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Vollständige Version anzeigen : Trading Strategie Statistikfuchs


Statistikfuchs
11.05.2002, 16:50
Liebe Leser,

Da ich nun Platz 1 unter den kurzfristigen Musterdepots - zumindest zeitweise -
errungen habe, dürften sich doch etwas mehr Leute für meine Strategie
interessieren. Ich werde daher hier in diesem Thread den Newsletter, den ich an
alle Interessierten verschicke, zusätzlich veröffentlichen.

Wer den Newsletter per Mail beziehen möchten, der kann sich durch ein Mail an

Mail@StatistikFuchs.de

in den Verteiler aufnehmen lassen.

Weiterhin veröffentliche ich auf dem mit dem Aktienboard verbundenen "Bullchart Server"
unter www.bullchart.de/dax/dax-eingang.php regelmäßige Analysen der Dax Aktien.
Der Update dieser Analysen erfolgt jede Woche Sonntags Abends.

mfG Gernot Daum (Statistikfuchs)

Statistikfuchs
11.05.2002, 16:53
Liebe Leser,


Es ist sicher dem einen oder anderen schon aufgefallen, dass sich mein
Musterdepot recht regelmäßig entwickelt, und das zum Glück nach oben. "Wie macht
er das ?", wird sich mancher fragen, "andere Musterdepots oder mein eigenes Depot
schwanken doch viel stärker ?".

Nun, es gibt hochwissenschaftliche Theorien zur "Portfolio Theorie" und "Asset
Allokation", aber man kann es auch ganz simpel formulieren: Die geringe
Schwankung wird vor allem durch eine breite Streuung über Länder und Branchen
unterstützt. Ich habe immer eine Liste von Signalen. Bei der Auswahl aus dieser
Liste spielt die Verteilung eine wichtige Rolle. Ich versuche Branchen und
Länder möglichst gleichmäßig auf alle von mit verwalteten Depots zu verteilen.

Beispiel: Zum Stichtag 10.05.2002 habe ich im Musterdepot:
An Ländern
- 5 * Deutschland
- 1 * USA
- 2 * England
- 1 * Italien
- 1 * Ungarn

An Branchen:
- 2 * Pharma / Kosmetik
- 1 * Gesundheit (Kliniken)
- 3 * Maschinenbau
- 1 * Kaufhäuser
- 1 * Nahrungsmittel
- 1 * Technologie
- 1 * Banken

Die Verteilung darf allerdings nicht zum Selbstzweck werden, da eine Häufung von
Signalen immer ein sehr positives Zeichen ist. Habe ich daher mehrere Signale
aus einem Land oder einer Branche gleichzeitig, sorge ich dafür, dass in jedem
meiner Depots sich mindestens einer dieser Aktien befindet, also z.B. im Februar
und März dieses Jahres eine Goldaktie und eine thailändische Aktie pro Depot.

Wenn oben also die Häufungen bei "Deutschland" und "Maschinenbau" zu finden
sind, so ist das systemgemäß. Zudem werden natürlich deutsche Aktien in
Deutschland am liquidesten gehandelt. Trotzdem versuche ich mich im Normalfall
auf maximal 50% deutsche Aktien zu beschränken.

Das 9 von 10 Aktie aus Europa sind, ist ein Tribut an den momentanen Haupttrend
an die weltweiten Kapitalflüsse, die von den USA wegführen, zumal der Dollar
einen Abwärts-, und der Euro einen entsprechenden Aufwärtstrend aufgenommen hat.
Mehr oder weniger zufällig ist momentan keine Aktie aus Asien dabei, aber das
kann sich schnell wieder ändern.

Die Anzahl "10 Positionen" im Aktienboard ist recht gut gewählt. Damit kann man
schon eine gute Streuung realisieren, ohne einen zu großen Aufwand damit zu
haben. Ich selbst mag zwar eine noch etwas größere Anzahl, und gehe bei meinen
Depots mit "echtem" Geld auch so vor. Allerdings würde ich nie mehr als 20
verschiedene Positionen im Depot haben wollen, auch wenn es mehrerer Millionen groß
wäre. Denn ab einem bestimmten Punkt steigt nur noch der Verwaltungsaufwand, und
der Effekt der Streuung verbessert sich nur noch unmerklich.

Abgesehen von ganz kleinen Depots sollte man niemals weniger als 5 Positionen im
Depot haben, wenn man zu 100% investiert ist !

Es hat in dieser Woche nur 2 neue Signale gegeben. Wer den Newsletter schon im
letzten August / September bekommen hat, kennt das schon. Mein System zieht sich
dadurch aus weltweit dauerhaft schwachen Märkten zurück, indem es keine neuen
Signale mehr gibt. Da gleichzeitig die im Depot befindlichen Positionen durch
einen "Zeitstop" verkauft werden, weil sie keine neuen Hochs mehr machen, sinkt
bei andauernder Schwäche der Investitionsgrad.

Noch allerdings gibt es genug "alte" Signale, und mein Musterdepot ist voll
besetzt. Drehen die Märkte jetzt doch wieder nach oben, bin ich gut
positioniert. Tun sie es nicht, wird mein Musterdepot langsam "ausdünnen".

Die beiden genannten Signale sind:
- Rostovenergo (916579), Russland, Rohstoffe
- CEZ (887832), Tschechei, Versorger, bereits das 2. Signal in diesem Jahr

Die Auswahl gibt mir ein paar kleine Hinweise zur Verteilung. Ich sollte
zumindest eine Aktie aus Osteuropa in jedem Depot haben, im Musterdepot ist das
momentan "Gedeon Richter" (Ungarn). Einen schönen "Day Trade" hatte ich zudem
diese Woche mit Lukoil Oil (Russland) machen können.

Weiterhin sind Versorger als defensive Werte oft stark in schwachen Märkten, und
Rohstoffe (inklusive Gold) sind sowieso eines der bisherigen "Hauptthemen" des
Jahres 2002. Eine Hausse in Rohstoffen ist zudem typisch für die "Spätphase"
eines grossen Trends, in der die meisten Aktien schon seit langem fallen.

Die von mir vorgestellte Aktienauswahl ist wie immer nur eine persönliche Meinung
und keine Handlungsaufforderung.

Ich wünsche erfolgreiche Geschäfte !
Ihr, Gernot Daum

Weitere Analysen finden Sie hier:
http://www.bullchart.de/dax/dax-eingang.php

Das Musterdepot ist hier zu finden: http://www.aktienboard.com/bullish/musterdepot.php?s==show=1123

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Mail@GernotDaum.de oder Mail@Statistikfuchs.de.

TheKing
11.05.2002, 17:02
Servus, Alter!

Schön, dass Du die Karten auf den Tisch legst.

Einige zwischenzeitliche Änderungen fand ich übrigens sehr sinnvoll.



cu,
tk

Statistikfuchs
12.05.2002, 21:19
Hallo, TK

Ich glaube, wir kennen uns von einem Börsenstammtisch, wenn ich das nicht verwechsle ?!
Welche Änderungen meinst Du ? Das ich nicht mehr ganz so starke Rückgänge beim Einstieg
suche ?

Gruß Statistikfuchs

TheKing
13.05.2002, 10:06
Keine Verwechlsung, alles korrekt. War in München.

Genau die Änderung meine ich.

Und ist es noch so, dass Du in Rückgänge direkt reingehst, oder das Du wartest, ob sich wieder eine Trendaufnahme zeigt?

TK

Statistikfuchs
19.05.2002, 15:59
Liebe Leser,


In letzter Zeit habe ich einen Schwerpunkt bei der Aktienauswahl im Musterdepot
ein wenig verschoben. ich weiß nicht, ob es jemand gemerkt hat. Nicht ein
bestimmtes Land ist es allerdings, oder eine bestimmte Branche, auf die ich mich
konzentriere. Schwerpunkte in dieser Hinsicht ergeben sich zwar auch, aber das
hängt davon ab, welche Signale ich bekomme. Ich habe keine "Berührungsängste" zu
einem bestimmten Land oder einer bestimmten Branche.

Die Größe, auf die ich "per Auswahl" ein wenig Einfluss nehme ist vielmehr das
Kursniveau der Aktien. Es macht schon einen Unterschied, ob eine Aktie bei 25,
80 oder gar 300 Euro rangiert, oder bei 7, 1.70 oder gar 0.14 Euro. In letzter
Zeit habe ich mich etwas auf die Aktien mit höherem Kursniveau konzentriert.

Zwar ist es in den letzten Jahren Mode geworden, die Aktienkurse durch
Kapitalmaßnahmen (meistens Splits) wieder auf das selbe Level zu bringen. Aber
das passiert eben nicht immer und eine Zusammenlegung von Aktien, um wieder ein
höheres Niveau zu erreichen, kommt kaum vor. Damit kommt den Aktien im
einstelligen Bereich, oder "Pennystocks" (Aktien, die unter einem Euro notieren)
durchaus eine besondere Bedeutung zu. Meist ist dem aktuellen Kurs ein langer
Abstieg vorausgegangen. Am neuen Markt ist das sogar eher die Regel als die
Ausnahme.

Der Grund für die Konzentration auf die teueren Aktien ist, daß ich das Gefühl
habe, die Schwankungsbreite, insbesondere das "Risiko nach unten" bei diesen
Werten nicht so hoch ist. Das ist wie gesagt, nur ein Gefühl, eine statistische
Überprüfung habe ich noch nicht gemacht, da diese nicht gerade einfach wäre. Als
Ergänzung zur letzten Woche, wo die Schwankungsbreite das Thema war, halte ich
aber fest: Man kann die Schwankungen durch eine gute Verteilung auf Länder und
Branchen und durch die Auswahl von "teuren" Aktien gering halten.

Ich bin mir übrigens nicht sicher, ob es auch Sicht des Profites wirklich das
beste ist, nur die teuren Aktien auszuwählen. Eine der Aktien von meiner Liste,
"K&M Möbel", ist in dieser Woche von 0,81 bis auf 1,07 Euro gestiegen, um dann
wieder auf 0,91 Euro zurückzufallen. Ich hatte die Aktie in einem meiner Depots,
und ein Verkaufslimit bei 0,99, welches natürlich bedient wurde. Da ich vor nur
10 Tagen bei 0,80 Euro gekauft hatte, war das ein recht schöner kurzfristiger
Profit. Nur ist wie gesagt auch die "Gefahr nach unten" entsprechend größer.

Ich denke, um derartige Chancen konsistent und profitabel nutzen zu können, ist
eine Verfeinerung der Ein- und Ausstiegstaktiken notwendig, die mein "einfaches"
System übersteigen würde. Ich setze dies auf die Liste meiner "Forschungsvorhaben"
und bin bis dahin eher vorsichtig mit den "Penny Stocks".

Ein weiterer Nachteil der Penny Stocks ist es, das der Spread bei sehr niedrigen
Kursen manchmal nur noch 1 Cent beträgt. Dann bleibt kein Platz, um die Limits
in den Spread hinein zu setzen, so daß die Gefahr von Teilaufführungen stark
steigt. Wenn man für jede Teilausführung extra bezahlen muss (wie es bei meinem
Broker Fimatex leider der Fall ist), ist das ein spürbarer Nachteil.

Bei dem Auswahlkriterium "Höhe des Aktienkurses" muss man sich weiterhin danach
richten, was das normale Kursniveau an den Heimatbörsen ist, und wie die
Stückelung der Aktien in die an den deutschen Börsen gehandelten "ADRs" ist. So
ist z.B. das Kursniveau der US amerikanischen Aktien mit dem der deutschen
Aktien vergleichbar. Schweizer Aktien sind hingegen von Haus aus viel teurer,
während das durchschnittliche Kursniveau in London oder Thailand sehr viel
niedriger ist.

Mein Depot leidet zur Zeit etwas unter der Dividenden Saison, da die
ausgeschütteten Dividenden im Aktienboard nicht eingerechnet werden. So wurde
z.B. bei Wella und den Progress Werken, die beide im Depot sind, in dieser Woche
Dividenden gezahlt, im letzten Fall sogar eine recht hohe. Der Dividenden
Abschlag macht sich da natürlich bemerkbar. Aber letzten Endes sind die
Dividenden nur Marginalien, außerdem wurde im Aktienboard bis vor kurzem auch
keine Gebühr gerechnet (nun sind es 0,6% pro "Round Turn). Ich mache mir jetzt
jedenfalls nicht die Arbeit, die Aktien bezüglich Dividendenzahlungen zu
überwachen, und sie vorher aus dem Depot zu nehmen. Schließlich gehören
Zufallsereignisse zu den Dingen, die man bei der Spekulation an der Börse
sowieso als unabwendbar akzeptieren sollte.

Das Depot hat in dieser Woche bei 34% Gewinn seit Jahresanfang stagniert, so daß
der Dax erstmals seit Wochen wieder etwas aufholen konnte (er ist jetzt
gegenüber dem Jahresanfang nur noch 2% im Minus, der Depotvorsprung liegt damit
"nur" noch bei 36%).

Die Signale dieser Woche:

Talk Amerika Holding (900206), USA, Holding, seit Anfang April von 0,48 auf 2,20
gestiegen !
Adult Shop (873083), Australien, Erotik, nicht zum erstenmal auf der Liste
Impala Platinum (865389), Südafrika, Goldminen, Endlich wieder einmal ein Gold
Wert
Texwinca (902853), Bermuda, Holding, Ein Hongkong Unternehmen im Exil
Transocean Sedco Forex (886661), Cayman Islands, Anlagen für Ölbohrungen
GBWAG Bay Wohng (586320), Deutschland (Bayern !), Immobilien

Eine wirklich sehr "bunte" Schar ist es diese Woche. Aber wie oben erwähnt,
kenne ich keine "Berührungsängste" (Füchse sind Allesfresser). Wie wäre es mit
einem Urlaub in der Karibik ?! Nur "GBWAG Bay Wohng", "Transocean Sedco Forex"
und "Impala Platinum" erfüllen übrigens die obige Bedingung, einen hohen Preis
zu haben, während "Adult Shop" eine sehr extreme "Penny Stock" Ist (gerade von
0,15 auf 0,22 Euro gestiegen).


Die von mir vorgestellte Aktienauswahl ist wie immer nur eine persönliche Meinung
und keine Handlungsaufforderung.

Ich wünsche erfolgreiche Geschäfte !
Ihr, Gernot Daum

Weitere Analysen finden Sie hier:
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Das Musterdepot ist hier zu finden: http://www.aktienboard.com/bullish/musterdepot.php?s==show=1123

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Statistikfuchs
26.05.2002, 11:15
Liebe Leser,


Ich habe in der letzten Zeit wieder meine Computer ein wenig rechnen lassen. Ich
bin öfter unterwegs, und dann gebe ich meinem Computer zu Hause eine Aufgabe, an
der er mehrere Tage lang zu rechnen hat. Unterwegs habe ich noch meinen Laptop.
Dem setze ich dann Brocken vor, die in einer Nacht durchzuarbeiten sind.

Die Computer machen eine wichtige Arbeit. Denn ich habe zwar mein System so
aufgebaut, dass es im Zeitablauf recht robust ist, und die Ergebnisse nicht zu
sehr schwanken. Aber die Märkte ändern sich im Laufe der Zeit.

Im Jahr 2001 haben Systeme, bei denen ein bestimmter Volumenindikator eine Rolle
spielt, besonders gute Ergebnisse erzielt. Man kann sogar sagen, es sind die
einzigen von mir untersuchten Systeme, die für 2001 überhaupt einen nennenswerten
Gewinn erzielen konnten. Ich weiß noch nicht ganz genau, woran das liegt. Aber
wahrscheinlich ist dieser Volumenindikator ein guter Filter, um die wenigen
Gewinner dieses Jahres von den vielen Verlierern zu unterscheiden. Das heißt, er
wirkt in einer allgemeinen Baisse besonders gut.

