Vollständige Version anzeigen : Turnaroundwerte - Auswahlkriterien
Vorneweg möchte ich erst mal die Turnaround-
Situationen, um die es hier geht, näher definieren:
Es handelt sich um Aktien, welche aus diversen
Gründen - und seit längeren Zeiträumen - von der
breiten Masse der Anleger gemieden werden.
Auswahlkriterien sind in erster Linie Fundamental-
Daten und eine, sich daraus ableitende Motivation,
warum gerade diese Aktie sich für einen
antizyklischen ( Contrarian ) Kauf anbietet.
Nicht jedes Papier, daß sich in den letzten Jahren
im Kurs halbiert oder noch deutlich mehr verloren
hat, eignet sich für ein, in diesem Fall eher
mittelfristiges ( irgendwo zwischen 6 und 30
Monaten ) Investment.
Zunächst ist meiner Meinung nach die Aktionärs-
Struktur zu untersuchen.
Zu den oftmals zugängigen Daten zu Großaktionären
sind auch Überlegungen über die Rolle, welche das
Papier in den letzten Jahren spielte von Interesse: Bei einer früheren "Mode-Akie" wie
z.B. Nortel oder EMC dürfte, trotz heftigen
Kurserosionen, noch immer eine Vielzahl von
Papieren in Händen von Privatanlegern liegen,
welche erst von der letzten Hausse angelockt, den
Ausstieg verpassten und womöglich sich beim
verbilligen ( nachkaufen ) ein weiteres Mal die
Finger verbrannten...
Diese Aktien haben durch jederzeit mögliche,
technisch bedingte, Kursausschläge ebenfalls
ihre Reize, sind aber eher etwas für einen eigenen
Thread.
Typischerweise finden sich Contrarian-Aktien
oftmals außerhalb der, während der letzten Hausse,
gefeierten Branchen.
Als Beispiel von bekannten Turnaround-Situationen
möchte ich Philip Morris und Marks&Spencer nennen.
Beide Aktien erholten sich von ihren Mehrjahres-
tiefs innerhalb eines Jahres um ca. 100% - trotz
ihrer hohen Marktkapitalisierung.
Hierbei führten folgende Kaufkriterien
zum Erfolg:
- Die Firma verfügt immer noch über einen starken
Markennamen, bzw. ist trotz Problemen Branchen-
führer.
- Die Aktie ist fundamental ( KUV, Buchwert )
im Mehrjahresvergleich extrem billig ( die
Verschuldungssituation beachten ).
- Kaum ein Analyst/Chartist erkennt noch einen
Kaufgrund.
- Die Aktionärsstruktur scheint "gesund" - daher
hat idealerweise ein "Ausverkauf", trotz vorher
verpasster Hausse, stattgefunden und die Aktie
gibt bei weiterhin schlechten Nachrichten kaum
noch nach.
Um einiges schwieriger sind Turnaroundkandidaten
aus dem Small/Midcap-Bereich als solche zu
erkennen.
Hier sind quasi als "Entlohnung" noch größere
Kursgewinne möglich aber die o. g. Bedingungen
lassen sich weniger leicht überprüfen.
Die Marktführerschaft ist hier eher in Gefahr,
die Aktie wird kaum noch von Analysten verfolgt,
historische Daten sind zu wenig vorhanden, usw...
Vielleicht bringen mal die Boardmitglieder, welche
einschlägige Turnarounderfahrungen machten
oder interessante Kauf-Kandidaten entdeckt haben,
ihre Beiträge hierzu.
Grüße
Wilhelm
hoellenfuerst
27.03.2002, 22:28
wenn ich dich richtig interpretiere ziehst du das management überhaupt nicht in die überlegungen mit ein?
Hallo Höllenfürst,
das Management spielt auch eine Rolle. Oftmals
kann man ja eine Aktie billig erstehen, gerade
weil das derzeitige Management wenig glücklich
operiert(e), um es mal vorsichtig auszudrücken...
In einem andern Fall ( z.B. Marks&Spencer ) wurde
die Aktie trotz neuem Management zunächst weiter
fallen gelassen, da niemand an einen Turnaround
in absehbarer Zeit glaubte. Das Sentiment war hier
so schlecht, daß erstmal nach unten übertrieben
werden mußte. Genauso kann eine Aktie anspringen,
nur weil die Nachricht über einen neuen Chef
verbreitet wird ( "Erlöserkäufe" ).
Das Kriterium Management ist eher schwieriger
zu bewerten, als nackte Kennzahlen...
grüße
schlaubi
30.03.2002, 11:05
Den Erfolg oder Mißerfolg eines Management kann man doch aber auch an den Ergebnissen der Vergangenheit messen. Waren die Zahlen gesund und wurden die Prognosen erfüllt? Gelang es einen starken Markennamen aufzubauen, bzw auszubauen und die Marktstellung zu verbessern? Das sind doch positive Zeichen eines fähigen Managements, oder?
frohe Ostern
schlaubi
wanderer
03.04.2002, 01:40
Auch ein Auswahlkriterium für das Management wäre, sich zu überlegen, ob man dem Firmenchef 1.000 Euro leihen würde. Dieses Kriterium klingt vielleicht sonderbar, aber es hat mir bereits einige Male große Verluste erspart. Unter anderem bei einigen Neuen Markt Werten, aber nicht nur dort.
Soll heißen, wenn man einen Manager für nicht integer oder unfähig hält, dann kann man sich nicht sicher sein, daß er einen nicht bescheißt oder einfach den Laden nicht im Griff hat. Und dann sollte man sein Geld am besten nicht in der Firma haben.
Ein Beispiel: Auf einer Unternehmenspräsentation eines Unternehmens (Neuer Markt) wußte der Unternehmenschef den für das laufende Jahr geplanten Umsatz und die Eigenkapitalrentabilität nicht und mußte erst seinen Investor Relations-Manager fragen. Hei, wenn der Chef nicht mal die Umsatzplanung kennt... :eek:
Grüße
wanderer
Hallo wilhelm
Da wir uns in einem anderen Thread schon mal 'gefunden' haben, begrüsse ich Deine Initiative diesen Thread zu starten. Da ich zu Quartalsende immer nach 'antizyklischen' Aktien Umschau halte bin ich also mittendrin entsprechende Werte zu finden.
Da ich mir für diese Angelegenheit immer genügend Zeit nehme und demzufolge auch eine gründliche Analyse zu jedem Wert einbeziehe, werde ich mich später hier nochmals melden.
Da ich das 'A' bereits durchgearbeitet habe, fällt mir momentan z.B. die schwedisch/schweizerische Kooperation ABB 919730 ein.
Die Aktie wird in Deutschland täglich gehandelt, besser sind die Umsätze in der Schweiz ;)
http://www.finanzinfo.ch/finanzplatz/aktienfuehrer_update/aktienfuehrer-de.asp ... und dann ABB eingeben
Der Konzern beschäftigt aktuell ca. 150000 Mitarbeiter weltweit und ist in der Elektrotechnologie tätig. Die letzten News waren weniger erfreulich, Vorstände bezogen fürstliche Saläre (wovon Sie nun einen Teil zurückbezahlen) und eine Asbestklage ist ebenfalls noch hängig.
Insgesamt ist die Aktie noch immer nicht preiswert (KGV > 12, KBV > 1) :eek:, die Gewinnerwartungen stimmen jedoch zuversichtlich ...
Zu weiteren Werten werde ich in Kürze was schreiben ... sofern ich den Nerv Deines Threads getroffen habe ;)
Gruss Indio
Hallo Indio,
die ABB-Aktie schaue ich mir auch gelegentlich an.
Allerdings konnte ich mich, nicht zuletzt wegen
den von Dir genannten Gründen, bisher zu keinem
Kauf entscheiden.
