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Vollständige Version anzeigen : snahas' Strategiediskussions-Thread


snahas
28.01.2001, 19:02
hallo leute,
ich habe mir überlegt, dass es vielleicht sinnvoll ist, einen thread zu eröffnen, bei dem die einzelenen mitglieder ihre strategien posten. man kann hier auch über andere dinge schreiben, wie z.b. wie setze ich stoploss oder wann nehme ich gewinne mit. also alles, was irgendwie mit strategie zu tun hat. ich denke, jeder der schon eine weile am markt ist, hat einige erfahrungen gesammelt, die für andere interesant sind. oft kann man dadurch fehler im vorfeld schon eingrenzen oder man wird auf dinge aufmerksam, die einem zuvor nicht selbst aufgefallen sind.
ich mache jetzt hier schon mal den anfang (kopie aus einem anderen thread):

ich kaufe selten daxwerte, die sich in reifen märkten befinden (autos, chemie, banken, versicherungen). solche aktien sollte man kaufen, wenn sie keiner haben will. ich denke, dass dort der konträre investmentansatz am besten aufgehoben ist. aber selbst dort würde ich nicht die schwächsten aktien kaufen, sondern diejenigen der gruppe, die als erstes die anzeichen einer bodenbildung oder eines aufwärtstrendes vollziehen. fundamentale kennzahlen würde ich bei so grossen werten völlig vernachlässigen, ausser ein unternehmen steckt im vergleich zur restlichen branche in finanziellen problemen. aber kgv und was es da noch alle gibt, ist absolut irrelevant meiner meinung nach (bei diesen aktien). die einzigen fundamentalen daten, die hierbei hilfreich sind, sind makroökomische zahlen.
ich habe aber so gut wie nie einen daxwert gekauft (nur adidas und das lange bevor sie in den dax kam).
ansonsten wähle ich aktien so aus:
1. ich beobachte den gesamtmarkt und wenn er in einem bärmarkt ist oder eine korrektur durchläuft, dann kaufe ich gar keine aktien oder nur wenige und dann nur mit 1/4 bis 1/2 der normalen positionsgrösse (welche i.d.R. 10-20% meines gesamtkapitals beträgt)
2. ich suche werte, die ein hohes prognostiziertes umsatz- und/oder gewinnwachstum aufweisen (>20% p.a.)
3. die nicht sehr weit von den 52 wochen hochs entfernt sind
4. die als mindestvoraussetzung den abwärtstrendkanal verlassen haben
5. die sich möglichst in einer gruppe bewegen und die gesamte gruppe schon wieder dabei ist, einen aufwärtstrend zu etablieren
6. die nach einer (möglichst engen) konsolidierung in richtung oder in Alltime highs durchbrechen
7. die das letzte mal die prognosen eingehalten oder übertroffen haben.
8. wert muss technisch zu den stärksten am markt zählen. ich vermeide immer werte, die "aufholpotential" haben. das sind die schlechtesten.

weiterhin positive punkte aber nicht zwingend notwendig:
a)unternehmen hat niedrige KGV's,KUV
b)unternehmen ist nicht sehr bekannt
c)insider käufe (verkäufe i.d.R. nicht so wichtig)
d)hohe gewinnmargen
e)unternehmen hat ein einzigartiges produkt, ist marktführer oder es hat seine strategie geändert und der markt reagiert positiv darauf

die fundamentalen punkte sind wichtig für die entscheidung, wie lange ich investiert bleibe.
oft kaufe ich nur nach technischen setups, um 20-30% herauszuholen innerhalb weniger wochen.
die fundamentalen gründe veranlassen mich, in einer aktie länger investiert zu bleiben, auch wenn der wert eine kleine korrektur durchläuft. aber auch nur, solange ich schon grössere gewinne habe. im verlustfall wird normalerweise alles bei maximal 10% verlust verkauft.
fundamentale gründe setzen sich meines kenntnis- und erfahrungsstandes erst über mehrer jahre (>1-2 jahre) durch. alles dazwischen ist börsenpsychologie und beruht auf angebot und nachfrage. deshalb versuche ich bei einem kürzerem anlagehorizont (1 tag bis 1 jahr) nicht die aktie selbst zu analysieren, sondern die potentiellen käufer und verkäufer.

die wichtigste erkenntnis, die ich gewonnen habe:
aktien steigen nicht, weil sie niedrige KGV's (bewertungen) haben!!!! sondern sie steigen nur, wenn die mehrheit des geldes sie für billig hält und bereit ist, auch einen höheren preis dafür zu bezahlen.

Trap
28.01.2001, 20:00
Es ist ja alles schön und gut was Du da schreibst, aber ein KGV ist schon wichtig. Wenn alles andere um den Wert stimmt, dann ist ein KGV aussagekräftig, ob der Wert noch Potential hat. Auf einen Wert oder einer Blase aufspringen werde ich nicht. An Dax-Werten zu zweifeln ist auch nicht gerade sehr erfolgreich, denn in bestimmten Zeiten ist es schon sehr wichtig in defensive Werte umzuschichten. Ganz aus dem Geschäft zu gehen ist eine Möglichkeit, aber wann ?

Ich kaufe eine Aktie und setze den Stop-Loss bei 10 % unter meinen Kaufkurs. Ich klebe an keiner Aktie und keinem Unternehmen. Wenn Du nur nach der breiten Masse gehst, dann wirst Du auch immer zu spät sein. Aber das ist Deine Strategie. Viel Erfolg dabei. Ich hatte Dir ja einige Fragen gestellt, aber Deine Antworten zeigen mir, daß Du von Dir und Deiner Einstellung überzeugt bist und alles andere Schwachsinn ist.

Na ja - soll sich jeder so verhalten und handeln wie er möchte.

Trap.

snahas
28.01.2001, 20:42
hallo trap,
ich dachte, ich bin mit meinem posting auf deine fragen eingegangen. sage mir doch noch, welche fragen offen sind.
ich denke nicht, dass mein ansatz das nonplusultra ist, aber die vergangenheit hat mir gezeigt, dass ich damit bedeutend bessere ergebnisse vorweisen kann als viele andere anleger (ausser denjenigen, die alles auf eine oder zwei karten setzten und die richtigen aktien hatten). mit dieser strategie hatte ich eigentlich nur titel, wie em-tv, intershop, dell, emc, cisco usw. und zwar immer nur in ihren guten zeiten und ich hatte sie sehr früh (dell z.b. hatte ich schon mitte 1996). der einzige fehler, den ich mir nachsagen kann: ich habe alle aktien viel zu früh verkauft (z.b. dell mitte 1997). selten habe ich mehr als 200% gewonnen, obwohl ich 1000% hätte gewinnen können. ich war mit der strategie damals noch recht grün hinter den ohren und hatte nicht damit gerechnet, dass man nach 200% nochmal 500% rausholen kann, selbst wenn die aktie vor dem eigenen kauf schon ein paar 100% gestiegen ist.
es gibt bestimmt einen haufen anderer ansätze, die auch funktionieren. aber die erfolgreichsten leute, die ich kenne, gehen nach ähnlichen konzepten vor und ich zähle mich nicht zu den erfolgreichsten.

bezüglich deiner kritik um das KGV herum, hatte ich es ja noch unter den positiven punkten erwähnt. bei dax-werten spielt es aber meiner meinung nach keine rolle und auch sonst nur wenig. ich glaube nicht an grosse ineffizienzen bei grossen aktien wie dax-werten. wenn ich bankaktien kaufen wollte, dann würde ich nicht diejenige mit dem niedrigsten kgv kaufen, sondern diejenige mit der grössten relativen stärke. eine aktie steigt wegen grosser nachfrage, nicht wegen niedrigem kgv.
wenn ein anleger nur niedrige KGV's bezahlen will, dann hätte er auch nie die o.g. aktien gekauft und auch unzählige andere 1000%er verpasst. niedrige KGV's können ein vorteil sein, aber für den unerfahrenen anleger sind sie eher eine falle.

bezüglich des zu spät seins...ich halte es für das unwichtigste überhaupt, so tief wie möglich in eine aktie einzusteigen. für mich zählt einzig und allein, dass sie steigt, nachdem ich gekauft habe. das bottomfishing überlasse ich anderen, sollen die sich die finger verbrennen. mir sind die grossen gewinne lieber, die ich über einen längeren zeitraum erlangen kann.
bei vielen werten wird die breite masse erst auf einen titel aufmerksam, in dem ich schon länger drin bin.

snahas
28.01.2001, 21:27
...fortsetzung

trap, du hast geschrieben:
"Nur weil ein Wert stark verprügelt wurde ist er schlecht ? Erholen können sich solche Werte nicht ? Dann schau Dir doch mal bestimmte Werte aus dem Dax an.
Eine SAP verliert über 50 % vom High. Ist SAP deshalb schlecht ? Und erholt haben sie sich auch."

natürlich ist ein wert nicht automatisch schlecht, wenn er verprügelt wurde. es kommt aber auf das ausmass des verprügelns an und weshalb. was hat der markt in der zwischenzeit gemacht?

"Eine Intershop und ein EM TV waren die Vorzeigeunternehmen am Neuen Markt.
Sie waren sehr hoch bewertet und bekamen auf einmal Schwierigkeiten. Das wird bestraft und nicht zu knapp.
In den Staaten werden die Glasfaser-Unternehmen arg geprügelt.
Warum ?"

irgendwann endet für jede wachstumsaktie die phase der grossen zuwächse. die genannten werte waren trotz hoher bewertung lange zeit outperformer.
allgemein: es kommt darauf an, was der markt für teuer oder billig erachtet. es gibt phasen, in denen werden kgv's von 20 für hoch erachtet und es gibt welche, da werden 200 toleriert. die kunst liegt darin, sich an den markt anzupassen und sonstige rahmenbedingungen zu analysieren.

"Sind alle schlecht ? Nein – aber woran erkenne ich eine faire Bewertung ? "
man kann eine faire bewertung nicht finden. es gibt sie nicht.

Trap
28.01.2001, 22:20
Na dann !
Du bist mir zu erfahren und zu klug !
Ich streiche die Segel.

Trap.

snahas
28.01.2001, 22:57
trap,
höre ich da einen kritischen unterton? ich habe diese strategien nicht erfunden, sondern nur gelesen, angewendet und für sinnvoll, hilfreich und profitabel empfunden. ich habe aus vielerlei quellen mir dann meine eigenen regeln gebastelt. ich wäre froh, so klug zu sein und selbst auf so etwas zu kommen. aber dem ist nicht so.
gruss
snahas

ohayeq04
29.01.2001, 07:56
Guten Morgen ,alle

In Börsenkreisen spricht man von einem möglichen Kapitalcrunch.
Die große Masse der IT sind NOCH am Markt und es ist eine Frage der Zeit,wann der totale Einbruch kommt.Dann können die Banken nur mehr abbuchem,denn die Konkursunternehmen haben nichts mehr.
Wann dieser zeitpunkt kommt ist für viele Banker nur mehr eine Frage der Zeit und dann bricht der Nasdaq echt ein.
Dieses Szenario sollten wir zumindes diskutieren und darauf gewappnet sein

meint ohayeq04

snahas
29.01.2001, 19:54
also, ob ein credit-crunch stattfinden wird oder nicht und wer davon betroffen wäre vermag ich nicht im geringsten zu beurteilen. mir ist es ehrlich gesagt auch egal. die aktienkurse werden es schon zeigen.

snahas
29.01.2001, 20:01
wer kann denn hier einmal eine erfolgreiche strategie per fundamentalanalyse präsentieren? dass die fundamentalanalyse ihre daseinsberechtigung hat, dürfte jedem klar sein, der auf die erfolge von peter lynch,warren buffet oder william o'neil schaut.
nur denke ich immer, dass diese leute viel bessere fähigkeiten zur beurteilung von unternehmen und branchen besitzen als 95% aller investoren. noch dazu stehen sie meist in engstem kontakt zu den grössten bossen einzelner firmen, so dass sie sich ein vielfach besseres bild von einem unternehmen machen können, als jeder privatanleger.
also, wer hier im board meint, eine funktionierende fundamentalanalysen-strategie zu besitzen?

woernie
29.01.2001, 21:45
mit einer strategie die auf fundamentalanalyse fusst kann ich leider nicht dienen.

aber zum thema bottom-fishing eine bemerkung.
waehrend eines downtrends vermeintliche bottoms abzufischen ist sicher ein kardinalfehler. der beruehmte griff ins fallende messer ist beinahe vorprogrammiert. an marktboeden, so sie sich als tragfaehig erwiesen haben, 'fallen angels' einzusammeln, vorausgesetzt die gewinnwachstums und umsatzwachstumsprognosen stimmen noch,
halte ich unter umstaenden fuer weniger gefaehrlich, als die wenigen werte (nahe ath) die nicht korrigiert haben aufzugreifen. wenn sich ein boden ausgebildet hat, jetzt nicht nur beim index, sondern beim einzelwert, und die story noch stimmt, finde ich sollte man zugreifen.
solche werte gibt es zur zeit in huelle und fuelle.

gruss woernie

p.s.: snahas, ein wert der dir vielleicht gefallen koennte ist peoplesoft. ein weiterer sehr stabiler wert in meinem depot ist genzyme. nur stimmen hier die wachstumsaussichten zur zeit nicht so recht.

snahas
29.01.2001, 22:14
woernie,
kannst du mal ein wenig erklären, wie man am besten vorgeht, wenn man "fundamental gute" unternehmen beim bottomfishing kauft?
gruss
snahas

ohayeq04
29.01.2001, 23:06
Jetzt möchte ich mich ganz kurz einschalten.
Was ist mit den Werten ( es gibt nicht allzuviele) die am Nasdaq nicht nur dagegengehalten sondern gegen den wind satte Gewinne gebracht haben?:
z.B.citrix ( etwa von 16 auf 30 -35$).
ohayeq04

snahas
29.01.2001, 23:13
ohayek,
was meinst du mit deiner frage? ich wollte keine diskussion über einzelwerte anregen, sondern über strategien.
gruss
snahas

ulla
29.01.2001, 23:39
hi snahas,

Glückwunsch zu Deiner Strategie, ich glaube nicht viele Aktionäre haben eine derart präzise Strategie, wie Du sie an den Tag legst. Respekt.
Ich würde ja schreiben, nach welchen Richtlinien ich anlege, allerdings muß ich ehrlich sagen, kaum stelle ich mir neue "Regeln des Investierens" auf, schon breche ich diese wieder. Ich bin da einfach zu inkonsequent, Ob ich dadurch meine Chancen senke, na ich weiß nicht. Hauptsache, das Chancen-Risiko-Management stimmt. Totalverluste werde ich nicht kassieren!

