PDA

Vollständige Version anzeigen : Fed vs. EZB


Gordon Gecko
27.04.2001, 11:58
Während die Fed (amerikanische Notenbank) sich stark ins Wirtschaftsgeschehen einmischt und versucht durch schnelle Zinsschritte auf die Konjunktur einzuwirken verfolgt die EZB ein komplett anderes Konzept.

Oberstes Ziel für die europäischen Zentralbänker ist die Geldwertstabilität. Auf Druck der Politik und Wirtschaft reagiert man nicht.

Was meint ihr, welches Konzept ist besser? Woher kommt eigentlich die Idee, dass die Zentralbank nicht auf die direkt auf die Konjunktur achten soll, schließlich besitzen sie doch die werkzeuge zur Reparatur. Oder wirken diese nur kurzfristig?

Was meint ihr?

Gruß Gecko

schlaubi
27.04.2001, 13:41
Ich glaube beide Zentralbanken fahren die Richtige Strategie.

Die FED muß ihr Augenmerk auf die Wirtschaft richten, da die USA die größte Wirtschaftsmacht ist, dabei hängt die restliche Welt an der Entwicklung der USA.
Der Dollar selbst ist Weltweit die Refferenzwährung und damit wird es unnötig diesen zu stützen.

Die EZB hat andere Aufgaben, Europa selbst hat noch kein Eigenleben und hängt sich kunjunkturell an die USA an, war zumindest in der Vergangenheit so. Da Europa zum großen Teil vom Export in die USA abhängt, kann die EZB nur wenig Einfluß auf die Wirtschaft ausüben. Da Industriestaaten eine starke, stabile Währung benötigen ist es wichtig den Euro zu festigen. Als noch junge Währung dürfte der Euro noch Unterstützung gebrauchen.

By
schlaubi

TraderOne
27.04.2001, 21:07
ich bin in diesem punkt sehr zwiegespalten. wie lange will europa noch so tun als wäre die rezession lediglich ein amerikanisches phänomen?

am ende schlittert europa in die rezession während amerika durch weit geöffnete geldschleusen wieder an fahrt gewinnt.

während das wirtschaftswachstum laufend nach unten korrigiert wird bleiben die zinssätze bei uns konstant. und schröder & eichel tun so als hätten wir eine konjunktur wie im schlaraffenland. weit gefehlt, meine herren!

aber ich lasse mich auch gerne eines besseren belehren. vielleicht kann mir einer von euch erklären warum der eurokurs durch diese politik stabil bleiben bzw. steigen soll.

greetings,
TOne
:sunny:

schlaubi
27.04.2001, 21:26
@TraderOne

das ist ein guter Einwurf, den Du da bringst.

Die USA kriegt die Kurfe und Euroland schmiert ab, dann würden natürlich alle wieder in Amiland investieren und den Euro können wir vergessen. Die Katze würde sich in den eigenen Schwanz beißen.

Was wäre Deiner Meinung nach die richtige Strategie?
Was soll die EZB machen?

by
schlaubi

TraderOne
27.04.2001, 22:33
hi schlaubi,
persönlich hätte ich erwartet das die ezb im april die zinsen um 25 basispunkte senkt - was sie wie wir alle wissen nicht getan hat.

der nächste 25pt zinsschritt hätte dann gegebenenfalls im juni folgen können, je nachdem wie sich konjunktur/zinsen in den usa weiterentwickeln.

demnach wäre meine strategie momentan die senkung um satte 50pt im mai.

ich erwarte nicht das die ezb jeden schritt der fed stoisch nachahmt, aber ich kann ihre extrem starre haltung beim besten willen nicht nachvollziehen.
die briten sind uns da ein gutes stück voraus.

bye,
TOne
:sunny:

Cortez
27.04.2001, 23:10
Bei diesem Thema darf man nicht vergessen, daß die EZB durch die Währungsunion ein unlösbares Problem hat. Sie muß einen Zinssatz finden, der allen Staaten des Währungsraums gerecht wird, und das kann sie nicht. Europa ist anders als die USA kein einheitlicher Wirtschaftsraum, sondern Europa besteht aus Staaten mit sehr unterschiedlichen wirtschaftlichen Entwicklungen. Deutschland z. B. könnte eine Zinssenkung gebrauchen und würde sie, wenn man die Inflationsrate sieht, auch verkraften. In den Niederlanden z. B. sieht es genau umgekehrt aus. Die NL brauchen keine Zinssenkung und würden sie bei ihrer Inflationrate von 4% nicht verkraften. In Irland sieht es ähnlich aus.

Übrigens hat die EZB die Zinsen nicht so stark erhöht wie die FED. Trotz der 4 Zinssenkungen - insgesamt 2% - liegen die Fed-Funds nur knapp unter dem Hauptrefinanzierungssatz der EZB. Beim 3-Monats-Libor ist es ebenso. Wenn die EZB in absehbarer Zeit die Zinsen senken wird, sollte man sich nicht zuviel versprechen. Rasche Zinssenkungen um 2% wie in den USA sind einfach unmöglich. 1% in diesem Jahr wäre schon viel. Die EZB erwartet außerdem zu Recht, daß sich die Mitgliedsstaaten mehr Mühe beim Abbau wirtschaftlicher Hemmnisse geben. Solange die Mitgliedsstaaten - allen voran Deutschland und Frankreich - immer weiter auf neue Regulierungen setzen, anstatt Investitionshemmnisse zu beseitigen, werden wir den Produktivitätsfortschritt der USA nie erreichen.