Stattdessen nahm ich im Anlagen/Maschinenbau
Charter plc und Saurer im Januar ins Depot.
Saurer dürfte Dir als Schweizer bestimmt ein
Begriff sein.
Die Firma hat ebenfalls diverse Probleme ( da
wären hohe Abschreiber wegen dem Kauf der Barmag,
allgemeine Flaute im Textilmaschinenbereich sowie
im Vergleich zu Rieter ein weniger überzeugendes
Management ).
Nachdem ich ein paar Saurer vor ca. 10 Wochen zu 29CHF
kaufte, tauchte das Papier -ohne relavante News-
kurzfristig um ca. 20%, um am Freitag bei rd.
38CHF zu notieren und damit 30% höher als mein
Kaufpreis.
Die Zahlen zum letzten Gj. wurden diese Woche
veröffentlicht und entsprachen den herunter-
geschraubten Erwartungen...
Folgende Argumente erwärmten mich für den Kauf
von Saurer - einem typischen Turnaroundkandidaten:
1. Die Aktie notierte deutlich unter Buchwert
( 44CHF ).
2. Das KUV war ebenfalls, historisch gesehen, sehr
niedrig ( unter 20% ).
3. Die Eigenkapitalquote ist mit ca. 30 % nicht
besorgniserregend ( ABB hat derzeit nur rd. 6%
Eigenkapital bezogen auf die Bilanz )!
4. Saurer fertigt durch seine italienische Tochter
Graziano Getriebe für Ferrari, Maserati,
Lamborghini etc. und dieser Bereich liefert trotz
Flaute im Textilmaschinenbereich immer noch
ordentliche Gewinne.
Um es überspitzt mit einem Satz auszudrücken,
warum ich mich ( bisher ) für Saurer anstatt für
ABB entschied:
Saurer braucht neue Aufträge dringender als neues
Geld - bei ABB ist es umgekehrt...
Grüße
Wilhelm
Hallo wilhelm
Es beruhigt mich schon, dass du Dir ABB auch schon angeschaut hast, dies bestätigt nur, dass wir im selben Teich rudern ... ;)
Nun ja, zu Saurer gibt es nicht mehr zu sagen wie Du bereits erwähnt hast, natürlich ärgern einem die ersten verlorenen oder besser gesagt – nicht gewonnenen - 10 oder 20 % immer ;), deshalb werde ich diesem Wert vorerst nicht mehr nachrennen, obwohl fundamental auch jetzt noch ein Einstieg lohnenswert erscheint.
Da wir in Schweizer Werte abgedriftet sind, denke ich, ist dir die ASCOM Holding AG ebenfalls nicht entgangen. Das Marktumfeld Telekommunikation, in welcher sich die ASCOM hauptsächlich bewegt, wird momentan auch nicht gerade bevorzugt ;). Heute sind die Zahlen für das Jahr 2001 erschienen:
2001 2000
Nettoumsatz 3'143 3'143 unv. (+2,2% in lok. Währung)
Betriebsergebnis -124,3 79,9
Betriebsergebn. in % Nettoums. -4,0% 2,5%
Betriebsergebnis vor Sonderposten -8,2
Gewinn aus betriebl. Tätigkeit -338,3 75,4
EBIT-Marge -10,8 2,4%
Finanzergebnis -45,5 20,6
Konzerngewinn -396 67
Cash Flow -116 199
Bilanzsumme 2'482 2'685
Nettoverschuldung 631 460
Eigenkapital 514 942
Eigenkapitalquote 20,7% 35,1%
Der Verlust aus betrieblicher Tätigkeit der Ascom AG beläuft sich laut heutigem Communiqué auf 338,3 Mio CHF. 2000 hatte noch ein Gewinn von 75,4 Mio CHF resultiert.
Der Konzernverlust in der Höhe von 396 Mio CHF (2000: Gewinn 67 Mio CHF) sei auf hohe Sonder- und Einmalkosten sowie den Zusammenbruch der Märkte v.a. im 2. Halbjahr zurückzuführen.
Die Devestitionen seien weitgehend abgeschlossen: Im 2. Quartal 2002 sei zudem der Verkauf von Carrier Access, ATR und im 2. Halbjahr der Verkauf von Multimedia & Pay Systems vorgesehen. Damit würden bis 2003 für die Devestitionsbereiche der Division Cooperation Lösungen gefunden werden, schreibt Ascom weiter. Ascom hat aber weniger aus den Devestitionen eingenommen als ursprünglich geplant.
Jedoch wäre ein "Warten auf bessere M&A-Zeiten, um allenfalls bessere Verkaufsbedingungen zu erreichen, nicht verantwortbar" gewesen, wird Verwaltungsrats-Präsident Fred Rüssli im Communiqué zitiert.
Weiter teilte Ascom mit, dass der Personalabbau wie angekündigt verlaufen sei: Per Januar 2002 seien im verbleibenden Geschäft 1'033 Personen abgebaut worden. Angekündigt war ein Stellenabbau von 1'100 Stellen. Der Mitarbeiterbestand sank insgesamt per Ende Dezember 2001 auf 10'130 (10'768) Personen.
Der Umsatz, der in Schweizer Franken unverändert bei 3,143 Mrd CHF verharrte, stieg in lokaler Währung um 2,2 Prozent.
Der Abbau der Nettoverschuldung soll weiter vorangetrieben werden, schreibt Ascom weiter.
Ascom werde Ende 2002 finanziell "auf soliden Füssen" stehen und für die Zukunft "gut gerüstet" sein, dies auch unter "schwierigen" Marktbedingungen. Mit den Banken habe Ascom im vergangenen Dezember ein Stillhalteabkommen abgeschlossen. Zudem seien Bankkredite in der Höhe von 378 Mio CHF in einen Überbrückungskredit überführt worden. Die Reduzierung dieser Kredite verlaufe "planmässig", schreibt Ascom. Eine langfristige Refinanzierung werde voraussichtlich im 4. Quartal 2002 abgeschlossen sein. Die finanzielle Lage sei "stabil". Die Schulden werden durch die geplanten Devestitionen weiter abgebaut werden. Die Konzernleitung hat zusätzliche Massnahmen zur Stärkung der Eigenkapitaldecke ausgearbeitet, über die der Verwaltungsrat noch entscheiden muss. Mit einer Eigenkapitalquote von 20,7 Prozent für 2001 sei die mittelfristige Zielgrösse einer EK-Quote von 30 Prozent "verfehlt" worden. Das Eigenkapital hat sich auf ca. 35 Prozent der Bilanzsumme reduziert.
Somit errechnet sich ein KUV von knappen 0.2 :)
Für mich ein weiterer, erfolgsversprechender Turnaroundkandidat, obwohl mir die Turnaround-Strategie bei Technologietiteln nicht ganz geheuer ist ...
Als nächsten schaue ich mir deshalb noch Ch. Vögele an ;)
Bis bald Indio
schlaubi
08.04.2002, 18:22
@Indio
Wie warscheinlich ist eine Trefferwarscheinlichkeit bei einem Technologiewert?
Diese Branche ist im allgemeinen sehr zyklisch, ein Unternehmen, welches heute noch Weltmarktführer ist, kann Morgen schon out sein und in den Sumpf der Vergessenheit geraten. Ein geringes KGV wäre in einem solchen Fall eine rießengroße Turnaround-Falle :rolleyes: .
Ist da das Risiko nicht noch erhöht? Oder ist das allgemein nicht mehr als bei anderen auch?
by
schlaubi
@wilhelm @indio
Sorry das ich hier mitten in den Thread mal einige unqualifizierte Fragen stelle, aber da sich die meisten ja wohl mehr mit der technischen Analyse bzw. dem Daytrading beschäftigen und die wenigsten mit der
Fundamentalanalyse wollte ich die Gelegenheit
nutzen ;)
Mich würde mal wirklich interessieren wo Ihr die
Fundamentalwerte (Konzerngewinn,Nettoverschuldung,
Betriebsergebnis vor Sonderposten, etc.) für Eure Berechnungen (KGV,KBU,...) herbekommt und Euch (mehr oder weniger ?) sicher sein könnt das diese Werte auch stimmen ?
