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Aktienboard > Trading und Finanzen > Anfänger- und Einsteigerforum > Kurze Frage zur Korrelation von KBV und EK-Rendite

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Alt 09.02.2017, 22:24   #1
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Status: Müller345 ist offline
Standard Kurze Frage zur Korrelation von KBV und EK-Rendite

Hallo,

ich lese ferade das Buch von Nicolas Schmidlin "Unternehmensbewertung und Kennzahlenanalyse". Es gibt einen Abschnitt, den ich nicht so ganz verstehe, vielleicht kann den ja einer mal etwas praktisch erklären. Ich zitiere erstmal, was hier zum KBV steht:

"Wonach richtet sich der auf den Buchwert bezahlte Aufschlag (KBV > 1)? Stellen wir uns hierzu zwei identische, vollständig eigenkapitalfinanzierte Unternehmen vor, die Quizshows im Fernsehen anbieten. Der einzige Unterschied zwischen den Quizshows besteht im Moderator der Show. Während Quizshow A Günter Jauch als Moderator verpflichten konnte, hat Quizshow Z nur einen weniger bekannten Moderator zu bieten. Offensichtlich weisen die Unternehmen den gleichen Buchwert auf, da beide über einem Wort: Quizshow A erzielt einen höheren Gewinn auf das eingesetzte Kapital. Aus diesem Grund muss Unternehmen A höher als Unternehmen Z notierten. Es liegt die Vermutung nahe, dass der Aufschlag auf das Eigenkapital mit der Rentabilität, in diesem Fall der Eigenkapitalrentabilität, zusammenhängt. Verinnerlichen wir nochmals die Berechnung der Eigenkapitalrendite:

EK-Rendite: Jahresüberschuss/Eigenkapital

Diese Kennzahl gibt die Steigerung des Eigenkapitals an. Das KBV muss also mit der Fähigkeit eines Unternehmens, sein Eigenkapital zu verzinsen, korreliert sein. Effiziente Märkte weisen einem rentablen Unternehmen demnach eine höhere Bewertung als einem unrentablen Unternehmen zu. Es ist also durchaus vertretbar, wenn ein Unternehmen zu einem Vielfachen seines Buchwerts notiert, solange dieser mit einer entsprechenden Rate gesteigert werden kann."


Was ich verstanden habe ist, dass ein Unternehmen mit einer höheren Eigenkapitalrentabilität an der Börse höher notiert sein muss, als ein vergleichbares Unternehmen mit einer niedrigeren Eigenkapitalrentabilität. Der Aufpreis stellt sich dann auch in einem höheren KBV dar.

Kann einer das vielleicht mit der Korrelation zwischen KBV und der EK-Rendite etwas genauer bitte erklären?


Hab das nicht so ganz verstanden (und bin auch relativ unerfahren mit Kenntahlen). Vielen Dank im Voraus!

Mülli
 
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Alt 10.02.2017, 09:59   #2
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Standard AW: Kurze Frage zur Korrelation von KBV und EK-Rendite

Deine Frage kann man auf 2 verschiedenen Ebenen beantworten. Einmal aus rein betriebswirtschaftlicher Sicht und das andere Mal aus Sicht eines Börsianers. Weil wir hier in einem Börsenforum sind mache ich das einmal aus Börsensicht.
Das KBV steht nicht in Korrelation zur EK-Rendite. Das wäre zwar zu vermuten, doch an der Börse wird die Zukunft gehandelt. Deshalb wirst du Unternehmen finden, die eine hohe Eigenkapitalrendite erzeugen können und genauso hoch bewertet sind, wie Unternehmen mit hohen Verlusten.


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Alt 10.02.2017, 11:10   #3
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Standard AW: Kurze Frage zur Korrelation von KBV und EK-Rendite

Der Buchwert beschreibt ja nur den Sachwert, der in der Bilanz steht. Der Wert des Unternehmens besteht ja noch aus vielen weiterem intellektuellem Kapital. Unabhängig von der Rentabilität eines Unternehmens z. B. aus
- Marken (die Marke Coca COla ist viele Mrd $ wert)
- Mitarbeiter + know how
- Lieferantenbeziehungen
- stille Reserven
etc. pp.
Das macht dann auch den Wert eines Unternehmens mit aus.

