Vollständige Version anzeigen : Der Nemax im Blickpunkt
Durch den Anstieg des Nemax50 in den letzten Tagen konnte die bearische Lage deutlich entschärft werden. Ein erster Boden ist gefunden und sollte auch in den nächsten Tagen für eine Fortsetzung der Aufwärtsbewegung sorgen. Der Index sollte jedoch nicht unter die 1400 Punkte rutschen, da sich der Ausbruch sonst als Bullenfalle entpuppen würde.
Psychologisch betrachtet könnte eine Wiederentdeckung des Neuen Marktes einiger mutiger Analysten in den nächsten Wochen eine regelrechte Kaufpanik auslösen.
Quelle: tradewire
Nolli
euroinvest
17.04.2001, 12:38
Nach einer Gewinnwarnung des US-Netzwerkkonzerns Cisco Systems bricht der NEMAX50 um 7,89% auf 1430 Punkte ein. Der DAX verliert 2,37% auf 5860 Punkte. Die größten Verlierer sind hier die Deutsche Telekom (-4,68%), Epcos (-3,42%), Infineon (-5,86%), SAP (-6,15%) und Siemens (-5,73%). Der größte Gewinner ist momentan Schering mit +1,90%.
Am schlimmsten hat es den Neuer-Markt-Titel ComRoad (-33,04%) erwischt. Angeblich haben Großkunden Probleme, die bei ComRoad eingekauften Telematik-Systeme zu verkaufen. Sunburst (-21,76%) droht ein Insolvenzverfahren, falls die Gespräche mit kreditgebenden Banken scheitern sollten. wo
euroinvest
19.04.2001, 10:34
Der steile Anstieg des Vortages von über 12% im Nemax50-Index und über 10% im Nemax-All-Share-Index schreit geradezu nach einer technischen Reaktion. Vorbörsliche Indikatoren sagen für den Start auch einen leichten Verlust gegenüber dem Vortagsschluss vorher. Dafür spräche, dass die Zinssenkung und der eruptive Anstieg der US-Technologiebörse Nasdaq bereits vom Neuen Markt eingepreist wurde.
Allerdings gibt es aus den USA weitere positive Signale. IBM hat gute Zahlen vorgelegt. Die Gewinnerwartungen wurden vom Branchenriesen erfüllt, die Aktie hat nachbörslich noch einmal 6% zulegen können. Das könnte sich mittelbar noch einmal positiv auf den Neuen Markt auswirken. Spannend wird der Tagesverlauf ohnehin: Microsoft und Sun Microsystems legen ihre Zahlen vor, ebenso die Softwareschmiede SAP. Das wird sich direkt auf die Technologiemärkte auswirken.
Mit dem steilen Anstieg hat der Nemax-All-Share-Index am Vortag den Widerstand bei 1.700 Zählern nahezu spielend überwinden können. Mit 1.793 Punkten steht der Chart von der nächsten Hürde bei 1.800 Zählern. Direkt darüber verläuft die 38-Tage-Linie. Darüber ist zunächst einmal Luft bis 1.900 Punkte.
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Der Tag hat nur wenige Termine im Kalender stehen. Der größte Wert des Neuen Marktes, Bipop Carire, hat heute Hauptversammlung.
euroinvest
19.04.2001, 10:39
NEUER MARKT - Händler - Aufwärtsbewegung wird sich fortsetzen
Frankfurt, 19. Apr (Reuters) - Nach den starken Gewinnen des Vortages in Folge der Leitzinssenkung der US-Notenbank Fed wird der Neue Markt am Donnerstag nach Einschätzung von Händlern auf Grund der weiterhin guten Stimmung in den USA seine Aufwärtstrend fortsetzen können. Nach der vorbörslichen Berechnung der Citibank werden die Blue Chips des Neuen Marktes zum Sitzungsbeginn um über drei Prozent steigen. "Es sind überwiegend Käufer im Markt", sagte ein Händler. Vor allem der Computerhersteller Apple beflügele nach der Vorlage von deutlich über den Erwartungen liegenden Quartalszahlen die Wachstumsmärkte in den USA und Deutschland. "Allerdings könnten Gewinnmitnahmen im Laufe des Tages ein Thema werden", sagte ein Börsianer. Im Mittelpunkt des Handels werden nach Händlerangaben die Papiere der Brokat und Heyde AG stehen.
Das Handelshaus Lang & Schwarz berechnete gegen 8.30 Uhr MESZ den alle Werte umfassenden Nemax-All-Share-Index mit 1805 Punkten (Vortag 1784) und den Nemax50 der wichtigsten Werte mit 1701 Zählern (1678). Die Citibank ermittelte im vorbörslichen Handel einen Nemax50-Stand von 1725 Punkten. Bereits am Vortag hatten beide Indizes kräftig zulegen können. Der All-Share-Index kletterte um 10,18 Prozent, der Auswahlindex gewann 12,67 Prozent. Auch die US-Technologiebörse Nasdaq verbesserte sich um 8,12 Prozent auf 2079 Zähler.
Am Mittwoch hatte die US-Notenbank Fed überraschend die Leitzinsen um 50 Basispunkte gesenkt und damit die steigenden Kurse an den deutschen und amerikanischen Börsen noch verstärkt. Nach dem Handelsschluss in den USA veröffentlichte Apple seine Zahlen für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2000/01. Nach Firmenangaben beläuft sich der Gewinn auf elf US-Cents je Aktie und liegt damit deutlich oberhalb der Analystenerwartungen von einem US-Cent.
Im Mittelpunkt des Handels könnten erneut die Papiere der Heyde AG, die im vorbörslichen Geschäft rund 19 Prozent fester tendierten. Am Mittwoch stiegen die Titel um knapp 94 Prozent, was Händler unter anderem auf Übernahmegerüchte zurückführten. Große Umsätze wurden im vorbörslichen Handel auch in der Aktie der Brokat AG registriert. Die Papiere tendierten rund sieben Prozent über ihrem Vortagesschluss, ohne das Händler dafür eine Erklärung geben konnten.
euroinvest
20.04.2001, 00:45
Neuer Markt - Kommt jetzt der große Aufschwung?
Nach der Kursexplosion am gestrigen Mittwoch, die durch die völlig überraschende Zinssenkung der US-Notenbank ausgelöst wurde, stehen die Märkte nun vor der entscheidenden Frage: Sorgt die Greenspan-Überraschung für einen nachhaltigen Kursaufschwung am Neuen Markt? Pessimisten rechnen schon mit Gewinnmitnahmen nach dem Kursfeuerwerk am Vortag.
Händler äußern sich am Donnerstagmorgen optimistisch. Gestützt werden die Börsianer dabei von positiven Unternehmensmeldungen. So sei die Geschäftsentwicklung vom US-Computerriesen IBM [1] , die im außerbörslichen Handel um 6,8 Prozent zulegen konnten, für den Nemax ein wichtiger "Push-Faktor", kommentierte ein Broker. Gleiches gelte für die SAP-Zahlen [2] , die am "absolut oberen Ende der Erwartungen liegen". Doch wie reagieren Banker und Analysten? Stock-World hat Experten zu ihrer Einschätzung befragt.
Die Analysten-Empfehlung
Analyst Frank Rothauge vom Bankhaus Sal.Oppenheim rät dem Privatanleger zum jetzigen Zeitpunkt "prinzipiell zum Einstieg". "Die Märkte werden mit einer hohen Volatilität auf den Zinsschritt reagieren.", so Rothauge. "Die Tiefs haben wir gesehen". Gleichzeitig warnt er jedoch davor anzunehmen, es gehe nun nur noch in eine Richtung. "Anleger sollten vor allem die aktuellen Quartalsergebnisse berücksichtigen, zum Beispiel die von Nokia und Ericsson." Diese würden die Märkte noch entscheidend beeinflussen.
Jörg Groscurth, Analyst bei der Stadtsparkasse Köln, ist "positiv überrascht" von der Leitzinssenkung. Allgemein sei der Schritt ein positives Zeichen für die Konjunktur. Was nun noch fehle, sei "ein Zinsschritt seitens der Europäischen Zentralbank". Die hinke noch ein wenig hinterher. Für den Aktienmarkt erwartet Groscurth positive Reaktionen bei den großen Technologietiteln. Davon würden letztlich auch die aussichtsreichen "kleineren Werte" profitieren, beispielsweise die Nemax-50 Werte. Bei den anderen Titeln am Neuen Markt mahnt der Analyst zur Vorsicht: "Dort werden wir bestimmt in diesem Jahr noch die ein oder andere Insolvenz erleben."
Tatsächlich hat sich der Neue Markt bis zum Donnerstagmittag für eine abwartende Haltung entschieden. Anleger nehmen ihre Gewinne vom Vortag erst einmal mit, Der Nemax-All-Share gibt bis 11.30 Uhr 1,8 Prozent auf 1,762 Punkte nach. "Entscheidend ist nun die Eröffnung der Nasdaq am Nachmittag.", so ein Händler. "Dann wissen wir mehr."
FINANZEN 26.04.2001
Bemerkenswerter Auftakt am Neuen Markt
Den Wachstumswerten am Frankfurter Neuen Markt ist am Donnerstag ein bemerkenswerter Auftakt in das Geschäft gelungen. Der Nemax 50 ging mit 1736,69 Zählern in den Handel. Das ist aus dem Stand ein Plus von 1,45 Prozent. Binnen weniger Minuten gewann der Index für die 50 größten Werte 2,63 Prozent auf 1756,90 Zähler. Der All Share stieg um 1,75 Prozent auf 1835,59 Punkte.
Die Vorgaben aus New York hatten bereits einen gelungenen Start erahnen lassen. Der Nasdaq Composite Index war mit plus 2,14 Prozent auf 2059,80 Zähler aus dem Handel gegangen.
Eingebrochen ist die Aktie von Brokat. Sie verlor binnen weniger Minuten 21,02 Prozent auf 6,95 Euro. Damit war sie größter Verlierer im Nemax 50. Der Software-Anbieter hatte am Mittwoch nach Börsenschluss eine Korrektur der Umsatzerwartung für das laufende Geschäftsjahr veröffentlicht. Das Unternehmen erwartet einen Gesamtumsatz zwischen 180 und 190 Millionen Euro. Bisher ging Brokat von einem Umsatzwachstum von 100 Prozent im Vergleich zum vergangenen Geschäftsjahr aus, als der Umsatz bei 119,6 Millionen Euro gelegen. Nach vorläufigen Zahlen habe Brokat im ersten Quartal 2001 einen Umsatz von rund 42 Millionen Euro erzielt. Das Proforma Ergebnis EBITDASO (Ergebnis vor Steuern, Zinsen, Abschreibungen und Mitarbeiterbeteiligung) liegt etwa bei minus 30 Millionen Euro und damit auf dem Niveau des vierten Quartals 2000. Die Zahlen liegen innerhalb der Erwartungen. Brokat wird die endgültigen Zahlen für das erste Quartal 2001 am 10. Mai 2001 vorlegen.
An der Spitze der Gewinner im Blue-Chips-Index standen erneut Fantastic, die um 7,22 Prozent auf 1,93 Euro zulegten. Am Mittwoch hatte das Internet-Softwareunternehmen ein strategische Allianz mit dem US-Computerhersteller IBM bekannt gegeben.
Die Berichtssaison geht auch am Neuen Markt weiter: Hohe Rücklagen im Zusammenhang mit dem Rechtsstreit gegen einen US-Partner haben den Gewinn des Medienkonzerns Intertainment im Jahr 2000 schrumpfen lassen. Der Jahresüberschuss sank um 17 Prozent auf rund 11 Millionen Mark. Das Ergebnis je Aktie betrage 1,02 Mark nach 1,38 Mark (0,71 Euro) im Vorjahr. Der Umsatz stieg um mehr als Dreifache auf rund 172 Millionen Mark. Eine Intertainment-Tochter hatte vor einem US-Gericht Klage gegen die Franchise Pictures Inc. wegen "betrügerisch überhöhter Filmbudgets" eingereicht. Die Börse scheint trotz des durchwachsenen Ergebnisses optimistisch für das Medienunternehmen zu sein: Die Aktie gewann 9,23 Prozent auf 6,27 Euro.
Die Kontron Embedded Computers AG miniaturisierter Computer, hat eine bindende vertragliche Vereinbarung für die Übernahme von 51 Prozent an der taiwanesischen Industrial Solutions Provider Lim. (ISPRO), Taipeh, getroffen. Wie der Kontron-Vorstand mitteilte, werden hierzu 2,5 Millionen US-Dollar für eine Kapitalerhöhung bei ISPRO einbezahlt. Kontron stiegen um 2,98 Prozent und kosteten 58,70 Euro.
Die CAA AG hat seine Umsatz- und Ergebnisprognosen für das vergangene Geschäftsjahr nach unten korrigiert. Nach vorläufigen Zahlen wird der Umsatz von 8,5 Millionen Mark ausweisen. Das operative Ergebnis (EBIT) wird ca. -22 Millionen Mark betragen. Umsatz und Ergebnis für das Geschäftsjahr 2000 blieben damit erheblich hinter den zuletzt gemeldeten vorläufigen Zahlen zurück. Der Vorstandsvorsitzende Hans-Peter Schmidt und seine Stelllvertreterin Gabriele Müller ziehen die Konsequenzen angesichts der unrühmlichen Bilanz und werden ihre Ämter niederlegen. Roland Ebner wird neuer Chef. CAA waren dennoch mit 7,72 Prozent auf 2,79 Euro im Plus.
Die Jumptec AG hat im ersten Quartal 2001 den Umsatz gegenüber dem Vorjahresquartal um 47 Prozent auf 32,1 Millionen Mark gesteigert. Zu den Gewinnzahlen machte Jumptec keine Angaben. Das Ergebnis werde aber überproportional zum Umsatz steigen, sagte eine Unternehmenssprecherin. Für das Gesamtjahr erwarte der Spezialist für Embedded Computer-Technologien weiterhin ein Umsatzwachstum von rund 50 Prozent vor möglichen weiteren Akquisitionen. Das Ertragswachstum soll noch darüber liegen. Regen Zuspruch gab es an der Börse für die guten Nachrichten: Jumptec stiegen um 7,45 Prozent auf 13,70 Euro.
Evotec zogen um 9,11 Prozent auf 17,00 Euro an. Evotec OAI hat einen Dienstleistungsvertrag mit Serono S.A., einem europäischen Biotechnologie-Unternehmen, unterzeichnet. Im Rahmen dieser Vereinbarung wird Evotec OAI ein neuartiges biologisches Testsystem (Assay) für neue pharmazeutische Wirkstoffe gegen ein zelluläres Target von Serono entwickeln.
Die Web.de AG hat im ersten Quartal 2001 Umsatzerlöse von 3,3 Millionen Euro erzielt; eine Steigerung gegenüber dem entsprechenden Zeitraum des Vorjahres um 116 Protzent. Der Verlust konnte im ersten Quartal 2001 im Vergleich zum vierten Jahresviertel des vergangenen Jahres erwartungsgemäß auf -9,0 Millionen Euro gesenkt werden. Zum Ende des Geschäftsjahres 2002 soll die Gewinnschwelle erreicht werden, habe der Vorstand bekräftigt. Web.de verteuerten sich um 5,43 Prozent auf 6,80 Euro.
»Das Szenario der vergangenen Tage halte weiter an: Wir befinden uns in einem intakten Aufwärtstrend«, sagte ein Händler. Vor allem die Schwergewichte in Nemax 50 wie T-Online mit plus 5,42 Prozent auf 12,65 Euro und Qiagen mit plus 5,25 Prozent auf 29,47 Euro zögen den Markt nach oben: Jetzt würden Index-Fonds verstärkt in den Markt gehen und liquide Titel kaufen, erklärte der Händler die Gewinne.
Freitag, 27. April 2001
Neuer Markt im Rüchwärtsgang
Nemax50 verliert deutlich
Camelot:501089
SCM Microsystems:909247
Refugium:700710
Die Indizes am Neuen Markt haben den Rückwärtsgang eingelegt. Der Nemax50 hat bereits im frühen Handel rund zwei Prozent und der Nemax All Share mehr als drei Prozent nachgegeben. Der Markt vollzieht die Vorgaben aus den USA nach, so Händlern. Ob der Markt im laufe des Tages wieder ein Eigenleben entwickeln kann bleibt abzuwarten, hieß es weiter.
Auf der Verliererliste stehen die Aktien von Camelot, SCM Microsystems und Metabox ganz oben. Der Call-Center-Betreiber Camelot hat seine Ergebnisprognosen für das laufende Jahr zum wiederholten Mal nach unten korrigiert. Das Technologieunternehmen SCM muss einen Nettoverlust im ersten Quartal 2001von 20,4 Mio. Euro ausweisen. Als Gründe für das Ergebnis werden schlechte Verkaufszahlen, wachsender Preisdruck, höhere Vertriebs- und Marketingausgaben sowie Sonderaufwendungen angeführt. Bei Metabox belastet die Ankündigung die Bilanzpressekonferenz zu verschieben. Ein Grund für ie Maßnahme wurde nicht genannt. Auf der anderen Seite stehen Refugium. Der Seniorenheimbetreiber prüft nach eigenen Angaben eine enge Zusammenarbeit mit der Marseille-Kliniken AG.