Ich denke, ich bin nicht die einzige mit derart verwaschener Strategie, aber ich werde daran arbeiten.

ulla

snahas
29.01.2001, 23:57
ulla,
ich denke, es ist keine zwingende voraussetzung, eine feste strategie zu haben. man sollte aber über ein paar grundregeln verfügen, die verhindern, dass man zu viel von seinem geld verliert. denn ohne geld keine hohe performance, bzw. gar keine performance.
was ich für extrem wichtig halte, wenn man keine richtige strategie hat:
man sollte eher in aktien investieren, die sich nicht so stark und schnell bewegen oder deren geschäfte auf soliden füssen stehen. das bedeutet oft weniger gewinnpotential, aber dafür auch weniger verlustpotential und kleine schwächen im psychologischen handeln werden nicht so bitter bestraft wie bei den hochriskanten papieren. wenn man trotzdem an interessanten und volatilen branchen partizipieren will, dann sollte man sich eher auf fonds stützen. das ist zumindest meine meinung.
gruss
snahas

snahas
31.01.2001, 09:31
Heute zeigt die ehemalige lieblingsaktie vieler anleger, weshalb ich in der regel keine "fallen angels" für ein längerfristiges investment kaufe. besonders nicht in verbindung mit starken downgaps, wie bei intershop vor einigen wochen geschehen.
die tatsache, dass solche aktien so stark nach unten gepusht wurden, zeigt eindeutig, dass die institutionellen anleger sich von einer aktie trennen. das heisst, dass sie in der regel auch lange lange nicht mehr zurückkommen und man solche aktie vergessen sollte. für kurzfristige trades kann man sie benutzen, aber für spekulationen für längere zeit sind diese zu gefährlich.

snahas
04.02.2001, 17:40
schlaubi,
ich denke, dass man im letzten jahr nur mit einer kurzfriststrategie geld verdienen konnte, ausser man war ein brillanter markttimer und ist im märz oder april ausgestiegen und nicht mehr eingestiegen.
oder man war noch besser und hat das geld in der zwischenzeit in die "sicheren" sektoren gesteckt.
das problem mit der kurzfriststrategie: sie ist sauschwer. wie soll man überhaupt vorgehen?
buy and hold ist nicht unbedingt besser als kurzfristig. es ist aber um einiges leichter, wenn man keine genaue fundamentalanalyse betreibt. das problem bei buy and hold ist: man sollte schon gut die qualität und den preis eines unternehmens einschätzen können. das können vielleicht 2% aller "fundamentalisten" auf der welt.
und man sollte trotzdem den markt beobachten. in einem bärmarkt ist buy and hold eine gefährliche strategie. besonders weil sich im bärmarkt auch herauskristallisiert, welche unternehmen überhaupt gut und welche schlecht sind.
ich persönlich bin trotz meines BWL studiums und lektüre fabelhafter "fundamental"-bücher (peter lynch, warren buffet usw.) nicht in der lage, gut zu bestimmen, ob ein unternehmen richtig bewertet ist oder nicht. wenn man sich erfolgreiche fundamentale anleger betrachtet, dann stellt man fest, dass diese sehr häufig kontakt zu managern usw. haben. sie betrachten also nicht nur die nackten zahlen, sondern schätzen auch die managementqualität aufgrund persönlicher eindrücke ein. der normale privatanleger (so wie ich) verfügt meist nicht über diese information. von der blossen lektüre der quartalsberichte und analysen wird man kaum ein unterbewertetes unternehmen finden (zumindest keines unter den bekannten, liquiden aktien). bei kleinen unbekannten werten stehen die chancen da schon besser.
demzufolge halte ich eine diskussion darüber ob Rambus jetzt super ist und JDSU auch, völlig für die katze. sinnlose energieverschwendung. unternehmen, die so liquide gehandelt werden und von millionen von anlegern beobachtet, sind meiner meinung nach so viel wert, wie sie wert sind, zumindest solange sie im blickfeld der masse stehen.
ich habe für mich den weg gewählt, mir vom markt zeigen zu lassen, welche werte interessant sind. dafür bin ich regelmässig ein später käufer.
gute fundamentaldaten sind leider auch keine versicherung vor starken kursverlusten:
angenommen, man hat wirklich genaue information über das unternehmen, dann
1. kann ein gutes unternehmen ja auch schon extrem hoch bewertet sein.
2. kann es auch langwierige übertreibungen nach unten geben.
3. kann es nach kursverlusten sogar zu verschlechterungen der konjunktur/unternehmenssituation kommen

in den beiden ersten fällen würde mein kapital stark schrumpfen bei einer marktkorrektur. das kann ich persönlich nicht durchhalten.
im 3. fall würde ich es eventuell nie mehr wiedersehen.

es ist wirklich sehr schwer, den stein der weisen zu finden...

schlaubi
04.02.2001, 20:15
hallo snahas,

das ich im falschen Board gepostet hab tut mir leid.

Erst einmal danke für Deine Einschätzung meiner Strategie.

Ich habe nie behauptet, daß meine Strategie das non plus ultra ist, ich habe in der Vergangenheit aber häufig einen richtigen Riecher gehabt. Bei mir zählt aber nicht ein Einzelergebnis sondern die Gesamtperformance.

Was die Charttechnik angeht kann ich nur sagen: für Daytrader und Kurzfristinvestoren ein Muß!
Ich habe aber keine Lust 20-30% kurzfristig zu machen, welche dann noch Versteuert werden müssen.
Langfristig gesehen ist es auch sehr schwierig kurzfristige Bewegungen zu surfen, denn die Charttechnik hat leider nicht immer recht.
Nur innerhalb eines Trends liegt man mit der Charttechnik richtig, nicht aber am Anfang und auch nicht am Ende.

Ich persönlich besorge mir alle möglichen Informationen eines Unternehmens. Mit dem Internet ist das heutzutage nicht schwer, denn jede Firma hat eine ausführliche Beschreibung ihres Geschäftsmodells und Bilanzen auf ihren Homepages.
Wenn wir z. B. Dell nehmen, so verkauft Dell PCs.
In guten Zeiten viele und in schlechten Zeiten wenige.
Eine gute Fundamentale Analyse bei Dell ist nahezu unmöglich.
Ich habe Dir gepostet, daß ich in Philip Morris investierte, ich wurde darauf aufmerksam wegen der 10% Dividente und Essen bzw. Rauchen geht immer. Meine Nachforschungen haben ergeben, daß die Sparte KraftJacobs alleine über 30$ Wert gewesen ist (im vergleich zu Nestle oder Danone...). Philip Morris hätte es das Genick brechen können, wenn das Raucherurteil negativ ausfallen würde, aus diesem Grund wollte keiner investieren.
Philip Morris gab aber bekann man wolle KraftJacobs ausgliedern und an die Börse bringen, im Falle eines Falles.
Was dann passiert ist hat denke ich jeder mitbekommen.

Bei 20$ durchlief Philip Morris eine Bodenbildung. Wiederstandslinien sind meiner Meinung die sinnvollste Charttechnik, da sie signalisieren keiner ist mehr bereit unter einem bestimmten Kurs zu verkaufen oder keiner ist mehr investiert und kann deshalb nicht mehr verkaufen.

Damals war Philip Morris Out, am Ende des Jahres aber der Topperformer!

Es ist nich alzu schwierig ein gutes Unternehmen zu finden, Du mußt es nur beobachten. Konnte es in der Vergangenheit die Prognosen immer erfüllen. Hat es ein außergewöhnliches Produkt oder eine Dominante Marktstellung oder eine Schlüsselfunktion. Wenn dann noch die Bilanz und die Prognose stimmt, steht einer Investition eigentlich nichts mehr im Weg.

Ich hoffe, ich konnte Dir einen kleinen Einblick in meine Strategie geben und bin für Verbesserungen immer offen.

snahas
04.02.2001, 20:50
schlaubi,
dein zitat:
"Es ist nich allzu schwierig ein gutes Unternehmen zu finden, Du mußt es nur beobachten. Konnte es in der Vergangenheit die Prognosen immer erfüllen. Hat es ein außergewöhnliches Produkt oder eine Dominante Marktstellung oder eine Schlüsselfunktion. Wenn dann noch die Bilanz und die Prognose stimmt, steht einer Investition eigentlich nichts mehr im Weg. "
- du hast ja eigentlich vollkommen recht.
ich halte es auch für richtig, zu vermuten, dass man die besten unternehmen findet, wenn man unter denen sucht, die die eigenen prognosen zumindest eingehalten hatten. es ist zumindest ein anhaltspunkt.
in den usa (und neuer markt) stellt sich da aber wieder das problem, dass nach den amerikanischen bilanzierungsregeln (welche ja sehr transparent sein sollten) der manipulation der ausgewiesenen gewinne pro aktie tür und tor geöffnet werden. das management kann mit den sogenannten accruals (ungefähr: nicht periodengerechte aufwendungen und erträge) eigentlich den gesammten gewinnausweis auf den kopf stellen.
wenn man sich ein weig damit beschäftigt, kann einem angst und bange werden. glauben kann man kaum noch etwas....dann kommen wieder die persönlichen gespräche mit den managern zum tragen.
bezüglich der qualität bin ich auch noch in meinem letzten posting eingegangen, als ich die drei risikofaktoren aufzählte, die gegen buy and hold sprechen, selbst wenn man weiss, dass die zahlen stimmen, dann kann es immer noch sein, dass man besser nicht investiert ist.

dein hinweis auf philipp morris ist ganz interessant. diese aktie wurde schon anfang der 90er von peter lynch in seinem ersten buch als die ideale aktie erwähnt, würden da nicht die ganzen prozesse sein...ich würde PM zu den aktien einreihen, die ich am anfang dieses threads erwähnte: kaufen wenn sie keiner haben will.
du hast richtig erkannt, dass der grösste teil der charttechnik nahezu humbug ist. so richtig glauben tue ich nur an unterstützung, widerstand und overhead supply (wenn eine aktie zu tief gefallen ist, so dass es zu viele leute mit verlusten gibt, die verkaufen, sobald ihr einstand erreicht wird). ich versuche, immer angebot und nachfrage herauszufiltern...wer kauft? wer verkauft? und warum? nd in welchem ausmass?

snahas
04.02.2001, 22:12
noch was bezüglich der einzigartigen produkte oder der führenden marktstellung:
in meiner der CANSLIM- entlehnten strategie ist auch hierfür platz:

das N in CANLSIM steht für new. d.h. entweder neues (einzigartiges) produkt, neues hoch, neue unternehmensstrategie, neues management, neues unternehmen

das L steht für leader: d.h. marktführer und/oder relative stärke-anfüherer innerhalb eines sektors.

gruss
snahas

schlaubi
05.02.2001, 17:12
danke Snahas,

für Deine aufrichtige Meinung.

Ich kann Dir nur voll und ganz zustimmen, Verlustbegrenzung muß in jeder Strategie einen Platz finden (oberstes Gebot).

Wenn ich jetzt geschrieben habe das ich verstärkt auf Buy and Hold setze, meinte ich damit, ich lasse mich nicht mehr verleiten eine Welle zu surfen (ist nicht mein Ding).

Meine Verlustbegrenzung beginnt bereits vor der Investition, wobei Chancen und Risiken analysiert werden.
Für die weitere Verlustbegrenzung setze ich Menthale Stops ein.

Dein Argument, daß Bilanzen geschönt werden können ist mir bekannt. Man muß eben ein gewisses Vertrauen in ein Unternehmen und dem Management aufbauen, genau wie in einer Beziehung. Wird das Vertrauen gebrochen, wird eben ein Schlußstrich gezogen.

Ich schichte gegebenenfalls mehrmals mein Depot um, damit keine Abhängigkeit von einem einzelnen Wert entsteht.
Bei mir zählt eben nicht die Performance eines Einzelwertes, sonder die Gesamtperformance.

Ich habe aus den Fehlern in der Vergangenheit gelernt,um die für micht aussichtsreichste Strategie zu finden. Ich werde auch in Zukunft immer wieder eine Fehleranalyse durchführen um diese Strategie immer wieder zu verbessern.

Mir ist klar, daß Deine Strategie anders ausgelegt ist, ich hoffe aber ich konnte jetzt alle Unklarheiten beseitigen.

snahas
15.04.2001, 18:37
ich wollte diesen Thread nochmal hochbringen, damit mögliche Fragen bezüglich meiner Strategie vielleich beantwortet werden können. Wenn ich Zeit finde und genügend Interesse vorliegt, werde ich ein paar mögliche Trades grafisch einbinden.

snahas
16.04.2001, 15:52
wie versprochen hier mal ein Beispiel
http://members.tripod.de/snahas/Kaufbeispiel1604.gif

Wie man sieht, hätte man zu recht hohen Kursen gekauft...
So ging es dann weiter...
http://members.tripod.de/snahas/Kaufbeispiel2_1604.gif


Es sei noch angemerkt, dass früher die Spekulationsfrist 6 Monate betrug

snahas
16.04.2001, 16:29
jetzt noch ein weiteres Beipiel, bei dem man relativ weit vom ATH gekauft hätte:

http://members.tripod.de/snahas/Sixt.gif

weiter ging es...

http://members.tripod.de/snahas/3.Kaufbeispiel2.gif

vielleicht sei angemerkt, dass alle Unternehmen waren, welche über die am Anfang des Threads genannten Kriterien verfügten.
Leider hat sich inzwischen die Spekulationsfrist verlängert, so dass ich wohl meist schon vor Ablauf der Frist aussteigen muss. Dies ist grundsätzlich von Nachteil. Andererseits kann man jetzt viel freier mit seinen Verkaufsentscheidungen umgehen.

schlaubi
16.04.2001, 18:57
@snahas

ich finde es super, daß Du aus Deinem Nähkästchen plauderst.