Starke Zinssenkungen brauchen wir (Börsianer) auch gar nicht. Die Euro-Börsen kleben sowieso an den US-Börsen, wie man jeden Tag sieht. Manchmal ist es fast zum Lachen: Der Nasdaq-Future steigt um 20 Punkte (10 Uhr MEZ) und der Nemax dreht nach oben. Danach fällt der Nasdaq-Future ins Minus (12 Uhr MEZ) und der Nemax stürzt ab. Sowas oder ähnliches sieht man laufend. Um diese Zeit (bei uns vormittags) schlafen die meisten Amis und der Future-Handel ist noch nicht liquide genug, um aussagekräftig zu sein. Trotzdem starren fast alle gebannt über den großen Teich, auch wenn dort drüben gerade geschlafen wird.

Meine Meinung also: Die EZB kann nicht anders und sollte auch nicht anders. 0,25% in den nächsten Wochen oder Monaten reicht erstmal.

Cortez

Gordon Gecko
28.04.2001, 09:30
wow, gute Ausführung Cortez, nicht schlecht. Hab ich da Dein Spezialthema erwischt?

Im Grunde ist es ja noch nichteinmal erwiesen, ob man durch Zinssenkungen die Konjunktur ankurbeln kann. Die monetaristische Sicht ist ja doch ziemlich umstritten.

Ich glaube der wichtigste Effekt in Amerika, der durch Zinssenkungen entsteht, ist der positive Börseneffekt. Dieser schafft einen positiven Effekt auf die Vermögen und steigende Vermögen haben einen positiven Effekt auf die Konjunktur.
In Europa ist die Aktienkultur bei weitem nicht so ausgeprägt, von daher drängen sich die Zinssenkungen auch nicht dermaßen stark auf.

Gruß Gecko

schlaubi
28.04.2001, 12:43
@Gordon Gecko

Du könntest recht haben, daß die Wirtschaft nicht unbedinge an die Zinsentwicklung gekoppelt ist.

In den vergangenen Jahren wurden die Zinsen immer wieder erhöht, aber machte das der Konjunktur einen Abbruch, nein. Erst nach geraumer Zeit sackten die Wirtschaftszahlen ab.
Jetzt ist es umgekehrt die FED senkt die Zinsen und noch passiert nichts. Es wird seine Zeit brauchen bis diese Werkzeug seine Wirkung entfalltet.
Im schlimmsten Fall aber könnte es seine Wirkung total verfehlen, siehe Japan.

Ich bin mir nicht ganz sicher, ob die Zinsschraube wirklich das Instrument ist, das Wirtschaft und Börse lenkt.
In einem Buch "Börsentrends erkennen" von H.S.Dent habe ich folgendes gelesen: H.S.Dent geht davon aus, das die Wirtschaft vom Konsum abhängt, der Konsum hängt wiederum von den Verbrauchern ab und was Verbraucher kaufen hängt wiederum von deren Alter ab.
Ein Jugendlicher legt besonders wert auf einen neuen PC oder ein schickes Handy. Eine junge Familie kümmert sich doch vielmehr um die Kinder und Menschen mittleren alters kümmern sich besonders um die Altersvorsorge. Diese wiederum genießen ihren Lebensabend. Eine Statistik beweißt, daß die Bevölkerung in gewisse Schichten einzuteilen ist, welche ihren Konsum nach ihrem Alter ausrichten. Es ist erwießen, daß die Konsumenten ihren Zenith mit 46 bis 47 Jahren erreichen, zu diesem Zeitpunkt wird am meisten Geld ausgegeben. In diesem Alter sind die Kinder meißt schon ausgezogen und man hat das ganze Einkommen für sich. Man gönnt sich sachen, die man mit Kindern nicht machen konnte. Eine kleinere, aber feinere Wohnung (Haus), ein schickes Auto und Urlaubsreisen. Außerdem hat man noch genügend Geld um etwas beiseite zu legen, denn die Rente steht bereits vor der Tür.
H.S.Dent hat jetzt die Geburtenraten herangezogen und die 46, bzw. 47 Jahre (für die Konsumfreudigste Schicht) hinzugezählt. Das Ergebnis war beeindruckend. Es ergab sich, das der DOW (Inflationsbereinigt) ziemlich genau mit der Alterstatistik übereinstimmte. Es bleibt anzumerken, daß sich die Kaufkraft immer wieder etwas verschiebt, da die Lebenserwartung immer größer wird. Erstaunlicherweiße lag der Crash von 1929 genau in einer solchen Talsohle, ebenfalls die 70er Jahre. Es gibt einen Generationenzyklus, der sich etwas alle 40 Jahre wiederhohlt, rechnet man nun von 1929 jeweils 40 Jahre hinzu, kommt man über die 70er auf ein Datum von 2009, hier soll der nächste Einbruch im Dow erfolgen. Erstaunlicherweiße stimmt dies mit der Geburtenstatistik überein, denn in den 60ern gab es in den USA einen regelrechten Babyboom. Laut dieser Statistik soll die Wirtschaft bis ca. 2008 stabil verlaufen. Aktuell könnte man glauben H.S.Dent hat sich geirrt, den die Wirtschaft droht abzuflache. Keineswegs, denn haben wir einen kleinen Knick in der Altersstatistik. 1921 war ebenfalls so ein Knick, danach brach die USA in Goldene Zeiten auf.
Wenn man H.S.Dent glauben schenkt wird die USA in den nächsten Jahren weiterboomen, unabhängig davon wo die Zinsen nun stehen.

