem ironisch gebrochenen Bericht zum Bericht. Zurück bleibt Beliebigkeit. Im Ergebnis wird die freie Presse durch ihre gesellschaftliche Folgenlosigkeit mehr und mehr zur Alibi-Veranstaltung.
Anzeige

Wichtige Kennziffern der Gesellschaft bleiben in der polyphonen Aufregung des derzeitigen Vorwahlkampfs zudem seltsam unbeachtet. Der als "Mr. Dax" durch viele Fernsehauftritte bekannte Börsenhändler Dirk Müller weist in seinem lesenswerten Buch "Crashkurs" zum Beispiel nach, dass die reale Inflation in Deutschland schon 2007 bei atemberaubenden 9,8 Prozent lag. Was auch einer der Gründe für Ackermanns surreal hoch erscheinenden Renditeziele sei. Die Leute an der Spitze wüssten um diese Wahrheit, die dem Volk verborgen bleibe, und würden die Entwertung, die in Wahrheit eine gigantische Umverteilung ist, einfach "einpreisen".

Der TV-Bericht zu dieser Enthüllung steht allerdings noch aus. Stattdessen beruhigt die Kanzlerin ihr Volk, wie zuletzt beim sogenannten "Townhall-Meeting", einer Co-Produktion von RTL und "Spiegel", bei der Bürger ihr direkte Fragen stellen konnten. Die Atmosphäre war seltsam brav, Merkel unterstrich ihre Glanzlosigkeit durch Ratschläge im Behördenjargon - und erhielt dafür Beifall. Botschaft: Die Kanzlerin schwebt über den Niederungen des Wahlkampfs, kümmert sich zugleich aber persönlich. Man kennt diesen Stil bereits von Berlusconi.

Parallel läuft mit großem Eifer eine geradezu grotesk anmutende Debatte zu einem vor 20 Jahren untergegangenen "Unrechtsstaat". Wer hierin eine Ablenkung vermutet, handelt sich schnell den Vorwurf der Verschwörungstheorie ein. Doch allem Anschein nach ist die Themensetzung nichts weiter als dies: eine Ablenkung, Zerstreuung, Verschiebung der Aufmerksamkeit. Beim Übergang zur unbewussten Gesellschaft sind wir schon ein gutes Stück vorangekommen. Oder waren wir etwa nie woanders?

Gerade die in diesem Jahr vielbeschworene Erinnerung an 1989 und die lebendige Bürgerbewegung zeigt das ganze Ausmaß des derzeitigen Versagens. Die unbewusste Gesellschaft ist sich über die Ursachen ihrer Probleme nicht mehr im Klaren. Dies ist zum Teil sicher selbstverschuldet durch mangelndes Interesse des Einzelnen. Die Entwicklung wird aber natürlich begünstigt durch diejenigen, die vom Nichtwissen, Falschwissen und Desinteresse profitieren. Ein Zufall, dass einem da zuerst die Banken einfallen?

Börsenhändler Müller, der durch bodenständige Sachlichkeit auffällt und auch nicht im Verdacht steht, mit der Linkspartei zu sympathisieren, bezeichnet den zugehörigen Komplex in seinem Buch übrigens stets als "Finanz- und Machthydra".

Die Feierlichkeiten zum Jahrestag der Staatsgründung verlaufen derweil geordnet und bieten wenige Gründe zum Jubel - umso mehr Anlass zur Rückbesinnung auf den Geist von 1989.

http://www.heise.de/tp/r4/artikel/30/30384/1.html


__________________
heiter weiter
molguge


wer das unmögliche nicht denkt, wird das mögliche nie erreichen!
h. hesse
 
  Mit Zitat antworten
Alt 28.05.2009, 12:54   #426
Elite Aktienboarder
 
Registriert seit: 10.10.2001
Beiträge: 8.623
Wikibeiträge: 0
Status: Green ist gerade online
Standard AW: Der große Subprime Thread

starkes interview mit sehr viel hintergrundwissen, must read: German Subprime Meltdown?? Interview With Achim Dübel

auszug:

Zitat:
"...The direct extra issuance by the banks following the EU transition period decision was already massive and totaled probably €100 billion. However, if you consider guarantees given by Landesbanken you might well end up at €200, perhaps €300 billion in total exposure. Those guarantees were called upon when the banks and investors funding ABCP and SIV called in their capital during 2007. Moreover, there was a considerable balance sheet shift inside Landesbanken in particular from interbank market exposures to securities holdings. All in all, the data leaking out of various sources suggest that Landesbanken today sit on problem assets of €300-500 billion, much of them funded effectively with German government debt. Individual banks, such as WestLB, LBBW, BayernLB, HSH Nordbank sit on high double-digit € billion exposure positions. Compare these pictures to peak outstandings of US high-risk markets in €, e.g. Subprime RMBS of € 575 billion in 2007, and you get an idea about to what extent the Landesbanken funded Wall Street. Take all high-risk securities markets at peak levels together - from leveraged loan CLOs to Alt-A RMBS, and I think we are looking at some 15% of the Buy Side demand..."


__________________
Die G7 bringen Billionen zur Rettung des Finanzsystems auf.
Gleichzeitig ist aber 1 Milliarde Menschen ständig vom Hunger bedroht, obwohl man Ihnen mit nur 30mrd/Jahr helfen könnte. Eine Schande...

Geändert von Green (28.05.2009 um 13:00 Uhr)
 
Musterdepot von Green Mit Zitat antworten
Alt 03.06.2009, 14:42   #427
Elite Aktienboarder
 
Benutzerbild von Trüffelschwein
 
Registriert seit: 06.04.2002
Ort: München
Beiträge: 4.447
Wikibeiträge: 0
Status: Trüffelschwein ist offline
Standard AW: Der große Subprime Thread

Ich wußte nicht so recht, wo ich das posten soll, vermutlich paßt es hier am besten.

Zitat:
Die ärgerliche Komplizenschaft von Eurozone-Regierungen, EZB und Banken zu Lasten des unwissenden Steuerzahlers

Das ist schon ziemlich komisch. Da nörgeln Merkel, Steinbrück u.Co. über das amerikanische „Quantitative easing", bei dem die Notenbank Geld druckt und damit Staatsanleihen kauft, so daß die Regierung ihr Notprogramm finanzieren kann. Angeblich soll das die Inflationsgefahren nach Ende der Krise schüren, falls Notenbank und US-Regierung die Liquidität nicht wieder einsammeln können. Immerhin läuft aber dieses Programm öffentlich und wird öffentlich diskutiert. Dagegen haben sich die Eurozone-Regierungen zusammen mit der EZB ein nicht öffentlich diskutiertes Programm der Ausgabe von Staatsanleihen und der indirekte Finanzierung durch die EZB einfallen lassen, das auf dem Rücken des unwissenden Steuerzahlers läuft und gleichzeitig die Bankensanierung zu deren Lasten betreibt. Dieses Programm ist sogar noch wesentlich größer als das amerikanische.
Die Financial Times bringt das heute in ihrer internationalen Ausgabe unter der ironischen Überschrift „Quantitative pleasing" ans Licht. Und das läuft so: Die EZB stellt den Banken der Eurozone in gigantischem Umfang billigsten Kredit zu etwa 1 % Zins zur Verfügung. Der Öffentlichkeit wird gesagt, dies solle die Kredittätigkeit der Banken an die Wirtschaft ankurbeln. Die Banken legen aber dieses billige Geld nicht in Krediten an die notleidende Wirtschaft an, sondern kaufen sich dafür langfristige Regierungsbonds zu 4 % Zins und erhalten aus diesem Schnitt ohne viel Risiko einen enormen Beitrag zu ihrer Sanierung. Parallel nimmt die EZB die Regierungsbonds als Sicherheit für den Kredit an die Banken an. Weiterer Vorteil für die Banken: Die Bankenaufsicht rechnet die Anlage in Regierungsbonds als angeblich topsicher nicht gegen die schwache Eigenkapitalbasis der Banken, wie sie das bei Krediten der Banken an die Wirtschaft tun müßte.In den ersten fünf Monaten dieses Jahres haben die Eurozonenbanken nicht weniger als 250 Mrd Dollar Gegenwert in solchen Bonds gekauft. Das ist viel mehr als der Bondaufkauf der Fed, der nur bei 160 Mrd Dollar lag.