Was den Verkaufszeitpunkt angeht, snahas, ich finde den Verkaufzeitpunkt sogar wichtiger als den Kauf.
Wenn man eben verkauft hat und muß eingestehen, daß es ein Fehler war, sollte man eben den inneren Schweinehund überwinden um wieder neu einzusteigen. Tade ist Trade, man beginnt einfach einen neuen.

Das mit der Spekulationsfrist schmeckt mir ebenfalls nicht. Aber dazu anzumerken ist, wer viel Steuer bezahlt, hat auch viel verdient. Das mit dem über die Spekulationsfrist retten kann einem evt. den Kopf kosten. Es gibt aber die Möglichkeit sich mit OS abzusichern, ist aber nicht immer eine gute Lösung.

by
schlaubi

snahas
16.04.2001, 22:14
schlaubi,
vielleicht kannst du hier an dieser stelle ein wenig über deine strategie schreiben.
du hast geschrieben, dass du aus deinen fehlern gelernt hast. es wäre schön, wenn du einmal hier eine liste von begangenen fehlern reinstellst. das kann für andere eventuell sehr hilfreich sein.

schlaubi
16.04.2001, 23:30
ist gut snahas

gib mir noch etwas Zeit in meiner Vergangenheit zu stöbern.

By
schlaubi

millebienchen
17.04.2001, 12:14
zunächst möchte ich mich herzlich für deine fundierten und sehr lehrreichen beiträge hier in diesem board bedanken, aus denen ich schon viel lernen konnte :japan:
weiter so :)

desweiteren hätte ich noch eine bitte:
könntest du so lieb sein und kurz erklären, was sich hinter dem begriff "cup&handle-formation" verbirgt? ich kann diese formation in meinem chartanalyse-buch leider nicht finden. vielen dank.

herzliche grüsse

millebienchen

millebienchen
17.04.2001, 14:43
...und zwar eine, die zwar nicht unbedingt in diesen thread passt, aber in den anderen auch viel besser aufgehoben ist ;)

welche börsenzeitschriften lest ihr und könnt ihr weiterempfehlen? oder besser gefragt: gibt es überhaupt eine empfehlenswerte? :unsure:

ich habe einige zeit den aktionär gelesen, den ich jetzt aber gekündigt habe, weil mir die schreibweise zu reißerisch ist und zudem viel zu viel gepusht wird. momentan habe ich noch die börse online im abo, ziehe aber auch bei dieser zeitschrift eine kündigung in erwägung, da mir auch die dortigen analysen nicht überzeugend erscheinen.

über kurze meinungen von euch zu diesem thema wäre ich dankbar.

liebe grüsse

millebienchen

miezmiez
17.04.2001, 14:55
bei deinem Trade mit dieser Untertassenformation kann ich die WKN oder den Namen des Unternehmens nicht entdecken?

@ Millebienchen,

wie der Name sag, eine Tasse und ein Henkel,übrigens schick eingezeichnet. Ob dies eine wichtige Formation ist, kann ich Dir leider nicht sagen.
Ich vermute mal, daß dieses Bild die gleiche Funktion ausübt wie eine Flagge oder ein Wimpel: "Trendbestätigung"!

schlaubi
17.04.2001, 17:04
@millebienchen

spar Dir das Geld für teure Börsenzeitschriften. Ich kenne keine einzige, die mich bisher wirklich überzeugt hat. Die geben wöchentlich Empfehlungen, nicht weil diese gut sind, sondern weil sie irgend was schreiben müssen.

Schau Dich doch viel mehr in unserem Board um, da findest Du auch sehr gute Anregungen.

Viel Spaß
schlaubi

miezmiez
17.04.2001, 20:01
Schlaubi recht. Alles Schrott! Die Informationen die man haben will bekommt man kostenlos im Internet!:D

snahas
17.04.2001, 20:50
hallo leute,
es freut mich, dass hier langsam Leben in diesen Thread kommt.

miezmiez, ich habe keine Namen dazu geschrieben, weil die Namen nicht wichtig sind.
Bei den aufgeführten Beispielen hat es sich um einen Nemax-Wert und einen anderen deutschen Nebenwert gehandelt. Die Art der Darstellung war in Form von Wochencharts.
Sinn und Zweck war nur einmal zu zeigen, dass man keine Angst vor buy high - sell higher haben sollte.


zur Cup&Handle:
wie meine Zeichnung schon andeutet, handelt es sich hierbei um eine Formation, die stark stilisiert einer Tasse mit einem Henkel ähnelt. Sie taucht nach stärkeren Marktkorrekturen auf und ist oft Vorbote von längeren hochprozentigen Kursgewinnen. Wichtig ist hierbei, dass die Tiefe der gesamten Formation nicht zu gross ist. Das heisst, dass die Korrektur vom linken oberen Punkt bis zum Tief der Tasse nicht signifikant über 50% liegen sollte. Weiterhin wichtig ist, dass der Henkel in der oberen Hälfte der Gesamtformation stattfindet und dass es tiefere Tiefs im Henkel gibt. Hier mal ein Beispiel für eine gescheiterte Formation aus dem letzten Jahr:
http://members.tripod.de/snahas/Comroad.gif
Das Korrekturtief auf der linken Seite lag über 60%, was schon mal nicht so gut war. Bis der Henkel ausgebildet wurde, hatte die Aktie schon eine zu lange Strecke von unten nach oben zurückgelegt. Dann fand kein Volumenanstieg bei meinem ersten Kauf statt, was ich als negativ erachtete. Jedoch hat dann der Orginalausbruch aus dem Henkel (2.Kauf) mehr Volumen mit sich gebracht.
Idealerweise möchte man, dass die Kurse kurz vor dem Ausbruch sehr niedrige Volatilität aufweisen. In diesem Fall war die Vola in der Vorwoche aber sehr hoch, was wiederum negativ war. Noch dazu kam vom Gesamtmarkt Störfeuer, so dass der Ausbruch scheiterte und ich gleich in der folgenden Woche wieder ausgestiegen bin mit einem Mini-Verlust.
Der rest ist (besonders heute) Geschichte.

Zu den Zeitschriften:
ich lese die FAZ, Börse-Online und den Aktionär.
Börsenzeitschriften sollte man nicht lesen, um Empfehlungen zu bekommen oder das zu tun, was die einem weismachen wollen. Sie sollen nur als Information dienen, was im Moment an den Märkten abgeht, welche Aktien gerade gepusht werden, welche Stimmung herrscht und so weiter. Wenn man nicht genug Willensstärke hat, dem Geschwätz und den EMpfehlungen zu widerstehen, dann sollte man sie nicht lesen. In der BO gefallen mir noch die ganzen Konjunkturinfos.

miezmiez
17.04.2001, 23:28
für Dich sind die Namen vielleicht nicht wichtig, da Du diese bereits kennst! Für mich jedoch schon, so daß es zweckdienlich wäre zu wissen über welche Werte man sich virtuell unterhält!
Im Nachhinein kann man viel schreiben und interpretieren, entscheidend sind jedoch die Prognosen von heute für morgen, übermorgen, nächste Woche, nächsten Monat und so weiter!

Da dein Vortrag überzeugend ist, gehe ich mal davon aus, daß Du die Tasse und den Henkel vorhergesehen, sprich erwartet hast, aufgrund des von Dir beschriebenen Kursverlaufs!

snahas
17.04.2001, 23:43
die Beispiele sind echte Trades von mir gewesen und sollten nur mal als zeigen, welche Kaufzeitpunkte ich so in der Regel wähle.
Meine Trefferquote liegt bei knapp 50%. Eher drunter.
Von fundamentaler Seite sind die Kriterien wichtig, wie ich sie am Anfang dieses Thread genannt hatte.
Hier mal ein paar Namen aus der Vergangenheit, die damals die fundamentalen Richtlinien erfüllten (Liste bei weitem nicht vollständig):
Adidas, Aixtron, AOL, Cisco, Dell, EMC, EM-TV, H&M, Kamps, MLP, Sixt, SAP, SER....

Diese Liste macht nur wenig Sinn, da die meisten Werte den Zenith schon hinter sich haben. Wichtig ist deren frühere fundamentale Sitaution, als sich sich noch im Aufwärtstrend befanden. Man sehe sich deren Merkamale an und versuche, in Zukunft ähnliche zu finden.

miezmiez
18.04.2001, 07:51
"the rise and the fall of house usher".

Ich vermute mal, daß die Aktien zu dem Zeitpunkt gekauft wurden als die große Bullenrally im Gange war. Sozusagen eine Gelddruckmaschine. Strategie war überflüssig da die Aktien von einem ATH zum anderen marschierten.

Interessant ist jedoch vielmehr wie deine Strategie in einem Bärenmarkt funktioniert? Hierzu finde ich keine Aussagen, geschweige den Beispiele.

Den Namen dieses ominösen Papiers mit dem Cup&Handle willst Du auch nicht nennen!?

Bei Activision schreibst Du, es wurden bereits 500.000 Stück gehandelt. Dann schreib dazu das dies an der Nasdaq der Fall war (am Schluß etwas mehr als 760 tsd.). In Frankfurt waren´s 568 Stück. Die Deutschen haben´s anscheinend noch nicht gemerkt, daß sich hier eine Perle auf dem Markte bewegt!
Wie schreiben die Herren in einem ihrer letzten Bericht. 100 Mio hätte man noch cash und die Bankschulden würden sich lediglich auf 15 Mio. belaufen.

Ist dies eine Aktie die zu deiner Fundamentalstrategie paßt? Der Kurs steigt und der MFI (money flow index) fällt. Was sagt uns dies?
Übrigens, seit dem 14.2.00 läuft die Aktie seitwärts in einem Kanal zwischen 21,25 und 25,25 USD. Das entspricht einer Performance von 18,8 % was für die Anaysten bereits ein Outperformer ist.

jbeam
18.04.2001, 08:52
Strategie im Bärmarkt ??
Gibts sowas ? Außer die "Hazardeur-Taktik" und "Fast-Stochastik Russian Roulette" ?
Nein, im Ernst, wenn jemand eine risikobegrenzende Strategie im Bärmarkt kennt, so möge er mich aufklären (habe nicht den gesamten Thread gelesen, falls dazu schon was geschrieben wurde - sorry).

Ich denke Snahas hat oft genug betont, dass seine Taktik im Bärmarkt nur begrenzt einsetzbar ist. Und mit dem Kaufen im Bullenmarkt mußt Du wohl was falsch verstanden haben, MiezMiez. Willst Du den letzten Sommer und Frühherbst ernsthaft als Bullenmarkt bezeichnen, indem man ALLES wahllos kaufen konnte ?? Ich kann mich da jedenfalls an ziemlich lautes Gejammer und Geschreie in den Börsenboards erinnern, während ein paar Leute in Snahas Canslim-Thread bei W:O eine Menge Spaß hatten... Mit wahllos kaufen war da gar nix mehr.

Ich glaube kaum, dass sich eine im geringen Risikiopotential vergleichbare Taktik speziell für den Bärenmarkt finden wird.

Eine letzte Frage hätte ich da aber noch:

Warum immer so kratzig, Miezmiez ? Ist mir schon öfter aufgefallen, nicht dass es mich stört, aber etwas irritierend ist es schon.

Gruß
jbeam

miezmiez
18.04.2001, 09:48
es gibt viele Scharlatane in dieser Welt und da erscheint mir Nachfragen angebracht. Wenn es etwas "kratzig" wirkt, verfehlt es nicht seine Wirkung.
Wenn man im www. ein bißchen stöbert stößt man auf Geschriebenes welches nicht ganz im Einklang mit all den hehren Worten steht.

Übrigens Scharlatan ist von dem arabischen Wort "Scheijtan" abgeleitet!:D

Wenn jemand nicht in Jubelstürme ausbricht ob der Botschaft die verkündet wird, tut es diesem Board, der Community als auch der Diskussion keinen Abbruch.

snahas
18.04.2001, 10:49
miezmiez,
es ist schon richtig, alles kritisch zu hinterfragen. An keiner Stelle habe ich behauptet, dass meine hier vorgestellte Strategie die beste ist oder sogar nachzuahmen sei. Ich weiss nur aus Erfahrung, dass ich meist immer die Outperformer im Depot hatte, während viele meiner Bekannten nur zusahen und "billige" Aktien tief kaufen wollten. Und das meist steuerfrei.
Meine Strategie hat ja (wie CANSLIM) auch eine Marktkomponente. Wenn der Gesamtmarkt auf rot steht, dann wird nichts oder nur sehr wenig und vorsichtig gekauft.
Natürlich ist in der Endphase von 1999 alles gestiegen. Die Werte, die ich hier vorgestellt habe, sind aus verschiedensten Segmenten und zu Zeiten gestiegen, als noch nicht jede Aktie abging. Ich habe auch extra diese angeführt, weil ihre besten Zeiten zum Höhepunkt der Euphorie schon längst vorbei war. Als die Riesen Bullenrally lief, wollte doch schon längst keiner mehr was von Sixt oder Adidas hören, SER war auch schon vorbei. Als diese noch am steigen waren, hatten sich einige Anleger geärgert, dass sie sie nicht hatten. Trotz Bullenmarkt. Und sie sind über einen längeren Zeitraum gestiegen, nicht nur eine kurze Euphoriewelle. Es gibt keine Aktien für alle Zeiten. Irgendwann nähert sich jede Aktie ihrem Zenith. Dann ist sie fertig. Ich suche sie mir, solange sie steigen.
Bärmärkte dauern i.d.Regel zwischen 9 Monaten und 3 Jahren, wobei der Durchschnitt irgendwo bei 1.5 Jahren liegt. Bullmärkte dauern i.d.Regel länger. Es wird wieder Bullmärkte geben und es wird wieder Aktien geben, die über längere Phasen, alles um einen herum zurücklassen.
Das oben war jetzt auch nur eine willkürliche Beipielliste, damit Interessierte sehen, von was für (Fundamental)Werten ich hier überhaupt spreche. Man kann die letzten 50 Jahre zurückgehen und sich die langjährigen Renner ansehen. Ich würde sagen, grob 2/3 von ihnen verfügen über ähnliche Charakteristika.
Zu Activision:
Ich habe diese Aktie nicht vorgeschlagen. Sie stammt vom User besserweis. Ob einem jetzt die Aktie gefällt oder nicht, Er ist in meinen Augen einen der wenigen, der es wirklich besser weis(s).

jbeam
18.04.2001, 11:20
Hi miezmiez,

o.k., kann ich verstehen. Ich selbst habe mich auch schon oft genug aufgerieben in Diskussionen mit WWW-Gurus :D .

