Vollständige Version anzeigen : Strategie
ruprecht69
20.02.2002, 11:38
Hallo ihr lieben !
Erstmal vorweg, ich bin sehr froh dass ich dieses Forum gefunden habe mit so vielen guten Infos, Links, ..
Nun zu meiner Frage. Beschaeftige mich seit ca. 4 Monaten mit Boersen / Traden etc..
Mich wuerde interessieren ob denn hier die Mehrzahl Daytrading betreibt (ohne Halten ueber Nacht) bzw. Aktientrading (mehrere Tage - wochen - Ende der Spekulationsfrist :) ) betreibt.
Ich dachte mir ich steig mal ein mit ein bissl Charttechnik, Ross - Haken, Durchschnitten, Widerstandsdurchbruchen bissl Analystentipps etc. und handle Aktien ueber ein paar Tage (hab nur End of Day Kurse).
Ich weiss damit kamma nich wirklich reich werden :) aber ich glaub mich packt schoen langsam die Sucht nach News, Buechern, Infos, Tips, Umkehrformationen, Charts guggen ... :)
Hab online Broker (brokerjet.at mit 30% Ermaessigung :) 10,50 Euro pro Auftrag) .. end of Day Kurse tw. mit High und Low Kursen (Wiso Boerse 3.0 Adv. Premium Abo).
Haltet Ihr das fuer einen vernuenftigen Einstieg in die Boersenwelt ?
Soll ich kurzfristige Gewinne realisieren bzw. Stopp Loss Nachziehen / viel Kaufen - Verkaufen (Spesen!) oder lt. Kosto 10 Jahre mein Depot net angucken ;) ?
Es geht nicht um Moerderviel Geld (also ca. 3-4 k Euro) fuer Euch wahrscheinlich Peanuts :D !
Greets
ruppi
Ein-Mann-Kübel
20.02.2002, 12:41
Hi,
den Hauptaugenmerk würde ich an Deiner Stelle darauf legen, was für Dich der passende Handelsansatz wäre. Was die Mehrzahl macht muss nicht unbedingt das Richtige für Dich sein.
Soll ich kurzfristige Gewinne realisieren bzw. Stopp Loss Nachziehen / viel Kaufen - Verkaufen (Spesen!) oder lt. Kosto 10 Jahre mein Depot net angucken ?
In diesem Zusammenhang wirst Du auch diese Fragen für Dich selbst klären müssen. Nur den Stopp nachzuziehen kann man als Pflicht betrachten.
Wichtig ist es vor allem einen Handelsansatz zu finden, der eine positive Gewinnerwartung hat. Analystenkommentare, Empfehlungen anderer und Zeitschriften haben keinen Nutzwert für Dich. Naja, die Zeitschriften lassen sich zum Grillanzünden verwenden.
Nachdem Du dich bereits mit Charttechnik befasst hast, solltest Du dir einige Bücher über Moneymanagement zulegen. Hierzu findest Du auch im Board einige gute Artikel, und was am wichtigsten ist, Leute mit unterschiedlichen Sichtweisen. In Büchern wird alles nur aus der Sicht des Autors betrachtet, und nie vor Deinen Augen von jemand anderem zerlegt oder gar Wiederlegt.
redsnapper
20.02.2002, 16:17
Hallo Ruprecht!
Dem posting von Kübel kann ich nur beipflichten....
Natürlich kannst Du mit EOD reich werden, es dauert halt nur etwas länger.
Die meisten deiner Fragen werden sich erledigt haben, wenn Du weißt was Du genau willst. Unter dem Aspekt eines vernünftigen Money-Managements, wirst Du mit sehr kleinen Positionen anfangen, die sehr kleine Gewinne machen.
Und Du mußt am Anfang sehr vorsichtig agieren.
Unter dem Aspekt ist dein broker klar zu teuer!
Je nachdem, was Du handeln willst, solltest Du schauen, ob es da nicht billiger geht.
redsnapper
schlaubi
20.02.2002, 17:15
@ruprecht
Ein herzliches Willkommen erst mal!
Nun mit End of Day Kursen, sowie Wieso Börse 3.0 wirst Du es sehr schwer haben mit sehr kurzfristigen Anlagen am Markt zu überleben. Es ist etwa vergleichbar mit dem Versuch in einem Opel Corsa ein Formel 1 Rennen zu gewinnen.