By
schlaubi

Gordon Gecko
28.04.2001, 13:06
Ein völlig neuer Aspekt für mich, stimmt! Hört sich schlüssig an. Seht ihr, ich denke diese Dinge sind doch wesentlich wesentlicher, als wenn die Zinsen um 25 Basispunkte höher oder tiefer stehen (sofern der Börsen-Effekt ausbleibt.)

Gruß Gecko

TraderOne
28.04.2001, 13:10
ja, da würde ich auch zustimmen. der zinssatz ist nicht das alleinige instrument zur steuerung der wirtschaft.
aber es ist eine wichtige grundlage. und als solche überaus wichtig.

nehmen wir an der index sei ein long distance runner. irgendwann kommt er an sein leistungshoch (euphoriephase), verbraucht seine energiereserven. was folgt unweigerlich? die regenerationsphase (konsolidierung). was kann man tun um dem läufer zu helfen? energiedrinks! geldhahn auf!

das ist natürlich keine garantie das der junge gleich wieder so richtig in fahrt kommt, soll er ja auch gar nicht, außerdem gibt es auch noch viele andere faktoren. sind die schuhe okay? wie ist denn das wetter? besitzt er überhaupt die grundfitness für so einen langen lauf?

warum dem erschöpften läufer nicht ein labsal gönnen und seine grundsubstanz stärken. es muss ja nicht gleich anabolika sein ....

bye,
TOne
:sunny:

TraderOne
28.04.2001, 13:24
... passt zum thema ...



Konjunktur-Pessimismus belastet Europa


Im Umfeld zunehmend pessimistischer Konjunkturprognosen für Europa, insbesondere für dessen größte Volkswirtschaft Deutschland, suchen die Märkte mühsam nach Orientierung. Nach der unerwartet deutlichen Verschlechterung des Ifo-Geschäftsklimaindex im März muss sich Europa – nach Gutachten des Internationalen Währungsfonds und der EU-Kommission - in diesem Jahr auf ein wahrscheinlich deutlich geringeres Wirtschaftswachstum als zunächst angenommen einstellen.

Dennoch kann sich die Europäische Zentralbank trotz des zunehmenden Drucks von Politik und Wirtschaft erneut nicht zu einer Senkung der Leitzinsen in der Euro-Zone durchringen. Vom wachsenden Bedürfnis nach Sicherheit profitieren einmal mehr die Finanz- und Versorgerwerte. Dagegen müssen die Technologie- und Telekomtitel erneut Federn lassen. Während die beiden spanischen Großbanken BSCH und BBVA überzeigende Ergebnisse präsentieren, hinterlassen die Quartalszahlen von Deutsche Telekom und Siemens einen bitteren Nachgeschmack.





... aber im grunde würde es mich natürlich riesig freuen wenn ich mit dieser einschätzung TOTAL falsch liege ...

bye,
TOne
:sunny:

schlaubi
28.04.2001, 13:24
@TraderOne
@Gordon Gecko

das Buch von H.S.Dent finde ich sehr interessant, aber ist eben fraglich ob er mit seiner Prognose wirklich richtig liegt.
Er hat zwar nachgewießen, daß der DOW sich paralell zur Altersstatistik entwickelt hat, aber ist daß auch in Zukunft so?
Er erwähnte z.B Japan, deren Demographischer Trend sehr negativ war, ist und auch vorerst bleibt. Seit mehr als 10 Jahren dümpelt der NIKKEI nur vor sich hin.
Stimmt hier der Zusammenhang oder nur Zufall?

Ich persönlich finde die Theorie von H.S.Dent sehr interessant, aber ich bin mir nicht ganz sicher, ob diese auch in Zukunft anwendbar bleibt.
Durch neue Technologien wird doch immer mehr eine Unabhängigkeit erzeugt.
Im 19. Jahrhundert schaute man noch aufs Wetter, war die Ernte gut, gab es ein super Jahr und die Wirtschaft lief gut. Was damals war ist heute völlig bedeutungslos.

Aber die Wirtschaft bleibt immer noch vom Konsum abhängig, deswegen bin ich der Meinung, man kann einige Punkte in seine Anlageentscheidungen mit einbeziehen.

By
schlaubi

TraderOne
10.05.2001, 13:55
ezb senkt zinsen um 25pt ... nasdaq future limit up ... more news soon ....

bye,
TOne
:cool:

TraderOne
10.05.2001, 15:09
... es bewegt sich doch noch was.