In den Jahren 1998 bis Anfang 2000 war das ganz anders. In dieser Zeit haben vor
allem Systeme alles andere "outperformed", die auf Extremwerte beim Momentum
setzen. Hier lassen sich leicht beliebig viele Systeme finden, die mit einfachen
Regeln 200% und mehr im Jahr gemacht hätten. Mit diesen Systemen ist momentan
kein Geld mehr zu verdienen. Denn solch extreme Momentumwerte sind ein
Kennzeichen einer extraordinären Hausse, bei der alle fundamentalen
Bewertungsrahmen gesprengt werden.

Bei den bisherigen Ergebnissen für das Jahr 2002 nimmt die Bedeutung des
Volumenindikators etwas ab. Es ist zwar immer noch so, dass ein hoher Wert hier
die Gewinnaussichten verbessert. Aber es gibt mittlerweile wieder andere
Indikatoren, auf die es zu achten gilt.

So handele ich z.B. grundsätzlich nur Aktien, die vor kurzem "nach oben"
ausgebrochen sind. Objektiv messe ich das dadurch, dass die Aktie das höchste
Hoch der letzten n Tage gemacht hat. Über den Parameter n kann ich meine
Computer durchprobieren lassen. Es ist bei diesem Parameter so, dass die
Gewinnaussichten grundsätzlich um so höher sind, je höher der Wert ist. Ein 200
Tage Hoch ist also aussichtsreicher als ein 100 Tage Hoch. Und ein 400 Tage Hoch
hat noch höhere Gewinnaussichten. Optimal ist natürlich ein Allzeithoch, für
diesen Fall ist n quasi "unendlich".

Warum taucht der Dax Wert BMW nicht auf meiner Liste auf, wird sich jetzt
mancher fragen. Hier hatte es doch in letzter Zeit einige Allzeithochs gegeben.
Das ist zwar richtig, aber der Volumenindikator hat keine besonderen Werte
gezeigt. Und es gibt genügend Aktien, die mir unter Beachtung diese Indikators
bessere Chancen bieten. Der Volumenindikator zeigt bei Dax Aktien typischerweise
so gut wie nie besondere Werte an.

Ich habe daher mittlerweile erst mal Abstand vom Handel mit Dax Aktien genommen,
da ich mir dadurch nur die Performance im Vergleich zum Musterdepot
verschlechtere. Ich analysiere die Aktien zwar weiterhin, aber das ist
mittlerweile eher eine Übung, um den Kontakt mit dem Markt zu behalten. Einzig
mit Optionen auf Dax Aktien handle ich ab und zu noch, da dies ein ganz
besonderes Feld ist, bei dem sich zudem intensives Forschen lohnt.

Bei Optionen wird es dann spannend, wenn die Kurserwartung für die nächste Zeit
nicht einer Normalverteilung entspricht. Das kann z.B. bei der Annäherung des
Kurses an Unterstützungen oder Widerstände passieren. Aber ich will das jetzt
nicht weiter vertiefen, das wird sonst zu mathematisch. Jedenfalls ist die
Chance in dieser Situation gut, dass man falsch bewertete Optionen und damit
eine Profitgelegenheit findet.

Bleibe ich erste einmal bei den Aktien, damit lässt sich ja auch genug Geld
verdienen, ohne sich zu viele komplexe Themen aufzuladen. Mein Musterdepot ist
in dieser Woche wieder 2% vorangekommen, und hat nun seit Jahresbeginn 36% Gewinn
gemacht.

Die Signale dieser Woche, bei diesen Aktien warte ich auf eine Einstiegsgelegenheit:

- Moodys Corp (915249), USA, Medien

- Mosaic Software (710020), Deutschland, Software

- SPAR Handels-AG (724693), Deutschland, Handel (aus einer Seitwärtsbewegung nach
oben ausgebrochen)

- CBB Holding (544400), Deutschland, Immobilien

- CCR Logistic Systems (762720), Deutschland, Umwelt, Entsorgung

Interessanterweise sind diesmal fast keine ausländischen Werte dabei. Ist
Deutschland einer der "kommenden" Märkte ?! Es könnte aber auch daran liegen, das
die Umsätze in dieser Woche sehr gering waren. Das heißt, bei Auslandswerten waren
sie besonders niedrig. Und mein system achtet auf Umsätze.



Die von mir vorgestellte Aktienauswahl ist wie immer nur eine persönliche Meinung
und keine Handlungsaufforderung.

Ich wünsche erfolgreiche Geschäfte !
Ihr, Gernot Daum

Weitere Analysen finden Sie hier:
http://www.bullchart.de/dax/dax-eingang.php

Das Musterdepot ist hier zu finden: http://www.aktienboard.com/bullish/musterdepot.php?s==show=1123

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Milin
26.05.2002, 14:42
"...Bei Optionen wird es dann spannend, wenn die Kurserwartung für die nächste Zeit
nicht einer Normalverteilung entspricht. Das kann z.B. bei der Annäherung des
Kurses an Unterstützungen oder Widerstände passieren. Aber ich will das jetzt
nicht weiter vertiefen, das wird sonst zu mathematisch. Jedenfalls ist die
Chance in dieser Situation gut, dass man falsch bewertete Optionen und damit
eine Profitgelegenheit findet..."

Hast du mal untersucht, wie die Verteilungsfunktion an Unterstützungen/Widerständen aussieht?

Wenn alle Marktteilnehmer Optionen unter Annahme einer Normalverteilung preisen, nützt es einem doch ertmal wenig, daß sie falsch bewertet sind, da man den wahren Preis nicht realisieren kann.
Man braucht also noch eine Richtungsentscheidung, wie halt immer im Trading, die auf einer Verteilung abweichend von der Normalverteilung basiert. Falsch bewertete Optionen aufgrund falscher Annahmen führt dann also möglicherweise zu einem größerem Profit, aber sichert einem diesen noch nicht.

MfG Milin

TheKing
30.05.2002, 12:50
Etvl. wäre eine kleinere Erläuterung zu den Exits hilfreich.

Denn sonst hieße es: "Don't try this at home!" ;)

Statistikfuchs
01.06.2002, 17:56
Momentan teste ich mein System Jahr für Jahr durch. das heißt, ich beschränke
mich immer auf die Daten vom 2. Januar bis zum letzten Handelstag des Jahres,
und mache darüber eine Statistik für 2001, 2000, 1999, usw. Das ist recht
interessant, es führt zu einigen grundlegenden Erkenntnissen.

Manche Dinge sind zeitlos, zum Beispiel:

- Eine Aktie, die ein "x Tage" Hoch macht, ist grundsätzlich gut, je höher x
ist, desto besser. Das wird einem intuitiv auch dadurch klar, dass es für eine
solche Aktie kaum noch jemand gibt, der unbedingt zu einem bestimmten Preis
(nämlich seinem Einstandspreis) verkaufen möchte.

- Ein hoher Wert beim Volumenindikator (d.h. die Umsätze an Tagen mit
Kursteigerungen sind ein Vielfaches von den Umsätzen an Tagen mit Kursverlusten)
ist immer gut für die langfristige Aussicht einer Aktie. Je länger ich die
Aktien zu behalten gedenke, desto mehr sollte ich auf so einen Indikator achten.

Andere Dinge hingegen sind eher der Mode unterworfen. In manchen Jahren haben sie
eine hohe Bedeutung, in anderen Jahren nicht. Beispiele:

- Ob ich für einen Einstieg einen Kursrückgang abwarten soll, oder ob ich besser
sofort kaufe, hängt von der aktuellen Marktstimmung ab. In den Jahren 1998 bis
2000 hätte man durch das Warten auf einen Kursrückgang zuviel verpasst, und sich
damit die Performance verschlechtert. In den Jahren 2001 und dem bisherigen 2002
hingegen war diese Taktik "goldrichtig".

- Die Verwendung des Volumenindikators für das kurzfristige Trading: Im Jahr
2001 war dies sehr wichtig, um überhaupt einen nennenswerte Gewinn erzielen zu
können. In den Jahren davor und auch im bisherigen Verlauf von 2002 hat dieser
Indikator hingegen eine nur eine geringe Bedeutung, wenn ich meine Positionen im
Schnitt nicht länger als 10 Tage halte. Dieser Indikator ist wohl besonders gut
geeignet, in einer Baisse die ganz kleine Gruppe von Gewinnern auszusieben. In
seitwärts oder aufwärts laufenden Märkten kommt es für das kurzfristige Trading
eher auf andere Dinge an.

Interessant ist es natürlich, wie es aktuell aussieht, daher hier die Taktiken,
die bisher für 2002 statistisch gesehen erfolgreich waren: Gute Aktien (x Tage
Hoch !) nach einem Kurseinbruch kaufen, und nach einem Gewinn recht bald wieder
abstoßen. Dabei auf bestimmte Märkte konzentrieren: Goldaktien, russische
Aktien, Rohstoffaktien, thailändische und koreanische Aktien. Und natürlich
russische Rohstoffaktien ;-). Nebst diesen bestimmten Märkten aber auch sonstige
interessante Werte beachten, insbesondere deutsche Aktien (wegen den
vergleichsweise hohen Umsätzen bei kleinen Werten). Und bestimmte Märkte meiden
(USA, Technologieaktien, große Index Schwergewichte wie Cisco, Microsoft, IBM,
Oracle, Siebel etc.).

In etwa mit dieser Taktik habe ich in den ersten 5 Monaten des Jahres 2001 mit
meinem Musterdepot fast 40% Gewinn gemacht. Das Musterdepot liegt damit laut
Statistik klar "über Plan", d.h. statistisch gesehen dürfte ich noch nicht über
25% sein. Daher halte ich es auch für etwas utopisch, die 40% zum Jahresende hin
auf 100% hochzurechnen, wie man es mit schnellem Kopfrechnen tun könnte.
Allerdings hilft mir wiederum der "Zinseszins Effekt", den meine Statistik nicht
berücksichtigt. In der Realität, also mit echtem Geld, gibt es den Effekt aber
auch.

Ich erwähnte letzte Woche den Options- Handel, der für mich allerdings bisher
noch ein reines Forschungsgebiet ist. Da es aber Rückfragen gab, hier eine kurze
Erläuterung, wie eine "Nicht Normalverteilung" aussehen könnte: Angenommen, eine
Aktie notiert bei 31, und hat bei 30 eine deutliche Unterstützung. dann wäre
nach einer Normalverteilung die Chance, das sie in einem Monat bei immer noch
bei 31 notiert am höchsten. Ansonsten fällt sie in beiden Richtungen ab, d.h.
niedriger aber gleich hoch für 30 und 32, 29 und 33 usw. (Mathematiker verzeihen
mir bitte, dass ich der Einfachheit halber logarithmische Effekte "unter den
Tisch fallen lassen").

In Wahrheit würde aber die Aktie aber nach einem Durchbrechen der 30 schnell
nach unten durchfallen. Ist es eine volatile Aktie (wie z.B. der Dax Wert
Infineon), ist ein 10% Verlust sehr wahrscheinlich. In dieser Situation ist die
Wahrscheinlichkeit, dass die Aktie in einem Monat bei 27 steht sogar höher, als
dass sie bei 29 steht. Dies ist aber eine klare Abweichung von der
Normalverteilung, nach der sich die theoretischen Preise der Optionen richten.

Ich baue mir aus Optionen nun einen Trade auf, der einen Gewinn macht, wenn die
Aktie in einem Monat bei 31 oder 27 steht und einen Verlust, wenn sie bei 29
steht. Durch geschickte Kombination von Kauf und Verkauf verschiedener Optionen
kann man so etwas tatsächlich "bauen". Voraussetzung ist, dass die Preise der
Optionen "normalverteilt" sind. Soweit in Kürze, man sieht, dass es leider nicht
ganz so simpel ist.

Nach dieser theoretischen Abschweifung zurück zur Praxis. Hier sind die Signale
der Woche. Die folgenden Aktien haben in der letzten Woche ein neues 200 Tage
Hoch gemacht, und das Volumen an steigenden Tagen hat in letzter Zeit das Volumen
an fallenden Tagen sehr deutlich übertroffen:

Drägerwerk VZ. (555063), Deutschland, Medizintechnik
Goldfields Ltd. (896229), Australien, Goldminen
Kiekert (628620), Deutschland, Autozulieferer
Kraft Rheinfelden (701900), Deutschland, Versorgung
Salamander (730500), Deutschland, Handel
Siam Commerc. Bk. (879259), Thailand, Banken
Spinifex Gold (904038), Australien, Goldminen

Fast schon obligatorisch: Zwei Goldminen und eine thailändische Bank (gibt es
eigentlich eine in Deutschland gehandelte thailändische Bank, die in diesem Jahr
noch nicht auf meiner Signalliste war ?). Es fällt mal wieder das vollkommene
Fehlen von Aktien aus den USA auf, obwohl es davon genügend in meiner Datenbank
gibt (bestimmt 50 mal soviel wie thailändische !).

snahas
01.06.2002, 18:14
SF, wie und womit machst Du Dein Backtesting?

Statistikfuchs
07.06.2002, 18:43
@snahas: Die Software habe ich selbst geschrieben (bin Informatiker). Auf diese Weise kann ich neue Ideen am schnellsten verwirklichen, z.B. das Testen von Ausstiegstaktiken.

Statistikfuchs
08.06.2002, 17:41
Liebe Leser,


Ich wurde einmal gefragt, ob ich mich den gar nicht nach dem Verlauf der großen
Indizes richte. Denn wie ich immer betone, erfolgt meine Aktienauswahl allein
aufgrund von Signalen, die mir der Computer gibt. Der Kauf erfolgt dann bei
einem bestimmten Kursrückgang, wobei dieser Idealerweise unter fallenden
Umsätzen erfolgt. Ich schreibe nie darüber, wie die Indizes stehen, und in der
Tat kümmert es mich auch recht wenig. Ganz ignorieren tue ich sie aber nicht. Da
es in den letzten Wochen mit allen großen Indizes (Nasdaq, Dow Jones, Dax) recht
stark herunterging, ist diese Frage jedoch aktuell. Viele fühlen sich ziemlich
unwohl dabei, bei so einem Hintergrund voll investiert zu sein.

In der Tat bin ich in meinem Musterdepot zur Zeit auch nicht mehr ganz so stark
investiert und halte oft 50% oder mehr Cash. Aber auch wenn das meiste fällt, es
gibt eigentlich fast immer noch interessante Teilmärkte mit Gewinnchancen. Und
so ist es auch jetzt. Interessant, und das schon seit längerer Zeit sind
Edelmetall- und Rohstoffaktien. Hier werden immer wieder neue Hochs gemacht,
ungeachtet der Entwicklung der großen Indizes. Und so "glänzt" mein Musterdepot
zur Zeit auch vor allem durch Gold, Silber und Platin und wird durch Öl und Gas
angetrieben.

Allerdings gibt es außer den Gold- und Rohstoffmärkten zur Zeit auch nicht viele
Alternativen, sieht man von Einzelfällen ab. Der verringerte Investitionsgrad
erklärt sich daher vor allem dadurch, dass ich nicht mehr so stark
diversifizieren kann. Aufgrund der hohen Volatilität würde ich nie alles
gleichzeitig in die Edelmetallmärkte stecken. Ich gehe momentan mit dem
Musterdepot an die Grenze dessen, was ich noch für vertretbar halte.

Ein weitere wichtige Taktik in fallenden Märkten ist eine kurze Haltedauer. Denn
in fallenden Märkten sind kurze und heftige Bewegungen typisch, das gilt auch
für die "guten" Aktien, die sich dem Umfeld nicht ganz entziehen können. Daher
sollte man nach einem schnellen Gewinn diesen auch mitnehmen. Steigen hingegen
alle Märkte, fährt man mit Gewinnmitnahmen nicht so gut.

