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Vollständige Version anzeigen : Nachwuchs-Surfers


Dagobert27
19.01.2001, 12:18
Nachwuchssurfer kennen im Schnitt nur drei Websites

Für viele Kinder gehört das Surfen im Internet mittlerweile zur alltäglichen Medien-Routine.

Die Zahl spezieller Online-Angebote für Kinder wächst ständig, gleichzeitig verfügen immer mehr Jungen und Mädchen über einen Zugang zum Internet. Bisher gab es allerdings wenig Informationen darüber, was Kinder von einem Web-Auftritt erwarten, welche Wünsche sie in Bezug auf Inhalte und Aufmachung haben und welche Vorlieben im Web haben.

Der Kölner Fernsehsender Super RTL gab im Herbst 2000 eine repräsentative Studie in Auftrag mit dem Ziel, Bekanntheit, Nutzung und Bewertung von Kinder-Websites bei acht- bis zwölfjährigen Online Kids zu ermitteln. Befragt wurden 762 Kinder in Face-to-Face-Interviews.

Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die junge Online-Gemeinde erheblich gewachsen ist.

Surften im Dezember 1999 rund 585.000 kleine User (13 Prozent der Kinder zwischen acht und zwölf Jahren) im Netz, so stieg die Zahl auf gut 2,1 Millionen Kids im Dezember 2000 (das bedeutet eine Steigerung auf 46,5 Prozent der Acht- bis Zwölfjährigen). Die Nutzungshäufigkeit wächst mit zunehmendem Alter, wobei auch die einzelnen Sitzungen
länger dauern, je älter die Kinder sind.

Das Internet ist auf dem Weg, sich neben TV, Comics und Büchern als ein "normales" Medium für Kinder zu etablieren.
Das habe zur Folge, dass entsprechend auch das Angebot an Kinder-Websites kontinuierlich steigt. So gaben die Kinder insgesamt über 180 verschiedene Online-Portale an, von denen jedoch das Gros eine sehr untergeordnete Rolle spielt.

Trotz des hohen Angebotes konnten die Kinder ungestützt das heißt ohne Vorgabe im Schnitt nur drei Homepages benennen.
Das bedeutet, dass sich die Aktivitäten der Online Kids auf wenige Web-Auftritte konzentrieren. Die Spitzen hält das Kinder-Top-Thema Pokémon mit 21 Prozent. 20 Prozent der Kinder SuperRTL.de gaben an, auf den Internetseiten des Senders zu surfen, den dritten Platz hält disney.de.

Während bei den jüngeren Online Kids ganz klar der Spaß im Vordergrund steht, kommt es bei den größeren Netz-Usern verstärkt darauf an, ihren gesteigerten Informationsbedarf zu befriedigen. Jungen begeben sich dafür gerne auch mal auf ausgedehnte Entdeckungstouren durch das World Wide Web. Mädchen sind da zielgerichteter: Sie sind schnell drin und schnell wieder draußen.

Aber auch die Ansprüche an die graphische Gestaltung der Seiten ist je nach Alter unterschiedlich. Eine zu hohe Textlastigkeit stößt die Jüngeren ab, eine Internet-Seite für Kinder darf aber auch nicht zu kindlich sein, wenn sie die älteren Kids bei der Stange halten will. Zwar stimmen die acht- bis zwölfjährigen Nachwuchssurfer darin überein, dass ihnen die Inhalte der Websites wichtiger sind als die technische Ausführung; was ein ansprechender Inhalt ist, wird je nach Alter und Geschlecht jedoch ausgesprochen unterschiedlich bewertet.

Quelle: de.internet.com