DaxBroker
07.01.2002, 16:53
Praktische Hinweise
Wie wird korrekt umgerechnet?
Seit dem 1. Januar 1999 gilt der Euro als Währung in der Europäischen Währungsunion. Der amtliche Umrechnungskurs Euro/D-Mark steht ein für allemal fest. Er enthält fünf Stellen hinter dem Komma:
1 EURO = 1,95583 DM.
Wie lange gelten D-Mark und EURO parallel?
Der Euro wird stufenweise eingeführt. Als Buchgeld gilt der Euro seit dem 1. Januar 1999. Im bargeldlosen Zahlungsverkehr (z.B. Überweisungen, Schecks, Kreditkarten) können Sie jetzt den Euro verwenden. Als Bargeld kommt er am 1. Januar 2002. Bis dahin gilt die D-Mark weiter als gesetzliches Zahlungsmittel im gesamten Zahlungsverkehr. Um sich mit dem neuen Geld vertraut machen zu können, werden ab dem 17. Dezember 2001 Euro-Münzen in Form von Haushaltsmischungen – sog. Starter-Kits – über die Banken zur Verfügung gestellt. Die Münzen sind allerdings erst ab dem 1. Januar 2002 gesetzliches Zahlungsmittel.
In den Monaten Januar und Februar 2002 läuft die Phase des Bargeldumtausches. Dann werden im deutschen Einzelhandel und von den Kreditinstituten Scheine und Münzen noch in D-Mark und schon in Euro angenommen und herausgegeben. Ab 1. März 2002 gibt es nur noch Euro und Cent im Geldbeutel. Wer danach noch DM-Bargeldbestände findet, braucht sich keine Sorgen zu machen. Der Umtausch wird bei den Landeszentralbanken und ihren Zweigstellen noch Jahre später möglich sein.
Euro und Preisstabilität
Bereits im Vorfeld seiner Einführung hat der Euro zu einem Ausmaß an Preisstabilität in Europa geführt, das historisch seinesgleichen sucht. Die deutsche Stabilitätskultur hat bei den Partnern Wurzeln geschlagen. Die Europäische Zentralbank (EZB) ist nach dem Muster der Deutschen Bundesbank zugeschnitten worden. Ihre Unabhängigkeit wird auch in Zukunft den Vorrang der Bewahrung der Geldwertstabilität sichern. Die Preissteigerungsrate betrug 1999 im Euro-Raum ca. 1 %. Im Jahr 2000 lag die Inflationsrate aufgrund des starken Anstiegs der Ölpreise zwar über dem von der EZB als mit dem Ziel der Preisstabilität vereinbar angesehen Referenzwert (2%), die um die Energiepreise bereinigte Kerninflation belief sich dennoch unter 2%.
Euro und internationales Finanzsystem
Der Euro wird als Transaktionswährung für den Handel und Reservewährung neben dem Dollar zu einer neuen globalen Währung. Er eröffnet damit für die Eurozone mit fast 300 Millionen Einwohnern 19,4 % der weltweiten Wirtschaftsleistung und einem Welthandelsanteil von 18,6 % neue Perspektiven. Nach Schätzungen von IWF (Internationaler Währungsfonds) und OECD (Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) kommt dem Euro mehr Gewicht zu als der Summe der in ihm aufgegangenen Währungen. Europas Fähigkeit, bei der weiteren Gestaltung der Welthandels- und Weltfinanzordnung ein Wort mitzureden, ist durch die einheitliche Währung beträchtlich erhöht worden. Eine Verbesserung für den Standort Europa, die gar nicht überschätzt werden kann. Als Zone der Stabilität erlaubt es die Währungsunion Europa, sich im globalisierten Wettbewerb besser zu behaupten. Mit dem Euro ist Europa eine globale Finanzmacht ersten Ranges geworden. Die Finanzmärkte haben zum ersten Mal eine glaubwürdige Alternative zum Dollar. Der Euro-Kapitalmarkt ist an Liquidität, Tiefe und Breite der zweitgrößte der Welt. Hinter ihm steht eine große Wirtschaftsmacht, die zudem im Gegensatz zu den USA erhebliche Leistungsbilanzüberschüsse aufweist. Das steigende Gewicht des Euro wird auch zur Stabilität des internationalen Finanzsystems beitragen. Europa hat mehr Verantwortung bekommen und muss dieser Verantwortung auch gerecht werden.