Ich hatte mir auch mal spasseshalber einige Geschäftsberichte aus dem Internet downgeloedet, allerdings fehlte mir doch eine gewisse Herangehensweise bei der Fundamentalanalyse eines
Unternehmens :-(
Ist es nicht richtig das sich solch ein Analyseaufwand an sich nur bei einem relativ langen Anlagehorizont lohnen (wobei die 6 - 30 Monate von wilhelm ja schon ein recht langen Zeitraum sind) ?
Dank && Gruss
nyse
@schlaubi
Für mich ein weiterer, erfolgsversprechender Turnaroundkandidat, obwohl mir die Turnaround-Strategie bei Technologietiteln nicht ganz geheuer ist ...
Du hast das schon richtig erkannt, darum auch meine Bemerkung zum Schluss, dass mir bei Technologie-Werten mit einer fundamentalen Analyse noch nicht geholfen ist ...
Ein investieren in Turnaroundwerte ist immer High Risk, denn wenn Antizykliker zuschlagen ... will in der Regel diesen Wert niemand mehr, erst dann ist er für AZ’ler interessant ;)
Bitte diese Aussage nicht auf New Market – Unternehmen anwenden, dass kann leicht ins Auge gehen ...
@nyse
Kein Problem, nyse. Die Frage ist berechtigt. So über die Jahre erhält man die Erfahrung und den richtigen Spürsinn ...
Für alle Werte, welche sich über dem grossen Teich befinden, bieten sich sehr gute Infoquellen online an. Diese sind meist auch öffentlich zugänglich: z.b. bigcharts.com, edgars um nur zwei zu nennen, jeder wird sich anders an die Sache ranpirschen, sollten die Info’s nicht ausreichen, bestelle ich mir meist den letzten Quartalsbericht oder Jahresbericht.
Für Werte in Deutschland greife ich auf die verschiedenen Anbieter wie boerse.de, onvista oder auf allgemeine Foren zurück. Selbstverständlich greift man auch hier auf die letzten, aktuellen Geschäftsbericht zurück ;)
Für ein erstes begnüge ich mich mit den Sales und Earnings. Danach wird die Verschuldung analysiert ...
Ja, der Aufwand ist teilweise nicht zu unterschätzen, vor allem wenn man unterschiedliche Kennzahlen bekommt :(. Mein Zeithorizont erstreckt sich ebenfalls von 6 bis 36 Monaten, wobei ich diese Zeitspanne eigentlich als mittelfristig definiere ...
Gruss Indio
@indio
Also ich denke man muss schon mehr oder weniger Buchhalter sein um mit den ganzen Werten klarzukommen. Allein schon wenn ich an die unterschiedlichen Abrechnungsmodi (US-GAP,AG,...)
wird mir ganz schwindelig. Wie soll man dort z.B. zwei verschiedene Unternehmen mit unterschiedlicher Abrechung vergleichen ?
Und nach der Enron Geschichte kann ich mir vorstellen weiss man doch wirklich nicht so genau ob die Werte so wie sie in der Bilanz oder GuV eingetragen sind überhaupt noch stimmen.
Vielleicht hörst Du es ja raus, interessieren tut mich die Sache schon, nur weiss ich irgendwie nich so recht wie ich es anstellen soll :-)
Ist es denn so das Du anhand der Werte KGV und andere Kennzahlen selbst errechnest oder nutzt Du die Werte von den von Dir im Posting genannten Seiten ?
Ich denke auch nur mit den Kennzahlen ist es nicht getan. Das Marktumfeld, Mitbewerber u.a. müssen letztlich auch mit einbezogen werden.
bye
nyse
Hallo nyse,
keinesfalls möchte ich ein Buchhalter werden,
was nützt es, jeden Abschreiber der betr. Aktie
im Schlaf aufsagen zu können, wenn man vor lauter
Bäumen ( Zahlen ) den Wald ( die Chance auf einen
Turnaround ) nicht mehr erkennt...
Mit Turnaround-Aktien ist es ganz einfach:
Entweder die Firma kriegt wieder die Kurve - im
Idealfall innerhalb des vorher abgesteckten
Zeitraumes - oder sie geht pleite bzw. bleibt
weiter ein Sanierungsfall.
Behält man bei einer solchen Turnaround-Spekulation recht, winken überdurch-
schnittliche Gewinne - zwischen "fast pleite" und
wieder saniert sollten einige Prozente mehr
Gewinn möglich sein, als zwischen guten und sehr
guten Geschäftsaussichten.
Letztlich bleibt es aber eine Geschmacksache, welcher Investmentstil einem mehr zusagt. Mir liegt es weniger, in Momentum-Aktien zu investieren. Im Gegenteil, wenn zu viel Euphorie
bei einer Aktie aufkommt, zieht diese mich umso
weniger an...
Nochmal zu den Zahlen:
Spätestens seit Enron bewahrheitet sich das alte
Sprichwort, daß eine Bilanz immer so ist wie man
sie macht.
Trotzdem habe ich ein bischen Hoffnung, die
Enronitis wird ja nicht sämtliche Papiere befallen
haben. Eine Kennzahl stimmt zumindest täglich,
richtig es ist die Marktkapitalisierung...
grüße
Wilhelm
besserweis
12.04.2002, 14:23
Schade, das hier noch ein bischen wenig diskutiert wird.
Mich würden hier tatsächlich mal ein paar Dinge interessieren.
Ich werde mich mal damit am Beginn der Woche auseinandersetzten und mal meine Sichweise hier einzubringen.
Es wäre genial, wenn man etwas finden würde, was die Wahrscheinlichkeit einen Turnaroundwert frühzeitig zu erkennen erhöhen würde.
Schönes Wochenende
Gruß
bw
anbei mal die story zu einem wert, den ich seit längerem verfolge
Women First HealthCare's Perfect Score
Women First HealthCare sports a relative strength of 100 -- meaning it has been one of the top performers in the stock market universe. While no longer a flea-market bargain, companies with a lot of business momentum often continue to turn in market-beating results.
By Zeke Ashton (TMF Centaur)
July 3, 2001
Women First HealthCare (Nasdaq:WFHC) has been one of the world's best-performing stocks in the past year. Since January 1, the stock is up 320% from $2.81 to a recent $9.00. But wait, it gets even better -- the stock is up a cool 2,055%, or more than 20 times, since hitting a 52-week low price of $0.438 in October of last year. According to our One-Click Scorecard at Quicken.com, Women First has a relative strength of 100 -- the highest score possible.
I first came across the company in Barron's recent semi-annual roundtable investment issue. Twice a year, Barron's solicits market insights and stock picks from some influential money folks such as Abby Joseph Cohen, Mario Gabelli, and John Neff. In the most recent roundtable, Women First was the only pick of Oscar Schafer. I hadn't heard of Schafer before I started reading the Barron's roundtables, but the man sure can pick stocks. In the January 22 issue, Schafer chose five stocks -- and two of them were in the top 100 stocks in terms of 26-week returns for the period ended June 29. That's some phenomenal stock-picking.
In the most recent roundtable, Schafer noted that Women First, then trading at $5.63,could earn more than $1.00 a share in the next few years, at which point it "could sell closer to 20 than 10." I immediately put the company on my list of stocks to research -- a list that's now up to about 100 companies, most of which end up getting ignored. That would likely have been the case with Women First had it not been for the fact that I coincidentally received an email last week from Women First's Diane Donohue, who upon my request sent me an investor kit. What I discovered was one of the most impressive turnaround stories I've seen in awhile.
