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Aktienboard > Trading und Finanzen > Anfänger- und Einsteigerforum > Frage EPS und Preis?

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Alt 27.08.2011, 08:56   #1
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Standard EPS und Preis?

Guten Morgen!

Bin ganz frisch hier und hab mich angemeldet, weil mir gestern eine Frage gekommen ist. Und zwar beginne ich gerade, mich intensiver mit der Börse zu befassen - in der Hoffnung, irgendwann in Zukunft mal so weit zu sein, zumindest mit 3000-4000 EUR mal probehalber an der Börse zu investieren.

Gestern habe ich mich mit Kennzahlen der Fundamentalanalyse beschäftigt und bin dabei natürlich zu EPS gekommen.
Dabei kam mir zuerst folgende Frage: Was, wenn ein Unternehmen neue Aktien emittiert? Logisch, EPS sinken (weil mehr Shares).
Dann meine Frage: Was passiert, wenn man den Preis der Aktie auch miteinbezieht? Also quasi: Wenn ich zwei Unternehmen habe, und beide haben EPS von 20, dann ist die günstigere Aktie isoliert betrachtet hier ja die "bessere".
Dann hab ich ein Experiment gemacht - das EPS bei zwei ganz verschiedenen Firmen durch den Preis (hier EPS-P) zu dividieren:
AAPL (Apple Inc.) EPS: 108,95$ / Preis: 381,5$ / EPS-P: 0,28558
AVID (Avid Technologies Inc.) EPS: 18,01$ / Preis: 9,48$ / EPS-P: 1,89978

Also: Zwei völlig verschiedene Firmen, zwei völlig verschiedene Ergebnisse.

Jetzt hab ich gestern den ganzen Abend darüber gebrütet, ob das, was ich ausgerechnet habe, überhaupt sinnig ist. Macht meine Rechnung Sinn?
Mein Gedankengang: Ist es nicht besser, wenn man EPS von 18,01$ hat und pro Share 9,48$ (die Hälfte) zahlt, als ein EPS von 108,95$ zu haben, wenn man dafür 381,5$ (das Dreifache) zahlt? Oder sind derartig hohe EPS den um ein vielfach erhöhten Preis doch Wert? Gibt es eine Kennzahl, die ich noch nicht kenne, die den Preis auch miteinbezieht?

Mir fallen solche Sachen nicht ganz leicht - ich hab zwar ein riesiges wirtschaftliches Interesse; aber Naturtalent bin ich leider keins.
 
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Alt 27.08.2011, 11:02   #2
Volkswirt
 
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Status: Berzi ist offline
Standard AW: EPS und Preis?

Zitat:
Mein Gedankengang: Ist es nicht besser, wenn man EPS von 18,01$ hat und pro Share 9,48$ (die Hälfte) zahlt, als ein EPS von 108,95$ zu haben, wenn man dafür 381,5$ (das Dreifache) zahlt? Oder sind derartig hohe EPS den um ein vielfach erhöhten Preis doch Wert? Gibt es eine Kennzahl, die ich noch nicht kenne, die den Preis auch miteinbezieht?
Ein bisschen wirtschaftliches Verständnis scheinst du neben dem Interesse auch zu haben, denn das ist vollkommen richtig. Die isolierte Betrachtung der EPS bringt dir im Grunde genommen nichts, denn was bringt es dir zu wissen, ob ein Unternehmen 1$ oder 10$ pro Aktie verdient? Die Frage muss doch lauten (wie du richtig erkannt hast) wieviel muss ich für diese Gewinne bezahlen?

Und ja, es gibt eine Kennzahl die genau das macht. Sie dividiert diese Gewinne durch den aktuellen Preis um ein relatives Maß herzustellen und schimpft sich P/E-Ratio (Price/Earnings also Preis durch Gewinne - Verhältnis, im deutschen Raum KGV)

Anhand dieser Größe kannst du diesen Vergleich erst anstellen, absolute Kenngrößen helfen dir da nicht weiter.

Vielleicht an dieser Stelle der Hinweis, das die Betrachtung der Gewinne eines Jahres auch nicht sinnvoll ist. Die Gewinne eines Jahres können durch andere Ereignisse als den operativen Erfolg determiniert sein. Suche dir Aktien bei denen du mehrere Jahre anschauen kannst.

Eine gute Quelle: http://www.boerse-frankfurt.de


Achja, Willkommen an Board

Stichwort Fundamentalanalyse, bist du der englischen Sprache mächtig?

Geändert von Berzi (27.08.2011 um 11:09 Uhr)
 
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Alt 27.08.2011, 12:27   #3
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Standard AW: EPS und Preis?