Allerdings habe ich immer wieder festgestellt, dass Leute, die nach technischen Gesichtspunkten Stockpicking betreiben, meistens rational nachvollziehbarere Entscheidungen treffen, bei denen es ihnen relativ egal ist, wie andere diese beurteilen. Das ist prinzipiell zu begrüßen, wenn man sieht was für eine Verarsche im W:O Board läuft. Jeder sollte sich darüber bewußt sein, dass man auch noch seinen eigenen Kopf einschalten muß.

Und Friede-Freude-Eierkuchen Diskussionen bringen gar nix, da hast Du recht ! Ist halt wie im richtigen Leben....

Aber zum Thema:

Strategie Diskussionen finde ich derzeit gar nicht mal so interessant.
Interessanter finde ich in der jetzigen Situation die Methoden des Stockpicking. Wie geht ihr vor ? Automatisiert (TaiPan, Omega) ? Wie findet man die unentdeckten, nicht verprügelten, nicht gepushten, fundamental hervorragenden Werte ? Ich habe leider keines der genannten Programme, deshalb durchforste ich alle paar Monate Chartbilder, die mir auf den ersten Blick gefallen (Kein Abwärtstrend, keine Pennys, weniger als 50 % vom ATH) und versuche dann fundamentale Daten zu ermitteln. Hier blicke ich auf EBIT und dessen Steigerungsraten, die signifikant über 20 % liegen sollten. KGV, PEG sekundär, Umsatz ist mir auch nicht so wichtig. Schulden und niedriger Cashbestand auch nicht gut. Unter 50 Mitarbeiter fliegt ebenfalls raus. Übrig bleiben 1 -2 Werte, magere Ausbeute. In den letzten 10 Monaten habe ich kaum etwas gekauft - meine Methode ist anscheinend etwas zu aufwendig, wenn man nicht täglich 2 Stunden investieren kann... :rolleyes:

Gruß
jbeam

snahas
18.04.2001, 11:37
jbeam,
sei doch froh, wenn du so wenig werte gefunden hast. dann verlierst du auch nicht viel.
im normalfall gibt es auch nicht sehr viele werte, auf die das zutrifft. und normalerweise gibt es auch nicht so extrem viele outperformer, wie wir es ende 1999 kennengelernt haben.

der sinn eines solchen strategiethreads ist es, mehr über die erfolgreichen auswhalkriterien der anderen zu erfahren und etwas dazuzulernen.

meine filter sind ganz einfach:
suche aktien, die weniger als 50% vom ATH entfernt sind, mehr als 5 euro kosten und deren täglicher umsatz grösser als 3000 ist.
danach (wenn mir der chart gefällt) schaue ich auf die fundamentals. diese spielen aber zunächst eine untergeordnete rolle.

miezmiez
18.04.2001, 12:07
ich trade gerade mit Fonds. Habe den Tip von Voltaire übernommen. Heute ein paar hundert deka technology tf (das Kürzel ist wichtig,bedeutet soviel wie kein Ausgabeaufschlag) gekauft. Der Kurs steht bei 20,27 und zu diesem Wert bekomme ich ihn auch, da die Order vor 12:00 aufgegeben wurde. Dieser Fonds ist vorallem in Tech Werte aus dem Nasdaq 100 investiert und der ging meines Wissens (lt. Nasdaq Pre/Aftermarket) mit einem plus von mehr als 4% aus dem Rennen.
Die Kursfeststellung erfolgt heute nachmittag um 17:00 h und der Fonds wird steigen. Morgen beobachte ich die Futures und wenn es mir zu gefährlich erscheint wird wieder verkauft, vor 12:00 zum erhöhten Kurs. Wie hoch der Gewinn für einen Tag ist, erfahre ich heute nachmittag um die genannte Uhrzeit.
Bin ich der Meinung, der Trend hält an (hängt heute von IBM ab) dann halte ich den Fonds weiters.
Ein Deal ohne jegliche Gebühren!:D

miezmiez
18.04.2001, 12:18
zum Stockpicking. Gefunden in w.o., der Herr der gemeint ist weis Bescheid wenn er dieses posting liest.

27.09.00 15:35:18 1935330 Media Netcom AG O.N.

ich habe heute nochmals hinzugekauft.
es ist wunderbar, wie sich der wert oben hält und sogar leicht gegen den markt steigt. in einem normalen umfeld kann das ein vervielfacher werden.

hanging man gesehen, in Verzückung gefallen und gekauft!

miezmiez
18.04.2001, 12:22
folgendermaße aus.

20.10.00 17:48:14 2133398 Media Netcom AG O.N.

!! heute nächster versuch!!

miezmiez
18.04.2001, 12:25
rationaler Entscheidungen. Ist aber müßig sich noch weiter drum zu kümmern.

Gilt analog auch für mich Worte von Dürrenmatt leicht abegewandelt: "Was einmal geschrieben wurde kann nicht mehr zurückgenommen werden (Die Physiker!).

Frohes Schaffen noch!:dunce:

snahas
18.04.2001, 12:51
tja miezmiez,
du scheinst es dir wohl zum Ziel gesetzt zu haben, mich hier zu entlarven. Leider hast Du Pech.
Ich habe von einer Trefferquote von ca. 50% geredet, eher weniger. Was bedeutet dies wohl? In meiner Strategie steht was von stops. Maximal 10%.
Um Deiner Linie treu zu bleiben:

von snahas 30.11.00 12:38:00 3812273924 MEDIA NETCOM AG O.N.

ich bin zu kursen zwischen 21,50 und 22,70 ausgestiegen.
der wert ist noch zu illiquide und in anbetracht der marktverfassung wollte ich nicht investiert sein


anbei habe ich noch grafisch die Situation erläutert:

http://members.tripod.de/snahas/medianetcom.gif

jbeam
18.04.2001, 13:17
für deine Mühe, die ganzen Charts hier reinzustellen.

Tradingfonds sind so ziemlich das einzige, das ich in letzter Zeit noch angefasst habe, trotzdem danke.

Das MediaNetcom-Beispiel könnte (zumindest was den Chart anbelangt) von mir kommen. Ende September konnte man sich allerdings nicht gerade auf tolle Rahmenbedingungen einstellen, also hätte ich einen sehr engen SL gesetzt - so where´s the problem ?? Entweder das Ding bricht aus, oder eben nicht. Der letzte Chart ist ja wohl nicht dazu geeignet, ein solches Vorgehen in Frage zu stellen, denn wer bleibt solange drin, wenn das Ding fällt :confused:

Vielleicht hat mein Begriff "Stockpicking" zu Missverständnissen geführt, weil er, glaube ich, von Lynch im Zusammenhang mit Langfristigen Anlagen definiert wurde ?

Gruß
jbeam

jbeam
18.04.2001, 13:29
Sorry, die Antwort von Snahas habe ich noch nicht gesehen...

Also macht das mal unter Euch aus.

snahas
18.04.2001, 13:34
jbeam,
da gibt es nichts mehr auszumachen. du hast es selbst schon richtig beschrieben: wert wurde ausgestoppt und fertig. was danach kommt, interessiert nicht, ausser es steigt weiter.
jede aktie ist schlecht, ausser sie steigt.

Gordon Gecko
18.04.2001, 13:40
Dieses Thema hatten wir schon einmal. Ich finde es nicht besonders fair, alte Stellungnahmen herauszusuchen und einem unter die Nase zu halten.

Schließlich ist das genau der Grund warum einige sich garnicht mehr trauen, ihre Meinung zu schreiben. Nich jeder hat ein so starkes Selbstbewußtsein wie ihr beide.
Wenn wir in dem Bereich nicht absolut fair miteinander umgehen, haben wir bald nur noch News in unseren Foren. Dabei lese ich am liebsten heiße Diskussionen.

Also meine Bitte: über aktuelle Stellungnahmen meinetwegen wild und ungezügelt diskutieren. Aber stoppt das Archiv-Mobbing!

Seht ihr das anders?

Gruß Gecko

snahas
18.04.2001, 13:48
ich habe nichts dagegen, wenn alte Beiträge von mir rausgeholt werden. Aber wenn, dann sollte dies sinnvoll geschehen.
Der oben genannte Medianetcom Deal ist für mich ein Gewinn und eine Bestätigung meiner Strategie. Ich habe einen Verlust von weniger als 10% auf die Position gemacht, das machte ungefähr 1.5% meines Kapitals aus. Hätte ich mich nicht an die Strategie gehalten, dann wäre daraus ein Verlust von 80% geworden.

snahas
20.04.2001, 09:41
Bezüglich meiner Vorgehensweise habe ich bei Wallstreet-Online noch etwas gefunden, was ich im Dezember geschrieben habe:
"wenn ich auf eine marktdrehung spekuliere, dann mit optionsscheinen (auf nasdaq oder besser noch s&p500) oder indexnahenfonds in den usa. eine weitere möglichkeit ist, auf die alten lieblinge zu setzen, welche nicht durch herbe enttäuschungen für aufruhr gesorgt haben. also z.b. sollte man werte wie adva, intershop, medigene usw. kaufen. in den usa sind diese z.b. eine sun micro, eine jdsu und ähnliche."

Dies ist also ein weiterer Bestandteil meiner Strategie, welcher nur kurzfristig orientiert ist. Wenn man jetzt eine ex-post Betrachtung macht, dann sieht man, wie wichtig das Wort "kurzfristig" ist und das Vermeiden von längerfristigen Halten bei extrem geprügelten Lieblingsaktien. Als ich die obigen Namen aufschrieb, handelte es sich noch um gefallene Engel, welche noch nicht durch verheerende Meldungen aufgefallen waren.

schlaubi
20.04.2001, 13:43
@snahas

ich mache jetzt mein Versprechen wahr und beginne mit meinen weniger erfolgreichen Trades.
Da wir gerade von einer Spekulation auf eine Marktdrehung reden kann ich ebenfalls einen guten Beitrag beisteuern.
Ich habe im Vergangenen Herbst auf eine steigende Börse gesetzt. Ich glaubte mit ARBA könnte ich besonders profitieren. Ich kaufte mir die Aktie als die Unterstützung (siehe Chart) hielt. In kurzer Zeit konnte das Papier deutlich zulegen. Mein Fehler war, daß ich mich nicht von ARBA trennen mochte. Im Januar durchschlug der Kurs die Unterstützungslinie wie ein Stück Papier. Ich verkaufte schließlich die Aktie, als der Kurs sich im Vorfeld der Zahlen wieder erhohlte. Leider viel zu spät, nicht nur daß meine schönen Buchgewinne weg waren, sondern, daß ich auch noch ins Minus gerutscht bin.

snahas
20.04.2001, 14:18
alle Achtung, Schlaubi,
Dein Kauftiming war excellent! Wenn Du immer so gut timen kannst, dann gehe ich bei Dir in Schule!
Jetzt sage uns doch bitte, welche(n) Fehler Du Deiner Meinung nach dem Kauf gemacht hast, bzw. was Du in Zukunft anders machen würdest.
Gruss
snahas

schlaubi
20.04.2001, 14:44
@snahas

erst mal vorweg, ich habe nicht das absolute Tief erwischt, sondern bin bei 60$ rein, also nachdem die Unterstützung gehalten hat. Der Kauf war absolut spekulativ und hätte genausogut in die Hose gehen können. Na, ja, die Aktie lief bis auf 90$ (immerhin 50% in ein paar Wochen), ich hatte schon $-Zeichen in meinen Augen und dachte nicht im Traum daran zu verkaufen. Aber Träume an den Börsen gibt es nicht und so bin ich böse aufgewacht.
Nun, ich habe aus meinem Fehler gelernt und bin zu dem Entschluß gekommen, daß der Kaufzeitpunkt gar nicht so wichtig ist wie es viele annehmen. Wichtiger ist es, den Verkaufszeitpunkt richtig zu wählen.
In meinem Beispiel habe ich es geschaft nahe am Tiefpunkt zu kaufen, konnte aber keinen Profit daraus schlagen, daß bestätigt die Theorie, daß der Verkauf wichtiger ist.

Ich habe meine Strategie nochmal umgekrämpelt. Du kannst Dich vielleicht noch daran erinnern, daß ich einmal geschrieben hab, daß ich mir gute Unternehmen und dann diese mit hilfe von Charttechnik trade.
Ich habe mir erst von kurzer Zeit Tai-Pan zugelegt und zäume jetzt das Pferd von der anderen Seite auf.
Ich suche mir zuerst Aktien die steigen und dann frage ich mich aus welchem Grund könnten diese Werte zulegen. Wenn ich mir dann ein schönes Bild machen kann ziehe ich eine Investition in betracht.
Wenn die oben genannten Bedingungen nicht mehr zutreffen wird verkauft.

