Vollständige Version anzeigen : Gewinnen! Egal, was der Markt macht: Selfmade Hedging
Eine kleine einleitende Geschichte:
Ihr kauft eine Aktie aus wirklich guten Gründen.
Danach fällt der Markt und eure Aktie - obwohl sie gut ist - kann sich dem Markt (zumindest jetzt - denn sie ist ja gut) nicht entziehen und fällt mit. :angry:
Ihr sitzt mit einem Verlust da oder werdet ausgestopt.
Dannach geht es wieder hoch (oder auch nicht, das ist nicht der Punkt.)
Kommt Euch das bekannt vor? ;)
Der Punkt ist, das selbst bei guter (systematischer) Auswahl von Einzelaktien der Markt einem immerwieder eine Strich durch die Rechung machen kann. Und zwar in quasi allen Zeitrahmen.
Wie kann man dem vorbeugen?
1. Keine Positionen eröffnen, bei gegenläufig erwarteter Marklage. Das hat eine Latte eigener Probleme.
2. Selfmade Hedging. :D
Hedging verstehe ich hier in seiner klassischen Bedeutung:
(Relativ) gleichzeitiges Eingehen von long und short-Positionen.
(wenn nun einer, der in D handelt, denkt, das wäre nichts für ihn, so ist zu sagen, daß ihn nichts hindert tradingtechnisch "auszuwandern".)
Hiervon gibt es (für uns) 2 Arten:
A. Das Einhalten einer bestimmten Short-Quote (auf des ganze Depot gesehen).
B. Den Pairs Trade . D.h. geziehltes Long-short in 2 oder mehr Aktien gegeneinander.
Die Grundidee ist die Gleiche:
- Das Marktrisiko wird eliminiert.
- Bei entsprechender Aktienauswahl wird
in einem Up-Move des Marktes die Longposition mehr gewinnen, als die Shortposition verliert und umgekehrt.
Voilá: Gewinnen! Egal, was der Markt macht. :eek:
Damit wäre doch schon viel gewonnen, oder? :D
Um es nochmal zu sagen: Damit Ihr Gewinn macht muß eine Aktien nun nicht mehr im Kurs steigen oder in die erwartete Richtung laufen. Es reicht völlig, wenn die Longposition über der Shortposition liegt. D.h. mehr steigt, oder eben auch weniger fällt.
Allerdings ist die Sache nicht ganz sooo einfach. :confused:
1. Es sind weiter Entscheidungen nötig: Rolle der Entries, Exits, ...
2. Es drohen Probleme (Stichworte: Korrelation, Positionsgrößen, Rotationen, ...) Dazu will ich noch nicht zu viel sagen, sondern mal schauen, was Ihr so meint.
Leuchtet das Konzept ein?
Was ist (noch) zu bedenken?
Wie kann man das systematisch umsetzen?
Gibt es weiter Vorteile?
Wo seht ihr Probleme?
Ein interessantes Phänomen ist, das man nicht in jeder einzelnen Position gewinnen muß. Aber gerade das dürfte für manche ein Grund sein, nicht so vorzugehen, weil offene Loser-Positionen inakzeptabel unangenehm sein könnten.
Gruß
tk
hoellenfuerst
01.02.2002, 17:45
wenn ich dich richtig verstehe, besteht das hedgen in der o.a. form darin, daß man grundsätzlich in zwei aktien geht.
sagen wir mal ein bluechip (was immer das auch sein mag) und einen spekulativen wert.
ist die annahme so korrekt?
So gut wie korrekt.
Grundsätzlich funktioniert es mit einer Aktie nicht ;).
Im allereinfachsten Fall (Pairs Trade) sieht es so aus:
Ich bin relativ bullish für IBM und relativ bearish für JNPR.
So, dann gehe ich long in IBM und short in JNPR.
Ich gewinne, solange IBM besser läuft als JNPR, egal wo sie sonst hingehen.
Man kann auch 3 und mehr Aktien heranziehen und am Ende landet man dann bei der Diskussion um die anäquate Long-Short-Quote, wie o.g.
Wie kommst Du gerade auf BlueChips und spekulative Werte?
Ein wichtiger Punkt ist nämlich die Auswahl der Werte. Das ist zwar oft so ;), aber hier müssen sie zueinander passen, bzw. passend gemacht werden.
Gruß
hoellenfuerst
01.02.2002, 18:26
und was verstehst du unter zueinander passend gemacht werden?
ich zähle die beispiele von dir beiden zum gleichen segment. ich würde eher dazu tendieren, verschiedene segmente zu wählen.
also techwert und bio-wert oder versicherung und dienstleistung. also etwas, was irgendwie in relation zueinander steht, aber nicht aus dem gleichen segment kommt, oder?
Dawnrazor
01.02.2002, 19:03
Nehmen wir an, Du bist überzeugt davon, daß CMRC in absehbarer Zeit das Zeitliche segnet, kannst aber nicht ganz ausschließen, daß B2B doch das große Geschäft wird und die entsprechenden Unternehmen gut performen. Also gehst Du short CMRC und long ein Unternehmen aus der gleichen Branche, das fundamental besser da steht und überleben dürfte, z.B. ARBA.
Geht's B2B schlecht, geht CMRC pleite und Du machst fast 100% damit. ARBA geht's auch schlecht, aber sie überleben, und Du machst deutlich weniger als 100% Verlust, also netto einen Gewinn.
Dümpelt B2B vor sich hin, setzt sich der Stärkere erst recht durch, d.h. ARBA verliert nicht viel, CMRC aber schon, d.h. Du machst auch in diesem Fall einen Gewinn.
Jetzt kommt der interessante Fall, der ja der eigentliche Grund ist, warum Du Dich hedgst: B2B erlebt eine Renaissance, und selbst das Kellerkind CMRC performt gut. ARBA allerdings auch, und Du verlierst insgesamt gesehen nicht so viel, als ob Du nur short CMRC wärst, oder machst netto sogar auch in diesem Fall einen Gewinn, weil die gute Aktie die schlechte Aktie auch kursmäßig outperformt.
Das ist jetzt natürlich ein sehr vereinfachtes Beispiel, aber so eine Logik kann hinter einem Pairs Trade mit Aktien aus einer Branche stecken.
hoellenfuerst
01.02.2002, 23:18
danke erstmal :)
somit sollte man immer aktien der gleichen branche benutzen?
um die erwartungshaltung zu vereinfachen?
ich muß sagen, ich habe daß schon mal angedacht..., bin mir aber noch nicht darüber im klaren, wo das risiko höher liegt.
bei aktien der gleichen branche, oder eben nicht.
ein weiteres problem sehe ich darin, daß die spekulative aktie sich erwartungsgemäß wesentlich rasanter entwickeln sollte...
wie ist das mit dem investment? 1 zu 1 oder 2 zu 1 für den blue chip oder umgekehrt? klar letztendlich hängt die entscheidung dann von der risikobereitschaft ab, aber grundsätzlich? ich sehe das dann mehr unter dem gesichtspunkt der gewinnmaximierung.
oder sollten man die sache nicht so verkomplizieren?
Hedging ist in der Theorie wunderbar und führt
in der Praxis meist zur Geldvernichtung.
Wie war es damals, im Herbst 1998, mit der
(fast) Pleite einer der größten "Hedge"-Fonds
( LTCM ), in dessem Entscheidungskremium sogar
Nobelpreisträger saßen?