Zitat:
Zitat von Berzi Beitrag anzeigen
Ein bisschen wirtschaftliches Verständnis scheinst du neben dem Interesse auch zu haben, denn das ist vollkommen richtig. Die isolierte Betrachtung der EPS bringt dir im Grunde genommen nichts, denn was bringt es dir zu wissen, ob ein Unternehmen 1$ oder 10$ pro Aktie verdient? Die Frage muss doch lauten (wie du richtig erkannt hast) wieviel muss ich für diese Gewinne bezahlen?

Und ja, es gibt eine Kennzahl die genau das macht. Sie dividiert diese Gewinne durch den aktuellen Preis um ein relatives Maß herzustellen und schimpft sich P/E-Ratio (Price/Earnings also Preis durch Gewinne - Verhältnis, im deutschen Raum KGV)

Anhand dieser Größe kannst du diesen Vergleich erst anstellen, absolute Kenngrößen helfen dir da nicht weiter.

Vielleicht an dieser Stelle der Hinweis, das die Betrachtung der Gewinne eines Jahres auch nicht sinnvoll ist. Die Gewinne eines Jahres können durch andere Ereignisse als den operativen Erfolg determiniert sein. Suche dir Aktien bei denen du mehrere Jahre anschauen kannst.

Eine gute Quelle: http://www.boerse-frankfurt.de

Stichwort Fundamentalanalyse, bist du der englischen Sprache mächtig?
Ahhh, P/E-Ratio, das kommt mir ja sogar entfernt bekannt vor! Genau das meinte ich. Aber bei der P/E-Ratio ist es anders als bei mir, da wird der Preis durch das EPS dividiert und nicht umgekehrt, wie ich gelesen hab. Die P/E-Ratio gibt also an, wieviel Dollar ein Dollar Gewinn per Share kostet. Klingt clever! Wenn du sagst, der Gewinn eines Jahres ist alleine nicht repräsentativ, was meinst du da z.B.? Also ich hab scho gehört, dass der Gewinn oft durch buchhalterische Kniffe "frisiert" wird und EPS als Kennzahl somit auch ein zweischneidiges Schwert sein kann.

Wegen Englisch: Ja, sehr. Ich werd auch englisches Recht studieren. Warum fragst du?
Zitat:
Zitat von Berzi Beitrag anzeigen
Achja, Willkommen an Board
Dankeschön! Und vielen Dank für die ausführliche Antwort.
 
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Alt 27.08.2011, 15:01   #4
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Standard AW: EPS und Preis?

Zitat:
Ahhh, P/E-Ratio, das kommt mir ja sogar entfernt bekannt vor! Genau das meinte ich. Aber bei der P/E-Ratio ist es anders als bei mir, da wird der Preis durch das EPS dividiert und nicht umgekehrt, wie ich gelesen hab.
Im Grunde genommen ist es ja auch einfach nur wichtig, die Größen miteinander ins Verhältnis zu setzen und in dem Sinne zu normieren, dass du Vergleiche anstellen kannst

Zitat:
Wenn du sagst, der Gewinn eines Jahres ist alleine nicht repräsentativ, was meinst du da z.B.? Also ich hab scho gehört, dass der Gewinn oft durch buchhalterische Kniffe "frisiert" wird und EPS als Kennzahl somit auch ein zweischneidiges Schwert sein kann.
Im Grunde genommen geht es genau darum. Rechnungslegung ist eben nicht frei von Wahlrechten, sondern es gibt einige. Somit kann an der Schraube schon gedreht werden. Lernt man auch an der Uni. Dann geht es darum Gewinne möglichst hoch bzw. niedrig unter Nutzung oder Nichtnutzung von gewissen Wahlrechten ausfallen zu lassen. Statistisch gesehen ist es auch nonsense von einer Stichprobe auf irgendetwas schließen zu wollen. Nutz mehrere!

Zitat:
Wegen Englisch: Ja, sehr. Ich werd auch englisches Recht studieren. Warum fragst du?
Ein vernünftiges Buch was man sich mal durchlesen kann, da leicht verdaulich ist "The Intelligent Investor von Benjamin Graham". Ist sehr preiswert, sehr umfassend sollte man vermutlich mal gelesen haben wenn man sich mit dem fundamentalen Wert beschäftigt. Ist eben jedoch in englischer Sprache verfasst. Wenn du sagst du wirst Recht studieren, dann ist es wohl vernünftig sich mit dem Thema Vermögensbildung auseinanderzusetzen. Egal ob du dein Geld später von anderen verwalten lässt oder es selbst tust. So musst du keinem blind vertrauen und hast keinen Schimmer was er da macht.
 
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Alt 27.08.2011, 16:22   #5
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Standard AW: EPS und Preis?

Ahhja, "The Intelligent Investor" kennich natürlich, ist ja quasi das Grundwerk der Fundamentalanalyse. Ist auch schon auf meinem E-Reader droben.