By
schlaubi

miezmiez
21.04.2001, 06:34
Deka Fonds für 20,82 bekommen, und gestern für 23,15 verkauft.
11% in zwei Tagen ohne Gebühren und stressfrei, ich bin nicht unzufrieden!:D

snahas
21.04.2001, 12:47
schlaubi,
ich halte deine einstellung für vorbildlich! die eigenen fehler analysieren und dann versuchen, diese in der zukunft zu vermeiden.
vielleicht kannst du uns auch mal darstellen, wie deine technischen auswahlkriterien aussehen?

an alle,
noch etwas zu meiner strategie und dem in diesem thread angesprochenen deal mit medianetcom:
wer meine mittel- bis langfristige strategie gelesen hat und verfolgt, wird feststellen, dass der dargestellte kauf von media netcom völlig in ordnung ging, was media netcom's technische situation betraf. aber die strategie wurde verfehlt, weil der gesamtmarkt im zeitpunkt meiner zukäufe auf rot stand. bei WO hatte ich immer wieder darauf hingewiesen, dass man lieber keine käufe von breakouts handele, als der markt am zusammenbrechen war. ich persönlich hatte mich natürlich aus spielsucht nicht immer dran gehalten...und die strafe natürlich schmerzlich kassiert.
10% verlust auf eine position tut mächtig weh. im letzten jahr (nach dem 9.märz) hatte ich nur eine sehr niedrige trefferquote von ca. 20%. diese quote hätte um einiges besser ausfallen können, wenn ich nicht meinem spieltrieb so erlegen wäre und mich an die hier vorgestellte strategie gehalten hätte. die meisten Verluste betrugen so um die 2%-5% pro Aktie, der grösste lag irgendwo bei 20%, weil ich nicht rauskam aus der position. ein paar wenige grosse gewinne haben dies aber wettgemacht, so dass ich seit märz mein langfristkapital sogar noch steigern konnte.

der user besserweis hat in seinem thread "alte tanker..." einiges über seine vorgehensweise geschrieben. diese ähnelt der meinen sehr stark. er ist sehr stark an der DARVAS-methode angelehnt. ich kann jedem anleger nur empfehlen, dieses buch und die threads von besserweis einmal zu lesen (ich habe es ca. 5 mal gelesen). wer sich noch über meine timing methode für mittel- bis langfristige aktienkäufe interessiert, dem empfehle ich das buch von stan weinstein: secrets for profiting in bull and bearmarkets. das ist meine technische analyse bibel für langfristige käufe. einfach simpel und erfolgreich, man sollte sich nur nicht durch die einfachheit täuschen lassen.

at miezmiez,
schreib doch mal was über deine vorgehensweise, tradingregeln,timing, moneymangement, umgang mit verlusten.

Gordon Gecko
21.04.2001, 12:50
ich denke beim Durchbruch der weisen Linie hätte man eiskalt verkaufen müssen. Was waren Deine Gründe zu halten? Wie würdest Du heute reagieren?

Ich werde demnächst mit einem Beispielfehler nachziehen. Ich finde diese Vorgehensweise optimal um aus gemachten Fehlern zu lernen.

Gruß Gecko

schlaubi
21.04.2001, 15:58
@Gordon

den größten Fehler, den ich machte, ich setzte unterschiedlicht maßstäbe bei Kauf und Verkauf.

Bei ca. 60$ ließ ich mich auf einen Zock ein, nach einigen Tagen stand dann ARBA bei 90$. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich ein mulmiges Gefühl im Bauch, hab aber nicht Verkauft, leider.
Spätestens zu diesem Zeitpunkt hätte ich meine Stop nachziehen müssen. Aber ich glaubte nicht an einen größeren Einbruch und so blieb ich investiert. Als die 50$ Marke viel wollte ich zuerst Verkaufen, aber ich habe mich auf andere Verlassen. So hat z.B. der Aktionär von einer Bärenfalle gesprochen, stimmte zuerst auch, denn ARBA konnte die 50$ wieder überschreiten. Beim zweiten Absturz mußte ich leider tatenlos zusehen, da ich die Bank wechselte und ich meine Aktien zu diesem Zeitpunkt nicht verkaufen konnte. War ein Fehler muß ich im nachhinein eingestehen. Ich würde jedem empfehlen, wenn man schon die Bank wechselt, verkauft alles und beginnt von neuem.

Im Vorfeld der Zahlen zog denn ARBA noch mal kräftig an, mein Gedanke zu dieser Zeit war, sind die Zahlen schlecht stürtzt ARBA ab. Sind die Zahlen gut wird sicherlich auch verkauft (sell on good news).

By
schlaubi

snahas
21.04.2001, 17:41
Altmeister William O'Neil hat eine schöne Regel:
ein Gewinn von 20% darf nie wieder ein Verlust werden.
Je grösser der Gewinn, desto weiter weg den Stop, vorausgesetzt das Unternehmen ist weiterhin Spitze und es ist keine Verschlechterung oder Verlangsamung der Gewinndynamik zu erkennen.


Bezüglich des Markttiming hat David Ryan in Market Wizards..eine gute Regel geschrieben:
Wenn die letzten 5 Käufe von Ausbrüchen (von Unternehmen mit hoher Gewinndynamik und hoher relativer Stärke) über 8% unter ihren Ausbruchspunkt zurückfallen, dann ist es Zeit sich zurückzulehnen und keine neuen Käufe mehr zu tätigen. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Markt fürs erste im Eimer ist, ist dann sehr hoch.

schlaubi
21.04.2001, 19:09
@snahas

ich habe mir für die Zukunft vorgenommen, daß ich beim Kauf mir einen Zielkurs und Stopkurs festlege, wobei das Ziel doppelt soweit entfernt ist wie der Stop (Prozentual gesehen). Ist der Zielkurs erreicht, wird neu berechnet.

Beispiel:
Kauf zu 100 Euro
Stop bei 90 Euro (10%)
Ziel bei 120 Euro (20%)

Wird der Zielkurs erreicht, wird einfach neu berechnet

By
schlaubi

schlaubi
22.04.2001, 15:07
Philip Morris

Hallo snahas, ein Deal, der Dich vielleicht brennend interessieren dürfte ist der von MO.

Als die Nase an die Decke stieß, suchte ich mir neue Investitionsmöglichkeiten. MO fand ich sehr attraktiv, da eine Dividentenrendite von 10% recht üppig war. Ich schaute mir MO genauer an, und kam zu dem entschluß, das der Preis für MO einfach lächerlich war. Die Tabakkonzerne hatten zwar massig Klagen am Hals, aber die Sparte Kraft Jacobs hatte es mir angetan. MO verkündete damals, man würde die Lebensmittelsparte ausgliedern, sollten die Klagen zu ungunsten MOs verlaufen. Ich rechnete also die Ergebnisse von Kraft Jacobs aus, und kam zu dem Entschluß, daß diese Sparte etwa 30-35$ wert sein mußte (verglichen mit Nestlé, Danone usw.). Aus diesem Grund kaufte ich MO für 21$ (Stop bei 19$). Charttechnisch machte ich mir keine Gedanken, daß rächte sich natürlich als der Stop einige Tage später intraday ausgelöst wurde. Ich gab aber nicht auf und verbesserte meine Strategie, indem ich die Stops auf Schlußbasis berechnete und stärker auf den Chart schaute. Die beiden weiteren Transaktionen muß ich denke ich nicht weiter kommentieren, die sind im Chart doch sehr schon hinterlegt. Untern Strich gesehen war der Deal ein voller Erfolg. Dies zeigt nun, man soll nie aufgeben, es ergeben sich immer wieder neue Chancen.

Nochetwas, an dem weiteren Aufschwung bei MO habe ich nicht teilgenommen. Das Ergebnis der Klage war bereits raus, da dieses negativ für MO ausfiel, rechne ich mit weiteren Klageversuchen von Geschädigten, deswegen lasse ich jetzt die Finger von Tabakwerten.

snahas
22.04.2001, 16:38
hallo schlaubi,
danke für die ausführlichen erläuterungen.
jetzt mal eine frage zu deinen stops.
du hast geschrieben, dass du anfänglich einen stop von 10% auf den einstand festlegst. wie setzt du deine stops, wenn sich deine position vorteilhaft entwickelt?

schlaubi
22.04.2001, 22:37
@snahas

wenn ich einen Stop setze (10% unter Kauf), dann rechne ich mit einem Zielkurs von 20% (Doppelter Wert).
Ist der Zielkurs erreicht, wird neu abgerechnet.
Der Stop wird erneut 10% unter dem Aktuellen Kurs gesetzt und der Zielkurs um weitere 20% erhöht.

Jetzt wird im schlechtesten Fall der Wert immer noch im Plus ausgestoppt!

Das mit den 10% nehm ich aber nicht als absolutes muß, sondern nur als Richtwert. Es kann schon mal sein, daß ich einen sehr volatilen Wert 15% gönne, dann gehe ich aber eine kleinere Position ein.

Am liebsten setze ich meine Stops an wichtigen charttechnischen Marken, da kann es ebenfalls schon mal zu Abweichungen von den 10% kommen.
Desto länger sich ein Wert im Depot hält, desto lockere kann man schon mal den Stop setzten.

By
schlaubi

snahas
23.04.2001, 22:38
wer einmal wissen möchte, was ich unter guten Fundamentals verstehe, der sehe sich einmal die Zahlen von DFXI an. Besser gehts nicht:

EARNINGS PER SHARE
Quarters 1997 1998 1999 2000

MAR -0.004 0.120 0.200 0.370
JUN 0.018 0.089 0.060 0.340
SEP 0.027 0.133 0.230 0.460
DEC 0.071 0.229 0.370 0.550

Totals 0.112 0.571 0.860 1.720

KGV: 15,27
KUV: 2,84

oper. Margin: 27,27
netto Gewinnmarge: 18,59

alles keine Garantien für zukünftige Kursgewinne, aber besser als auf Luft gebaute Schlösser.

Voltaire
24.04.2001, 07:35
lese scheint mir als ob Du sehr freizügig beim Geldausgeben an der Boerse bist. Hier erscheint mit die Strategie, oder besser gesagt das Moneymanagement von besserweis angebrachter.

Das ganze System von Dir dürfte, wenn überhaupt nur in einem Bullenmarkt anwendbar sein!
EamS oder die anderen Gazetten arbeiten mit Spielgeld. Da kann man mit den Grenzen der Stops recht großzügig umgehen. Als privater Anleger mit der eigenen Knete sollte man auf 10% Gewinn nicht verzichten!

snahas
24.04.2001, 10:04
Voltaire,
die hier vorgestellte Strategie (CANSLIM-ähnlicher Ansatz) ist genauso wie die von besserweis vorgestellte Darvas-Methode eine Strategie, die am besten im Bullmarkt funtioniert. Wie ich schon schrieb, ist ein wichtiger Bestandteil , dass man dem Markt im Bärmarkt weitgehend fernbleibt (mit diesen Strategien zumindest). Wenn man im Bullmarkt einige hundert Prozent verdient und im Bärmarkt nicht oder nur wenig verliert, dann ist dies schon viel Wert.

Ansonsten habe ich Deinen Satz nicht so ganz verstanden. Ich setze meine Stops maximal 10% von meinem Einstand (Ausbruchspunkt) entfernt, oft sogar nur 5%. Ab einem gewissen Gewinn ziehe ich ihn auf Breakeven nach. Und dann orientiere ich mich am Kursverhalten, wie weit ich meinen Stop nachziehe. Aber je mehr ich im Gewinn bin und das Gefühl bekomme, eine Rakete gekauft zu haben, desto mehr entferne ich den Stop, denn eine grosse Bewegung braucht Raum um sich zu entwickeln.
Für magere 10% Gewinn ist die Taktik zu schade. Sinn und Zweck ist es, mittel- bis längerfristig hochprozentige Gewinne zu erzielen. Das heisst nicht, dass ich nicht mit Gewinnen von 10% zufrieden bin und oft liefert diese Technik auch nicht mehr ab. Aber diese Technik ermöglicht einem, die richtigen längerfristigen Highflyer aufzuspüren. Wie ich schon an anderer Stelle schrieb, hatte es früher den Vorteil, dass meine Gewinne steuerfrei waren. Ich denke, dies wird jetzt nur leider etwas unwahrscheinlicher.

snahas
24.04.2001, 12:09
und wen es interessiert: im Moment stehen Cancom, FJA, Kontron und Funkwerk auf meiner Kaufliste.

auf der Watchlist habe ich noch Pixelnet, Süssmicrotec, Gericom

snahas
24.04.2001, 15:16
lieber Voltaire,
Du hast geschrieben, dass Du das Moneymanagement von besserweis besser als das meinige findest. Ich habe seines gerade nochmal gelesen und finde keinen nennenswerten Unterschied zu meinem. Vielleicht kannst Du mir bitte sagen, was Du meinst.

besserweis
24.04.2001, 15:55
@Voltair,
da schalte ich mich auch mal kurz ein.
Grundsätzlich sind da keine großen Unterschiede zwischen meinem und dem Moneymangement snahas.

Vielleicht habe ich es etwas greifbarer beschrieben, aber an sich ändert das nichts daran, das in beiden eines der obersten Gebote der Kapitalerhalt bei einem vermeintlichen Investitionsirrtum ist.
Und hier werden an relativ statischen Marken Einstiege gesetzt, wo snahas und ich festgestellt haben hier sind die Chancen auf Gewinne höher als bei anderen Möglichkeiten. Wir haben diese Marken für uns festgestellt, andere kommen wie gesagt evt. zu ganz anderen Ergebnissen. Da brauchst Du Dich nur mit @Badinvestor unterhalten der meint da was ganz anderes als snahas und ich.
Aber auch der Verkauf eines Wertes durch relativ festgelegte Strukturen in einer Strategie kann auch ein Irrtum darstellen.
Es ist immer das gleiche Spiel und der kritischste Punkt beim abwägen Chance Risiko ist immer der Einstieg in ein Investment und die Grenzziehung wieviel man bereit ist von seinem Kapital in den sprichwörtlichen Sand zu setzten und da greifen die Stopmarken und Vergleich wieviel ich pro investiertem Kapital von meinem Gesamtkapital aufs Spiel setzte.

Gruß
bw

schlaubi
24.04.2001, 16:35
@alle

ich glaube mit den Stops meinen wir doch alle das selbe, leider formuliert jeder seine Strategie etwas anders. Im großen und ganzen sich die Abweichungen nur geringfügig.

>>Gewinne laufen lassen, Verluste begrenzen!<<


By
schlaubi

Cortez
24.04.2001, 17:38
@schlaubi

Ich habe mir mal deinen MO-Chart angesehen. Die Aktie hat auf Dollarbasis in den letzten 12 Monaten ca. 120% gebracht. Dazu kommen noch ganz gute Dividenden.

Das meiste davon hast du nicht mitgenommen, wenn ich den Chart richtig verstehe. Das ist der Grund, warum ich nie stops setzte. Ich verkaufe nur, wenn sich meine Einschätzung des Unternehmens ändert. Sonst lassen mich die Kursschwankungen kalt.