25 basispunkte sind zwar nicht viel, aber machen doch eines deutlich: die ezb wird ihre stoische haltung nicht um jeden preis beibehalten. war zuletzt der politische druck immer größer geworden und selbst vom iwf harsche kritik an duisenberg und seinen mannen laut geworden, konnten sie angesichts der kürzlich veröffentlichten konjunkturdaten die augen nicht weiter verschliessen - inflationsrate hin oder her, die zinsen müssen runter. da darf man gespannt sein, ob dies nur ein erster schritt oder eine einsame ausnahme war.

jedenfalls lässt diese kurskorrektur hoffen ...

bye,
TOne
:cool:

TraderOne
10.05.2001, 15:28
Erst zweite Leitzinssenkung in der jungen Euro-Zone


FRANKFURT (dpa-AFX) - Erst zum zweiten Mal seit dem Start des Euro 1999 hat die Europäische Zentralbank (EZB) am Donnerstag die Leitzinsen gesenkt. In der Regel hatten die Euro-Hüter im EZB-Zentralbankrat in Gegenrichtung an der Zinsschraube gedreht und damit das Geld verteuert. Maßgeblich ist dabei der Leitzins für Refinanzierungsgeschäfte. Dieser gibt seit 28. Juni 2000 den Mindestsatz vor, zu dem sich Geschäftsbanken gegen Hinterlegung von Sicherheiten für zwei Wochen Geld bei der EZB leihen können. Wir dokumentieren die EZB-Entscheidungen seit dem Start des Euro im Januar 1999:

Leitzins 1.1.1999:
Stand zum Euro-Start 3,00 Prozent
8.4.1999: Senkung 2,50 Prozent (minus 0,50 Prozent)
4.11.1999: Anhebung 3,00 Prozent (plus 0,50 Prozent)
3.2.2000: Anhebung 3,25 Prozent (plus 0,25 Prozent)
16.3.2000: Anhebung: 3,50 Prozent (plus 0,25 Prozent) 27.4.2000: Anhebung: 3,75 Prozent (plus 0,25 Prozent) 8.6.2000: Anhebung: 4,25 Prozent (plus 0,50 Prozent) 31.8.2000: Anhebung: 4,50 Prozent (plus 0,25 Prozent) 5.10.2000: Anhebung: 4,75 Prozent (plus 0,25 Prozent) 10.5.2001: Senkung: 4,50 Prozent (minus 0,25 Prozent)

EOM

schlaubi
10.05.2001, 19:15
ich glaub ich träume, damit hat wohl niemand gerechnet!

By
schlaubi

Aktienspitzel
15.05.2001, 15:06
Es wird über eine weitere Zinssenkung gemunkelt im Amiland.
Verrückt.

Gruß
ak ;)

TraderOne
22.05.2001, 10:08
die ezb wird auch weiter nachziehen müssen wenn sie die konjunktur in euroland nicht völlig abwürgen will. das war nur der erste schritt. zwar ist europa längst nicht so abhängig vom aktuellen zinssatz wie die staaten, aber ihn zu ignorieren wäre ein großer fehler.

die usa werden ohnehin solange senken bis sich sowohl die konjunkturelle lage als auch der damit verbundene markt eindeutig stabilisiert haben.

bye,
TOne
:cool:



Es hakt an allen Ecken


Die Wirtschaft lahmt. Sowohl In- als auch Ausländer sind weit entfernt vom Kaufrausch.

Frankfurt am Main - Das Wirtschaftswachstum hat zum Jahresbeginn deutlich an Dynamik verloren. Nach einer ersten Schätzung der Deutschen Bundesbank stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im ersten Quartal 2001 real um etwa 1,5 Prozent zum gleichen Zeitraum des Vorjahres. In den letzten drei Monaten 2000 hatte der BIP-Zuwachs auf Jahresbasis noch 1,9 Prozent betragen, im dritten Quartal sogar 2,8 Prozent. Das teilte die Bundesbank am Dienstag in ihrem jüngsten Monatsbericht mit.
Saison- und kalenderbereinigt ergab sich für die Monate Januar bis März 2001 immerhin noch ein Wachstum von rund zwei Prozent. Angesichts des weltweit stark eingetrübten Konjunkturklimas habe sich die gesamtwirtschaftliche Produktion damit "noch relativ gut gehalten", urteilen die Bundesbank-Volkswirte. Ein wichtiger Grund dafür seien die zu Jahresbeginn noch prall gefüllten Auftragsbücher in vielen Industriezweigen gewesen.



Kapazitäten überdurchschnittlich ausgelastet

Wesentliche Stütze sei mit einer "nach wie vor überdurchschnittlichen Auslastung der Produktionskapazitäten" das verarbeitende Gewerbe. Dagegen habe sich bei den Finanzdienstleistern die Lage "inzwischen deutlich beruhigt". In der Bauwirtschaft bestimme noch immer der "Anpassungsdruck" an die schwache Nachfrage - besonders in den neuen Bundesländern - das Bild.

