Vollständige Version anzeigen : Biotechs - mal wieder Ideen sammeln
Gordon Gecko
08.02.2001, 00:11
Hi Biotech-interessierte.
Lasst uns doch mal wieder über den Bereich Biotechs sprechen. Klar, bei den aktuell tiefen Ständen der Internets, warum sollte man da überhaupt auf die Biotechs linsen? Vielleicht ist das aber auch gerade der Grund, warum man sich jetzt auch den ein oder anderen Biotech ins Depot legen sollte.
Wir hatten das Thema ja schon einmal, mit dem Ergebnis, dass es von Vorteil sein könnte, statt in Einzelwerte eher auf Fonds zu bauen.
Mit Flinx haben wir nun wohl wieder einen an Board, der sich etwas in dem Bereich auskennt. Hier mal ein statement von ihm. Flinx, verzeih mir, dass ich Dich zitiere, aber Dein Beitrag gefällt mir wirklich gut.
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Tipps sind immer so eine Sache, besonders bei Biotechs. Es hängt immer vom Risiko ab, das man bereit ist einzugehen. Ich sage sicherlich nichts Neues, aber die meisten Biotechs haben bisher zuwenig Produkte und mit den Pipelines muß man abwarten, was die Zukunft bringt. Ich bin in einen Biotech Fond investiert, besonders gut gefällt mir jedoch Macropore und Dusa Pharmaceuticals.
Macropore, weil das Produkt einfach genial ist und bei den realen und zukünftigen Kostenexplosionen im Gesundheitswesen, wird der Tag kommen, an dem selbst den Krankenkassen dämmern dürfte, das die Produkte von Macropore eine enorme Ersparnis bringen, ganz zu schweigen von den enormen Vorteilen für die Patienten. Auch hat man mit dem Vertriebspartner Medtronic einen ganz Großen an seiner Seite.
Dusa, weil auch hier das Produkt herausragend und die Einsatzgebiete riesig sind. Dusa hat eine Lichttherapie entwickelt, die gegen Hautkrebs(in ganz frühen Stadien), Hautpilze und Akne eingesetzt werden kann. Dazu wird ein Gel auf die betreffenden Hautpartien aufgetragen. Unter anschließender Lichteinwirkung wird aus dem Gel, das zuvor von kranken Zellen aufgenommen worden ist, Sauerstoff freigesetzt, der die Zellen von innen zerstört. Diese werden später vom Körper beseitigt. Keine Operation, keine Belastung für den Patienten!
Soweit ich weiß, wartet Dusa noch auf eine Genehmigung von der FDA und kann dann loslegen. Die deutsche Schering ist an dem Produkt schon dran.
Mit beiden Werten wird man sicherlich nicht die heute dringend benötigten 500% in 3 Tagen machen, aber wenn man Geduld hat und vielleicht nicht zu viel riskiert, d.h. nicht zu viel investiert, kann man mittel- bis langfristig sicherlich schöne Gewinne machen.
Solchen Produkten gehört meines Erachtens die Zukunft. Wenn ich was neues auftue, lasse ich es Dich wissen.
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Gibt es noch andere Spezies hier an Board?
Welche Biotechs habt ihr im Depot? oder doch besser Fonds?
nehmt doch mal Stellung.
Gibt es derzeit eine Meinung zur Qiagen?
Gute Nacht, Gecko
Hi GG,
Das mit den Tips ist wirklich heiss. Mir scheint allerdings,
das hier die meisten ein bisschen mehr mitdenken, als im Board W:O. Dort wird zum größten Teil nur dusselig gepusht oder gebasht, seis drum.
Zur Sache:
Sind die Bio`s über -oder unterbewertet? Ich würde sagen beides.
Zum einen ist natürlich eine Überbewertung gegeben was rein die Zahlen, Umsätze und meistens keine Gewinne angeht. Dazu kommt, das einige erst in Jahren das erste Medikament auf den Markt bringen.