Grob gerastert würde ich folgende Parameterwerte ansetzen:
Hausse: Längere Haltedauer (1 Woche bis 3 Monate), Depot 80-100% investiert
Seitwärts: Mittlere Haltedauer (3 Tage - 3 Wochen), Depot 50-90% investiert
Baisse: Kurze Haltedauer (1-5 Tage), Depot 30-60% investiert

Mit "Hausse" und "Baisse" ist der Verlauf der großen Indizes, speziell der US
amerikanischen gemeint. Momentan agiere ich mit den "Baisse" Parametern, wie man
den Aktionen in meinem Musterdepot leicht entnehmen kann.

Ich versuche mit einem Auge diese Parameter für das Musterdepot einzuhalten, einiges
macht jedoch auch das System selbst für mich durch:

- Auswahl der Teilmärkte, in die man investieren kann
- Anzahl der Signale aus verschiedenen Segmenten
- Anzahl der Signale insgesamt

Ab und zu ist es auch so, dass wirklich alles nur noch fällt. Von August bis
Ende September des letzten Jahres war eine solche Situation. In diesem Fall
kommen von meinem System überhaupt keine Signale mehr, so das ich mich nach und
nach ganz aus dem Markt zurückziehe. Wer mein Musterdepot, das ich ausgerechnet
in diesen Monaten gestartet hatte, schon länger beobachtet, wird sich noch daran
erinnern. Ende September hatte ich ein Minus von 3%, andere im August im
Internet gestartete Musterdepot waren da schon bei -25% bis -30%

Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen sie ihren Bankberater oder
Börsenbriefschreiber. Das möchte ich allerdings unbedingt noch loswerden, wenn
ich mir die aktuelle Entwicklung der Edelmetall Märkte anschauen. Den diese
beginnen langsam, sich in einer fortgeschrittenen Phase einer Hausse zu
befinden. Fast schon fühlt man sich bei den Goldaktien heute an die Internet
Aktien vor 2-3 Jahren erinnert. Man erkennt das vor allem an der gestiegenen
Volatilität und an den Umsätzen. Bisher konnte ich das im Musterdepot zwar ganz
gut ausnutzen, doch da ist auch viel Glück dabei, und der Schuss kann auch
einmal nach hinten losgehen.

Ich werden diese Märkte weiter handeln, auch wenn sie schon Zeichen der
Überhitzung zeigen. Denn niemand kann sagen, wann so eine Entwicklung wirklich
zu Ende geht. Wer bereits Anfang 1999 aus dem Handel mit Internet Aktien
ausgestiegen ist, hat einiges verpasst. Aber ich werden vorsichtig sein, und die
Augen vor den Gefahren offen halten.

Die Signale in dieser Woche. Es sind nur 3, auch daran sieht man, dass Baisse ist:

- Aach. Münchn.Vers. (841080), Deutschland, Versicherungen, neues Hoch, allerdings
kaum Bewegung
- Bougainv. Copper (867948), Australien, NE-Metalle, Vorsicht "Penny Stock"
- Siam Cement PCL (878444), Thailand, Bau/Baustoffe, ein alter Bekannter, hie
würde ich um die 27 ein Limit platzieren

Wieder eine Metall Aktie, wenn auch kein Edelmetall und wieder der
obligatorische Wert aus Thailand. Mein System ist, bzw. die Märkte sind momentan
nicht sehr kreativ. Der thailändische Markt ist auch noch so eine Nische, die
sich dem globalen Abwärtstrend entzieht. Nur würde ich natürlich auch nie allzu
viel Geld in Thailand investieren. Was ist, wenn dort irgendetwas passiert ?


Die von mir vorgestellte Aktienauswahl ist wie immer nur eine persönliche Meinung
und keine Handlungsaufforderung.

Ich wünsche erfolgreiche Geschäfte !
Ihr, Gernot Daum

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http://www.bullchart.de/dax/dax-eingang.php

Das Musterdepot ist hier zu finden: http://www.aktienboard.com/bullish/musterdepot.php?s==show=1123

Wer den Newsletter nicht mehr beziehen möchte, schickt bitte eine kurze Mail an:

Mail@GernotDaum.de oder Mail@Statistikfuchs.de.

zion
09.06.2002, 09:25
Wie bekomme ich denn bitte Dein Musterdepot dargestellt, Statistikfuchs? Ein Klick auf Deine Link zeigt immer nur "Musterdepot anlegen"....

Gruß + Dank,
zion

plasir
09.06.2002, 12:05
Nimm diesen Link:


>> Nimm diesen Link << (http://www.aktienboard.com/bullish/musterdepot.php?&action=show&mduserid=1123)

Statistikfuchs
09.06.2002, 17:32
Danke für den Link, Plasir. Mir war nicht bewußt, daß der andere (wohl wegen Cookies) nur auf meinen Computern funktioniert.

plasir
09.06.2002, 17:45
Yepp. Auch gemerkt. Fixe das bitte für die folgenden Ausgaben. ;)

Dawnrazor
11.06.2002, 12:38
@Statistikfuchs

Sehr eindrucksvoll, sowohl die Vorgehensweise als auch die Performance. :cool: Welches Datenabo benutzt Du denn?

indextrader
11.06.2002, 12:46
.......ui ein lob von Dawnrazor ;)

das geht in die ab-geschichte ein :D

Dawnrazor
11.06.2002, 13:21
:hmpf: :D

Statistikfuchs
15.06.2002, 18:37
@dawnrazor: Ich verwende ein einfaches "End of Day" Abo von NWP (jetzt von einer Firma "Market Maker" übernommen). Im Grunde reichen mit einfache ASCII Dateien aus.

Gruß Statistikfuchs

Statistikfuchs
15.06.2002, 18:40
Liebe Leser,


Mein Musterdepot hat in dieser Woche erstmals seit langem einen grösseren
Rückschlag einstecken müssen, und ist von 46 auf 42 Prozent Gewinn seit
Jahresbeginn gefallen. Es war mir zwar bisher oft gelungen, durch die
computergestützte Aktienauswahl von der Performance der großen Indizes recht
unabhängig zu sein. Aber in der momentan extremen Marktsituation (Dax tritt
durch Brechen der 4500 Unterstützung in eine Baisse ein, immer neue Tiefs bei
den US Börsen) gelingt das nicht mehr. Ausschlaggebend für den Einbruch des
Musterdepots war aber die Schwäche an den Edelmetall Märkten.

An solch charttechnisch wichtigen Marken ist die Bereitschaft zum Umdenken und
Entscheidungsfreude gefragt. Mit der Einstellung "Hoffentlich hält die 4500 im Dax,
sonst geht meine Investmentstrategie nicht auf" hat man schon verloren.
Hoffnung wird an den Märkten bestraft, man muss immer bereit sein zu handeln.

Die Konsequenz für mich ist am Musterdepot zu sehen: Der Investitionsgrad liegt
momentan nur noch bei etwa 30%. Ich werde mich vorläufig eher abwartend
verhalten, und nur einige wenige "besonders gute Chancen" handeln.

In dieser Zeit konzentriere ich mich auf das Marktumfeld und sammle Daten, die
mir Fingerzeige geben könnten. Das Verhalten von wichtigen Branchen oder auch
einzelnen Aktien sagt mehr als ein Indexstand. Die Edelmetall- und
Rohstoffmärkte könnten ihre Hausse fortsetzen. Vielleicht gibt es auch die eine
oder andere Überraschung von einem asiatischen oder osteuropäischen Markt.

Von den USA erwarte ich mir hingegen sehr wenig Impulse. Der fundamentale
Datenkranz ist auf Jahre hin sehr schlecht. Aktien sind (immer noch)
überbewertet, die Privatleute sind überschuldet, und die Wirtschaft hat
Überkapazitäten. Der Investitionsgrad aller wichtigen Anlegergruppen (private
Investoren, institutionelle Anleger und auch die Ausländer) in Aktien ist auf
historisch hohen Levels, zum Teil sogar extrem hoch. Und der Dollar hat einen
eventuell recht langfristigen Abwärtstrend aufgenommen, was zwar der
Exportindustrie nützt, aber dem Land zunächst viel Kapital entzieht. Ich denke,
die meisten Investoren müssen sich erst einmal mit dem Gedanken vertraut machen,
dass die besseren Anlagemöglichkeiten in nächster Zeit nicht im "gelobten Land
Kapitalien" liegen werden.

In Europa, und ganz besondere in Deutschland, sieht man im eigenen Land nur das
Negative, und versucht daher alles, was aus den USA kommt zu kopieren.
Dementsprechend fest hat sich der Einruck eingeprägt, dass das amerikanische
Wirtschaftsmodell dem europäischen überlegen ist. Aber die Enron Pleite hat die
ersten Zweifel wachsen lassen, ob die "dynamische und kreative"
Bilanzierungspraxis wirklich so viel besser ist, als das in Deutschland früher
sehr übliche Verstecken von stillen Reserven.

In wirtschaftlich schwierigen Zeiten beginnt eine deutsche Grundtugend - die
Sparsamkeit - ihre positive Wirkung zu entfalten. Und über die Vorbereitung der
Euro Einführung ist es den Deutsche sogar ein wenig gelungen, diese Tugend an
Nachbarländer weiterzugeben. Einige von diesen , z.B. Holland, hatten sie
allerdings auch schon immer. In Europa sind sowohl Firmen als auch
Einzelpersonen solider finanziert als in den USA, was in Krisenzeiten mehr
Handlungsspielräume offen lässt. Zum Beispiel haben Firmen noch Geld für
Forschung und Entwicklung und damit dem Aufbau neuer Marktchancen übrig, und
Arbeitnehmer können auch mal ihre Arbeitszeit reduzieren, was es manchem
erleichtert, den Arbeitsplatz zu erhalten. Das alles sorgt wiederum dafür,
Potenziale für einen späteren Aufschwung zu schaffen bzw. zu erhalten.

Zurück zur Börsenentwicklung: Eine ähnliche Situation wie momentan hatten wir im
letzten August. Und damals ging es noch wochenlang abwärts, bis die Tiefs
schließlich im September erreicht wurden. Die Entwicklung wäre meiner Meinung
nach auch ohne die Terroranschläge vom 11.09 genauso gekommen. Wahrscheinlich
wären die dann Tiefs erst 2-4 Wochen später gebildet worden. Auch damals hatte
ich mir Vorteile gegenüber dem Dax im Wesentliche durch Fernbleiben vom Markt
"erarbeitet".

Achtung, der bisher angegebene Link auf mein Musterdepot hatte nur an meinen
eigenen Computern funktioniert, was mir leider nicht aufgefallen war. Wer also
das Musterdepot noch nicht via Direkteinstieg in das Aktienboard gefunden hatte,
sollte in Zukunft diesen Link verwenden:

http://www.aktienboard.com/bullish/musterdepot.php?&action=show&mduserid=1123

Die Signale dieser Woche, es sind wieder nur 3 Stück:
- Tipco Asphalt PCL (890479), Thailand, Bau/Baustoffe
- Brau und Brunnen (555030), Deutschland, Getränke, Vorzeichen eines heißen
Sommers ;-)
- Talk America Holding (900206), USA, Holding, hatte kürzlich schon ein Signal
gegeben, nun ein neues Hoch

Es ist schon erstaunlich, letzte Woche waren es nur 3 Signale, und es war eine
thailändischen Baufirma dabei (Siam Cement), und diese Woche sind es auch nur
drei, darunter wieder eine thailändische Baufirma. Momentan ist es aber nicht
schlecht, sich auf solche Nischen zu konzentrieren.

Die von mir vorgestellte Aktienauswahl ist wie immer nur eine persönliche Meinung
und keine Handlungsaufforderung.

Ich wünsche erfolgreiche Geschäfte !
Ihr, Gernot Daum

Weitere Analysen finden Sie hier:
http://www.bullchart.de/dax/dax-eingang.php

Das Musterdepot ist hier zu finden: http://www.aktienboard.com/bullish/musterdepot.php?&action=show&mduserid=1123

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Statistikfuchs
22.06.2002, 19:28
Liebe Leser,


In dieser Woche beantworte ich mal ein paar Fragen, die mir zum Newsletter und
zum Musterdepot gestellt wurden.

1.) Warum finden ihre "Signale", die Sie in Ihrem Newsletter geben, nicht Eingang
in Ihr Musterdepot?

Antwort: Eine Aktie, die ein Signal gegeben hat, bleibt bei mir eine Zeitlang
(manchmal Monate) auf der "Watchlist", ich kaufe erst bei einem Rückschlag. Sie
werden also die meisten Musterdepot Aktien in einem früheren Newsletter finden.
Gelegentlich nehme ich auch Aktien ins Depot, die von den Parametern her nur
kurzfristig handelbar sind, die nehme ich dann nicht auf eine nur wöchentlich
erscheinende Signalliste. Aber das sind nur etwa 20%, in letzter Zeit etwas mehr
(eine Charakteristik des fallenden Gesamtmarktes). Ich empfehle nicht, die
Aktien, die ich nur im Musterdepot, aber nicht auf der Signalliste habe, länger
zu halten. Die Aktien der Signalliste haben hingegen das statistische Potenzial
zu einer langfristig positiven Entwicklung. Für jemanden, der sich zusätzlich
über fundamentale Fakten der Aktie informiert (was ich in diesem Fall unbedingt
nahe lege !), kann so eine Aktie also eine mögliche Daueranlage werden.

2.) Einen Trick müssen Sie mir aber noch verraten, wenn von Draxis Health in
Frankfurt am 7.06.02 ein Gesamtumsatz von 220 Stück gewesen ist, und sie um
10.22 Uhr aber 4000 Stück verkauft haben, frage ich mich wie ist das möglich.

Antwort: Ich richte mich nach den Regeln des Aktien Boards, bzw. was die
Software des Musterdepots erlaubt. Wenn Umsätze vorliegen, kann man ein Geschäft
eingeben, zum aktuellen Kurs und zu den Stückzahlen, die man möchte (in meinem
Fall also: Durch die Money Management Strategie vorgegeben werden). Das kann
dann im Einzelfall zu "virtuellen" Geschäften führen, die in der Realität in dem
Umfang nicht vorkamen. Ich werde aber in Zukunft darauf achten, nur noch
Geschäfte einzugeben, die im Rahmen des tatsächlichen Umsatzes liegen.
Schließlich soll die Simulation im Musterdepot möglichst realitätsnah sein.

3.) Was bedeuten die folgende Angaben im Musterdepot ?
. Startkapital 100000.00
. Cash 100022.36
. Kaufwert 41468.60
. Depotwert 43000.00
. Depotentwicklung 43.02 %

Antwort: Die Zahlen sind die "Eckwerte" des Musterdepots. Das Startkapital war
am 02.01.02 genau 100.000 Euro. Im obigen Fall (also letzte Woche) hatte ich
fast genau diesen Betrag (nämlich genau 100.022 Euro) als Barreserve ("Cash"),
da ich momentan recht vorsichtig bin. Hinzu kommen Aktien mit einem "Depotwert"
von 43.000 Euro (zufällig war diese Zahl so rund), welche sich als Summe der
aktuellen Werte der Einzelpositionen ergibt. Die Einzelposition berechnet sich
aus Stückzahl mal aktuellen Kurs. Der "aktuelle" Kurs ist allerdings derjenige
vom Vortag, am Wochenende sogar nur der vom Donnerstag Abend. Das hat so weit
ich weiß rechtliche Gründe, da das Aktienboard auf frei verfügbare Kurse im
Internet zugreift. Das Aktienboard wird übrigens von einer Gruppe von Leuten (zu
denen ich nicht gehöre) als Freizeitaktivität gestaltet. Der "Kaufwert" der
Aktien im Depot Aktien, also über alle offenen Positionen aufsummiert Kaufpreis
mal Stückzahl, lag bei 41.468 Euro. Somit steht insgesamt gegenüber dem Kauf ein
kleiner Gewinn zu Buche. Die letzte Zahl, die "Depotentwicklung" ist die
absolute Schlüsselzahl, da sie die Wertentwicklung des Depots seit Jahresbeginn
darstellt. Die obigen Zahlen sind so einfach, dass man das mit einer einfachen
Kopfrechnung überprüfen kann. Der "Gesamtwert" des Depots ergibt sich aus dem
"Cash" und dem "Depotwert", also zusammen genau 143.022 Euro. Die 43,02 Prozent
ergeben sich aus der Relation dieses Betrages zum Startkapital. Es besteht
übrigens die Möglichkeit, sich mit einem Klick auf "Alle Transaktionen anzeigen"
(rechts oben in der Transaktionsliste) eine Übersicht über alle seit
Jahresbeginn durchgeführten Transaktionen zu verschaffen (also nicht nur die
letzten 10).