In der Praxis ist nun mal alles möglich und auch
das Gegenteil von allem!
Um Dawnrazors Beispiel zu nehmen:
Was macht man, wenn z.B. ARBA CMRC ein Übernahme-
angebot unterbreitet und daraufhin ARBA kräftig
fällt und CMRC ebenso kräftig steigt?
Dann wäre das "Hedging" eine doppelte Katastrophe!
Meine Meinung:
Spekulieren -ein unbedingtes Ja!
Hedging -ein unbedingtes Nein!
grüße
Wilhelm
hoellenfuerst
02.02.2002, 12:00
du hast da vollkommen recht.
obwohl du natürlich vom worse case ausgehst.
bloß wie soll man über die sache diskutieren, wenn man immer vom schlechtesten fall ausgeht?
so wie ich das sehe biste n tournaround spezi. meine hochachtung. ich frage mich nur, wie du auf die firmen kommst. da ich offen nach allen seiten bin, spökel ich natürlich auch auf sowas. nur habe ich bei meinen bisherigen versuchen immer stark daneben gelegen, wenn auch nur auf dem papier...
der schlechteste Fall muss immer mit einbezogen werden in die Analyse. Der schlechteste Fall darf einen nicht so hart treffen.
Ich bezweifele aber, dass das LTCM Beispiel hier hineinpasst. Die Geschäfte von denen hatten ziemlich wenig mit dem reinen "hedgen vor Kursverlusten" zu tun.
In der Finance-Theorie kann man das Marktrisiko durch verkaufen von Futureskontrakten auf den Gesamtmarkt komplett ausschalten. Einzelaktien besitzen also zwei Arten von Risiko: Marktrisiko (systematisch) und spezifisches Risiko (unsystematisch). Man kann also weiterhin auf das unsystematische setzen und keine Angst mehr haben, dass der Markt einem nen Strich durch die Rechnung macht. Funktioniert aber nur bei grossen Portfolios und ist halt nur Theorie.
hoellenfuerst
02.02.2002, 12:16
ich sehe die diskussion eher in dem hinblick, neue sichtweisen, aspekte vollkommen "wertefrei" auszutauschen.
das problem beim hedging unendlich großen verlust zu machen besteht, demgegenüber bestehen keine unendlich großen gewinne. das ist korrekt.
diesem kann man aber mit sl entgegenwirken. dadurch wäre der worst case abgewendet, und die diskussion wieder sinnvoll, oder?
Zu den Gegenargumenten (u.a. von Wilhelm):
1. LTCM paßt in der Tat nicht. Der Hedging-Begriff (und die Instrumente) sind verschieden.
2. Wenn etwas in der Theorie klasse ist, aber in der Praxis nichts taugt, dann liegt es wohl an den Anwendungsbedingungen .
Da dort oft der Knackpunkt ist, wollte ich mir darüber hier Gedanken machen und sie austauschen.
Ich finde die Idee nämlich echt interssant, und u.U. profitabel.
3. Zum Risiko.
Sicher kann der Super-Gau passsieren. Aber: Erstens kann man Verluste begrenzen, 2. kann er überall passieren (Frage der Wahrscheinlichkeit) und 3. hab ich mit den anfänglichen Beispielen versucht zu zeigen, daß das Risiko oft geringer ist, denn die Anzahl der Erfolgsbedingungen ist kleiner.
das problem beim hedging unendlich großen verlust zu machen besteht, demgegenüber bestehen keine unendlich großen gewinne.
??? Warum sollten die potentiellen Gewinne nicht mehr unendlich gross sein?
Die beste Hedgemöglichkeit, um sich vor Übernahmen zu schützen, welche ein Riesenloch in die Kasse reissen: den branchenindex shorten. oder long puts oder bear spreads auf die Branche oder eine ähnliche Aktie aus der Branche (s. CMRC Beispiel von vorhin). Falls CMRC mit horrender Prämie übernommen wird, tuts nicht so weh, als wenn man short wäre. Verluste macht man trotzdem aber nicht mehr extrem hoch.
Sicher kann der Super-Gau passsieren. Aber: Erstens kann man Verluste begrenzen
einen short verlust bei übernahme kann man nicht begrenzen.
Dawnrazor
04.02.2002, 09:19
Hedging ist in der Theorie wunderbar und führt
in der Praxis meist zur Geldvernichtung.
Das mag stimmen, oder auch nicht.
Wie war es damals, im Herbst 1998, mit der
(fast) Pleite einer der größten "Hedge"-Fonds
( LTCM ), in dessem Entscheidungskremium sogar
Nobelpreisträger saßen?
Dazu empfehle ich Dir das Buch "Inventing Money" von Nicholas Dunbar. Wenn Du es liest, wirst Du sehen, daß das, was LTCM gemacht hat, absolut nichts mit dem zu tun hat, über was wir hier sprechen.
Im übrigen habe ich doch explizit geschrieben, daß es sich um ein sehr vereinfachtes Beispiel handelt, um die Logik hinter einer Art von Pairs Trade zu erklären.
Ich nehme mal zu den einzelnen Punkten Stellung.
In einer Branche bleiben oder nicht?
In meinen Augen eine sehr wichtige Frage.
Zum Intrabrachen-Hedge hat Dawn ein gutes Bsp. gebracht. Ein anders wäre Halliburton short vs Schlumberger long.
Grundsätzlich geht aber beides, d.h. über Branchen hinweg. Ich hatte sogar die Idee Branchenindexstocks gegeneinander zu hedgen.
In einer Branche hat man 2 Vorteile:
1. Korrelation der Werte.
2. Die gleichen Kriterien für Fundas. Falls die eine Rolle spielen. Bsp: Daimler short, BMW long.
Gerade die Korrelation ist wichtig!!! Das meinte ich auch mit: Passen die Werte zueinander? Wollte nur nicht zuviel vorgeben.
Daher: Ein Schuhgeschäft gegen B2B hedgen ist schon problematischer.
Das liegt neben der Korellation an der unterschiedlichen Vola.
Das sind wir dann schon bei der Frage der einzelnen Positionsgrößen:
Neben anderen Kriterien kann man da die relative Vola beachten.
Also nicht 1:1, sondern volaadjustiert den volatileren Titel geringer gewichten.
Wären Korellation und Vola für Euch auch Kriterien?
Das Risiko bei Shortpositionen ist kein spezielles Hedging-Risiko, sondern trifft auf Shorten im allgemeinen zu. Dazu werde ich einen eigenen Thread eröffnen. Aber natürlich sollte man es hier auch bedenken.
Gruß
Mein LTCM-Beispiel sollte nur verdeutlichen, daß
der Begriff "Hedge" meist irreführend ist und in der Praxis selten funktioniert.
Ansonsten werden meine Diskussionsbeiträge von den
sehr kurzfristig agierenden Marktteilnehmern, wie
z.B. Dawnrazor wohl immer als unbrauchbar abgehakt.
Für meine Anlagestrategie ( kein Kurzfristtrading
sowie "Stillhalten" ) sind irgendwelche Tages-
Hedging-Geschäfte genauso unnütz.
Bisher lagen meine größten Gewinne außerhalb der
Spekulationsfrist. Auch wenn ich hierbei erst
5 mal deutlich über 250% realisierte, denke ich, daß meine "Kosto"-Strategie nicht die
schlechteste ist.
