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Vollständige Version anzeigen : Immer mehr knabbert das Internet am TV-Konsum


Indio
11.01.2002, 07:49
72,3 Prozent der amerikanischen Haushalte hatten im Jahr 2001 Zugang zum Internet, 2000 waren es noch 66,9 Prozent. Am meisten hat darunter der TV-Konsum gelitten.

Häufig zeigen sich Trends zum Gebrauch der Medien zuerst in den USA. Die grosse, Ende Dezember dazu veröffentlichte Studie des Center for Communication Policy der University of California Los Angeles (UCLA) ist deshalb weltweit auf entsprechendes Interesse gestossen. Sie wurde zum zweiten Mal durchgeführt, kann nun also Verschiebungen zum Vorjahr aufzeigen. Im Weiteren werden Gewohnheiten und Ansichten von erfahrenen Internetusern (mehr als fünf Jahre), neuen Usern (ein Jahr) und der Minderheit der Nichtuser verglichen.

Die wichtigsten Zahlen, erhoben in einer Umfrage bei 2000 US-Haushalten für das Jahr 2001: 72,3% der Haushalte haben einen Internetzugang, ein deutlicher Zuwachs gegenüber dem Vorjahr (66,9%). Durchschnittlich verbringen die Amerikaner 9,8 Stunden pro Woche im Internet (9,4 Stunden). Am häufigsten wird das E-Mail gebraucht, an zweiter Stelle folgt das generelle Browsing. Neue User browsen mehr herum als erfahrene, sie benützen auch die Spielmöglichkeiten häufiger. Erfahrene User hingegen sind aktiver in Internetbankgeschäften, beim News-Konsum und in ihrer beruflichen Arbeit am Schirm.

Weniger TV, Lektüre und Schlaf
Einen breiten Raum in der Studie nimmt die Frage der sozialen und psychologischen Effekte des Internets ein. Man erfährt etwa: 2000 waren es noch 8,2%, die wegen des Internets weniger Zeit für die Familie hatten, 2001 waren es nur noch 2,7%. 13% gaben 2001 sogar an, sie hätten wieder mehr Zeit für die Familie. Auf Kosten welcher Tätigkeiten erfolgt denn der Internetgebrauch? 33,2% der Befragten gaben an, auf Kosten des TV-Konsums, 19,4% nannten Lektüre, 15,8% ihren Schlaf und 13,1% Sport.

Dass das Fernsehen am meisten leidet, zeigen auch die Angaben, wie viel Stunden die Amerikaner pro Woche für welches Medium brauchen. Internetuser bringen es nur noch auf 13,2 Stunden TV-Konsum, Nichtuser schauen 16,8 Stunden in die Röhre. Internetuser haben auch weniger Zeit für das Radiohören, für Buchlektüre, fürs Telefonieren, für Zeitungs- und Zeitschriftenlektüre. Beispiel Buchlektüre: 6,6 Stunden bei Internetusern, 7,6 bei Nichtusern. Die Zahlen für Zeitungs- und Zeitschriftenlektüre: 2,7 und 3,9 Stunden, 2,3 und 3,2 Stunden.

Vertreter der US-Fernsehindustrie haben sofort reagiert. Sie betonten, TV sei immer noch das wichtigste Unterhaltungsmedium. Das stimmt, wie Ermittlungen der Nielsen Media Research ergeben haben, vorab für die Hauptsendezeit: Internetuser nutzen diese ebenso intensiv wie Nichtuser. Offensichtlich erfolgt der TV-Konsumverzicht tagsüber.

Eine bessere Welt?
Ausführlich gibt die Studie auch Auskunft über Kaufgewohnheiten per Internet (2001 leicht gesunken), über Fragen der Privatsphäre (sogar bei erfahrenen Usern sind 89,1% besorgt bei Kreditkarteninformationen an Internetsites) und über den Effekt auf die Erziehung der Kinder (20,5% geben zum Beispiel an, wegen des Internets bessere Schulnoten zu haben). Und sie schliesst mit der Frage: Ist die Welt nun durch das Internet besser oder schlechter geworden? Internetuser fanden eindeutig "besser" (62%), für "schlechter" votierten nur 5,4%. Da ist bei den Nichtusern mehr Skepsis vorhanden: Für "besser" votierten nur 50,7%, für "schlechter" 17,7%.

Die 95-seitige Studie ist abrufbar unter www.ccp.ucla.edu/pdf/UCLA-Internet-Report-2001.pdf

Gruss Indio

luckystrike
11.01.2002, 21:19
dann bringen wir das intenet ins fernsehn