Vollständige Version anzeigen : Flatliners - Leben nach dem Tod?
In einer britischen Studie mit 63 Herzstillstand-Patienten berichteten jüngst sieben Betroffene, nach dem Herzstillstand Freude und Hoffnung gefühlt und ein helles Licht am Ende eines Tunnels gesehen zu haben. »Diese Studie liefert die bisher besten Hinweise darauf, dass es ein Leben nach dem Tod gibt
>> Glaubt ihr an ein Leben nach dem Tod? An eine Widergeburt? oder an das endlose Ende? Was ist Ende? Wie lang ist die Ewigkeit, wenn man nicht weiss was Zeit ist. Ist eine Wiedergeburt in der Ewigkeit unmöglich?
Habt ihr Euch diese Dinge schonmal überlegt?
Wäre klasse, wenn wir uns mal ein paar tiefere Gedanken hierzu macht.
-Trader-
Flinx2000
09.05.2001, 19:13
Hallo Trader,
also über diese Studie habe ich mich gewundert, denn diese Erfahrungen sind nichts Neues. Seit vielen Jahren berichten wiederbelebte Patienten von diesem Phänomen. Die Erklärung hierfür sehen Mediziner in einer Halluzination, die im Gehirn und/oder im Auge, bzw. im Augennerv entsteht. Ob das ein Sauerstoffmangel oder ein Sauerstoffüberschuß, oder eine Fehlfunktion wegen Mangels oder Überschuß einer anderen Substanz ist, weiß ich nicht. Dennoch scheint mir diese Erklärung im Moment am plausibelsten zu sein. Ich werde noch mal im Netz nach Erklärungen suchen.
An ein Leben nach dem Tod glaube ich nicht. Was immer die Seele ist, es gibt kein geheimes Kämmerchen oder ein Organ, in dem sie beherbergt wird. Die wäre in den letzten Jahrzenten mit Sicherheit entdeckt worden. Vielmehr scheint das Bewußtsein ein Resultat der extrem komplexen Vernetzung von ungeheuer vielen Nervenzellen zu sein. Das wachsende Verständnis der Geisteskrankheiten zeigt immer wieder sehr deutlich, daß Defekte im Verhalten oder der Persönlichkeit sehr stark an das Vorhandensein oder die Abwesenheit von Neurotransmittern (=Botenstoffe zwischen Nervenendigungen, dienen der Informationsübermittlung) gekoppelt sind. Auch andere Substanzen können eine Rolle spielen. Das legt den für viele Menschen unakzeptablen Schluß nahe, daß wir nichts weiter als ein Stück Natur sind, das nach chemischen und physikalischen Gesetzen funktioniert. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Deshalb sollten wir Menschen uns vielleicht doch nicht ganz so wichtig nehmen? Oder? Mit dem Tod, wenn diese Strukturen vergehen, wird auch das Bewußtsein erlischen, zumindest gehe ICH davon aus.
Die Wiedergeburt schließe ich aus, denn Du mußt bedenken, daß die atomare Zusammensetzung Deines Körpers nach dem Tod komplett aufgelöst wird. In dieser atomaren Zusammensetzung wirst Du nie wieder existieren! Je nachdem, ob Du nun in einer Kiste vor Dich hinmoderst, was ich im übrigen bevorzugen würde, denn dann könnten die Atome meines modernden Körpers von Pflanzen und Tieren aufgenommen und eingebaut werden, oder ob Du verbrannt wirst, die Bestandteile, die von Dir übrig sind, leben in irgendetwas anderem weiter. Sozusagen eine ungerichtete Teilunsterblichkeit. Aber da ist noch eine Sache, die mich stark an der Wiedergeburtstheorie stört. Angenommen das wäre wirklich möglich, wer schreibt dann gerade? Bin ICH das, und schreibe ICH was ICH tatsächlich denke oder ist da irgendwer oder irgendetwas in meinem Kopf? Ich glaube, ich ziehe es vor ein Individuum zu sein.