Women First HealthCare was formed in 1996 based on the idea that there is a large, underserved market for women's healthcare needs, specifically for women over the age of 40. The company invested more than a year researching the market, and got some early backing from Johnson & Johnson (NYSE: JNJ). Women First started developing a product line and a marketing program in 1998, and went public in 1999.
Initially, the plan was to identify promising or underperforming pharmaceutical products for post-menopausal women that Women First would co-market on behalf of the drug maker. The company quickly made agreements with Ortho McNeil (a J&J company) to distribute its Ortho-Est estrogen tablets, and with French pharma Laboratoires Fournier to market the Esclim estrogen patch. In addition, Women First created a website, womenfirst.com, and acquired a mail-order catalog, called "As We Change," through which it markets health and self-care products to its target market -- women over 40.
It all sounded great on paper, but the company soon ran into problems. In the first six months of 2000, Women First generated $13.3 million in revenues, but operating expenses were $32.7 million. The company discovered that its co-promotion agreements had locked it into heavy marketing expenses without a commensurate revenue opportunity. By June 2000, the company was down to $18 million in cash, having burned through $15 million in just the first six months of that year. The stock, which had started the year around $6.00, had dropped to under a buck a share. Had I looked at the company at that time, I would have predicted that the company would be out of business within a year.
But that's not what happened. In late June 2000, company founder Edward Calesa resumed the role of president and CEO and brought in a new management team. The new managers took a hard look at the business model and decided to change it; instead of co-promoting, they would acquire the products outright. The company started by acquiring Ortho-Est from J&J, and reworked its deal with Fournier. Calesa also clamped down on the cost side, significantly reducing operating expenses while focusing resources more intently on Esclim and Ortho-Est.
The business improved steadily. By the fourth quarter of 2000, the cash burn had been cut to under $2 million. In November, with the stock still around a buck, insiders began buying shares on the open market. By February, the stock was back up above $3.00.
The turnaround was just getting started. By the end of the first quarter of 2001, the company had reduced the cash drain to less than $1 million. Pharmaceutical sales improved dramatically, to $5 million in the quarter, compared to $5.7 million for the entire year before. Total revenues dropped slightly, but costs dropped even faster, and the company announced that the drug operations had reached breakeven.
With $9 million in cash and expectations of further improvement, survival is no longer an issue. In May, Gruntal & Co started coverage for Women First with a 6-18 month target price of $15. The stock was then at $5.70. The Barron's mention, which coincided with a positive press release from the company, caused a 33% jump in the stock price. At a recent $9 per share, WFHC now carries a market cap of over $157 million. It's clearly not a flea-market bargain anymore, but it could still be a decent investment.
Let's see what it would take to for Women First to reach our 2X/3Y target. This is a company with only $26.7 million in sales in the last 12 months and a loss of $15.6 million. So, at the current price, you are paying just under six times sales. There is no P/E ratio, since we have no E. Of course, the past doesn't really help us much here -- this is a company one has to value looking forward. My guess is that Women First can sustain its momentum and will end the year as a profitable company. I also like Women First's chances to generate some incremental growth by acquiring additional products (including one it announced just yesterday).
Now, $157 million would seem like a lot to pay for a company that lost $15.6 million over the past year and likely won't be profitable for another quarter or two. But personally, I like to find companies that have a lot of business momentum and are just turning the corner, because they tend to offer the most dramatic earnings growth.
Nevertheless, small-cap investors should also look for a margin of safety in their investments -- and that is especially true of development-stage companies. To reach Schafer's $1.00 per share earnings target, the company will likely need about $18 million in net income, assuming the market assigns an earnings multiple of 20. Women First is probably three years from reaching that number -- a double from current market levels. There isn't a lot of room for error, but I like the company's chances to get there.
Of course, the above scenario requires continued momentum and execution, and there are no guarantees. Investors who like the story but who demand a higher margin of safety may want to keep Women First on the radar and watch for additional progress or wait for a better price. The market can be fickle in pricing stocks; small companies can often be surprisingly volatile, providing the patient investor with an occasional fat pitch to hit.
http://iqc.go2net.com/magic/chart?cs=0&i3=7&i2=3&i1=6&i0=1&time=day&period=360&compare=&chart1=ma&chart=candle&symbol=WFHC&lotemp=&s=log
Green
Dein verfolgter Wert hat in der Tat eine
bemerkenswerte Performance hinter sich. Fraglich
ist allerdings, wie solche Small-Caps überhaupt
entdeckt und für eine Depot-Beimischung als geeignet befunden werden, bevor nicht durch einige
Hundert Prozent Kursgewinn die Aufmerksamkeit
geweckt wird. Mittlerweile wird das Papier mit dem
15-fachen Umsatz und 8-fachen Buchwert gehandelt,
was keinesfalls negativ für die zukünftige
Entwicklung sein muß, mich aber alleine durch
die eingepreiste Phantasie von einem Kauf abhalten
würde. Und sollte ich mich tatsächlich zum Kauf
überreden können, würde ich nur eine kleine
Position eingehen.
Zurück zu den Turnaround-Kriterien:
Immer davon ausgehend, daß der Turnaround gelingt,
müßte ja die eingegangene Position umso größer
sein, desto billiger die Aktie aktuell notiert...
Leider können meist nur Insider ( und diese liegen
nicht immer richtig ) beurteilen/überprüfen, ob
dem vorliegenden Buchwert noch zu trauen ist.
Sehr oft kommt es vor, daß an den Assets etwas
faul ist, daß "immaterielle Werte" zu hoch
angesetzt werden, usw...
Darin sehe ich auch einen Hauptgrund, warum man
als guter Bilanzbuchhalter ( ich bin keiner )
nicht zwingend ein guter Börsenspekulant ist/wird.
Am nützlichsten sehe ich von den Kennzahlen das
Kurs/Umsatzverhältnis ( KUV ) und die Daten der
"Vorkrisenzeit" an. Hieran sieht man zumindest,
welche Umsatzrenditen in guten Jahren erreicht
wurden.
Nicht zuletzt würde ich nur ein Engagement wagen,
wenn die betr. Firma trotz Krise immer noch einen
"guten Namen" oder Marktführerschaft in ihrer
Branche genießt.
grüße
Wilhelm
wilhelm's Worten ist von meiner Seite nichts hinzuzufügen.
Verfällt man zu tief in die Analyse von Details kann es passieren, dass man sich nicht mehr zurecht findet und 'die' eigentliche Strategie verliert. Ich weiss wohl die bekannten Kennzahlen zu berechnen und trau mir zu herausfinden wie hoch der Fremdkapitalanteil eines Unternehmens ist, doch spielen andere Werte wie Markenname und Marktkapitalisierung eine ebenso grosse und wichtige Rolle. Das KUV übrigens, finde auch ich in der Tat eine der verlässlichsten Grössen, bei den Umsätzen eines Unternehmens kann auch weniger 'enronitisiert' werden ;) !
Seit einiger Zeit berechne ich zu den Werten auch das KMV (Börsenwert/Mitarbeiterzahl-Verhältnis) es drückt die Bewertung pro Mitarbeiter in Millionen Euro aus. Je niedriger, desto preiswerter. Allerdings von Branche zu Branche sehr verschieden, je nachdem, wie qualifiziert die Mitarbeiter sein müssen. Die Mitarbeiterzahl ist vor allem auch zur Information angegeben, um zu erkennen, ob es sich um ein grosses oder kleines Unternehmen handelt. Grosse Unternehmen beinhalten in der Regel ein geringeres Risiko als kleine.
Als Turnaround-Investor lernt man zu verstehen, dass viele Anleger einfach Trends folgen, anstatt sie zu antizipieren.