Nachhaltigkeit der Konvergenz
Die Nachhaltigkeit der Konvergenz in der Währungsunion muss gesichert sein. Dies gilt insbesondere für die Sanierung der öffentlichen Haushalte. Alle am Euro teilnehmenden Mitgliedsländer haben hierbei im Jahr 2000 weitere beachtliche Fortschritte erzielt. Die Gesundung der Staatsfinanzen ist im eigenen Interesse aller Euro-Teilnehmer. Letztendlich wird der Stabilitätspakt die Fortsetzung der Konsolidierung erzwingen. Dies schließt bei guter Konjunktur mittelfristig durchaus einen Haushaltsausgleich oder sogar Haushaltsüberschüsse ein. Die Haushaltsdefizite sind in den Euro-Ländern auch 2000 weiter zurückgegangen. Nach 2,1 % 1998 betrugen sie im Durchschnitt des Jahres 1999 noch 1,2 % und 2000 nur noch 0,7% (Angaben von Eurostat). Auch der Schuldenstand der Eurozone hat sich im selben Zeitraum von 73,1 % des BIP auf 69,7 % vermindert (Angaben von Eurostat). Zu dieser positiven Entwicklung haben die gute Konjunktur und der weitere Rückgang der Zinsen wesentlich beigetragen. Auch für 2001 sehen die vorgelegten Stabilitätsprogramme eine weitere Reduzierung der Staatsverschuldung vor.
Keine zusätzlichen Finanztransfers zwischen den EU-Mitgliedstaaten
Aus der gemeinsamen Währung heraus entsteht kein zusätzlicher Transferbedarf.
Euro und Arbeitslosigkeit
Ein großer Teil der deutschen und europäischen Arbeitslosigkeit ist strukturell bedingt. Der zunehmende Wettbewerb in der Währungsunion wird jedoch eine erhöhte Flexibilisierung der Arbeits- und Gütermärkte erfordern. Wie schnell sich die Märkte auf unterschiedliche Wettbewerbsgegebenheiten einstellen können, wird darüber entscheiden, wer Gewinner und wer Verlierer sein wird. Deutschland braucht aber vor dem zunehmenden Wettbewerb nicht bange zu sein. Die spekulativen Aufwertungen der DM in der Vergangenheit haben in Deutschland viele Arbeitsplätze gekostet. Darüber hinaus kann eine stabilitätsorientierte Haushaltspolitik der EZB den Spielraum dafür geben, bei Gewährleistung der Preisstabilität auch Wachstum und Beschäftigung zu fördern.
Vorteile des Euro
Der Euro vollendet den Binnenmarkt. Durch den Wegfall des Wechselkursrisikos sind Investitionen in "Euroland" sicherer und kalkulierbarer. Der einheitliche Kapitalmarkt und die niedrigen Inflationsraten werden für dauerhaft niedrige Zinsen sorgen. Auch dies wird zusätzliche Investitionen anreizen. Zu oft haben in der Vergangenheit Wechselkursturbulenzen unsere eigenen Wettbewerbsbemühungen zunichte gemacht. Die D-Mark war als Reservewährung oft überfordert. Verantwortungsvolle Lohnpolitik wird sich in Zukunft stärker auszahlen. Die europäischen Volkswirtschaften werden nicht mehr so leicht zum Spielball der Finanzmärkte. Die Außenabhängigkeit des Eurolands ist nicht größer als die der USA. Wechselkursschwankungen zwischen Dollar und Euro tangieren uns weniger als die früheren zwischen DM und Dollar mit ihrem Störpotential für das Europäische Währungssystem. Mehr Investitionen werden letztendlich zu mehr Wachstum und bei den richtigen Bedingungen auch auf den Arbeitsmärkten zu mehr Beschäftigung führen.