In Erwartung einer interessanten Diskussion
Gruß Flinx
Gordon Gecko
09.05.2001, 19:45
hi flinx, ich bin beeindruckt. Ich selbst vertrete ja in solchen Diskussionen grundsätzlich einen wissenschaftlichen Ansatz. Und verneine Gott, den Himmel und auch die Wiedergeburt.
Allerdings bin ich mir offensichtlich meines Standpunktes nicht so sicher wie Du. Eines macht mir immer wieder zu schaffen. Und das ist das Bewusstsein ICH! Ich stelle mir die Frage: Warum gibt es MICH? Dieses Bewusstsein, hätte es das nie gegeben, wenn mein Vater meine Mutter nicht gefunden hätte? Oder hätte es dieses Bewusstsein vielleicht irgendwann mal geben können?
wenn ja, warum nur einmal?
Was Trader über die Ewigkeit schreibt gefällt mir. In der Ewigkeit passieren mathematisch genau unendlich viele fast unmögliche Zufälle. Wenn man zwischen diesen Zufällen ohne Zeitgefühl ist, passiert einer nach dem anderen.
>> Also, ich nehme die Menschheit nicht zu wichtig. Lediglich das Bewusstsein.
Sind noch weitere Zweifler an Bord?
Gruß Gecko
Flinx2000
09.05.2001, 23:44
Hallo Gordon,
das Individuum ist zwar mehr als die Summe seiner Gene, dennoch ist Dein Gehirn und damit auch Dein Geist letztlich das Produkt aus den Chromosomensätzen Deiner Eltern. Ich würde einfach mal behaupten, daß es Dich als Gordon, so wie Du Dich selbst kennst, gibt, weil Deine Eltern sich gefunden haben. Du bist "einmalig". Da dies eine unumstößliche Tatsache ist, würde ich mir den Kopf über den Sinn nicht allzusehr zerbrechen. Der Sinn hängt letztlich nur an Dir selbst. An dem, was Du daraus machst. Ich denke das viele Menschen mit dieser Erkenntnis Probleme haben, weil ihnen das einfach zu wenig ist. Alles muß super sein und wenn Du Dir mal das Privatfernsehen anschaust, wirst Du feststellen, daß die ganze Lockerheit, der Sex und das coole Feeling inszeniert ist. Es ist nicht echt, nicht wirklich.
Wenn man ehrlich ist, wird man früher oder später feststellen, das kommt automatisch wenn man älter wird, daß vieles zur Routine wird, daß auch die Langeweile zunimmt, schließlich passieren nicht jeden Tag unaufhaltsam viele neue Dinge. Auch in dieser Beziehung tritt so etwas wie Sättigung ein. Spätestens dann solltest Du Dir Gedanken machen, was Du willst. Und dies auch tun. Ein großes Problem ist häufig eine Entscheidung zu treffen. Ich habe es am Anfang so gemacht, daß ich mir aufgeschrieben habe: Vorteile-Nachteile. Dann habe ich mich entschieden und ich habe nie eine Entscheidung bereut, zumindest keine wichtige. Denn: wenn ich mich heute für irgendetwas entscheide, nachdem ich alle Vor- und Nachteile abgewogen habe, dann war die Entscheidung in genau diesem Moment in Ordnung und aufgrund der Abwägung nicht anders möglich. Wenn sich im Nachhinein die Umstände ändern, so ist das Pech oder vielleicht auch Glück, aber es war nicht vorherzusehen. Folglich muß man später nicht lange jammern (bereuen), wenn´s in die Hose gegangen ist, sondern die Lage akzeptieren, vergessen und ändern. Damit liegst Du immer richtig, aktiv sein und nicht passiv zuschauen, was mit Dir passiert.
Gruß Flinx
PS: Den wissenschaftlichen Ansatz habe ich mir auch zu Eigen gemacht. Ich glaube im Prinzip nur das, was ich "sehe".