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Indio
16.12.2001, 21:43
Mehrheit der Deutschen lehnt Aktie als Anlageform ab

Kurzfristige Spareinlagen und Lebensversicherungen sind die gängigsten Geldanlagen

Frankfurt, 13. Dezember 2001 - Nur 8 Prozent der Deutschen besitzen Aktien und nur 2 Prozent der Deutschen schätzen die Aktie als die wichtigste Anlageform ein. Das ergab die Studie Investment Barometer, die von GfK Ad Hoc Research Worldwide im Auftrag von The Wall Street Journal Europe regelmäßig erhoben wird. Das Barometer liefert Daten zum Investitionsverhalten der europäischen Verbraucher und zeigt an, welche Anlageformen sie bevorzugen. Es spiegelt das steigende oder sinkende Vertrauen in verschiedene Anlageformen wider und liefert eine Meßlatte für ganz Europa. Die Studie wurde im Juni 2001 zum ersten Mal durchgeführt.

Investitionsverhalten in den letzten sechs Monaten relativ stabil

Trotz der Kursstürze an den Börsen zeigt das in der heutigen Ausgabe von The Wall Street Journal Europe veröffentlichte zweite Investment Barometer, dass das Investitionsverhalten der Europäer in den letzten sechs Monaten relativ stabil geblieben ist. In der jungen Aktienkultur Deutschlands hat die Anlageform Aktie immer noch eine geringe Akzeptanz. 8 Prozent der befragten Deutschen besitzen Aktien (Juni: 9 Prozent) und nur 2 Prozent der Deutschen schätzen die Aktie als die wichtigste Anlageform ein (Juni: 4 Prozent). Auch in den entwickelteren Aktienmärkten Schweden und Großbritannien ist die Zahl der Aktienbesitzer stabil geblieben: In Schweden wuchs die Zahl derjenigen, die angeben, Aktien zu besitzen, seit Juni leicht von 35 auf 36 Prozent, in Großbritannien von 19 auf 21 Prozent.

Bei den Deutschen stehen nach wie vor kurzfristige Spareinlagen hoch im Kurs. 58 Prozent der befragten Deutschen besitzen kurzfristige Einlagen etwa auf Sparbüchern, Tages- oder Festgeldkonten (Juni: 55 Prozent). Daneben gehört die Lebensversicherung nach wie vor zu den üblichen Anlageformen. 46 Prozent der Deutschen besitzen eine Lebensversicherung und 25 Prozent sehen diese als die wichtigste Anlageform an.
v Risikoabwägung ist Maßstab bei aktuellen Anlageentscheidungen

Hätten die Befragten heute 50.000 Euro zu Verfügung, würden die meisten der Deutschen das Geld in eine kurzfristige Spareinlage (30 Prozent) oder in Anleihen investieren (27 Prozent). An Aktien würden sich nur die wenigsten trauen: Nur 9 Prozent der befragten Deutschen würden die 50.000 Euro in Aktien stecken (Juni: 10 Prozent), 19 Prozent in Aktienfonds (Juni: 25 Prozent). In Frankreich ist die Bereitschaft, Aktien zu kaufen, noch stärker gesunken: Im Juni gaben noch 24 Prozent der befragten Franzosen an, sie würden 50.000 Euro in Aktien investieren, heute sind es nur noch 12 Prozent. Im westeuropäischen Gesamtdurchschnitt sank die Zahl derjenigen, die das Geld in Aktien anlegen würden von 21 auf 19 Prozent. Aktienfonds sind etwas beliebter, wenn auch ihre Akzeptanz unter den Kurzstürzen an der Börse gelitten hat: Waren es im Juni noch 27 Prozent der befragten Westeuropäer, die das Geld in Aktienfonds anlegen würden, so sank die Zahl auf nunmehr 22 Prozent der Befragten.

Pessimistische Sparerwartung für 2002

Die Mehrheit von 55 Prozent der Deutschen konnten in den letzten zwölf Monaten kein Geld sparen oder mussten sogar auf ihr Erspartes zurückgreifen. Für das nächste Jahr erwarten 27 Prozent der Deutschen weniger oder viel weniger sparen zu können als in diesem Jahr. Im westeuropäischen Durchschnitt teilen 21 Prozent der Befragten diese pessimistische Haltung.

Die Umfrage wurde von GfK Ad Hoc Research Worldwide im Auftrag von The Wall Street Journal Europe durchgeführt und von der GfK Association mitfinanziert.

Methodik

Für die Studie, die GfK Ad Hoc Research Worldwide im Auftrag von The Wall Street Journal Europe durchgeführt hat, wurden insgesamt 9.486 Personen in 12 Ländern zwischen dem 11 September und dem 24. Oktober befragt. In den Niederlande fand die Befragung zwischen dem 3. und dem 17. September statt. In Westeuropa wurde die Umfrage in Belgien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, den Niederlande, Österreich, Spanien und Schweden durchgeführt, in Mitteleuropa in der Tschechei, Ungarn und Polen befragt. In jedem Land wurde eine repräsentative Zufallsstichprobe unter den Haushalten gezogen. Mit einer Wahrscheinlichkeit von 95% kann von einer durchschnittlichen Abweichung von plus oder minus 3,5% in jedem Land ausgegangen werden. Bei den Zahlen für Total, Westeuropa und Zentraleuropa wurden die Anteile jedes Landes entsprechend den Bevölkerungszahlen des Landes gewichtet. Zum Beispiel ist der Anteil Deutschlands achtmal höher als der Anteil Belgiens, weil Deutschland 80 Millionen Einwohner hat, Belgien 10 Millionen. In Belgien, Italien und den Niederlande wurden die Interviews telefonisch geführt, in allen anderen Ländern persönlich.

Alle Befragten treffen in ihrem Haushalt die Anlageentscheidungen.

(Quelle: GfK Ad Hoc Research)

schlaubi
16.12.2001, 22:39
Das waren doch auch schon mal mehr. Guter Kontraindikator? Was meint ihr?

by
schlaubi

Muffin
21.12.2001, 14:51
servus,

na die Zahlen täuschen etwas. ich denke die meisten haben die schnauze voll, weil sie 1999 so richtig in die scheisse (sorry) gelangt haben.

ich spreche da von aktien wie pixelpark, LetsbuyIt, Brokat...usw.
Auch Infineon und T-Online tragen dazu bei.
aber: die kommen wieder....und es is ein super kontraindikator


gruss