Deshalb sind wir mal wieder ganz unserer Meinung,
oder ?
Dawnrazor
04.02.2002, 12:18
Auch wenn ich hierbei erst
5 mal deutlich über 250% realisierte
Du mußt ja einen absolut gigantischen Minderwertigkeitskomplex haben. Vielleicht solltest Du Deine nächsten 250% mal in einen Besuch beim Psychiater investieren.
so hört schon auf, Euch anzugiften.
Wilhelm, inzwischen wissen wir alle, dass Du riesige Gewinne einfährst mit Deiner Strategie (wird ja wortwörtlich fast in jedem Deiner Postings betont). Aber selbst wenn Du so erfolgreich bist, dann ist es extrem kontraproduktiv, wenn Du alle sinnvollen Ansätze torpedierst, nur weil sie nicht Deiner Vorgehensweise entsprechen. Hedging ist kein Blödsinn und manche Leute finden es auch nicht gerade toll, wenn eine Position fett im Minus ist oder ein grosser Gewinn sich in Luft auflöst. Mit Hedging kann man sich Riesengewinne absichern oder über die Spekufrist retten oder sich vor einem schlechtem Markt schützen.
Du hattest mal so ein Stillhaltergeschäft von Dir gerühmt, dass zwischendurch 30k im minus war und dann doch noch mit kleinem Gewinn ausging...ich persönlich würde so ein Geschäft lieber verschweigen, denn einen Buchverlust von 30k finde ich für mich inakzeptabel. Der grösste Buchverlust in einer Aktie, den ich jemals (seit ernsthafter Verfolgung der Märkte) hatte, waren 2,5% von meinem Gesamtkapital, der grösste Drawdown lag bei 19% (auf Gewinnpositionen), wobie 19% schon wirklich brutal schmerzhaft sind, aber es waren ja nur Gewinne die weniger wurden. Nun ja, im Jahr 2000 war der grösste Drawdown 12%, was noch erträglich war, aber da war es Substanz. Also noch viel schmerzhafter.
Was wäre gewesen, wenn Deine Stllhalterposition weiter gefallen wäre und sich nicht mehr erholt hätte? Wie hättest Du Dich davor abgesichert?
Ich selbst hedge eigenlich nur, wenn ich stark investiert bin und der Markt schon auf recht hohem Niveau unterwegs ist. Ich kaufe dann Puts, weil die impl. Volas dann meist niedrig sind. Ein Freund von mir hegdt sich, wenn er grosse short positionen im Nemax oder High-Techwerten hat mit QQQ's long, bei NM und DAX longs ist er den QQQ short. Es geht nicht um den perfekten Hedge, aber um die Reduktion der Equityvola.
hoellenfuerst
04.02.2002, 18:32
wieso kann man einen short verlust bei übernahme nicht begrenzen?
HF,
wie willst Du mit z.b. 10% minus aussteigen, wenn die Übernahmeprämie 50% beträgt?
hoellenfuerst
04.02.2002, 18:54
ohoh
ich nehme alles zurück und behaupte das gegenteil ;)
hoellenfuerst
04.02.2002, 19:19
demnach müßte man das problem aber umgehen können, indem man einen wert aus einem anderen segment zum hedgen nimmt.
somit sehe ich meine idee als gar nicht so abwegig an.
bleibt natürlich das problem mit der übernahme...
somit bleibt das hauptaugenmerk wohl auf dem hedgewert. die kunst besteht somit darin einen wert zu finden, wo das management dumm ist, und die kapitalisierung noch zu hoch.
desweiteren kann es sich für mich dann nur um einen -von vornherein- zeitlich befristeten trade handeln, der sehr intensiv verfolgt werden muß.
ein wesentlicher aspekt ist also der zeithorizont bei der betrachtung.
Dawnrazor
04.02.2002, 19:32
demnach müßte man das problem aber umgehen können, indem man einen wert aus einem anderen segment zum hedgen nimmt.
Das Problem umgeht man dadurch nicht, denn wenn Dein guter B2B-Wert vor die Hunde geht, während der schlechte Schuhfabrikant, den Du zum Hedgen (wogegen eigentlich?) geshortet hast, übernommen wird, siehst Du wieder alt aus.
Davon abgesehen: Traden ist immer ein Arbeiten mit Wahrscheinlichkeiten. Natürlich kann der Gute den Schlechten übernehmen, oder der Gute selbst zum Schlechten werden und umgekehrt. Es gibt keinen Tradingstil, mit dem man immer richtig liegt (abgesehen von Wilhelms Stillhaltergeschäften :angry: ), aber im großen und ganzen sollte man auch Pairs Trades profitabel handeln können.
hoellenfuerst
04.02.2002, 19:40
dein smilie gibt mir zu denken ;)
jetzt nur nicht hartleibig werden...
Das Problem umgeht man dadurch nicht, denn wenn Dein guter B2B-Wert vor die Hunde geht, während der schlechte Schuhfabrikant, den Du zum Hedgen (wogegen eigentlich?) geshortet hast, übernommen wird, siehst Du wieder alt aus.
wenn du so argumentierst, macht es für mich keinen sinn. das mit den wahrscheinlichkeiten, dachte ich steht nicht zur debatte...
das übernahmeproblem wollte ich ja dadurch abmildern, daß ich einen wert hedge dessen marktkapitalisierung eben noch zu groß ist.
ps
ich glaube, wenn ich denn noch höre, das wilhelm denn kandidaten als tournaround wert betrachtet, dann muß ich meinen kunden irgendwie klar machen, daß mein marktwert sich pro minute verfielfacht ;)
Dawnrazor hats genau gesagt:
hedgen mit einem anderen Segment ist absolut sinnlos, weils kein hedge mehr ist.
die beste möglichkeit sind immer noch die branchenindizes, welche in den usa ja fast auf jegliches grössere segment vorliegen. Auf Branchenindizes würde ich sogar optionen schreiben.
hoellenfuerst
04.02.2002, 19:53
ok, sie sind mit mir durchgegangen. ich vertrau dir ;) .
aber jetzt bitte keine ohrfeigen mehr :D
Dawnrazor
04.02.2002, 19:53
das übernahmeproblem wollte ich ja dadurch abmildern, daß ich einen wert hedge dessen marktkapitalisierung eben noch zu groß ist.
Auch das kannst Du gerne tun, aber es stellt sich halt schon die Frage, wogegen Du Dich hedgen willst.
Wenn Du eine Longposition gegen das allgemeine Marktrisiko hedgen willst, ist es sinnvoller, einen Marktindex zu shorten.
Wenn Du "unterbewertete" Aktien kaufen und "überbewertete" Aktien shorten willst, kannst Du das auch tun, aber das hat dann nicht mehr viel mit dem von mir beschriebenen Pairs Trade zu tun.
Im übrigen ist das "Übernahmeproblem" nicht so groß, wie Du vielleicht annimmst. Wenn Unternehmen übernommen werden, dann sind das meistens die Guten, nicht die Schlechten. Und nicht jede Übernahme resultiert auch darin, daß die übernommene Aktie steigt (MATX beispielsweise wurde deutlich unter dem damaligen Börsenkurs übernommen). Übernahmen müssen sich auch für das übernehmende Unternehmen rechnen, dementsprechend bescheiden fallen auch oft die Übernahmeprämien, die gezahlt werden, aus.