Der Bezug zur Rentabilität eines Unternehmens kannst Du auch Dir so überlegen: letztendlich kannst Du jeden Wert über Discounted Cash-Flow abschätzen. Du zinst also zukünftige Aufwände und Zahlungen (Dividenden+Wert künftig) ab auf heute - das ist dann der Wert heute. Der Zinssatz setzt sich zusammen aus einem Zins für Dein Geld + Risikoaufschlag. Je höher die Rentabilität, desto höher die mögichen künftigen Zahlungen. Also je höher der jetzige, abgezinste Betrag. Also je höher das KBV.
 
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Alt 11.02.2017, 15:05   #4
verbringt hier viel Zeit
 
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Standard AW: Kurze Frage zur Korrelation von KBV und EK-Rendite

Hallo,

Ich habe da meine eigene Theorie entwickelt:

1.) Die durchschnittliche Rendite betrachte ich über den gesamten Aktienmarkt mit rund 7%
2.) Ein Unternehmen mit beispielsweise einer Eigenkapitalrendite von 14% ,ist für mich 2x so rentabel, wie der Durchschnitt (14% /7% =2)
3.) Ich multiplizieren den Faktor,welchen ich unter 2.) Heraus bekomme mit dem aktuellen Buch Wert
4.) ich teile den aktuellen Kurs durch den Wert aus 3.)
5.) gemäß Graham kann man jetzt noch die Margin of Safety einbauen... ...Wenn der Wert kleiner 0.8 ist, ist er günstig... größer 2.0 eher teuer...das muss man aber Sektorspezifisch sehen !!! bei den Konsumern pendelt der Wert irgendwo zwischen 1.3 und 1.8 ...Beiersdorf sogar größer 2.0, Unilever ist derzeit einer der günstigeren Titel

Einfach mal ausprobieren ....mit den 7% kommen meines Erachtens die plausibelsten Werte heraus...
 
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Alt 11.02.2017, 18:01   #5
war schon öfters hier
 
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Status: KennyJimo ist offline
Standard AW: Kurze Frage zur Korrelation von KBV und EK-Rendite

Auch wenn es nichts mit der Frage zu tun hat: Warum sollte man EK-Rendite überhaupt viel Wert beimessen? Unternehmen mit hoher EK-Quote also viel Eigenkapital und darum eher geringer EK-Rendite sind nicht pauschal besser oder schlechter als solche mit geringer EK-Quote und tendenziell höherer EK-Rendite. Dazu kommt, dass das EK bei ganzen Branchen Financials gar nicht richtig betrachtet werden kann. Mein Vorschlag wäre: man sollte auf eine EK-Quote achten im gesunden Bereich.
 
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Alt 11.02.2017, 18:38   #6
verbringt hier viel Zeit
 
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Status: zundown3r ist offline
Standard AW: Kurze Frage zur Korrelation von KBV und EK-Rendite

@KennyJimo
definiert mal “gesunder“ Bereich ? kannst dir dazu ja mal die ek-Quote von IBM anschauen.... ...So eine Unternehmung würde bei dir dann wahrscheinlich raus fallen, oder?
 
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Alt 12.02.2017, 02:29   #7
war schon öfters hier
 
Registriert seit: 16.12.2016
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Wikibeiträge: 0
Status: KennyJimo ist offline
Standard AW: Kurze Frage zur Korrelation von KBV und EK-Rendite

Gesunder Bereich? Nördlich von 15% auf jeden Fall... bei mir. Wie schon angedeutet, bei meiner Suche ist das aber sicher kein entscheidender Faktor. Unter 10% würde ich vielleicht ausschließen aber letztlich: in so einem Niedrigzinsumfeld sollten große Unternehmen sich sehr günstig umschulden können, es kommt auch immer auf den Zeitpunkt der Suche an.
 
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fundamentalanalyse, kennzahlen, unternehmensbewertung

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