Neuer Markt: Gewinne eingebüßt - US-BIP-Wachstum beflügelt nur kurzzeitig
FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Aktien am Neuen Markt sind am Freitag von dem überraschend starken Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in de USA im ersten Quartal nur kurzzeitig beflügelt worden. Sie haben ihre jüngst erworbenen Gewinne wieder abgegeben, nachdem die Börsen in New York geöffnet haben. Zwar schoss der NASDAQ Composite Index <COMPX.IND> beim Start um knapp zwei Prozent ins Plus, gab aber einen Teil der Gewinne wieder ab. Das drückte den Neuen Markt leicht ins Minus. Zuletzt stand der NEMAX 50 <NMPX.ETR> bei 1.808,56 Punkten. Das entspricht einem Abschlag von 0,28 Prozent. Der All Share <NMDP.ETR> gab 1,64 Prozent auf 1.862,57 Zähler nach.
Am Markt habe kurze Zeit Unsicherheit geherrscht, wie der Verbrauchervertrauens-Index in den USA ausfallen werde, nachdem das BIP-Wachstum überraschend stark gestiegen ist, sagte ein Händler. Deshalb habe der NEMAX verloren und die NASDAQ einen Teil der Gewinne eingebüßt. Doch auch das Verbrauchervertrauen sei positiver ausgefallen als zuvor von Konjunkturexperten angenommen. Deshalb sei der Neue Markt dabei, seine Verluste wieder wettzumachen. Und auch die Kurse in New York steigen wieder stärker, so der Händler. Er geht davon aus, dass die Kurse am Neuen Markt mit einem Plus aus dem Handel gehen werden, denn die Angst vor einer Rezession in den USA sei durch die guten Konjunkturzahlen "vorerst gebannt".
Stärkster Wert im NEMAX 50 waren Highlight Communication <HLGD.ETR> <SCMM.NAS> mit plus 8,97 Prozent auf 10,57 Euro. Am schwächsten notierten nach wie vor SCM Microsystems <SMY.ETR> mit einem Abschlag von 37,16 Prozent auf 10,99 Euro. Der deutsch-amerikanische Computer-Chipkartenhersteller hat im ersten Quartal 2001 unerwartet einen Nettoverlust von 18,35 Mio. US-Dollar oder 1,20 Dollar je Aktie ausgewiesen. Im Vorjahresquartal hatte das Unternehmen einen Gewinn von 2,68 Mio. oder 0,17 USD je Aktie erwirtschaftet./aka/sf/av
Informationsquelle: TeleDATA Börsen-Informations-GmbH
euroinvest
02.05.2001, 08:58
Mit festeren Kursen dürften die Börsianer den Handelstag einläuten. Der gestrigen Nasdaq-Kursgewinn ist aufgrund des Feiertages nicht eingepreist, so dass Nemax-All-Share-Index und Nemax50-Index vor Börsenbeginn rund 3% im Plus gesehen werden.
Neben den US-Börsendaten kommen auch verstärkt wieder die Ergebnisse der Unternehmen des Neuen Marktes ins Blickfeld. Die Zahlensaison für das 1. Quartal 2001 hat begonnen. Unter anderem werden Zahlen von Intershop, Singulus und SAP SI erwartet, über die wir jeweils informieren werden.
Interessant wird auch der weitere Kursverlauf von EM.TV sein. Die Aktie hat trotz des Zahlen-Schocks am Montag Kursgewinne verzeichnet. Thomas Haffa will sich auf das Kerngeschäft fokussieren, das EM.TV groß gemacht hat: Kinder- und Familienprogramm.wo
Aus der FTD vom 2.5.2001
Mehr Fusionen am Neuen Markt erwartet
Von Ina Bauer, Frankfurt
Eine Concord-Studie sieht den prozentual stärksten Zuwachs bei Übernahmen und Fusionen im Volumen von 10 bis 200 Mio. Euro.
Nach der Flut von Neuemissionen im vergangenen Jahr werden Fusionen und Übernahmen (M&A) am Neuen Markt zunehmen. Erschwerte Kapitalaufnahme durch den rapiden Kursverfall der vergangenen 13 Monate, erhöhter Wettbewerbsdruck und Missmanagement werden die treibenden Faktoren der Konsolidierung sein. Diese These belegt eine Studie von Concord Corporate Finance, die die M&A-Tätigkeit am Neuen Markt vom August 1999 bis Januar 2001 untersucht. Die Bank wertete Transaktionen aus, bei denen Unternehmen des Neuen Marktes als Käufer oder Verkäufer auftraten. Sehr kleine Zukäufe wurden nicht berücksichtigt, weil diese in der Regel nicht meldepflichtig sind.
Die Analysten der Investmentbank, die sich auf kleine bis mittelgroße börsennotierte Unternehmen spezialisiert hat, geben unterschiedliche Prognosen je nach Umfang der Fusion oder Übernahme ab. Bei M&A-Transaktionen mit einem Volumen von 10 bis 200 Mio. Euro erwarten sie den prozentual stärksten Zuwachs. Eine attraktive Bewertung und der zunehmende Konsolidierungsdruck werde die Zahl der verkaufswilligen Unternehmen erhöhen. Im Beobachtungszeitraum zählten die Experten 20 Übernahmen mit einem Transaktionsvolumen zwischen 10 und 100 Mio. Euro. Sie gehen davon aus, dass sich diese Zahl bis Ende 2002 mindestens verdoppelt, wahrscheinlich sogar mehr als verdreifacht.
Ebenfalls wachsen dürften Transaktionen im Bereich bis zu 10 Mio. Euro, wenn auch langsamer, weil die Zahl der Neuemissionen rückläufig ist. In den Jahren 1999 und 2000 wagten 132 beziehungsweise 133 Unternehmen den Schritt an das Frankfurter Wachstumssegment. Für dieses Jahr erwarten Experten nur noch 50 und 80 Neuemissionen. Diese Schätzung ist aber nur realistisch, wenn sich die Kurse am Neuen Markt nachhaltig erholen und die Anleger ihre Vertrauenskrise überwinden. Trotz des starken Kursrückgangs hält Concord Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von 20 bis 25 Mio. Euro als mögliche Übernahmeziele immer noch für zu hoch bewertet. M&A-Transaktionen im Volumen von mehr als 200 Mio. Euro werden nach Meinung der Analysten am Neuen Markt eine Seltenheit bleiben.
Kleine Investmentbanken
Im Untersuchungszeitraum haben sich 85 Prozent der Übernahmen und Fusionen in der Größenordnung von bis zu 10 Mio. Euro abgespielt. Damit dürfte das M&A-Geschäft am Neuen Markt weiter in den Händen kleinerer Investmentbanken wie Concord bleiben. Wegen der geringeren Provisionen sind solche Transaktionen für große Banken unattraktiv.
Im Untersuchungszeitraum waren durchschnittlich 228 Unternehmen am Neuen Markt notiert. In dieser Periode gab es 253 M&A-Transaktionen. Barkäufe waren dabei die Ausnahme. Oft bezahlte der Käufer zu 100 Prozent mit eigenen Aktien. Angesichts des starken Kursverfalls werden die zukünftigen Käufer eine größere Zahl neuer Aktien für ihre Akquisition begeben müssen.
In 246 Fällen nahm eine Neue-Markt-Firma die Rolle des Käufers ein. Dennoch waren nur rund 52 Prozent der Unternehmen des Wachstumssegments an M&A-Transaktionen beteiligt, denn zahlreiche Unternehmen kauften mehrmals zu. Nur in sieben Fällen erwarben Unternehmen außerhalb des Wachstumssegments Anteile von Neuer-Markt-Firmen. Der Informationstechnologie-Dienstleister Heyde hält am Neuen Markt den Rekord mit elf M&A-Transaktionen.
Internationale Modelle
In Zukunft wird nach Ansicht der Concord-Analysten der Anteil der übernommenen Unternehmen im Ausland (derzeit insgesamt 37 Prozent) beziehungsweise die Zahl ausländischer Käufer von Neue-Markt-Firmen zunehmen. "Die Unternehmen werden in Zukunft stärker versuchen, ihr Businessmodell international zu multiplizieren", schreiben sie in ihrer Studie. Das Beispiel des Software-Herstellers Intershop habe gezeigt, dass der Zukauf einer ausländischen Niederlassung oft sinnvoller sei als der Aufbau einer eigenen Filiale. Intershop hat sich vor kurzem entschlossen, ihre US-Niederlassung zu schließen. Im Umkehrschluss gelte dieser Strategiewechsel auch für ausländische Unternehmen, die sich in Deutschland Marktanteile sichern wollten.
Für die Zukunft empfehlen die Bank-Analysten potenziellen Käufern, bei Kaufpreis und Auswahl des Übernahmeziels ver- stärkt die Integrationskosten zu berücksichtigen. Die Ankündigung einer Akquisition reiche nicht mehr aus, einen Kursanstieg auszulösen. Die Investoren prüften genau, ob sich der Kauf nachhaltig wertsteigernd auswirke.
Fusionen und Übernahmen am Neuen Markt* von August 1999 bis Januar 2001, in Mio Euro
*nur berichtete Volumina
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© 2001 Financial Times Deutschland , © Illustration: FTD/rk;Quelle: CONCORD Investment Banking, Human Touch
Neuer Mark: Entlassung beflügelt MWG Biotech (02.05.2001; 18:30 Uhr)
Die schwächere Performance des DAX kann den Wachstumswerte am Neuen Markt heute nicht den Wind aus den Segeln nehmen. Der Nemax All Shares kann stattdessen einen Zuwachs von 2,3 Prozent auf 1.969 Punkte vorweisen. Schlechte Ergebniszahlen präsentierte heute IDS Scheer. Der IT-Berater und Softwarehersteller hat im ersten Quartal 2001 ein operatives Ergebnis von 3,6 Mio. Euro erzielt. Im gleichen Vorjahreszeitraum konnten noch 4,9 Mio. Euro erwirtschaftet werden. Der Umsatz hingegen konnte um 38 Prozent auf 69,8 Mio. Euro gesteigert werden. Im Kurs der Aktie spiegeln sich die Zahlen nicht wider. Die Papiere legen sogar 2,9 Prozent auf 17,70 Euro zu.
Die Rechte an dem Kino-Kassenschlager „Was Frauen wollen“ bescheren CineMedia einen Gewinnsprung im ersten Quartal. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen konnte mehr als verdreifacht werden und beläuft sich auf 14,7 Mio. Euro. Dies wirkt sich auch auf den Kurs der Papiere aus, die um 4,6 Prozent auf 12,35 Euro zulegen.
Nach der Präsentation der eher schlechten Zahlen in der letzten Woche kann Broadvision eine positive Meldung vorweisen. Der Spezialist für E-Commerce-Software hat mit dem US-Einzelhandelskonzern Wal-Mart einen viel versprechenden Kunden gewinnen können. Die Aktie kann daraufhin 20,9 Prozent zulegen und wird bei 8,81 Euro gelistet.
Einen Anstieg von 38,8 Prozent auf 2,86 Euro kann MWG Biotech vorweisen. Das Unternehmen hat sich von seinem Finanzvorstand Markus Frieser getrennt. Die hohen Verluste im vergangenen Jahr haben dazu den Ausschlag gegeben.
NEMAX: Vorausschau Zahlen
Den für morgen anstehenden Veröffentlichungen der Quartalszahlen von Advanced Medien, Amatech und Pfeiffer Vacuum, darf man mit einiger Spannung entgegen sehen.
Advanced Medien, die nach ihren letzten Meldungen im vergangenen Jahr einen Konzernfehlbetrag von 71,8 Millionen DM bei einem rückläufigen Umsatz von 56,3 Millionen DM erzielt haben, notieren im Augenblick erstaunlicherweise mit +14,80% bei 1,24 Euro.
AmaTech AG, die nach eigenen Angaben im Jahr 2000 einen Jahresfehlbetrag von 8,8 Millionen Euro, (nach 3,2 Millionen Euro im Vorjahr) – bei einer Umsatzsteigerung um +88% auf 20,5 Millionen Euro erzielten, notieren derzeit mit 3,32 Euro ebenfalls im Plus.
Pfeiffer Vacuum, welche im Geschäftsjahr 2000 offenbar ein Rekordergebnis erwirtschaftet hat, notiert augenblicklich trotz dieser positiven Vorzeichen als einziger bei 48,85 Euro mit 1,32% im Minus. Das Ergebnis 2000 vor Steuern und Zinsen (Ebit) legte im Geschäftsjahr 2000 um 54,8 Prozent auf 35,5 Millionen Euro zu, während sich der Umsatz um 20,3 Prozent auf 184,7 Millionen Euro verbesserte. Auch morgen dürfte Pfeiffer Vacuum – möglicherweise als einziges unter den 3 erwähnten Unternehmen, mit positiven Zahlen aufwarten. –KMR-
[FON]
07.05.01 17:39 -jo
MARKTTECHNIK/Hornblower: Nemax-50 technisch weiter stark
Laut Hornblower Research zeigt sich der Neue Markt weiter von seiner technisch starken Seite. Im Nemax-50 habe sich eine umgekehrte Schulter-Kopf-Schulter-Formation gebildet. Somit sei aktuell eine Seitwärtsbewegung in der Handelsspanne von 1.830 bis 2.070 Punkten wahrscheinlich. Technisch wäre eine solche Verdauung des Kursanstiegs im April auch begrüßenswert. Aus dieser Formation heraus scheine der Nemax-50 derzeit nach unten bei 1.830 Punkten abgesichert zu sein. Gestärkt werde dieser Bereich auch durch den kurzfristigen Aufwärtstrend, der bei 1.820 Zählern voll intakt sei.
Neues Kurspotenzial ergebe sich, wenn der Widerstand bei 2.070 Punkten nachhaltig überschritten werde. Das nächste Ziel wäre dann die 2.910-Marke. Insgesamt sei das technische Bild am Neuen Markt weiter positiv. Allerdings sei kurzfristig eine Konsolidierung wahrscheinlich.
+++ Manuel Priego Thimmel
vwd/7.5.2001/mpt/ros
7. Mai 2001, 17:11
11.05.2001 23:00:00: Nemax: Voraussichtliche Gewinnmitnahmen
Klicken Sie hier, um zur aktuellen charttechnischen Übersicht vom Nasdaq 100 zu gelangen.Der Nasdaq 100 hat am heutigen Freitag den ersten Schritt des voraussichtlich folgenden Downmoves gemacht.Ein Support von zentraler Bedeutung wurde auf Schlußkursbasis unterschritten.Am Montag ist am Nemax mit ausgeprägten Gewinnmitnahmen und damit in den nächsten Tagen bereits mit einem Rückfall in den Abwärtstrendkanal zu rechnen.
© BörseGo
16.05.2001: SEB: NEMAX - Weitere Kursrückgänge wahrscheinlich! (Technische Analyse)
Am 8. Mai unternahm der Nemax All Share Index noch Tests, die 1.950er Marke nach oben zu durchbrechen. Aufgrund der Verschlechterung des charttechnischen Umfeldes befürchteten wir jedoch einen bevorstehenden Rückschlag hin zu den Unterstützungen bei 1.850 und 1.800 Punkten. Diese Befürchtung hat sich inzwischen bewahrheitet. Eine starke Abwärtsbewegung am 14. Mai brachte den Index auf die 1.800er Linie, gestern präsentierte er sich knapp oberhalb dieser Marke behauptet. Das technische Umfeld, ausgehend von den Indikatoren hat sich weiter verschlechtert. Die Trigger-Linie hat die MACD-Linie nach unten geschnitten, der Indikator nähert sich der Null-Achse. Das Momentum bewegt sich praktisch auf der Null-Achse, Tendenz nach unten. Sowohl das Aufwärtstrendpotential, als auch die Aufwärtsdynamik gehen damit gegen Null und könnten sich überdies bald in den negativen Bereich umkehren. Die Überkauft-/Überverkauftindikatoren lassen dem Nemax All Share dabei durchaus Luft nach unten. Keiner der Indikatoren befindet sich im überverkauften Bereich. Darüber hinaus wurde eine positive Konvergenz in den Stochastiks nach unten durchbrochen. Aufgrund dieses negativen technischen Umfeldes muß beim Nemax All Share mit weiteren Kursrückgängen gerechnet werden, was bedeutet, daß die Unterstützung bei 1.800 Punkten nicht mehr lange halten wird. Die nächsten Unterstützungen liegen dann bei 1.690 bzw. 1.590 Punkten. Auf Sicht der nächsten 5 Handelstage rechnen wir beim Nemax All Share mit weiter ermäßigten Kursen und den Test der 1.690er Unterstützung.