Ist sogar gleich als nächstes auf meiner Liste, momentan les ich "The Neatest Little Guide to Stock Market Investing", um einen groben Überblick zu erlangen, danach kommt Grahams Machwerk dran. Nach dem, was ich bis jetzt gelesen hab, werd ich mich wohl eher in Richtung Fundamentalanalyse entwickeln - technische Analyse ist mir etwas suspekt. Wobei ich mir natürlich da auch ein paar gute Bücher reinziehen werde.

Zitat:
Zitat von Berzi
Wenn du sagst du wirst Recht studieren, dann ist es wohl vernünftig sich mit dem Thema Vermögensbildung auseinanderzusetzen. Egal ob du dein Geld später von anderen verwalten lässt oder es selbst tust. So musst du keinem blind vertrauen und hast keinen Schimmer was er da macht.
Genau darum gehts mir!
Erstens möchte ich durch die Börse ein besseres Verständnis der Finanz- und Wirtschaftswelt erlangen (da ich mich auch rechtlich in diese Richtung entwickeln möchte und man Juristen ja oft berechtigterweise eine gewisse Blindheit bzgl anderer Fachrichtungen vorwirft), andererseits will ich später mein Vermögen selbst sinnvoll anlegen können
 
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Alt 27.08.2011, 16:32   #6
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Standard AW: EPS und Preis?

Hey cabal,
ich wollt dich nur kurz drauf aufmerksam machen, dass deine Zahlen nicht stimmen.
EPS von Apple liegt voraussichtlich bei ca 25$.
Die 108$ dürften schätzungsweise eher der Umsatz pro Aktie sein.
 
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Alt 27.08.2011, 16:40   #7
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Hallo medino,

du hast absolut recht, das war tatsächlich der Umsatz, nicht der Gewinn - Anfängerfehler.
Danke für den Hinweis!
 
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Alt 27.08.2011, 16:50   #8
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Standard AW: EPS und Preis?

Zitat:
Ahhja, "The Intelligent Investor" kennich natürlich, ist ja quasi das Grundwerk der Fundamentalanalyse. Ist auch schon auf meinem E-Reader droben.

Ist sogar gleich als nächstes auf meiner Liste, momentan les ich "The Neatest Little Guide to Stock Market Investing", um einen groben Überblick zu erlangen, danach kommt Grahams Machwerk dran. Nach dem, was ich bis jetzt gelesen hab, werd ich mich wohl eher in Richtung Fundamentalanalyse entwickeln - technische Analyse ist mir etwas suspekt. Wobei ich mir natürlich da auch ein paar gute Bücher reinziehen werde.
Mehr kann man dazu eigentlich nicht sagen. Technische Analyse mag suspekt sein. Aber willst du es ignorieren, wenn es alle machen? Zieh deine Fundamentalanalyse durch und schieb alle Aktien auf die Watchlist, die es Wert sind zu kaufen. Mach anschließend die Charts auf und schau dir die Schlüsselmarken an. Heißt du kaufst kein Schrott und steigst zu (womöglich!) sinnvollen Preisen ein.

Zitat:
Genau darum gehts mir!
Erstens möchte ich durch die Börse ein besseres Verständnis der Finanz- und Wirtschaftswelt erlangen (da ich mich auch rechtlich in diese Richtung entwickeln möchte und man Juristen ja oft berechtigterweise eine gewisse Blindheit bzgl anderer Fachrichtungen vorwirft), andererseits will ich später mein Vermögen selbst sinnvoll anlegen können


Bitte deck das Thema Moneymanagement auch nochmal mit Literatur ab! Oder beles dich zumindest im Internet darüber.
 
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Alt 27.08.2011, 17:01   #9
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Zitat:
Zitat von Berzi Beitrag anzeigen
Mehr kann man dazu eigentlich nicht sagen. Technische Analyse mag suspekt sein. Aber willst du es ignorieren, wenn es alle machen? Zieh deine Fundamentalanalyse durch und schieb alle Aktien auf die Watchlist, die es Wert sind zu kaufen. Mach anschließend die Charts auf und schau dir die Schlüsselmarken an. Heißt du kaufst kein Schrott und steigst zu (womöglich!) sinnvollen Preisen ein.
Das klingt clever. Also mit der Fundamentalanalyse Unternehmen aussuchen, die langfristig Gewinn abwerfen, und mit der technischen Analyse den perfekten Zeitpunkt zum Kauf abpassen - das klingt nach einem guten Kompromiss.

Zitat:
Bitte deck das Thema Moneymanagement auch nochmal mit Literatur ab! Oder beles dich zumindest im Internet darüber.
Absolut. Ich bin ja erst am Anfang. Werde mich ganz konsequent überall durcharbeiten. Hab jetzt noch einen Monat Zeit, bis das Studium (wieder) voll losgeht, bis dahin möcht ich mal den Grundstein setzen.
 
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