4.) Allgemeine Anfrage nach mehr Informationen.

Ich werde des öfteren nach Informationen gefragt, die schon in früheren
Newslettern standen. Denn es kommen immer wieder neue Abonnenten hinzu. Aus
diesem Grund, und weil Sommer ist, die Zeit der Wiederholungen, werde ich in den
nächsten Wochen die Grundzüge meiner Vorgehensweise noch mal wiederholen. Das
Ganze wird dann zwar zum Teil "abgeschrieben" sein. Aber wird das Ganze etwas
mehr Struktur bekommen, d.h. eine sinnvolle Gliederung. Nächste Woche gibt es
zur Einleitung diese Gliederung der Themen.

Das Signal der Woche (es ist tatsächlich nur eines):
Baan Company (895467), Niederlande, Software

Da es nur ein einziges Signal ist, mal eine ausführliche Besprechung: Baan ist
in den letzten Tagen und geradezu explodierenden Umsätzen innerhalb weniger Tage
von 2,50 auf 2,86 gestiegen und hat dabei ein neues 200 Tage Hoch gemacht
(eigentlich sogar ein 400 Tage Hoch). Deswegen, und wegen der Umsätze hat mein
System ein Signal gegeben. Im Chart liegt nun bei 2,70 eine schöne
Unterstützung, was normalerweise der Punkt wäre, an dem ich mein Kauflimit
lege. Aber bei den schwachen Märkten kann man mit einem "Abstauberlimit" auch
bis auf 2,60 heruntergehen. Wichtig ist, das ein Kursrückgang nur mit
vergleichsweise geringen Umsätzen erfolgt. Der Grund für den Anstieg liegt
sicher nicht im fundamentalen Umfeld. Baan galt einst als Herausforderer von SAP
und Oracle im Bereich der Standard Software, ehe die Firma dann zu einem der
ersten Verlierer der Technologieblase der Jahrtausendwende wurde. Und die
Bedingungen für SAP und Oracle sind momentan alles andere als gut. Vermutlich
steckt eher eine Aufkaufoperation hinter dem Kursanstieg. So ein Aufkaufmanöver
ist sicherlich kein schlechtes Spekulations-Setup. Allerdings kann es auch
sein, dass ein bestimmter Zielpreis bereits erreicht wurde, und der Kurs sich
jetzt gar nicht mehr bewegt. Trotzdem werde ich die genannten Kauflimits für die
nächsten paar Wochen beobachten.

Ansonsten gilt aber: Mein System schützt sich vor Verlusten, indem es in
schwachen Märkten keine Signale mehr gibt. Ich kann daher momentan nur
weitgehende "Abstinenz" vom Markt empfehlen. Im Musterdepot halte ich mich auch
eher zurück. Und wenn ich handele, dann auf den Zeitraum von 1-5 Tagen gesehen.
Dabei verwende ich verstärkt Aktien, die ich nicht auf der wöchentlichen
Signalliste veröffentliche, weil sie nur Signale mit kurzfristiger Reichweite
gegeben haben (siehe oben). Für die nächsten paar Tage setze ich auf einen
gerade in Thailand erfolgten Rückschlag von neuen Hochs, bei dem ich die beiden
Bauwerte (Signale der letzten beiden Wochen) ins Depot genommen habe.

Die von mir vorgestellte Aktienauswahl ist wie immer nur eine persönliche Meinung
und keine Handlungsaufforderung.

Ich wünsche erfolgreiche Geschäfte !
Ihr, Gernot Daum

Weitere Analysen finden Sie hier:
http://www.bullchart.de/dax/dax-eingang.php

Das Musterdepot ist hier zu finden: http://www.aktienboard.com/bullish/musterdepot.php?&action=show&mduserid=1123

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FMF2000
23.06.2002, 13:59
Interessantes System!

Real kaufst Du aber an den Heimatbörsen?!

Wie wäre es -zumindest in fallenden Märkten- mit Hedgen über Index-Shortpositionen?

Und einen Fleißpunkt gibt es von mir auch noch für die Mühe! :D

Ciao

FMF2000

Statistikfuchs
23.06.2002, 15:23
@FMF2000: Nein ich kaufe real nur an deutschen Börsen. Die Umsätze z.B. für
thailändische oder russische Aktien sind hier recht gut. Andere Möglichkeiten
habe ich mir (noch) nicht eingerichtet. Ebenso lasse ich die Finger (bis auf
Ausnahmen bei Puts auf Dax Werte an der Eurex) von Short Positionen. Das liegt
vor allem daran, dass das Timing für Short Positionen vollkommmen anders ist,
und ich dafür nicht genug Forschungsarbeit getrieben habe. Denn irgendwo hat der
Fleiß eine Grenze ;-).

Gruß Statistikfuchs

Statistikfuchs
30.06.2002, 11:16
Liebe Leser,


Wie in der letzten Woche versprochen, werde ich im Sommer meine Strategie mit
all ihren Aspekten wiederholen. In dieser Woche beginne ich mit der Übersicht.
Bei der Sichtung des Materials habe ich festgestellt, dass es Herbst werden
könnte, bis ich durch bin, aber das macht ja nichts.

In meinen Newsletter habe ich bisher vor allem geschrieben über
- die Ziele meiner Strategie
- die Komponenten der Strategie
- Hintergrund- bzw. Randthemen

Es hilft dem Verständnis des Ganzen sehr, die Ziele zu kennen. Da sich diese
zudem recht kompakt darstellen lassen, werde ich die Ausarbeitung der Ziele
voranstellen und im nächsten Newsletter veröffentlichen.

Kernthemen sind natürlich die Komponenten der Strategie. Ganz aktuell (in 2
Beziehungen): Das wichtigste bei einer Anlagestrategie ist "ein guter Torwart".
Damit kann man weit kommen, selbst wenn der Rest der Strategie nicht so gut ist.
Diesem Thema werde ich daher ein eigene Ausgabe widmen.

Folgende Themen werden die Komponenten der Strategie darstellen:
- Systemcharakter: Reine Statistik, keine Berücksichtigung der Fundamentaldaten
- Einstieg: Was kaufen und Wann kaufen
- Ausstieg: Kombination verschiedener Stop Arten
- Positionsgrößen
- Gebühren als Systemparameter
- Fallbeispiel
- Stetiges Forschen / Marktänderungen im Zeitlauf / Marktanpassung des Systems
- Umgang mit der Menge von Aktien auf der "Watchlist"
- "Diskrete" Entscheidungen bei der Systemanwendung
- Der "Torwart" der Anlagestrategie / Taktik in fallenden Märkten und Diversifikation

Da die verschiedenen Punkte teilweise aufeinander aufbauen, werde ich sie in
etwa auch in der angegebenen Reihenfolge veröffentlichen.

Zum tieferen Verständnis, manchmal auch nur zur reinen Unterhaltung trägt
hingegen die Ausarbeitung von einigen Rand- und Hintergrundthemen bei:
- Langfristige Entwicklung der "Signalaktien"
- Daytrading mit "Signalaktien"
- Aufkaufsituationen als typischer Hintergrund der "Signalaktien"
- Performance in Trendfolgesystemen
- Bessere Eignung mittlerer und kleiner Werte für das System
- Unabhängigkeit des Systems vom Dax und anderen großen Indizes
- Wer verliert, wenn ich gewinne
- Orientierung an Benchmark und "Mitbewerbern"
- "Billige" und "Teure" Aktien

Diese Themen werde ich locker und ohne feste Reihenfolge zwischen den Strategie
Themen einstreuen. Eventuell mach ich das dann, wenn sich ein aktueller Bezug
ergibt.

Und nun "das Signal der Woche". In der Tat hat es wieder nur ein einziges Signal
gegeben (wie in der letzten Woche Baan):

- Girindus (588040), Deutschland, Medizintechnik

Auch diesmal ausnahmsweise eine Einzelbesprechung. Die Aktie ist Anfang Juni aus
einem Trading Bereich um 4.50 ausgebrochen, und seitdem quasi stetig gestiegen.
Mittlerweile steht sie bei 6.75. Allerdings sind die Umsätze bei diesem Anstieg
stark zurückgegangen. In der Kombination sieht das nach einem Aufkauf von
Restbeständen der Aktie vom Markt aus. Somit ist eventuell "nichts mehr zu
erben". Trotzdem werde ich ein "Abstauberlimit" knapp über 5,51 platzieren. Der
Käufer könnte sich zeitweise zurückziehen, um "Panikverkäufe" zu provozieren,
das übliche Spiel in so einem Fall.

Die von mir vorgestellte Aktienauswahl ist wie immer nur eine persönliche Meinung
und keine Handlungsaufforderung.

Ich wünsche erfolgreiche Geschäfte !
Ihr, Gernot Daum

Weitere Analysen finden Sie hier:
http://www.bullchart.de/dax/dax-eingang.php

Das Musterdepot ist hier zu finden: http://www.aktienboard.com/bullish/musterdepot.php?&action=show&mduserid=1123

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Statistikfuchs
06.07.2002, 11:58
D e r s t a t i s t i s c h e M a r t b e o b a c h t e r , N r . 4 2

Liebe Leser,

Der Kopf oben ist neu, es ist in der Tat schon die 42. Ausgabe des Newsletter,
den ich im letzten September begonnen hatte. Wie versprochen, fange ich in
dieser Woche die "Große Wiederholung" mit der Beschreibung meiner Ziele an.

Das Hauptziel für mich ist natürlich, Geld an der Börse zu verdienen. Dazu
benötige ich eine Methode, welche mir persönlich liegt. Da ich von Haus aus sehr
analytisch vorgehe, und daher nach eine hohe Präzision und Fehlerfreiheit
anstrebe, habe ich Probleme mit dem hohen Anteil von Zufall, dem die einzelnen
Geschäfte an der Börse unterliegen. Also muss die Methode den Zufall, wenn sie
ihn schon nicht eliminieren kann, auf eine andere Ebene bringen. Daher kommt für
mich nur der Systemhandel in Frage. Hier zählt nicht das Ergebnis eines
einzelnen Trades (stark zufallsabhängig !), sondern nur das Gesamtergebnis aus
einer Vielzahl von Trades (stark von der gewählten Methode abhängig).

Die Methode muss erfolgsversprechend sein, und das muss ich vorher überprüfen
können (hier tritt meine Neigung zur Analyse und Präzision zutage). Eine solche
Überprüfung kann anhand von historischen Daten mit statistischen Mitteln
durchgeführt werden. Womit ich auch schon beim Kern meiner Methode wäre: Der
Statistik. Ich verstehe diese Statistik dabei streng mathematisch, für den Laien
mit "Formeln und vor allem Zahlentabellen" am kürzesten umrissen. Damit
unterscheide ich mich auch von den meisten technischen Analysten, die
hauptsächlich mit Chart Grafiken operieren. Denn Grafiken sind zwar schön
anzuschauen, aber der Aspekt der Überprüfbarkeit des Erfolgs ist damit kaum in
den Griff zu bekommen.

Als Daten kommen für mich nur Preis- und Umsatzdaten in Frage, da nur diese
meinen strengen Anforderungen an Objektivität erfüllen. Fundamentaldaten sind
mir zu unsicher, bei den aktuellen Skandalen bezüglich Bilanzfälschungen brauche
ich das auch kaum noch näher zu erläutern. Selbst Preis und Umsatzdaten können
in beschränktem Maß "getürkt" sein, doch damit muss ich leben.

Da ich Informatiker bin, ist natürlich der Computer das Werkzeug, um meinen
methodischen Ansatz umzusetzen. Ich kann mir gewissermaßen den "Luxus" von
eigener Software leisten, was ein nicht unerheblicher Vorteil ist.

Ein wesentliches Ziel für den täglichen Einsatz der Methode ist es, das diese
leicht umgesetzt werden kann. Es sollen keine Entscheidungsspielräume mehr offen
sein, wenn die Methode erst einmal vorgegeben wurde.

Für die Entwicklung des Depotwertes wünsche ich mir eine möglichst
gleichmäßige Entwicklung (natürlich nach oben gerichtet). Zum einen kann ich
Schwankungen nach unten nur schwer ertragen, zum anderen gibt es ja auch
tatsächlich ein theoretisches Konzept des "risk of ruin", welches dies nahe legt.
Nebst einem hohen Ertrag steht das Ziel der geringen Schwankung der
Depotentwicklung gleichwertig daneben.

Damit habe ich bereits die wesentliche Ziele und nebenbei schon die Hauptlinie
der Vorgehensweise beschrieben. Hinzu kommen noch einige sekundäre Ziele: Da ich
mich kenne, und weiß, wie schwer ich eine Disziplin einhalten kann, wenn neue Wege
meine Neugierde reizen, stelle ich mich mit einem online geführten Musterdepot den
Augen der Öffentlichkeit. Ich erhoffe mir dadurch unter anderem eine bessere
Disziplin. Ich begleite dieses Musterdepot mit einem kostenlosen Newsletter, den
ich demnächst zu einem kostenpflichtigen Finanzdienst ausbauen möchte. Es wird den
kostenlosen Newsletter allerdings parallel dazu weiter geben.

Durch die Herausgabe eines kostenpflichtigen Finanzdienstes erhoffe ich mir eine
sekundäre und regelmäßige Einnahmequelle, um den Zufallsentwicklungen an der
Börse nicht in vollem Umfang ausgesetzt zu sein. Wie ich schon eingangs
erwähnte, fällt mir der Umgang mit diesen Zufallselementen schwer. Das Schreiben
des Finanzdienstes entspricht mehr meiner analytischen Grundhaltung. Dabei geht
diese analytische Disposition allerdings nicht so weit, dass ich nicht fähig
bin, an der Börse zu handeln, wie es beim manchen (technischen und
fundamentalen) Analysten der Fall ist. Ich werde daher in dem Finanzdienst, wie
schon jetzt, immer über "gelebte" Systeme schreiben.

Zusammenfassung der Ziele:
- Geld an der Börse verdienen
- Erfolgserlebnis durch den Gesamterfolg, nicht durch das Ergebnis einzelne Trades
- Nur eigene auf Erfolgswahrscheinlichkeit überprüfte Systeme verwenden
- Nicht interpretierbare Vorgaben für die tägliche Umsetzung
- Risikominimierung: Geringe Schwankungen ("Drawdown")
- Verbesserung der eigenen Disziplin durch öffentlich geführtes Depot
- Kostenpflichtiger Finanzdienst als sekundäre Einnahmequelle

Ich wurde gefragt, wie bei den Musterdepots im Aktienboard der Mitspieler
"crypto" so plötzlich und mit so großem Vorsprung vor mich kommen konnte. Ich
habe das überprüft (man kann sich alle durchgeführten Trades anschauen), und
festgestellt, dass das Geld durch einen über 500 % Gewinn der Aktie "OTI On
Track" hereingekommen war. Bei dieser Aktie war jedoch ein "Reverse" Split
durchgeführt worden, d.h. für 10 Aktien bekam man nur noch eine, während sich
der Kurs (jedenfalls fast) verzehnfachte. Dies bekam jedoch die Software des
Aktienboards nicht mit, so dass die alte Stückzahl zum 10fachen Preis verkauft
werden konnte. Soweit ich gesehen habe, wurde das inzwischen von den Betreibern
des Aktienboards "per Hand" korrigiert. Damit liegt mein Depot wieder auf dem 1.
Platz ;-).