Quelle: SEB
17.05.2001 11:50:00: Geldvernichtung am Neuen Markt
Eine Studie der New Yorker Beratungsfirma Pegasus Research, die vom Wirtschaftsmagazin „Capital“ in Auftrag gegeben wurde, ergab, dass nahezu jedes zweite Unternehmen am Neuen Markt im vierten Quartal 2000 rote Zahlen geschrieben hat. Grundlage der Berechnung war das EBITDA. Jedoch wurden nur 300 Neuer-Markt-Unternehmen berücksichtigt, da ca. 40 Unternehmen ihre Daten entweder gar nicht oder nur unvollständig veröffentlicht hat.Die Fakten:140 Unternehmen veröffentlichten ein negatives Ergebnis.Bei 20 Unternehmen reicht das vorhandene Kapital ohne zusätzliche Kosteneinsparungen nur noch für die nächsten 12 Monate.Bei 10 Unternehmen reicht das Kapital nur noch für die nächsten sechs Monate. Besonders gefährdet sind Gedys, Kleindienst, Netlife, Pixelpark und WWL Internet.160 Unternehmen schreiben schwarze Zahlen. Am besten schnitten Medion, D.Logistics, SER, Senator und Kinowelt ab.Die größten Geldvernichter sind T-Online (2,9 Mrd. Euro), Comdirect (700 Mio. Euro), Micronas (288 Mio. Euro) und Broadvision (175 Mio. Euro).26 Unternehmen haben Kredite aufgenommen oder mussten andere Kapitalmaßnahmen ergreifen.Micrologica und Teamwork mussten Konkurs anmelden.
© BörseGo
Biotechs stützen den Nemax50
T-Online leidet bei geringen Umsätzen unter einer Herabstufung durch die Landesbank Baden-Württemberg.
Die Biotech-Werte sorgen am Neuen Markt dafür, dass der Index sich nicht deutlicher ins negative Terrain verabschiedet. Der Nemax50-Index und der Nemax-All-Share-Index pendeln am Nachmittag um ihren Vortagesschluss, nachdem am Vormittag noch deutliche Kursgewinne zu verzeichnen waren.
Der Grund für die nachgebende Tendenz sind keine negativen Nachrichten, sondern fehlende Anschlusskäufe. Am Brückentag zwischen Christi Himmelfahrt und Wochenende hält sich der Umsatz in engen Grenzen.
Der Nemax-Biotech-Index ist Gewinner des Tages, nachdem die US-Biotechs deutlich fester geschlossen haben. Morphosys steigt einen Handelstag vor den Quartalszahlen deutlich an; die November-Aktie gibt nach.
Schwächer notiert der Internet-Index, wofür vor allem T-Online verantwortlich ist. Die Analysten der Landesbank Baden-Württemberg stufen die Aktie nach den endgültigen Quartalszahlen auf „Reduzieren“ herab.
Insgesamt dominieren die „Zockeraktien“ wie Teldafax oder Kleindienst die Gewinn- und Verlustlisten. Bei Kleindienst kommt es zu spekulativ motivierten Käufen, die zu einem deutlichen Kursplus führen. Teldafax hingegen droht das endgültige Aus, nachdem das Landgericht Köln der Telekom quasi erlaubt hat, den Marburgern den Netzzugang zu sperren. Die Aktie fällt daraufhin deutlich.
Autor: Michael Barck, 14:14 25.05.01
MARKTTECHNIK/Delbrück sieht die Aussichten für den Nemax-50 positiv
Die technischen Analysten von Delbrück sehen die Aussichten für den Nemax-50-Index in der kommenden Woche positiv. Der Index habe nach dem prognostizierten Korrekturende seine Aufwärtsbewegung fortsetzen können. Das Candlestick-Muster signalisiere keinerlei charttechnische Schwäche. Auch das positive Kurs-Umsatzverhalten des Marktes stimme unverändert bullish und lasse einen baldigen Anstieg über das Hoch bei 1.981 Zählern erwarten. Zusätzlich zeige der Nasdaq-100 aktuell lediglich eine moderate Gegenbewegung auf den starken Kursanstieg seit dem 16. Mai. Ein erneuter Durchbruch des Widerstandes bei 2.020/2.023 bringe für den Nemax-50-Index in diesem Zusammenhang einen sofortigen weiteren deutlichen Kursanstieg mit sich. +++Angelika Breinich
vwd/25.5.2001/§ab/ros
29.05.2001: Neuer Markt Erholung setzt sich fort
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Der NEMAX-50 tendiert seit Anfang Mai seitwärts. Wichtig ist nun, dass es dem Index in dieser Zeit gelang, sich an seine langfristige Abwärtstrendlinie W4 heranzutasten. Seitdem konnte der NEMAX-50 jedoch keine neuen Hochpunkte im Verlauf der seit April vorliegenden Aufwärtsbewegung ausbilden. Viel Zeit bleibt dem Index nicht mehr, denn dann wird er erneut mit seiner Aufwärtstrendlinie konfrontiert. Ein Bruch hätte mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Index-Rückgang in Richtung 1.500 Punkten zu Folge. Doch so weit ist es noch nicht und das positive Szenario hat solange weiter Vorrang. Aufgrund der langfristigen Abwärtstrendlinie W1 ist ein plötzlich starker Rückgang bei misslungenem Ausbruchsversuch nicht auszuschließen. In dem Fall wäre ein Rückgang in Richtung der 38-Tage-Linie sehr wahrscheinlich.
Die Indikatoren signalisieren, ähnlich wie beim NASDAQ Index, eine Fortsetzung der Aufwärtsbewegung. Im Tageschart sind die Indikatoren in ihrer Aussage weiter freundlich mit jedoch leichten Schwächtendenzen. Aufgrund der positiven Wochenindikatoren und des intakten kurzfristigen Aufwärtstrends U1 sollte dies jedoch noch nicht überwertet werden. Wie bereits erwähnt, ist die Aussage im Wochenchart bei den Indikatoren für den NEMAX-50 weiter bullish. Aufgrund der noch recht kurzen Dauer dieser Kaufsignale ist durchaus mit einem Angriff auf die langfristige Abwärtstrendlinie und ein Überschreiten möglich.
Fazit
Der Markt bleibt unter langfristigen Gesichtspunkten weiterhin ein klarer Kauf. Unter kurzfristigen Gesichtspunkten sollte jedoch vorsichtig agiert werden, da die beschriebene Situation schnell kippen kann und zu einem kurzfristig deutlichen Rückgang führen könnte.
Einmal könnte es für den Nemax noch abwärts gehen, doch dann sieht es positiv aus. Bald kann es am Nemax einen klaren Aufwärtstrend geben, so eine Analyse der Elliottwaves.
Mittelfristiger Tageschart mit Wellenabzählung:
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Kurzfristiger 90-Minuten-Chart mit Wellenabzählung:
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Erwartungsgemäss hat der Nemax in der vergangenen Woche nicht weiter deutlich an Boden verloren. Der Index sollte sich unterhalb von 1.800 Punkten seitwärts bewegen und bei 1.710 ein markantes Tief ausbilden. Zwar wurde am Donnerstag das alte Zwischentief bei 1.740 kurzzeitig unterschritten, jedoch fehlt eigentlich noch ein richtiger letzter Abwärtsimpuls, damit die Sommerrallye beginnen kann.
Wellentechnisch hat sich am übergeordneten Chart-Szenario nichts verändert (somit nur eine kurze Zusammenfassung). Dabei wurde mit dem Jahrestief ein grosser, klarer Abwärtsimpuls entwickelt und beendet. Seither befindet sich der Index innerhalb eines neuen, mittelfristigen Haussetrends.
Mit dem Kurshoch von Ende April endete ein erster Aufwärtsfünfer, nämlich die Welle i. Die Seitwärtsbewegung seither ist klar als Korrekturwave ii einzuordnen. Auf Grund des klar korrektiven Charakters schafft diese Konsolidierung technisch das Potenzial für einen zweiten Haussemove. Dieser kann und wird bis zum Spätsommer dann ein Kursziel von rund 2.600 Punkten (Wave iii) ansteuern.
Kurzfristig: Auch hier hat sich am Wellenbild nichts verändert. Ausgehend vom Hoch bei 2.004 Punkten bildet sich ein dreiwelliges Korrekturmuster im Rahmen eines Flat. Da, wie im obigen Chart zu erkennen ist, sowohl der erste Downmove, als auch die nachfolgende Höherbewertung jeweils nur aus drei Subwaves bestehen, ist eigentlich eine fünfwellige Wave c zwingend.
Mit dem Rückgang seit dem 22. Mai wurden eindeutig impulsive Muster entwickelt. Es gibt somit keinen Zweifel an der Impulswave c von ii. Die Frage ist nur, wann das Kurstief ausgebildet wird. Das Wochentief bei 1.739 Punkten erfüllt im übrigen bereits die Minimalvoraussetzungen für einen vollständigen Impuls.
Wichtig! Sobald also die aktuelle Konsolidierung, die sich aktuell in der Endphase befindet, beendet wurde, startet ein neuer mittelfristiger Aufwärtstrend. Grundsätzlich ist das kurzfristige Abwärtspotenzial verhältnismässig gering, da ausgehend vom aktuellen Index-Stand nur geringfügiges Risiko bis 1.700 Punkte besteht. Also steht fest, dass der Nemax sich bereits in der Bodenbildungsphase befindet.
Sehr kurzfristig: Entgegen der letztwöchigen Erwartung der Wellenentwicklung gelang es in der vergangenen Woche noch nicht, die Wave v' von c auszubilden. Statt dessen gab es lediglich eine lustlose Seitwärtsbewegung zwischen 1.750-1.800. Solche Schiebezonen sind i.d.R. Hinweise für eine Mini-Korrekturwave. Folglich besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass es sich dabei nur um eine Mini-Wave vier handelt. Der kleine, impulsive Downmove bis 1.700 steht somit immer noch aus. Das Wochentief kann im Rahmen dieser sehr kurzfristigen Wellenabzählung ohne Probleme als Endpunkt der Wave iii' von c gelabelt werden.
Ausblick: Der Nemax sollte also zu Wochenbeginn zunächst leicht freundlich notieren und ein kleines Kurshoch bei knapp über 1.800 Punkten ausbilden. Dort startet dann die Wave v', so dass spätestens gegen Wochenschluss die gesamte Korrektur der letzten Wochen beendet werden kann.
Allerdings gilt es aus strategischer Sicht zu beachten, dass sich der Nemax eindeutig in einer Bodenbildungsphase befindet. Es kann somit nicht ausgeschlossen werden, dass der neue Aufwärtstrend bereits frühzeitig startet und beispielsweise das o.g. Kursziel nicht ganz erreicht. Insbesondere wegen des verhältnismässig geringen Kursrisikos ist dies im Rahmen einer strategischen, mittelfristigen Positionierung zu beachten.
Fazit: Die Bodenbildungsphase des Nemax wird wohl noch einige Tage andauern. Das Kursziel liegt unverändert bei 1.700 Punkten. Grundsätzlich ist das Marktrisiko relativ gering, wobei die nächste richtige Trendbewegung nach oben gerichtet sein wird. Mittelfristig blickt der Nemax klar nach oben.
Quelle: wallstreet online
Der Neue Markt startete, nachdem Oracle mit seinen nachbörslich veröffentlichten Zahlen Hoffnungen auf eine Besserung schürte, gut durch, kann jedoch seine Kursgewinne nicht gänzlich halten. Der NEMAX50-Kursindex liegt zur Mittagsstunde noch um 1,46% bzw. 21,33 Stellen höher bei 1.482,23 Zählern und der All Shares verbucht noch einen Aufschlag von 0,85% oder 13,26 Punkte auf 1.573,55 Zähler. Mit Verlusten zu kämpfen haben der Media- und Telecommunications-Branchenindex, während es beim Financials um 2,8% kräftig bergauf geht. Kinowelt-Aktien bilden das Schlusslicht zusammen mit Highlight und Senator. Erholt präsentieren sich BroadVision und EM.TV.
Bei den Biotechnologiewerten setzt sich die Talfahrt des einstigen Lieblings MorphoSys (663200) mit einem Abschlag von 8,11% auf 53 Euro fort. Auf Erholungstour finden sich Qiagen (901626) mit 3,27% auf 26,49 Euro. Die Mitstreiter im NEMAX50 vermögen sich nur wenig von ihrem gestrigen Kursniveau aus in positive Gefilde zu bewegen.
Die IT-Dienstleister machen Boden gut. Heyde (602670) holt sich 3,54% auf 2,34 Euro nach den gestrigen kräftigen Einbußen zurück.
Ganz allein vertritt nun seit Montag iXos (506150) das Segment Software im Blue-Chip-Index. Der Titel notiert um 2,95% höher bei 6,28 Euro.
20.06.2001 09:40:00: Nemax 50 fällt unter Abwärtstrendlinie
Der Nemax 50 hier im Tageschart.Der Index ist bereits wieder unter die allesentscheidende sekundäre Abwärtstrendlinie zurückgefallen und bewegt sich in unmittelbarer Nähe zu dem Support bei 1422 Punkten, an dem der Kursverfall kurzfristig leicht gestoppt werden könnte.Auch im Nemax 50 stehen die Zeichen auf Sturm.Impulsgeber ist der US amerikanische Nasdaq, für welchen wir mittelfristig bekanntermaßen extrem bearish sind.
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Nemax 50 unter 1 400
Neuer Markt: Nasdaq nährt Verluste
Die Rechnung scheint wieder einmal aufzugehen: Fallende Kurse an der US-Technologiebörse Nasdaq nähren Verluste am Frankfurter Neuen Markt.
dpa-afx/rtr FRANKFURT. Der alle Werte des Neuen Marktes umfassende Nemax All-Share-Index ist zum Handelsbeginn am Montag unter die psychologisch wichtige Marke von 1 500 Punkten gefallen. Damit nimmt der Index ungebremst Kurs auf die alten Tiefstände des laufenden Jahres. Der Index verlor 0,49 % auf einen Stand von 1 512,08 Zählern. Der Nemax 50 bei 1 407,68 Zählern, fiel aber binnen weniger Minuten unter die 1 400er Marke. Gut zehn Minuten nach Handelsauftakt verlor der Index 1,73 % auf 1 391,98 Punkte.
Das US-Pendant Nasdaq war am Freitag mit minus 1,16 % auf 2 034,84 Zähler aus der Sitzung gegangen.
Internolix brachen um 12,41 % auf 2,40 Euro ein. Der Anbieter von E-Business-Software werde die Prognosen im laufenden für einen Umsatz von 17,9 Mill. Euro und einen Verlust von 12,9 Mill. Euro verfehlen, hieß es in einer Pflichtmitteilung. Genaue Angaben wurden nicht gemacht. Im Jahr 2002 wolle Internolix jedoch profitabel sein.
PC-Ware Information Technologies hält ihre Bilanz-Pk ab. Bereits zuvor gab das Unternehmen einen Umsatz von 167,2 Mill. Euro für das Geschäftsjahr 2000/2001 bekannt. Den Aktionären solle eine Sonderausschüttung von 6 Cent ausgezahlt werden, wenn die Hauptversammlung diesem Vorhaben zustimmt, hieß es in einer Pflichtmitteilung. Das Papier notierte mit 3,31 % auf 9,35 Euro im Minus.
HANDELSBLATT, Montag, 25. Juni 2001
DW": Gerüchte über Neuer-Markt-Hedgefonds gehen um
Berlin (vwd) - Die seit 18 Monaten sinkenden Kurse am Neuen Markt haben Gerüchten zufolge Kapitalanlagegesellschaften dazu bewegt, über die Einführung von Hedgefonds auf das Wachstumssegment nachzudenken. "Die Fondsgesellschaften" wollten nun auf die nur wenig regulierten Anlagevehikel setzen, mit denen auch bei fallenden Aktienkursen Geld verdient werden kann, schreibt die Tageszeitung "Die Welt" (DW/Freitagausgabe). Gerade am Neuen Markt mit seinen hohen Volatilitäten versprächen Hedgefonds, die das richtige Timing besäßen, große Gewinne.
vwd/29.6.2001/maa
29. Juni 2001, 07:16
Neuer Markt- Meiden!
Eigentlich war es nichts Besonderes. Eine von vielen Gewinnwarnungen, die in letzter Zeit häufig über den Ticker liefen. Es war aber eine der Perlen und letzten Hoffnungsträger des einstigen Wachstumssegments Neuer Markt: Parsytec, ein Unternehmen, das Software zur Oberflächenkontrolle entwickelt, und nach Meinung der vermeintlichen Aktienexperten eine zweite Aixtron werden sollte.