Daß jemand für ein todgeweihtes Unternehmen ein Vielfaches des Börsenwertes zu zahlen bereit sei, wird beim Pushen von Schrottaktien zwar immer gerne behauptet, mit der Realität hat das aber wenig zu tun.
hoellenfuerst
04.02.2002, 19:59
danke,
die argumente überzeugen.
Also ich bitte um Verzweiflung...
Keinesfalls wollte ich hier die LP "Meine größten
Erfolge" abspielen.
Im Gegensatz zu Daytradern realisiere ich nun mal
seltener Gewinne und auch meine Buchverluste
realisiere ich nicht so umgehend.
Und wenn man weniger Umsätze macht, sollten die
Gewinne, sofern welche anfallen, prozentual
größer sein ( 10x10% = 1x100% ).
Deswegen bilde ich mir auf meine gelungenen
Spekulationen auch nichts ein -sie brauchen eben
ihre Zeit. Ich meinte es daher mit " erst 5 mal "
tatsächlich so.
Zu dem von snahas angesprochenen Stillhaltergeschäft:
Das sollte nur ein selbsterlebtes Beispiel zu dem
Thema -" Alles ist möglich, aber auch das Gegenteil von allem "- sein.
Wäre ich an Stelle der geschriebenen Puts ein,
der Kontraktanzahl entsprechendes, Direktengagement in Zurich Fin. eingegangen ( eine halbe Stunde vor den Terroranschlägen ) und hätte
dieses auch noch mit Stop abgesichert, wären
die Verluste sofort realisiert worden und zu der
damaligen Börsenlage bestimmt noch deutlich unter
meinen Stop-Kurs abgewickelt.
Trotz extremer Situation kam ich hier mit meiner
Wette auf Zeit, indem ich letztere für und nicht
gegen mich laufen sah, noch einmal glimpflich davon...
Anders hätte es ausgesehen, wenn die Zurich-Aktie unmittelbar nach den Anschlägen vom Handel ausgesetzt worden wäre, um danach die Zahlungsunfähigkeit des Versicherungsriesen
über die Ticker zu verkünden...
Aber dann hätte auch ein Hedge bei einem
Direktengagement nicht funktioniert.
Ein gutes Beispiel dafür, daß in Extremsituationen
insbesondere Glück und gute Nerven gebraucht werden ( da wären wir wieder bei den vier G :
Geld, Geduld, Gedanken und Glück ).
grüße
Wilhelm
Dawnrazor
04.02.2002, 20:14
Mir fällt da gerade ein Beispiel für einen anderen Pairs Trade ein: konkurrierende Technologien, z.B. DSL vs. Kabelmodem. Zumindest zu Bubble-Zeiten dürfte es da in beiden Segmenten genügend Aktien gegeben haben, mit denen man darauf wetten konnte, daß eine Technologie sich gegenüber der anderen durchsetzt, und dabei das Risiko, daß beide sich als Rohrkrepierer erweisen, zu mindern.
Oder ein anderer Trade: Long CSCO, Short JNPR vor Bekanntgabe der Cisco-Zahlen. Die Grundidee dahinter ist, daß die PR-Maschine gute Zahlen durch die Leistung des Unternehmens begründen wird, für schlechte Zahlen aber den Markt verantwortlich machen wird. Wenn man die beiden Positionen, wie vom King angesprochen, anhand ihrer Volatilitäten gewichtet (je volatiler, desto kleiner die Position), halte ich es für vorstellbar, daß man von beiden Szenarien profitieren kann.
hoellenfuerst
04.02.2002, 21:09
weiter so,
so langsam komme ich hinter die denke...
Nicht, um hier den Dicken Max zu machen, sondern um ein wenig Fleisch an die theoretische Materie zu bringen:
Obwohl mein Short-Anteil am Depot nur(!) 17% beträgt, hab ich heute fett plus gemacht. Das liegt hauptsächlich an der guten Auswahl der Long-Positionen und an der vola-abhängigen Gewichtung der Shorts. Im Grunde ist die Shortquote noch immer zu gering.
Da gibt es eigene Schwierigkeiten.
Wenn Du "unterbewertete" Aktien kaufen und "überbewertete" Aktien shorten willst, kannst Du das auch tun, aber das hat dann nicht mehr viel mit dem von mir beschriebenen Pairs Trade zu tun.
Richtig. Aber das ist die Art auf die Pairs Trades urspünglich durchgeführt wurden.
Die Kriterien für die Auswahl der Positionen ist nicht durch das Hedgen selbst bestimmt.
Daher mal ein ganz einfaches Bsp. für Trendfolger (Nichts für Dich, Wilhelm, gute Antwort, alles klar):
Long in den Werten mit großer Relativer Stärke.
Short in denen mit der geringsten.
Wenn 1. an der Trendhaftigkeit der Märkte etwas dran ist, und 2. man sich ein paar zusätzliche Regeln (Pos, Stops, ...) ausdenkt, wird man gewinnen.
Gruß
hoellenfuerst
04.02.2002, 22:40
ich kann nur danke sagen.
das war ne menge futter. bevor ich jetzt aber antworte, muß ich erstmal ne kleine denkpause haben..., da ist doch viel zu verdauen...
Dawnrazor
24.04.2002, 13:54
Mir ist am Wochenende etwas eingefallen, was mir interessant erscheint, wobei ich jedoch nicht sicher bin, ob es steuerlich keinen Gestaltungsmißbrauch darstellt.
Ich kaufe beispielsweise ein Zertifikat (das könnte schon problematisch sein, ein indexnaher Fonds wäre wohl sicherer), das sich auf den Nasdaq-100 bezieht, und shorte gleichzeitig den QQQ. Kurz vor Ablauf der Spekulationsfrist verkaufe ich die Position, die im Verlust liegt, und kann diesen Verlust gegen meine anderen Gewinne gegenrechnen. Den Gewinner behalte ich bis nach Ablauf der Spekulationsfrist und verkaufe ihn dann steuerfrei.
Gibt's irgendwelche Meinungen dazu?
hoellenfuerst
24.04.2002, 14:29
das ist eine sehr schnuckelige idee ;) , mal ne nacht drueber schlafen, und mit dem einen oder anderen reden....
wanderer
24.04.2002, 21:55
Klingt gut. Wenn man seine Longposition hält und die Short immer wieder neu eingeht - bei verschiedenen Banken, mit verschiedenen indexnahen Fonds etc. -, dann würde man laufend Verluste generieren (bei steigendem Markt bzw. geschicktem Umschichtungszeitpunkt). Optimal... Und es sieht doch beinahe aus wie Absicherung des Depots, oder etwa nicht? ;) Vor allem, wenn zwischen Long und Short kein deutlicher Zusammenhang sichtbar ist - am besten auch nicht zeitlich und über verschiedene Shorts oder longs (was Dawn ja bereits ausgeführt hat).
Es sollte nur nicht so aussehen, als ob es sich wirtschaftlich um dasselbe Geschäft handelt, sonst erkennt es der Fiskus sicher nicht an - wie z.B. das Dividenden-Stripping.
Aber fragt doch Euren Steuerberater... :)
Viele Grüße
wanderer
Dawnrazor
24.04.2002, 22:04
Ich bezweifle ja, daß das Finanzamt einen Zusammenhang herstellen kann, wenn ich zwischen hunderten oder tausenden von Aktien-Trades ein paar HOLDRs-Shorts habe und gleichzeitig in meinem deutschen Depot ein paar Fonds oder ein Indexzerti kaufe und einfach liegen lasse.
