Es kommt darauf an, wo die Privatimmobilie steht
Für Frankfurter Büromieten erwartetet eine Immobilienfondsexpertin der SEB im Bloomberg-Forum einen Rückgang von 25%.
http://www.welt.de/data/2002/12/19/2...e&searchHILI=1
Wohnungsnot im Süden, Leerstand im Osten
VDM-
Makler erwarten unterschiedliche Trends – Wegzüge bedrohen Wohnungsunternehmen
Berlin - In Deutschland wird es im Jahr 2003 höchst unterschiedliche Entwicklungen auf den Immobilienmärkten geben. Die Wohnungsnot in weiten Bereichen Süddeutschlands wird sich nach Ansicht des Verbandes Deutscher
Makler verschärfen. Im Osten müssten hingegen viele Kommunen wegen anhaltenden Bevölkerungsrückgangs mit größeren Wohnungsleerständen rechnen. Zu diesem Fazit kommt der VDM in seinem Marktausblick für 2003.
Zurückgehende Investitionen in Neubauimmobilien sorgten in Süddeutschland dafür, dass 2003 weit weniger Wohnungen und Häuser fertig gestellt wurden, als benötigt würden. Allein bei Mehrfamilienhäusern erwartet der VDM einen Rückgang der Baugenehmigungen um 30 Prozent. „Für Wohnungsmieter bedeutet das, dass sie binnen Jahresfrist mit deutlich steigenden Mieten rechnen müssen“, prognostiziert VDM-Sprecher Jürgen Michael Schick (Berlin). Zwei bis drei Euro pro Quadratmeter mehr müssten sie berappen, schätzt Schick. Im Norden seien dagegen nur Steigerungen um ein bis zwei Euro pro Quadratmeter Wohnfläche zu erwarten.
Eine entgegengesetzte Entwicklung sieht der VDM auf viele ostdeutsche Kommunen zukommen. Angesichts der anhaltenden Ost-West-Wanderung verlören viele ostdeutsche Mittelstädte weiter Einwohner, was zu größeren Leerständen führe. Die seit fünf Jahren wieder auseinander klaffende Schere von Zu- und Wegzügen aus den neuen Ländern lassen für viele ostdeutsche Wohnungsunternehmen die Zahlungsunfähigkeit befürchten. „Wenn das Problem des erheblichen Sockelleerstandes nicht gelöst wird, werden viele Wohnungsgenossenschaften und private Investoren in absehbarer Zeit
Insolvenz anmelden müssen“, warnt Schick.
Nach Ansicht des VDM werden sich die Kapitalanleger angesichts der Verunsicherung durch die „chaotische Steuerpolitik seit der Bundestagswahl“ im kommenden Jahr zunächst zurückhalten. Die Immobilienpreise dürften „im Großen und Ganzen“ stabil bleiben, wobei die unterschiedlichen Teilmärkte zu berücksichtigen seien. Für 2004 erwartet der Verband einen Preisanstieg von durchschnittlich zwei Prozent.
Interessant dürfte aus Investorensicht die Erwartung steigender Renditen sein. Während in den vergangenen Jahren moderate Steigerungen den Markt gekennzeichnet hätten, werde die Mietrendite in den nächsten zwei Jahren deutlich anziehen. „Mehrfamilienhausbesitzer können schon in 2003 mit einer höheren Rentabilität ihres Investments rechnen“, so VDM-Sprecher Schick. Das Marktgeschehen verlagere sich spürbar auf Bestandsimmobilien.
Bei Einfamilienhäusern sehen die VDM-
Makler einer stabilen Marktentwicklung entgegen. Die eigenen vier Wände blieben ungebrochen der Investitionswunsch Nummer eins der Deutschen.
Als unverändert schwierig bezeichnen die Experten das Finanzierungsverhalten der meisten deutschen Banken. Die restriktive Kreditvergabepraxis drohe sich auch 2003 fortzusetzen. Als unverändert schwierig sehen die VDM-
Makler das Finanzverhalten vieler deutscher Banken an. Die restriktive Kreditvergabepraxis drohe sich auch 2003 fortzusetzen. Zwar rechne man weiter mit historisch niedrigen Zinsen, doch würden viele Berufsgruppen nicht mehr finanziert. Und wenn sie doch einen Kredit bekämen, dann nur mit erheblichem Einsatz von Eigenkapital.
„Alles in allem rechnen wir nach einer Phase der Neuorientierung über die steuerlichen Rahmenbedingungen mit einem interessanten Anleger- und Käufermarkt“, fasst VDM-Sprecher Schick die Erwartungen für 2003 zusammen. rtr/tr
Artikel erschienen am 19. Dez 2002
http://www.wams.de/data/2003/01/05/3...e&searchHILI=1
Es könnte doch alles so schön sein
Aus dem Zukunftsprogramm der Erbengeneration: Schnellstmöglich den Hunden all das antrainieren, was uns so stark gemacht hat: Aktienkauf, Konsum und Investition
von Bernd Niquet
Was kann es eigentlich Schöneres geben als materiell gut versorgt zu sein, über ein beträchtliches Vermögen zu verfügen, ein schönes Häuschen im Grünen und ansonsten seine Ruhe zu haben? Zudem ein schickes Auto in der Garage, keine plärrenden Kinder, dafür gleich mehrmals am Tag völlig entspannt mit dem Hund Gassi gehen. Wenn da nur nicht diese Terroristen, die fallenden Immobilienpreise und die permanent abstürzenden Aktienkurse wären. Es könnte doch alles so schön sein.