Ich weiß, daß so eine Äußerung in einem Thread voller Momentum-Player nicht populär ist, aber das ist nun mal meine Strategie. Ich will die Aktie mindestens bis zum Ablauf der Spekulationsfrist halten, besser noch länger. Auf MO bin ich leider erst viel zu spät gestoßen (obwohl ich Raucher bin!).

Cortez :)

snahas
24.04.2001, 18:09
hallo cortez,
das ist doch wunderbar. erzähle uns doch etwas über Deine Strategie und Auswahlkriterien. Dafür ist der Thread doch da.
Ich möchte nur erwähnen, dass ich die Grundstrategie, die ich hier vorgestellt habe nicht unbedingt als Momentuminvesting bezeichnen würde. Dafür haben die Fundamentaldaten ein zu hohes Gewicht. Auch dass ich die Stops immer weiter weg plaziere, je mehr ich in den Gewinn komme, entspricht nicht dem Momentumansatz.

Aber ich gebe zu, dass ich oft Aktien nur aus technischen Gesichtspunkten (nach Momentum) kaufe und erst später entscheide, ob ich sie aufgrund der Fundamentalsitaution länger behalte oder verkaufe.
Ich glaube Soros hat mal gesagt: Invest first, inestigate later.

Cortez
24.04.2001, 19:55
@snahas

Der Soros hat so viel Geld, daß alle hinterherspringen, wenn er was macht. Außerdem glaube ich ihm nicht. Er wird sich die Sachen sehr genau ansehen, bevor er groß einsteigt. Das ist Jägerlatein von ihm.

Ich versuche, unterbewertete Aktien zu finden. Ausschlaggebend ist dabei für mich der aktuelle Gewinn und wie stark er vermutlich wachsen wird. Das Wachstum muß man natürlich über den Daumen peilen. Dafür sind Vergangenheitsdaten ganz brauchbar. Wie im richtigen Leben bleiben dicke Stubenhocker meistens dicke Stubenhocker und sportliche Menschen bleiben sportlich. Wenn ein Unternehmen in der Vergangenheit ein vernüftiges Wachstum gezeigt hat, ist anzunehmen, daß das so bleibt.

Das Unternehmen muß außerdem irgendwas besonderes haben, was andere Unternehmen nicht haben. Z. B. Patente, einen guten Namen oder sowas ähnliches. Hersteller von Massenware kommen für mich nicht in Frage. Sektoren mit ausgeprägtem Wettbewerb meide ich ebenso wie Unternehmen, die immer wieder viel investieren müssen, um im Geschäft zu bleiben. Ich mag auch keine Unternehmen mit hohen Schulden (Kamps) oder Zykliker (Thyssen-Krupp).

Bei den wenigen Unternehmen, die übrigbleiben, rechne ich mir die Gewinne für die nächsten 6 Jahre hoch. Wenn die zusammengenommen den Aktienkurs ergeben, ist die Aktie für mich ein klarer Kauf. Manchmal sehe ich das aber nicht so eng, wenn das Unternehmen ansonsten einen sehr guten Eindruck macht. Deshalb habe ich auch ein paar Langweiler im Depot.

Ich lese mir die Geschäftsberichte und die Zahlenkolonnen genau durch und versuche zu verstehen, was die Firma macht und wo die Risiken sein könnten. Wenn ich z. B. Gardena kaufen will (mache ich nicht - kein Brüller, die Aktie), frage ich fanatische Hobbygärtner, was sie von den Produkten halten.

Wenn die Firma irgenwie mit den Zahlen herumtrickst oder sonst unseriös wirkt, kaufe ich nicht. Z. B. kaufe ich keine Medienaktien, weil in dieser Branche zu viele Gauner unterwegs sind.

Ich will keine 100% in wenigen Monaten, wenn ich dafür das Risiko eingehen muß, dauernd ausgestoppt zu werden. MO ist so eine Beispiel: wenn man diese Aktie kauft, muß man sie halten. Das ist keine Momentum-Aktie, sondern ein Wert mit guten Fundamentaldaten und stetigem Wachstum. Außerdem ein guter Wert in Baisse-Zeiten. Leider habe ich die verpaßt, weil ich mich nur selten mit Auslandsaktien beschäftige.

Das Problem mit dem SL sehe ich vor allem darin, daß man vielleicht den besten Teil des Anstiegs verpaßt. Das ist besonders traurig, wenn man einen erstklassigen Performer erwischt hat (MO).

M. E. sind Momentum-Strategien nur in der Überhitzungsphase besonders gut. Sowas ähnliches hast du hier mal geschrieben, glaube ich. Dann muß man ein SL setzen, weil man evt. lauter überbewerte Aktien hat, die abgehen wie Raketen, aber genauso schnell wieder fallen können.

Manchmal mache ich übrigens auch "unseriösere" Sachen. Der größte Teil meines Depots besteht aber immer aus Aktien von gesunden Unternehmen, die ich (hoffentlich) gut genug kenne, um mich bei fallenden Kursen nicht besonders aufzuregen.

Cortez :)

snahas
24.04.2001, 22:12
cortez,
Deine Herangehensweise erinnert stark an Peter Lynch und Warren Buffet. Besonders Dein Beispiel mit dem Gärtner trifft es genau. Man muss die Leute aus der Branche selbst fragen, wie es läuft und ob die Firma was taugt. Noch besser ist es, wenn man auch noch genau versteht, was die Firma macht (Buffet lässt grüssen). Mein erster grosser Winner war z.B. Dell Computer, welche ich Anfang 1995 (oder war es 96?) aufgrund des ATH und der bestechenden Fundamentals (hohes Gewinnwachstum, kein Fremdkapital, hohe Marge, KGV unter der Wachstumsrate) kaufte. Interssant ist, wie ich auf sie aufmerksam wurde. Nicht durch irgendwelche Börsenbriefe oder ähnlichem. Keiner hatte die damals empfohlen. Compaq hätte man kaufen sollen, schrieben die, weil Compaq der Marktfüherer war. Dell hatten die meisten Anleger in Deutschland noch nie gehört. Ich bin durch Beliebtheitsumfragen in Computerzeitungen drauf gestossen. Der Rest ist Geschichte. Leider habe ich nie die volle Aufwärtsbewegung mitgemacht seitdem, weil ich sie nach einem Jahr oder so wieder verkaufte und mir nicht vorstellen konnte, dass sie noch viel mehr weiter steigen könne...
Am Anfang meiner "Karriere" war ich auf dem gleichen Trichter wie Peter Lynch, jedoch blieben meine unentdeckten Perlen für immer unentdeckt oder unterbewertet wurde noch viel unterbewerteter...und das obwohl im Zuge der 90er die Kurse doch eher allgemein geneigt waren zu steigen. Ich habe gemerkt, dass ich ein unheimlich schlechter Stockpicker war, was fundamental unterbewertete Unternehmen anging. Erst als ich die Relative Stärke mit den Fundamentals verband, wurde ich zu einem sehr guten Stockpicker. Wenn Du, Cortez, wirklich in der Lage bist, kontinuierlich gute Fundamentalwerte herauszufinden, dann muss ich ein wenig Neid eingestehen. Sage mir doch einmal, wie Du herausfilterst, ob es sich nun wirklich um ein gutes Unternehmen handelt. Was sind für Dich Warnzeichen, dass die Firma herumtrickst?
Mir ist es nie gelungen auf die richtigen Werte zu stossen, ohne den Markt um Rat zu fragen. Ich lasse mir vom Markt zeigen, welche Werte gut sind.


Einige der Konzepte von Peter Lynch habe ich immer noch in meinen Ansatz integriert. Als damals zum Beipiel in ganz Deutschland die H&M Läden eröffneten und diese zu jeder Tageszeit brechend voll waren, bedurfte es nicht viel Phantasie um zu erahnen, wie sich dies auf die Bilanzen auswirken würde. Wenn man das Gewinnwachstum des Ladens ansah, wusste man, dass man richtig lag. H&M ist aber auch wie Dell ein schönes Beispiel, wie ich einen typischen potentiellen Lynch-Tenbagger mit meiner Strategie der ATH verbinden konnte und das über mehrere Jahre. Dabei handelt es sich nicht um Momentum-Trading.
Mein hier vorgestellter Ansatz und die Darvasmethode eignen sich nicht nur für das Ende einer Bullphase, sondern man ist oft schon fast ganz von Anfang an dabei und oft kurz vor dem Ende wieder draussen.

Es ist interessant, dass Du es als Risiko bezeichnest, wenn man dauernd ausgestoppt wird. Ich wäre jetzt pleite, wenn ich nicht dauernd aus meinen "guten" Fundamentalwerten ausgestoppt worden wäre (also schon längst vor 2000 wäre ich pleite gewesen).
Das ist jetzt eventuell etwas missverständlich. Ich werde ja gar nicht oft ausgestoppt, wenn ich im Gewinn bin, da ich versuche die Stops so zu setzen, dass sie nicht bei einer kurzfristigen Gegenbewegung ausgelöst werden. Ich werde im langfristigen Durchschnitt zu 50% im Verlust ausgestoppt. Das betrachte ich als eine Art Versicherungsprämie für mein Kapital. Wenn ich merke, dass ich falsch ausgestoppt wurde, kaufe ich die Position umgehend zurück.

schlaubi
24.04.2001, 23:18
@cortez

in Deiner Antwort finde ich einen Wiederspruch.

Du schreibst, wenn ich investiert geblieben wäre und auf die Fundamentale Daten geschaut hätte, wäre mein Gewinn größer sein können.

Nun ich habe ja geschrieben, daß ich einen Wert von ca. 35$ errechnet habe, da zu dem Zeitpunkt nur die Lebensmittelsparte überlebensfähig war, dieses Kursziel habe ich in etwa erreicht.
Ich befürchte, daß es wieder eine Klage geben wird, vielleicht nicht gleich Morgen, aber in einigen Monaten oder Jahren.
Aus Fundamentaler Sicht ist MO also eine tickende Zeitbombe, also wirklich investiert bleiben?

Ich hab noch mal den Langfristchart eingefügt, rate mal was da Anfang der 90er passiert sein könnte?

Im nachhinein läßt sich viel sagen, aber aktuell handeln ist was anderes. Fundamental gesehen, hätte man schon vor der Klage bei 40$ oder sogar 50$ einsteigen können, da war MO ebenfalls günstig mit stattlicher Dividente. Wieviel Gewinn hättes Du dann gemacht?

snahas
25.04.2001, 00:19
oder nehmen wir mal an, jemand hat im 1.Quartal 1998 langfristig ohne Stops investiert. Der hat jetzt nach drei Jahren bei sehr grosser Volatilität gerade mal 10% hinzuverdient, obwohl in der Zwischenzeit der Teufel los war (und das mit einem Drawdown von knapp 70%, also immens hohes Risiko).
Ich glaube einfach, dass Kapitalerhalt (also vernünftiges Positionsizing und Stops) für beinahe jeden Privatanleger von hoher Wichtigkeit ist. Wenn man wirklich ein begnadeter Fundamentalanalytiker ist, dann braucht man wohl keine Stops. Dann hat man eine Margin of Safety, wie W. Buffet das nennt. Ich hoffe und wünsche, dass dies auf Cortez zutrifft. Aber das wird kaum auf 95% aller reinen "Fundis" zutreffen.
Bei WO gibt es einen user namens Mandrella, der mir solch einen Eindruck macht. Ich empfehle jedem Interessenten, dessen Threads einmal zu lesen.

Voltaire
25.04.2001, 05:43
mit meinem Posting hatte ich Schlaubi gemeint und nicht Dich.
Tut mir leid um die Verwerfungen.

Zur Stopp Strategie von Schlaubi gibt es vielleicht noch anzumerken:
"Wer mit 3% p.a. auf dem Tagesgeldkonto zufrieden ist, sollte 10% in sagen wir einer Woche nicht wegwerfen!
Bezüglich des Aktieninvestements geht meine Philosophie dahin, daß es letztendlich nur wichtig ist mit Gewinn aus einem Trade herauszukommen. Wieviel es dann letztendlich ist, ist dann der Sportsgeist der einen beflügelt.
Wer ganz langfristig interessiert ist, für den sind Stops vollkommen uninteressant. Wer jedoch die Möglichkeit hat das Boersengeschehen täglich zu verfolgen fährt wahrscheinlich am Besten mit der Philosophie von Cortez.
Die Stops, so wie diese in der Republik ausgeführt werden (erinnere dich an deinen Vorschlag) sind eine reine Geldvernichtungsmaschine. Mußte ich leider selbst schon bitterlich erfahren. Hier reduzierte sich die Performance von 15 auf 0,3%.! (Aus Sicherheitsgründen setze ich Stops immer so, daß im Fall des Falles ich innerhalb des Gewinns ausgestoppt . Wenn dann die zuvor genannte "merde" zustande kommt ist es natürlich zum speien!:D:D
Als Ergebnis habe ich mich dann betrunken und hatte dann wieder einen klaren Kopf!:D

besserweis
25.04.2001, 10:10
Hallo,
ich möchte hier mal eine ganz andere Frage reinstellen, in wie weit sind bestimmte Kursmarken bei Euch eigentlich ein einstiegs oder ausstiegs Signal.
Ich habe in meinem Tanker Thread mal was von einer Formel geschrieben x * 15 (Währung) = harter Widerstand. Für x Element der natürlichen Zahlen.
Die daraus resultierenden Kursmarken sollte man nicht ganz so scharf sehen.
Aber wenn ich mir viele Charts nach diesem Kriterium ansehe, dann komme ich immer wieder zu dem Schluss, dass die Verweildauer der Werte an diesen Marken sehr lange ist bzw. dass sich dort fast immer Punktuell Wendepunkte im Kursverlauf finden lassen.
Meine Theorie will ich auch kurz mal darstellen. Wobei meine Feststellung dahin geht, dass die eklatanteste Marke bei 30 (Währung) zu finden ist und je höher der Kurs geht verschwindet dieses auffällige Verhalten mehr und mehr. Bei über 100 kann man die Sache so gut wie nicht mehr feststellen.