Auf der anderen Seite steht aber, können wir momentan überhaupt nach Umsatz usw. diese Papiere bewerten? Einige Schmieden haben hier eine so interessante Pipeline stehen, das bald jährlich ein neues Medikament auf den Markt kommen könnte. Wiederum werden gerne Firmen wie CRA, HGSI, MYGN usw. als absolut überbewertet angesehen. Machen im Grunde nicht viel Umsatz usw.! Sind diese wirklich bewertbar? Ich glaube nicht. Es werden durch die Entschlüsselung der Gene
in naher Zukunft (3-20Jahre) erfolgsversprechende Heilmethoden entstehen, es wird möglich sein, bereits bei Ungeborenen Erbkrankheiten auszuschließen, es wird möglich sein mit einer Art Screeningmethode, beim Neugeborenen sofort die Gene zu analysieren und zu handeln, es wird der Krebs besiegt werden usw. So nun bitte wer kann hier ansagen, ob ein solches Unternehmen überbewertet ist? Im Grunde ist ein Unternehmen wie CRA usw. nicht bewertbar, die Zukunft alleine sieht allerdings nach Billionen oder Billiarden aus.
Bio`s gegen den Rest, m.E. zu den Bio`s
Momentan machen die Bio`s das, was die NAS macht, heisst Bio`s eignen sich gut zum traden. Bio`s sind ja bekanntlich im Jahr 2000 mit am besten gelaufen, haben dann im Januar stärker nachgegeben, Auslöser hier war der Artikel im Barrons.Nachdem wieder eine Erholung eingesetzt hatte, wurde von Lehman Bros. erneut in das Überbewertethorn geblasen. Auch hier folgte die Reaktion, allerdings noch nicht so heftig. Beide, Barrons wie Lehman nutze ich gerne als Indikatoren für Manipulation der Märkte. Warum besteht hier ein Interesse. Sieht man sich den ersten Absturz im Januar der 3 Tage ging des IXB oder BTK an, erkennt man diese Manipulation. Pro Tag 7-8%. M.E. ein gewollter Crash!
Der zweite dann durch Lehman, hält sich aber in Grenzen.
Nach wie vor stehen die IT`S hoch im Kurs. Das ist hier am Board erkennbar sowie in den Anderen. Seitenlange Threads
finden sich darüber. Bei den Bio`s ist das relativ wenig, ausser bei den v. Förtsch gepushten. Ebenso wenig kann man in den Börsenmagazinen darüber nachlesen, außer bei Förtsch, der ja bekanntlich ein recht gutes Näschen hat.
Bei NTV usw. hört man auch nur ganz selten was über diesen Sektor. Also die Big Bubble, die manche hier schon sehen, wird so schnell nicht platzen, denn dieser Zug wird erst noch richtig rollen. Geht es allgemein wieder aufwärts, wird dieser Sektor wieder überproportional profitieren.
Gerade in Anbetracht, dass alleine in diesem Jahr ca. 70 neue Medikamente auf den Markt kommen werden, wird unter anderem für heftigen Aufwind sorgen. Zusätzlich für Aufwind werden AdHocs sorgen.
Weiter ist zu beobachten, dass immer mehr Fonds diesen Sektor stärker aufnehmen, wen wundert es da, dass man erfolgreich versucht den Sektor zu drücken (Barrons/Lehman)
Das kuriose an der Börse ist, dass man immer an alten Tugenden festhält (IT`s usw) waren ja mal die Renner, werden es sicher wieder werden. Derweil fängt sich der neue König (u.a. Bio`s) an zu bilden, ohne dass die Masse es erkennt. Wenn dann überall von den Bio`s zu lesen ist, werde ich mich dann verabschieden.
Will jetzt nicht sagen, die IT`s sind alle Mist, auf keinen Fall, glaube aber die Performance wird so nicht mehr laufen, wohl aber im Bio Bereich.
Momentan gutes trading mit: MEDX, MLNM, HGSI und PDLI.
Für heute am Geburtstag der NAS rechne ich für diese Papiere
mit 5-10% Gewinn.
Der Trend Bio wird, bis die Blase komplett platzt 3-4 Jahre Zeit haben.
Ich denke die NAS wird jetzt Richtung 2800-2900 laufen um dann noch einmal auf 2400-2500 fallen. Der Bio Index wird
da mitlaufen und bietet dann die Einstiegsgelegenheit für längere Positionen.
Auf die Watchlist könnte man folgende Werte setzen:
MEDX
CRA
MLNM
VRTX
HGSI
PDLI
MYGN
CELG
MEDI
CEPH
SEPR
Mit dieser Reihenfolge sehe ich auch die Performance der Werte, wobei sich die ersten 6-7 nicht viel nehmen werden.
Auf die Gesundheit
Al2000
Gordon Gecko
08.02.2001, 14:27
dass hier der ein oder andere Biotech-Spezialist rumschwirrt. Gutes Posting Al2000!