Viele Investoren legen zu viel Gewicht auf kurzfristige Marktereignisse und andere Neuigkeiten, anstatt sich mit einer längerfristigen Strategie anzufreunden. Je mehr ein Kursanstieg die kollektive Meinung bestärkt, desto williger sind sie, noch mehr Geld zu investieren, um ihre Meinung weiter zu bestätigen. Bei fallenden Kursen sind diese Anleger ebenso schnell bereit, ihr Geld wieder abzuziehen, was den Absturz noch beschleunigt.
In beiden Fällen kommt es bis zu ungerechtfertigten Extremen und dies eröffnet Chancen zu kaufen oder zu verkaufen.
Wenn nun ein Aktie um 50 % unter ihrem Höchstkurs der vergangenen 52 Wochen gesunken ist, dann verdient sie eine nähere Betrachtung. Wenn eine Aktie die Hälfte ihre Kurswertes verloren hat, ist es ein deutliches Anzeichen dafür, dass sie in Ungnade gefallen ist und ist somit eine meiner Stützen meiner Kontra-Methode !
Gruss Indio
kann mal bitte jemand ADSX unter die lupe nehmen?
das volumen ist wirklich beeindruckend, kommen hier die instis zurück?
:rolleyes:
the mind
20.04.2002, 21:24
hallo turnaround-spezialisten! :)
könntet ihr euch vielleicht mal TEN anschauen, scheint mir sehr interessant zu sein, hier kurz ein paar fundas:
marketcap: 244 mio $
umsatz: 3,36 mrd $
ebitda: +245 mio $
income: -130 mio $
cash: 53 mio $
mitarbeiter: 20000
profile:
Tenneco Automotive Inc. is a manufacturer of automotive emissions control and ride-control products and systems for both the original equipment market and the replacement market or aftermarket. The Company serves both original equipment manufacturers and replacement markets worldwide through brands including Monroe brand ride control and Walker brand emissions control products. As an automotive parts supplier, Tenneco designs, markets and sells individual component parts for vehicles, as well as groups of components that are combined as modules or systems within vehicles. These parts, modules and systems are sold globally to the vast majority of vehicle manufacturers and throughout all aftermarket distribution channels.
http://chart.bigcharts.com/bc3/intchart/frames/chart.asp?symb=TEN&compidx=aaaaa%3A0&ma=0&maval=20%2C50%2C100%2C200&uf=0&lf=268435456&lf2=0&lf3=0&type=4&size=3&state=8&sid=159120&style=320&time=20&freq=1&comp=NO%5FSYMBOL%5FCHOSEN&nosettings=1&rand=1149&mocktick=1
gruß
the mind
hoellenfuerst
20.04.2002, 21:33
mich würde mal die frage interressieren, wie ihr einen tournaround-kanditaten findet.
ich suche mir die seele aus dem leib ;) , muß bei näherer betrachtung dann aber immer wieder feststellen, daß es eine der größten luschen ist, die ich ausgesucht habe, also die arbeit umsonst war.
nehmt ihr z.b. alle unternehmen, deren kurs sehr stark gefallen ist?, oder geht ihr nach branchen auf die suche?
Hallo the mind, Dein ausgegrabenes Papier scheint
auf den ersten Blick nicht uninteressant zu sein.
TEN hat allerdings sehr hohe Langfristschulden
und die ausstehenden Obligationen werden nur noch
mit einem Single "B" bewertet.
Bestechend niedrig ist das KUV mit 0,07. Zumindest
scheint die Börse gegenwärtig an bessere
Zeiten von TEN zu glauben. Um zu beurteilen, ob
in nächster Zeit ähnlich rasante Kurssteigerungen
folgen, müßte man genauer durchleuchten, welche
Bedeutung Tenneco in ihrer Branche aufweisen.
So wurde z.B. Pactiv ( PTV ) vor einiger Zeit von
TEN abgespalten und an die Börse gebracht. PTV ist
ein wachstumsstarkes Unternehmen im Verpachungs-
sektor und entsprechend ( KUV etwas über 1 ) höher
als TEN bewertet. Einerseits ist eine Fokussierung
auf das Kerngeschäft ( Auto-Zulieferer ) bestimmt
nicht falsch, andererseits wurde hier bestimmt der
rentabelste Teil von TEN ausgegliedert/versilbert.
Höllenfürst
Oft findet man durch irgendeine kleine Nachricht
oder zufällig entdeckte Kursverläufe eine Aktie,
die dann näher durchleuchtet wird. Ein andermal
schaut man sich Kommentare zu Problemfirmen in
halbwegs seriösen Wirtschaftsblättern an und
versucht, zwischen den Zeilen lesend, herauszu-
finden, ob ein Engagement lohnenswert erscheint.
Hierbei helfen einige ( natürlich auch schlechte )
Erfahrungen mit früheren Turnaround-Kandidaten...
Ich möchte aber nicht den Eindruck erwecken,
ausschlißlich in Turnaroundpapiere zu investieren.
Ein Grundstock defensiver Aktien und vielleicht
noch ein kleinerer Obligationenanteil ( besonders
bei Beleihung des Depots emphehlenswert ) ist
keine schlechte Voraussetztung um auch
"Fast-Pleite", bzw. Turnaround-Aktien zu kaufen...
grüße
Wilhelm
hoellenfuerst
20.04.2002, 22:53
danke für die antwort...
was sind denn deiner meinung nach halbwegs seriöse wirtschaftsblätter?
wie findest du infos wie in der antwort zu mind?
wanderer
22.04.2002, 18:18
Meiner Meinung nach sind halbwegs seriöse Wirtschaftsblätter für den deutschen Raum z.B. Capital und Manager Magazin. (Bitte das halbwegs beachten. :) )
Hallo Wilhelm,
so ähnlich finde ich meine Turnaround-Werte auch - viel lesen und anschauen und dann bei vielleicht lohnenswerten Kandidaten genauer nachforschen. Meine Versuche, gezielt nach Kandidaten zu suchen, z.B. über Kursverluste, war leider nicht besonders von Erfolg gekrönt.
Anders gesagt: Ich finde die Turnaround-Werte nur (oder besser gesagt: Ich stolpere immer mal wieder über welche), gezielt danach suchen führt leider nicht zum Erfolg. Wenn ich Deine Ausführungen richtig verstanden habe, dann geht es Dir ähnlich?
Grüße
wanderer
the mind
22.04.2002, 18:52
hallo zusammen!
turnaround-werte gezielt suchen ist m.e. ziemlich schwierig....wenn man nach kursverlusten geht ist ja bald jede aktie ein turnaround-kandidat! :rolleyes: :D
@wilhelm
TEN ist mir aufgefallen, da sie momentan auf 52w-high stehen....weitere recherchen ergaben, dass es sich um eine firma handelt die bereits seit über 30 jahren tätig ist und beachtliche umsätze generiert, jedoch schwierigkeiten mit der profitabiliät hatten/haben. TEN ist auch hersteller der "monroe-stossdämpfer" (kennt ihr bestimmt, oder?) und einer der größten zulieferer der automobil-branche, nicht minder von bedeutung sind die eingeheimsten awards der kunden. die angesprochenen langfristschulden sind sicherlich mitverantwortlich für den kurssturz, der automobil-branche ging es insgesamt ja auch nicht gerade gut (GM und DCX scheinen aber momentan wieder auftrieb zu haben, F dümpelt weiterhin dahin). PTV sieht sehr gut aus, dazu werde ich mal einen eigenen thread erstellen, danke! wie sieht denn das beteilungsverhältnis von TEN an PTV aus? bis dato erstmal danke für deine meinung! :)
gruß
the mind
@Indio,
Wie siehst Du die Chancen eines Turnarounds bei
der BCV ( Banque Cantonale Vaudoise )?