Die Stornierung eines Großauftrages werde das Ergebnis des zweiten Geschäftsquartals erheblich belasten, hieß es von Seiten der Firmenleitung. Im Geschäftsjahr 2001 werde nur noch ein Umsatz zwischen 35 und 40 Millionen Euro erwartet - bisher waren die Unternehmenslenker von Erlösen zwischen 58 und 64 Millionen Euro ausgegangen. Und der prognostizierte Gewinn sei auch dahin, aller Voraussicht nach werde 2001 ein Jahresfehlbetrag von zirka sechs Millionen Euro anfallen.
Panische Börsianer
Die Börsianer reagierten auf diese Hiobsbotschaft panisch und warfen die Papiere auf den Markt. Die Market-Maker konnten den Kurs gar nicht so tief stellen, als dass ihnen nicht die Stücke in die Tasche gesteckt wurden. Die Aktie von Parsytec verlor nur an diesem Tag knapp 60 Prozent an Wert. Vor dieser Hiobsbotschaft notierten die Anteilscheine bei 27,20 Euro, aktuell steht das Papier bei 10 Euro.
Es war mal wieder eine herbe Enttäuschung für die noch übrig gebliebenen Neue-Markt-Investoren. Ein neuerlicher Tiefschlag für das ganze Börsensegment. Der aufgeklärte Börsianer macht sich wieder einmal darüber Gedanken, ob es überhaupt noch eine Zukunft für den Nemax gibt. Überall wird gewarnt und die Prognosen werden drastisch nach unten gesetzt. War das wirklich alles nicht vorhersehbar oder sind die Vorstände in der "New Economy" einfach unfähig?
Kaufmännische Vorsicht - Eine Fremdsprache?
Es muss einfach mal gesagt werden: Ja! Für die Unternehmenslenker der "New Economy" ist die kaufmännische Vorsicht so eine Art Fremdsprache, die sie nicht beherrschen - hoffentlich bilanzieren sie wenigstens danach. Die "Golden Boys" können einfach keine konservativen Ertragsschätzungen stellen. Sie versuchen sich eher mit astronomischen Prognosen zu übertreffen, die jenseits von Gut und Böse liegen. Wirtschafts- und Branchenprognosen von Experten werden einfach ignoriert. 99,9 Prozent der Unternehmen am Neuen Markt sind ja eh Marktführer - in was auch immer - und daher auch resistent gegen alle Krisen. Meine Herren, was Sie da betreiben ist nichts anderes als Wunschdenken und hat mit der Realität nichts zu tun!
Richtig skurril wird es, wenn die Manager der Neue-Markt-Gesellschaften zum Kauf ihrer Anteils trommeln. Wie Sauerbier preisen die Mobilcom-Schmids und Lejeune-Grinser die Anteile ihrer Unternehmen an. Die Gelegenheit wäre günstig, so billig seien die Aktien so schnell nicht wieder zu haben - und selbst die messianischen Firmenlenker würden ihre Bestände aufstocken. Na ja, ihre hellseherischen Fähigkeiten haben die Damen und Herren ja bereits bei ihren Ergebnisprognosen veranschaulicht.
Keine Mark mehr in den Neuen Markt!
Die Täuschungsmanöver, Beschönigungen und die Inkompetenz der Firmenführer lassen dem erfahrenen Investor nur eine Wahl: Keine müde Mark mehr in den Neuen Markt. Hoffen wir auf ein paar Entlassungen im Management, vielleicht wird es ja dann wieder besser.
Quelle: http://www.gatrixx-finanztreff.de/gatrixx/news.htm?id=10070431&sektion=Kommentare&u=0&p=0&k=0
Dienstag, 3. Juli 2001
Impulse fehlen
Nemax im Minus
Der Neue Markt ist am Morgen mit moderaten Verlusten in den Handel gegangen. Der Nemax All Share gab 0,5 Prozent auf 1490 Punkte nach, der Nemax50 fiel 0,9 Prozent auf 1422 Punkte. Im Mittelpunkt stand die Umsatzwarnung von Dialog Semiconductor.
Es fehle weiter an Impulsen, so ein Händler. Die Umsätze würden wohl weiterhin dünn bleiben und es gebe auch kaum durchschlagende Meldungen von den Unternehmen.
Im Mittelpunkt standen die Papiere von Comroad. Der Telematik-Anbieter hat eigenen Angaben zufolge eine Vereinbarung für ein Großprojekt in China zum Aufbau eines Netzwerkes für Telematik- und Content-Portale abgeschlossen. Die Aktie stieg 10 Prozent auf 10,95 Euro.
Ebenfalls zulegen konnte Eckert & Ziegler. Die Tochterfirma Isotope Products Laboratories ist von der amerikanischen General Electric Medical Systems zum Erstausrüster für nuklearmedizinische Strahlenquellen ausgewählt worden. Der Titel legte 5 Prozent auf 30,40 Euro zu.
Der Halbleiter-Hersteller Dialog Semiconductor erwartet auf Grund der Nachfrageschwäche auf dem Mobilfunkmarkt für das zweite Quartal einen Umsatzrückgang gegenüber dem Vorquartal von 20 Prozent. Das Unternehmen erwartet im zweiten Quartal einen operativen Verlust von 15 Millionen Euro, im ersten Quartal hatte das Unternehmen noch einen operativen Gewinn ausgewiesen. Die Aktie fiel 10 Prozent auf 4,03 Euro.
11 Jul 2001, 15:04
Börse will Billigaktien aus Neuen Markt werfen
Frankfurt/Main - Angesichts schwindenden Anlegervertrauens in den Neuen Markt will die Frankfurter Deutsche Börse AG jetzt Gegenmaßnahmen ergreifen: Die Billigaktien - sogenannte "Pennystocks" - mit einem Kurswert im Pfennigbereich sollen aus dem Neuen Markt geworfen werden. "Die Deutsche Börse will das Regelwerk des Neuen Marktes entsprechend erweitern", sagte ein Börsensprecher am Mittwoch in Frankfurt am Main. Zudem drohe auch den von Insolvenz bedrohten Unternehmen das Börsenaus. Die Betreibergesellschaft des Neuen Marktes reagiere damit auf die Kritik von Unternehmen, Aktionärsschützern, Fondsmanagern und Analysten.
Diese forderten schon seit längerem die Verbannung der "Pennystocks" vom Neuen Markt, um das erschütterte Vertrauen der Anleger in den Markt wiederherzustellen. In welcher Form der Ausschluss von Unternehmen aus dem Markt künftig möglich sein wird, will die Börse noch klären : "In einer endgültigen Absprache mit den Marktteilnehmern", wie es heißt. Auch müsse rechtlich noch geprüft werden, wann der Ausschluss möglich sei. Von den 343 Unternehmen am Neuen Markt kosteten zuletzt gut zwei Dutzend weniger als einen Euro. Über 150 Unternehmen liegen derzeit unter der Schwelle von fünf Euro.
Nasdaq als Vorbild für Neuen Markt
Vorbild für die Regelung am Neuen Markt könnte der "Große Bruder" die US-Technologiebörse Nasdaq sein. Dort werden Titel aus dem Handel genommen, die länger als 30 Tage unter einem US-Dollar notieren. Ein Nasdaq-Wert steht in den USA unter ständiger Beobachtung. Tag für Tag durchforstet der US-Börsencomputer die Kurse der rund 5.000 Titel und sucht nach Aktien, die unter einem Dollar notieren. Wird der Rechner fündig, bekommt das Management des betroffenen Unternehmens einen Blauen Brief mit der Aufforderung gegenzusteuern. Von nun beginnt ein Wettlauf gegen die Uhr: Denn nur 90 Tage haben die Unternehmen Zeit, um ihren Verbleib auf dem Kurszettel zu sichern.
Nur wenn das Unternehmen es schafft, an zehn aufeinander folgenden Handelstagen über das vorgegebene Limit zu kommen, ist es aus dem Schneider. Gelingt dies nicht, wird das Unternehmen über den unmittelbar bevorstehenden Rauswurf informiert. Das Management hat dann sieben Tage Zeit, um eine Anhörung zu seinem Fall zu beantragen und das so genannte Delisting zu verhindern. Die Kommission kann in seltenen Ausnahmefällen eine befristete Weiternotierung erlauben. Diese wird aber nur unter strengen Auflagen erlaubt. Im vergangenen Jahr flogen insgesamt 240 Unternehmen aus dem US-High-Tech-Markt.
Auch an der Nasdaq immer mehr "Delistings"
Auch die Nasdaq schließt immer mehr Unternehmen vom Handel aus. In diesem Jahr dürfte diese Zahl der Delistings nach Expertenmeinung deutlich überschritten werden: Allein bis Mai mussten bereits 205 Unternehmen die Nasdaq verlassen. Nicht alle Delistings erfolgten allerdings auf Grund des Unterschreitens der Ein-Dollar-Marke. Auch Verstöße gegen die Vorgabe, Bilanzen rechtzeitig vorzulegen, sowie Insolvenzen führen zur Herausnahme aus dem Handel.
Die Deutsche Börse war in den vergangenen Wochen durch immer neue Tiefstände am Neuen Markt unter Druck geraten, ihr Regelwerk zu verschärfen. Nach Angaben der "Financial Times Deutschland" häuften sich bei der Betreibergesellschaft die Beschwerden von Unternehmen, die durch die Pennystocks ihre eigene Position im Handel gefährdet sehen. Wie die Münchner Zeitschrift "Focus Money" in ihrer aktuellen Ausgabe berichtet, denken acht im Nemax-50-Index notierte Unternehmen über einen Rückzug aus diesem Segment nach. Nach einer Umfrage des Wirtschaftsmagazin wollen sich Singulus, ACG, Biodata, CE Consumer, D. Logistics, Highlight, MobilCom und Telegate möglicherweise in Börsensegmente wie MDAX, SDAX oder Nasdaq wechseln. Man wolle nicht länger "mit den schwarzen Schafen am Neuen Markt in Sippenhaft genommen werden", berichtet "Focus Money".
Mal eine kleine Theorie von mir zu den 1000 Punkten des Nemax:
Ein Großteil der Marktteilnehmer will den Nemax unter 1000 Punkten sehen(mein subjektiver Eindruck aufgrund der Äußerungen in Boards und von Institutionellen). Vorher wollen sie laut eigener Aussage nicht in den Markt einsteigen. Dies hört sich zunächst einmal so an, als könne der Nemax vorher nicht wieder richtig in Schwung kommen, seinen Abwärtstrend verlassen bzw. eine Bodenbildung vollziehen (sucht euch was aus). Auch die Abhängigkeit zur Nasdaq kennt in den letzten Monaten nur noch eine einseitige Abhängigkeit ins negative Terrain.
Demgegenüber steht der oftmals zu beobachtende Vorgang, dass die Börse niemals das nachvollzieht, was der Großteil der Anleger erwartet. Dies würde nun gegen ein Unterschreiten der 1000 Punkte sprechen. Auf Grundlage der contrary opinion gehe ich von letzterem Szenario aus, auch wenn die Stimmungsindikatoren noch nicht eindeutig für eine Trendwende sprechen. Somit ist meine Einschätzung nur äußerst schwach begründet, sofern man bei der Börse überhaupt davon sprechen kann. Wenn die Nasdaq richtig abschmiert hilft allerdings auch jegliche Theorie nichts mehr. Warten wir die nächsten Wochen oder auch Monate ab.
Gruß, Kollege.
03.08.2001
NEMAX mit Hoffnung
Deutsche Bank
Der potentielle und in den Vortagen mehrfach erwähnte Widerstand um 1.295 wurde im gestrigen Tagesverlauf zwar nach oben hin durchstochen, per Schlusskurs jedoch bestätigt, so die Analysten der Deutschen Bank.
Daraus ergebe sich zunächst als Konsequenz, dass der Bereich um 1.295 im Sinne der Definition zwar etwas an analytischer Bedeutung verloren, sich die Widerstandsebene (ausgedehnt bis 1.326) dagegen in ihrer Bedeutung deutlich stabilisiert habe.
In den letzten Handelstagen habe man mehrfach auf die potentielle Ausbildung einer Morgenstern Formation auf Wochenbasis hingewiesen, welche zumindest als strategisches Indiz für eine mittelfristige Stabilisierung des Kursverlaufes innerhalb des übergeordneten Abwärtstrends angesehen werden könne. Noch sei diese Formation nicht ausgebildet, da noch der heutige Schlusskurs fehle.
Wichtig sei jedoch, dass der Kurs per heute Abend nicht wesentlich tiefer liegen sollte, als es derzeit der Fall sei. In jenem Falle wäre die latent positive Indikation gefährdet.
03.08.2001
N E U E R M A R K T
Harter Gegenwind
Die Verschärfung der Nemax-Regeln ist nach Ansicht namhafter Juristen so nicht haltbar.
Düsseldorf - Neuer Ärger für die Deutsche Börse: Offenbar ist die kürzlich beschlossene Verschärfung der Regeln am Neuen Markt in dieser Form juristisch kaum durchzusetzen. Wie das "Handelsblatt" berichtet, gehen die Juristen Theodor Baums, Klaus Hopt und Uwe Schneider davon aus, dass die Börse die Regeln nicht einseitig ändern kann. Viele Nemax-Gesellschaft sehen dies offenbar ähnlich. Eine AG hat bereits eine einstweilige Verfügung gegen die Deutsche Börse beantragt.
Die neuen Regeln
Nach langem Ringen hat die Deutsche Börse nun ihr neues Regelwerk beschlossen. ...mehr
Mehr Schutz
Ein neuer Kodex soll Vorstände künftig zu mehr Transparenz zwingen und die Rechte der Anleger besser schützen als bislang. ...mehr
Kommentar:
Neuer Markt - von Ferraris und Tretrollern ...mehr
Neuer Markt:
Die Liste der Pleiten und Skandale ...mehr
Bilanzen:
Trickser und Kennzahlen ...mehr
Neuer Markt:
Das Vertrauen ist futsch. ...mehr
Die Deutsche Börse hatte nach den zahlreichen Skandalen am Neuen Markt kürzlich die Möglichkeiten für den Ausschluss von Firmen erweitert. Der Plan: Künftig sollen Unternehmen vom Neuen Markt ausgeschlossen werden, wenn ihr Aktienkurs unter ein Euro und der Börsenwert der Firma unter 20 Millionen Euro sinkt.
Auch ein Insolvenzverfahren soll zum Delisting führen. Mehrere Firmen hatten bereits angekündigt, gegegen die Regeländerung juristisch vorzugehen.
Die Rechtsexperten sind der Meinung, dass die Verträge zwischen der Börse und den Unternehmen am Neuen Markt nur mit deren Zustimmung geändert werden dürfen. Möglich sei höchstens eine Kündigung des Vertrages, sagte demnach der Direktor des Instituts für deutsches und internationales Bankenrecht an der Universität Mainz, Schneider.
Dazu müsse geprüft werden, ob ein ordnungsgemäßer Handel nicht mehr möglich oder ein Ausschluss zum "Schutz des Publikums" notwendig sei, wie es in den Zulassungsbedingungen des Neuen Marktes heißt.
Der Frankfurter Rechtsprofessor Baums betonte den Angaben zufolge, die Regeln könnten von der Börse nur verschärft werden, wenn die Verträge eine Änderungsklausel enthielten. Auch Klaus Hopt vom Hamburger Max-Planck-Institut für deutsches und internationales Privatrecht geht davon aus, dass die Börse ihr Regelwerk nicht einseitig ergänzen darf.
Theodor Baums gilt als ausgewiesener Kenner der Materie. Er ist Vorsitzender der Regierungskommission zur Reform des Aktienrechts, die derzeit Vorschläge für die immer wieder geforderte Verbesserung des Anlegerschutzes ausarbeitet. Der neue Kodex soll unter anderem Börsen-Unternehmen künftig zu mehr Transparenz zwingen und Vorstände für falsche Darstellungen stärker in die Haftung zu nehmen.
Wer die Links im Text nutzen möchte...
Hier gehts weiter:
http://www.manager-magazin.de/geld/artikel/0,2828,148361,00.html
ftd.de, Mo, 6.8.2001, 12:46
Kleinaktionäre erwarten weitere Pleiten
Die Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre (SdK) rechnet nicht mit einer baldigen Erholung am Neuen Markt. Die Kleinaktionäre zeigten sich mit den verschärften Regeln der Deutschen Börse unzufrieden.
Die jüngste Entwicklung mit zahlreichen Pleiten und dramatischen Kursverlusten sei eine Marktbereinigung, die "noch mehrere Jahre" andauern könne, sagte der stellvertretende Vorsitzende der SdK, Markus Straub, am Montag in Frankfurt am Main. Konkurse, Übernahmen und die Streichung vom Kurszettel werden die Zahl der Unternehmen drastisch verringern. Davon könnten auch erfolgreich wachsende Firmen betroffen sein.
