Moin zusammen!
Heute abend um 19.30 Uhr geht`s los...
Entwarnung bei Bierhoff
Leverkusen - Der Aufschrei von Oliver Bierhoff im Training am Donnerstagabend wird Teamchef Rudi Völler durch Mark und Bein gegangenen sein: "Nein, bitte nicht." Die Sorgenfalten auf seiner Stirn deuteten jedenfalls darauf hin.
Doch auf der Pressekonferenz am Freitagmittag konnte Völler Entwarnung geben. Trotz einer leichten Bänderdehnung im linken Sprunggelenk ist der Einsatz des Italien-"Legionärs" im WM-Qualifikationsspiel am Samstag gegen Albanien nicht gefährdet. "Wenn der Knöchel hält, wird Bierhoff von Anfang an spielen."
Die leichte Verletzung erlitt der Nationalelf-Kapitän im Kopfballduell mit Jens Nowotny beim Trainingsspielchen in der BayArena.
Die voraussichtlichen Aufstellungen
Deutschland:
Kahn (Bayern München/31 Jahre/32 Länderspiele) - Wörns (Borussia Dortmund/28/34), Nowotny (Bayer Leverkusen/27/26) - Jeremies (Bayern München/27/26) - Deisler (Hertha BSC/21/9), Ramelow (Bayer Leverkusen/27/14), Hamann (FC Liverpool/27/31), Bode (Werder
Bremen/31/27) - Neuville (Bayer Leverkusen/27/20), Bierhoff (AC Mailand/32/53), Scholl (Bayern München/30/34)
Albanien:
Strakosha (Ionikos Nikea/35/45) - Cipi (AA Gent/25/9), R. Vata (Energie Cottbus/32/55), Xhumba (Pas Jannina/32/34) - F. Vata (Waldhof Mannheim/29/7), Hasi (RSC Anderlecht/29/1), Fakaj (Enonis
Paralimni/24/18), Murati (OSC Lille/25/10) - Kola (AEK Athen/28/33) - Rraklli (SpVgg Unterhaching/30/43), Tare (Brescia Calcio/27/27)
Hoffentlich wird es eine abwechselungsreiche Partie... - uns allen viel Spaß
So long
Howie :smokin:
Moin!
Halbzeitstand 0:0 gegen eine überraschend starke albanische Mannschaft...
Hoffen wir mal auf die zweite Hälfte!
So long
Howie :smokin:
Was sagt man nach einem solchen Spiel...
Hauptsache gewonnen!!!
Echt durchgewurschtelt, damit steht Deutschland nach 3 Siegen mit 9 Punkten auf Platz 1 in der Quali...
So long
Howie :smokin:
Badinvestor
25.03.2001, 10:16
jo dat sah man mal wie's ,it dem deutschen fussball bestellt ist.
He, Badi,
wir spielen eben schon lange nicht mehr die erste Geige :(
Gruß
Howie :smokin:
Flinx2000
25.03.2001, 14:38
Bierhoffs letzter Angriff
Der angeschlagene Kapitän der Nationalmannschaft will sich auch diesmal aus seinem Tief herausarbeiten
Von Jörg Marwedel
Leverkusen - Blass sah er aus in diesen Tagen. Das Lächeln, das ihn zum sympathischen Werbestar machte, fiel nicht besonders strahlend aus. Und wenn Oliver Bierhoff, 32, sich - höflich wie er ist - nach dem Befinden des Gesprächspartners erkundigte, drängte sich unwillkürlich der Gedanke auf: Vielleicht ist er ganz froh, in diesem Moment nicht über sich selbst sprechen zu müssen.
Über seinen nunmehr gut zweijährigen Kampf als umstrittener Kapitän der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. Über seine Torflaute im DFB-Dress, die bis zum WM-Qualifikationsspiel gegen Albanien am Samstag (bei Andruck eines Teils dieser Ausgabe noch nicht beendet) schon über zehn Monate anhielt - zuletzt traf er vor der EM 2000 im Testspiel gegen Liechtenstein. Über die Probleme beim AC Mailand, wo man inzwischen unverhohlen über seine Abschiebung nachdenkt.
"Bierhoff - stürzt heute ein Fußball-Idol?", fragte "Bild" am Samstag voller Erwartung und keineswegs ohne Grund. Denn Bierhoff, der "Meister der Selbstverteidigung" ("Südddeutsche Zeitung"), wirkte zuletzt tatsächlich zermürbt von den ständigen Zweifeln an seinen Qualitäten und den mangelnden Erfolgserlebnissen.
Offen hatte er zugegeben, bereits über seinen Rücktritt nachgedacht zu haben: "Sonst müsste ich lügen." Offen hatte er auch die nach seinem Empfinden fehlende Rückendeckung durch Teamchef Rudi Völler beklagt: "Sicher steht er nicht so hinter seinem Kapitän wie es Berti Vogts bei Jürgen Klinsmann tat."