Euro und politische Union
Die gemeinsame Währung wird das Zusammenwachsen der Staaten der EU beschleunigen. Vom Euro als Katalysator geht ein wichtiger Impuls für die europäische Integration aus. Durch eine einheitliche Währung, eine einheitliche Geld- und Zinspolitik sind die Staaten im „Euroland" noch stärker aufeinander angewiesen als zuvor. Die einheitliche Währung wird auch ein sichtbares Zeichen der europäischen Identität werden. Gerade weil die einheitliche Geldpolitik für das gesamte Währungsgebiet gilt, müssen die nationalen Wirtschaftspolitiken flexibel genug bleiben, um auf unterschiedliche Gegebenheiten reagieren zu können. Was allerdings notwendig ist, ist eine stärkere Koordinierung. Das steigende Gewicht Europas in Währungs- und Finanzfragen wird sich z.B. auch positiv auf den außenpolitischen Handlungsspielraum der EU auswirken. Ein Europa, in dem die Binnengrenzen gefallen sind und in dem zwischen Lappland und der Algarve mit dem gleichen Geld gezahlt wird, wird doch eine andere Qualität haben als das Europa, das wir heute kennen. Mit dem Euro ist zum ersten Mal eine europaweite Öffentlichkeit entstanden. Alle haften gemeinsam für die Qualität des Euro.
Der Euro als einheitliche Währung Europas, was bedeutet dies?
Mit dem einheitlichen Währungsraum entstand ab 1.1.99 ein Wirtschaftsraum, dessen Anteil am Weltbruttoinlandsprodukt mit 19,4 % ungefähr dem der USA entspricht. Der Anteil von Euroland am Welthandel liegt mit 18,6 % sogar noch höher als der der USA mit 16,6 %. Zu den ursprünglich 11 Teilnehmern an der gemeinsamen Währung ist mit der Aufnahme Griechenlands zum 01.01.2001 ein weiteres Land hinzugekommen. Bisher wurde im Wirtschaftsverkehr der Mitgliedstaaten von Euroland mit dem Ausland häufig der Dollar als Transaktionswährung benutzt. Dies geschah auch im Handelsverkehr mit anderen europäischen oder sonstigen benachbarten Ländern. Da die Euro-Zone für viele Partnerstaaten der wichtigste Handelspartner ist, wird sich der Euro als Rechnungswährung gerade in Mittel- und Osteuropa, aber auch im Mittelmeerraum durchsetzen. Ebenso wird die „Euro-Zone" durch den einheitlichen Kapitalmarkt an Anziehungskraft gewinnen. Der Euro ist bereits eine internationale Finanzwährung geworden.
Welche Vorteile bringt uns die Verwendung des Euro als internationale Transaktionswährung?
Zusätzlich zu dem damit verbundenen Prestige bringt uns die Verwendung des Euro als Reserve-, Anlage- und Rechnungswährung handfeste Vorteile. Zum einen war die DM als Reservewährung oft überfordert. Spekulative Kapitalflüsse haben den Außenwert der DM häufig nach oben gedrückt mit negativen Konsequenzen für unsere Wettbewerbsfähigkeit. Da hinter dem Euro eine stärkere Wirtschaftskraft steht, werden Schwankungen des Außenwerts kleinere Wirkungen auf die Wirtschaftslage im Euroland entfalten. Die Verwendung des Euro als Rechnungs- oder Fakturierungswährung erleichtert einheimischen Exporteuren die Preiskalkulation. Die Verwendung des Euro als Anlagewährung führt tendenziell zu einem niedrigeren Zinssatz mit den daraus folgenden positiven Wirkungen für Investitionen und Wachstum. Das gleiche gilt für die Verwendung des Euro als Reservewährung.