Nach einem Riesenverlust im letzten Jahr, finden
sich neue Leichen im Keller: Ein Konkurs gegangener, britischer Rohstoffhändler, schuldet der BCV einen hohen
2-stelligen CHF-Millionenbetrag...
Die ausstehenden Obligationen der BCV signalisieren eher "keine größere Gefahr", die
Aktie notiert aber auf einem 10-Jahres Tief.
Auch wenn der prozentuale Kursverlust ( gut 60%
vom ATH ) nicht sensationell ist, könnte ein
Einstieg auf diesem Niveau langsam interessant
werden.
Nach wie vor hält der Kanton Waad hier rd. 50%
der Aktien. Es stehen allerdings noch keine
Konditionen zur geplanten Kapitalerhöhung fest...
grüße
Wilhelm
@wilhelm
Die BCV (Waadtländische Kantonalbank) ;) ist eine typisch schweizerische Kantonalbank, deshalb ist auch der relativ hohe Anteil des Kantons Waadt an der Bank nichts besonderes !
Ausser, dass man die Zahlen und Geschäftsberichte nur auf französisch erhält :(
In der Tat, kann einer Kantonalbank eigentlich nicht viel passieren ! Zumal fast jeder Kanton seine eigene Bank finanziert ;)
Dies muss kein Nachteil sein, erschwert aber die Recherche !
Ich probiers trotzdem mal:
BCV ist die grösste Bank der Westschweiz und die viertgrösste in der Schweiz:
Eigenmittel CHF 2'544 Mio.
Bilanzsumme CHF 35'902 Mio.
Verw. Vermögen CHF 61'000 Mio.
Brutto Cash Flow CHF 227 Mio. (6 Monate)
Details zu den «faulen Krediten» der BCV.
Die grosse Mehrheit zweifelhafter Kredite der Waadtländer Kantonalbank (BCV) entfällt auf Ausleihungen von weniger als 1 Mio. Fr. Gemessen an der Gesamtzahl schlagen die Kleinkredite laut einer Untersuchung zwar mit 73,4% zu Buch, betragsmässig machen sie jedoch nur knapp 18% aus, wie BCV-Vizegeneraldirektor Bernard Krähenbühl bestätigte. Auf zweifelhafte Kredite im Umfang von je 1 Mio. bis 5 Mio. Fr. entfällt nur jede zehnte Ausleihung; ihr Anteil am Betragstotal liegt jedoch mit 29,1% deutlich höher. Risiko-Kredite über 10 Mio. Fr. machen 27,1% am Gesamtbetrag, aber nur 1,0% an der Summe aller zweifelhaften Ausleihungen aus. Zum Kredit-Portefeuille mit erhöhten Risiken gehören auch Engagements ausserhalb des Kantons Waadt; 2,7% der zweifelhaften Ausleihungen ist die BCV im Ausland eingegangen, 11,7% betreffen Engagements in anderen Schweizer Kantonen. Insgesamt beläuft sich der Umfang zweifelhafter Kredite auf 2,3 Mrd. Fr. Am 18. Dezember hatte die BCV im Anschluss an eine Analyse von Arthur Andersen erklärt, ihre Rückstellungen seien mit 821 Mio. Fr. ungenügend und müssten auf 1,7 Mrd. Fr. erhöht werden; das führt zur Auflösung von Reserven und einem Jahresverlust. Da die Eigenmittel der BCV zugleich um rund 500 Mio. Fr. unter das gesetzlich vorgeschriebene Niveau fallen, wird sich eine Kapitalerhöhung um 600 Mio. Fr. nicht vermeiden lassen.(sda)
Die Bewertungen für ein antizyklischen Investieren sind eigentlich erfüllt :)
Am 23. Mai 2002 ist in Lausanne die Generalversammlung. Warten wir mal ab, wie die BCV sich zur aktuellen Lage äussert ;)
Gruss Indio
Hallo Indio,
vielen Dank für Deine Infos. Heute ging es bei BCV
mit dünnen Umsätzen knapp 5% weiter Richtung Süden.
Die GV soll um einen Monat verschoben werden, sie
findet am 26.06 statt.
Die Homepage der BCV ist glücklicherweise auch in
Englisch abrufbar...
Die Kapitalerhöhung soll die Eigenkapitalquote
wieder über das gesetzliche Minimum bringen. Laut
der Finanz u. Wirtschaft, ist die BCV eine der
bestaufgestellten/diversifizierten Kantonalbanken,
und Deine Bemerkung, daß eine Kantonalbank nicht
untergehen kann/darf, ist hier die Haupt-Motivation zum Einstieg. Mit Charttechnik
befasse ich mich nicht, hier müßte man schon einen
15 - 20 jährigen Kursverlauf ausgraben, um irgend-
welche Unterstützungen, welche halten oder auch
nicht, ausfindig zu machen.
Mal was ganz anderes...
Vor einigen Tagen kaufte ich eine kleinere Position von Tod's, dem italienischen Luxusschuhe-
Hersteller.
Mit einem KUV von über 5 (!) und einem KBV über 4
( für 2001 ) ist dieser ein absoluter
"Anti-Turnaround" !
Tod's ist aber durchaus zuzutrauen, den Umsatz u.
Gewinn in den nächsten 2-3 Jahren um 20-30% pa
zu steigern - die Wachstumsaussichten reizten mich
zu diesem "Non-Contrarian-Investment", würdest
Du ein solches Papier auch anfassen?
grüße
Wilhelm
PS:
Bei Contrarian-Kauf muß ich derzeit besonders an
Fiat denken. Die Aktien notieren auf einem
Mehrjahrestief und einem KUV von ca. 0,10.
Fiat hat aber eine sehr hohe Verschuldung, es wird
durch den möglichen Börsengang der 90%-Tochter
Ferrari ein warmer Regen für Fiat erwartet - die
Börse scheint nicht mal das zu sehen...
Ähnlich wie bei ABB, Alstom, Zurich Fin. usw, hält
mich die Verschuldungssituation und die mäßige
Flexibilität und Intransparenz von einem Kauf
( noch ? ) ab.
grüße
Wilhelm
Hallo wilhelm
Charttechnik interessiert mich auch nicht wirklich ;)
Momentan bin ich eher zurückhaltend mit Käufen, erstens habe ich bald 3 Wochen 'Börsenfrei' und es drängt sich IMO auch kein Wert auf. Neben Fiat habe ich mir vor kurzem auch Ford angeschaut, ungefähr diesselben Verhältnisse, äusserst preiswert zu haben, doch die Verschuldung ist mir ebenfalls zu hoch ... In Renault bin seit geraumer Zeit drin und bin mit Stop abgesichert.
Es scheint, dass mögliche Turnaround-Kandidaten alle ähnliche Probleme haben ... hohe Verschuldung :hmpf:
Demzufolge muss man auch seine Strategie ein wenig anpassen ;), dies habe ich auch bereits gemacht und beobachte
die Werte, welche bereits den Turnaround gemacht haben, dh. welche relative Stärke zeigen. (z.B. Agfa (http://www.aktienboard.com/vb/showthread.php?s=&threadid=36286))
Wenn ein Wert aber mit dem 5fachen Umsatz bewertet ist, habe ich aber schon meine Hemmungen.
Aber für ein kurzfristigeres Investment kann dies alleweil lohnenswert sein ;)
Gruss Indio
Eigentlich habe ich diesen Thread unter den Top 50 erwartet ;)
denn, ich möchte mal meinen, einzelne Sterne stehen ‚preiswert’ und
bei klaren Nächten sind sie gut zu sehen :D
Nachdem ich frisch gestärkt aus dem Urlaub komme, und mir wieder Zeit und Musse nehme,
hab ich mich u.a. auch mit ‚Deinen’ Schweizer Saurer Anteilen nochmals näher befasst und ich denke der Firma geht es gut.
Ein Gewinnsprung für 2003 sollte nach den Aktivitäten um Barmag drinliegen.