Und wenn er über die Dauerattacken gegen seine Person räsonierte, an denen sich sogar Kaiser Franz Beckenbauer beteiligte ("Den Bierhoff kannst nicht mehr brauchen"), widersprach er sich sogleich selbst. Dem markigen "Das tut mir nicht weh" folgte zugleich die Frage: "Wie hält das bloß ein Bundeskanzler aus, der jahrelang angegriffen wird? Das ist mir rätselhaft.
Das alles würde wirklich ausreichen, von sich aus einen Schlussstrich zu ziehen unter eine erstaunliche Karriere, die ihn erst mit 28 Jahren zum A-Nationalspieler werden ließ, zum Schützen des historischen Golden Goal, das Deutschland 1996 zum Europameister machte, zum laut Emnid noch immer beliebtesten Fußballer Deutschlands.
Warum Bierhoff es bislang nicht tat, sondern eisern die WM 2002 in Japan und Südkorea als sein letztes großes Ziel ausgibt, sagt allerdings auch alles über das Geheimnis seiner Erfolgs-Vita. Mit einer geradezu unheimlichen Beharrlichkeit hat er schon viel bitterere Momente seines Fußball-Lebens überwunden.
Zum Beispiel, als sie ihn, 23 Jahre alt, bei seinem letzten deutschen Klub Borussia Mönchengladbach fortschickten mit dem Vermerk: "Untauglich für die Bundesliga." Oder als er mit dem AS Ascoli ein tristes Dasein in Italiens zweiter Liga fristete und ihm die Fans des Provinz-Vereins wegen ausbleibender Tore das Auto zerkratzten.
"Oliver", sagt seine Mutter Sylvia, "hatte schon als kleiner Junge einen Dickkopf, einen extrem starken Willen und den Glauben an sich selbst." Er selbst sagt wie zur Beschwörung der eigenen Stärke: "Ich halte durch, weil ich immer durchgehalten habe."
Irgendwie drängen sich zunehmend Parallelen zu seinem Vorgänger Jürgen Klinsmann auf. Wie Klinsmann gilt auch Bierhoff eher als Einzelgänger, der gleichwohl um seine Abhängigkeit von gutem Teamwork und der Vorarbeit seiner Mitspieler weiß.
Wie Klinsmann genügt es ihm nicht, ein guter Fußballprofi zu sein. Für das Kinderhilfswerk UNICEF opferte Bierhoff sogar seinen Urlaub, um das ärmliche Leben von Kindern in Nepal kennen zu lernen. Derzeit schreibt er gerade an seiner 50-seitigen Diplomarbeit zum Betriebswirt mit dem Thema: "Preisbestimmung einer Börsen-Neuorientierung".
Und wie der vor der WM 1998 ebenfalls heiß umstrittene Klinsmann ist er jetzt offenbar bereit, sein bislang so beharrliches Festhalten am bis 2002 laufenden Vertrag mit dem AC Mailand aufzugeben, weil er dort immer seltener zur Startelf zählt.
Klinsmann zog damals kurzfristig von Genua zu den Tottenham Hotspurs weiter, weil ihm dort im Gegensatz zu Genua regelmäßige Einsätze garantiert wurden. Bierhoff sagt jetzt: "Ich will im Hinblick auf die WM 2002 bei einem Klub sein, bei dem ich mit Sicherheit spiele."
Dafür könne er sich "ein Tauschgeschäft in Italien vorstellen, aber auch ein Wechsel nach Spanien oder Frankreich wäre möglich".
Bierhoff, der Torjäger, fährt seinen letzten großen Angriff als Fußballer.
Er will zeigen, dass einer, der so viel erreicht hat wie er, noch nicht satt sein muss. Sprungkraft und Schnelligkeit seien kein Problem: "Unsere Konditionstrainer bestätigen mir, dass kein Wert gefallen ist."
Nur die Tore, die waren zuletzt das Problem. Und der nüchterne Realismus des Teamchefs Rudi Völler, der weit davon entfernt ist, wie sein Vor-Vorgänger Vogts, das Kapitäns-Amt über die aktuelle Leistung zu stellen. Völler hat sich zwar vor dem Albanien-Spiel mit Bierhoff über dessen Lage unterhalten, "weil er es verdient hat nach so vielen Länderspielen". Aber Völler sagt auch: "Es nützt doch nichts, wenn man ihn beiseite nimmt und irgendwelche Floskeln raushaut."
Die Zeit der Nestwärme ist, bei aller Verbindlichkeit des Teamchefs, vorbei. Tatsächlich gibt es für Bierhoff nur noch ein Argument auf dem Weg zur WM 2002, und das in möglichst vielfacher Ausführung: Tore, Tore, Tore.
Gruß Flinx