Schlechter als von vielen Ökonomen prognostiziert entwickelt sich vor allem der Konsum der privaten Haushalte. Die erwartete Belebung der inländischen Nachfrage auf Grund von Steuererleichterungen zu Jahresbeginn blieb bislang aus.




Ölpreisanstieg bringt Ebbe ins Portemonnaie

Verantwortlich dafür ist nach Einschätzung der Bundesbank neben der aktuellen Teuerung bei Kraftstoffen in erster Linie die explosionsartige Verteuerung der Ölpreise im vergangenen Jahr. Oft kräftige Nachzahlungen bei den Jahresabrechnungen für Heizung und Warmwasser und daraus resultierende Erhöhungen der monatlichen Abschlagszahlungen hätten in den Geldbeuteln der Bundesbürger kräftige Spuren hinterlassen.

"Der für Käufe beim Einzelhandel zur Verfügung stehende reale Einkommensspielraum wurde dadurch deutlich geschmälert", schreiben die Bundesbank-Volkswirte. Saisonbereinigt gingen die Umsätze des Einzelhandels in den ersten drei Monaten im Vergleich zum Schlussquartal des Vorjahres stark zurück. Das Vergleichsniveau zu Jahresbeginn 2001 wurde zwar wenigstens knapp überschritten. Aber: "Die Preisbewegungen ausgeschaltet, war sogar ein deutliches Minus zu verzeichnen."



Deprimierend wenige Aufträge aus dem Ausland

Auf Grund weltweit nachlassender Konjunkturdynamik hat auch der deutsche Exportmotor die Drehzahl etwas gedrosselt - allerdings "auf relativ hohem Niveau". Vor allem im Neugeschäft sei die Abschwächung inzwischen spürbar, berichtet die Bundesbank. "So wiesen die Auftragseingänge der deutschen Industrie aus dem Ausland im Verlauf der letzten Monate erstmals seit 1998 eine kontinuierlich rückläufige Tendenz auf."

Zum Vorquartal legten die deutschen Ausfuhren in den ersten drei Monaten 2001 saisonbereinigt nur noch um knapp 0,5 Prozent zu. Der Vergleichswert zum Jahresbeginn des Vorjahrs wurde aber immer noch um imposante 13,5 Prozent übertroffen.

Während die Ausfuhren in die Partnerländer der Europäischen Währungsunion dabei eher moderat stiegen, lief das Exportgeschäft in den USA weiter auf Hochtouren. Nach Meinung der Bundesbank ist diese Entwicklung wegen des nach wie vor schwachen Euro-Wechselkurses zum US-Dollar verständlich, "angesichts der ausgeprägten Konjunkturabschwächung in den Vereinigten Staaten" aber dennoch überraschend.

Quelle: manager-magazin

EOM

snahas
23.05.2001, 13:35
ich habe nicht gelesen, was oben steht, sondern wollte nur kurz meinen Kommentar zur EZB und den Euro abgeben.
In meinen Augen hat die EZB einen RIesenfehler gemacht, als sie die Zinsen gesenkt hat. Eine Zentralbank, die als einziges Ziel die Preisstabilität hat, darf nicht in einem inflationären Umfeld die Zinsen senken. Bei der FED sieht das anders aus: sie hat überhaupt kein Ziel verkündet. Das heisst zwar ein Mangel an Transparenz, bedeutet aber keinen Vertrauensverlust, wenn sie die Wirtschaft ankurbeln will.
Die EZB hat damit das letzte Vertrauen verspielt, dass sie vielleicht irgendwo genossen hatte. Eine Zentralbank, die sich als unabhängig nennt und als Ziel die Preisstabilität hat, hat sich nicht nach dem Willen der Bevölkerung und der Politiker zu richten. Wir sehen jetzt durch den Abrutsch des Euro, wie wenig Vertrauen noch in die Stabilitätspolitik der EZB gehegt wird.

Die jüngsten Inflationszahlen hierzulande unterstreichen den Fehler der EZB und erklären mitunter, weshalb es mit dem Euro weiter bergab geht.

TraderOne
23.05.2001, 16:26
hi snahas,
ich kann sehr wohl nachvollziehen das sich die ezb in einer misslichen lage befindet. warum sie aber den zinssatz trotz extrem schwacher konjunktur, und damit meine ich nicht die schöngeredeten wachstumsraten sondern die tatsächliche lage, stabil halten soll, leuchtet mir nicht ein.

wie sehen die anderen das?

bye,
TOne
:cool:

snahas
24.05.2001, 16:39
traderOne,
die EZB hat das Ziel, die Inflation zu verhindern. Ihr Ziel ist es nicht, durch ihre Geldpolitik der Wirtschaft auf die Beine zu helfen. Wenn sie dies tut, dann wird sie an Vertrauen verlieren.
Genau das ist jetzt der Fall.