Das Fitnessprogramm zeigt vermutlich noch nicht die volle Wirkung und doch könnten die Kosten baldigst so weit gesenkt sein,
dass selbst auf einem gegenüber dem Vorjahr deutlich tiefern Umsatz ein Gewinn bliebe.
Saurer kommt jedenfalls gestärkt in die nächsten Monate. Es bleibt trotzdem schwer einzuschätzen wie sich der Textilsektor entwickelt.
Was haltest Du vom Dialyseunternehmen
Fresenius Medical Care (http://www.aktienboard.com/vb/showthread.php?s=&threadid=2224&highlight=fresenius)???.
Die scheinen eine hervorragende Marktposition zu haben und die Sterne stehen –eben- preiswert.
Gruss Indio
Hallo Indio,
meine Saurer hatte ich vor einigen Wochen verkauft, mit der Ab-
sicht den Erlös in die Wandelanleihe der Firma zu investieren.
Diese notierte deutlich unter 85% und hat nur eine Restlaufzeit
von 3 Jahren ( 2,25% Zins ). Hier hätte man nach Steuern ca. 8%
Rendite pa. in Schweizer Franken erzielt.
Zu meinem Limit von knapp 85% bekam ich aber keine Stücke,
so entschied ich die Saurer-Aktien zu 41 CHF wieder ins Depot
zu nehmen, was sich bisher auch als richtiger Schritt erwies - die
Aktie stieg entgegen der allgemein bescheidenen Tendenz sogar
( Freitagschluß 43,95 ).
Leider hatte ich einen anderen Turnaround-Kandidaten einige
Monate aus den Augen verloren. Ein bischen aus Trotz und noch
mehr aus Überzeugung kaufte ich dennoch, nahe Jahreshöchst,
einige Aktien von Draegerwerk ( DRW3 ), dessen aktuelles KUV
( von knapp 0,20 ) den Wert immer noch als die weltweit
billigste Medizinaltechnik-Aktie ausweist. Der Medizinaltechnik-
bereich umfasst gut 60% vom Umsatz, Draeger stellt Anaestesie-
Notarzt- und Intensivstationsausrüstungen her. Andere Sparten
sind Notsauerstoffsysteme, Atemschutzmasken etc. Die Firma
existiert schon über 100 Jahre, es sind nur Vorzugsaktien und
Genußscheine börsennotiert. Mit einem Umsatz von knapp
1,3 Mia € und fast 10.000 Angestellten gehört Draeger zu den
Weltmarktführern und ist - als typische "Familienfirma" noch
nicht mal im S-Dax notiert...
Der Aktienkurs hat zwischenzeitlich ( leider vor meinem Engage-
ment ) schon um einiges round geturnt - schließlich erreichte
Draegerwerk im letzten Gj wieder die Gewinnzone. Aber die,
immer noch moderate, Bewertung sollte auf mittlere Sicht noch
einiges Kurspotential beinhalten.
Unter den derzeit von der Börse besonders vernachlässigten,
großkapitalisierten Werten, habe ich mir Zurich Fin. und Fiat ins
Depot gelegt.
Beide Papiere haben sich, aus bekannten Gründen, der Anleger-
gunst in hartnäckiger Art und Weise entzogen...
Als begeisterter Alfa Fahrer ( 166 3,0 ) kam ich an einem Engage-
ment bei Fiat, der Mutter ( fast ) aller ialienischen Autos nicht
vorbei. Die Verschuldungsrelationen sind bei den Italienern auch
nicht schlimmer als bei Ford oder GM, nur wurde bei den Amis in
Vergangenheit öfters Geld verdient...es muß also etwas passieren
bei Fiat! Wird der Konzern gänzlich zerschlagen? Wird die Auto-
sparte ( rd. 40% vom Gesamtumsatz ) bis 2004 per Option an
GM verkauft, welche schon 20% besitzen. Bleibt Fiat letztlich
doch italienisch, unter der Bedingung das in den nächsten beiden
Jahren eine harter Sanierungskurs eingeschlagen wird?
Fiat, Alfa, Lancia und als Zugabe Ferrari und Maserati werden
doch hoffentlich nicht amerikanisch oder gar japanisch? Zum
Glück endet auch der Leasingvertrag meines Alfas im Jahr 2004...
Zurich Fin. braucht ebenfalls frisches Geld, die Aktie sollte mit der allgemeinen Börsentendenz gehen und hier würde ich evtl. bei
schnellen Kurssteigerungen Gewinne minehmen oder Cov. Calls
schreiben, da Zurich auf höherem Kursniveau bestimmt per
Wandel/Optionsanleihe oder ähnl. Instrument ihr Eigenkapital
aufstocken wird. Sollte sich die Erholung in den nächsten Monaten
noch nicht einstellen, kann man auf derzeitigem Niveau das Papier weiter halten, Dividende kassieren und - so zum Zeitvertreib - kurzlaufende Cov. Calls schreiben...ach ja, einfach
die Aktie verkaufen, ist noch eine weitere Möglichkeit...
grüße
Wilhelm
Hi wilhelm
Schön, dass es bei Dir im Depot nicht nur Turnaround-Aktien gibt,
die Drägerwerk ist in der Tat ein glasklarer Kauf ;)
Wie ich sehe, setzt Du ebenfalls auf relative Stärke und unterbewertete Unternehmen,
was imo in nächster Zukunft die beste Strategie sein wird.
Ich bin auch noch an weiteren interessanten Aktien dran, sobald ich meine, dass Käufe wieder Sinn machen,
werde ich sie auch innerhalb meines Börsenmonitor-Threads in meine Empfehlungsliste aufnehmen.
Bis bald und Gruss Indio
the mind
24.06.2002, 15:57
update:
TEN scheint seinen turnaround zu bestätigen, bei breakout bietet sich ein engagement an:
http://chart.bigcharts.com/bc3/intchart/frames/chart.asp?symb=ten&compidx=aaaaa%3A0&ma=1&maval=20%2C50%2C100%2C200&uf=0&lf=65536&lf2=1024&lf3=268435456&type=4&size=2&state=11&sid=159120&style=320&time=7&freq=1&comp=NO%5FSYMBOL%5FCHOSEN&nosettings=1&rand=1964&mocktick=1
gruß
the mind
the mind
29.07.2002, 19:48
s.o. :)
Hier mal ein spekulativer Turnaroundkandidat für Männer ohne
Nerven und genügend Geduld:
Swisslog
Auch aus "nostalgischen Gründen" sammelte ich vor wenigen
Wochen ein paar Aktien des schweizerischen Logistikanbierters
ein und kaufte letzte Woche noch ein paar Papiere zwecks
Verbilligung hinzu ( In guten Zeiten machte ich mit Swisslog
500% in 17 Monaten - mein persönlicher Performance-Rekord ).
Aktuell sieht die Lage allerdings reichlich ernüchternd bei
Swisslog aus, die Firma hat eine hohe Nettoverschuldung, resul-
tierend aus der "Expansionswut" während des IT-Booms.
Laut Analysten-Schätzungen werden voraussichtlich erst ab
2004 wieder schwarze Zahlen geschrieben. Die deutliche
Kurserholung seit Donnerstag ( nach Bekanntgabe der Semester-
Zahlen ) rechtferigt man insbesondere wegen den beachtlich
steigenden Aufträgen im Softwarebereich. Dazu gefällt der
Kundenstamm, der u.a. mit Ikea, Coca Cola, Wal Mart, sehr viele
bekannte Großkonzerne beinhaltet.
Die Logistikprodukte von Swisslog sind nach wie vor absolut
Konkurrenzfähig und werden entsprechend geordert -
das Problem ist die aktuell schwache finanzielle Situation der Firma
( So notiert eine in 3 Jahren fällige Wandelanleihe bei knapp
60% ! ), Abhilfe möchte Swisslog hier durch den Verkauf von
Immobilien und Geschäftsbereichen schaffen.