Ich denke wir sollten an dem Sektor mal dranbleiben und genau referieren. Wie ist das denn, gibt es einen weltweiten Biotech-Index? oder wie kann ich die Performance der Bios mit der der I-Nets vergleichen?
Sehr interessant auch Dein psychologischer Ansatz beim Vergleich, wieviel über Bios geredet wird und wieviel über die I-Nets, weiter noch, dass sich kaum einer in Bios traut, weil er sie nicht versteht; oder die Sache mit der Tradition.
Hat jemand von Euch mal ein Biotech-Investment-Buch gelesen?
Eventuell gibt es in dem Bereich wirklich die Chance eines Wissensvorsprungs? weiß nicht.
Also, auf die Gesundheit,
Gecko
Hi GG,
leg doch bei yahoo einfach mal den IXB auf den IIX. Der IXB ging aus 2000 mit -15% und der I-Net mit fast -60%.
Apropos, was ich im vorherigen posting vergessen hatte:
Einfach mal logisch gedacht: Angenommen die USA fällt in eine tiefe Rez. (Glaube ich eh nicht dran, kennst ja meine Einstellung zu Greeny)
Ist das für die Bio`s relevant? Vordergründig ja, weil erst mal folgen sie dem Trend nach unten. Aber dann wird sondiert und überlegt. Die guten Firmen wie MLNM, MEDI usw. sitzen auf Unsummen an Kapital und werden nicht weniger forschen und entwickeln. Die Leute werden krank ob Rez. oder nicht, nein sogar im Gegenteil bei einer heftigen Rez. werden sie sogar noch kränker, Sorgen, Ängste usw. = Herzleiden, Krebs......bla, bla.
Schauen wir mal etwas über den Tellerrand. Tatsächlich werden die Firmen Probleme bekommen die Güter und Leistungen
aller Art verkaufen, bzw. haben sie ja schon. Würde aber schlimmer werden und die Kurse weiter nachgeben.
Die Bio`s kann das in diesem Masse nie treffen, somit würden das auch die Anleger erkennen, nachdem natürlich erst einmal alles aus den Depots fliegt. Aber dann ist das wiederum die Branche die performt.
Das mit dem Wissensvorsprung ist so eine Sache. Begreifen wir das wirklich? Es gibt wenige Analy`s die das begreifen, wenn überhaupt.
Ich bin bei den Bio`s auch der Meinung: the trend is your friend!
Deshalb setzte ich nur auf Unternehmen, die eine vielversprechende Pipeline haben oder eben auf Werte wie CRA, von denen ich noch sehr viel erwarte, weil ich auch glaube das Craig Venter an seinem Project verbissen dran ist und für weitere Überraschungen gut.
Ich glaube die Zeit mit den Small Caps ist hier vorbei oder ein Zufallstreffer, der aber, bis er gefunden wurde, viel Geld kosten kann. Hier könnte natürlich eine SQNM einer sein, wenn man sich den Kursverlauf ansieht, Potential wäre da.
Ich bin seit letzem Jahr bei den Bio`s gut dabei. Dank der Player im letzten posting genannt, habe ich den großen Schmerz an der Börse nicht erleiden müssen, obwohl es immer noch ein bisschen weh tat.
Habe natürlich auch versucht mal einen solchen Small Cap zu finden TRGA, womit ich voll auf die Nase viel.
Übrigens auch sehr interessant, weil vor allem spezialisiert auf Krebs ist CTIC.
Zum Wissensvorsprung im allgemeinen kann ich nur sagen, auch wenn Du noch so viel über ein Unternehmen weisst, wenn Du also alles gibst um wirklich die kompletten Infos zu verarbeiten und zu verstehen, nützt es Dir dann sehr wenig, wenn es, wie es halt an der Börse so ist, kaum jemanden interessiert. Ich meine nicht nur Bio`s. Will heissen die Masse hüpft immer dorthin, wo sie hingelenkt wird. Ist ja auch in Ordnung, solange man rechtzeitig raus kommt.
Also was passiert wenn Du ein solches Unternehmen gefunden hast und es keinen interessiert, NADA. Vielleicht hast DU Glück und ein Förtsch kommt plötzlich auch auf diese Idee oder irgend ein Ami-Guru, oder Du liest Taipan, dort scheinen die auch den ein oder anderen guten Tip zu haben. Hatten z.B. Medarex glaube bei $5 empfohlen.