TraderOne
24.05.2001, 16:59
ein interessantes thema, snahas. in meinen augen (und es ist tatsächliche meine eigene auslegung) sollte die ezb ihren focus nicht verengt auf die inflationsrate richten sondern einen breiteren horizont betrachten, der unter anderem auch die konjunkturelle lage europas beinhalten sollte.

sollte es aber die aufgabe der ezb sein nur die inflationsrate im blick zu behalten und ein absaufen der wirtschaft dabei billigend in kauf zu nehmen, dann hat sie sich offenbar dem politischen druck gebeugt und ihre aufgabenstellung missachtet.

ist es denn so? was ist ihre tatsächliche, gesetzlich definierte aufgabe??

bye,
TOne
:cool:

snahas
24.05.2001, 17:20
nun ja, es gibt keine Diskussion mehr, was die EZB tun sollte oder auch nicht, da ihre Ziele feststehen und dies zum grossen Teil auf der extrem guten Performance und Erfahrung der Bundesbank fusst. Die Inflation in Schach halten hat sich als das anstrebenswertere Ziel herausgestellt, wobei es um einiges leichter ist, das Wirtschaftswachstum zu steuern.
Die EZB verfolgt ihre Strategie der zwei Säulen. Wenn sie nun auch nur geringfügig davon abweicht, dann wird das als inkonsequentes oder intransparentes Handeln gesehen und schadet der allgemeinen Stabilität. Transparenz und Glaubwürdigkeit sind einer der Eckpfeiler überhaupt im Funktionieren eines Zentralbanksystems.
Die EZB kann und soll die Wirtschaftspolitik unterstützen, aber nur solange das alleroberste Ziel der Preisstabilität nicht gefährdet wird.

TraderOne
24.05.2001, 20:25
snahas, danke für deine ausführungen. man spürt das du dich eingehend mit den finanzsystemen dieser welt befaßt. kannst du kurz erläutern welche bewandnis es mit der 'strategie der zwei säulen' hat? oder einen link posten falls es den rahmen sprengt?
ich wäre sehr interessiert näheres darüber zu erfahren.


vielen dank,
TOne
:cool:

TraderOne
25.05.2001, 13:05
... zu genau diesem thema im manager-magazin:

ezb & zinsen (http://www.manager-magazin.de/geld/artikel/0,2828,135978,00.html)

bye,
TOne
:cool:

snahas
25.05.2001, 13:21
hi TraderOne,
ich kenne mich damit so gut aus, weil Zentralbankpolitik, Geld-&Währungspolitik eines meiner Spezialisierungsfächer im Examen war.

1. Säule: Prominent role for money (d.h. die Geldmenge soll nicht mehr direkt gesteuert werden! Die Geldmenge dient nur noch als wichtigste Informationsvariable im Entscheidungsbildungsprozess. Der Geldmenge (M3) wird eine LeadingIndicator-Eigenschaft bezüglich der Inflation eingeräumt)

2. Säule: Inflationsziel mit breit angelegter Inflationsprognose basierend auf einer Vielzahl makroökonomischer Informationsvariablen, wie z.b. Bruttosozialprodukt, Arbeitslosigkeit, Wechselkurs...usw.

Cortez
25.05.2001, 21:12
Hi,

Nr. 1 traf auf auf die Deutsche Bundesbank zu, die jetzt bedeutungslos ist, und Nr. 2 ist Greenspan. Was die EZB macht, ist mir nicht klar. Habe ich was verpaßt? Hat die EZB eine klare Ausrichtung definiert?

Cortez

snahas
26.05.2001, 02:27
Falsch Cortez,
Nummer 1 traf nicht auf die Bundesbank zu. Die Bundesbank verfolgte mitunter ein Geldmengenziel, d.h. sie hat versucht, den Geldmengenwachstumspfad zu steuern. Genau das macht die EZB nicht mehr.
Nr.2 ist auch nicht Greenspan. Nr. 2 bedeutet eine explizite Inflationszielpolitik ohne Zwischenziel. Die Fed verfolgt aber eine Geldpolitik mit impliziten Anker, auch "Just do it - approach" genannt. Dabei wird der Inflation im Moment grosse Bedeutung beigemessen, mehr aber auch nicht. Man kann die FED Politik auch als eine Realzinspolitik sehen. Aber neben der Inflation versucht die FED auch die Volkswirtschaft als ganze zu steuern. SIe hat auch kein Inflationsziel genannt, insofern fällt es auch schwer zu beurteilen, wie gut die FED ist. In der 2.Säule ist genau definiert, wie hoch die Inflation sein darf.

TraderOne
13.06.2001, 10:28
... tja, die situation ist für die ezb wahrlich nicht einfach ... zinssenkungen unter diesen umständen ein großes risiko ...

TOne
:cool:


Auf Sieben-Jahres-Hoch

Die Preise sind im Mai in Deutschland so stark gestiegen wie seit siebeneinhalb Jahren nicht mehr.

Wiesbaden - Höhere Preise für Autofahren, Heizen und Ernährung haben die Inflationsrate auf den höchsten Stand seit über sieben Jahren steigen lassen: Die Teuerungsrate kletterte im Mai um 3,5 Prozent über den Stand des Vorjahres, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte.
Konjunkturexperten rechnen aber mit einem Nachlassen des Preisdrucks im Laufe des Jahres. Im April 2001 betrug die Teuerung gegenüber dem Vorjahresmonat noch 2,9 Prozent. Den Angaben zufolge war die Inflationsrate im zurückliegenden Monat die höchste seit Dezember 1993; damals lag sie bei 4,2 Prozent.