Zur Zeit grübele ich auch darüber nach, ob man die unterschiedliche Besteuerung von Aktien und Derivaten sinnvoll ausnutzen kann. Wenn man ein Derivat vor Ablauf mit Verlust verkauft, wird dieser ja voll aufs Einkommen angerechnet, bei Aktien aber nur die Hälfte.
hoellenfuerst
24.04.2002, 22:06
meiner meinung nach liegt der deal in der menge der positionen....
Zumindest kann man Einnahmen aus Stillhaltergeschäften nur gegenseitig verrechnen.
Wenn ich z.B. Puts schreibe und sie später zurück-
kaufe ( glattstelle ), wird daraus kein Spekulationsgewinn.
Man hat zwar etwas gekauft und verkauft, aber die
Reihenfolge nicht eingehalten...
Leider lassen sich Spekulationsgewinne/verluste
aus Aktien hier nicht gegenrechnen.
Das Finanzamt betrachtet Optionsgeschäfte als
sonstige Einnahmen.
Wenn ich z.B. eine Aktie durch das Schreiben von
Cov. Calls, welche tief im Geld liegen, ausliefern
lasse, habe ich den Kursgewinn deutlich reduziert
aber im Gegenzug entsprechend hohe Prämieneinnahmen generiert.
Und wie soll ich Letztere steuerlich verkürzen?
Indem ich andere Optionen ( teuer ) glattstelle,
also gebe ich schon wieder unnötiges Geld aus...
wäre doch reichlich unnötig...
Aber kein ernsthafter Grund zum jammern.
grüße
BrokerMaster II
25.04.2002, 11:26
wenn du den qqq shortest und innerhalb eines jahres wieder eindeckst, den einen index-fond kaufst und länger als ein jahr hälst,
darf es keine probleme mit dem finanzamt geben, da es ja deine sache ist was du kaufst und verkaufst und wann dies geschieht. wenn du die 1-jahres-frist einhälst kann das fa nicht machen, wenn der gewinn außerhalb des jahres liegt und der verlust innerhalb.
Dawnrazor
25.04.2002, 11:36
@BMII
Bei einem indexnahen Fonds sehe ich auch weniger Probleme, da die Performance ja nicht exakt der des Index entspricht und ich ja als Begründung anführen kann, daß ich eben nur die Outperformance des Fonds gegenüber dem Index abschöpfen will. Bei einem Indexfonds- oder Zertifikat bin ich schon skeptischer. Vielleicht kennst Du Dich ja besser mit steuerlichen Details aus, aber ich sehe da die Grenze zum Gestaltungsmißbrauch schon überschritten.
darf es keine probleme mit dem finanzamt geben, da es ja deine sache ist was du kaufst und verkaufst und wann dies geschieht.
Der Kauf und Verkauf ist schon meine Sache, aber die steuerliche Anerkennung ist Sache des Finanzamtes.
BrokerMaster II
25.04.2002, 21:25
ob fragen vom fa kommen, hängt natürlich vom bearbeiter ab. ich denke aber nicht das sich viele so gut auskenne, um sowas zuvollziehen, wenn man sich nicht täglich damit beschäftigt.
kenne leute die arbeiten 20 jahre im steuerbüro und erkennen auch nicht den unterschied ob der trade ein optionschein oder eine aktie ist.
hoellenfuerst
25.04.2002, 21:34
Der Kauf und Verkauf ist schon meine Sache, aber die steuerliche Anerkennung ist Sache des Finanzamtes.
das ist ein gewichtiger grund. und da die finanzgeier immer restriktiver vorgehen, kann man sich damit ganz schön in die nesseln setzen. meine steuerberaterin sieht die sache auch nicht so optimistisch... :rolleyes:
Gordon Shamway
25.04.2002, 21:49
Ich wär ja froh wenn ich mal Spekusteuern bezahlen dürfte . :o
hoellenfuerst
09.06.2002, 12:10
finance online-Nachricht
Sonntag, 09.06.2002, 11:17
Kenneth Griffin ist das, was Amis einen "smart guy", einen schlauen Burschen
nennen. Der 33-Jährige wacht über sechs Milliarden Dollar, die seine eigene
Firma Citadel Investment Group verwaltet. Zu Griffins Kunden zählen die Investmentbank
Morgan Stanley ebenso wie die University of North Carolina. Doch Citadel ist
keine beliebige Fondsgesellschaft. Citadel managt Hedge-Fonds.
Immer mehr Versicherungen, Pensionskassen, Stiftungen und Privatpersonen vertrauen
Hedge-Fonds wie denen von Griffin ihr Geld an. Trotz des schlechten Rufs, der
den Fonds anhängt, boomt die Branche. Allein im vergangenen Jahr flossen den
Fonds schätzungsweise 33 Milliarden Dollar zu. Rund 600 Milliarden Dollar werden
derzeit verwaltet. Tendenz steigend.
Goldman Sachs etwa prognostiziert, dass die Branche in diesem Jahr um 26 Prozent
wachsen wird.Skandale wie die Beinahe-Pleite des Long Term Capital Management
(LTCM) haben der Szene nicht geschadet. Der Milliarden-Dollar-Fonds hatte sich
1998 verspekuliert - auf Pump. Der Fall sorgte für weltweites öffentliches Aufsehen.
Die US-Notenbank organisierte eine Hilfsaktion, ein Dutzend Banken sprang rettend
ein. LTCM hat seine Schulden zurückgezahlt - der Beigeschmack indes blieb. Dabei
war der Fonds sowohl von seiner Größe als auch von seinem Verschuldungsgrad
eine Ausnahme. Aber der LTCM-Skandal hat die Branche verändert. Heute wollen
Investoren ein geeignetes Risikomanagement sehen. Völlig im Verborgenen können
die Fondsmanager kaum mehr arbeiten.Die Branche befindet sich im Umbruch"Heute
bewerben sich Hedge-Fonds bei Dachfonds, um dort aufgenommen zu werden", sagt Jacob Schmidt, Direktor der Analyse-Firma Hedgeinfo in London. Die Fonds werden
nicht mehr allein von ehemaligen Investmentbankern, Fondsmanagern und Wunderknaben
wie Griffin gegründet. Der spekulierte bereits als 18-jähriger Harvard-Student
mit Wandelanleihen und verwaltete über 260000 Dollar. Darunter auch Geld seiner
Großmutter. Mittlerweile steigen auch traditionelle Investmentgesellschaften
und Banken ins Geschäft ein. HypoVereinsbank, Deutsche Bank und auch die Allianz
- kaum ein Finanzinstitut, das nicht dabei ist. Am Boom wollen sie alle verdienen.Seit
September 2000 werden in Deutschland Anlegern Beteiligungen an Hedge-Fonds in
Form von Zertifikaten angeboten. Vor zwei Wochen kam etwa das Arix- Top-Return-Zertifikat
(788288) der Dresdner Bank auf den Markt, bereits das zweite Produkt aus diesem Haus. Aber was hat Otto Normalanleger von solchen Hedge-Fonds-Produkten? "Die
Beimischung kann in einem Portfolio das Rendite/Risiko-Profil verbessern", sagt
Gerhard Single, Vermögensverwalter bei der Baden-Württembergischen Bank. Bei
gleich hohem Risiko kann die Rendite des Gesamtdepots steigen - oder bei gleicher
Rendite das Risiko sinken. Grund für diese verbesserte Effizienz: Die Renditen
der Hedge-Fonds entwickeln sich oft unterschiedlich zu den übrigen Anlageklassen.