Apropos Förtsch, hatte Antisoma bei 2,25 empfohlen und lag zwischenzeitlich schone bei 5Euro, jetzt so bei 3,7.
Der hat schon einen Einfluss auf den deutschen Markt.
So nun genug gepostet
So long
Al2000
Flinx2000
09.02.2001, 18:40
Hi Al2000,
könnte ein interessanter Thread werden. Mit einigem, was Du sagst hast Du sicherlich recht, doch sollte man schon noch einiges bedenken.
Zunächst einmal stört mich ganz allgemein die Diskussion über die Bewertung. KGV 300 oder 700? Ich kann mich noch sehr gut an die Diskussion über die Bewertungskriterien von High-Techs erinnern. "Hohe Dreistellige KGV´s?, kein Problem!, solange das Wachstum stimmt!" Hier ist mittlerweile eine ganz ähnliche Diskussion im Gange und für mich ein Zeichen langsam aber sicher von den Bio-Techs die Finger zu lassen. Denn auch bei den High-Techs hat sich letztlich gezeigt, daß so antiquierte Kennzahlen wie das KGV plötzlich doch wieder als Bewertungskriterium herhalten müssen. Plötzlich ist eine Nokia mit KGV 30 total überbewertet, eine Cisco mit KGV ca. 50 utopisch hoch und eine EMC hat noch 50% Potenzial nach unten. Immer wenn Leute auftauchen, die behaupten, daß diese Mal alles anders sein wird, wird es Zeit sehr, sehr vorsichtig zu sein.
Ebenso muß ich auch in meinem privaten Umfeld immer wieder feststellen, daß es sehr viele Leute (Privatanleger) gibt, die sich nach den Sensationsmeldungen des letzten Jahres gänzlich falsche Vorstellungen machen. Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie vor einigen Monaten die Meldungen über die Sender kamen, die lauthals und sensationell meldeten, daß nun das menschliche Genom entschlüßelt sei. Keiner hat aber darauf hingewiesen, daß das es sich hierbei lediglich um die Aufklärung der Basensequenz in der DNA handelte. Damit habe ich aber nicht automatisch Zugang zu allen Proteinen, Enzymen usw. Diese muß ich erst noch finden. Es ist letztlich so, als hätte ich einen Stadtplan von Hamburg, auf dem zwar alle Straßen eingezeichnet sind, auf dem jedoch noch der weitau größte Teil der Straßennamen fehlt. Es wird noch sehr viel Zeit ins Land gehen, bis dieser Plan fertig ist. Dann folgt noch der Weg von der Idee zum Produkt. Forschung, Entwicklung, 3 klinische Phasen und Zulassung. Das dauert in der Regel noch mal 10 Jahre. Sollte sich dabei während einer der klinischen Phasen herausstellen, daß das Medikament nicht verträglich ist oder Allergien auslöst, muß es eingestampft werden. Der finanzielle Verlust ist enorm. Dazu kommt, daß man nach den Geschehnissen, besonders auch am Neuen Markt, vorsichtig mit all zu großen Versprechungen und Prognosen umgehen sollte. Ich glaube zwar nicht, daß es die Analysten auf den Privtanleger abgesehen haben, aber ich glaube schon, daß bei vielen Empfehlungen ganz massive Eigeninteressen eine große Rolle spielen. Außerdem habe ich von dem ein oder anderen Analysten den Eindruck, daß er sich ebenfalls etwas naive Vorstellungen von der hochgelobten Genomentschlüsselung macht. Aber wir werden sehen.
Ich versuche auch kurzfristig Gewinne zu machen, bei den Bio-Techs würde ich jedoch zu einem längerfristigen Horizont raten. Bei einem Fond wäre man als "Nichtexperte" ganz gut aufgehoben. Den Bio-Techs gehört zweifellos die Zukunft, weil sie heute unheilbare Krankheiten heilen werden. Die Frage ist nur: Wann? und was werden die Anleger tun, wenn sie feststellen, daß das noch ein Weilchen dauern kann? Ich fürchte es gibt zur Zeit noch Mißverständnisse, die allein schon für eine Korrektur sorgen könnten. Dabei haben wir noch nicht einmal darüber nachgedacht, wann denn endlich die ersten schwarzen Zahlen geschrieben werden. Amazon.com & Co. lassen herzlich grüßen.
