Vollständige Version anzeigen : Stop Loss oder Zielkurs
Gruß an alle,
Ein Thema das mich beschäftigt ist die Frage (wie oben verkürzt dargestellt):
Sicherheit nach unten und freier Weg nach oben (Stop Loss) oder
Ich will ... viel mit dem Wert verdienen (Zielkurs) d.h. ich möchte die Dochte (Candlestick) die z.B. bis zu einer Widerstandslinie laufen "einfangen".
Ich gehe mal davon aus das der Großteil von euch nicht den ganzen Tag vor dem Computer verbringen und sich die Zeit mit etwas das "ARBEIT" heißt vertreiben. Man ließt ja einiges darüber das man sich beim Kauf einer Aktie über einen (Ziel)-Kurs im klaren sein soll, ob nun Gewinn oder Verlusttrade.
Man muß sich also entscheiden :rolleyes:
Was meint ihr dazu ? Kommt es auf den Tradertyp an ? Auf die Indikatoren der Aktie ? Bevorstehende Nachrichten ?
Bin gespannt auf die Antworten. Bleibt sauber ...
redaidn
Ich nutze normalerweise immer Trailing Stops, um meine Gewinne laufen zu lassen. Diese ziehen ich aber je nach Situation nähe an die Notierung. Nahe meines Targets erlaube ich der Aktie normalerweise nicht mehr soviel Spielraum.
DEM
Catwatch
28.01.2002, 14:23
Es kommt darauf an wie man in den Trade geht und aus welchen Gründen. Will man einen Trend traden, dann halte ich Stopp Loss für das Mittel der Wahl, da man ja soviel Gewinn aus dem Trade ziehen möchte, wie der Trend hergibt. Wenn man kurzfristiger tradet ,also zum Beispiel Tradingranges handelt, dann dürfte ein Zielstopp besser sein, da dann die Slippage geringer ist und man so mehr Gewinn aus dem Trade ziehen kann.
bYe
Catwatch
Catwatch hats auf den Punkt gebracht!
Es gibt keine allgemein gültige Antwort!
Für den typischen Trendfolger, der grosse Schwünge mitnehmen will, sind Zielkurse schädlich, da man sich das schier unbegrenzte Potential raubt. Ich bin schon drei Mal aus einem Wert mit +100% ausgestiegen, weil mein Ziel erreicht war, um dann zuzuschauen wie einmal daraus noch 500% , das andere 1000% und beim dritten 3000% wurden.
Für den kurzfristigen Swinger sind Zielkurse besser, da dort eher die Devise gilt: Hit singles, not Homeruns! Man hat dann einen Referenzpunkt, der einem sagt, wann Ausstieg angesagt ist. Ein Trailing Stop sollte dennoch beibehalten werden, für den Fall, dass der Zielkurs nie erreicht wird.
Dawnrazor
28.01.2002, 15:51
Man muß ja auch nicht die ganze Position am Zielkurs verkaufen, sondern kann ein Drittel oder die Hälfte mit einem engen Trailing Stop weiterlaufen lassen. :cool:
hoellenfuerst
28.01.2002, 17:51
wenn ich in eine position gehe, wird diese im regelfall sofort mit einem stopploss abgesichert.
dieser orientiert sich im wesentlichen an der volatilität der aktie.
wenn die aktie ins plus läuft ziehe ich den stopp loss sofort auf eine marke, so daß mir schon mal ein euro gewinn bleibt... ;)
nun lasse ich die aktie im regelfall laufen... der stopp wird nun stück für stück nachgezogen. dreht der markt, ziehe ich alle stopploss' wesentlich enger.
ist der markt positiv, liegt der stopploss in der regel weiter weg, um nicht ausgestoppt zu werden.
Dawnrazor
28.01.2002, 18:07
dieser orientiert sich im wesentlichen an der volatilität der aktie.
wenn die aktie ins plus läuft ziehe ich den stopp loss sofort auf eine marke, so daß mir schon mal ein euro gewinn bleibt..