Energie als Preistreiber

Preistreiber im Mai waren vor allem Kraftstoffe, Lebensmittel und Haushaltsenergie. So verteuerte sich den Angaben zufolge Treibstoff im Vergleich zum Vorjahresmonat um 15,4 Prozent. Im Bereich Haushaltsenergie stiegen die Umlagen der Mieter für Zentralheizung und Fernwärme um 28,1, die Preise der Privathaushalte für Gas kletterten um 25,8 und für leichtes Heizöl um 6,4 Prozent nach oben. Ohne Heizöl und Kraftstoffe hätte der Gesamtindex von Mai 2000 bis Mai 2001 nur um 2,9 Prozent zugelegt.

Nahrungsmittel teurer

Die anhaltenden Preissteigerungen bei Nahrungsmitteln beliefen sich binnen Jahresfrist auf durchschnittlich 6,7 Prozent. Vor allem für Fleisch und Fleischwaren (plus 9,5 Prozent), Gemüse (plus 15,4 Prozent), Obst (plus 10,6 Prozent) sowie Molkereiprodukte und Eier (plus 4,5 Prozent) mussten die Verbraucher tiefer ins Portemonnaie greifen.

Billiger wurden dagegen Bohnenkaffee (minus 5,1 Prozent), Haushaltsgeräte wie Geschirrspülmaschinen (minus 2,5 Prozent) und Kühlschränke (minus 1,7 Prozent). Auch technische Geräten wie Farbfernsehgeräten (minus 2,0 Prozent) und HiFi-Midianlagen (minus 3,9 Prozent) wurden günstiger.

Die CDU-Vorsitzende Angela Merkel bezeichnete die derzeitige wirtschaftliche Lage als Desaster. Die hohe Inflationsrate bedeute für viele eine `Enteignung durch die Hintertür". Bei der strukturellen Arbeitslosigkeit zeige sich keine Besserung, und im internationalen Vergleich der Wachstumsprognosen liege Deutschland auf dem letzten Platz. Diese Probleme seien hausgemacht, nun schlügen die falschen Gesetze durch, sagte Merkel.

Für die neuen Länder und Ostberlin ermittelten die Statistiker eine Teuerungsrate von 3,8 Prozent gegenüber Mai 2000. Im Vergleich zum Vormonat stieg der Index um 0,6 Prozent. Der höhere Preisanstieg innerhalb Jahresfrist in den neuen Ländern ist nach Angaben des Bundesamtes im Wesentlichen darauf zurückzuführen, dass die ostdeutschen Haushalte von den steigenden Preisen bei Lebensmitteln und Haushaltsenergie stärker betroffen waren als die westdeutschen Haushalte.

Ifo erwartet Inflation 2002 unter zwei Prozent

Das ifo Institut für Wirtschaftsforschung in München erklärte, entscheidend für die weitere Prognose sei, wie schnell der Preisdruck aus dem Ausland vor allem auf den Rohölmärkten nachlassen werde. Mit Ausnahme von Energieträgern und Lebensmitteln seien aber `Inflationsimpulse auf breiter Front nicht in Sicht", sagte Wolfgang Nierhaus. Insgesamt werde das Verbraucherpreisniveau im Jahresdurchschnitt voraussichtlich um 2,75 Prozent höher liegen als im abgelaufenen Jahr. Erst im Jahr 2002 wird nach ifo-Einschätzung die Preissteigerungsrate in Deutschland wieder unter die Zwei-Prozent-Marke fallen.

quelle: manager-magazin

Steven Broker
15.06.2001, 08:25
Der Präsident der FED Richmond Alfred Broaddus sieht den Ausblick für die US Wirtschaft trotz der momentanen Abschwächung mittelfristig und längerfristig als sehr gut an. Die FED wollte das wachstum ein wenig zügeln, nun sei die Verlangsamung deutlicher als vorhergesehen ausgefallen. Insgesamt gebe es jedoch keinen Grund an den guten Aussichten zu zweifeln.

Am 27 Juni kommt die FED zu ihrem nächsten Meeting zusammen, auf dem die meisten Marktbeobachter eine weitere Zinssenkung von 0,25 Punkten erwarten. Bisher senkte die FED fünf Mal die Zinsen in diesem Jahr.

SB:cool:
Was meint Ihr? Ich glaub mehr als ein viertel Prozent ist nicht drin!

TraderOne
15.06.2001, 14:41
50pt. es ist noch nicht überstanden .... :(

bye,
TOne
:cool:

Steven Broker
15.06.2001, 15:08
...zurückgenommene Erwartungshaltung in Amerika so ansehe, sind wohl doch noch 50 drin, das wär aber schon Krass, wenn man sich die letzten Zinsschritte mal vor Augen hält!!!
Und da gibt es immernoch Leute, die Fragen, wann die Rezession denn nun kommt?
SB:cool:

TraderOne
15.06.2001, 21:09
... uneinigkeit ...

