PDA

Vollständige Version anzeigen : Das Experiment-ein Film, den man gesehen haben muß!


Rolf E. Breuer
12.04.2001, 12:36
4000 Mark für zwei Wochen: Leicht verdientes Geld und ein netter Spaß noch dazu, denken die 20 Freiwilligen, die sich auf das von einer Universität ausgeschriebene Experiment einlassen. Um die Erforschung des Aggressionsverhalten in einer künstlichen Gefängnissituation soll es gehen, und zunächst halten die Beteiligten, die per Zufallsprinzip in Gefangene und Wärter eingeteilt werden, das Ganze für ein Spiel.

Ein Spiel, das denkt lange Zeit auch der frühere Journalist und jetzige Taxifahrer Tarek (Moritz Bleibtreu), der hinter der Anzeige eine Zeitungstory wittert und sich ausgerüstet mit einer Geheimkamera als Undercover-Journalist in das Experiment einschmuggelt.

Kurz vorher hat er bei einem Autounfall die schöne, kühle Dora kennengelernt, die ihm nun in den langen Nächten in der Zelle nicht aus dem Kopf gehen wird.


Nach Tests und Vorbereitungen beginnen die 20 männlichen Versuchspersonen ihren ersten Gefängnistag in dem eigens dafür eingerichteten und mit Überwachungs-
kameras ausgestatteten Zellentrakt.

Sie beschnuppern einander, lernen sich kennen, schwanken zwischen nervöser Neugier und ausgelassenem Übermut und finden sich langsam in ihre Rollen ein: Die Wärter pochen auf ihre Autorität, die Gefangenen rebellieren gegen Demütigung und Schikane; eine Spirale der Gewalt setzt sich in Bewegung.


Als der verantwortliche Professor für kurze Zeit nicht erreichbar ist, eskalieren die Ereignisse.

Aus dem harmlosen Spiel wird ein erbitterter Kampf auf Leben und Tod.
Inzwischen versucht Dora draußen herauszufinden, wo Tarek geblieben ist…

Gordon Gecko
12.04.2001, 13:13
Stimmt, fand den Film auch gut!

Sag mal, wie ist das jetzt mit dem Realitätsbezug? Solch ein Experiment gab es doch wirklich einmal.

Was ist echt und was ist Film?

Gruß Gecko

Morgan
12.04.2001, 13:22
Vergleichbar sind die beiden Filme nicht. Nur das erst Wort das mir danach in den Sinn kam, war das gleiche: Krass.
Das Experiment hat wesentlich mehr Tiefgang auf die Leinwand gebracht. Der Film hat mir wirklich zu denken gegeben, weil auf erschreckende Weise zu sehen war, wie schnell sich die Menschen zu Tieren entwickeln, wenn sie sich im richtigen Umfeld befinden (im Gegensatz zu Hannibal, wo das Tier nur weiter seine Triebe auslebte). Nach 3 Tagen hatten sich die Leute in ihre Rolle eingefunden und total angepaßt: d.h. daran gewöhnt Druck auszuüben oder sich unterzuordnen. Auch wenn der Film in manchen Szenen nicht unbedingt magenfreundlicher ist, ist er doch sehenswerter als der des berühmten Hirnschalenlöfflers.

Grüsse,
Morgan

Flinx2000
12.04.2001, 13:31
Hallo Gordon,

1971 gab es das Stanford-Gefängnis-Experiment. Sozialpsychologe Philip Zimbardo ließ damals Studenten nach unauffälligen Verhaltensmustern aussuchen. Extreme wurden aussortiert. Nach 3 Tagen mußte das Experiment abgebrochen werden, da es für die Teilnehmer zu gefährlich wurde. Folgende Hypothese ergab sich: Nicht der Charakter, sondern die Umstände bestimmen darüber, zu welcher Form der Grausamkeit ein Mensch fähig ist. Wo sich dem Menschen die Möglichkeit bietet, andere ungestraft zu terrorisieren, tut er dies auch.

Die Studie zeigte, wie leicht es ist, aus guten Menschen Teufel zu machen.

Dies gilt zweifellos auch für uns.

Gruß Flinx