Mein Tip mach Dich mal erst mal schlau über die Grundkenntnisse der Charttechnik (gibt einige gute Bücher) und handle mehr im mittel bis langfristigen Bereichen, so kommt man auch an sein Ziel.
by
schlaubi
...und je langfristiger, desto weniger Gebühren. Bei kleinen Konten sind Gebühren oft tödlich.
ruprecht69
22.02.2002, 00:06
Thx fuer die Infos .. bin schon eifrig am Lesen von Murphy (Techn. Analyse) bzw. Trading is a Business (Ross). Nur noch 2 kurze Fragen...
was versteht ihr unter Mittel-Langfristig ? Woche -> Monat ?
was könntet ihr mir fuern Broker empfehlen .. denke da z.B. an IB aber mit meinem Miniportemmonaie von 3-4k Euro fuern Anfang und dem Mist 25k$-Margin faellt das wohl flach :/
Irgendwer n Tip fuer mich ... denke da an so ca 100-200 Stk./Trade - "Daytraden" sollte oefter moeglich sein als 3 x in der Woche (IB).
Gebuehren unter 10,5 Euro / Auftrag so billig wie moeglich ..
Stop Losses / Short'en wenn moegl. evtl. Optionen irgendwann mal ...
und mein Traum - wenn moegl inkl. Charting Funktionen fuer bzw. inkl. RT - Kursen :D .. am besten gratis dabei :D
Handeln wuerd ich am liebsten XETRA .. Nasdaq/NYSE/.. sind mir alle zu weit weg (Bammel da weniger Infos ....).
Thx fuern Input
Greets
Ruppi
mittelfristig, heisst bei mir alles, was länger als ein paar Tage ist.
Früher war mein Ziel eigentlich immer so 6 Monate und darüber hinaus, wenn es gut lief, weil die richtig grossen Gewinne (>100%) meist mindestens so lange brauchen. Ausserdem waren die Gewinne früher nach 6 Monaten steuerfrei. Aber die einjährige Spekufrist ist wirklich tödlich, weil zu viele Trends schon vorher krepieren.
Hiho
Genau wie du beschäftige ich mich seit über einem halben Jahr mit der Börse.
Hab einiges an Charttechnik gelernt und poste auch immer mehr eigene Analysen.
Ich habe vor einigen Tagen mein erstes Depot eröffnet (Comdirect) ersten 3 Monate nur 3€ pro trade, kostenlose Realtimekurse, am besten über Qoutetrack.
Und habe schon nach 2 Tagen 2 dumme Käufe getätigt, wobei ich bei einem mit paar € gewinn raus bin um erstmal bei dem aktuellen Markt orientierung zu finden.
Die größten Fehler, sind bei mir aktuell, ich seh wie die % nur so steigen und will mitmachen, bin richtig heiß.
Versuch dann irgenwo innerhalb eines Intraday wiederstandes mit aufzuspringen. Muss mich immer wieder bewahren davor irgendwas zu kaufen. Habe nähmlich alles andere als Lust um meine ersten 1000 Euro Lehrgeld schon nach 2 Wochen weg zu haben.
Ich habe mir, kurz bevor ich das Konto hatte, eine Watchlist mit charttechnisch ausgesuchten Stop-Buy kursen ausgewählt, jedoch als ich das Depot hatte, einfach ignoriert und wollte so drauflos.
Daytraden erfordert unendlich viel Erfahrung, mehrere Bildschirme und Kapital. Und der Anfang ist Super schwer.
Also, sei ganz vorsichtig. Das ist für den Anfang absolut wichtig.
Und nimm für den Anfang DAx und Mdax, sonst erschlägt dich die neue markt votalität und das geringe Handelsvolumen. Glaub mir, so einfach die Prozente am Neuen Markt mitzunehmen ist nicht soo einfach wie man denkt. Ich dachte es vorher auch.
Meine aktuellen Fehler, die es für jeden besonders am Anfang zu beachten gilt. (neben den anderen Grundregeln)
1. Nicht *zu* bullish sein und negative Aspekte ignorieren
(es erfordert hier auch Erfahrung und Gespür für den Gesamtmarkt um einzuschätzen um ein negativer Aspekt beachtet werden sollte)
2. Halte dich knallhart an deine Marken, versuch dir nicht einzureden, "der kommt noch" anstatt einfach mal mit +- 0 aus dem "falschen" Trade rauszugehen
3. Warten können, anstatt "schnell" mal eben Gewinne zu wollen.
Mit dem Gesamtmarkt und den Indizes traden. Dann kann nicht allzuviel schief gehen.
Und noch was :D
Ich weiß nicht, wie weit du bist, aber es kann dir sicher helfen, eigene Einschätzungen für Werte (schau einfach ins Board und erstell eine Analyse zu irgendeinem Wert über den gerade diskutiert wird). Du kannst sehen wie gut deine Prognosen waren und wo du vielleicht falsch lagst.
Außerdem, hast du bisher ein virtuelles Depot geführt ohne dich selber zu bescheißen. ;)
Wenn ja und du dich sicher fühlst, probier es einfach mal mit einem richtigen Depot, versuch dich an oben genanntes zu halten dann kannst du sicher ne passable Performance hinlegen (hoff ich, denk ich mal auch für mich =)
Grüße
Sul
Ach ja, zur Trade Zeit.