Die USA haben in der Vergangenheit beträchtlich von der Rolle des Dollars als Reservewährung profitiert, da sie ihre Leistungsbilanzdefizite praktisch durch Hergabe von Dollar-Noten finanziert haben.
Die stabilisierende Wirkung des einheitlichen Währungsraums aufgrund der geringeren Abhängigkeit von anderen internationalen Währungen zeigte sich bereits während der internationalen Finanzkrisen von 1999 insbesondere in Asien und Russland.
Euro und Verbraucher
Die Verbraucher in Deutschland profitieren nachhaltig von der Einführung des Euro. Die unabhängige Europäische Zentralbank garantiert die Geldwertstabilität. Durch die erhöhte Preistransparenz und den verschärften Wettbewerb ist es wahrscheinlich, dass das Preisniveau in D lange Zeit stabil sein wird. Durch die Umstellung auf den Euro entstehen gerade im Einzelhandel allerdings auch Kosten, bei denen die Versuchung nahe liegt, diese auf den Verbraucher überzuwälzen. Die Schärfe des Wettbewerbs im Einzelhandel wird dies jedoch weitgehend verhindern, ähnlich wie die jüngste Mehrwertsteuererhöhung sich kaum im Preisindex niedergeschlagen hat. Der funktionierende Wettbewerb ist auch die beste Gewähr dafür, dass der einzelne Anbieter zur Sicherung seines Kundenstamms frühzeitig auf die doppelte Preisauszeichnung übergeht, um ein hohes Maß an Transparenz für den Verbraucher herzustellen. Staatliche Reglementierung ist nur die zweitbeste Lösung. Durch die modifizierte Stichtaglösung wird die D-Mark bereits am 1.1.2002 ihre Eigenschaft als gesetzliches Zahlungsmittel verlieren. Sie wird aber noch bis zum 28.02.2002 überall akzeptiert werden.
Währungstausch in Euroland
Die Europäische Zentralbank (EZB) hat entschieden, dass jede nationale Zentralbank an zumindest einer Stelle den Umtausch von Banknoten (d.h. Geldscheine, keine Münzen oder Schecks) fremder nationaler Währungen zu den unwiderruflich festgelegten Wechselkursen in die eigene Landeswährung gebührenfrei ermöglicht. Am Ende eines Auslandsaufenthaltes kann man die verbliebene Landeswährung (wiederum nur Geldscheine) dann bei Zweigstellen der Deutschen Bundesbank (Landeszentralbanken) kostenlos wieder in Deutsche Mark tauschen. Das Angebot der Zentralbanken gilt bis zum 31. März 2002, wobei der Ankaufsgegenwert ab dem 1. Januar 2002 in Euro gezahlt wird.
Die Geldpolitik der EZB
Die Geldpolitik der EZB orientiert sich an den langfristigen Wachstumsmöglichkeiten der Volkswirtschaft in Euroland. Der Wirtschaft soll genügend Geld zur Verfügung gestellt werden, um spannungsfrei wachsen zu können, ohne dass dies Gefahren für die Preisstabilität heraufbeschwören darf. Für 2000 hat die EZB wie im Vorjahr ein Geldmengenwachstumsziel von 4,5 % definiert, das sich aus einer mit dem Ziel der Geldwertstabilität als vereinbar erachteten Inflationsrate von unter 2 % und einem Wachstum des Produktionspotentials von ca. 2 % zusammensetzt. Weitere 0,5 % sind für eine trendmäßige Verringerung der Umlaufgeschwindigkeit des Geldes veranschlagt. Bisher liegt die EZB mit ihrer am Ziel der Preisstabilität im gesamten Eurogebiet orientierten Geldpolitik voll auf Kurs.