Da der Neue Markt auch für Kapitalerhöhungen praktisch tot sei und bei den meisten dieser Firmen eine Fremdfinanzierung über die Banken scheitern werde, "drohen noch etliche böse Überraschungen auch bei 'gesunden' Firmen". Privatanleger warteten nur auf eine erste Kurserholung, um erlittene Verluste durch schnelle Aktienverkäufe zu begrenzen. Professionelle Investoren könnten wegen der niedrigen Umsätze und schlechten Aktien-Bewertungen ohnehin kaum mehr in den Neuen Markt investieren.
"Der Neue Markt lebt"
Der Neue Markt sei trotz der derzeitigen Probleme jedoch nicht tot, sagte Straub weiter. Der Aktionärsschützer forderte die Deutsche Börse auf, verstärkt gegen den Vertrauensverlust in ihrem Wachstumssegment anzukämpfen. Die "dringend notwendigen Maßnahmen" seien bisher weitgehend ausgeblieben. Statt einer tief greifenden Reform des Marktes mit "strengen Zulassungs- und Listingkriterien" versuche das Unternehmen, die Probleme durch "den Rauswurf der Penny Stocks zu kaschieren."
Die Aktionärsschützer kritisierten, dass die Skandale am Neuen Markt bei vielen Marktteilnehmern den Eindruck "einer Schwindel- und Abzockbörse" hätten entstehen lassen. Qualitätsfirmen dächten derzeit darüber nach, das Marktsegment zu verlassen. Qualitativ hochwertige Kandidaten für einen Börsengang warteten ab und überlegten Alternativen zum Neuen Markt.
SdK fordert 'investigativen Analysten'
Nach Ansicht der SdK werden sich die Anforderungen und notwendigen Qualifikationen eines erfolgreichen Neue-Markt-Analysten ändern. "Statt der mathematischen Fähigkeit, Bewertungen schön zu rechnen, wird der 'investigative Analyst' gefragt sein." Der Schwerpunkt der Analystentätigkeit dürfe nicht mehr im Hochrechnen von Prognosen der vom Unternehmen vorgegeben Zahlen liegen, sondern müsse vielmehr im Einschätzen der Produkt- und vor allem Managementqualität liegen.
Am Neuen Markt notieren der SdK zufolge derzeit von 342 Unternehmen weniger als 20 Prozent über ihrem Emissionskurs. Zudem wiesen 46 Unternehmen eine Gesamtkapitalisierung von unter 10 Mio. Euro auf. Die Gesamtbewertung aller Firmen am Neuen Markt habe am vergangenen Freitag bei 57 Mrd. Euro gelegen, während der im Dax notierte Wert Allianz im Vergleich dazu 85 Mrd. Euro aufweise.
© 2001 Financial Times Deutschland
Ausblick: Die Woche am Neuen Markt
Händler rechnen in der kommenden Woche mit dreistelligen Kursen am Neuen Markt. Der Nemax 50 dürfte unter die magische Marke von 1.000 Punkten fallen. Alles deute gegenwärtig in Richtung Süden, eine Entlastung sei nicht in Sicht, sagte ein Händler. Die Unternehmensdaten, die aktuell vorgelegt würden, seien in der Gesamtheit eher negativ ausgefallen. Dieser Trend dürfte sich auch in der nächsten Woche fortsetzen, heißt es
Andererseits sei auch von der Nasdaq keine Schützenhilfe zu erwarten. Das US-Wachstumssegment befände sich voll im Abwärtstrend. Auch dort sei die Stimmung katastrophal. Am Neuen Markt sei es praktisch unmöglich geworden, sich zu positionieren. Fundamentaldaten würden ignoriert, Kursbewegungen seien häufig völlig zufallsgetrieben. Auch die Charttechnik versage in diesem Niemandsland. Für Anleger sei es zu früh zu kaufen, aber bereits zu spät um noch zu verkaufen, sagen Händler.
Alle Aufmerksamkeit dürfte sich in der kommenden Woche auf Werte konzentrieren, die mit aktuellen Zahlen aufwarten. Wie immer diese auch ausfallen mögen, die Reaktion der Börse sollte nur kurzfristig sein. Am Montag machen unter anderem ACG und Internationalmedia den Auftakt. Beide Unternehmen legen die Ergebnisse für das zweite Quartal vor. Am Dienstag folgen D. Logistics und Evotec. Am Mittwoch legen November und Microlog ihre Zahlen vor, am Donnerstag Thiel Logistik und Teleplan. Den Zahlenreigen in der kommenden Woche beenden LPKF Laser und Medion am Freitag.
21.08.2001 09:00:00: Neuer Markt - "Auf zu neuen Lows"
Die nächsten Tage sollte man sich mit Einschätzungen etwas zurückhalten. Die kurzfristige Kursentwicklung vom Nemax wird wie gewohnt entscheidend von der Entwicklung der US Technologie Indizes geprägt sein. Heute findet in den USA wieder das FOMC Meeting, - das Treffen des sogenannten Offenmarktausschußes -, statt. Der Markt wartet gespannt auf die Zinsentscheidung, die dort getroffen werden wird. Wir gehen eher von einer sich anschließenden Abwärtsbewegung in den Indizes aus. Anbei der kurzfristige Tageschart vom Nemax-All-Share. Neues Jahrestief, intakter Abwärtstrend, keine Anzeichen für eine Bodenbildung.
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Ich lehne mich wiederholt aus dem Fenster, und sage: Wir sehen keine Kurse unter 1000, auch wenn alles noch so unberechenbar scheint. Meine Meinung habe ich einige Beiträge weiter oben begründet. Selber darauf wetten würde ich allerdings nicht.
ftd.de, Mi, 22.8.2001, 9:49, aktualisiert: Mi, 22.8.2001, 11:57, nächste Aktualisierung: Mi, 22.8.2001, 15:00
Nemax am Mittag: Großauftrag beflügelt Comroad-Aktie
Von Annette Entreß, Hamburg
Der Neue Markt hat sich von seinen Verlusten erholt. Der Ifo-Geschäftsklimaindex riss die Wachstumswerte aus ihrer Lethargie.
Der Nemax 50 stand gegen Mittag nur noch 0,03 Prozent im Minus und tendierte bei 1072 Punkten. Am Morgen hatte das Barometer für die wichtigsten Werte am Neuen Markt mehr als zwei Prozent abgeben müssen, nachdem die Kurse an den New Yorker Börsen am Vorabend nachgegeben hatten. Der breiter gefasste Nemax All Share tendierte bei 1099 Zählern und damit auf dem Niveau des Vortages. Der Ifo-Geschäftsklimaindex für Juli, der besser ausgefallen war als erwartet, brachte den Frankfurter Akienhandel in Schwung.
Krise am Neuen Markt: Sturz ins Bodenlose
Frankfurt. Nach monatelanger Talfahrt ist der krisengeschüttelte Neue Markt am Montag auf neue Tiefwerte abgestürzt.
Der Auswahlindex Nemax 50 sackte zeitweise auf ein Allzeittief. Der Leitindex Dax rutschte im Tagesverlauf auf ein Zweijahrestief.
In die Negavtiv-Meldungen platzte das teilweise Schuldeingeständnis des Vorstandssprechers der Deutschen Bank, Rolf Breuer. Er räumte eine Mitschuld der Banken am Kursdesaster ein. Die Institute müssten sich stärker ihrer "Pflicht einer sorgfältigen Kontrolle" bei der Auswahl von Börsen-Kandidaten bewusst werden, forderte Breuer.
Der Chef der größten deutschen Bank betonte allerdings, dass alle Börsen-Akteure am Absturz des Neuen Marktes beteiligt gewesen seien. So habe die Deutsche Börse AG als Hausherr in den Anfangsjahren des 1997 ins Leben gerufenen Marktsegments mit einem unzureichenden Regelwerk operiert. Analysten hätten mit zu optimistischen Urteilen die "Stimmung" hochgeschraubt, Anleger in ihrer "Zeichnungseuphorie" nicht richtig hingeschaut. "Unseriöse Marktteilnehmer" hätten das Image zusätzlich beschädigt.
Breuer zeigte sich dennoch optimistisch, dass die Krise bald überwunden sein könnte. Der Finanzplatz Deutschland brauche einen funktionierenden Markt für Risikokapital.
Die Bundesregierung versprach unterdessen gesetzliche Maßnahmen zur Verbesserung des Anlegerschutzes in Deutschland. Die Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundeswirtschaftsministerium, Margareta Wolf (Grüne), kündigte an, schon im Oktober könne das 4. Finanzmarktförderungsgesetz verabschiedet werden und 2002 in Kraft treten. Dieses schaffe eine Voraussetzung, das Vertrauen der Anleger in die Börsenlandschaft zu stärken.
Der Erlanger Wirtschaftsprofessor Wolfgang Gehrke warnte angesichts der aktuellen Talfahrt vor zu großem Pessimismus. "Der Neue Markt ist wichtig. Es muss alles getan werden, um ihn zu retten", sagte er. Er warnte aber zugleich davor, Anleger auf Grund vermeintlich sehr niedriger Kurse gleich wieder "hineinzulocken". Vielmehr müsse auf die Risiken der Börse generell aufmerksam gemacht werden. Dies zeige auch das Desaster der Telekom-Aktie, die als scheinbar sichere Volksaktie verkauft worden war.
Gehrke erwartet, dass künftig pro Jahr gut fünf Prozent der zur Zeit 340 Unternehmen wegen Pleite oder aus anderen Gründen vom Neuen Markt verschwinden. (dpa)
Fondsmanager: Massive Rückgaben von Neuer-Markt-Fondsanteilen
Berlin (vwd) - Auf Grund rückläufiger Unternehmensgewinne und der globalen Börsenschwäche sehen Marktexperten eine Art Kapitalflucht am Neuen Markt. "Wir beobachten massive Rückgaben von Anteilsscheinen besonders bei den auf den Neuen Markt spezialisierten Fonds", erklärte der Leiter des Deutschen Aktiengeschäfts einer US-Bank. Viele Anleger machten derzeit Fondsanteile zu Geld, was Fondsmanager zwinge, Positionen aus dem Segment aufzulösen, berichtet die Zeitung "Die Welt" (DW) in ihrer Dienstagausgabe weiter. Fondsmanager würden dabei recht wahllos verkaufen und sich nicht nach der Qualität der Unternehmen richten, da sie schlicht Barmittel bräuchten.
vwd/12/4.9.2001/sap/hab
4. September 2001, 07:03
Mit dem Nemax 50 habe ich leider verloren, aber der AllShare kann mich noch retten.
Der fällt noch diese Woche.
Mein Kumpel Egbert hats vor einer Ewigkeit schon gesagt.
Aber den kannst Du ja nicht leiden http://www.stockboard.de/ubb/wink.gif
Stimmt, den kann ich nicht leiden. Gutes Gedächtnis Auge.
Trotzdem mußt Du neidlos anerkennen, daß er recht hatte...
GoingPublic-Kolumne: Die tapferen Zwölf - Erschreckende Neuer Markt-Statistik
WOLFRATSHAUSEN (GoingPublic.de) - Die Börsenschwäche der vergangenen 18 Monate hat fast alle Unternehmen des Neuen Marktes mit in den Abwärtssog gerissen. Lediglich 12 Unternehmen haben von ihrem Höchstkurs weniger als 50 % verloren.
Doch sieben der zwölf Werte notieren weniger als ein halbes Jahr am Neuen Markt und sind erst in der Zeit während der Marktschwäche an die Börse gegangen. Dabei handelt es sich um init , W.O.M. World of Medicine , Nordex , Müller - lila Logistik , Pulsion , farmatic und Rofin Sinar . Lediglich ein wirklicher Neuer Markt-Veteran konnte sich einen Platz unter den Top 12 sichern: Die österreichische Pankl Racing Sytems AG .
Längst vorbei sind auch die Zeiten, als zahlreiche Neuer Markt-Unternehmen bezogen auf ihren Emissionspreis über 1.000 % im Plus lagen. An der 1.000%-Hürde scheitern zur Zeit alle Unternehmen des deutschen Wachstumssegmentes. Inzwischen sind sogar nur noch neun Aktien mit über 100 % im Plus: Aixtron , MobilCom , EM.TV , Teleplan , Medion , Qiagen , Singulus , BB Biotech und Plambeck . Spitzenreiter Aixtron (IPO 1997) bringt es immerhin auf ein Plus von rund 750 %.
Anleger, die das Wochenende noch genießen möchten, sollten jetzt nicht weiter lesen. Von den 340 am Neuen Markt notierten Werten haben knapp 100 (!) über 90 % gegenüber dem Emissionspreis verloren. Anleger, die in einen dieser Werte "investiert" haben, dürften es schwer haben, die eingefahrenen Verluste wieder wettzumachen. Denn wer 90 % verloren hat, muss anschließend ein Plus von 900 % machen, um wieder auf sein ursprüngliches Startkapital zu kommen. Wie realistisch dies ist, wurde bereits aufgezeigt - der Neue Markt hat zur Zeit keinen einzigen 900 %er.
Umfangreiche statistische Auswertungsmöglichkeiten finden Sie auch auf der Webseite www.goingpublic.de (http://www.goingpublic.de) in den Rubriken Aktien- bzw. IPO-Analysetool.
Die GoingPublic Kolumne ist ein Service des GoingPublic Magazins, Deutschlands führendem Börsenmagazin zu Neuemissionen und Neuer Markt. Bezogen werden kann das Magazin unter www.goingpublic.de. (http://www.goingpublic.de.) GoingPublic ist allein für die Inhalte der Kolumne verantwortlich. Informationen zu einzelnen Unternehmen stellen keine Aufforderung zum Kauf bzw. Verkauf von Aktien dar. Die Kolumne erscheint in Zusammenarbeit mit dpa-AFX.
28.09. - 11:58 Uhr
HINTERGRUND: Kehraus am Neuen Markt - Börse startet umstrittene Rauswurf-Aktion
FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Deutsche Börse macht ernst: Am krisengeschüttelten Neuen Markt in Frankfurt wird aufgeräumt. Für einige der verglühten Börsenstars, an denen sich Anleger kräftig die Finger verbrannten, tickt vom Montag an die Uhr. Unternehmen mit Billigaktien unter einem Euro (Penny Stocks) sowie Pleite-Firmen droht in den kommenden Monaten der Rauswurf. "Die neuen Regeln treten am 1. Oktober in Kraft", sagt Börsensprecher Walter Allwicher. Wackelkandidaten stehen künftig unter Beobachtung. Die ersten wehren sich.
Sechs Firmen, zuletzt die Stuttgarter Heiler Software AG , zogen in Frankfurt vor Gericht. Einigen wie der Berliner Foris AG räumten die Richter eine verlängerte Karenzzeit ein. Für sie gelten die neuen Regeln, die vom Gericht nicht gekippt wurden, erst in sechs Monaten. "Wer eine längere Frist will, muss klagen. Das kann es eigentlich nicht sein", moniert Markus Straub von der Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre "die starre Haltung der Börse". Grundsätzlich hält er die Rauswurf-Regeln aber für notwendig. "Aktionärsschützer haben sie seit langem gefordert."
VERBANNUNG ZUR IMAGE-VERBESSERUNG DES NEUEN MARKTES
Mit der Verbannung angeschlagener Gesellschaften vom Kurszettel soll das ramponierte Image des Neuen Marktes aufpoliert und verloren gegangenes Anleger-Vertrauen zurück erobert werden. Derzeit dominieren die Schlagworte "Milliardengrab" oder "ocker- und Skandalbörse".
Viereinhalb Jahre nach dem umjubelten Start will die Börse das angekratzte Profil des Neuen Marktes als Wachstumssegment schärfen. "Unternehmen mit geringem Börsenwert und insolvente Unternehmen sind keine Wachstumswerte", begründete Börsenvorstand Volker Potthoff den Kehraus.
Dünn wird die Luft für jene, deren Aktienkurs an 30 aufeinander folgenden Tagen unter einem Euro liegt. Gleichzeitig darf die Marktkapitalisierung (Kurs multipliziert mit der Zahl der Aktien) nicht unter 20 Millionen Euro (39 Mio DM) fallen. Treten beide Kriterien auf, folgt eine Bewährungsfrist von 90 Tagen. In dieser Zeit müssen die Unternehmen an mindestens 15 Tagen in Folge die wieder Grenzwerte überschreiten.
Gelingt das nicht, folgt der Rauswurf aus diesem Börsensegment, der einen Monat später wirksam wird. Neu ist auch, dass Insolvenzanträge wegen Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung gemeldet werden müssen. Auch diese Firmen, derzeit etwa ein Dutzend, verschwinden nach einem Monat von der Liste.