Gerade in den unwirtlichen Wintermonaten sehnen wir Deutschen uns auf eine Insel im Süden. Das wirkliche Traumeiland liegt jedoch genau unter unseren Füßen. Der Generationenwechsel, der sich gegenwärtig in unserem Lande vollzieht, ist historisch ohne Beispiel. Zum ersten Mal in der Geschichte gelingt es der breiten Masse, Vermögenswerte in schier unermesslicher Höhe an ihre Nachkommen zu vererben. Und kein direkter Krieg weit und breit, der geeignet scheint, uns diesen Wohlstand so schnell wieder abspenstig zu machen.
In den nächsten Jahren stehen Vermögenswerte in Billionenhöhe zum Vererben an. Im selben Zeitraum wird sich die Generation der Erben anschicken, wirtschaftlich das Ruder zu übernehmen. Man merkt es schon jetzt: Kapital wird hofiert (Halbeinkünfteverfahren, Abgeltung-steuer), Arbeit hingegen brutal besteuert. Viele gegenwärtige Probleme werden dadurch erfolgreich entzerrt, denn wem ein derartiges Vermögen zufließt, für den ist plötzlich ein Arbeitsplatz nicht mehr das höchste Gut, der kann sich anderen, viel wichtigeren und ideellen Problemen widmen, wie sorgsam das Auto zu pflegen oder den Rasen zu schneiden.
Natürlich erben wir nicht alle, doch das ist doch nur ein lästiges Verteilungsproblem. Insgesamt schieben wir nicht nur einen dicken Bauch, sondern auch einen riesigen Vermögensberg vor uns her, von dem wir im Alter einmal zehren wollen. Der einzige Fehler daran ist, dass gerade das, was uns zum Ziel führen soll, die Erreichung eben dieses Ziels unmöglich macht. Die Sicherheit, in der wir uns alle wiegen, hat nämlich dazu geführt, dass wir nur noch konsumieren und nicht mehr investieren. Es werden kaum noch langfristige Investitionen getätigt, die volkswirtschaftliche Investitionsquote hat sich in den letzten Jahrzehnten beinahe halbiert, und Kinder will auch niemand mehr großziehen.
Bis zum Jahr 2050 wird unsere Bevölkerung daher signifikant geschrumpft sein. Das bedeutet einerseits endlich wieder Parkplätze. Andererseits aber auch, dass bei Fortschreibung des gegenwärtigen Trends junger Paare, sich keine Kinder, sondern vielmehr nur noch Hunde anzuschaffen, im Jahr 2050 die Hunde gegenüber den Menschen deutlich in der Mehrzahl sein werden. Spätestens dann werden wir mit dem wenig spaßigen Problem konfrontiert sein, dass Hunde nicht nur äußerst selten in die umlagefinanzierte Rentenversicherung einzahlen, sondern außer Hundefutter auch nichts konsumieren und schon gar nichts produzieren. Was für die Rentner des Jahres 2050, also die heutigen Erben, deutliche ökonomische Konsequenzen haben wird.
Glücklicherweise wird jedoch der Markt auch hier eine Lösung parat haben, deren erste Vorzeichen wir bereits jetzt spüren: Übersteigt das Vermögen seine potenziellen Verwendungsmöglichkeiten, dann wird der Markt den überschüssigen Teil vernichten, sprich abwerten. Konkret: Eine Bevölkerung, die schrumpft wie ansonsten nur ein Schwarzes Loch im Weltraum, muss keine Häuser mehr bauen und wird mit einer jahrzehntelangen Immobilienbaisse zu tun haben. Es sei denn, wir würden bald alle jeweils zwei Häuser bewohnen - und könnten das auch noch bezahlen. Die einzigen
Immobilien mit steigenden Preisen werden deshalb zukünftig die Hundehütten sein. Eine schrumpfende Bevölkerung wird zudem nicht nur mit der umlagefinanzierten, sondern auch mit der kapitalgedeckten Rente Probleme haben. Denn wer soll später einmal die ganzen Aktien und
Fonds kaufen, die die Rentner versilbern müssen, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten, wenn kaum noch jemand da ist?
Bleibt als einzige Konsequenz: Wir müssen schnellstmöglich den Hunden all das antrainieren, was auch uns so stark gemacht hat: Aktienkauf, Konsum und Investition. Der Blick aus dem Fenster sollte uns daher zuversichtlich stimmen: Denn die meisten Menschen führen ihre Zukunft bereits an der Leine.
Der Autor ist Verfasser zahlreicher Wirtschafts-Bücher.
Artikel erschienen am 5. Jan 2003