Quelle:Auswertiges Amt
:cool: DaxBroker
Wie wird korrekt umgerechnet?
Seit dem 1. Januar 1999 gilt der Euro als Währung in der Europäischen Währungsunion. Der amtliche Umrechnungskurs Euro/D-Mark steht ein für allemal fest. Er enthält fünf Stellen hinter dem Komma:
1 EURO = 1,95583 DM.
Wie lange gelten D-Mark und EURO parallel?
Der Euro wird stufenweise eingeführt. Als Buchgeld gilt der Euro seit dem 1. Januar 1999. Im bargeldlosen Zahlungsverkehr (z.B. Überweisungen, Schecks, Kreditkarten) können Sie jetzt den Euro verwenden. Als Bargeld kommt er am 1. Januar 2002. Bis dahin gilt die D-Mark weiter als gesetzliches Zahlungsmittel im gesamten Zahlungsverkehr. Um sich mit dem neuen Geld vertraut machen zu können, werden ab dem 17. Dezember 2001 Euro-Münzen in Form von Haushaltsmischungen – sog. Starter-Kits – über die Banken zur Verfügung gestellt. Die Münzen sind allerdings erst ab dem 1. Januar 2002 gesetzliches Zahlungsmittel.
In den Monaten Januar und Februar 2002 läuft die Phase des Bargeldumtausches. Dann werden im deutschen Einzelhandel und von den Kreditinstituten Scheine und Münzen noch in D-Mark und schon in Euro angenommen und herausgegeben. Ab 1. März 2002 gibt es nur noch Euro und Cent im Geldbeutel. Wer danach noch DM-Bargeldbestände findet, braucht sich keine Sorgen zu machen. Der Umtausch wird bei den Landeszentralbanken und ihren Zweigstellen noch Jahre später möglich sein.
Euro und Preisstabilität
Bereits im Vorfeld seiner Einführung hat der Euro zu einem Ausmaß an Preisstabilität in Europa geführt, das historisch seinesgleichen sucht. Die deutsche Stabilitätskultur hat bei den Partnern Wurzeln geschlagen. Die Europäische Zentralbank (EZB) ist nach dem Muster der Deutschen Bundesbank zugeschnitten worden. Ihre Unabhängigkeit wird auch in Zukunft den Vorrang der Bewahrung der Geldwertstabilität sichern. Die Preissteigerungsrate betrug 1999 im Euro-Raum ca. 1 %. Im Jahr 2000 lag die Inflationsrate aufgrund des starken Anstiegs der Ölpreise zwar über dem von der EZB als mit dem Ziel der Preisstabilität vereinbar angesehen Referenzwert (2%), die um die Energiepreise bereinigte Kerninflation belief sich dennoch unter 2%.
Euro und internationales Finanzsystem
Der Euro wird als Transaktionswährung für den Handel und Reservewährung neben dem Dollar zu einer neuen globalen Währung. Er eröffnet damit für die Eurozone mit fast 300 Millionen Einwohnern 19,4 % der weltweiten Wirtschaftsleistung und einem Welthandelsanteil von 18,6 % neue Perspektiven. Nach Schätzungen von IWF (Internationaler Währungsfonds) und OECD (Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) kommt dem Euro mehr Gewicht zu als der Summe der in ihm aufgegangenen Währungen. Europas Fähigkeit, bei der weiteren Gestaltung der Welthandels- und Weltfinanzordnung ein Wort mitzureden, ist durch die einheitliche Währung beträchtlich erhöht worden. Eine Verbesserung für den Standort Europa, die gar nicht überschätzt werden kann. Als Zone der Stabilität erlaubt es die Währungsunion Europa, sich im globalisierten Wettbewerb besser zu behaupten. Mit dem Euro ist Europa eine globale Finanzmacht ersten Ranges geworden. Die Finanzmärkte haben zum ersten Mal eine glaubwürdige Alternative zum Dollar. Der Euro-Kapitalmarkt ist an Liquidität, Tiefe und Breite der zweitgrößte der Welt. Hinter ihm steht eine große Wirtschaftsmacht, die zudem im Gegensatz zu den USA erhebliche Leistungsbilanzüberschüsse aufweist. Das steigende Gewicht des Euro wird auch zur Stabilität des internationalen Finanzsystems beitragen. Europa hat mehr Verantwortung bekommen und muss dieser Verantwortung auch gerecht werden.