Gruß Flinx2000
Hi Flinx,
wie Du siehst ist heute genau das eingetreten, was ich gepostet habe. Eine neue Nachricht löst wieder großes Interesse im Sektor aus.
Eben genau aus diesem Grund und weiter Folgenden wird diese Blase so schnell noch nicht platzen. Im übrigen ist sie ja teilweise schon geplatzt. Manche Titel haben über 80 - 90% verloren.
Aber hier spielt die Musik einfach anderst, als bei den IT`s.
Wie ich geschrieben habe ist zwar teilweise Umsatz vorhanden, aber dieser Umsatz würde eh nur Bewertungen von 1$ zulassen. Nein, hier spielt wirklich das große Potential der Phantasie die Hauptrolle, da andere Bewertungsmasstäbe nicht greifen können. Der beste Analyst kann hier wirklich keine konkrete Aussage machen, weil man es einfach nicht einschätzen kann. Es geht hier nur nach : was wäre wenn oder
was ist wenn!!!!
Bei den IT`s sind Zahlen und Wachstum Fakt, die Phantasie ist zum Großteil raus.
Schon blasen die ersten Häuser zum Einsteig in die Branche, gut wenn man schon dabei ist.
Und gerade mit den schlechten Wirtschaftsaussichten glaube ich an einen sehr guten BioSektor in 2001. Weil Geld wollen alle verdienen und irgendwann ist auch mal mit shorten der
IT`s Schluss.
Dieses Jahr: Banken - Bio`s - Umwelt - vielleicht Einzelhandel, wobei ich hier meine Zweifel habe, abwarten.
Meine Meinung ist: Klar sind die Bio`s z.Zt. rein Umsatz/Gewinnverhältnis definitiv viel zu teuer, aber wie gesagt, hier ist noch jede Menge Luft drin, diese Blase soll noch nicht platzen.
Manche gehen von diesem neuen Trend von 10 Jahren aus. Soweit gehe ich nicht, ich glaube in 5 Jahren ist wirklich
der große Knall!
Gruß
Al2000
Flinx2000
13.02.2001, 20:05
Hi Al2000,
ehrlich gesagt weiß ich nicht, was sich an meiner obigen Aussage, in bezug auf die Bio-Techs nach der gestrigen Meldung geändert haben soll. Es würde mich interessieren, woher Du die Gewissheit nimmst, daß die Blase noch 5 lange Jahre halten wird. Der Markt wird auf Deine persönliche Vermögensplanung, 5 Jahre für die erste Million, mit Sicherheit keine Rücksicht nehmen.
Im Gegenteil! Wenn jetzt die selben Analysten, die vor gut einem Jahr zum Einstieg in High-Techs geraten haben, jetzt zum Einstieg in die Bio´s raten und ich dabei ständig den Eindruck habe, daß sie das was sie gerade über einen bestimmten Bio-Tech erzählen selbst nicht so richtig verstehen, läuten wirklich langsam die Alarmglocken.
Ich habe gestern nur einen kritischen "Experten" gehört, der vorsichtig darauf hingewiesen hat, daß es es noch sehr lange dauern wird bis die großen Durchbrüche gelingen werden. Dabei ging es nicht um 5-10, eher um 15-20 Jahre. Nur um jedem Mißverständnis vorzubeugen: Ich gönne Dir Deine Bio´s und Deine Gewinne, die Du hoffentlich machen wirst, aber so kinderleicht wird es nicht sein. Im übrigen bin ich, wie gesagt, von der Branche überzeugt und investiert, aber längerfristiger.
Gruß Flinx2000
Hi Flinx,
Wie Du ja sicher bereits vernommen hast, bin ich nicht der Analystengläubige, nur glaube ich diese Analyse des Bio Sektors hat m.E. nichts mit gepushe oder ähnlichem zu tun.
Da Du ja auch investiert bist würden mich 2 Dinge doch interessieren.
1.) Was für Bio - und andere Papiere hast Du im Portfolio?
2.) Da Du ja in diesem Bereich langfristig investieren willst, verstehe ich Dich jetzt nicht ganz. Ich gehe davon aus, dass Du die Papiere dann zwischen 5-10 Jahren halten willst. Aber Du glaubst an eine Blase, die platzt. Was machst Du dann in diesem Moment? Schaust Du zu, wie alles runter geht und sagst wird schon wieder in 2-3 Jahren?
Sorry verstehe es nicht, aber Du wirst es mich bestimmt wissen lassen.