Allerdings, und das habe ich schon früher gesagt, empfehle ich nicht zu sehr auf
die Platzierung zu achten. Denn auch ohne "Reverse Split" kann es jemand
schaffen, ein Depot schnell nach vorne zu bringen. Dazu muss man nur ein hohes
Risiko eingehen, und alles Kapital auf einen hochhebligen Optionsschein setzen.
Mit der Methode ist man allerdings genauso schnell bei unter -90% gelandet, was
ja auch einigen Mitspielern schon "gelungen" ist. Kaum jemand würde so mit
echtem Geld umgehen wollen. Viel wichtiger ist es, einen gleichmäßigen Anstieg
mit nur kleinen Rückschlägen zustande zu bringen, was ja zu meinen oben
erklärten Zielen gehört.

Auch in dieser Woche hat es nur ein einziges Signal gegeben:

Brainpower (553169), Niederlande, Software

Auch hier sieht es sehr nach einem Aufkauf aus. Leider sind auch hier die
Umsätze stark abnehmend. Abstauberlimits könnte man aber trotzdem in die Gegend
von 2,40 oder sogar 2,10 legen, die Aktie hat sich innerhalb kürzester Zeit
verdreifacht !

In meinem Musterdepot handle ich wegen der Signalknappheit nebst "alten"
Signalen auch Signale mit kurzfristigem Charakter, die ich nicht auf der
Signalliste veröffentliche. Hier muss man bereit sein, unter Umständen die
Position wieder sehr schnell zu schließen. Ein aktuelles und populäres Beispiel
ist die Puma Aktie. Wer den Chart betrachtet sieht, das es durchaus einer
"meiner" Aktien ist. Nur wegen des Umsatzverhaltens reichte es nicht für die
Signalliste.

Statistikfuchs
14.07.2002, 17:45
D e r s t a t i s t i s c h e M a r t b e o b a c h t e r , N r . 4 3
Heute: Strategiethema 1: Systemcharakter

Liebe Leser,

Das von mir benutzte System hat eine leicht nachvollziehbare und nachprüfbare
Basis. Ich benutze keinerlei Fundamentaldaten der Aktien wie Gewinn, Umsatz,
Eigenkapital, Cash Flow und so weiter. Statt dessen verwende ich ausschließlich
die beim Handel der Aktien an der Börse anfallende Preis und Umsatzdaten:
- Eröffnungskurs
- Tageshöchstkurs
- Tagestiefstkurs
- Schlusskurs
- Gehandelte Stückzahl

Diese Daten sind leicht erhältlich und ich halte sie im allgemeinen für
verlässlich. Zudem kann ich die auf diesen Daten statistische Analysen ohne
Probleme auf andere Objekte übertragen, zu denen gleichartige Daten vorliegen.
In der Tat habe ich auch schon einige Analysen über Finanz- und Warentermin-
Futures durchgeführt. Um es gleich zu sagen, das Preisverhalten von Futures ist
wesentlich näher am Zufall als dasjenige von Aktien, weshalb damit nicht so
leicht Geld verdient werden kann. Das gilt auch für Futures auf Aktienindizes
wie den Dax Future. Daher beschränke ich mich vorläufig auf Aktien. Allerdings
kann es durchaus sein, dass ich den richtigen "Schlüssel" für Futures und
Aktienindizes noch nicht gefunden habe. Denn ich habe erst eine beschränkte Zahl
von Analysemethoden angewendet.

Meine Analysemethoden sind rein statistischer Art. Ich betrachte alle
Situationen, die eine bestimmte Regel genügen, z.B. "Kaufe eine Aktie, wenn sie
erst 10 Tage gestiegen und danach 3 Tage gefallen ist". Diese Regel
verallgemeinere ich in der Form "Kaufe eine Aktie, wenn sie erst n Tage
gestiegen, und dann m Tage gefallen ist" und probiere dann die verschiedenen
Kombinationen durch. Das ist im Kern die Arbeit, die der Computer macht. Je mehr
"Parameter" wie "n" und "m" die Regel hat, je mehr Aktien ich teste, und je
länger der betrachtete Zeitraum ist, desto mehr hat der Computer zu tun. Eine
Analyse kann dabei Stunden oder sogar Tage dauern.

Welche Ergebnisse betrachte ich nun ? Eine Methode ist es, einfach die
Entwicklung der nächsten Tage nach Kauf gemäß Regel zu betrachten. Also bei dem
Beispiel "10 Tage gestiegen" und "3 Tage gefallen" die Kursentwicklung der Tage
14, 15 usw. der zeitlichen Abfolge. Über alle gefundenen Situationen bilde ich
dann den Durchschnitt. Das gibt mir schon eingewisses Bild über das Potenzial
meiner untersuchten Regel.

Im nächsten Schritt simuliere ich bereits richtige "Trades". Ich füge also
meiner Einstiegsregel eine Ausstiegsregel hinzu. Diese bestimmt, wann die Aktie
wieder verkauft wird, z.B.: "Verkaufe, wenn die Aktie 5 Tage hintereinander kein
neues Hoch mehr (beginnend mit dem Kaufkurs) gemacht hat". Nun habe ich als
Ergebnis meiner fiktiven Trades die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufkurs.
Das kann ich wiederum in einen prozentualen Gewinn oder Verlust umrechnen.
Weiterhin merke ich mit die Anzahl von Tagen, die der Trade gedauert hat. Denn
10% Gewinn in einem Tag sind natürlich viel besser, als 10% Gewinn in 2 Jahren.

Über die gewonnenen Ergebnisse bilde ich nun Durchschnitte wie es mir gefällt.
Damit kann ich sehen ob und wie gut die aus den beiden Regeln gebildete
Strategie funktioniert. Hierzu gehört etwas Fingerspitzengefühl und ein
Verständnis für statistische "Fallstricke".

Wenn ich eine gute Strategie gefunden habe, werte ich die neuesten Kursdaten mit
den entsprechenden Regeln aus, und bekomme damit aktuelle Kaufsignale. Einige
dieser Signale, die bestimmten Kriterien genügen, veröffentliche ich in diesem
Newsletter (allerdings nur die Kaufsignale). Alles weitere behalte ich mir für
einen kostenpflichtigen Finanzdienst vor.

Ich hoffe, einen ungefähren Eindruck von meiner allgemeinen Vorgehensweise
vermittelt zu haben. Natürlich habe ich etliche Details ausgelassen, die für das
grundsätzliche Verständnis nicht benötigt werden. In der nächsten Woche gehe ich
dann darauf ein, bei welchen Regeln ich kaufe, auch wenn langfristige Leser das
schon wissen dürften.

Die Signale dieser Woche:
- Gelsenwasser (776000)
- Holsten-Brauerei (608100)

Das sind immerhin doppelt soviel Signale, wie jeweils in den beiden Vorwochen.
Trotzdem gilt weiterhin: Mein System zieht sich von schwachen Märkten durch
das Ausbleiben von Signalen zurück.

Die von mir vorgestellte Aktienauswahl ist wie immer nur eine persönliche Meinung
und keine Handlungsaufforderung.

Ich wünsche erfolgreiche Geschäfte !
Ihr, Gernot Daum

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Statistikfuchs
20.07.2002, 13:31
D e r s t a t i s t i s c h e M a r t b e o b a c h t e r , N r . 4 4
Heute: Strategiethema 2: Kaufstrategie

Liebe Leser,

Heute bespreche ich die Bedingungen, unter denen ich Aktien kaufe. Wie bereits
in der letzten Woche dargestellt, basiere ich die Entscheidung ausschließlich
auf Preis- und Umsatzdaten.

Erste Bedingung ist, daß die Aktie zunächst ein neues Hoch der letzten "n" Tage
erreicht haben muss. Dabei muss das "n" mindestens 100 betragen, noch besser ist
200 oder noch ein höherer Wert. Diese Bedingung erfüllen momentan nur wenige
Aktien, weshalb es auch kaum zu Signalen kommt.

Weiterhin muss der Anstieg mit deutlich höherem Umsatz erfolgt sein, als die
zwischendurch erfolgten Kursrückgänge. Das genaue Berechnungsverfahren dazu ist
etwas kompliziert, ich denke aber, die Erklärung reicht zur Verdeutlichung aus.

Aktien, die neue 200 Tage Hochs erreichen, und einen hohen Wert bei dem
Umsatzindikator haben, veröffentliche ich in diesem Newsletter. Ich tue das
dann, wenn sie das "n" Tage Hoch erreicht haben. Eine wiederholte
Veröffentlichung kommt nur vor, wenn die Aktie mindestens 4 Wochen später wieder
ein neues Hoch mit einem hohen Umsatzindikator Wert erreicht. Das passiert
manchmal, aber nicht unbedingt häufig, was vor allem an der Seltenheit von hohen
Werten beim Umsatzindikator liegt. Fortgesetzte Anstiege sind hingegen wesentlich
häufiger, schließlich bin ich ja auf diese aus.

Aktien, welche die beiden Kaufbedingungen erfüllen, haben ein hohes Potenzial. Man
kann es sich wirklich so vorstellen, dass sie mit "Energie zum Steigen" geladen
sind. Ein Vorteil des Umsatz Indikators ist hingegen, dass die Aktien zugleich
ein unterdurchschnittliches Risiko für Kursstürze haben, wobei dieses Risiko
allerdings nicht ganz ausgeschlossen werden kann.

Ich gehöre nicht zu denen, die "bei Ausbruch" kaufen. Meine Statistiken haben
mir klar gemacht, dass ich dadurch den potenziellen Profit schmälere. Zum
Einstieg warte ich vielmehr einen Kursrückgang ab. Dadurch kann ich zwar nicht
jedes Signal kaufen. Aber es gibt normalerweise genügend Signale. Und wenn es
nur wenige Signale gibt, sollte man sowieso vom Markt fernbleiben. Genau das ist
in den letzten Wochen der Fall. Auf die Art und Weise erspare ich mir auch die
zusätzliche Beobachtung von Aktienindizes. (Ich beobachte diese natürlich
trotzdem, aber mein System braucht dies nicht unbedingt).

Den Kursrückgang, bei dem ich mein Kauflimit lege, berechne ich schematisch aus
den bisherigen Kursdaten der Aktien. Dazu bestimme ich zunächst, wie stark sich
die Aktie in den letzten 100 Tagen pro Tag geändert hat (Durchschnitt über die
Differenz der Schlusskurse). Ein Vielfaches dieses Wertes ist mein Multiplikator
für den Kursrückgang. Hier lässt sich jetzt eine Formel leider nicht vermeiden.
Ich kaufe also bei:

A - n * D
mit
A = Ausbruchspreis, also Schlusskurs des Tages, an dem die Aktie ihr n Tage
Hoch gemacht hat.
D = die durchschnittliche Differenz der Schlusskurse der letzten 100 Tage
n = Multiplikator

Den Multiplikator n variiere ich zwischen 4 in Aufwärts- oder Seitwärtsmärkten
und 7 in Abwärtsmärkten so wie jetzt. Bei Werten über 7 verschlechtern sich die
Chancen, die Aktie hat dann ihre "Energie zu Steigen" verloren. Außerdem ist es
schlecht, wenn der Rückgang zu schnell geht, oder mit zu hohen Umsätzen erfolgt.

Das ist im Grunde genommen schon die gesamte Kaufstrategie. Ich halte diese
im Prinzip ein und variiere nur gelegentlich die Parameter aufgrund der aktuellen
Ergebnisse meiner Statistiken.

Hier noch ein Beispiel: Um den Newsletter so einfach wie möglich verteilen zu
können, beschränke ih ihn auf Textform. Jetzt wäre ein Chart schön, was damit
leider nicht möglich ist. Trotzdem sollte wer die Gelegenheit hat sich einmal
den Chart von "Philip Morris CR" (887834) anschauen, der die Kaufstrategie sehr
schön illustriert. Das Signal kam im März beim Überschreiten der 250. Die
Kaufgelegenheit ergab sich im April, als der Kurs noch mal auf 240 zurückging.
Nach dem Kauf kam es zu einem beschleunigten Anstieg, der im bisherigen Hoch von
350 am 06.06.02 gipfelte. Dieser Anstieg zeigt "worauf ich Jagd mache". Noch vor
kurzem habe ich die Aktie im Musterdepot 2 mal erfolgreich gehandelt, nachdem
sie wieder um einiges von den 350 zurückgekommen war.

Die Signale dieser Woche (200 Tage Hochs, hoher Volumen Indikator):

Herlitz St. (605310), Deutschland, Papier/Zellstoff

Schon wieder gab es nur ein einziges Signal. Auffällig ist weiterhin, das die
wenigen Signale der letzten Wochen alle aus Deutschland oder Holland kamen. Ich
habe die anderen ausländischen Werte nicht aus meiner Datenbank entfernt, es
kommen nur keine Signale mehr. Deutschland und Holland gelten als Länder wo die
Tugend "Sparsamkeit" noch etwas zählt, vielleicht ist ja angesichts der
Verschuldungskrise in den USA das eine Ursache für etwas mehr Vertrauen der
Märkte.

Bei Herlitz sind Einstiegslimits zwischen 2.75 und 3.35 interessant. Das mag
niedrig aussehen, aber wir sind ja in einer Baisse. Knapp unter 2,75 liegt eine
sehr gute Unterstützung.

Die wenigen Signale bedeuten jetzt nicht, dass man mit allem Geld mit Herlitz
oder anderen Signalaktien der vergangenen Woche spekulieren sollte. Sondern man
sollte sich weitgehend vom Markt zurückziehen und nur mit "kleinem Geld" mal
einen Trade mit Herlitz usw. probieren. In meinem Musterdepot habe ich momentan
nur 40.000 von 140.000 Euro investiert, und selbst das kommt mir fast schon
zuviel vor. Ganz gut im Sinne meines Systems hat der Einstieg bei Baan geklappt,
diese Aktie war kürzlich das einzige Signal der Woche. Eine andere Signalaktie,
Girindus, bietet mittlerweile zwar auch einen Einstiegskurs, doch wegen der
ausgetrockneten Umsätze rate ich von dieser Aktie mittlerweile ab.

Die von mir vorgestellte Aktienauswahl ist wie immer nur eine persönliche Meinung
und keine Handlungsaufforderung.

Ich wünsche erfolgreiche Geschäfte !
Ihr, Gernot Daum

Weitere Analysen finden Sie hier:
http://www.bullchart.de/dax/dax-eingang.php

Das Musterdepot ist hier zu finden: http://www.aktienboard.com/bullish/musterdepot.php?&action=show&mduserid=1123

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Statistikfuchs
27.07.2002, 17:51
D e r s t a t i s t i s c h e M a r t b e o b a c h t e r , N r . 4 5
Heute: Strategiethema 3: Verkaufstrategie

Liebe Leser,

Das heutige Thema ist ein sehr unterschätztes. Ich nehme an, die meisten
verwenden 90%-99% der Zeit darauf, den richtigen Einstieg in eine Aktie zu
finden. Über den Ausstieg hingegen macht man sich nicht allzu viel Gedanken.