Nun ist das in der Eurozone ein Spiel, bei dem nicht alle gewinnen können. Die Banken gewinnen in jedem Fall. Die Regierungen bekommen indirekt das EZB-Geld als Gegenwert für die von ihnen gedruckten Bonds. Doch für den Zinsschnitt der Banken von 3 % muß am Ende der Steuerzahler bei der Finanzierung der Staatsverschuldung einstehen. Warum borgen die Regierungen sich das Geld dann nicht gleich zu nur 1 % bei der EZB oder wird - wenn die Statuten der EZB nicht entsprechend geändert werden können -den Banken der mißbräuchliche Zugang zum Kreditfenster der EZB gesperrt? Für den Steuerzahler wäre das weit weniger belastend. Freilich müßte die Bankensanierung dann transparent betrieben werden und machte in vielen Fällen eine aus Ideologiegründen abgelehnte zwischenzeitliche Verstaatlichung nötig. Auch dürfte es eine Komplizenschaft zwischen Regierungen und Banken geben, weil die Regierungen so dramatisch in der Bankenaufsicht versagt haben, auch und gerade die deutsche. Und am Ende läßt eine saftige Mehrwertsteuererhöhung grüßen! Schon fordert der Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Klaus Zimmermann, eine MWSt-Erhöhung auf 25 %. Begründung: „Beim Schuldenabbau wird der Staat um Steuererhöhungen nicht herumkommen."
http://www.jjahnke.net/rundbr56.html#plea


__________________
Geist ist geil!

Selbst alle Kriege auf der Erde fordern weitaus weniger Opfer als verschmutztes Trinkwasser. http://www.wasserstiftung.de/
 
  Mit Zitat antworten
Alt 03.06.2009, 15:14   #428
Elite Aktienboarder
 
Benutzerbild von Volatilität
 
Registriert seit: 15.12.2002
Ort: Heidelberg
Beiträge: 2.050
Wikibeiträge: 0
Status: Volatilität ist offline
Standard AW: Der große Subprime Thread

Zitat:
Zitat von Trüffelschwein Beitrag anzeigen
Ich wußte nicht so recht, wo ich das posten soll, vermutlich paßt es hier am besten.


http://www.jjahnke.net/rundbr56.html#plea
naja naja doch sehr reisserisch der Artikel, als ob die 1% der EZB ewig zur Verfügung stehen würden. Die Tender laufen 7-14 Tage wie soll ich mich da auf 10 Jahre durchfinanzieren??

Der 12 Monatseuribor liegt schon bei 1,62% und viele Banken müssen Aufschläge zahlen. Die langfristige Refi ist immer noch so gut wie tot, wenn sich die Deutsche Bank z.B. auf 5 jahre zu 3,75% mit nem Pfandbrief refinanziert wird sie das Geld bestimmt nicht in eine 10 jährige Anleihe zu 3,50% stecken.


__________________
Cashcow
 
Musterdepot von Volatilität Mit Zitat antworten
Alt 03.06.2009, 16:54   #429
Elite Aktienboarder
 
Registriert seit: 10.10.2001
Beiträge: 8.623
Wikibeiträge: 0
Status: Green ist gerade online
Standard AW: Der große Subprime Thread

läuft doch auf der ganzen welt so, nicht nur in europa.
ist vollkommen normal.
so reparieren die banken nunmal ihre bilanzen.

Zitat:
Warum borgen die Regierungen sich das Geld dann nicht gleich zu nur 1 % bei der EZB oder wird - wenn die Statuten der EZB nicht entsprechend geändert werden können -den Banken der mißbräuchliche Zugang zum Kreditfenster der EZB gesperrt? Für den Steuerzahler wäre das weit weniger belastend.
der autor sollte froh sein, dass es so etwas wie ezb unabhängigkeit noch gibt, sonst hält die politik überhaupt keine disziplin mehr und zimbabwe verhältnisse brechen aus.

für den steuerzahler würde sich auch keine erleichterung geben, wenn man den banken keine bonds mehr verkauft.

der verkauf der staatsanleihen ist ja kein reines bankensubventionsprogramm, sondern eine notwendige massnahme zum stopfen der haushaltslöcher.
wenn die banken nicht mehr als käufer auftreten würden, so bliebe die frage: wer kauft die bonds dann?
irgendwer wird sie kaufen, das ist sicher.
die erwartung, dass diese käufer sich aber mit 1% rendite zufriedengeben und dem steuerzahler auch nur einen cent sparen, ist totaler unfug.
im gegenteil - wenn die banken als käufer ausfallen, dann treibt das die renditen und der ganze spass wird noch teurer.

also lieber die zinszahlungen den banken in den rachen werfen und damit die löcher stopfen (wir brauchen gesunde banken), als vielleicht deutlich höhere zinssätze an chinesen, saudis oder sonstwen zahlen.