Allerdings funktionieren die Fonds in vielen Aspekten anders als die traditionellen
Geldanlagen Aktie, Anleihe und Investmentfonds.Hedge-Fonds sind keine gewöhnlichen
Fonds. Anteile heute kaufen, morgen verkaufen - schnelle Deals sind nicht drin.
Vielmehr sind sie eine Art privater Investment-Pool. Ein Investor ist in der
Regel eine Art stiller Gesellschafter, der einen längeren Zeitraum an den Pool
gebunden ist. Die Mindestanlagesumme liegt oft bei 500000 Dollar oder mehr.
Experten raten zu Dachfonds. Zum einen können Investoren sich über Dachfonds
mit geringeren Summen beteiligen. Zum anderen ist die Auswahl eines Hedge-Fonds
für einen Privatanleger sehr schwierig: Die Strategien sind kompliziert, die
Branche immer noch wenig transparent. Und: Der Erfolg eines Fonds hängt stärker
als bei einem normalen Investmentfonds vom Talent des Fondsmanagers ab. "Wer
in Hedge-Fonds anlegt, investiert in die talentiertesten Köpfe der Finanzbranche",
sagt Analyst Schmidt. Talente wie Griffin zu finden, ist die Aufgabe der Dachfonds.
Hedge-Fonds-Zertifikate hinken noch hinterherFür deutsche Privatanleger, die
in derartige Dachfonds investieren wollen, ist der Expertenrat jedoch nur bedingt
tauglich: Sowohl Dachfonds als auch einzelne Hedge-Fonds können in Deutschland
aus gesetzlichen Gründen nicht verkauft werden (siehe Kasten rechts). Die Finanzbehörden
drohen Inländern, die sich direkt an ausländischen Fonds beteiligen, mit einer satten Strafbesteuerung. Deshalb wählten die Banken die Zertifikats-Lösung.
Mit ihr bieten sie über mehrere Umwege die legale Teilnahme an der Wertentwicklung
eines Korbes aus Hedge-Fonds an. Im Prinzip funktionieren die Zertifikate wie
Dachfonds.
Aber: "Bisher konnten die Zertifikatsemittenten die Erwartungen nicht erfüllen",
sagt Vermögensverwalter Single. Die Deutsche Bank etwa warb für ihr Xavex Hedge
Select mit zehn bis 15 Prozent Rendite pro Jahr. Seit Auflegung im September
2000 hat das Papier 2,7 Prozent verloren (siehe Tabelle Seite 60).Nicht nur
wegen der liberaleren Gesetzgebung sind Anleger in der Schweiz und Großbritannien
besser dran. Dort werden Dachfonds schon länger angeboten. Und ihre Wertentwicklung
stellt die deutschen Zertifikate in den Schatten. So gibt es in der Schweiz
börsennotierte Aktiengesellschaften, deren einziger Zweck es ist, in Hedge-Fonds
zu investieren (siehe Tabelle Seite 58). Investmentmanager und Hedge-Fonds- Analysten
suchen dabei die einzelnen Fonds aus.
Ein Steuexperte warnt jedoch: "Ein deutscher Anleger kann sich eine solche
Aktie ins Depot legen und die Kursgewinne nach einem Jahr steuerfrei vereinnahmen,
das geht aber nur so lange gut, bis das Finanzamt dahinter kommt." Stellt sich
das Investment als Hedge-Fonds-Anlage heraus, droht eine renditevernichtende
Strafbesteuerung.Probleme, die britische Anleger nicht kennen. Die Dachfonds
werden wie normale Investmentfonds bei einem Finanzmakler oder einer Privatbank
erworben. Das Angebot richtet sich an vermögende Kunden, die ausreichend finanzielle
Mittel nachweisen müssen. Experten raten dazu, nur zehn bis 20 Prozent des Gesamtvermögens
in Hedge-Fonds zu investieren. In Großbritannien ist man ab 100000 Dollar bei
einem Dachfonds dabei. Trotz gewisser Haltefristen, die es auch bei Dachfonds
gibt, können die Anteile vor dem Kündigungstermin zurückgegeben werden. Die
Fondsanteile werden auf einem informellen Sekundärmarkt gehandelt.
Auch die deutschen Zertifikate sind nicht so liquide wie etwa ein gewöhnlicher
Investmentfonds. Der offizielle Rücknahmepreis kann im Regelfall nur einmal
im Monat berechnet werden. Zwar haben alle Emittenten den Börsenhandel eingeführt.
Der Börsenkurs wird aber nur geschätzt - und kann unter dem fairen Wert liegen.
Ein Verkauf über die Börse ist somit nur Notlösung. "Hedge-Fonds sind nun mal
nichts für den Notgroschen", so Analyst Schmidt. Wer zum Beispiel das Zertifikat
der Deutschen Bank zum fairen Wert einlösen will, muss mindestens 35 Tage vor
dem letzten Geschäftstag eines Monats kündigen. Nach 50 weiteren Tagen bekommt
der Anleger sein Geld. Von der Kündigung bis zur Auszahlung kann es also 85
Tage dauern. Eine bessere Lösung hat die Société Général gewählt. Bei ihrem
Zertifikat nehmen Anlager an der Entwicklung von bis zu 20 Einzeldepots teil.
Diese so genannten Managed Accounts werden von Hedge-Fonds-Managern im Auftrag
der Bank verwaltet. Die Manager müssen dabei ihre Positionen wöchentlich offen
legen. Dadurch kann die Bank das Risiko besser überwachen - und notfalls schneller
die Notbremse ziehen. Neben Zertifikaten gibt es in Deutschland Genussscheine.
So etwa von der österreichische Quadriga oder der deutschen Firma Nauerz & Noell.
Wer sich am Quadriga-Schein beteiligt, ordert ihn bei seiner Hausbank, mindestens
drei Tage vor Monatsultimo. Die Mindestanlage beträgt 2000 Euro. Drei Jahre
muss der Schein gehalten werden, ansonsten gibt es beim Verkauf einen Abschlag
von vier Prozent. Auch beim Genussschein sollte der Verkauf über die Börse nur
Notlösung sein.
Aber Achtung: Das Risiko eines einzelnen Hedge-Fonds ist hoch - wie das Risiko
einer einzelnen Aktie. Der Quadriga-Fonds legte zwar seit Anfang 1999 rund 64
Prozent zu. Seit Jahresbeginn machte der Fonds aber rund zehn Prozent Verlust.
Auch Wunderknaben können sich irren.
von Matthias Hoppe (Euro am Sonntag)
info@finance-online.de
macht es euch doch nicht unnötig schwer !
fangt doch einfach mal mit einem put an, den ihr gegen einen aktienbestand einkauft.
also telekomaktien im depot und dazu dann einen put auf telekom.
damit sichert ihr auch ab. und es ist einfacher zu verstehen - oder ?
Hi, master!
Es geht nicht nur um Absichern.
Es geht darum durch Ausschaltung bestimmter Risiken leichter und mehr ;) zu gewinnen.