Dabei, und das halte ich für sehr wichtig, besteht ein fundamentaler Unterschied
zwischen Kaufen und Verkaufen. Beim Kaufen habe ich die freie Auswahl aus dem
Universum aller Aktien. Ich kann es tun, oder auch bleiben lassen. Beim
Verkaufen hingegen habe ich den Wert in meinem Depot. Ich muss mich also auf
jeden Fall um den Wert kümmern, und das ist der wesentliche Unterschied. Denn
dadurch wird die Tür zu einer Vielzahl von möglichen Fehlern geöffnet, die man
beim Kaufen gar nicht machen kann, und diese sind quasi alle psychologischer
Natur. Das Schwierigste dabei ist das Eingeständnis einer Niederlage. Ich
behaupte, dies ist das schwierigste Problem für alle Spekulanten. Es kann im
Extremfall zu der "Unfähigkeit zu verkaufen" führen, was die Ursache der größten
Verluste ist.

Vom Philosophischen zum Praktischen: Die am weitesten verbreitete
Verkaufstaktiken sind Gewinnmitnahmen und Preis Stops. Beide haben ihre
Berechtigung, beide haben auch Nachteile. Ich werde darauf nicht näher eingehen,
den bei meiner eigenen Taktik spielt das Vergehen der Zeit eine zentrale Rolle,
und das ist eher ungewöhnlich. Ich nenne es einen "Zeit Stop".

Wer mein Musterdepot verfolgt hat, weiß, dass es hier keine "alte" Positionen
gibt. Das gilt zumindest für Verlierer. Es gibt nur eine einzige Chance für
einen Wert, länger in meinem Depot zu bleiben: Er muss kontinuierlich steigen,
und immer wieder neue Hochs machen. Daraus ergibt sich die folgende
Verkaufsregel im Klartext:

"Verkaufe eine Aktie, wenn sie vom Einstiegspunkt aus n Tage lang kein neues
Hoch mehr gemacht hat."

Das n variiere ich dabei in Abhängigkeit von der Gesamtmarktsituation und dem
Ergebnissen meiner per Computer erstellten Statistiken. Statt des
Einstiegspunktes nehme ich gelegentlich auch das letzte signifikante Tief. Das
heißt, wenn ich heute die Aktie nach einem Rückgang kaufe, und sie morgen noch
weiter fällt, zähle ich erst ab morgen.

Für die Wahl meiner Verkaufstrategie gibt es zwei gute Gründe. Der erste Grund
ist die reine Statistik: Zum einen erzielt diese Strategie langfristig gesehen
überdurchschnittliche Profite. Diese liegen deutlich über den meisten von mir
getesteten Gewinnmitnahmestrategien. Und immerhin noch ein wenig über den von
mir getesteten Preisstop Strategien.

Der zweite Grund ergibt sich aus dem direkten Vergleich mit einer Preisstop
Strategie: Bei einem Zeitstop verkaufe ich oft, wenn sich die Lage beruhigt hat,
und nicht an einem lokalen Tief am Ende einer Stop Lawine. Das ist einfacher zu
ertragen. Man muss sich das Leben ja nicht unnötig schwer machen, solang man
die statistischen Chancen nicht verschlechtert.

Passend zum Thema der Woche, habe ich mein Musterdepot in dieser Woche komplett
verkauft. Das war nicht unbedingt Absicht, aber es hat sich so ergeben. Den die
Stopuhr (das in der obigen Regel genannte "n") tickt in extremen Abwärtsphasen
wesentlich kürzer als normal. Dazu kommt, das die Neukäufe mangels Signale
extrem zurück gehen, und so ist nun die Situation entstanden, dass das
Musterdepot erstmals in diesem Jahr über das Wochenende vollkommen leer ist.
Dafür steht der Gewinn seit Jahresbeginn mittlerweile über 50 %, ein
beruhigendes Polster. Insbesondere im Gegensatz zum Dax, der über 30% Prozent
verloren hat.

Für alle, die sich jetzt alle Trades des Musterdepots ganz genau anschauen, und
nach meinen Ausführungen ins Stutzen kommen: Für das Musterdepot selbst verwende
ich zu der genannten noch ein paar Verkaufstrategien mehr: Insbesondere verkaufe
ich recht schnell wieder, wenn ich den Wert nicht in mein reales Depot bekommen
habe, weil ich das Limit zu tief platziert hatte. Es ist zwar kein unbedingtes
Muss für mich, aber ich möchte doch die Aktien des Musterdepots auch im
eigenen Depot haben. Weiterhin mache ich des öfteren Gewinnmitnahmen anhand der
Marktsituation. Aber dies kann ich (noch) nicht mit einer griffigen Regel
formulieren.

Das Signal der Woche:

Salamander (703500), Deutschland, Handel

Es ist wirklich so: In schöner Regelmäßigkeit gibt es in den letzten Wochen nur
noch einen neuen Kaufkandidaten pro Woche, während zu "normalen" Zeiten 5 - 10
Signale pro Woche kommen. Diesmal ist das Signal sehr extrem, da am 22.07 ein
starker Sprung von 14,50 auf 22,36 erfolgt war. Es sieht so aus, als wäre die
Sache gelaufen (vermutlich Aufkauf, "Squeeze Out" oder ähnliches). Aber ein
starker Rückgang würde ich jetzt trotzdem noch als Kaufgelegenheit sehen, wenn
er mit nicht allzu hohem Umsatz erfolgt. Bei Baan war die Situation vor einigen
Wochen ähnlich, und es kam tatsächlich zu einem Rückgang und somit
Kaufgelegenheit knapp über 2,50 und der Trade ging auf (die Aktie stieg wieder
über 2,80). In meinem Musterdepot hatte ich diesen Trade dargestellt.

Die von mir vorgestellte Aktienauswahl ist wie immer nur eine persönliche Meinung
und keine Handlungsaufforderung.

Ich wünsche erfolgreiche Geschäfte !
Ihr, Gernot Daum

Statistikfuchs
03.08.2002, 13:39
D e r s t a t i s t i s c h e M a r t b e o b a c h t e r , N r . 4 6
Heute: Zwischenthema 1: Vom Nichtstun

Liebe Leser,

Seit einer Woche ist mein Musterdepot leer. Schon in den Wochen davor war der
Investitionsgrad immer weiter zurückgegangen. Und auch für die nächsten Tage und
Wochen sind nur wenige neue Positionen in Aussicht. Es ist Urlaubszeit, Zeit zum
Nichtstun ?

Es war keine bewusste Entscheidung von mir, mein Geld von der Börse
zurückzuziehen. Sondern es hat sich nach und nach dadurch ergeben, dass mir mein
System kaum noch neue Signale geliefert hat. Denn es braucht nun mal "starke"
Aktien. Und dazu muss es zumindest starke Teilmärkte geben. In der ersten
Jahreshälfte sind Edelmetall- und Ölaktien gut gelaufen. Ebenso einige
asiatische Aktien, insbesondere thailändische Werte.

Doch mittlerweile gibt es fast keine Aktie mehr, die man noch als "stark"
bezeichnen könnte. Zumindest keine, die in Deutschland in nennenswerten
Stückzahlen gehandelt werden. Eine solche Situation ist außergewöhnlich selten,
und weist auf besondere Umstände hin. Leider sind das keine sehr schönen
Umstände, und sie sind auch nicht auf die Aktienmärkte beschränkt.

Im Kern handelt es sich um die Kehrseite der im letzten Jahrzehnt erfolgten der
Globalisierung. Einer weltweiten Ausweitung von Liquidität folgt nun eine ebenso
weltweite Deflation. Man könnte meinen, alle "sparen sich zu Tode".

Ganz so simpel ist die Erklärung zwar nicht, aber es ist ein Teil der Wahrheit.
Die Schöpfung von Liquidität auf der einen Seite war mit eine Ausweitung von
Verschuldung auf der anderen Seite einhergegangen. Das gilt insbesondere für die
USA. Und diese Verschuldung hat nun in vielen Fällen die "Schmerzgrenze"
erreicht. Daher muss gespart werden, um die Schulden auf ein erträgliches Maß
abzubauen.

Das führt dazu, dass neue Liquidität kaum noch entsteht. Die Zentralbanken haben
übrigens keine Schuld daran, sie tun schon lange ihr bestes. Hierbei ist
insbesondere die US Zentralbank personifiziert durch Herrn Greenspan zu nennen.
Aber das alleine nützt nichts mehr. Es gibt für diese Situation (die beileibe
nicht das erstemal auftritt) die Umschreibung "Mann kann die Pferde zur Tränke
führen, saufen müssen sie schon selbst". Besser kann man die aktuelle Rolle der
Zentralbanken nicht darstellen.

Wenn Medien Kampagnen machen, die besagen, dass das Wasser an der Tränke mit
"Teuro" vergiftet ist, finde ich das sehr kontraproduktiv. Jeder, der sich an so
etwas beteiligt sollte sich fragen, was es nützt, wenn die Besitzer großer
Geldvermögen und die Rentner kleine Vorteile haben, viele junge Menschen jedoch
ohne Arbeit sind.

Deflation ist leider kein Spaß sondern bedeutet tiefe negative Einschnitte in
das Leben der meisten Menschen. Deflation ist "Nichtstun" im globalen Sinn.
Allerdings möchten die meisten lieber etwas tun (nämlich arbeiten und Geld
verdienen). Die letzte richtig große globale Deflation hat es Anfang der
dreißiger Jahre des vorigen Jahrhunderts gegeben, die Aktienmärkte gingen auf
einen Bruchteil des Wertes zurück. Wozu diese Nichtstun gerade in Deutschland
geführt hat, ist bekannt. Niemand mit gesundem Menschenversand wünscht sich eine
Wiederholung.

Auch der Aktienmärkte war in den letzten Jahren ein Ort, an dem um die
Jahrtausendwende viel Liquidität zur Finanzierung von Unternehmen geschöpft
werden konnte. Die dadurch entstandenen "Schulden" verschwinden jetzt zwar via
Kursverlusten. Aber das Geld fehlt trotzdem, und zwar vor allem dem privaten
Anleger, der die Verluste letzten Endes einstecken musste. Aber das ist zugleich
der Konsument, der nun eben auch sparen muss. Wie ich höre sind nun sogar die
konservativen Lebensversicherungs-Sparer betroffen, da die Manager des Geldes
dieser Versicherungen eben doch nicht so konservativ waren. Es gibt eben keine
"magischen Geldquellen", auch wenn das in Schüben von Massenhysterie in der
Wirtschaftshistorie immer wieder angenommen wird.

Doch von diesen hintergründigen Betrachtungen zurück zum systematischen
Aktienhandel. Sie sehen schon, Nichtstun gibt es für mich nicht, ich nutze die
gewonnene Zeit, um das Umfeld zu analysieren.

Die Ergebnisse meines Systems sind auch jetzt nicht nutzlos. Die Tatsache , dass
keine Signale kommen, ist ein Indikator dafür, dass der Markt extrem
überverkauft ist. Historisch gesehen können aus solchen Situationen starke
Gegenbewegungen entstehen. Die letzte Bewegung dieser Art von September bis
Dezember letzten Jahres dürfte noch in guter Erinnerung sein. Als Vorzeichen
einer solchen Wende würde ich das Ansteigen der Anzahl der Signale sehen. Vorher
bleibe ich weitgehend beim "Nichtstun".

Denn der erste Schritt zum Erfolg an der Börse ist es, kein Geld zu verlieren.
Und so gesehen funktioniert das System ja ganz gut, da mit Long Positionen
momentan nur Geld zu verlieren ist. Das Nichtstun ist trotzdem ein Schwachpunkt
des Systems. Denn es gibt es auch zur Zeit ganz hervorragende
Gewinnmöglichkeiten, wenn man die "Short Seite" des Marktes miteinbeziehen
würde. Für mich gibt es momentan allerdings die folgenden Schwierigkeiten dabei:

- Zum ersten habe ich noch keine Systeme für Short Positionen statistisch
analysiert

- Zum zweiten kann man mit einfachen Mitteln in Deutschland fast nur
auf die Dax Aktien Short Positionen aufbauen (Puts an der Eurex)

- Zum dritten sind nun gerade die Dax Aktien (und andere große Aktien) schwer
systematisch mit den Profiten handelbar, die ich im breiten Markt finden konnte.
Mehr dazu ein anderes Mal.

Punkt 2 und 3 gehören zu den Ursachen für Punkt 1.

Die Signale der Woche:

Trius (527030), Deutschland, Software
Rohwedder (705770), Deutschland, Technologie

Um überhaupt diese 2 Signale zur erhalten, bin ich mit meinem Umsatz Parameter
etwas in der Anforderung heruntergegangen. Schon wieder gibt es nur deutsche
Werte. Wenn man sich die Charts ansieht, erkennt man Stärke, wenn auch keine
überragende. Aber für das Marktumfeld ist das natürlich bombastisch, diese
Aktien scheint definitiv niemand verkaufen zu wollen. Kleine Positionen in
diesen Werten kann man also bei einem Kursrückgang aufbauen, zusammen maximal 10-
20% des Depotkapitals.

Die von mir vorgestellte Aktienauswahl ist wie immer nur eine persönliche Meinung
und keine Handlungsaufforderung.

Ich wünsche erfolgreiche Geschäfte !
Ihr, Gernot Daum

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Statistikfuchs
10.08.2002, 17:54
D e r s t a t i s t i s c h e M a r t b e o b a c h t e r , N r . 4 7
Heute: Strategiethema 3: Positionsgrößen

Liebe Leser,

Das Thema heute hört sich recht unscheinbar an. Manch einer wird sich vielleicht
sogar fragen, was den Positionsgrößen mit einer Anlagestrategie zu tun haben.
Aber das Thema ist viel wichtiger, als es von den meisten angesehen wird. Denn
über die Positionsgrößen wird das Risiko gesteuert. Und das Risiko ist der
wichtigste Baustein jeder Anlagestrategie.

Bei der Bestimmung des Risikos werden viele Fehler gemacht. Und oft werden
Anleger selbst von Profis in diesem Punkt falsch beraten. Manchmal werden
Strategien empfohlen, die zwar in sich schlüssig sind, aber ein für die
persönliche Situation des Anlegers zu großes Risiko enthalten. Das Risiko kann
aber auch für die individuelle Anlagesituation zu klein gewählt werden, was
wahrscheinlich sogar noch häufiger vorkommt.

Wer z.B. Geld für das Studium von kleinen Kindern anlegt, das erst in 15 bis 20
Jahren benötigt wird, der sollte durchaus ein hohes Risiko (und damit eine hohe
Profitchance) wählen. Die langfristige Investition in Aktien (solide "Blue
Chips") ist ideal, Festgeld ist hingegen vollkommen ungeeignet. Der rüstige
Rentner mit 80 kann zwar noch mit einem kleinen Anteil seines Vermögens
spekulieren, wenn er Spaß daran hat. Der Großteil sollte aber in kurzlaufenden
Anleihen (maximal 5 Jahre) angelegt sein mit kleinem Risiko und kleinem Profit.

Das Risiko bei einer Anlagestrategie wie der meinigen, bei der häufig gekauft
und wieder verkauft wird, bestimmt vor allem, wie stark der Depotbetrag um
seinen Durchschnitt schwankt. Zwar gilt die Faustregel: Je höher die
Schwankungen sind, desto steiler kann auch das Depotwachstum sein. Aber diese
hohe Schwankungen muss man auch aushalten können. Außerdem können zu hohe
Schwankungen zu einem Totalverlust des Depots führen.

Nach dieser Abschweifung zum Risiko nun zurück zu den damit verbundenen
Positionsgrößen. Man muss die Größe einer Position sehr streng abhängig
von 2 Parametern wählen: Der Größe des gesamten Depots und der
aktuellen Schwankungsbreite des Investments, welches man wählt. Dabei sollte man
die aktuelle Schwankungsbreite aus den historischen Daten bestimmen und die
jüngste Vergangenheit deutlich stärker berücksichtigen.