Nachhaltigkeit der Konvergenz
Die Nachhaltigkeit der Konvergenz in der Währungsunion muss gesichert sein. Dies gilt insbesondere für die Sanierung der öffentlichen Haushalte. Alle am Euro teilnehmenden Mitgliedsländer haben hierbei im Jahr 2000 weitere beachtliche Fortschritte erzielt. Die Gesundung der Staatsfinanzen ist im eigenen Interesse aller Euro-Teilnehmer. Letztendlich wird der Stabilitätspakt die Fortsetzung der Konsolidierung erzwingen. Dies schließt bei guter Konjunktur mittelfristig durchaus einen Haushaltsausgleich oder sogar Haushaltsüberschüsse ein. Die Haushaltsdefizite sind in den Euro-Ländern auch 2000 weiter zurückgegangen. Nach 2,1 % 1998 betrugen sie im Durchschnitt des Jahres 1999 noch 1,2 % und 2000 nur noch 0,7% (Angaben von Eurostat). Auch der Schuldenstand der Eurozone hat sich im selben Zeitraum von 73,1 % des BIP auf 69,7 % vermindert (Angaben von Eurostat). Zu dieser positiven Entwicklung haben die gute Konjunktur und der weitere Rückgang der Zinsen wesentlich beigetragen. Auch für 2001 sehen die vorgelegten Stabilitätsprogramme eine weitere Reduzierung der Staatsverschuldung vor.
Keine zusätzlichen Finanztransfers zwischen den EU-Mitgliedstaaten
Aus der gemeinsamen Währung heraus entsteht kein zusätzlicher Transferbedarf.
Euro und Arbeitslosigkeit
Ein großer Teil der deutschen und europäischen Arbeitslosigkeit ist strukturell bedingt. Der zunehmende Wettbewerb in der Währungsunion wird jedoch eine erhöhte Flexibilisierung der Arbeits- und Gütermärkte erfordern. Wie schnell sich die Märkte auf unterschiedliche Wettbewerbsgegebenheiten einstellen können, wird darüber entscheiden, wer Gewinner und wer Verlierer sein wird. Deutschland braucht aber vor dem zunehmenden Wettbewerb nicht bange zu sein. Die spekulativen Aufwertungen der DM in der Vergangenheit haben in Deutschland viele Arbeitsplätze gekostet. Darüber hinaus kann eine stabilitätsorientierte Haushaltspolitik der EZB den Spielraum dafür geben, bei Gewährleistung der Preisstabilität auch Wachstum und Beschäftigung zu fördern.
Vorteile des Euro
Der Euro vollendet den Binnenmarkt. Durch den Wegfall des Wechselkursrisikos sind Investitionen in "Euroland" sicherer und kalkulierbarer. Der einheitliche Kapitalmarkt und die niedrigen Inflationsraten werden für dauerhaft niedrige Zinsen sorgen. Auch dies wird zusätzliche Investitionen anreizen. Zu oft haben in der Vergangenheit Wechselkursturbulenzen unsere eigenen Wettbewerbsbemühungen zunichte gemacht. Die D-Mark war als Reservewährung oft überfordert. Verantwortungsvolle Lohnpolitik wird sich in Zukunft stärker auszahlen. Die europäischen Volkswirtschaften werden nicht mehr so leicht zum Spielball der Finanzmärkte. Die Außenabhängigkeit des Eurolands ist nicht größer als die der USA. Wechselkursschwankungen zwischen Dollar und Euro tangieren uns weniger als die früheren zwischen DM und Dollar mit ihrem Störpotential für das Europäische Währungssystem. Mehr Investitionen werden letztendlich zu mehr Wachstum und bei den richtigen Bedingungen auch auf den Arbeitsmärkten zu mehr Beschäftigung führen.