Schau Dir mal die einzelen Beispiele an, dann siehst Du, dass ein Put auf eigene Aktien nicht das Gewünschte bringt.
Man möchte ja auch auf beiden Seiten gewinnen (können).
Gruß,
tk
Hallo King,
wie siehst Du mein aktuelles "Stillhalterhedging"?
Habe auf einen Transport-Wert ( TPG ) und einen Öl-Wert
( Royal Dutch ) Puts geschrieben...
Die eine Aktie profitiert von fallenden Öl-Preisen, die andere
profitiert von höheren Öl-Notierungen ( jedenfalls gelegentlich...).
grüße
".. Ich bin relativ bullish für IBM und relativ bearish für JNPR.
So, dann gehe ich long in IBM und short in JNPR..."
Na ja ,Kollege - das , was Du hier gerade geschildert hast,kann man nur bedingt als Hedging bezeichnen.. wobei Deine Bezeichnung eigentlich Ok ist : "Selfmade Hedging" (Betonung auf Selfmade)
Wenn Du gleichzeitig IBM kaufst und JNPR verkaufst , dann hast Du einfach zwei Positionen ,die miteinander eigentlich nichts zu tun haben..
Du sagst - Du möchtest dadurch Deine Gewinne maximieren - ich kann Dir schon jetzt sagen - damit wirst nie und nimmer Deine Gewinne maximieren.. Du wirst damit event. nicht so viel verlieren ,manchmal sogar was gewinnen - aber maximale Gewinne erzielen - wirst Du leider nicht tun..
Wenn Du "relativ bullisch für IBM" bist - dann kauf sie doch einfach! Willst Du Dich absichern , dann hol Dir OS oder shorte IBM gleichzeitig (mit einem Account geht das nicht)..Oder arbeite letztendlich mit SL's!!
Wenn Du aber gleichzeitig irgendeine andere Aktie (in Deinem Bsp. - JNPR) shortest - dann wirst du das sehr selten erleben , dass IBM steigt und JNPR im gleichen Masse fällt..Die beiden Stocks kann man nicht mal vergleichen.. An schlechten Tagen wird IBM viel mehr an Wert verlieren als JNPR ..es kann auch so sein , dass beim guten Markt IBM wg. schlechten Zahlen der Konkurenz fällt , JNPR dagegen mit dem Markt steigt usw.
Eine solche Art von Hedging , die Du vorschlägst , habe ich noch nie erlebt.. Du eröffnest einfach zwei Positionen..die ,wie gesagt , miteinander nichts zu tun haben.. Dein Verlustrisiko (und das ist ja Dein Ziel) wird davon nicht geringer..
Die MarketMaker haben dasselbe Ziel - aber sie kaufen und schorten dann eine und dieselbe Aktie und nicht verschiedene Werte...
Ich würde Dir nahelegen - wenn Du Dir so sicher bist,dass IBM steigen wird - kauf sie einfach ..und arbeite dann mit SL's..nur so kann man Gewinne maximieren..
Max :D
Hi!
Unterscheiden wir zunächst 2 Dinge!
1. Die reine Absicherung.
Das ist das, was master, maximus (IBM) und wilhelm ansprachen. Wilhelm ist insofern konsistent. Viel Glück, was der Öl-Preis macht, weiss ich auch nicht, muss man ja zum Glück auch nicht.
2. Die Kombination von long+short allgemein.
Da gibt es dann wieder 2 Möglichkeiten (wie o.g.).
a) stark positiv korrelierende stocks
Das ist das übliche Hedging in seiner ursprünglichen Bedeutung (noch vor allen Hegde-Fonds!) 1 long und 1 short. Daher auch Pairs-Trade genannt. Ich muss dann nicht (und das meine ich mit relativ!) an einem absolut gewinnen, sondern nur an einem mehr, als ich am anderen verliere. Bsp. s.o.
JNPR und IBM waren aus der Hand geschüttelt, nicht dran aufhängen. Nimm halt MAGM und ASCA oder TEO und DT oder halt SPY und QQQ.
Wo ist die Maximierung? Klar, dass das die Gewinne in diesem Trade nicht maximiert. Aber das Risiko wird verkleinert, daher die langfristig größere chance auf Gewinne. Mathematisch korrekte Maximierung sähe anders aus, aber hier geht es schlicht und stetige Gewinne! Das ist doch was!
b) freie Kombi aus long + short
Der Hintergrund ist eine Strategie, die beide Richtungen erlaubt.
Bsp. für Branchentrends:
short: Techo, Telekom, Energy.
long: Gold, Homebuilding, Gaming.
oder umgekehrt? ;)
Maxim,
wenn Du so was noch nicht erlebt hast, dann hast Du was gelernt. Ist doch auch mal was, oder? Evtl. helfen meine Erläuterungen, es nicht vorschnell als Quatsch abzutun.
Gruß,
tk
Ich habe keinesfalls Deine Gedanken als Quatsch abgetan..
Was ich letzendlich sagen wollte ,ist nämlich ,dass ich da meine Bedenken habe , ob das mit zwei verschiedenen Stocks funktionieren kann.. Der Ansatz an sich (=Absicherung) halte ich durchaus für sehr plausibel!
Max :D
PS : "stark positiv korrelierende stocks" - Du hast wohl stark negativ(!) korrelierende stocks gemeint ,oder?! Postive Korrelation heisst doch (wenn ich mich nicht irre) - die eine Aktie steigt - die andere auch.. wobei fürs Hedging das andersherum sein sollte..
Das mit dem Quatsch war so rausgehauen, ohne zu behaupten, Du hättest es gesagt.
Ich meinte schon positiv korrelieren.
Was Du meinst fiele bei mir unter 2b) freie Kombi. Da soll sich die Schere zu beiden Seiten öffnen.
Hier meine ich was anderes:
Schlechter Tag: ABC -2%, XYZ -1%
Guter Tag: ABC +1%, XYZ +2%.
Neutraler Tag: Beide 0.
Beide korrelieren positiv, aber XYZ performt ABC klar aus.
Wenn Du jetzt in XYZ long bist und in ABC short, dann hast Du den klass. Pairs-Trade.
Du kannst jetzt wieder fragen: "Warum gehts Du nicht einfach nur in XYZ long?"
Die Antwort: Weil man keine Hypothese darüber hat, wo die Aktie hingeht, d.h. wieviel gute und schlechte Tage es gibt. Der Gesamtmarkt (die Branche, etc.) sind ja auch noch da.
Um im Hedge zu gewinnen ist das aber völlig wurscht. D.h. Du hast Risiko eliminiert.
Und das ist ja grad der Vorteil! :dunce:
Gruß,
Tk
Interessant ist der Hedging-Gedanke bei Inanspruchnahme eines
Wertpapier/Lombard-Kredits.
Derzeit habe ich die Beleihung meines Depots etwas hoch-
gefahren, trotzdem ist das Risiko in etwa gleich geblieben!
So kaufte ich vor einigen Tagen Euro-Obligationen auf Yen-Kredit
und erhöhte - trotz steigender Beleihungsquote - meinen immer
noch geringen Obligationen-Anteil von ca. 10% auf 20% des
Depotvolumens. Dazu werden die laufenden Kreditkosten trotz
höherer Beleihung durch den Zinsvorteil der Euro-Obligatonen
überkompensiert: Die Yen-Kredit Sollzinsen betragen etwa 1,4%
pa und meine Euro-Obligationen mit 2 - 3 jähriger Restlauzeit
bringen rd. 5% pa ( Aa - A Rating ).