Mit einem KUV von 0,20 und einem aktuellen Kurs ( 12,50 CHF )
nur leicht über dem Buchwert, bewertet die Börse Swisslog
wie einen lausigen Maschinenbauer. Sollte es dem Unter-
nehmen gelingen, die Verschuldung deutlich zu senken, sind
wieder deutlich höhere Kurse in den nächsten Jahren möglich.
grüße
Wilhelm
Eurotunnel, der "ewige Optionsschein" ?
Vor ca. 5 Jahren behandelte Kostolany die Eurotunnel-Aktie
in einer seiner monatlichen "Capital"-Kolumnen.
Er meinte, es wäre die ideale Langfristspekulation, als kleine
Depotbeimischung, ein Papier nicht für die Kinder sondern eher
für die Enkel...
Er verglich den Tunnel-Bau mit früheren Abenteuern, wie z.B.
dem Suez-Kanal.
In der Tat hat Eurotunnel, die Betreibergesellschaft des Tunnels,
nur ein großes Problem: Die Fertigstellung des Tunnels dauerte
wesentlich länger als geplant und die Baukosten ( ehemals
geschätzte 9 Mia. GBP ) stiegen um das 2-fache.
So wurde bis heute schon einige male, durch komplizierte Um-
schuldungsabkommen mit den Gläubigerbanken ( Tausch von
Schulden in Aktien, Kapitalerhöhung etc. ), die Schuldenlast
so reduziert, daß in den nächsten 2 - 3 Jahren die ersten
schwarzen Zahlen im Bereich des Möglichen liegen.
Sieht man von den Zinsbelastungen ab, erzielt Eurotunnel sehr
hohe Umsatzrenditen und hat kaum Konkurrenz zu fürchten - die
großen Fährgesellschaften konzentrierten sich schon bald nach
der Tunneleröffnung auf das Touristikgeschäft und überließen
den Frachtverkehr dem Tunnel.
Die genauen Zahlen kann sich jeder Interessierte über die Home-
page oder gängige Finanzseiten abrufen.
Kostos Überlegungen reichten aber weiter, als bis zur ersten
( möglichen ) Dividendenzahlung von Eurotunnel in einigen Jahren.
Was passsiert mit den Gewinnen, wenn die Zinsbelastungen deutlich reduziert sind
( ein bisserl Inflation täte dem Tunnel gut... ) ?
Hier ist Phantasie eben wichtiger als Wissen, wie schon A.
Einstein sagte.
Vielleicht ist Eurotunnel in 20 Jahren ein bedeutender Touristik-
konzern oder Wasserlieferant? Oder es wird ein zweiter Tunnel
gebaut und die Aktionäre schauen wieder in die Röhre...
Im Herbst 1998 kaufte ich zumindest ein paar Tunnel-Aktien,
( diese haben mich bisher weder reich noch arm gemacht - sie
notieren in etwa unverändert ) mit der Absicht diese 20 Jahre zu
halten.
Einige Kurzfrist-Trader hier im Board dürften mit diesem Zeitraum
ihre Probleme haben. Für solch ein Investment muß man nicht
verrückt sein, aber es hilft doch ungemein, entgegne ich hiermit...
In den verbleibenden rd. 16 Jahren ist eben mit dem Tunnel
alles möglich und auch das Gegenteil davon.
grüße
Wilhelm
Goodyear Tire & Rubber ( GT ), der ehemalige Dow-Wert und
weltweit 3. größter Reifenhersteller ( Umsatz 2001 14,15 Mia $ )
kam in den letzten Wochen nochmals massiv unter die Räder.
Mit einem KBV von 0,75 und einem KUV von 0,15 ist GT mittler-
weile auf einem frivol tiefen Niveau angelangt.
Ein gesch. KGV von 10 für 2003 ( aktuell negativ ) deutet eben-
falls nicht auf eine Überbewertung der auf einem 12 Jahres-Tief
dahinsiechenden Aktie hin.
Auch wenn der längerfristige Kursverlauf ein wenig nach
"fallendem Messer" aussieht, konnte ich nicht widerstehen und
legte mir ein paar Goodyear ( alleine schon wegen dem Namen... )
zum heutigen Eröffnungskurs ins Depot.
Die letzten, überraschend positiven, Umsatzahlen der US-Auto-
Hersteller wurden zum Teil mit Rabatten erkauft, trotzdem ändert
das nichts daran, daß auch solche Autos Reifen benötigen und diese genauso schnell abgefahren werden.
Ein kleiner Wermutstropfen für die Reifenhersteller ist der aktuell
hohe Rohölpreis, welcher aber in den Kursen eingepreist sein
sollte.
Ein schwacher US-$ sollte ebenfalls für GT von Vorteil sein, ca. 45% des Umsatzes werden im Ausland generiert.
grüße
http://chart.bigcharts.com/bc3/intchart/frames/chart.asp?symb=wwe&compidx=aaaaa%3A0&ma=1&maval=200&uf=0&lf=1&lf2=0&lf3=0&type=64&size=2&state=8&sid=158733&style=380&time=10&freq=1&comp=NO%5FSYMBOL%5FCHOSEN&nosettings=1&rand=6374&mocktick=1
Ein echter Turnarounder ?
World Wrestling Entertainment (WWE) ist der grösste Veranstalter der Wrestling - Wettkämpfe. Seit drei Jahren ist das Unternehmen an der Börse. Die Titel haben von ihrem Höchst im Oktober 1999 65% eingebüsst.
Der Abstieg begann, als WWE zusammen mit dem Fernsehsender NBC die Profifootball-Liga XFL als Konkurrenz zur bewährten NFL gründete. Danach lieferte sich WWE mit dem World Wildlife Fund ein Duell um den Namen WWF. Die Ringkämpfer unter Führung des Chairmans Vince McMahon verloren den Kampf und mussten den Namen World Wrestling Federation in World Wrestling Entertainment ändern. Derzeit ist das Unternehmen in einen Prozess mit der ehemaligen Ringerin Nicole Bass verwickelt, die WWE sexuelle Belästigung vorwirft.
All das schadet. Auch der Mangel an Stars macht sich bemerkbar. The Rock ist in Hollywood und steht WWE selten zur Verfügung. Stone Cold Steve Austin wurde suspendiert. Als Ersatz wurden alternde Stars wie Hulk Hogan aktiviert.
Doch auf den zweiten Blick sieht die Situation für WWE gar nicht schlecht aus. In Asien wird Wrestling immer populärer. Vor kurzem schloss WWE einen lukrativen Vertrag mit der Werbeagentur Total Sports Asia ab. Zudem ist der Markteintritt in Australien (die erste Veranstaltung besuchten rund 60000 Menschen ) viel versprechend.
Die Zuschauerzahl in den USA hat im jüngsten Quartal erstmals die 0,5-Mio.-Marke überschritten. Der Durchschnittspreis für einen Sitzplatz ist mit 37.92$ 7% höher als im Vorjahr, und die Videos der WWE belegen sechs der Top-ten-Plätze in den US-Verkaufscharts.
Weiter verschafft die Übernahme der Konkurrenzliga WCW von Turner Broadcasting (AOL Time Warner) fast ein Monopol. Die Übertragungen von «Smackdown» und «Raw» haben zwar Zuschauer verloren, gehören aber weiter zu den erfolgreichsten Shows im Kabelfernsehen.
Wrestling macht eine Krise durch, doch der Sport hat Tradition und wird langfristig populär bleiben.
Gruss Indio
Kennzahlen und mehr, hier klicken (http://cbs.marketwatch.com/tools/quotes/profile.asp?siteid=bigcharts&dist=bigcharts&symb=WWE&sid=158733&time=10)