Bei meiner Verkaufsstrategie hatte ich bereits die Tagesvolatilität genannt,
dieser Parameter ist für den Anfang ganz gut geeignet. Er berücksichtigt
allerdings die jüngste Vergangenheit nicht in stärkerem Maße als die älteren
Daten. Das ist zwar für die Bestimmung eines Preisziels im Chart richtig so. Die
Positionsgröße sollte sich aber nach dem Betrag richten, den die Aktie in
nächster Zeit schlimmstenfalls fallen kann. Und der hängt nun mal eher von der
Schwankung von gestern ab, als von der Schwankung vor einer Woche und mehr von
dieser als von der Schwankung vor einem Monat, wobei aber die alten Daten nicht
ganz ignoriert werden sollten. Exponentiell geglättete gleitende Durchschnitte
sind eine passende Lösung. Man muss nicht wissen, wie das berechnet wird, denn
diese werden in der meisten Analysesoftware angeboten. Sehr gut geeignet sind
auch die "Bollinger Bänder", die Standard Abweichungen berücksichtigen und
ebenfalls in der meisten Analysesoftware vorhanden sind.

Eine andere Methode, und die wähle ich meistens, ist die Berücksichtigung von
Unterstützungen und Widerständen im Chart. Daraus kann man einen "kurzfristig
wahrscheinlich höchsten Verlust" bestimmen. Dazu gehört allerdings recht viel
Erfahrung im Lesen von Charts, deshalb kann ich das hier jetzt nicht vertiefen.
Wie stark die Schwankungsbreite einer Aktie ansteigen kann, die keine
Unterstützungen mehr im Chart hat, wurde von den Dax Werten Epcos und
insbesondere MLP erst kürzlich eindrucksvoll demonstriert.

Meine Praxis sieht so aus, dass ich ein paar Werte in eine Excel Tabelle
eintrage, und eine Formel mir dann die Stückzahl hinschreibt. An diese Stückzahl
halte ich mich weitestgehend. In meinem Musterdepot habe ich das Problem der
Positionsgrößen damit ganz gut im Griff. Man sieht es an dem stetigen Verlauf
des Depotwert. Dieser wird übrigens mittlerweile als Grafik dargestellt, meinen
Dank an die Macher der Aktienboard Software. Viele Mitspieler im Aktienboard,
die womöglich recht gute Ein- und Ausstiegsstrategien haben, sind am Thema
Positionsgrößen gescheitert und haben mit zu großen Positionen in
Optionsscheinen Verluste eingefahren, die nicht mehr aufholbar sind.

Zum Schluss noch ein praktischer Hinweis: Es gibt eine ganz gute Faustregel, das
Aktienboard ist darauf ausgerichtet: Denn bei der normalen Schwankungsbreite der
Durchschnittsaktie ist eine Größe von 10% für eine Position eines Depots recht
sinnvoll. Wie Sie vielleicht wissen, lässt das Aktiendepot maximal 10
verschiedene Positionen zu. Ich war auch noch nie mit weniger als 10
verschiedenen Positionen voll investiert. Ich bin der Meinung, die richtige
Anzahl von Positionen liegt für Depots aller Größe bei vollem Investitionsgrad
immer zwischen 5 und 20 Positionen.

Meine wenigen aktuellen Trades (Herlitz, United Internet, ..) habe ich mit weniger
als 1/10 der Depotgröße durchgeführt. Das liegt nicht nur an den Aktien
selbst, sondern auch an der hohen Schwankungsbreite des gesamten Marktes, den
man auch im Auge behalten sollte. Wie ich in der letzten Woche ausführlich
geschrieben hatte, lädt der Markt momentan eher zum Nichtstun ein.

Kurz noch ein Wort zu Thema Depotgröße: Ab einem Kapital von 15.000 Euro halte
ich ein Einzeldepot für groß genug, um mit Einschränkungen eine individuelle
Depotverwaltung durchzuführen. Darunter muss man Abstriche machen, d.h.
insbesondere ein höheres Risiko eines substanziellen Verlustes akzeptieren. Wer
das nicht will, ist besser mit dem Kauf von Fonds Anteilen beraten, obwohl ich
ansonsten kein großer Anhänger davon bin. Ab 50.000 Euro ist ein Depot groß genug,
um ein optimales Money Management durchzuführen. Zwischen 50.000 und 5 Millionen
Euro liegen die optimalen Depotgrößen. Ab 5 Millionen muss man bereits wieder
Abstriche machen, weil mein etliche kleinere Werte nicht mehr sinnvoll handeln
kann, und somit Chancen auslassen muss. Dieses Problem haben vor allem Fonds
Manager, daher meine genannten Bedenken bei Fonds.

Die Signale der Woche:

Varta (500100), Deutschland, Autozulieferer

Wieder nur ein Signal, und wieder aus Deutschland. Das alle Signale in letzter
Zeit aus Deutschland kommen kann auch daran liegen, dass nur große ausländische
Werte in ausreichenden Stückzahlen in Deutschland gehandelt werden. Und zur Zeit
können sich nur wenige kleine Werte der weltweiten Abwärtstendenz entziehen. Bei
Varta scheint schon "alles vorbei zu sein". Aus einer monatelangen extremen
Seitwärtsbewegung bei 14 heraus ist der Kurs regelrecht explodiert und in kurzer
Zeit bis 21 gestiegen. Trotzdem kann man darauf lauern, ob es einen stärkeren
Rücksetzer als Einstiegsmöglichkeit gibt, zumal die Aktie jetzt wieder sehr viel
stärker als zuvor gehandelt wird. Es gab vorher kleine Vorzeichen des Ausbruchs,
einen eintägigen Anstieg aus dem schmalen Band um die 14 auf 15 und ein Anstieg
des Volumens schon vor dem Ausbruch. Anhand solcher Beispiele suche ich immer
wieder nach neuen Regeln für gewinnträchtige Signale.


Die von mir vorgestellte Aktienauswahl ist wie immer nur eine persönliche Meinung
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Weitere Analysen finden Sie hier:
http://www.bullchart.de/dax/dax-eingang.php

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hoellenfuerst
10.08.2002, 17:57
erstmal vielen dank von einem aufmerksamen stillen leser...
:)

die in Deutschland in nennenswerten Stückzahlen gehandelt werden.

was sind denn bei dir "nennenswerte stückzahlen" ?

Statistikfuchs
17.08.2002, 20:27
@Höllenfürst: "Nennenswerte" Stückzahlen liegen vor, man die Aktie handeln kann. Also nur ganz selten Tage ohne Umsatz, und ansonsten meist mehr
als 20.000 Euro am Tag wären ganz gut. Die vilen Aktien, die oft nur getaxt werden, siebe ich aus.

Statistikfuchs
17.08.2002, 20:29
D e r s t a t i s t i s c h e M a r t b e o b a c h t e r , N r . 4 8
Heute: Strategiethema 4: Die günstige Ausführung

Liebe Leser,

Die Aktionen in meinem Musterdepot werden genau beobachtet, am 09.08 fragte mich
ein Leser, wie mir der günstige Einstieg an diesem Tag bei Herlitz zu einem Kurs
von 3.53 gelungen war. Er war etwas irritiert wegen der Uhrzeit des Trades im
Aktienboard im Vergleich mit den tatsächlichen Trade Daten wie sie im "Times and
Sales" zu einer Aktie angezeigt werden. Die Diskrepanz erklärte sich allerdings
daraus, dass auf dem Aktienboard Server noch die Winterzeit eingestellt ist (das
kann man jederzeit überprüfen), und dass die verwendeten Kurse aus Yahoo zudem
etwas zeitversetzt sind (was für kostenlose Kurse üblich ist). Die 3.53 waren an
diesem Tag der günstigste Kurs, und die Aktie stieg danach stark an. Sicherlich
war genau das dem Leser aufgefallen.

Jedenfalls hatte es einen Trade bei 3.53 wirklich gegeben, und ich hatte ihn in
mein Musterdepot eingegeben, als ich den Kurs in meiner Watchlist auftauchen
sah. Denn im Musterdepot kann ich keine Kauflimits setzen, also gebe ich immer
dann Trades für mein Musterdepot ein, wenn ich hier einen günstige Kurs (also
einen stärkeren Kursrückgang) erblickte. Denn wie ich bereits in den vorigen
Strategiethemen erläutert habe, basiert meine Strategie hauptsächlich auf dem
Kauf von technisch starken Aktien bei einem größeren Kursrückgang.

In meinen realen Depots gehe ich natürlich so vor, dass ich Kauflimits setze,
wenn ich Aktien erwerben will. Viele dieser Limits gebe ich Montags nach am
Wochenende durchgeführten Analysen ein und lasse sie 1-2 Wochen laufen. Dabei
liegt ein solches Limit gelegentlich ein gutes Stück unterhalb des aktuellen
Kurses. Da ich aufgrund meiner Strategie recht genaue Vorstellung habe, zu
welchem Preis ich kaufen möchte, kann ich das gut so machen. Da ich meine Limits
anhand von charttechnischen Marken adjustiere, kann es schon mal vorkommen, dass
ich das Tagestief "erwische" und die Aktie direkt nach dem Kauf steigt. So sehe
ich es natürlich am liebsten. Aber es wird jedem klar sein, dass der Kurs oft
auch nach meinem Kauf noch weiter fällt, denn es kann an der Börse keine
absolute Präzision geben.

Wenn der Kurs schon recht nahe an meinen "Wunschkurs" herangekommen ist, setze
ich mein Limit in den "Geld / Brief - Spread" hinein, um eine baldige Ausführung
zu erhalten. Dabei gehe ich allerdings meist nur knapp über dem Geldkurs, also
z.B. bei 3,50 (Geld) zu 3,60 (Brief) setze ich mein Limit bei 3,51. Damit würde
ich bei sonst unveränderten Umständen als nächstes bei einem unlimitierten
Verkaufsauftrag bedient. Ich setze das Limit so gut wie nie zum Briefkurs (im
Beispiel also bei 3,60), zumal nicht mal in diesem Fall eine Ausführung
garantiert ist, wenn ich über Makler handle. Über Xetra hingegen, wo es eine
Garantie gäbe, werden Aktien mit niedrigerem Volumen kaum gehandelt.

Diese Orientierung am Geldkurs ist es, was ich als "Jagd auf eine günstige
Ausführung" bezeichnen würde. Und sie führt zu vielen Enttäuschungen in der Art,
dass ich die Aktie nicht bekommen, sondern diese ihr Tief über meinem Limit
macht, und nach oben "entschwindet". Aber das gehört zu meiner Strategie dazu.
Aktien, die ich haben will, sind schwer zu bekommen. Der Umsatz trocknet beim
Kursrückgang aus, aber genau darauf lege ich ja auch einen gesteigerten Wert. Es
soll keine große Verkäufergruppe geben, und ich muss mir die Aktie von den
wenigen besorgen, die trotzdem verkaufen.

Das Streben nach der günstigen Ausführung führt zu einem schönen
zusätzlichen Gewinn, den man nicht verachten sollte. Das hängt auch damit
zusammen, dass die Haltedauer bei mir meist nur wenige Tage bis Wochen ist. Bei
einer längerfristig orientierten Strategie ist die günstige Ausführung nicht
ganz so wichtig.

Ein wichtiges Mittel zum Erreichen von günstigen Ausführungen ist der schiere
Fleiß. Denn je größer meine Beobachtungsliste ist, desto eher finden sich
regelmäßig günstige Gelegenheiten. Gut, dass diese Fleißarbeit wenigstens zum
Teil vom Computer erledigt werden kann. Die Tatsache, das jemand nur "diese eine
Aktie kennt" und beobachtet, führt oft dazu, das er "dem Kurs hinterher läuft"
und unbedingt kaufen will.

Bei dem am Anfang genannten Herlitz Beispiel war übrigens der Spread morgens bei
3,51 zu 3,75 recht hoch, und ich hatte dann selbst ein Limit von 3,52 gesetzt.
Dann sah ich den Kurs bei 3,53 auf meiner Beobachtungsliste. Da war mir also
jemand anderes mit einer günstigen Ausführung zuvorgekommen, aber ins
Musterdepot habe ich diesen in meine Strategie passenden Trade natürlich
aufgenommen. Manchmal gebe ich einen Trade ins Musterdepot ein, der in Realität
für eins der von mir verwalteten Depots stattgefunden hat. Da ich die Börse aber
nicht immer beobachten kann, ist dies eher die Ausnahme als die Regel, und eine
geringe Abweichung macht für mich daher keinen Unterschied. Allerdings verkaufe
ich die Aktien im Musterdepot, die ich nicht tatsächlich bekommen habe, meist
recht schnell wieder. Hier halte ich mich nicht unbedingt an meine
Verkaufstrategie.

Beim Kauf habe ich alle Trümpfe in meiner Hand, um eine günstige Ausführung zu
bekommen. Schließlich muss ich eine Aktie nicht kaufen. Schlechter sieht es
hingegen beim Verkauf aus. Gemäß meinem System habe ich zum Eröffnungskurs des
nächsten Tages nach dem Zeitstop zu verkaufen. Bei einem hohen Geld / Brief
Spread versuche ich aber trotzdem erst einmal, ein Limit knapp unter dem Brief
Kurs zu setzen. Komme ich dabei längere Zeit (1-3 Tage) nicht zum Zuge, gehe ich
dann aber doch meist zum Geldkurs runter.

Das Geld, welches durch eine schlechte Ausführung verloren geht, wird in wird in
der von Anglizismen geprägten Fachsprache auch als "Slippage" bezeichnet. Die
wörtliche Übersetzung davon ("Schlupf") habe ich noch nicht gesehen, und würde
sie daher auch nicht verwenden. In einem ins Deutsch übersetzte Börsenfachbuch
(ich erinnere mich momentan nicht daran, welches) wurde der Begriff konsequent
vollkommen falsch als "Gebühren" übersetzt. Aber Gebühren sind es nun gerade
nicht, sondern zusätzlich zu den Gebühren entstehende Kosten. Ich denke, das hat
beim Leser, der den Übersetzungsfehler nicht bemerkte, sicher zu einigen
Verständnisproblemen geführt, da oft von 10% Gebühren die Rede war. Ein Slippage
von 10% sind bei einem kurzfristig orientierten System aber durchaus nicht
ungewöhnlich.

Ich denke übrigens, dass man damit, was man bei Einstieg an Slippage einsparen
kann, nur in etwa kompensiert, was sich beim Ausstieg an Slippage nicht
vermeiden lässt. Als Teil der Strategie um Gewinne zu machen sehe ich es nicht
(also z.B. bei einem hohen Spred immer knapp über dem Geldkurs kaufen, und
gleich wieder knapp unter dem Briefkurs anbieten). Denn bezüglich derartigen
Strategien haben die Makler eindeutig die "Lufthoheit" und verdienen damit (und
nicht durch die Maklergebühren) im Wesentlichen Ihr Geld.

Die Möglichkeit, günstige Ausführungen zu erhalten, kann übrigens auch beim
Vergleich von Discount Brokern eine größere Rolle spielen, als die Gebühren.
Dies betrifft allerdings eher den Zugang zu amerikanischen Börsen, wo das
Order Routing teilweise schwer durchschaubar ist.

Ich nenne noch mal die wichtigsten Punkte, die ich beeinflussen kann, um eine
günstige Ausführung zu erhalten:

- Watchlist mit mehr Aktien, als man überhaupt kaufen könnte
- In einen Spread beim Kauf mit dem Limit nah an den Geldkurs gehen
- Slippage akzeptiere ich beim Verkauf, aber nicht beim Kauf
- Ich laufe beim Einstieg nie einem Kurs hinterher. Eine Ausnahme kann ein
starkes Signal vom Gesamtmarkt bei einem niedrigen Investitionsgrad sein,
aber solche Ausnahmen sind sehr selten.