Gehen wir mal von dem normalen Kleinanleger aus der so bis zu 3000€ in einen Wert steckt. Also ich glaube, wir müssen dann die meisten Orders eben in dem dreh, 5000-5867 DM oder das ganze mal 2 suchen. Die Spanne in der der Kleinanleger wie ich es bezeichne abgefüttert wird (Stichwort dreckige Schaafweide), dürfte sich also ehr zwischen 25 - 30 € belaufen. Hier kann er mit seiner Order eine gerade und recht hohe Stückzahl an Aktien bekommen. Außerdem wenn er eben die Stückzahl von 100 oder 200 Aktien hat, ist ein nicht zu verachtendes psychologisches Moment, wenn seine Aktie alleine um 1 € gestiegen ist hat er bereits ein + von 100 oder 200€. Deshalb evt. bei 25-26€ Einstieg und bei 30-31€ schon wieder Ausstieg. Ganz anders sieht die Sache bei einer 100€ Aktie aus, hier fällt bei einer Stückzahl von 10 20 oder 30 Aktien der eine € anstieg zunächst mal nicht ins gewicht, somit wird auch nicht so schnell verkauft und man kauft auch nicht so schnell ein.
Ein weiterer Aspekt ist, wie rechnet der Normalbürger, ehr in DM oder ehr in €? Alles was das tägliche Leben anbelangt, so glaube ich doch ehr noch in DM, so ist es zumindest bei mir noch, bei Aktien habe ich zumindest bereits schon voll auf € umgeswitcht, aber beim Brötchenkaufen, ist das mit den Cent noch nicht so gang und gebe.
Enorm ist mir die Sache früher übrigens im NM aufgefallen.

Wie gesagt, bin mal auf Eure Meinung gespannt!!

Gruß
bw

Cortez
25.04.2001, 12:33
@snahas und schlaubi (wg. MO)

Soweit wie Warren Buffet würde ich "buy and hold" nicht treiben. Warren Buffet macht das m. E. aus zwei Gründen so extrem. Sein Ordervolumen und seine Reputation sind so groß, daß er durch Käufe oder Verkäufe den Kurs verderben würde. Früher hat er wahrscheinlich auch anders investiert. Außerdem will er keine Steuern zahlen. Steuerfreiheit nach einem Jahr gibt es in den USA nicht. Wenn er tot ist, geht das meiste in eine Stiftung. Auf mich wirkt WB wie ein alter Geizkragen (sorry, Warren!).

Nachdem die Klageflut der Nichtraucher losging und der Kurs fiel, hätte ich natürlich auch verkauft. Aber das ist hier nicht das Thema gewesen. Der Chart war von 2000, da war alles schon in den stark gefallenen Kursen drin und MO hatte sicher schon Rückstellungen für das Prozeßrisiko gebildet. Außerdem gibt es in den USA Gesetze, die Schadenersatzansprüche auf das für ein Unternehmen vertretbare Maß begrenzen. Kein Unternehmen in den USA darf durch einen Schadensersatzprozeß in den Ruin getrieben werden. Ferner bestand die Aussicht, daß mit Bush ein Präsident gewählt wird, der mit den großen Konzernen ( z. B. auch Microsoft) weniger hart umspringt. Die Politik in der Clinton-Ära war stark geprägt von Gesundheitsfanatismus, übertriebenem Verbraucherschutzdenken und einer knallhartem Anti-Trust-Philosophie. Einer der maßgeblichen Männer dabei war Al Gore, der selbsternannte Erfinder des Internets.

Ich will keine nachträglichen Erfolgsanalysen anstellen. Hinterher ist man immer schlauer. Wenn ich so tief eingestiegen wäre, hätte ich mir das aber bis zum Schluß angesehen. Die Chancen sind größer gewesen als das Risiko. Wenn die Prozeßhysterie nochmal losgeht und die Aktie wieder abstürzt, bin ich auf jeden Fall dabei.

Ein sehr guter Stockpicker oder begnadeter Fundamentalanalytiker bin ich nicht. Ich sehe und höre mich um und versuche immer besser zu werden. Das ist alles.

@snahas

Die threads von Mandrella bei W:O lese ich auch gerne. Ich bewundere seinen analytischen Scharfblick und vor allem seine Objektivität. Er hat vor kurzem eine Fundamentalanalyse über Centrotec ins Board gestellt. Nur so bin ich auf diese Aktie gestoßen. Ich habe mir das Unternehmen angesehen, den Aktienkurs gecheckt (immer so um die 11€), einen gewissen Verkaufsdruck am Markt gespürt, dehalb ein Limit bei 10€ gesetzt und die Aktie auch dafür bekommen. Fast die gesamte Arbeit hat mir Mandrella abgenommen (Hut ab und danke, Mandrella!).

Wie Mandrella das macht, weiß ich nicht. Ich denke, er geht systematisch die kleinen Firmen durch. Das kostet bestimmt viel Zeit. Ich lese viel und suche nach Ideen. Z. B. suche ich Anhaltspunkte, bei welcher Aktie der Markt seine Einschätzung ändern könnte. Wenn ich was evt. verwertbares finde, sammel ich das (Zeitungsausschnitte, Artikel aus Börsenwurstblättern, der Wirtschaftswoche etc.) und wenn es soweit ist, steige ich möglichst billig ein. Das ist natürlich riskant, weil man manchmal eine Aktie kauft, die gerade gnadenlos heruntergeprügelt wurde.

Mit Gardena habe ich mich befaßt, weil ich vor etwa einem Jahr mal was gelesen und aufgehoben habe, was 2002 interessant werden könnte (möglicher Ausstieg eines Alteigentümers - aus steuerliche Gründen erst in 2002). Der fanatische Hobbygärtner ist übrigens mein Schwiegervater. Was die Gewinnsteigerungen in den letzten 5 Jahren angeht, ist die Aktie wirklich kein Brüller. Ich muß noch tiefer in die Sache einsteigen, um klarer zu sehen, denn Unternehmen, die ihre Gewinne über Jahre nicht ordentlich steigern können, kommen für mich kaum in Frage.

Viel gelernt habe ich aus "Guerilla Investing" von Peter Siris. Von Analysten hält der Autor nicht viel, obwohl er selber mal Analyst war. In seinem Buch schreibt er: "Hüten Sie sich vor falschen Informationen. Hier betreten Sie feindliches Territorium!"

Cortez :)

Voltaire
25.04.2001, 13:07
deine These, wenn ich diese denn richtig deute, trifft meiner Einschätzung nach auf die "dreckige Schafsherde" nicht zu. Die Herren und Damen investieren in Aktien um nach einem Jahr steuerfrei Profit zu kassieren. Gedanken solcher Art machen sich diese nicht.
Für denjenigen der vom Traden leben will, sind meiner Auffassung nach 200 E am Tag doch schon ein erkleklicher Batzen. Wenn er dies jeden Tag schafft sind dies immerhin 4000 E pro Monat bei 20 Handelstagen. Wie uns scheinen will ein schon ausreichender Betrag um davon bescheiden leben zu können.
Erfahrungsgemäß sind die Kurssprünge bei höherpreisigen Aktien (ab 100 E) doch wesentlich kräftiger als dies bei den Niederpreisigen. Letztendlich wird der Absolutbetrag entscheidenden sein.

Die Gierigen jedoch schauen auf die Prozentpunkte und verpassen hierbei meist den Ausstieg!:D

besserweis
25.04.2001, 13:39
Voltair,
kennst Du tatsächlich noch jemanden der die Jahresfrist im NM oder überhaupt in Techwerten noch einhält??
Ich kenne keinen mehr. Ich glaube das ist mittlerweile kein Kriterium mehr, vorallem haben die meisten Aktionäre OnlineKonten und Depots, so dass Käufe und Verkäufe doch recht leicht von der Hand gehen.
Vorallem wenn man sich die Charts ansieht und das haben viele gemacht, die ich so kenne, haben sie festgestelle, wenn sie die Jahresfristen einhalten fahren sie auch nicht besser als wenn sie die Gewinne zwischendurch mitnehmen.
Ich weiß nicht so recht.

Gruß
bw

Voltaire
25.04.2001, 15:59
aber anscheinend ist es doch so (siehe Systracom oder auch Comdirect) daß Schwierigkeiten bestehen Kunden zu bekommen wie bei ersterem, oder hohe Gebühreneinnahmen durch Kauf/Verkauf zu generieren, wie beim Zweitgenannten.
Wenn keiner mehr kauft, und vorallem verkauft (in dem Maße wie während der Bullenshow) wo sind dann die Aktien?
Es zwar blöd jetzt meinen Bruder ins Spiel zu bringen, aber dieser hat einen äußerst gut bezahlten Posten bei Daimler Chrysler, knechtet jeden Tag 12 Std. für den Laden und schaut ansonsten nicht auf seine Aktien, weil er einfach nicht die Zeit dafür hat. In der heutigen Arbeitswelt wird es vielen so gehen, und wenn die Herrschaften nicht aufs Geld angewiesen sind, dann wird halt gewartet. Wie gesagt, die Gedanken die wir hier austauschen sind für diese Mitbürger aus einer anderen Welt.

Das Steuern und dadurch verringerter Profit besser ist als ein Jahr warten, merken zwischenzeitlich all diejenigen, die sich tagsüber mit den Wertpapieren beschäftigen können!:dunce:

schlaubi
25.04.2001, 16:34
@Voltaire

nun, um meine Stopstrategie noch mal zu klären, ich versuche natürlich meine Stops immer wenn möglich nachzuziehen. Wenn es geht nutze ich wichtige Unterstützungslinien oder Gleidende Durchschnitte.

Das mit der Beispielrechnung, war eben nur ein Beispiel um auf die Frage von snahas näher einzugehen. Man setzt sich eben irgendwelche Ziele, ist das Ziel erreicht, behinnt man von vorne. Man setzt sich neue Ziele und wählt einen neuen Stop. Oder man schmeißt den Wert aus dem Depot, das natürlich nur, wenn man kein weiteres Potential erkennen kann (z.B. bei einer Wiederstandslinie).

Wird das Ziel aber nicht erreicht, sollte man darüber nachdenken ob es sich nicht um eine Fehlinvestition handelt und ebenfalls die Notbremse ziehen.
Natürlich nehm ich auch mal einen Gewinn von 10% mit, ist doch klar. Aber wenn ich der Meinung bin es ist noch mehr drin, bleibe ich investiert.

By
schlaubi

snahas
25.04.2001, 22:42
besserweis,
ich sehe mich nicht in der Lage Deine Theorie zu bewerten. Würde mal sagen, es geht in die Richtung Fibonacci...
Ich denke, dass es nicht unbedingt deine x 15 sind, sondern eher allgemein die runden Zahlen, die einfach eine magische Anziehung haben. Vielleicht liegt es einfach daran, dass einige Menschen denken: wenn die auf 30 fällt, dann kaufe ich....kaum einer sagt, ich kaufe, wenn die aktie auf 29 fällt....
ich habe den eindruck, dass Aktien, die weniger als 10 kosten, von minderer Qualität sind und die Zone zwischen 10 und 15 schon einen negativen Beigeschmackt hat, (weil es ja schon fast 10 ist).

besserweis
25.04.2001, 23:56
Snahas,
zunächst nochmal kurz folgendes.
Die Marken sind nicht als 100% scharf zu sehen und natürlich überspringen viele Werte diese Marken auch, aber auffällig ist für mich dabei immer das die Verweildauer um diese Werte recht hoch ist und dort auch gehäuft Wendepunkte zu finden sind.

Hier mal ein Beispielbild vielleicht kann man hier etwas besser erkennen was ich meine.
Wenn Du Dir z.B. eine SZ Testsysteme anguckst oder eine Systematics ist noch viel besser.
Systematics beschreibe ich mal kurz,
vor 1. richtigen Ausbruch über 30 € 1 Monat immer knapp unter 30€ dann Durchmarsch bis fast 60 danach bis zum Hoch knapp über 90 danach Ausbildung Doppeltopp das tief dazwischen fast Punktuell bei 60 gedreht. Ausbildung SKS Formation mit Nachenlinie bei ziemlich genau 60. Dann in jüngster Zeit immer knapp unterhalb der 30 geschlossen bis sie vorkurzem nur leicht darüber ging.

Schau Dir den Chart mal genau an.

Und hier mal Systematics als Barchart.

http://www.geocities.com/besserweis/systematics.gif

snahas
02.06.2001, 15:48
Ich möchte nochmal dazu anregen, dass hier Strategien dargestellt werden.
Wer kennt gute Chartformationen, die er selbst erfolgreich tradet? Wer kennt gute fundamentale Richtlinien? Ich freue mich über jegliche Kommentare.

schlaubi
02.06.2001, 16:31
@snahas

Da hier eindeutig die Charttechniker überwiegen, möchte ich einmal den fundamentalen Ansatz etwas mehr in den Mittelpunkt rücken.