Das mit den Breakeven-Stops ist so eine Sache, die ich noch nie verstanden habe. :( Erst überlegt man sich anhand von Support/Resistance oder Vola einen möglichst schlauen Stop, aber sobald die Position im Plus ist, setzt man ihn einfach so, daß die Trefferquote maximiert wird. Dabei dürfte das im allgemeinen doch ein ziemlich schlechter Platz für einen Stop sein, wenn man z.B. über S/R gekauft oder darunter verkauft hat.
hoellenfuerst
28.01.2002, 18:18
die volatilität einer aktie hängt meiner meinung nach stark mit dem volumen zusammen. wenn ich in einen marktengen wert investiere, ist die wahrscheinlich großer kursausschläge meiner meinung nach wesentlich höher als bei einer aktie die richtig umsatz macht.
das setzen von stoploss-marken als solches treffe ich weder nach widerstandslinien noch sonst irgendwelchen werten. hier ist größtenteils erfahrung im spiel.
wer schon mal ein stoploss bei 5% plus gesetzt hatte und mit 3% minus aus dem rennen gegangen ist, weis, daß ein stoploss im regelfall, bei werten nahe dem einstiegspunkt nicht soviel wert ist, wie es scheint
;)
gehe ich von einer aktie mit starkem umsatz aus, ist das plus bei 5% halt wesentlich "mehr wert".
hinzu kommt wohl, daß man sich,bevor man in den wert geht, eine zielmarke setzt, ohne sich daran fest zu beissen.
ich versuche den stoploss immer so zu setzen, daß er beileibe nicht da ist, wo ihn den masse setzen würde...
Zu diesem Thema kann ich Euch schon wieder mit
einem Kosto-Zitat nerven:
"Beim kaufen muß man ein wenig romantisch veranlagt sein und beim verkaufen wie ein Kaufmann
denken."
Mit anderen Worten, in jedem Fall muß die Lage
gesondert betrachtet werden. Mal komme ich zu dem
Schluß, zu unveränderten Kursen zu verkaufen, bei
einem anderen Papier kaufe trotz -15% weitere
Stücke dazu, usw.
Meine Motivation, welche zum Kauf der Aktie führte, muß eben noch weiter intakt sein. Das ist
natürlich leichter gesagt als getan und ich bilde
mir keinesfalls ein, daß meine Motivation jedesmal
stimmt(e).
Aber diese Methode schließt mechanische Stops von
vornherein aus. Hierin sehe ich auch den Hauptgrund, warum ich den Gesamtmarkt in den letzten Jahren deutlich ausperformte...
grüße
Wilhelm
WonkoTheSane
16.02.2002, 00:35
Hallo,
ich denke, das Posting gibt eine prima Möglichkeit, einen hier bislang nicht so explizit genannten Zusammenhang zu unterstreichen:
Ursprünglich geschrieben von wilhelm
(...keine mechanischen Stops..) Hierin sehe ich auch den Hauptgrund, warum ich den Gesamtmarkt in den letzten Jahren deutlich ausperformte...
Ich hingegen würde sagen, meine mechanischen Stops sind VOR ALLEM der Grund, warum ich den Markt in den letzten zwei Jahren deutlich ausperformt habe. Meine Performance wird immer besser, je mechanischer und sklavischer ich meine immer enger werdenden Stops befolge!
Und: Ich denke, das ist kein Widerspruch. Wie man aus
vorangehenden Postings schon entnehmen kann:
Wenn ich aufgrund von Fundas oder Vision oder Romantik ;) gekauft habe, dann muß mein Exit eben dazu passen, also z.B. schlechtere Fundas oder fehlende Phantasie im Markt. Wenn ich technisch trend-following kaufe, dann muß ich Gewinne eben laufen lassen und Verluste begrenzen. Unter Umständen habe ich ja dann Werte, deren Fundamentals so grottenschlecht sind, daß sie, wenn der Trend kaputt ist, durchaus auf 0 fallen können. Bis zum Trendwechsel möchte ich aber dabei sein.
Daher meine Überzeugung:
Jede Exit-Strategie ist nur so gut wie Ihre Passung an die Entry-Strategie!
Gruß
WonkoTheStrategic ;)
WTS hats wunderschön ausgedrückt.
Im Grunde hat ein Spekulant wie Wilhelm auch einen mechanischen Stop. Dieser ist halt eher an anderen Bedingungen geknüpft.
Warren Buffett betreibt Risikomanagement, indem er aufgrund seiner Fundamentalanalyse eine Margin of Safety einkalkuliert, die eigentlich nicht unterschritten werden sollte.
Wo liegt nun das Problem? Ich glaube, dass es für die meisten Anleger schwer ist, zu beurteilen, ob und wann man sich aufgrund der Fundamentalsituation wieder aus von seinm Investment verabschieden soll.