ZAHL DER NEUER-MARKT-UNTERNEHMEN KÖNNTE DEUTLICH ZUSAMMENSCHMELZEN
Die Zahl der derzeit 340 Neue-Markt-Firmen, deren Wert nach dem Kursdebakel von stolzen 250 Milliarden Euro im Mai 2000 auf etwa 35 Milliarden Euro zusammengeschmolzen ist, könnte sich in absehbarer Zeit deutlich verringern. Vor allem, wenn die Ebbe bei Börsengängen anhält. Nur 11 Firmen wagten in diesem Jahr die Neuzulassung am Neuen Markt nach mehr als 130 im Jahr 2000.
Zwischen 30 und 50 Unternehmen, schätzen Fachleute, droht aktuell der unfreiwillige Abgang. Und es kommen immer neue hinzu. Jüngster Kandidat ist die Hamburger Multimedia-Agentur Popnet AG , die wegen Zahlungsunfähigkeit beim Insolvenz-Richter vorstellig wurde.
Aktionärsschützer Straub hat rund 50 Werte ausgemacht, deren Kurs unter einem Euro verharrt, 112 notierten unter zwei Euro und seien damit ebenfalls gefährdet. 60 der einstigen Hoffnungsträger sind an der Börse weniger als 10 Millionen Euro wert. "Die Situation ist schon erschreckend." Anlegern rät er, ihre Engagements zu überprüfen. "Bei vielen Firmen ist das Ende ohnehin absehbar." Möglicherweise aber nicht ihr Börsen-Dasein. Die am Neuen Markt Geschassten können am Geregelten Markt oder im Freiverkehr weiter gehandelt werden./DP/aka/
---- Von Simone Rothe, dpa ----
28.09. - 13:21 Uhr
mb Software, Infomatec und mediantis verlassen Neuen Markt
Frankfurt (vwd) - Die Deutsche Börse AG hat der mb Software AG, Hameln, und der Infomatec Integrated Systems AG, München, die Zulassung zum Neuen Markt mit Ablauf des 10. November entzogen. Als Grund nannte die Börse in beiden Fällen die Eröffnung des Insolvenzverfahrens sowie Verstöße gegen das Regelwerk des Neuen Markts. mediantis AG, München, hat nach Angaben der Börse beantragt, die Zulassung zum Neuen Markt mit Ablauf des 31. Oktober zu beenden. Ein Antrag auf Notierungsaufnahme am Geregelten Markt ist schon gestellt. +++ Claus-Detlef Großmann
vwd/10.10.2001/cg/sei
10. Oktober 2001, 18:47
WDH/ÜBERBLICK/Analysen Neuer Markt von Dienstag, 16. Oktober
DAB BHF: Neukundenzahlen höher als erwartet =
Nach Veröffentlichung der Vorabzahlen zum dritten Quartal stuft die BHF-Bank die DAB Bank weiter mit "Neutral" ein. Die Zahl neuer Kunden sei beträchtlich höher als erwartet ausgefallen. Die Zahl der verwalteten Anlagen, das Transaktionsvolumen sowie die Handelsabschlüsse je Kunde seien im geplanten Rahmen, sagt der zuständige Analyst Thomas Rothäusler. Er nennt einen fairen Preis von 16 EUR auf Sicht von sechs Monaten.
CONSTANTIN MSDW nimmt Gewinnschätzungen zurück =
Morgan Stanley Dean Witter hat die Gewinnschätzungen für Constantin zurückgenommen. 2001 rechnen die Analysten nunmehr mit einem Gewinn pro Aktie von 0,10 EUR (vorher: 0,38 EUR). 2002 soll sich dieser auf 0,21 EUR (vorher: 0,47 EUR) belaufen. Zugleich wurde das Kursziel auf 7,90 EUR von 15,45 EUR gesenkt. Die Aktie wird mit "Neutral" eingestuft.
MEDIGENE IR: Weiter "Marktneutral" =
Independent Research (IR) stuft Medigene weiter mit "Marktneutral" ein. Das Unternehmen halte für Polyphenon weiterhin einen Jahresumsatz von 50 Mio EUR für realistisch. Angesichts der ermutigenden Daten erscheine dieses Ziel erreichbar. Dennoch sei die Markteinführung noch nicht gesichert, die Positionierung als vollintegrierter Anbieter mit eigenem Vertrieb dürfte das Unternehmen noch erhebliche Ressourcen kosten. Die Analysten halten den von Medigene eingeschlagenen Weg zum gegenwärtigen Zeitpunkt für erfolgsversprechend, aber auch risikoreich.
SES: Mit Potenzial bis 32 EUR =
Ein Kurspotenzial bis 32 EUR sehen die Analysten von SES Research für Medigene. Der Wert bleibt auf "Outperformer". Die am Montag nach Börsenschluss veröffentlichten positiven Ergebnisse aus der klinischen Phase 3 für Polyphenon E signalisierten, dass der Zeitplan eingehalten werde. Die Analysten gehen davon aus, dass mit Umsatzerlösen aus der Vermarktung des Medikaments ab 2003 zu rechnen ist.
TELEPLAN SES: Mit Schritt in den Consumer-Markt =
Auf einen einstelligen Mio-EUR-Betrag schätzen die Analysten von SES Research das Umsatzvolumen, das sich für Teleplan aus dem Outsourcing-Vertrag mit Premiere World ergibt. Die finanzielle Bedeutung des Geschäfts sei also relativ gering. Entscheidend sei jedoch, dass sich Teleplan mit der Reparatur von Set-Top-Boxen in einem weiteren Segment des Consumer-Electronic-Markts etabliere, in dem die Gesellschaft bislang kaum vertreten gewesen sei. Das Anlageurteil lautet unverändert auf "Marketperformer".
TELESENS KSCL MSDW: Entscheidende Woche =
ach Einschätzung von Morgan Stanley Dean Witter (MSDW) beginnt für TelesensKSCL eine entscheidende Woche. Die Planungsziele des Unternehmens mit einem Umsatz von 120 bis 125 Mio EUR und einem EBITDA-Breakeven seien nicht mehr aufrecht zu erhalten. Das Unternehmen benötige wahrscheinlich mehr als die ursprünglich erwarteten 35 Mio EUR Finanzierungshilfe. Bei der jetzigen Liquiditätssituation sei der geplante Cash-Burn nicht realisierbar.
T-ONLINE SES: Kooperation neutral gesehen =
Neutral stehen die Analysten von SES Research der Kooperation von Axel Springer Verlag und T-Online gegenüber. Es sei derzeit noch zu früh, um den Erfolg des Projekts beurteilen zu können. Die Zusammenarbeit stelle einen Schritt von T-online dar, um bis 2004 rund 30 Prozent der Einnahmen aus E-Commerce und Werbung zu erzielen. Mit der Interactive Media CCSP beteilige sich T-Online an einem eingeführten Werbevermarkter mit guten Kundenkontakten. Bei einem kompletten Outsourcing der T-Online-Werbeaktivitäten an diese Gesellschaft könnten sich Einsparpotenziale ergeben. Das Anlageurteil bleibt auf "Marketperformer".
ML: Nach Kooperation weiter "Neutral" =
Weiter auf "Neutral" belassen die Analysten von Merrill Lynch (ML) T-Online, nachdem das Unternehmen eine Beteiligung von 50 Prozent an der Interactive Media CCSP AG, einer hundertprozentigen Tochter des Axel Springer Verlags, eingeht. Der Schritt sei positiv für T-Online, stelle allerdings keine Überraschung dar, heißt es. In Presseberichten sei von dem Vorhaben schon vor einigen Wochen die Rede gewesen.
vwd/17.10.2001/ros
17. Oktober 2001, 06:25
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Analysen
06:25 WDH/ÜBERBLICK/Analysen Neuer Markt von Dienstag, 16. Oktober
06:25 WDH/ÜBERBLICK/Analysen von Dienstag, 16. Oktober
16.10. ÜBERBLICK/Analysen von Dienstag, 16. Oktober
16.10. ÜBERBLICK/Analysen Neuer Markt von Dienstag, 16. Oktober
16.10. STOXX/ANALYSE/MS senkt ING auf "Neutral" von "Outperform"
16.10. KORR/STOXX/ANALYSE/MS senkt ING auf "Neutral" von "Outperform"
16.10. ANALYSE/Metzler: Keine Überraschungen bei Commerzbank-Aussagen
16.10. Marktumfrage/Stabilisierung im DAX sollte ... (zwei)
16.10. Marktumfrage/Stabilisierung im DAX sollte anhalten
16.10. ANALYSE/SES: T-Online-Kooperation neutral gesehen (16.10.)
16.10. ANALYSE/Metzler senkt Commerzbank-Kursziel auf 14 EUR
16.10. ANALYSE/ML: T-Online nach Kooperation weiter "Neutral" (16.10.)
16.10. ANALYSE/DrKW stuft Commerzbank auf "Reduce" herunter
16.10. ANALYSE/SSSB senkt BASF auf "Underperformer"
16.10. ANALYSE/IR: Medigene weiter "Marktneutral" (16.10.)
16.10. ANALYSE/Lehman erwartete höhere Cipro-Absatz von Bayer
16.10. ANALYSE/WestLB stuft deutschen Autosektor herunter
16.10. STOXX/ANALYSE/WestLB senkt das Kursziel von Roche
16.10. ANALYSE/Sal.Opp. stuft Münchener Rück auf "Neutral" zurück
16.10. MARKT/HypoVereinsbank steigen nach Buchwert-Kommentaren
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Commerzbank tritt auf Notbremse
- Von vwd Redakteurin Francis Palgrave - Betont zuversichtlich gab sich Vorstandssprecher Klaus-Peter Müller am Dienstag, obschon die Nachrichten, die er zu verkünden hatte, den mehr>>
Neuer Markt-Bericht 23.10.2001, 12:08
Kaufrausch am Neuen Markt hält an - Poet und PSI ernten Unmut
Nach der gestrigen starken Performance der Wall Street setzte sich die wocheneingangs begonnene High Tech-Rallye nahtlos fort. Der Nemax-50 stieg nicht zum ersten Male innerhalb der laufenden Erholung gleich um über 5 %.
Der Großteil der gestrigen Gewinne an der US-Börse ereignete sich erst nach 20 Uhr, als die europäischen Börsen sich bereits im Feierabend befanden. Die späte Rallye an der Wall Street, obgleich keinerlei fundamentale Neuigkeiten vorlagen, lieferte eine exzellente Ausgangsbasis für weitere Kursgewinne auch an den europäischen Handelsplätzen. Der Nemax schraubte sich von Beginn an in die Höhe und baute seine Gewinne im Verlauf des Vormittags weiter aus.
Gegen Mittag war ein Plus von 3,8 % auf 1.046 Punkte im All Share und von 5,5 % auf 1.081 Zähler im Auswahlindex Nemax-50 zu verzeichnen. Wer meint, daß für solche Anstiege positive Nachrichten vonnöten gewesen wären, sah sich am Vormittag aber getäuscht. Bis auf den Telematik-Spezialisten ComROAD meldete keiner der großen Tagesgewinner irgendwelche Quartalszahlen oder sonstige Ereignisse von Belang. Nichtsdestotrotz lagen beispielsweise die Subindices NM-Internet und NM-Financials mit rund 6 % im grünen Bereich.
ComROAD, ein Anbieter von Telematik-Netzwerken, meldete im dritten Quartal eine Umsatzsteigerung um 110 % auf knapp 28 Mio. Euro. Zum Ergebnis machte ComROAD noch keinerlei Angaben. Die starke Umsatzsteigerung führte das Unterschleißheimer Unternehmen auf erfolgreich verlaufene Roadshows und Messeauftritte zurück, so z.B. die Internationale Funkausstellung im August 2001 in Berlin, die Internationalen Automobilausstellung sowie den Telematik-Kongress „EyeforAuto“ im letzten Monat. Die bisherigen Planungen von 95 Mio. Euro Umsatz im Gesamtjahr hätten weiterhin Bestand. Im Rahmen der am 5. November zu erwartenden endgültigen Quartalsergebnisse wird man auch mit Angaben zum Ertrag rechnen dürfen. Die Aktien von ComROAD legten um 14 % auf 8,90 Euro deutlich zu.
PSI, ein Anbieter von Software für die Informationstechnologie, rechnet im laufenden Jahr nur noch mit einer mäßigen Umsatzsteigerung. Das Unternehmen hat nach eigenem Bekunden „eine deutliche Verlängerung von Entscheidungsprozessen bei Investitionen“ erkannt. Übersetzt heiß das, daß das Geschäft derzeit nicht besonders gut läuft. So rechnet PSI im laufenden Jahr nur noch mit einem Umsatzwachstum von 15 % und einer Steigerung des operativen Ergebnisses (vor Firmenwertabschreibungen) von 30 %. Vor allem der Geschäftszweig e-Business entwickele sich negativ. Aus diesem Grund soll dieser als eigenständiges Leistungsangebot aufgegeben und statt dessen als Basistechnologie in den anderen traditionellen Geschäftsfeldern zur Verfügung stehen. Die Mitarbeiterzahl wird nach Angaben des Berliner Unternehmens „an die veränderten Rahmenbedingungen“ angepaßt werden. Dieser Gewinnwarnung zum Trotz lagen die Aktien im frühen Handel dennoch nur 3 % auf 9,80 Euro im Minus.
Der Software-Hersteller Poet hatte zwar erst Anfang Oktober einen Umsatzeinbruch im dritten Quartal bekanntgegeben, doch kam es heute infolge der endgültigen Geschäftszahlen zu einem weiteren deutlichen Rücksetzer – offenbar bedürfen einige Investoren von Zeit zu Zeit einer gewissen Auffrischung ihres Erinnerungsvermögens. Der Umsatz des dritten Quartals fiel mit nur 1,8 Mio. US-$ um 44 % niedriger aus als vor einem Jahr. Der Nettoverlust stieg demgegenüber von 2,5 auf 3,3 Mio. US-$. Im vierten Quartal „hofft“ Poet jedoch auf eine Verbesserung der Auftragslage, so daß das Planziel von 2,4 bis 2,7 Mio. US-$ Umsatz in den letzten drei Monaten des laufenden Jahres erreicht werden könne. Mit einem massiven Abschlag von 18 % auf 1,20 Euro waren die Aktien von Poet der größte Verlierer am Neuen Markt.
Nach dem gestrigen Höhenflug von über 50 % Plus ereilten die Papiere von TelesensKSCL einen leichten Dämpfer, der mit 7 % aber vergleichsweise moderat ausfiel. Nach einer Verkaufsempfehlung notierten die Aktien des Reparatur-Dienstleisters Teleplan etwa 4 % niedriger, und auch der Security-Spezialist Articon-Integralis verspürte nach der Meldung einer eingegangenen Beteiligung mit einem Abschlag von 4 % den Unmut der Anleger.
Freundliche US-Börsen unterstützen Kursgewinne
Neuer Markt eröffnet fester
Die Indizes am Neuen Markt sind am Donnerstag im frühen Handel weiter gestiegen.
dpa-afx FRANKFURT.Der Leitindex Nemax 50 legte um 1,01 Prozent auf 1.102,98 Punkte zu. Der alle Aktienkursbewegungen abbildende Nemax All Share gewann um 0,74 Prozent auf 1.065,60 Zähler.
Händler machten die positiven Vorgaben aus den USA für den freundlichen Start verantwortlich. "Die Nasdaq hat zugelegt und auch der Dow Jones Index der Industriewerte rettete sich noch ins Plus", sagte eine Händlerin in Frankfurt. "Es spricht nichts dagegen, dass wir uns auf diesem Kursniveau halten", sagte sie. Charttechnisch hätte der Nemax 50 jetzt die 1.200 Punkte im Visier, hieß es.
Die US-Technologiebörse Nasdaq hatte im Mittwochshandel anfängliche Kursverluste wettgemacht und fest geschlossen. Der Nasdaq-Composite-Index schloss nach den Vortagesverlusten den Handel mit einem Plus von 1,59 Prozent auf 1.731,54 Punkten. Der Nasdaq-100-Index legte 2,94 Prozent auf 1.424,69 Punkte zu.
Broadvision-Aktien haben von der Veröffentlichung der Quartalszahlen profitiert. Die Papiere des E-Business-Softwareunternehmens stiegen im frühen Handel um 20,36 Prozent auf 2,67 Euro.
Die am Vortag gemeldeten Quartalszahlen hatte die Erwartungen der Analysten deutlich übertroffen. Die Verluste im dritten Quartal blieben aber dennoch hoch: Dem Umsatz von 51,2 Mill. $ stand ein Nettoverlust von 429,4 Mill. $ gegenüber. Dies entspricht einem Quartalsverlust von 1,54 $ pro Aktie. "Wichtig ist nur, dass die Analystenerwartungen geschlagen wurden", sagte eine Händlerin. Die Papiere des Konkurrenten Intershop gewannen um 9,81 Prozent auf 2,35 Euro.