__________________
Die G7 bringen Billionen zur Rettung des Finanzsystems auf.
Gleichzeitig ist aber 1 Milliarde Menschen ständig vom Hunger bedroht, obwohl man Ihnen mit nur 30mrd/Jahr helfen könnte. Eine Schande...
 
Musterdepot von Green Mit Zitat antworten
Sponsored Links
Alt 03.06.2009, 17:27   #430
Elite Aktienboarder
 
Registriert seit: 10.10.2001
Beiträge: 8.623
Wikibeiträge: 0
Status: Green ist gerade online
Standard AW: Der große Subprime Thread

nachtrag:

für die banken ist das ganze auch alles andere als risikolos.

nur wenn die kurzfristigen zinsen langfristig niedrig gehalten werden, ist das ganze ein risikoloses geschäft.

sollten die staatsanleihen doch vor fälligkeit verkauft werden. tragen die banken auch ein erhebliches kursrisiko.

der folgende artikel dreht sich zwar um die auktionen, aber das prinzip ist das gleiche:

http://www.fxstreet.com/news/forex-n...3-a2082d863131

...

Financial theatre requires the auction is fully subscribed, and over-subscribed, at prices and yields close to those prevailing in the market (currently about 3.65% for 30-year paper and 2.95% for ten-year notes).

STAGE-MANAGING THE AUCTION

In line with convention, the primary bond market dealers will guarantee to take up the entire issue. Any bonds and notes that cannot be sold immediately to customers will be taken into their own books. In turn, the Fed will make sufficient funds available to the dealers to cover the cost of carrying the extra debt on their books until it can be sold on.

In effect, the Fed will guarantee to buy up the unsold proportion of the debt issues, but indirectly via the primary dealers, preserving the important illusion the central bank is not monetising the government's borrowing.

The deal (banks guarantee to buy the whole issue, and the Fed guarantees to lend them the money) is attractive for the banks because the Fed will be lending short-term funds at an interest rate close to zero while the banks will be buying assets yielding 2.5-3.0%.

The risk is the bond prices will fall between the time the banks buy them at auction and the time they are eventually sold to investors. But the Fed can mitigate this by promising or threatening to enter the market and buy bonds if their prices fall too far.

Moreover, the banks are not in a position to refuse. The losses which they might incur from a fall in bond prices in the short term (perhaps $3-5 billion) are dwarfed by the amount of support they are receiving from the U.S.

...


__________________
Die G7 bringen Billionen zur Rettung des Finanzsystems auf.
Gleichzeitig ist aber 1 Milliarde Menschen ständig vom Hunger bedroht, obwohl man Ihnen mit nur 30mrd/Jahr helfen könnte. Eine Schande...
 
Musterdepot von Green Mit Zitat antworten
Antwort

Lesezeichen

Stichworte
subprime

Themen-Optionen Thema durchsuchen
Thema durchsuchen:

Erweiterte Suche
Ansicht

Forumregeln
Es ist Ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Ihre Beiträge zu bearbeiten.

BB-Code ist an.
Smileys sind an.
[IMG] Code ist an.
HTML-Code ist aus.
Trackbacks are aus
Pingbacks are an
Refbacks are aus


Ähnliche Themen
Thema Autor Forum Antworten Letzter Beitrag
Frage Facharbeit über die Subprime-Krise magicpat89 Börsenfreies Finanz- und Wirtschaftsforum 7 25.01.2008 16:15
Der große Lauschangriff auf den Bürger Flinx2000 Politik & Gesellschaft 2 20.08.2003 13:37
Tippspiel: Der große Preis von Italien the mind Sportstudio 17 15.09.2002 15:37
News Der große TV-Tipp-Thread Gordon Shamway Cyber-Lounge - Diverse Themen 8 22.05.2002 19:20
Der große Synchronschwimmen Thread Flinx2000 Sportstudio 5 01.05.2002 18:01

Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 12:13 Uhr.