Die Signale der Woche

- Advantec Wagniskapital (541220), Deutschland, Finanzdienstleistung; Dieser Name
ist Programm in der aktuell schwierigen Börsenzeiten

- MSH (663250), Deutschland, Dienstleistung, erneut ein Signal von diesem Wert;
Das letzte Signal war sehr erfolgreich, wenn man den Rückgang vom 05.07.2002 zum
Einstieg nutzen konnte

Seit Wochen schon kommen nur noch Signale von kleineren deutschen Nebenwerten.
Die Finanzmärkte sind heutzutage dermaßen stark globalisiert, dass zur Zeit fast
alle großen Aktien weltweit in ihren Abwärtstrends "gleichgeschaltet" sind.

Statistikfuchs
24.08.2002, 15:46
D e r s t a t i s t i s c h e M a r t b e o b a c h t e r , N r . 4 9
Heute: Zwischenthema 2: Langfristige Potenzial der Signalaktien

Liebe Leser,

In den letzten Wochen hatte ich nur sehr wenige Signale für Sie. Hier ist noch
mal die Liste der Signalaktien seit Anfang Juli:

- Brainpower (553169)
- Gelsenwasser (776000)
- Holsten-Brauerei (608100)
- Herlitz St. (605310)
- Salamander (730500)
- Trius (527030)
- Rohwedder (705770)
- Varta (500100)
- Advantec Wagniskapital (541220)
- MSH (663250)

Was ist mit diesen Aktien bisher passiert ? Die Entwicklung war nicht gerade
aufregend, eigentlich sind fast alle unter geringen Umsätzen seitwärts gelaufen.
Aber vergessen Sie nicht, was für eine Situation wir in den letzten Wochen an
den Börsen hatten: Es ging, insbesondere im Juli, heftig abwärts, und die
meisten großen Aktien waren zudem noch starken Schwankungen ausgesetzt. Sogar
eine Dax Aktie wie MLP hat über mehrere Wochen hin bin zu 85% verloren.

Da wirkt die Entwicklung meiner Signalaktien wie das Auge eines Taifuns. Der
Hintergrund ist, dass ich mit meinem System Aktien auswähle, die niemand
wirklich verkaufen will. Da in einer so negativen Börsenstimmung sich auch keine
Kaufimpulse entfalten, kommt es eben zu solchen umsatzschwachen
Seitwärtsbewegungen. Die Aktien die ich haben will fallen nicht, sie ruhen sich
nur aus. Fallen sie trotzdem, ist es (zumindest am Anfang) eine gute
Kaufgelegenheit.

Ich kenne diese Seitwärtsbewegungen, auch in normalen Zeiten kommen sie bei
meinen Aktien häufig vor. Aber normal ist auch, dass es immer wieder zu einer
neuen starken Bewegung nach oben kommt. Ich bin daher überzeugt, dass zumindest
einige der oben aufgeführten Aktien in einem halben Jahr deutlich höher notieren
werden, selbst wenn die Börse bis dahin seitwärts oder leicht abwärts läuft. Und
vielleicht keine oder sehr wenige werden deutlich niedriger notieren. Das
jedenfalls sagt mir meine Statistik über ähnliche Fälle in der Vergangenheit.

Für die Veröffentlichung in diesem Newsletter wähle ich nur bestimmte Signale
aus. Diese Signale haben Parameter, die vor allem einen guten Erwartungswert für
die langfristige Entwicklung haben. Aber: Das sind nicht alle Aktien, die gute
Gewinnmöglichkeiten an der Börse bieten. So werden Sie vielleicht gesehen haben,
dass ich in meinem Musterdepot immer wieder Aktien handle, die ich nicht im
Newsletter veröffentlicht hatte. In letzter Zeit waren das z.B.:
- United Internet
- Colt Telecom

Als Faustregel können Sie sich merken: Aktien, die ich meinem Musterdepot
handle, aber nicht im Newsletter veröffentliche haben nur auf wenige Tage hin
ein positives Potenzial. Man muss bei diesen Aktien immer den Markt im Auge
behalten und bereits sein, schnell wieder zu verkaufen.

Bei den Aktien, die ich veröffentliche ist aber eine Langfristanlage durchaus
sinnvoll. Das relativiert auch das Problem, der oftmals nur geringen Umsätze.
Denn wenn man in Monaten denkt, stören einige Tage ohne Umsätze nicht.

Ich empfehle denjenigen, die vor allem langfristig anlegen wollen, die Liste
meiner Signalaktien zu nehmen, und sich über die Werte fundamentale
Informationen zu verschaffen. Denn bei einer langfristigen Anlage ist die
Fundamentalanalyse deutlich wichtiger, während bei Kursfristanlagen fast
ausschließlich die technische Analyse erfolgreich ist, zu der auch meine
statistische Methode gehört.

Wer schon länger diesen Newsletter liest, erinnert sich vielleicht noch daran,
daß ich im Februar innerhalb von 1-2 Wochen eine ganze Gruppe von
Edelmetallaktien auf meiner Liste hatte. Diese Aktien entwickelten sich in der
Folge einige Monate sehr positiv und sind eine wesentliche Ursache für den 55%
Gewinn, den mein Musterdepot seit Jahresbeginn ansammeln konnte. Der Trend ist
allerdings seit ein paar Wochen vorbei.

Es zeichnet sich nun eine neue Bewegung einer ganzen Gruppe ab: Deutsche
Bauaktien. Die Gründe werden sich die meisten denken können, und ich will sie
auch nicht weiter vertiefen. Meine Statistiken sagen mir aber, das eine derartig
heftige Bewegung einer Gruppe häufig auch sehr nachhaltig ist. Bei den Bauaktien
kommt hinzu, dass diese zuvor noch schwächer tendiert hatten, als der
Gesamtmarkt. Somit erfolgten die bisherigen Anstiege oft von langjährigen Tiefs
aus. Das eröffnet schöne Potenziale für Kurssteigerungen.

Allerdings: Noch hat keine einzige dieser Aktien die Voraussetzungen erfüllt,
auf die Liste meiner Signalaktien zu kommen. Die Entwicklung ist also bisher
noch nicht als nachhaltig in diesem Sinne zu bezeichnen. Eventuell kommt es in
den nächsten Wochen dazu, das werde ich an den Signalen sehen. Für Trades mit
einem Zeithorizont von wenigen Tagen reicht es hingegen schon. Jedenfalls habe
ich eine erste Position "Strabag" schon mal ins Musterdepot aufgenommen.

Anhand dieses Beispiels möchte ich darauf hinweisen, dass es einen Zusammenhang
zwischen den Signalen für das kurzfristige Trading und den nachhaltigen Signale,
die ich veröffentliche gibt: Aus den kurzfristigen Signalen können später
nachhaltige Signale werden. Sie tun das aber in höchstens 15-25 % der Fälle.

Folgende neuen Signale hat es in dieser Woche gegeben:
- Binding (719500), Deutschland, Brauerei
- ToysInternational.com (928617), Handel, USA

Binding war früher in diesem Jahr schon mal auf der Liste meiner Signalaktien.
Nun hat sie mit 275 ein neues Mehrjahreshoch gemacht, und das bei diesem Umfeld.
Ein schönes Beispiel für die Nachhaltigkeit der Entwicklung der Signalaktien.
Ein Rückschlag bis 250 wäre nun eine Kaufgelegenheit mit langfristigen
Aussichten.

Ein ganz anderer Fall ist ToysInternational.com. Obwohl diese Aktie formal die
Kriterien für mein System erfüllt, ist es ein absoluter "Zockerwert". Ein
Pennystock, mit Sicherheit bisher ein Pleitekandidat, der am Donnerstag von der
Eröffnung bis zum Hoch um 500% gestiegen ist (von 3 auf 18 Cent). Wer mit so
etwas zurecht kommt, kann diese "Spielzeug" mit einem sehr kleinen Betrag und
einem Einstieg zwischen 5 und 7 Cent "mitzocken". Es sind die genannten 500%,
die einen Hinweis auf eine nachhaltige Bewegung geben. Daytrader hören nach
einer gewissen Steigerung mit dem Kaufen auf. Es muss also eine Anlegergruppe an
dem Anstieg beteiligt sein, die "mehr weiß", bzw. die Aktie fundamental
einschätzen kann.

Die von mir vorgestellte Aktienauswahl ist wie immer nur eine persönliche Meinung
und keine Handlungsaufforderung.

Ich wünsche erfolgreiche Geschäfte !
Ihr, Gernot Daum

Weitere Analysen finden Sie hier:
http://www.bullchart.de/dax/dax-eingang.php

Das Musterdepot ist hier zu finden: http://www.aktienboard.com/bullish/musterdepot.php?&action=show&mduserid=1123

Wer den Newsletter nicht mehr beziehen möchte, schickt bitte eine kurze Mail an:

Mail@GernotDaum.de oder Mail@Statistikfuchs.de.

Statistikfuchs
31.08.2002, 12:20
D e r s t a t i s t i s c h e M a r t b e o b a c h t e r , N r . 5 0
Heute: Strategiethema 4: - Gebühren als Systemparameter

Liebe Leser,

Insbesondere wegen der guten Performance des Musterdepots werde ich immer wieder
gefragt, ob dies eine Brutto Performance sei, und wie denn die Performance nach
Abzug aller Kosten aussehen würde. Manchmal wird das Depot dabei auch als
"hypothetisch" bezeichnet. Zu den Gebühren komme ich gleich, aber zunächst
möchte ich die Bedeutung des Musterdepots klarstellen

Das Depot ist keinesfalls hypothetisch, sondern durch "Live Trading" entstanden.
Ein hypothetisches Depot wird im Nachhinein aufgrund historischer Daten
konstruiert. Es werden normalerweise Trades aufgeführt, die bei Anwendung eines
bestimmten Handelssystems entstanden wären. Da man mit der entsprechenden
Software relativ mühelos Systeme testen und die Parameter optimieren kann, ist
es nicht schwer auf fast beliebigen Daten ein sehr erfolgreiches System zu
konstruieren. Ein hypothetisches System mit optimierten Parametern hat aber so
gut wie keine praktische Bedeutung. In der Regel ist es "überoptimiert" und
damit instabil. Das heißt, es wird in Zukunft keine gute Performance mehr
haben.

Im Musterdepot handle ich hingegen augrund der aktuellen Kurse. Die zukünftigen
Kurse sind mir unbekannt, so dass die Situation dem "realen Leben" weitgehend
entspricht. Jeder kann beim Aktienboard sein eigenes Depot aufmachen und nach
den gleichen Regeln mit virtuellem Geld spekulieren, wie ich es im Musterdepot
mache. Versuchen Sie es ruhig !

Nun zu den Gebühren: Im Musterdepot werden 0,3 % für einen "Half Turn"
gerechnet, also einen Kauf bzw. einen Verkauf. Das sind 0,6% für den "Round
Turn", also einen kompletten Trade bestehend aus Kauf und Verkauf einer Aktie.
Dieser Satz liegt im Schnitt für Discountbroker. Ich selbst kann bei meinem
Broker Roundturngebühren von 0,42% erreichen, wenn ich entsprechend große
Positionen handle (über 4500 Euro), ansonsten erhöht sich der Prozentsatz durch
eine Mindestgebühr. Mit einer "Flat Rate" (z.B. 28 Euro pro "Rund Turn"), wie
sie auch angeboten wird, kommt man beim Handel von größeren Positionen zu noch
günstigeren Werten, z.B. wäre die Round Turn Gebühr bei einer 10.000 Euro
Position nur 0,28%.

Bei diesen unterschiedlichen Preisgestaltungen lohnt es sich, auch beim
Systemtest bereits die Gebühren zu berücksichtigen. Deshalb habe ich eine
"Gebührenachse" in meine Testsoftware eingebaut. Das heißt, alle Ergebnisse
werden für verschiedene Gebührensätze durchkalkuliert. Normalerweise rechne ich
mit 0%, 0,5% und 1,3% Roundturngebühren, das gibt schon einen guten Überblick.
Die 0% sind zwar hypothetisch, aber sie zeigen das Potenzial des Systems im
Hinblick auf weitere Forschungen am besten auf. Schalte ich die Differenzierung
aus, wird mit 1,3% gerechnet. Sind die Ergebnisse unter diesen Umständen gut,
taugt das System schon etwas.

Das Tendenz werden sich die meisten denken können: Für ein größeres Depot können
kurzfristige Systeme profitabler sein, für ein kleines Depot entsprechend
langfristigere. Aber es ist auch sehr hilfreich, den Grad der Abstufung genau zu
kennen. Letztendendes leite ich daraus ab, welche Strategie ich für welches
Depot verwende.

Es gibt noch eine zweite Art von "Gebühren", die man leicht vergisst. Es sind
all die Kosten, die beim realen Handel anfallen, und die im Systemtest mit
historischen Daten nicht miteingerechnet werden. Sie werden in der Fachliteratur
als "Slippage" bezeichnet. Die folgenden "Ärgernisse" können die Kosten im
Vergleich zum Systemtest erhöhen:
- schlechtes Routing von Marketorders (insbesondere bei Online Trading Systemen
an US Börsen)
- Nichterfüllung von Limitorders, auch wenn der Kurs an einer oder mehreren
Börsen erreicht wurde (eine Spezialität des deutsche Maklersystems und der
vielen Regionalbörsen)
- Teilausführungen, die je nach Broker auch noch zu eigenen Gebühren führen können.
Teilsausführungen gehören zu meinen ganz besonderen "Lieblingen", über die ich
mich immer wieder ärgere.
- gecancelte Order (und damit Verpassen eines Limits)
- Systemausfall des Brokers (führt ebenfalls zum Verpassen von Limits)

Zum Glück gibt es auch ein paar positive Ereignisse, die Kosten im Vergleich zu
Systemtest senken, manchmal auch als "positive Slippage" bezeichnet
- Dividendenzahlungen (werden im Systemtest nicht berücksichtigt)
- Ausführungen besser als das Limit
- bei einem nichtausgeführten Limit kann die Kursentwicklung auch gegen den geplanten
Trade laufen

Insgesamt überwiegt jedoch die "negative Slippage", so dass die Gebühren beim
Systemtest um einen bestimmten Prozentsatz erhöht werden sollten. Ich denke, mit
meinen 1,3% im Systemtest liege ich nicht so falsch, auch wenn die reinen
Gebühren bei mir nur 0,6% - 0,8% ausmachen. Das Geringhalten der "negativen
Slippage" gehört gewissermaßen zur "handwerklichen" Feinarbeit des täglichen
Tradings, und sollte nicht unterschätzt werden.

Die Signale der Woche
- Fuchs Petrolub (579040), Deutschland, Öl
- Rohwedder (705770), Deutschland, Technologie
- Magna Pacific Holding (901889), Australien, Holding

Es sind alles "alte bekannte", und mit Magna Pacific ist endlich auch wieder mal
ein ausländischer Wert mit dabei. Rohwedder steigt sehr langsam, aber stetig.
Bei Magna Pacific sieht es so aus, als wäre es ein "Penny Stock". Aber der Chart
zeigt, dass es in Wirklichkeit nur eine Aktie mit sehr kleiner Stückelung ist,
d.h. in den letzten Jahren ist kein extremer Absturz erfolgt. Ein Abstauberlimit
bei 21 Cent könnte Sinn machen, die 30 Wochen Linie verläuft bei 20 Cent
(aktueller Kurs 25 Cent).

Die von mir vorgestellte Aktienauswahl ist wie immer nur eine persönliche Meinung