Zur Sicherheit, die ich mir nehme:
Ich kann keinem und auch mir nicht irgend eine Branche als 100% sicher betiteln bzw. einschätzen, was ich auch nicht getan habe,wäre ja auch etwas vermessen. Ich bin allerdings davon überzeugt.
Auch gehe ich z.Zt. keine Langfristpositionen ein, der Markt ist dafür nicht geeignet. Die genannten 5 Jahre sind nichts anderes, als ein ca. genannter Zeitraum. Sind es 3, sind es 7 Jahre, wer weiss das schon.
Nocheinmal zur Blase: Eine Blase platzt dann, wenn jeder voller Euphorie meint, diese Titel haben zu müssen. Wie Du in Presse, TV usw. sicher mitbekommst, ist diese Branche kaum erwähnt, wobei die IT`s wohl jeder im Depot hatte oder auch noch hat, denn auch heute wird davon viel zu viel geredet.
Zur Dauer der Umsetzung 10-20 oder gar 30 Jahre, wie auch einer von sich gab. Wer bitteschön weiss das schon. Da kommt wieder einer dahergeschlappt, hält sich für weiss wie wichtig und faselt irgendeinen Müll. Woher nimmt er das Recht? Klar es kann solange gehen, vielleicht geht es aber doch schon in 5 Jahren. Keiner weiss es.
Vor 2-5 Jahren hatte man mit der Entschlüsselung der Gene frühestens in 2010 - 2015 gerechnet, nun ist 2001!!??? AHA.
Ich bin überzeugt, mit Hilfe der modernen Computertechnik, die in den nächsten Jahren Dinge leisten werden, von denen wir heute noch träumen, wird auch dies schneller geschehen.
Ich bin mir nicht sicher, nur davon überzeugt.
Du erwähnst, die Analy`s raten nun zu den Bio`s, haben aber wahrscheinlich keine Ahnung. Das ist so nicht ganz richtig. Der ein oder andere tut dies und das nicht heftigst. Hier gibt es kaum strong buy`s (Gott sei Dank, nur vereinzelt. Was ich gestern geschrieben habe, waren kurz erwähnte Empfehlungen in die Branche (Zitat: Blasen zum Einstieg)keine riesigen Statements. Allerdings hast Du Recht mit der Ahnung, die auch die nicht haben und das ist das Gute daran. Hier fehlen wirklich jegliche Bewertungsmasstäbe. Hier kann nur Phantasie gehandelt werden.
SO UND NUN HABE ICH GENUG GETEXTET
HIER DIE ZUR EINLEITUNG ERWÄHNTE ANALYSE ZUR ÜBER-UNTERBEWERTUNG
Gruß und Gute Nacht, freue mich auf Antwort
Al2000
Hornblower-Special: US Biotechnologie - Aktien überbewertet ?
In der jüngsten Vergangenheit haben Experten den Gedanken diskutiert, dass Aktien von Biotechnologieunternehmen ähnlich wie seinerzeit Internet-Aktien stark überbewertet seien und ihnen deshalb eine entsprechend heftige Kurskorrektur bevorstehe. Die Vermutung einer spekulativen Überbewertung wurde dabei in der Regel allein durch den Vergleich der Entwicklung der Biotech-Indizes mit den anderen Aktien-Indizes begründet. So konnte der amerikanische Amex-Biotech-Index (BTK) im Jahr 2000 um 61,36 % zulegen, der Technologie-Index Nasdaq verlor jedoch 38,8 %. Medienwirksam war dabei insbesondere der Hinweis, die Aktien von Biotechnologieunternehmen könnte das desaströse Schicksal von Internet-Aktien ereilen, die im Jahre 2000 vielfach bis zu 90 % ihres Wertes verloren hatten.
Obwohl es diesen Überlegungen an einer substanziellen Analyse und Begründung mangelte, war sie publizitätswirksam und läutete wohl alleine deshalb eine nicht unbeachtliche Korrektur der Biotechnologie-Indizes ein, die aber alsbald durch erneute Kursanstiege annähernd kompensiert wurde. Ist die Skepsis gegenüber der Bewertung von Biotechnologieaktien berechtigt?