Ich selbst kaufe mir gelegentlich Unternehmen aus reinen Fundamentalen Gesichtspunkten, diese Aktien kaufe ich nicht zum traden, sondern ganz gezielt für die Altersvorsorge. Stopkurse setze ich bei diesen Aktien nicht, zumindest keine technischen Stops wie z.B. Stop-Loss. Um kein großes Risiko einzugehen werden ausschließlich Unternehmen gekauft, welche als Sicher gelten. Dabei bevorzuge ich Firmen mit besonders guten Raitings, wichtig ist noch, daß das Unternehmen eine wichtige Marktstellung besitzt, sowie eine tiefe Zyklik. Um alles besser zu verstehen, werde ich mal einige Unternehmen nennen, z.B. Pfizer, Johnson & Johnson, Coca Cola, Nestlé, Bayer AG ....
(ich möchte jetzt nicht diskutieren ob diese Unternehmen jetzt kaufenswert sind oder nicht, oder vielleicht noch ander zu nennen sind, sondern ich wollte nur ein Beispiel für meine Ansätze aufzeigen). Diese Unternehmen sind bereits seit vielen Jahren im Geschäft und haben schon die eine oder andere Kriese überlebt. Dabei sind alle finanziel Kerngesund und verdienen auch in Wirtschaftskriesen Geld (Essen geht immer, oder Opa braucht seine Herzpillen) Ich kaufe die Aktien wenn ich sie für günstig halte, hier stellt sich die Frage wann ist günstig? Ich schaue weniger auf das KGV, denn das KGV ist nur ein geschätzter Wert und mehr nicht. Vielmehr beobachte ich die Dividendenrendite, wieviel schüttet ein Unternehmen aus? Um wieviel steigen die Dividenden? ACHTUNG eine hohe Dividentenrendite sagt nicht unbedingt aus ob ein Unternehmen gleich ein Kauf ist oder nicht. Für mich ist wichtig in welchem Zeitraum die Dividende um einen bestimmten betrag steigt.
Ich bevorzuge z.B. ein Unternehmen mit einer Dividendenrendite von 3%, wenn es alle 4-5 Jahre diese verdoppeln konnt gegenüber einem Unternehmen, daß zwar 5% ausschüttet, aber für die Verdoppelung einen deutlich längeren Zeitraum benötigt hat. Der Kauf der Aktie wird als Langfristanlage gesehen (Aktien für die Enkel), die Dividende selbst sehe ich als Taschengeld, bzw. 2 Einkommen. Verkauft wird die Aktie nur, wenn das Unternehmen SOS funkt.

schöne Feiertage noch
Schlaubi

snahas
02.06.2001, 18:09
ich habe mir einige Gedanken über die Pivotpunkte meiner eingangs erläuterten Strategie gemacht.
Wenn man Kommentare von wirklich erfolgreichen Moneymanagern liest, die nach ähnlichen Strategien vorgehen, dann sieht man, dass diese meist wirklich fast das ATH kaufen und kaum vorher.
Dabei handelt es wohl um einige der erfolgreichsten Manager überhaupt, Performancezahlen von über 100% pro Jahr sind da eher normal. (2 von denen haben in 1999 die nahezu unschlagbare Performance von über 500% erbracht) Leider keine Publikumsfonds.
Jedenfalls sind sie eine Bestätigung, dass der hier vorgestellte Ansatz (nahe dem ATH kaufen bzw. die CANSLIM-Methode) eine der erfolgreichsten Strategien auf dem Markt ist. Vorausgesetzt, man wendet ihn richtig an. Und genau dort liegt wohl der Unterschied von Erfolg und Misserfolg. Die Top-Manager gehen extrem akribisch bei der Auswahl der Werte vor, so dass wirklich nur ganz wenige Werte in Betracht kommen für einen Kauf.
Für mich persönlich hat sich herausgestellt, dass ich die Taktik zu sehr in Richtung Technik habe laufen lassen: Hauptsache ATH.
Ich glaube, das war ein Fehler. Die richtige Auswahl des Vehikels ist grundentscheidend für den Erfolg der Strategie, gekoppelt mit einer Analyse des Gesamtmarktes. Die Stops sind bei maximal 8% anzusiedeln , eher noch darunter.

Ich für meinen Teil habe erkannt, dass man auch trotzdem erfolgreich traden kann mit der ATH Strategie, selbst wenn die fundamentale Auswahl nicht ganz so perfekt ist. Wichtig ist hierbei aber, dass man den richtigen Pivotpunkt ausfindig macht. Das ist gar nicht so leicht. Einfach das letzte markante High nehmen, oder sogar das ATH, kann fatal enden.
Es geht vielmehr darum, den Punkt ausfindig zu machen, der wirklich Widerstand ist und nur dann den Ausbruch daraus zu kaufen, wenn man den Eindruck hat, dass die Nachfrage wirklich eine Fortsetzung des Trends bewirken kann.
D.h. dass man eine Veränderung des kaufdrucks bemerkt, möglichst nicht von Privatanlegern induziert. Man bemerkt das schon oft einen tag vor dem tatsächlichen Ausbruch oder auch am Tag des Ausbruches. Oft macht es Sinn, sich eine Position bei Durchbruch zu kaufen und dann bis kurz vor Handelsschluss zu warten, ob der Ausbruch wirklich war und ob das Volumen extrem zugenommen hat. Wenn nicht, dann sollte man die Position noch vor dem Schluss wieder verkaufen oder zumindest erleichtern.
Was auch wichtig ist: das Volumen muss stark zunehmen und es muss signifikantes Volumen sein! Wenn zum Beipiel eine Aktie am Nemax täglich zu 5000 Stück gehandelt wird und dann beim Durchbruch zu 10.000 Stück, dann war das Volumen zwar 100% höher als normal, aber nicht signifikant. Signifikant ist es, wenn eine Aktie mit einem normalen Tradingvolumen von z.b. 50.000 auf einmal zu 100.000 gehandelt wird. Das heisst, dass die Zusatznachfrage nicht von Privatanlegern, die gerade mal ntv geschaut haben, verursacht wurde (für die USA müssen diese Zahlen natürlich noch um einiges nach oben verschoben werden).
Ich hoffe, das meine Worte für die meisten hier verständlich waren.
Bis bald
S.Nahas

schlaubi
02.06.2001, 19:23
@snahas

die Strategie ist mir klar, auch das Anziehen des Handelsvolumen beim Ausbruch ist verständlich erklärt. Aber was ich nicht richtig verstanden habe ist nach welchen Kritärien man das richtige Vehikle auswählt, wenn ich mal Deinen Begriff verwenden darf?

schöne Feiertage
Schlaubi

snahas
03.06.2001, 13:34
Die Auswahl der Vehikel erfolgt ähnlich der Kriterien, die ich im ersten Posting dieses Threads nannte. Meist noch etwas strengere Kriterien.
Kurz:
-starke, signifikante Earnings und Umsätze(> 25% p.a., je höher desto besser, keine Kleckergewinne, sondern richtige...so in Millionenhöhe)
-im Falle ohne Earnings: starkes Umsatzwachstum und/oder starke Gruppenbewegung
-nur die stärksten Aktien (die besten 20% aller Performer, am besten sogar die Top 1%)
-häufige positive Überraschungen bei den Earnings
-Nähe ATH, zumindest über 50er und 200er MA
-steigende Umsätze bei steigenden Kursen
-Neue Produkte, neues management, neue Unternehmensstrategie
-PEG nicht zu hoch
-nicht zu hohe institutionelle Beteiligung

snahas
05.06.2001, 00:47
ich hatte vor einiger Zeit hier einmal gepostet, dass Direct Focus (DFXI) so in etwa die besten fundamentalen Kennziffern besitzt, die ich mir vorstellen kann...nun ist der Wert abermals mit sehr hohem Volumen ausgebrochen

onkels
08.06.2001, 23:17
@snahas:

DFXI sehen tatsächlich gut aus!!!

Die Frage ist wann kauft man? (Wie sieht die Bewertung nach dem Kursanstieg aus?)
Es sieht so aus, als hätte man vermutlich eine Weile Zeit zu kaufen, da nach dem Ausbruch eine Konsolidierung zu erwarten ist, oder?

Gruß O.S

______________________________
Das einzig Sichere ist die Unsicherheit.

snahas
10.06.2001, 01:51
wann kauft man? schau Dir ein paar alte Beiträge in diesem Thread an. Da habe ich meine Kaufpunkte grafisch markiert.

snahas
04.07.2001, 14:45
up! für alle, die es nach meiner Diskussion im C1 Thread interessiert, wie ich vorgehe. Lest auch alles von user besserweis in seinen Threads.

snahas
17.07.2001, 12:22
In meinem anderen Thread hat mich Obkels gefragt, ob nicht Siemens einer der Dax-Werte sei, die man kaufen sollte, wenn sie niemand haben will.
Dies ist eine schwierige Frage. Ich würde sie mal mit "Nein" beantworten.
Mit meiner Aussage: "Daxwerte sollte man kaufen, wenn sie niemand haben will" wollte ich eigentlich eher auf Zykliker und Industriewerte anspielen, also Banken, Chemie, Autos.
In meinen Augen ist der beste Zeitpunkt, diese zu kaufen, wenn die Presse voll mit schlechten Nachrichten über diese Werte sind, nach einem starken Rückgang sich die Verkaufsempfehlungen häufen und die Aussichten weit und breit nicht positiv sind oder gerade erst eine Besserung in Sicht ist.

Ich persönlich handle aber nicht danach. Aber soweit meine Beobachtungen.

Siemens ist ein High-Techwert. Für High-Techs gelten andere Regeln.

Lt. Data
20.07.2001, 11:12
Hallo Snahas!

Ist war wirklich interessant deine Beiträge zu lesen. Ich möchte nur kurz mitteilen, dass ich seit einer halben Ewigkeit eine antizyklische Strategie fahre und damit auch in Krisenzeiten gute Renditen erwirtschaftet habe. Meine Regeln sind den deinigen ja schon fast gegensätzlich - das finde ich faszinierend!

Meine Regeln

Kurseinbruch>50% in einem Jahr, Nähe zum AllTimeTief ;)
KGV,KCV<10
KUV,KBV<1
--> davon müssen mind. 2 Kriterien erfüllt sein

dazu noch Insiderkäufe und eine akzeptable Bilanz. Es ist erstaunlich, wie erfolgreich sich von dem Markt verprügelte Wertpapiere entwickeln. Nur einige Beispiele: PHILLIP M., OFFICE DEPOT, JAKKS, SYKES, ...

Lt. Data

snahas
21.07.2001, 00:44
Hi Lt.Data,
Deine Strategie ist nicht gegensätzlich zu meiner. Sie ist nur anders und auf ganz andere Werte konzentriert.

Vielleicht kannst Du ja einmal beschreiben, was Du unter passablen Bilanz verstehst und wo Du Fallstricke erkennst? Was unterscheidet eine gute von einer schlechten Bilanz?
Wann weisst Du, dass es Zeit ist zu kaufen?
Gehst Du auf einmal rein oder scheibschenweise?
Wann weisst Du, dass Du DIch geirrt hast und Du DIch von Deiner Position trennen musst?
Wann verkaufst Du?


Wenn Du meine Beiträge liest, siehst Du, dass ich ganz Deine Meinung vertrete bei Unternehmen der klassischen (meist zyklischen) Ökonomien. Meine Hinweise auf Daxwerte gehen ja in diese Richtung. Kaufen, wenn sie keiner haben will. D.h. wenn sie verprügelt wurden und die Aussichten und Nachrichten schlecht sind.
Nur ich selbst kann das nicht so gut. Man braucht dafür in der Regel ein gutes Sitzfleisch, welches ich nicht habe. Das Timing ist dort auch nicht einfach. Oft muss man zulassen, dass die Position auch erst einmal grössere Verluste anwirft. Noch dazu ist das Potential von solchen Werten meist begrenzt.
Was ich suche, sind Werte mit Wachstumsphantasien, welche sich gerade erst entwickeln oder zumindest noch nicht von jedem wahrgenommen werden. Durch meinen hier vorgestellten Ansatz bin ich aufgrund der Strategie schon auf einige 1000%er gestossen. Leider habe ich diese selten lange genug gehalten, um in den Genuss der 1000 oder 2000% zu kommen. Ich habe mich meist schon nach 100 oder 200% verabschiedet, oft noch weniger. Mag auch daran gelegen haben, dass ich damals noch nicht so erfahren war und so grosse Kurssteigerungen mir nicht vorstellen konnte ...von der grossen Hausse von Oktober 1999 bis März 2000 habe ich nicht ein Stück vom Kuchen abbekommen, weil ich mich aufgrund anderer Aktivitäten komplett von der Börse fernhalten musste. Ich bin erst letztes Jahr am 9.März wieder eingestiegen. Aber das Jahr war den Umständen entsprechend trotzdem ok. Ein Grossteil meiner guten Perfomance geht eindeutig auf das Markttiming zurück. Das ist ein Kernstück meiner Strategie. Man muss wissen, wann es Zeit ist zu klotzen und wann man nur auf Sparflamme investiert).

delta1
29.12.2006, 19:32
die wichtigste erkenntnis, die ich gewonnen habe: aktien steigen nicht, weil sie niedrige KGV's (bewertungen) haben!!!! sondern sie steigen nur, wenn die mehrheit des geldes sie für billig hält und bereit ist, auch einen höheren preis dafür zu bezahlen. Das sehe ich auch so (habe den Thread noch nicht gelesen, wollte ihn nur mal bookmarken) ;)

delta1
04.01.2007, 13:10
Altmeister William O'Neil hat eine schöne Regel: ein Gewinn von 20% darf nie wieder ein Verlust werden. Je grösser der Gewinn, desto weiter weg den Stop, vorausgesetzt das Unternehmen ist weiterhin Spitze und es ist keine Verschlechterung oder Verlangsamung der Gewinndynamik zu erkennen. Den Stopp bei steigenden Gewinnen vergrößern, davon hab' ich schonmal gehört ...

ich habe mir für die Zukunft vorgenommen, daß ich beim Kauf mir einen Zielkurs und Stopkurs festlege, wobei das Ziel doppelt soweit entfernt ist wie der Stop (Prozentual gesehen). Ist der Zielkurs erreicht, wird neu berechnet.

Beispiel:
Kauf zu 100 Euro
Stop bei 90 Euro (10%)
Ziel bei 120 Euro (20%) Das kommt mir in einem anderen Zusammenhang auch bekannt vor ;)

KISS
04.01.2007, 15:55
ja, kommt in dermassen vielen büchern vor.
aber es funktioniert trotzdem immer wieder, da in sich logisch.

elloco
04.01.2007, 18:42
Den Stopp bei steigenden Gewinnen vergrößern, davon hab' ich schonmal gehört ...

Zitat von schlaubi
ich habe mir für die Zukunft vorgenommen, daß ich beim Kauf mir einen Zielkurs und Stopkurs festlege, wobei das Ziel doppelt soweit entfernt ist wie der Stop (Prozentual gesehen). Ist der Zielkurs erreicht, wird neu berechnet.

Beispiel:
Kauf zu 100 Euro
Stop bei 90 Euro (10%)
Ziel bei 120 Euro (20%)

Das kommt mir in einem anderen Zusammenhang auch bekannt vor ;)

hallo,

hab ich hier irgendwo auch schon mal sowas in der richtung gelesen:D

gruss elloco