Der Aktienkurs der Mobilcom AG stieg um 2,64 Prozent auf 20,98 Euro, nachdem der Telefondienstleister den Start seiner Mobilbank GmbH auf das nächste Jahr verschoben hat. Auch der wachsende Widerstand gegen den Antennenwald sorgt bei den Mobilfunkbetreibern für Kopfschmerzen: Sie starteten gemeinsam eine 5 Mill. DM teure Werbekampagne.
Die Centrotec Hochleistungskunststoffe AG profitierte von der Einschätzung, das eigene Umsatzziel von 73,9 Mill. Euro in diesem Jahr zu übertreffen. Die Aktien gewannen 3,82 Prozent auf 10,05 Euro und legten somit den vierten Tag in Folge zu. Der Verarbeiter von Hochtemparaturkunststoffen beabsichtigt zudem die Übernahme der niederländischen Brink Climate Systems und will im kommenden Jahr die Umsatzgrenze von 100 Mill.
Euro sprengen.
Die Aktien der Silicon Sensor AG stiegen um 9,86 Prozent auf 7,80 Euro. Der Entwickler opto-elektronischer Chips hatte seien Umsatz im dritten Quartal deutlich ausgebaut und zudem den Gewinn vor Zinsen und Steuer (Ebit) auf 300.000 Euro gesteigert.
ID-Media-Papiere gewannen 36,36 Prozent auf 2,55 Euro. Das Unternehmen übernimmt den Internet-Bereich der Lowe Communication Group. Nach Angaben der ID Media ist Lowe eine der international bedeutendsten Agentur-Gruppen unter dem Dach der IPG, dem größten Werbeagentur-Netzwerk der Welt.
HANDELSBLATT, Donnerstag, 25. Oktober 2001
11:42 Uhr: Meinung von Mark Ehren
Durchatmen im Aufwärtstrend
Die amerikanischen Indizes schlossen am Freitag uneinheitlich mit leicht freundlicher Tendenz. Diese Vorgaben konnten den deutschen Aktienmarkt bisher nicht beflügeln, denn die US-Futures notierten zu Beginn des Handels im Minus. Trotzdem ist zu erwarten, dass sich die freundliche Tendenz der vergangenen Woche kurzfristig fortsetzt: Es könnte aufwärts gehen und kaum einer ist dabei. Mark Ehren
Denn immer noch ist die Skepsis unter den Marktteilnehmern weit verbreitet. Viele haben offenbar bisher den Einstieg verpasst und warten nur darauf, bei einem kleinen Rücksetzer wieder in den Markt einzusteigen.
Von der Ertragsfront gab es heute nicht mit viel Gegenwind, denn nur wenige Unternehmen hatte Ertragszahlen angekündigt. Der Autozulieferer Phoenix legte ebenso wie die am Neuen Markt notierte Ebookers.com Quartalszahlen vor. Dabei überraschte Ebookers mit dem Erreichen der schwarzen Zahlen positiv. Besonders bemerkenswert an dem Ergebnis ist, dass Ebookers dieses Ergebnis trotz der Ereignisse vom 11. September erreichen konnte.
Konjunkturumfragen belasten
Belastend wirkte sich hingegen die Herbstumfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages aus. Danach rechnet der DIHK nicht mit einer schnellen Erholung der Konjunktur. Es wird darauf verwiesen, dass die Unternehmen ihre Beschäftigungspläne im Oktober nochmals nach unten revidiert hätten und die Investitionen 2002 bestenfalls stagnieren würden. Wirklich überraschend sind diese Aussagen allerdings nicht. Auch der Ifo-Konjunkturindex macht keinen Mut. Das Barometer ist auf den tiefsten Stand seit acht Jahren gefallen.
Mit besonderer Spannung wird der Neun-Monats-Bericht des Vorzeigeunternehmens Qiagen erwartet. Denn Mitte September musste das niederländische Biotechnologieunternehmen wegen Transportproblemen nach den Terroranschlägen in den USA eine Gewinnwarnung aussprechen. Ein Einhalten oder Übertreffen der Prognosen würde den Neuen Markt sicherlich noch einmal deutlich beflügeln. Da die Qiagenzahlen erst nach US-Börsenschluss erwartet werden, sind die Auswirkungen erst am Dienstag zu spüren.
Aufwärts ohne Überzeugung. So lässt sich die zu erwartende Kursentwicklung am besten beschreiben. Das begrenzt das kurzfristige Abwärtspotential. Die von den Notenbanken zur Verfügung gestellte hohe Liquidität wird weiter nach Anlagemöglichkeiten suchen und diese am Aktienmarkt finden. Denn der Rentenmarkt ist angesichts bereits stark gefallener Renditen nicht mehr sonderlich attraktiv.
© 2001 sharper.de
Der Neue Markt ist nicht tot"
(gatrixx) Die Krise am Neuen Markt sieht Klaus Kaldermorgen, Leiter des internationalen Aktienfonds-Managements bei der DWS, als ausgestanden. Der Neue Markt werde für die Eigenkapitalbeschaffung deutscher Unternehmen gebraucht. Er sei nicht tot. Dass viele Wachstumsunternehmen es nicht schafften, in die Gewinnzone zu kommen, liege in der Natur eines Risikokapitalsegmentes, so seine Begründung auf einer Pressekonferenz der Fondsgesellschaft.
Dies habe man auch an der amerikanischen Nasdaq gesehen. Allein in diesem Jahr seien dort schon mehr als 500 Unternehmen vom Kurszettel verschwunden, sagte Kaldermorgen. Nach seiner Meinung hat der Kursverfall auch etwas Gutes: "Die Spreu hat sich vom Weizen getrennt. Institutionelle Anleger haben sich weitgehend von Neuer Markt-Werten getrennt. Daher sind weitere Verkaufswellen nicht zu erwarten," so der Fondsmanager.
Steigende Kurse in USA und Europa
Zur Großwetterlage an den internationalen Aktienmärkten sagte Kaldermorgen, dass die DWS im ersten Quartal 2002 mit anziehenden Kursen für Europa und Amerika rechne. Die Erholung der US-Konjunktur werde kommen, wenn auch um ein bis zwei Quartale nach hinten verschoben. Die expansive Fiskalpolitik und die Zinssenkungen in den USA würden Wirkung zeigen. Und die Aktienmärkte nähmen die konjunkturelle Wende um vier bis sechs Monate vorweg. Allerdings dürfe man sich nach Ansicht von Kaldermorgen vom Aufschwung am Aktienmarkt nicht zu viel versprechen. Dieser werde rein vom gesamtwirtschaftlichen Umfeld getragen.
Technische Innovationen, die einen Sektor an die Spitze einer allgemeinen Hausse bringen könnten, sieht der Experte derzeit nicht: "Einen Boom der Aktienmärkte wie Ende der 90er Jahre werden wir nicht erleben." Gleichzeitig betonte er, dass trotz der wieder freundlicheren Börse die Risiken nicht aus den Augen verloren werden dürfen. Er glaube aber, dass eine kurzfristige Rezession in den USA, schlechte Zahlen von Unternehmen und auch ein Rückgang der Konsumnachfrage bereits in den Kursen berücksichtigt seien. Dies gelte aber nicht für eine politische Eskalation im Mittleren Osten.
Dieser Unsicherheit begegnet die DWS in ihren Fonds unter anderem durch einen höheren Anteil von Öl-Aktien. Öl-Aktien seien eine Versicherung gegen die Ausweitung des Konfliktes, so Kaldermorgen. Nach den Anschlägen vom 11. September habe das Fondsmanagement die seinerzeit relativ hohen Barbestände abgebaut und selektiv Zukäufe getätigt. Investiert werde vor allem in frühzyklische Sektoren wie Technologie, zyklische Konsumwerte sowie Industrietitel. Vor allem große amerikanische Technologieunternehmen wie IBM, Dell oder Microsoft dürften von einem Konjunkturumschwung profitieren, hofft der Fondsmanager. (mae)
06.11. - 11:36 Uhr
GoingPublic-Kolumne: Glücksspiel Neuer Markt - Rot oder Schwarz
WOLFRATSHAUSEN (GoingPublic.de) - Der Nemax All Share-Index notiert, trotz der jüngsten Rallye, noch immer knapp 90 % unter dem High aus dem Frühjahr letzten Jahres. Viele Anleger haben in der Baisse eine Menge Geld verloren. Doch am Neuen Markt wird noch immer fast wahllos gezockt.
Noch immer werden Aktien von Penny Stocks und insolventen Unternehmen intensiv getradet. Eine sehr hohe Volatilität zieht dabei die Phantasie der "Anleger" auf sich. Kurslisten mit den Tagesgewinnern bzw. -Verlierern des Neuen Marktes lesen sich wie das Who is Who der insolventen börsennotierten Unternehmen.
Kaum erwirkt ein bestenfalls drittklassiges Unternehmen, das weder ein schlüssiges Geschäftsmodell noch ein in irgendeiner Weise erfahrenes Management vorweisen kann, eine einstweilige Verfügung gegen die Delisting-Regeln des Neuen Marktes, schon gewinnt die Aktie prozentual zweistellig. Doch die Anleger sollten sich einmal fragen, was sich fundamental für das Unternehmen geändert hat. Die Antwort ist relativ einfach: Das Unternehmen hat die ohnehin knappen finanziellen Mittel für Anwälte ausgegeben. Doch für die Spekulanten und Glücksritter des Neuen Marktes offensichtlich ein Grund zum Feiern. Schließlich kann die Aktie weiter getradet werden, und das relativ liquide am Neuen Markt.
Doch vor einer solch kurzfristigen Sichtweise sei dringend gewarnt. Insolvente Unternehmen sind selten eine gute Kapitalanlage.
Die GoingPublic Kolumne ist ein Service des GoingPublic Magazins, Deutschlands führendem Börsenmagazin zu Neuemissionen und Neuer Markt. Bezogen werden kann das Magazin unter www.goingpublic.de. (http://www.goingpublic.de.) GoingPublic ist allein für die Inhalte der Kolumne verantwortlich. Informationen zu einzelnen Unternehmen stellen keine Aufforderung zum Kauf bzw. Verkauf von Aktien dar. Die Kolumne erscheint in Zusammenarbeit mit dpa-AFX.
06.11. - 14:52 Uhr
Neuer Markt um 17h: Biodata -16%,Kleindienst +24%
14.11.2001 16:55:00
Am Nachmittag meldet der Neue Markt, nachdem die US-Leitbörsen mit Aufschlägen in den Tag gestartet waren, weiter satte Aufschläge. Der NEMAX 50 meldet ein Plus von 3,9% auf 1.205 Punkte, während der NEMAX All Share einen Zugewinn von 2,8% auf 1.146 Zähler verbucht.
Zum Mittag gab es den erwarteten Bericht der „Fünf Weisen“, der jedoch den Verlauf des Handels erstaunlicherweise nicht weiter beeinflussen konnte. Die Fünf Weisen unterstützen die Bundesregierung und befürworten die Beibehaltung des Konsolidierungskurses. Sie wenden sich damit gegen die Forderungen der Opposition und der Konjunkturinstitute nach finanzpolitischen Maßnahmen zur Nachfragebelebung und damit gegen ein Vorziehen der nächsten Stufe der Steuerreform von 2003 auf 2002. Der Sachverständigenrat erwartet für das laufende Jahr ein Wirtschaftswachstum von 0,6 Prozent. Kürzlich hatte die Regierung ihre Prognose auf 0,7 Prozent revidiert. Für das nächste Jahr rechnen die Wissenschaftler mit einem Wachstum von 0,7 Prozent, wollen aber auch eine Rezession nicht ausschließen. Bundesfinanzminister Hans Eichel erwartet dagegen einen Anstieg von 1,25 Prozent. Weiterhin prognostizieren die Fünf Wirtschaftsweisen eine weitere Verschlechterung auf dem Arbeitsmarkt, wofür auch die Bundesregierung mitverantwortlich sei. Sie ermahnen die Tarifpartner zu weiterer Lohnzurückhaltung, was sich langfristig positiv auf die Beschäftigung auswirken werde.
Auf dem Parkett ergibt sich im Augenblick folgende Situation. An der Spitze des Index befinden sich Kleindienst (+24,39%). Die Aktie des Anbieters im Bereich Dokumenten-Management-Systeme konnte in den vergangenen Tagen deutlich zulegen. Seit gestern summiert sich das Kursplus auf über 100 Prozent. Einen Grund scheint es hierfür allerdings nicht zu geben. Zumindest veröffentlichte das Unternehmen in den letzten Tagen keine Nachrichten und auch auf Anfrage von finanzen.net konnte sich bei Kleindienst den Kursanstieg niemand so richtig erklären. Ein Grund könnte eine gestiegenes Interesse an der Aktie bei den Kleinaktionären sein. Dies spiegelt sich auch am Handelsvolumen wider, das in den letzten Tagen stark anzog.
Auch Trius (+20%) kann weiter überzeugen.Das Unternehmen gab bekannt, dass die Hauptversammlung der TRIUS AG hat am 13. November 2001 die Liquidation der Gesellschaft beschlossen habe. Der Aufsichtsratsvorsitzende Jörg Detlef von Boddien wurde abgewählt. Als Nachfolger wurde Florian Homm in den Aufsichtsrat gewählt.
november AG (+3,7%) meldet ebenfalls ein positives Vorzeichen. Das Biotechnologie-Unternehmen konnte in den ersten neun Monaten 2001, vor allem durch die gute Geschäftsentwicklung der Tochter PEQLAB Biotechnologie GmbH, den Umsatz gegenüber dem Vorjahr um ca. 180 Prozent auf 5,376 Mio. DM steigern. Planmäßig wurden die F&E-Aufwendungen in Höhe von 7,446 Mio. DM im Vergleich zum Vorjahr (4,283 Mio. DM) ebenfalls erheblich gesteigert. Der Konzernfehlbetrag von 7,925 Mio. DM (Vorjahr: -5,387 Mio. DM) ist hauptsächlich auf diese Aufwendungen zurückzuführen.
Nachrichten auch von Telegate (+0,5%): Der Betreiber der Auskunft 11880, wird in Zukunft mit Viag Interkom zusammenarbeiten. Wie das Unternehmen heute mitteilte, wird die Auskunft der telegate in Zukunft auch über das Mobilfunknetz von Viag erreichbar sein. Für telegate entsteht dadurch ein Kundenpotential von 3,4 Mio. Finanzielle Einzelheiten der Kooperation wurden nicht bekannt.
Lycos Europe (-1,30%) berichtete heute, dass seine Restrukturierung greift.. Der niederländische Internet-Service meldete heute die Ergebnisse des ersten Quartals 2001/02, wobei ein Umsatz von 32,9 Mio. Euro und ein Ergebnisanstieg um 109 Prozent erzielt wurde. Der Rückgang der Umsätze aus Werbeeinnahmen wurde durch das Umsatzwachstum in den Bereichen eCommerce und Internet-Zugang kompensiert. Das EBITDA-Ergebnis betrug -27,2 Mio. Euro, was einer Steigerung um 32 Prozent gegenüber dem Vorquartal entspricht. Im Vergleich zum Vorjahr wurde es jedoch um 8 Prozent verbessert.
Einen „Wechsel“ am Ende des Index gab es am Nachmittag. Die rote Laterne hält nun Biodata (-16,00%). Dennoch muss Carrier1 (-15,48%) weiter kräftig Federn lassen. Das Unternehmen gab heute mäßige Zahlen bekannt und wird dementsprechend abgestraft. Der Quartalsumsatz für das dritte Quartal 2001betrug 87,0 Mio. Dollar nach 76,6 Mio. Dollar im Vorjahr bzw. 108 Mio. Dollar im Vorquartal. Das EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und anderen Einmaleffekten) erreichte -45,7 Mio. Dollar gegenüber -8,5 Mio. Dollar im Vorjahr und -29,9 Mio. Dollar im zweiten Quartal. Der Nettoverlust belief sich auf 495,1 Mio. Dollar im Vergleich zu einem Nettoverlust von 30,6 Mio. Dollar in 2000.
-cas-
Neuer Markt: Schließt erneut auf Viermonatshoch
16. November, 20:15 Uhr - Der Neue Markt geht erneut mit einem Viermonatshoch aus dem Handel. Trotz verhaltener Vorgaben aus den USA - an der Nasdaq halten sich Anleger nach recht schwachen Konjunkturdaten mit Käufen zurück - schafft das Wachstumssegment einen Aufschlag von mehr als einem Prozent.
Der Schlussstand des NEMAX All Share von 1180 Punkten ist gleichbedeutend mit einem Tagesplus von 1,04 Prozent. Der NEMAX 50 entwickelt sich im Gegensatz zu den meisten Sitzungen der letzten Wochen etwas schwächer und tendiert 0,97 Prozent fester auf 1249 Zähler. Die Schwergewichte Thiel Logistik und Consors bremsen mit Abschlägen von vier beziehungsweise sieben Prozent den Kursaufschwung.