Überprüfen wir zunächst, ob der als Begründung für eine Überbewertung des Biotechnologiesektors herangezogene Index-Vergleich zu plausiblen Erkenntnissen führen kann. Da nicht alle Branchen zur gleichen Zeit von ähnlichen Faktoren wirtschaftlichen Nutzen ziehen oder aber in ihrer Entfaltungsdynamik gebremst werden, ist ein kurzfristiger Vergleich der Indizes wenig sinnvoll. Deswegen haben wir im folgenden den Technologie-Index Nasdaq und den Amex-Biotech-Index (BTK) in ihrer Entwicklung seit 1993 verglichen.
Der Nasdaq-Technologie-Index startete bei einem Indexstand von 676,95 Punkten am 31.12.1992 und erreichte im März 2000 ein Hoch von 5.132,52 Punkten. Bis zu diesem Zeitpunkt legte der Index demnach um 4.455,57 Punkte, gesamt um 658,18 % zu. Arithmetisch stieg der Index pro Jahr um ca. 92 %. Der Amex-Biotech-Index (BTK) startete bei einem Indexstand von 170,64 Punkten am 31.12.1992 und erreichte im März ein Hoch von 806,37 Punkten (der Indexhöchststand wurde im September 2000 mit 811.61 Punkten erreicht). Bis zu diesem Zeitpunkt legte der Index demnach um 635,73 Punkte, gesamt um 372,56 % zu. Arithmetisch stieg der Index pro Jahr um ca. 52 %. Am 30.01.2001 stand der Nasdaq-Technologie-Index bei 2.838,35 Punkten, mithin bei einem Zugewinn von 2.161,40 Punkten seit dem 31.12.1992. Die jährliche arithmetische Steigerung beläuft sich auf ca. 40 %. Am 30.01.2001 stand der Amex-Biotech-Index bei 640,88 Punkten, mithin bei einem Zugewinn von 470,24 Punkten seit dem 31.12.1992. Die jährliche arithmetische Steigerung beläuft sich auf ca. 34 %.
Schlußfolgerung:
Die Aktien von Biotechnologie-Unternehmen haben im Jahre 1999 und 2000 erstmals den hohen Rückstand gegenüber dem Technologie-Index Nasdaq aufgrund der gewaltigen fundamentalen Fortschritte der Branche verkürzt. Über den Beobachtungs-zeitraum 1993 - 2000 schnitt der Technologie-Index Nasdaq jedoch besser ab. Aus dem Vergleich der Indizes lässt sich also eine Überbewertung des Biotechnologiesektors nicht ableiten.
Kann der Vergleich mit der Internetbranche bei der Bewertung von Biotechnologie-Unternehmen hilfreich sein? Der Vergleich mit dem Schicksal der Internet-Branche setzt zwei Prämissen voraus: Dass die Geschäftsmodelle vergleich-bar sind. Dass der desaströse Kurssturz der Internet-Aktien im Jahre 2000 aus fundamentaler Sicht berechtigt war oder der Kursanstieg der Biotech-Indizes eine nicht fundierte Übertreibung war. Der Internet-Branche ist zu eigen, dass sie Industrie- und Dienstleistungsunternehmen ein neues Kommunikationsinstrument zur Verfügung stellt, das die Produktivität der Unternehmen erhöhen kann. Ähnlich wie die Einführung des Fließbandes oder elektrischen Stroms die Effizienz der Herstellung von Waren und Dienstleistungen durch Beschleunigung der Arbeitsprozesse erhöht, beschleunigt die Internet-Struktur den Austausch von Infor-mationen und den darauf aufbauenden Diensleistungs- und Produktionsprozess. Eigene Produkte über die Lieferung der Infra-struktur und der dazu gehörenden Software hinaus liefert die Internet-Industrie nicht.
Die Biotechnologieindustrie als "Pharma-Industrie im Werden" wendet naturwissenschaftliche Erkenntnisse an, um bessere Wirkstoffe gegen Krankheiten zu entwickeln, die mit geringeren Nebenwirkungen eine bessere Wirkung erzielen. Im Vordergrund steht also die Entwicklung von Produkten und weniger von Instrumenten zur Beschleunigung von Arbeitsprozes-sen.