Euro und politische Union
Die gemeinsame Währung wird das Zusammenwachsen der Staaten der EU beschleunigen. Vom Euro als Katalysator geht ein wichtiger Impuls für die europäische Integration aus. Durch eine einheitliche Währung, eine einheitliche Geld- und Zinspolitik sind die Staaten im „Euroland" noch stärker aufeinander angewiesen als zuvor. Die einheitliche Währung wird auch ein sichtbares Zeichen der europäischen Identität werden. Gerade weil die einheitliche Geldpolitik für das gesamte Währungsgebiet gilt, müssen die nationalen Wirtschaftspolitiken flexibel genug bleiben, um auf unterschiedliche Gegebenheiten reagieren zu können. Was allerdings notwendig ist, ist eine stärkere Koordinierung. Das steigende Gewicht Europas in Währungs- und Finanzfragen wird sich z.B. auch positiv auf den außenpolitischen Handlungsspielraum der EU auswirken. Ein Europa, in dem die Binnengrenzen gefallen sind und in dem zwischen Lappland und der Algarve mit dem gleichen Geld gezahlt wird, wird doch eine andere Qualität haben als das Europa, das wir heute kennen. Mit dem Euro ist zum ersten Mal eine europaweite Öffentlichkeit entstanden. Alle haften gemeinsam für die Qualität des Euro.
Der Euro als einheitliche Währung Europas, was bedeutet dies?
Mit dem einheitlichen Währungsraum entstand ab 1.1.99 ein Wirtschaftsraum, dessen Anteil am Weltbruttoinlandsprodukt mit 19,4 % ungefähr dem der USA entspricht. Der Anteil von Euroland am Welthandel liegt mit 18,6 % sogar noch höher als der der USA mit 16,6 %. Zu den ursprünglich 11 Teilnehmern an der gemeinsamen Währung ist mit der Aufnahme Griechenlands zum 01.01.2001 ein weiteres Land hinzugekommen. Bisher wurde im Wirtschaftsverkehr der Mitgliedstaaten von Euroland mit dem Ausland häufig der Dollar als Transaktionswährung benutzt. Dies geschah auch im Handelsverkehr mit anderen europäischen oder sonstigen benachbarten Ländern. Da die Euro-Zone für viele Partnerstaaten der wichtigste Handelspartner ist, wird sich der Euro als Rechnungswährung gerade in Mittel- und Osteuropa, aber auch im Mittelmeerraum durchsetzen. Ebenso wird die „Euro-Zone" durch den einheitlichen Kapitalmarkt an Anziehungskraft gewinnen. Der Euro ist bereits eine internationale Finanzwährung geworden.
Welche Vorteile bringt uns die Verwendung des Euro als internationale Transaktionswährung?
Zusätzlich zu dem damit verbundenen Prestige bringt uns die Verwendung des Euro als Reserve-, Anlage- und Rechnungswährung handfeste Vorteile. Zum einen war die DM als Reservewährung oft überfordert. Spekulative Kapitalflüsse haben den Außenwert der DM häufig nach oben gedrückt mit negativen Konsequenzen für unsere Wettbewerbsfähigkeit. Da hinter dem Euro eine stärkere Wirtschaftskraft steht, werden Schwankungen des Außenwerts kleinere Wirkungen auf die Wirtschaftslage im Euroland entfalten. Die Verwendung des Euro als Rechnungs- oder Fakturierungswährung erleichtert einheimischen Exporteuren die Preiskalkulation. Die Verwendung des Euro als Anlagewährung führt tendenziell zu einem niedrigeren Zinssatz mit den daraus folgenden positiven Wirkungen für Investitionen und Wachstum. Das gleiche gilt für die Verwendung des Euro als Reservewährung.