Mit Biodata und Carrier 1 verbuchen zwei arggebeutelte Aktien aus dem NEMAX 50 Kursgewinne von mehr als 20 Prozent. Neue Meldungen aus den Unternehmen gibt es nicht, zuletzt waren die Nachrichten aber ernüchternd.
Bei den Unternehmensmeldungen stehen wieder die Quartalszahlen im Vordergrund. Gute Ergebnisse liefert Comdirect ab. Der Fehlbetrag des Online-Brokers ist mit 9,6 Millionen Euro im dritten Quartal geringer ausgefallen, als erwartet. Die Konsensschätzungen beliefen sich auf zwölf bis 15 Millionen Euro. boerse-online.de senkt wegen einer einmaligen Belastung die Gewinnschätzung für 2001 von zuvor minus 0,50 auf minus 1,55 Euro je Aktie. Für das kommende Jahr erwarten wir weiterhin einen Verlust von 0,10 Euro je Aktie. Wir empfehlen, das Papier zu HALTEN.
Nemax50: Wenn der Schein trügt
Enttäuschte Hoffnungen
Von Sönke Knop
Eigentlich, so hofften viele Börsianer des Neuen Marktes, sollte das Risiko bei der Anlage in Nemax50 Werten unter der des gesamten Technologiesektors liegen. Doch in diesen Tagen scheint die Rechnung einmal mehr nicht aufzugehen.
Immerhin musste jüngst mit Biodata ein Vertreter dieser Zunft die Überschuldung vermelden. Mit anderen Worten: Der Insolvenzantrag war fällig. Auch wenn Biodata schon seit einiger Zeit für schlechte Nachrichten gut war, traf es die Börsianer doch mitten ins Herz. Immerhin gingen die Papiere in diesem Jahr schon für mehr als 60 Euro pro Stück über den Tresen. Nun muss nicht einmal mehr ein Euro berappt werden. Die Erwartungen in den Spezialisten für Sicherheitssoftware konnten nicht einmal ansatzweise erfüllt werden.
Ähnlich die Entwicklung beim einstigen Börsenstar Brokat. Auch dieser ehemalige Nemax50-Geselle musste inzwischen die Segel streichen. Nach einem Kurshoch in diesem Jahr von mehr als 30 Euro, ganz zu schweigen von den Höhenflügen zuvor, wechseln auch diese Papiere inzwischen für deutlich weniger als einem Euro den Besitzer. Dabei sah vor einigen Monaten die Welt noch gar nicht so düster aus. Die Brokat-Lenker sahen ihr Schlachtross immerhin als Weltmarktführer bei Software für das Internet-Banking und die Umsätze schienen auch kräftig nach oben zu stürmen.
Für den Anleger in vermeintlichen Wachstumswerten bedeutet dies: Ruhiges Schlafen ist nicht angesagt. Aufgrund der oft schmalen Produktbasis steht und fällt der Erfolg des Unternehmens oft mit der Entwicklung in nur einer Branche.
Bei Zweifel lieber verkaufen
Ein Risikoausgleich zwischen verschiedenen Geschäftsbereichen oder Regionen, wie bei Unternehmen aus anderen Segmenten üblich, ist bei diesen Papieren meist nicht gegeben. Höhere Chancen bringen eben auch höhere Risiken mit sich.
Das Verfolgen der Geschäftsentwicklung des "eigenen" Unternehmens ist darum unerlässlich. Gerade aus diesem Grund müssen sich die Mitglieder des Nemax ja auch den Transparenzverpflichtungen unterwerfen.
Kommt ein Papier ins Trudeln, ist Ursachenanalyse angesagt. Handelt es sich um einen Ausrutscher oder kommt das Geschäftsmodell ins Wanken? Bleiben Zweifel um die weitere Geschäftsentwicklung bestehen, sollten die Papiere lieber verkauft werden.
Wichtig dabei ist, dass die Mitgliedschaft im Nemax50 kaum als Qualitätskriterium herangezogen werden kann. Das haben Biodata und Brokat gezeigt. Schließlich gelten als Kriterien für die Aufnahme in den erlauchten Kreis nur die Marktkapitalisierung und das Handelsvolumen.
Wer das Risiko herunterschrauben möchte, sollte im Zweifelsfall lieber auf einen Fonds für Wachstumswerte setzen. Dass die Gewinnchancen am Neuen Markt höher liegen als in anderen Segmenten, ist dabei keine Frage. Über die Auswahl der vermeintlich interessantesten Werte können sich dann aber die Fondsmanager den Kopf zerbrechen.
HINTERGRUND: Aufräumen am Neuen Markt geht weiter - "Dunkelstes Jahr"
HAMBURG (dpa-AFX) - Das Aufräumen am Neuen Markt geht rasant weiter. Kaum ein Tag vergeht ohne neue Hiobsbotschaften für die Anleger. EM.TV , Intershop Communications , Brokat , Kinowelt Medien , Lobster Network Storage - die Liste der verglühten Börsenstars wird immer länger. Wenn derzeit über das am 10. März 1997 gestartete "Qualitätssegment" an der Frankfurter Börse gesprochen wird, ist immer häufiger das Wort "Insolvenzantrag" zu hören.
Aktionärsschützer und Börsianer sind sich einig: die Mischung aus Größenwahn, krimineller Energie sowie Unfähigkeit von Aufsichtsräten haben dem Neuen Markt einen schweren Imageschaden eingehandelt. Unerfahrene Anleger liefen oft blind ins Verderben, Schwindel erregende Kursgewinne verwandelten sich mehr als einmal in Totalverluste.
2001 WAR WOHL DAS DUNKELSTE JAHR FÜR DEN NEUEN MARKT
Für Andreas Hürkamp, Analyst bei der Düsseldorfer WestLB, steht fest: "Das Jahr 2001 war wohl das Dunkelste für den Neuen Markt." Die kränkelende Konjunktur werde die Auslese noch beschleunigen. "Ich denke, es wird ein mühsamer Prozess sein, das Vertrauen der Anleger wieder zu gewinnen", sagt Reinhild Keitel von der Schutzgemeinschaft für Kleinaktionäre (SdK). "Wachstum auf Teufel komm raus" ist für sie ein Grundübel vieler gestrauchelter Unternehmen.
Den unrühmlichen Anfang machte das Frankfurter Telekom-Unternehmen Gigabell. Nur ein Jahr nach dem Börsendebüt im August 1999 musste Gigabell Insolvenz anmelden. Das Geld der Anleger war verbrannt, die Übernahmen zahlten sich nicht aus. Im Februar 2001 folgte der Rausschmiss aus dem Neuen Markt.
VIELE FIRMEN SCHEITERN AM MANGELHAFTEN GESCHÄFTSMODELL
Wassili Papas von Union Investment ist nicht überrascht von den jüngsten Pleiten: "Viele Unternehmen hatten kein tragfähiges Geschäftsmodell. Dazu kamen Kursmanipulationen wie bei Metabox , Biodata und Infomatec ." Die auf Sicherheits-Software spezialisierte Biodata Information Technologie AG sei Opfer der eigenen Wachstums-Hektik gewesen, urteilte der Insolvenzverwalter Fritz Westhelle.
Versagt hätten auch oft überforderte Aufsichtsräte, sagt SdK-Sprecherin Keitel. Nicht selten hätten Familienangehörige, Freunde oder Bekannte des Vorstandes im Aufsichtsrat gesessen.
VERSCHÄRFTE BÖRSENREGELN BESCHLEUNIGEN BEREINIGUNG DES MARKTES
Mit dem Internet-Dienstleister Kabel New Media wurde Anfang Oktober erstmals nach Einführung der verschärften Börsenregeln eine Pleitefirma aus dem Neuen Markt geworfen. Als Grund nannte die Deutsche Börse das im August gegen die Hamburger Aktiengesellschaft eröffnete Insolvenzverfahren. Außerdem habe das Unternehmen Börsenregeln bei der Vorlage des Geschäftsberichts nicht erfüllt.
Bisher wurden nach Angaben einer Börsensprecherin mit Gigabell und Teldafax nur zwei Firmen von allen Kurszetteln gestrichen, weil sie ihre Berichtspflichten nicht erfüllten. Auch Übernahmen verkürzten die Liste in den vergangenen Monaten: So verschwanden der Online- Broker Entrium Direct Bankers , die LHS Group, der Online-Händler ricardo.de und United Visions, die mit Scholz & Friends fusionierten. 332 Gesellschaften sind am Neuen Markt gelistet.
ZAHL DER SEGMENTWECHSLER STEIGT DURCH FREIWILLIGE AUSSTIEGE
Andere Neue-Markt-Unternehmen wechselten freiwillig das Börsensegment, auch um dem negativen Image zu entkommen. Der Hamburger Musikkonzern edel music schied im Oktober als viertes Unternehmen in diesem Jahr aus dem Neuen Markt und wechselte in den Geregelten Markt. Vor edel hatten 2001 bereits Sunburst Merchandising , Refugium Holding und Team Communication den Neuen Markt verlassen. Insgesamt sind bisher 23 Unternehmen aus dem Segment ausgeschieden, sieben befinden sich in akuten Zahlungsschwierigkeiten und andere in Übernahmeverhandlungen.
Fondsmanager Papas setzt auf die Selbstheilungskräfte des Marktes. "Das Problem wird sich von selbst lösen", sagt er. Auch Aktionärsschützerin Keitel sieht nicht nur schwarze Schafe: "Es gibt immer noch gute Unternehmen am Neuen Markt." Anleger sollte jedoch vorsichtig sein, da auch Biodata noch bis vor wenigen Monaten als solides Unternehmen galt. "Mir macht der Neue Markt derzeit keine Sorgen", zeigte sich auch Marius Hoerner, Analyst bei Lang & Schwarz optimistisch und fordert: "Wir dürfen die Intershops und Kinowelts nicht als die Regel hinstellen."/DP/so --- Von Elke Pfeifer, dpa-AFX ---
29.11. - 12:10 Uhr
Neuer Markt legt rasanten Start vor
Der Neue Markt hat den Freitagshandel fest begonnen. Der Auswahl-Index Nemax 50 stieg kurz nach Börseneröffnung um 2,17 Prozent auf 1 262,08 Zähler. Der alle Werte umfassende Nemax All Share gewann 1,59 Prozent auf 1 193,21 Punkte.
Mehr zum Thema: Aktuelle Marktberichte
Dax nach freundlichen US-Vorgaben im Plus (09:51)
dpa-afx FRANKFURT. "Ich erwarte leicht freundlichere Kurse", sagte ein Händler. Er begründete dies mit der positiven Entwicklung am Vortag an den US-Börsen. "Nasdaq und Dow Jones haben bis Börsenschluss angezogen." Der technologielastige Nasdaq Composite war mit einem Plus von 2,40 Prozent auf 1 983,26 Punkte aus dem Handel gegangen. Der US-Leitindex Dow Jones kletterte um 1,21 Prozent auf 9 829,42 Zähler.
Der Händler erwartet, dass zum Wochenschluss die großen Nemax-50-Titel wie T-Online oder Qiagen steigen. "Wen interessiert es denn, ob Penny Stocks steigen oder fallen." Marius Hoerner von Lang & Schwarz sagte über diese Titel, die weniger als einen Euro wert sind: "Nur für die Zocker ist das eine spannende Sache."
HANDELSBLATT, Freitag, 30. November 2001, 09:28 Uhr
MARKTTECHNIK/Nols: Neuer Markt mit innerer Stärke
Nach den Kursgewinnen des Vortages hat am Neuen Markt eine Konsolidierung eingesetzt. Gewinnmitnahmen in einem größeren Umfang fanden jedoch laut Nols nicht statt, was für die Stärke des Marktes spreche. Daher könnte die Abgabebereitschaft des Marktes schnell abgebaut werden. Ein neues Kaufsignal würde beim Nemax-50 mit dem nachhaltigen Überschreiten des 200-Tage-Durchschnitts ausgelöst werden und den Weg Richtung 1.455 Zähler frei machen. +++ Manuel Priego Thimmel
vwd/7.12.2001/mpt/hab
7. Dezember 2001, 08:48
Nemax50-Check: Blue Chips laufen besser
Besonders die Logistik-Werte sollen sich 2002 besser als der Gesamtmarkt entwickeln
„Die 1.300-Punkte-Hürde kann der Leitindex ohne neue Impulse zurzeit nicht knacken und dann setzen halt sofort Gewinnmitnahmen ein“, kommentiert ein Marktbeobachter die aktuelle charttechnische Situation des Nemax50. Zudem stellt sich von oben noch die fallende 200-Tage-Linie bei rund 1.325 Punkten als Widerstand entgegen. „Was mich mittelfristig aber weiter positiv stimmt, sind die dünnen Handelsumsätze an Tagen mit fallenden Kursen wie heute“, sagt ein Händler am Parkett.
Nichtsdestotrotz gewinnt der Nemax50 den direkten Vergleich gegen seinen großen Bruder Nasdaq locker. Seit seinem Tiefstand am 21. September 2001 legte er immerhin stolze 95,5 Prozent Kursgewinn vor und hängt damit die amerikanische Technologie-Börse, die ein Plus von 44 Prozent vorweist, deutlich ab. Die drei Titel mit der besten Bilanz der vergangenen fünf Handelstage sind diesmal Broadvision, ACG und Comdirect, die 22,2, 20,3 bzw. 15,8 Prozent zulegen können.
Es wird immer deutlicher, dass sich die Mehrzahl der institutionellen Investoren seit dem Index-Tiefstand ausschließlich auf die schwergewichtigen und liquiden Blue-Chips konzentriert und die kleineren Werte des Nemax50 jetzt noch stärker untergewichtet. So schlagen Aktien wie T-Online (+185,5%), Aixtron (+103,3%) und Broadvision (+408%) kleingewichtige Aktien wie Heyde (+ 38,6%), Senator Film (+39,8) und Ixos (- 22,1%) um Längen. Dieser Vergleich lässt sich bis auf wenige Ausnahmen beliebig fortsetzen.
Für Aufmerksamkeit sorgt in dieser Woche die neuste Studie der Gontard & Metallbank zu den Logistik-Titeln des Neuen Marktes, die allesamt positiv beurteilt werden und im Jahr 2002 besser als der Gesamtmarkt abschneiden sollen. Grund für die Attraktivität dieser Branche sei die sich weiter verstärkende allgemeine Fokussierung bei Unternehmen auf Kernaktivitäten, die den Outsourcing-Trend weiter verstärkt. Zudem werden sich die Grenzen zwischen den einzelnen Logistik-Segmenten weiter vermischen, da der Kunde immer häufiger ein Komplettangebot aus einer Hand haben will. Die Logistik werde deshalb immer mehr zu einem wertsteigernden Wettbewerbsinstrument. Thiel Logistik hat nach Ansicht der Analysten das erfolgreichste Geschäftsmodell, während D.Logistics im direkten Vergleich unterbewertet sei und der fairer Wert bei 12 Euro gesehen wird.
Autor: Marcus Helmich, 18:06 12.12.01
GFN erzielt keine Verfügung gegen Deutsche Börse
20.12.2001 11:44:00
Nachdem bereits zahlreiche Firmen beim Landgericht Frankfurt eine einstweilige Verfügung gegen das von der Deutschen Börse eingeführte Zwangs-Delisting von Pennystocks am Neuen Markt erzielten, wies nun die Dritte Kammer des Landgerichts den entsprechenden Eilantrag der GFN AG und weiterer fünf Unternehmen erstmals ab.
Etwas überraschend traf die sechs Unternehmen bereits die Entscheidung des Richters, alle sechs Anträge trotz unterschiedlicher Ausgangslagen gemeinsam zu verhandeln. Noch mehr Erstaunen löste jedoch die Ablehnung aller Anträge "im Sammelverfahren" aus. In der Verhandlung appellierte der Richter statt dessen an die Deutsche Börse, eine einvernehmliche Lösung anzustreben und ihre Regeln für alle Unternehmen am Neuen Markt zu optimieren.
Das IT-Unternehmen, das seinen Antrag bereits am 28. September 2001 gestellt hatte und dessen Gerichtstermin seither zweimal verschoben wurde, sieht sich jedoch nach wie vor richtig am Neuen Markt gelistet und will weitere Schritte und Rechtsmittel prüfen.
Die Aktie von GFN legt in Frankfurt derzeit um 1,45 Prozent auf 0,70 Euro zu.
Die Deutsche Börse plant, die Nemax-50-Gewichtung auf Streubesitz umzustellen. Dies dürfte Folgen für die Zusammensetzung des Auswahlindex haben, zitiert die "FTD" einen Analysten der HypoVereinsbank. Von der für Sommer 2002 geplanten Neugewichtung dürften nach heutigem Stand vor allem BB Biotech , Aixtron , Singulus und Broadvision gehören. Das bisherige Index-Schwergewicht T-Online und der Online-Broker comdirect dürften dagegen unter der Umstellung auf Freefloat leiden.
16.01.2002
NEMAX 50 Potenzial bis