Dass über neue biotechnologische bzw. naturwissenschaftliche Erkenntnisse auch neue Instrumente die Produktivität dieser Branche erhöhen, ist nicht ungewöhnlich, läßt aber allenfalls den Schluss zu, dass Biotechnologiefirmen ohne Wirkstofffokus möglicherweise mit Internet-Firmen zu vergleichen sind, wenn sie ausschließlich Instrumente zur Produktivitätssteigerung der Medikamentenforschung liefern. Da neue Wirkstoffe einen langen, patentgeschützten Lebenszyklus durchlaufen und damit hohe Markteintrittsbarrieren aufbauen, zudem ihre Entwicklung im Schnitt etwa 10 Jahre benötigt, ist der Vergleich mit Internet-Firmen ohne Sinn, da ein Vergleich von Branchen mit unterschiedlichen Geschäftsmodellen zu keinen vernünftigen Ergebnissen führen kann. Da dies der Fall ist, muss auch nicht weiter untersucht werden, ob die Wertverluste von Internet-Aktien im Jahre 2000 berechtigt waren oder der Kursanstieg der US- Biotechaktien unberechtigt. Wie oben ausgeführt, verkürzten diese Indices ledig-lich zu einem guten Teil den Wertzuwachsvorsprung des Nasdaq-Technologieindex.
Wie unterschiedlich die Branchen sind, zeigt folgende Gegenüberstellung:
Kriterium Internet Biotechnologie
1. Marktzugangsschwelle niedrig hoch (komplexe Infrastruktur, lange Entwicklungs zyklen etc.)
2. Konkurrenz hoch niedrig (neue, wirksamere Medikamente mit hoher Marktnachfrage)
3. Patentschutz gering hoch
4. Umsätze durch Lizenzen, Nutzungs- Lizenzen, Produktumsätze, Technologietransfer gebühren etc.
5. Innovationen Instrument zur Produktivitäts- Neues Präparat als Resultat effizienter steigerung Forschungs- und Herstellungsprozesse
Fazit der Überlegung:
Die bisherigen Vermutungen, der Biotechnologieindex sei überbewertet, sind nicht nachvollziehbar. Weitergehende Überlegungen zur angemessenen Bewertung der Branche führen zu anderen und differenzierenden Ergebnissen. Solche Analysen hinterfragen die Produktivität der Branche, stellen also fest, mit welchem Input von Ressourcen welche Produkte mit welchem Absatzmark geschaffen worden sind. Im Vergleich zur Pharmaindustrie fällt dabei auf, dass die Biotechnologiebranche wesent-lich produktiver ist, also mehr Wirkstoffe bei geringerem Kapitaleinsatz entwickelt. Bei Bewertungen von Biotechnologieunter-nehmen im Vergleich zu Pharmafirmen stellt sich die Frage: Was ist das knappere Gut, die weltweite Vertriebskapazität der Pharma-firmen oder die sich rasch aufbauende Wirkstoffanzahl der Biotechnologieunternehmen. Diese Frage hat der Markt in den letzten Monaten beantwortet: Allianzen zwischen Pharma- und Biotechnologieunternehmen haben sich wirtschaftlich für die Biotechnologieunternehmen wesentlich verbessert. Waren Pharmaunternehmen früher lediglich bereit, Lizenzgebühren und schmale Umsatzbeteiligungen zu zahlen, begeben sie sich heute in Entwicklungs- und Vermarktungspartnerschaften, die den Biotechnologie-unternehmen bis zur Hälfte der anfallenden Gewinne aus Medikamentenumsätzen sichert. Die damit sich verbessernde Ertragsla-ge wird zu einer höheren Neubewertung der Biotechaktien führen.
Autor: Dr. H.-J. König
(Quelle: Hornblower)
Quelle: http://nachrichten.boerse.de/anzeige_marktbericht.php3?id=24586
Ich schon wieder,
Ja heute platzt die Blase ;-)
Na, da sieht man wie heftig nach oben, wie nach unten die Reaktionen sind. Hat heute wohl jemand Negatives, wie 10-20 Jahre losgelassen und alles wir verkauft.
Morgen oder übermorgen kommt wieder positives, dann wieder hoch.
Aber noch was: Schau Dir mal an, wie wenig Interesse an diesem Thread besteht! 3 Leute!!!!!!
Schau Dir mal ARIBA oder ander IT`s an. Das bestätigt mich in meiner Meinung.
So long
Al2000
Flinx2000
21.02.2001, 20:24
Hi Al2000,
Sorry, ich habe Dich völlig vergessen! Erst beim Lesen des neuen Spiegels ist mir unsere kleine Diskusion wieder eingefallen.
Deshalb will ich Dir den Artikel als Lektüre empfehlen.
Aktuelles Heft (Nr.8) unter der Rubrik "Medizin"
Bis dann
Gruß Flinx