Andererseits steigt die offene Yen-Position - meine japanischen
Aktien decken durch die Yen-Krediterhöung einen deutlich ge-
ringeren Teil des Darlehens ab...
Ähnlich wie in dem Beispiel von King, kann ich durch diverse
Konstellationen zusätzliche Gewinne/Verluste durch die
Beleihung generieren:
1. Depot-Wert steigt, der Yen steigt ebenfalls = neutral
2. Depot-Wert fällt, Yen fällt = neutral
3. Depot-Wert steigt, Yen fällt = zusätzlicher Gewinn
4. Depot-Wert fällt, Yen steigt = zusätzlicher Verlust
Diese Beispiele stellen nur eine stark vereinfachte Betrachtungs-
weise dar, so kann der Yen z.B. nur leicht zulegen aber die
Zins- und Dividendenerträge bringen, wegen den sehr niedrigen
Kreditkosten, trotzdem einen zusätzlichen Gewinn etc.
grüße
Beim Hedgen kann auch eine Overall-Perspektive das Marktes nutzen.
In dem absoluten down-market, nachdem auch eher konservative Nebenwerte (Russel) wegbrachen, hab ich longs quasi ganz gestrichen und den Hedge-Gedanken damit auch.
Das ändert sich aber wieder.
Der wichtigste Aspekt des hier dargestellten Hedging ist aus meiner Sicht, relativ unabhängig von der aktuellen persönlichen Markteinschätzung seine Setups auch wirklich zu traden, long und short.
Wenn ich mir die Mühe mache und für meinen Tradingplan Stärke nach möglichen Kaufobjekten und Schwäche nach Shorts durchsuche, dann darf ich nicht erschrecken, wenn sich die individuelle Einschätzung einer Aktie als richtig erweist. Wenn der Markt sich in einem massiven Downtrend und intraday bereits wieder X Prozent im Minus befindet und ich ein Buy-signal von einem starken Wert erhalte, ist es aus meiner Sicht falsch es nicht zu traden. Ebenso falsch ist es, in der Euphorie Shortsignale nicht zu beachten. Eine in trendlosen Zeiten ausgewogene Positionierung und in Zeiten starker Trends klare Dominanz einer Marktseite ergibt sich bereits aus erfolgten und nicht erfolgten Setup-bestätigungen bzw. ausgelösten Stops. Wenn ich also bei der Auswahl der Setups möglichst streng bin, dann schiebt mich der Markt recht automatisch auf die richtige Seite. In Verbindung mit richtigem Money-management erreiche ich so die, aus meiner Sicht, grösstmögliche Sicherheit für Aktieninvestments und -spekulationen!
Gruss
Swingie
Prinzipiell hast Du sicher Recht.
Und das ist der Schlüssel-Satz:
Wenn ich also bei der Auswahl der Setups möglichst streng bin, dann schiebt mich der Markt recht automatisch auf die richtige Seite.
Das stimmt!!
Es war bei mir allerdings so, dass die strengen long-Signale ausblieben, worauf ich dachte, sie seien zu streng. Darauf hab ich sie behutsam aufgeweicht.
Das war die erste Abweichung. Kann man für falsch halten, da ich aber daran glaube, dass ich meine Signale immernoch verbessern kann, sollten Veränderungen grundsätzlich erlaubt sein (auch in puncto Trading-Frequenz). Evtl. war ja auch die Strenge der Signal übertrieben (oder ich suchte Ausreden fürs Overtrading).
Dann kam es allerdings dazu, dass die Ergebinsse der longs kümmerlich waren (was imho eher am Markt lag, als an den Signalen, diese beliebte Ausrede sei auch mir erlaubt ;)), wohingegen short die Post abging. Daher hab ich den long-Signalen in dieser Marktphase nicht mehr getraut. Ein Uptrend ist nicht immer einfach nur ein Uptrend. So dass ich mich dann nicht auf die Seite der (Hedging-) Theorie geschlagen habe, sondern auf die Seite der praktischen Erfahrung. Man kann auch sagen, dass ich die Singal-Strenge wieder erhöht habe.
Ich denke es hat mir Geld gespart.
Wie ich oben geschrieben habe, ist es so, dass das Hedging eine Markt-Meinung ersetzt bzw. überflüssig macht.
Andersrum ist es aber auch so, dass eine klare
Markt-Meinung (wo immer die auch herkommen mag ;)) den das Hedging ersetzen bzw. überflüssig machen kann.
Hedging ist strategische Demut.
Markt-Meinung ist Mut.
*Pathos!!
Hedging ist strategische Demut.
Markt-Meinung ist Mut.
Hoffentlich holst Du jetzt nicht noch Kant und Hegel aus der Tüte ;)
Das "Basteln" an den Kriterien ist die Kunst schlechthin. Laufen mir eine zeitlang lauter auch retrospektiv aussichtsreiche Longs davon, muss ich meine strengen Kriterien eventuell lockern, kaufe ich Eintagsfliegen muss ich strengere Maßstäbe anwenden.
Aber ich sollte den Wechsel nicht willkürlich vornehmen und vor allem nicht innerhalb eines Handelstages.
Insgesamt bin ich aber der Meinung, dass solange meine Kriterien flexibel sind, die Marktmeinung zweit- bis drittrangig ist.
Hab diesen etwas älteren, aber trotzdem für mich interessanten Thread gefunden, weil ich über die Positionsgröße nachgedacht habe, wenn ich long-short mache.
Ich habe momentan z.B. 100 DaxEx im Depot und bin mit 100 Telekom short. Das hat sich unabhängig ergeben, aber wenn man es als Gesamtposition betrachtet, bin ich im Gewinn, wenn sich die DTE schlechter entwickelt als der Markt.
Wenn ich diese Strategie aber weiterdenke, stellt sich das Problem der Stückzahlen. Wenn ich mir die tägliche Vola ansehe, dann haben meine 100 DaxEx etwa eine Tagesvola von
100 Stück * 0,47 Euro [mittl. Vola der letzten 10 Tage] = 47 Euro,
die 100 DTE von 22 Euro. Dh. der Dax ist stärker gewichtet.
Kann man das so einfach ausrechnen?
Dh. auch die Stückzahlen im Idealfall durch die Vola bestimmen? (im Beispiel Verhältnis 22/47)
LastAktienHero
25.07.2004, 19:22
@Reibold,
wenn Du eine Pair-Strategie fährst, dann müssen beim Kauf die Kosten für jedes Teil gleich sein.
Es werden 100 Stück von SHORT zum Preis ( von short) geshortet.
100 SHORT x Preis(short) = 40 LONG X Preis (long).
Sagen wir SHORT fällt um 10 % und Long fällt um 8 %.
Gewinn = 100 Short x Preis (short) 10 % - 40 Long x Preis (long) 8%
= 100 Short x Preis(short) x 2 % + 8% x [100 Short x Preis (short) – 40 LONG x Preis (long) ]
der letzte Term ist 0 (s.o.)
Damit ergibt sich ein Gewinn von 100 Short x Preis (short) 2 % bzw. 40 LONG x Preis (long) 2 %
Alle Positionen von über 40 Stücken von LONG werden in dem Beispiel das Ergebnis verschlechtern und alle unter 40 Stücken verbessern.
MfG