Ein kleines Beispiel:
Ich hatte einen Studienkollegen, der wohl einer der besten und intelligentesten unseres Faschbereichs war (der stand nach 5 Semestern schon kurz vorm Examen). Nun, er war in Broadvision investiert und hatte bei einem Kurs von 10$ schon Riesenverluste.
Ich fragte ihn, warum er denn die Aktie nicht verkauft....seine Antwort: er hat sich eingehend mit der Firma befasst und ist der Meinung, das ist eine gute Firma und alles fundamental in Butter.
Ich gehe mal davon aus, dass er sie immer noch hat.
chrisicat
16.02.2002, 13:26
...also ich hab mit SL bisher nicht so gute Erfahrungen gemacht.
Ich setze z.B. SL bei -15% und habe es erlebt, das dieser SL ausgelöst wird und die Aktie am gleichen Tag wieder wunderbar steigt...allerdings ohne mich.
Allerdings waren es auch Aktien vom NM wie Thiel, Singulus, medigene.....
aber so ist das eben.... ;)
Chrisicat,
eine Frage: was ist schlimmer?
50% Verlust
oder
15% Verlust dafür aber einen Gewinn verpasst
?
Übrigens sollte ein Stop auch so plaziert sein, dass er eben nicht erwischt wird. Ein Stop sollte in der Regel so gesetzt sein, dass er sich an einer Stelle bedindet, von der man ausgehen kann, dass die eigene Analyse falsch war, sonst würde der Stop nicht getroffen.
Nachtrag:
auf 50% Verlust braucht man beim nächsten Trade oder mit der Position einen Gewinn von 100%, um wieder da zu stehen wo man angefangen hat.
chrisicat
16.02.2002, 16:41
@ hallo snahas....da hast Du vollkommen Recht.......ein SL der gepackt hat...zeigt, dass man sich verschätzt hat beim Einstieg.....
besserweis
17.02.2002, 22:46
Kurz mein Senf,
Wonko hats auf den Punkt gebracht.
Jeder Strategie nach muss etwas angepasst werden.
@Chriss,
eine Frage, warum hasst Du nicht bei dort wo Du eigentlich ausgestoppt worden bisst gekauft?
Hasst Du schon mal darüber nachgedacht warum Du nicht bei Deinem Stop gekauft hasst.
Gruß
bw
...mal danke sagen!
Ich freue mich über eure Postings und hab auch schon einiges interessantes rausziehen können.
Hab auch auf: www.technical-investor.de
im Forum Know-how einige gute Seiten gelesen.
red...
chrisicat
18.02.2002, 19:22
@hallo besserweis....ja ich habe nachgedacht ;)
d.h. ich habe einen Fehler gemacht, denn wenn ich mit meiner Methode richtig gelegen hätte ...wäre der Kurs gestiegen....also was sagt mir das....ich muss meine Methoden erweitern....
Charttechnik finde ich z.B sehr hilfreich und es ist mein Ziel mich da "weiterzubilden"....Konsequenz daraus: vorerst kein Aktienkauf ;)
redsnapper
18.02.2002, 21:36
Ist glaube ich prinzipell eine Frage des Stils, und der Persönlichkeit.
Wie ist es bei mir?
Ich habe beim entry schon ein klares stop, das 0,5-1% meines gesamten Tradingkapitals beträgt.
Alles andere wäre für mich ein Problem...
Zielkurse habe ich nicht, weil ich keine Prognosen mache, und dabei bleibe, solange es läuft.
Das heißt trailing-stops, wobei ich oft versucht bin, diese umso enger zu setzen, je mehr die Position in`s Plus läuft. (Angst)
Behelfen konnte ich mir, indem ich einen Teil der Gewinne realisiere, und dadurch souveräner mit dem Rest werde.
Wenn ich in einer range bin, muß ich natürlich ein Ziel haben, und werde dort massiv reduzieren. Allerdings hasse ich ranges generell, und meide sie, wo ich kann.
Natülich versuche ich auch, meine stops dort zu setzen, wo es niemand tut, aber es passiert sehr oft, wenn ich weg bin, das ich nach Hause komm, im depot 0 steht, und ich dann auf dem chart einen Docht entdecke, der genau mein stop traf, bevor der trend in die eigentlich Richtung weiter lief...