Die USA haben in der Vergangenheit beträchtlich von der Rolle des Dollars als Reservewährung profitiert, da sie ihre Leistungsbilanzdefizite praktisch durch Hergabe von Dollar-Noten finanziert haben.
Die stabilisierende Wirkung des einheitlichen Währungsraums aufgrund der geringeren Abhängigkeit von anderen internationalen Währungen zeigte sich bereits während der internationalen Finanzkrisen von 1999 insbesondere in Asien und Russland.
Euro und Verbraucher
Die Verbraucher in Deutschland profitieren nachhaltig von der Einführung des Euro. Die unabhängige Europäische Zentralbank garantiert die Geldwertstabilität. Durch die erhöhte Preistransparenz und den verschärften Wettbewerb ist es wahrscheinlich, dass das Preisniveau in D lange Zeit stabil sein wird. Durch die Umstellung auf den Euro entstehen gerade im Einzelhandel allerdings auch Kosten, bei denen die Versuchung nahe liegt, diese auf den Verbraucher überzuwälzen. Die Schärfe des Wettbewerbs im Einzelhandel wird dies jedoch weitgehend verhindern, ähnlich wie die jüngste Mehrwertsteuererhöhung sich kaum im Preisindex niedergeschlagen hat. Der funktionierende Wettbewerb ist auch die beste Gewähr dafür, dass der einzelne Anbieter zur Sicherung seines Kundenstamms frühzeitig auf die doppelte Preisauszeichnung übergeht, um ein hohes Maß an Transparenz für den Verbraucher herzustellen. Staatliche Reglementierung ist nur die zweitbeste Lösung. Durch die modifizierte Stichtaglösung wird die D-Mark bereits am 1.1.2002 ihre Eigenschaft als gesetzliches Zahlungsmittel verlieren. Sie wird aber noch bis zum 28.02.2002 überall akzeptiert werden.
Währungstausch in Euroland
Die Europäische Zentralbank (EZB) hat entschieden, dass jede nationale Zentralbank an zumindest einer Stelle den Umtausch von Banknoten (d.h. Geldscheine, keine Münzen oder Schecks) fremder nationaler Währungen zu den unwiderruflich festgelegten Wechselkursen in die eigene Landeswährung gebührenfrei ermöglicht. Am Ende eines Auslandsaufenthaltes kann man die verbliebene Landeswährung (wiederum nur Geldscheine) dann bei Zweigstellen der Deutschen Bundesbank (Landeszentralbanken) kostenlos wieder in Deutsche Mark tauschen. Das Angebot der Zentralbanken gilt bis zum 31. März 2002, wobei der Ankaufsgegenwert ab dem 1. Januar 2002 in Euro gezahlt wird.
Die Geldpolitik der EZB
Die Geldpolitik der EZB orientiert sich an den langfristigen Wachstumsmöglichkeiten der Volkswirtschaft in Euroland. Der Wirtschaft soll genügend Geld zur Verfügung gestellt werden, um spannungsfrei wachsen zu können, ohne dass dies Gefahren für die Preisstabilität heraufbeschwören darf. Für 2000 hat die EZB wie im Vorjahr ein Geldmengenwachstumsziel von 4,5 % definiert, das sich aus einer mit dem Ziel der Geldwertstabilität als vereinbar erachteten Inflationsrate von unter 2 % und einem Wachstum des Produktionspotentials von ca. 2 % zusammensetzt. Weitere 0,5 % sind für eine trendmäßige Verringerung der Umlaufgeschwindigkeit des Geldes veranschlagt. Bisher liegt die EZB mit ihrer am Ziel der Preisstabilität im gesamten Eurogebiet orientierten Geldpolitik voll auf Kurs.
Quelle:Auswertiges Amt
:cool: DaxBroker