Ich würde mir schon einen Maßstab von 1-2 wochen setzen um wenigstens innerhalb Tradingranges ectr zu handeln.
Inwieweit das dann alles läuft, musst du dann schauen.
Ich hab mir persönlich Haltezeiten von mehreren Tagen, wenn es gut läuft länger ausgerechnet.
Für den Anfang sind schnelles und hektisches Reagieren absolut tabu, denn damit kommt man am anfangs einfach nervlich und von der Erfahrung einfach nicht hin.
Grüße
Sul
ruprecht69
22.02.2002, 20:42
Thxi mal fuer die nette Antwort.
Stimmt .. das schlimmste ist die Gewinne gleich einstreifen zu wollen .. die Vola macht mich da ganz nervoes :)
Das zweitschlimmste ist die Stopplimits nicht ordentlich (zu eng) zu platzieren. Ist mir schon mehrmals passiert, ausgestoppt werden saugt. :)
Aber das allerallerschlimmste ist den Chartverlauf zu beobachten wenn man schon verkauft hat ....
Glaub mir hab heut die 1/2 meiner bisherigen Verluste mit PSM wiedergut gemacht aber ...
6.5->7.5 und dann wieder doof 7.4-8.0 (dachte 8 is sicher ein Widerstand vorm Weekend) .....
soviel zur Intelligenz ;/ 2x Kaufs / Verkaufsspesen und jetzt sind sie auf 8.5 .. fulminant was da heut los war :)
Glaub ich bin der Sache nervlich nicht gewachsen .. muss da noch abgebruehter werden :)
Greets
Ruppi
PS: vielleicht hat mal wer n Tipp wie man abgebruehter werden kann .. :dunce:
Achja .. Allerallerschlimmster Fehler .. was ausm Bauch kaufen weil man glaubt man liegt richtig .... :/ ... Das passiert mir sicher nimmer ... nur mehr Chart und Funda zaehlt ...
Ein kleiner Auszug aus meiner "Online-Lektüre":
Das Individuum und sein Ego
Ihre Psyche, Ihr Ego: Unterschätzen Sie niemals Ihr Ego:
Es ist Ihr größter Feind im Trading !
Jeder ist subjektiv und ergreift für seine eigene Positionen im Markt Partei, von dem Moment an, wo er im Markt ist. Daher ist es unerläßlich, vor dem Betreten des Marktes die strategischen Eckpfeiler zu determinieren.
Bei Verlusten will keiner an die Öffentlichkeit bzw. zu seiner Frau oder seinen Freunden gehen. So kommt es, daß wir Verlustpositionen lieber offen laufen lassen, statt Sie zu liquidieren, da wir immer wieder hoffen, die Position könnte in den Gewinn laufen . ... Ohne vorher das Maximalrisiko und die Ausstiegskriterien je Trade schriftlich zu fixieren, werden Sie stets in den Hoffnungsmodus geraten und damit in den (Total)Verlust. Sie werden sich wieder und wieder ertappen, wie sie trotz festgelegter Kriterien eine Position nur schweren Herzens oder gar nicht (rechtzeitig) liquidieren. Plazieren Sie sich ein großes Schild über Ihrem Monitor mit der Aufschrift: Falle nicht in den Hoffnungsmodus !
So is des :rolleyes: ...
red...
Hi Rupprecht,
von der Preisstruktur würde ich Dir Fimatex empfehlen:
ONLINE Wertpaper-Orders kosten 0,22% bei einem Minimum von 8,70 Euro. Es gibt keine Limitgebühren.
D.h. für eine 4000 Euro Order zu 8,80 Euro Gebühren
(wenn man das breite Angebot an Ordermöglichkeiten einbezieht, das bei Interaktive Brokers derzeit nicht so gegeben ist)
ist Fimatex ein sehr günstiger Anbieter für Trader, die keinen Elite oder Starttrader-Status aufgrund ihrer vielen Umsätze haben.
Fimatex berechnet eine Depotgebühr von 0,025% pro Quartal zzgl. Mwst
Bei dem folgenden link zur Preisliste muß die kürzlich erfolgte Senkung der Minimum-Gebühr für den US-Aktienhandel auf 13,50 $ beachtet werden:
http://www.fimatex.de/03_angebot/fimatex_preisliste.pdf
Fimatex arbeitet mit einer eigenen Software, die kostenlos auf CD mitgeliefert wird. Ich arbeite mit der kostenlosen Basisversion. Bei der Kontoeröffnung erhält man 1000 Realtimekurse. Pro Auftrag erhält man 20 neue Realtime-Kurse.
Mehr Infos findest Du, solltest Du Interesse haben, im Fimatex-Thread im Börsen Know How.
Ich wünsche Dir viel Erfolg beim Lernen und Deinen Trades :)
Orgami