TOne
:cool:


Mixed view in Fed discount-rate minutes

While a majority of regional Federal Reserve bank presidents favored the half point cut to the discount rate that ultimately prevailed at the central bank's May meeting, some saw mixed signs in the economy and asked for a tamer quarter-point rate reduction. Minutes of the past year's discount-rate meetings were released by the Fed on Friday. The discount rate is used between the Fed and its regional banks and is often moved in tandem with the Fed's key borrowing target, the federal funds rate. Banks favoring the more-aggressive cut noted continued weakness in manufacturing, consumer confidence and a sharp drop in April payrolls. But some bank directors countered by noting ongoing strength in the energy sector and still-strong income and consumption levels. One bank even lobbied for a steady discount rate policy, citing progress made in inventory reduction.

quelle: bigcharts

TraderOne
26.06.2001, 14:40
@all
die aktuell niedrigere inflationsrate könnte und wird etwas zinsphantasie in den gebeutelten deutschen & europäischen markt bringen - aber vergeßt nicht das es einige zeit dauern wird bis die senkungen greifen. :(

auf der positiven seite ist zu vermerken das die zinssenkungen in den usa bald den markt stark beeinflussen dürften. wenn sich das aufleben der us-konjunktur mit zinssenkungen der ezb vereint ist mittelfristig die saat für eine starke rallye gegeben. :)

es bleibt wie immer spannend.

bye,
TOne
:cool:


Ifo gibt Konjunktur-Pessimismus neue Dimension

Das Münchener Ifo-Institut hat seine Prognose für das Wirtschaftswachstum in Deutschland in diesem Jahr drastisch nach unten korrigiert. Ifo-Chef Hans-Werner Sinn sagte, die deutsche Konjunktur sei nahe an einer Stagnation.

Das Institut erwartet für das laufende Jahr nur noch eine Wachstumsrate von 1,2 Prozent. Damit gaben die Wirtschaftsexperten die bislang niedrigste Prognose der sechs führenden Wirtschaftsinstitute in Deutschland ab. In der zweiten Hälfte des Jahres sei nur eine mäßige Erholung der Konjunktur zu erwarten. Angesichts dessen werde die Bundesregierung auch ihr Ziel verfehlen, die Arbeitslosenzahl bis zur Bundestagswahl im Herbst 2002 unter 3,5 Millionen zu drücken. Mit einer Rezession in der klassischen Definition - ein Schrumpfen der Wirtschaft in mindestens zwei aufeinander folgenden Quartalen - sei aber nicht zu rechnen, sagte Sinn weiter.


2002 geht es bergauf

Erst für 2002 erwarten die Wirtschaftsforscher aus München wieder ein stärkeres BIP-Wachstum von 2,2 Prozent, wenn der private Verbrauch sich zur Konjunkturstütze entwickele. Damit bleibe Deutschland aber Schlusslicht in der Euro-Zone, in der das Ifo insgesamt mit 1,9 (2001) und 2,4 (2002) Prozent Wachstum rechne.

In ihrer gemeinschaftlichen Frühjahrsprognose waren die sechs führenden Wirtschaftsforschungsinstitute, zu denen auch das Ifo gehört, für 2001 noch von 2,1 Prozent Wachstum in Deutschland ausgegangen. Anfang März hatte das Ifo-Institut in einer eigenständigen Prognose noch mit einem Wachstum von 2,3 Prozent gerechnet. Das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) hatte bereits in der Vorwoche seine Prognose auf 1,3 Prozent zurückgenommen, das Hamburger HWWA und das Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) schraubten ihre Erwartungen zuletzt auf jeweils 1,7 Prozent herunter.


Inflationsrate bleibt hoch

Angesichts der stark gestiegenen der Ölpreise, der Schwäche des Euro und der höheren Nahrungsmittelpreise auf Grund der Rinderseuche BSE und der Maul- und Klauenseuche (MKS) sei in diesem Jahr in Deutschland mit einer Inflationsrate von 2,75 (Vorjahr: 1,9) Prozent zu rechnen, sagte Sinn weiter. Weil jedoch die Kerninflationsrate - ausschließlich Nahrungsmittel und Energie - in diesem Jahr lediglich 1,5 Prozent betragen werde, sei ein Inflationsimpuls auf breiter Front nicht in Sicht. Erst 2002 werde sie wieder auf 1,7 Prozent sinken.

Vor der Einführung des Euro-Bargelds erwartet das Institut nach den Worten Sinns keine Erholung der europäischen Gemeinschaftswährung auf den Devisenmärkten. Für weniger wahrscheinlich halte das Ifo-Institut auch, dass Spekulationen über die Gesundung des Euro im Vorfeld der Bargeld-Einführung zu einer Trendwende beim Euro-Kurs führe.


quelle: ftd

Steven Broker
26.06.2001, 23:45
Ich rechne mit 25 Basispunkten, nicht mehr! Aber ich lag ja letztes Mal schon falsch, aber ich denke, der olle Grünspan will sich noch einen Puffer schaffen, um vielleicht nochmal senken zu können, leider erst nach der Sommerpause!
Was denkt Ihr, und wann kommt morgen die Entscheidung? Um 20.00 Uhr?

SB:cool:

TraderOne
27.06.2001, 20:32
gut getippt, steven. es sind in der tat 25pt. und was schliessen wir daraus? :confused:

TOne
:cool: