Vollständige Version anzeigen : Arbeitsmarktdaten usw. Deutschland
euroinvest
06.02.2001, 10:09
Noch bevor die Bundesanstalt für Arbeit am Vormittag die offiziellen Arbeitsmarktdaten in Nürnberg bekannt geben kann, liegen erste Zahlen aus gut informierten Kreisen auf dem Tisch. Die Zahl der Arbeitslosen ist im ersten Monat des neuen Jahres auf fast 4,1 Mio. Menschen deutlicher gestiegen als erwartet. Die Quote erhöht sich danach von 9,3 auf 10%.
Insgesamt 4,093 Mio. Arbeitnehmer such derzeit einen Arbeitsplatz. Das sind knapp 300.000 mehr als im Vormonat. Nach saisonbereinigten Zahlen soll der Anstieg aber "nur" bei 7.000 Menschen liegen. Hauptsächliche Ursache für den Anstieg ist der Bausektor, dem das kalte Januar-Wetter zu schaffen gemacht hat.
wo
euroinvest
06.03.2001, 13:53
Von 10,0% im Januar ist die Arbeitslosenquote im Februar für Gesamtdeutschland auf 10,1% leicht gestiegen. Der Präsident der Bundesanstalt für Arbeit, Bernhard Jagoda, hat am Dienstag die Zahlen für den vergangenen Monat in Nürnberg bekannt gegeben.
Auch wenn ein leichter Anstieg der Quote zu verzeichnen ist, so ist im Vergleich zum Vorjahr immer noch von einer wesentlichen Verbesserung auf dem Arbeitsmarkt zu sprechen. Im Februar 2000 lag die Arbeitslosenquote noch bei 10,9% für Gesamtdeutschland. Im Monatsvergleich aber hat sich vor allem der Arbeitsmarkt im Osten Deutschlands im Februar verschlechtert. Um 0,2% auf 18,9% steigt hier die Quote. 1,5 Mio. Menschen sind jenseits der Elbe arbeitslos. Im Westen bleibt sie konstant bei 8,0%. 2,6 Mio. Arbeitssuchende zählen hier die Arbeitsämter. Somit ergibt sich für Gesamtdeutschland eine Arbeitslosenzahl von 4,1 Mio. Menschen. Ursachen für die Steigerung sehen viele Experten in dem schlechten Wetter. Auch die abnehmende US-Konjunktur soll sich auf den deutschen Arbeitsmarkt negativ ausgewirkt haben. Hoffnung gibt die Zahl der offenen Stellen, die nicht besetzt sind. 544.124 Arbeitsplätze sind im Februar nicht besetzt worden. Im Januar waren es nur 484.294.
Bei den Prognosen für die kommenden Monate sind sich die Wirtschaftsfachleute nicht einig. Ulrike Kastens von der HSBC Trinkaus in Düsseldorf meint: „Wir rechnen mit einem Rückgang der Arbeitslosen um 200.000 bis 250.000 bis Ende des Jahres und mit einem Anstieg der Beschäftigung. Dieser wird aber nicht ganz so stark ausfallen wie 2000.“ Stefan Mütze von der Hessischen Landesbank sieht die Lage etwas pessimistischer: „Ich rechne wegen des schwächeren Wachstums in den nächsten Monaten mit einem langsameren Abbau der Arbeitslosenzahlen oder sogar einer Stagnation.“ „Die anhaltend hohe Inlandsnachfrage sorgt für ein hohes Wirtschaftswachstum. Ich rechne deshalb in den nächsten Monaten wieder mit einem Fortsetzen des positiven Trends vom vergangenen Jahr“, kommentiert Jürgen Michels von Sal. Oppenheim die Zahlen aus Nürnberg.
Bernhard Jagoda hält es für verfrüht, eine Beurteilung der Lage auf dem Arbeitsmarkt abzugeben.. Er verweist darauf, erst die Wintersaison abzuwarten, bevor eine vollständige Bewertung möglich ist.wo
euroinvest
12.03.2001, 10:05
12.03.2001
09:13
Beschäftigtenrückgang im Einzelhandel im fünften Jahr in Folge
' Wiesbaden, 12. Mär (Reuters) - Die Beschäftigtenzahl im deutschen Einzelhandel ist im vergangenen Jahr nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im fünften Jahr in Folge gesunken. Mit 2,5 Millionen seien im Jahresdurchschnitt 0,7 Prozent weniger Personen im Einzelhandel beschäftigt gewesen als 1999, teilte das Amt am Monatg in Wiesbaden mit. Die Zahl der Teilzeitbeschäftigten, die im Einzelahandel knapp 50 Prozent des Personalbestandes ausmachten, sei 2000 um 0,6 Prozent und die der Vollbeschäftigten um 0,7 Prozent gesunken. mwo/ker '
euroinvest
22.04.2001, 18:49
22.04.2001 17:27
FOKUS 3 - Schröder wiederholt Warnung vor Konjunkturpessimismus
' - Neu: Weitere Äußerungen Schröders, Jagoda - Hannover, 22. Apr (Reuters) - Ungeachtet der nach unten korrigierten Wachstumszahlen der Forschungsinstitute und der EU hat Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) erneut vor Konjunkturpessimismus gewarnt. Deutschland habe ein solides Wachstum, das in diesem Jahr deutlich über zwei Prozent liege, sagte Schröder am Sonntag in Hannover bei der Aufzeichnung der ZDF-Sendung "Berlin direkt." Schröder sprach sich für den Fall geringerer Steuereinnahmen gegen zusätzliche Schulden aus, schloss aber eine Haushaltssperre nicht völlig aus. Nach den führenden deutschen Forschungsinstituten revidierte auch die EU ihre Wachstumserwartungen nach unten, und zwar auf 2,25 in diesem und 2,5 Prozent im nächsten Jahr. "Wir haben ein solides Wachstum nach wie vor. Das wird jetzt deutlich über zwei Prozent bleiben. Wenn man die beiden Jahren zusammennimmt, 2001 und 2002, sogar sehr deutlich", sagte der Kanzler im ZDF. Er verwies darauf, dass während der gesamten 90er-Jahre die deutsche Wirtschaft im Jahresdurchschnitt nur um 1,4 Prozent gewachsen sei. Schröder räumte ein, dass in diesem Jahr das Wachstums geringer ausfallen werde als zunächst mit 2,7 bis 2,8 Prozent vorhergesagt. "Es kann sein, dass wir unser Ziel, das wir im Herbst zusammen mit den Instituten gesagt haben, nicht erreichen", sagte er. Zugleich warnte Schröder vor Schwarzmalerei: "Ich will mich nicht an Runterrechnerei beteiligen." Die führenden deutschen Forschungsinstitute hatten ihre Prognose unlängst auf 2,1 nach 2,7 Prozent nach unten revidiert. Im vergangenen Jahr war die deutsche Wirtschaft um drei Prozent gewachsen. Schröder wandte sich ausdrücklich gegen eine höhere Neuverschuldung, wenn durch ein schwächeres Wachstum auch die Steuereinnahmen sinken sollten. "Wir werden den Konsolidierungskurs nicht verlassen, da stütze ich den Finanzminister voll und ganz", sagte Schröder. Er widersprach damit auch ausdrücklich dem SPD-Fraktionsvize Joachim Poß der vergangene Woche höhere Schulden als ine Möglichkeit genannt hatte. Alle sollten das Ziel der Bundesregierung im Auge behalten, im Jahr 2006 einen Haushalt ohne Neuverschuldung vorzulegen. Skeptisch äußerte sich Schröder auch zu einer Haushaltssperre, schloss sie aber nicht aus. "Ob wir eine neue Haushaltssperre brauchen? Ich glaube, eher nein. Das wird der Finanzminister entscheiden, wenn im Mai die neuen Daten vorliegen", sagte er. Vorher sei jede Prognose "Kaffeesatzleserei". Es gebe keinen Grund zur Hektik. Die Europäische Kommission nahm ihre Wachstumsprognose für Deutschland auf 2,25 Prozent zurück. Für das nächste Jahr seien 2,5 Prozent Wachstum zu erwarten, heißt es in einem Reuters vorliegenden Entwurf der Kommission, der am Mittwoch vorgestellt werden soll. Dessen ungeachtet erwartet sie einen Rückgang der Arbeitslosigkeit. Bei ihrer Herbstprognose war die EU-Kommission für 2001 und 2002 noch von einem Wachstum für Deutschland von jeweils 2,8 Prozent ausgegangen. Die EU-Kommission begründet ihre gekürzte Wachstumsprognose vor allem mit zurückgehendem Wachstum der Exporte auf Grund der lahmenden Weltkonjunktur. Diese Effekte könnten aber voraussichtlich teilweise durch eine stärkere Inlandsnachfrage aufgefangen werden. Weitere Impulse könnten vom Abbau der Arbeitslosigkeit und der Umsetzung der dritten Stufe der Steuerreform ausgehen. Der Präsident der Bundesanstalt für Arbeit, Bernhard Jagoda, hält das Ziel der Bundesregierung, die Zahl der Arbeitslosen bis zum nächsten Jahr unter 3,5 Millionen zu senken für realistisch. Der "Süddeutschen Zeitung" (Montagausgabe) sagte Jagoda, auch wenn die Institute ihre Zahlen nach unten revidiert hätten, entwickele sich die Wirtschaft positiv. Bei einem Wachstum von gut zwei Prozent werde die Zahl der Arbeitslosen in diesem Jahr im Schnitt auf 3,7 Millionen fallen. Im März waren knapp 3,999 Millionen Menschen in Deutschland ohne Arbeit. amr/tin '
euroinvest
23.04.2001, 13:47
Ob Sie wirklich einen "Knall" haben, wie jüngst ein Boulevardblatt anmerkte, wissen wir nicht. Wohl aber, dass Sie bei Millionen von Anlegern noch im Wort stehen. Sie erinnern sich sicherlich, dass Sie dem Neuen Markt Ihre Hilfe angeboten haben, falls es ihm schlecht gehe? Damals, als er noch in der Blüte der Hausse stand.
In den Brunnen ist das Kind längst gefallen. Ein schwerer Vertrauensverlust der Anleger in das von der Regierung einst so gepriesene Altersvorsorge-Instrument Aktie ist die Folge. Viele Forderungen nach Verbesserung der gesetzlichen Rahmenbedingungen sind gestellt worden. Nur von Ihnen, verehrter Herr Minister, haben wir noch nicht allzu viel gehört.
Der Ehrenkodex für Analysten - na gut, ein Schritt in die richtige Richtung. Aber war es das schon? Vielleicht ein paar Vorschläge von unserer Seite: Wie wäre es damit, die Aufsicht zu stärken, um den Bettvorleger Bundesaufsichtsamt für das Wertpapierwesen (BAWE) endlich zum Tiger zu machen, der bei Insidern gefürchtet ist. Viel neu erfinden muss man gar nicht. Ein Blick in die USA reicht.
Oder den Anlegern durch gesetzliche Vorschriften Informationen zugänglich machen. Zum Beispiel, wie hoch die Leerverkäufe in einer Aktie sind. Übrigens: Wieso können Unternehmens-Insider wie Vorstände etc. nicht am Tag, an dem sie Aktien verkauft haben, der Öffentlichkeit dies zur Kenntnis geben? Drei Tage für eine kleine Anzeige in Richtung der Börse sind schon eine Menge Zeit.
Sie, verehrter Herr Minister Müller, brauchen nicht mit dem Füllhorn über den Neuen Markt kommen, wie der Herr Bundeskanzler Schröder einst bei Holzmann. Es würde schon reichen, wenn Sie der Börse ein neues rechtliches Korsett geben könnten. So dass Millionen Wähler wieder vertrauensvoll ihr Geld in Aktien investieren können. wo
euroinvest
27.04.2001, 18:58
Die Bundesregierung korrigiert ihre Wachstumsprognosen deutlich nach unten. Bislang hat Kanzler Gerhard Schröder einen Konjunkturoptimismus an den Tag gelegt, der im Vergleich zur Konjunktureinschätzung der Banken-Volkswirte realitätsfern erscheint.
Der konjunkturelle Schatten aus den USA hat Deutschland erreicht. Worauf viele Volkswirte seit Wochen hinweisen, findet nun Eingang in die Wachstumsprognosen der Bundesregierung. Bisher ging die Regierungsmannschaft um Bundeskanzler Gerhard Schröder von einem realen Wirtschaftswachstum von 2,75% für die Jahre 2001 und 2002 aus.
Man gehe nunmehr von einem realen Wachstum von rund 2,0% für das laufende Jahr und 2,25% für das kommende Jahr aus, verlautet aus Berlin. Gleichzeitig wird mit einer moderaten Preisentwicklung gerechnet. In diesem Jahr sollen die Verbraucherpreise um 2% und 2002 um 1,5% ansteigen. Für den Zeitraum von 2000 bis 2005 erwartet das Finanzministerium ein durchschnittliches Wirtschaftswachstum von rund 2,25%. Die Zahlen dienen der Regierung als Grundlage für die Steuerschätzung Mitte Mai.
Die neue Wachstumsprognose für dieses Jahr liegt damit nur knapp oberhalb der pessimistischen Schätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF), der nur noch mit einer Rate von 1,9% rechnet. Bundeskanzler Gerhard Schröder wird es in Zukunft schwerer fallen, den bislang an den Tag gelegten Konjunkturoptimismus beizubehalten.
Grund zur überzogenen Skepsis gibt es indes nicht. Ein Wachstum von 2% ist im langfristigen Durchschnitt immer noch als robust zu betrachten. Um dieses Niveau zu sichern, wäre eine Zinssenkung durch die Europäische Zentralbank am Donnerstag wünschenswert gewesen.
euroinvest
02.05.2001, 23:40
Rentenreform Vorentscheidung im Vermittlungsausschuss erwartet
BERLIN (dpa-AFX) - Im Vermittlungsausschuss wird am Donnerstag eineVorentscheidung über die Rentenreform der Bundesregierung erwartet. Vertretervon SPD und Grünen zeigten sich zuversichtlich, dass ein Kompromiss erzieltwerden könne, der auch im Bundesrat die erforderliche Mehrheit erhält. Die CDUhat bereits eingeräumt, dass sie sich keine Chancen auf eine Blockade der Reformin der Länderkammer ausrechnet. Umstritten waren zuletzt unter anderem Details der geplanten staatlich geförderten privaten Zusatzvorsorge. Große Teileder Reform bedürfen nicht der Zustimmung der Länderkammer. Die zusätzlichePrivatvorsorge ist jedoch zustimmungspflichtig. Im Bundesrat verfügen weder SPDund Grüne auf der einen, noch die Union auf der anderen Seite über eine Mehrheit. Als wahrscheinlichster Termin für die Abstimmung in der Länderkammerüber die Reform gilt die Sitzung am 11. Mai./bk/FP/js
euroinvest
08.05.2001, 09:48
SPOTANALYSE - Volkswirte zu deutschen Arbeitslosenzahlen
Frankfurt, 08. Mai (Reuters) - Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im April saisonbereinigt nach Angaben aus informierten Kreisen um 6000 gestiegen. Ohne Berücksichtigung von Saisoneinflüssen ging sie gegenüber dem Vormonat um rund 131.000 auf 3.867.903 Millionen von 3.999.585 Millionen im März zurück. Die unbereinigte Arbeitslosenquote sank damit auf 9,5 von 9,8 Prozent. Volkswirte sagten zu den Zahlen in ersten Reaktionen: STEFAN MÜTZE, HELABA: "Die Zahlen liegen im Rahmen unserer Erwartungen. Der Anstieg der Arbeitslosenzahlen, den wir seit Anfang des Jahres haben, ist aber nur minimal. Tendenziell rechnen wir vorerst mit einer Stagnation am Arbeitsmarkt, da das konjunkturelle Umfeld - das seit zwei Quartalen schwächere Wachstum und die gesunkenen Auftragseingänge - dagegen spricht, Personal einzustellen. Man wartet (mit Personaleinstellungen) wohl vorerst die weitere Entwicklung in den USA und in der Euro-Zone ab. Die Zahlen werden sich frühestens im zweiten Halbjahr verbessern, wenn das Wirtschaftswachstum wieder anzieht. Die EZB wird erst im zweiten Halbjahr die Leitzinsen senken, wenn die Inflationsrate wegen positiver Basiseffekte abflacht und sich die Geldmenge weiter beruhigt."
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06.06.2001, 14:53
EU-Arbeitslosenquote, Geschäftsklima-Index sinkt
Das EU-Statistikamt Eurostat veröffentlichte die Arbeitsmarktdaten der Euro-Zone für den Monat April. Demnach fiel die Arbeitslosenquote im Vormonatsvergleich saisonbereinigt um 0,1 Prozent auf 8,3 Prozent. Gegenüber dem Vorjahresmonat mit einer Quote von 9,0 Prozent ging sie um 0,7 Prozent zurück. Es waren etwa 11,4 Mio. Menschen arbeitslos.
Analysten hatten durchschnittlich mit einer unveränderten Arbeitslosenquote von 8,4 Prozent gerechnet.
Auch in der EU 15 ist die Arbeitslosenquote rückläufig. Sie viel von 7,7 Prozent im März und 8,4 Prozent im April 2000 auf aktuell 7,6 Prozent. Die Zahl der Arbeitslosen belief sich auf etwa 13,2 Mio. Menschen.
Der von der Europäischen Kommission berechnete Geschäftsklima-Index ist in der Eurozone in Einklang mit dem stetigen Rückgang der Industrieproduktion. Er fiel im Mai auf 0,30 Punkte. Im April lag er noch bei 0,36 Punkten und im März sogar bei 0,58 Punkten.
euroinvest
06.06.2001, 15:22
Deutscher Finanzexperte berufen
In der Brüsseler Behörde ist Klaus Regling neuer Generaldirektor für Wirtschaft und Finanzen.
Brüssel - Auf dem einflussreichen Posten löst Regling den Italiener Giovanni Ravasio ab. Als Generaldirektor unter Kommissar Pedro Solbes wird er verantwortlich sein für die Koordinierung der Wirtschaftspolitik in den 15 EU-Staaten ebenso wie in den zwölf Staaten mit der Euro-Gemeinschaftswährung. Zu seinen Aufgaben gehört zudem die Vorbereitung der Euro-Einführung zum 1. Januar 2002.
Mit der Ernennung Reglings stellt Deutschland fünf der insgesamt 31 Generaldirektoren. Ebenfalls aus der Bundesrepublik kommen fünf von 31 stellvertretenden Generaldirektoren. Die Brüsseler Top-Beamten sollen aber - wie auch die EU-Kommissare - nicht Interessenvertreter ihrer Heimatländer sein, sondern den Standpunkt der Kommission vertreten.
Der parteilose Regling war unter der früheren Bundesregierung Abteilungsleiter in dem von Theo Waigel (CSU) geleiteten Finanzministerium. Schon damals war er für Europa und internationale Angelegenheiten zuständig. Nach dem Regierungswechsel ging er in die Privatwirtschaft und leitete die Firma Moore Capital Strategy mit Sitz in London.
euroinvest
13.06.2001, 01:03
"Handelsblatt": Eurokonjunkturindikator sinkt im Juni weiter
DÜSSELDORF (dpa-AFX) - Die Hoffnungen auf eine rasche Erholung der Konjunktur haben sich vorerst zerschlagen. Der "Handelsblatt" -Eurokonjunkturindikator hat im Juni seine seit neun Monaten anhaltende Talfahrt beschleunigt fortgesetzt. Wie die in Düsseldorf erscheinende Zeitung in ihrer Mittwochsausgabe berichtet, liegt er nun um 1,6 Prozentpunkte unter seinem Höchststand im August 2000. Der Indikator, der die Wirtschaftsentwicklung in der Euro-Zone etwa ein Quartal im Voraus abbildet, sei im Juni von 2,5 auf 2,2 Prozent gefallen. Für den weiteren Jahresverlauf lasse der Indikator eine weitere Wachstumsverlangsamung auf 2,9 Prozent im zweiten und auf 2,5 Prozent im dritten Quartal erwarten. Sollte sich dieser Trend fortsetzen, sei im Gesamtjahr mit einer Wachstumsrate von weniger als 2,5 Prozent zu rechnen./cb/av
euroinvest
13.06.2001, 10:06
ROUNDUP: EZB warnt vor Preis-Lohn-Spirale - Appell an Gewerkschaften
FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Europäische Zentralbank (EZB) sieht zunehmend Gefahren für das Entstehen einer Preis-Lohn-Spirale. EZB- Chefvolkswirt Otmar Issing appelliert deshalb an die Gewerkschaften im Euroraum, die aktuell hohen Preissteigerungsraten nicht zum Anlass für massive Lohnforderungen zu nehmen. Am Ende einer solchen Fehlentwicklung "sind die Arbeitnehmer die Verlierer", mahnte Issing vor dem Internationalen Club Frankfurter Wirtschaftsjournalisten. Das Mitglied des EZB-Direktoriums zeigte Verständnis für die derzeit schwierige Lage der Gewerkschaften. Die inflationstreibenden Wirkungen der hohen Ölpreise sowie der unerwartet starke Anstieg der Fleischpreise auf Grund von BSE und der **** - und Klauenseuche seien aber nur vorübergehende Faktoren. Die EZB habe deshalb mit ihrer überraschenden Zinssenkung Anfang Mai ein "Signal" gesetzt, das die Währungshüter bereits für 2002 wieder von einer Inflationsrate unter zwei Prozent ausgehen. HOHE TARIFABSCHLÜSSE KÖNNTEN PREISSPIRALE IN GANG SETZEN Hohe Tarifabschlüsse in Euroland könnten allerdings eine gefährliche Spirale in Gang setzten, sagte Issing. Steigende Verbraucherpreise führten unmittelbar zu höheren Zinsen als Folge einer schärferen Geldpolitik der EZB, womit schließlich die Konjunkturentwicklung zusätzlich abgebremst werde. In der breiten Öffentlichkeit seien die bisherigen Erfolge der Inflationsbekämpfung im europäischen Währungsraum nicht wahrgenommen worden. «In Euroland wurden in den vergangenen beiden Jahren mehr Jobs geschaffen als in den USA». Der von den Ölpreisen und Tierseuchen ausgelöste Schub bei den Verbraucherpreisen müsse aber von den Volkswirtschaften getragen werden. "Was in die Ölländer an Geld abfließt, ist weg", betonte Issing. Dies könne ohne gesamtwirtschaftlichen Schaden auch nicht über höhere Löhne wieder hereingeholt werden. Ohne diese beiden Faktoren betrage die Inflation in Euroland derzeit 1,9 bis 2,0 Prozent. Zuletzt wurde im gemeinsamen Währungsgebiet ein durchschnittlicher Anstieg der Verbraucherpreise von drei Prozent ermittelt. KONJUNKTURELLE LAGE IN EUROLAND DEUTLICH BESSER ALS IN USA Die konjunkturelle Lage in Euroland mit einem voraussichtlichen Wachstum von knapp 2,5 Prozent in diesem Jahr ist nach Auffassung des EZB-Chefvolkswirts deutlich besser als in den USA. "Niemand erwartet für den Euroraum eine Rezession." Das höhere Wachstum im vergleich zu Nordamerika dürfte sich auch in höheren Wechselkursen für den Euro niederschlagen. Die Gefahr, dass bei der Umstellung auf Euro zum Jahreswechsel 2001/2002 versteckte Preiserhöhungen vorgenommen werden, hält Issing für begrenzt. "Die Abschwächung des Wachstums wird den Missbraucheffekt in Schranken halten." Zugleich könne es sogar zu einer Gegenbewegung kommen, wenn bei einheitlicher Auszeichnung in Euro die immer noch erheblichen Preisunterschiede in den verschiedenen Ländern sichtbar würden./DP/af
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25.06.2001, 13:14
Die niedrigste Steigerung seit Januar weist das Statistische Bundesamt in Wiesbaden für die deutschen Erzeugerpreise im Monat Mai aus. Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Index der Erzeugerpreise gewerblicher Produkte in Deutschland um "nur noch" 4,6%. Noch im Vormonat lag eine Steigerung von 5% vor. Die Monatsveränderung des Index liegt bei 0,2%. Besonderen Einfluss haben die Energiepreise auf die Index-Entwicklung. Sie liegen durchschnittlich um 18,6% höher als noch im Mai 2000. Deutlich verteuert haben sich Erdgas (+ 36,8%) und Fernwärme (12%).
EU Einkaufsmanager-Index sinkt im Juni
Die Konjunkturschwäche in Deutschland wirkt sich auch auf die Euro-Zone aus. Der Einkaufsmanager-Index (EMI) fiel im Juni von 48,5 Punkten im Mai auf 47,9 Punkte. Dies ist der stärkste Rückgang seit zweieinhalb Jahren.
Analysten schätzten durchschnittlich einen Index-Stand von 47,7 Punkten für den Euro-Raum. Sie sehen keine Besserung. Dennoch erwarten sie keine Leitzinssenkung durch die Europäische Zentralbank (EZB), da sie keine Rezession, d.h. eine rückläufige Wirtschaftsleistung in zwei aufeinander folgenden Quartalen, befürchten.
Ein Index-Wert über 50 Punkte signalisiert ein Wirtschaftswachstum, während Werte unter 50 Punkten einen Rückgang der Wirtschaft andeuten
(finance - online)
Arbeitslosendaten:
http://www.vwd.de/frameset/news/wirtschaft_politik/236552.html
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06.07.2001, 01:26
Das, was vor allem die Politiker lange nicht wahr haben wollten, wird nun zur traurigen Wirklichkeit. Bernhard Jagoda, seines Zeichens Leiter der Bundesanstalt für Arbeit in Nürnberg, legt bei der Kommentierung der heute veröffentlichten Arbeitsmarktdaten die Finger in die offene Wunde der Bundesrepublik.
„Das verlangsamte Wirtschaftswachstum wirkt sich deutlich auf den Arbeitsmarkt aus.“ Die Juni-Zahlen sprechen für sich. Zwar sind die Arbeitslosenzahlen im Vorjahresvergleich zurück gegangen, der Anstieg im Vergleich mit den bereinigten Mai-Zahlen aber lässt nichts Gutes erahnen. Den schwächeren privaten Verbrauch und abnehmende Bauinvestitionen führt Jagoda an, die Arbeitsmarktentwicklung zu erklären.
Die Zahl der Arbeitslosen ist im Juni nach Angaben der Bundesanstalt saisonbereinigt um 22.000 auf 3,852 Mio. für Gesamtdeutschland angewachsen. Die Zahl freier Stellen ist rückläufig. Wer schafft künftig neue Stellen, die man auch besetzen kann? Die nüchterne Erkenntnis lautet - der deutsche Mittelstand.
Und gerade der ist es, der in der Steuer- und Förderungspolitik der Bundesregierung regelmäßig zu kurz kommt. Wann, wenn nicht jetzt, sind unsere Politiker gefordert, die „Kuh vom Eis zu bekommen“ und die nächste Stufe der Steuerreform zu zünden, in der auch der Mittelstand berücksichtigt wird?
Lippenbekenntnisse und Eingeständnisse, wie jüngst von SPD-Generalsekretär Franz Müntefering im Fernsehen, helfen wenig: „Wir haben die gesteckten Ziele nicht erreicht. Aber wir haben weniger Arbeitslose als vorher!“ Dass die hiesige Wirtschaft auch unter den negativen Konjunktureinflüssen der Weltwirtschaft leidet, muss man nicht in Frage stellen. Auch der höhere Ölpreis auf dem Weltmarkt spielt im Verbraucherverhalten sicher eine Rolle. Die Signale, Kauflust zu wecken und damit die für die Wirtschaft notwendige Nachfrage wiederzubeleben, aber können nur von der Politik ausgehen.
Was Deutschland braucht, sind nicht Politiker, die sich im Grabenkrieg der Partei- und Macht-Interessen gegenseitig zerfleischen, sondern Einigkeit in der Sache. Das ist man seinen Bürgern schuldig.
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09.07.2001, 08:42
SPD und CDU im Streit über Konjunktur nach wie vor weit auseinander
BERLIN (dpa-AFX) - Die beiden großen Volksparteien liegen im Streit über Konjunktur und Wirtschaftswachstum nach wie vor weit auseinander. Während Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) für den Fall eines Vorziehens der Steuerreform höhere Einnahmen in Aussicht stellte, warnte SPD-Fraktionschef Peter Struck vor Einnahmeverlusten in vielfacher Milliardenhöhe. KOCH FORDERT "WACHSTUMSSTIMULIERENDE STEUERMASSNAHMEN" "Würden wir wachstumsstimulierende Steuermaßnahmen machen, hätten wir in der Summe sogar mehr Geld", sagte Koch der "Financial Times Deutschland" (FTD, Montag). Er forderte daher erneut, die für 2005 geplante Steuerreform vorzuziehen. Die Steuereinnahmen würden schon jetzt wegbrechen, "aber nicht wegen der Steuerreform, sondern auf Grund von Attentismus in der Wirtschaft". Damit warf Koch der Bundesregierung vor, die gegenwärtigen Probleme auszusitzen. "Wer wie (Finanzminister) Hans Eichel nichts macht, steht am Ende mindestens ebenso begossen da, denn wir erwarten jetzt schon für 2002 Steuerausfälle von mindestens sieben Mrd. DM." STRUCK PLÄDIERT WEITERHIN FÜR "POLITIK DER RUHIGEN HAND" Dagegen plädierte Struck im Berliner "Tagesspiegel" (Montag) erneut für eine Politik der "ruhigen Hand" ohne "zusätzliche hektische Aktivitäten wie Konjunkturprogramme". Wer die Steuerreform vorziehen wolle, müsse "dann auch sagen, wo die 13,6 Mrd. DM herkommen sollen, die das kosten würde. Dazu schweigt die Opposition." Die Alternativen wären lediglich eine Erhöhung der Mehrwertsteuer oder höhere Verschuldung, meinte Struck. "Beides wären falsche Wege. Wir sind uns bei unserem Ziel, die Schulden abzubauen, auch mit der großen Mehrheit der Bevölkerung einig." Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hat am Wochenende erstmals offen Zweifel erkennen lassen, ob das selbstgesteckte Ziel von weniger als 3,5 Mio. Arbeitslosen bis zur Bundestagswahl 2002 zu erreichen ist. "Wenn es nicht gelingt, werden wir uns fragen müssen, woran es gelegen hat", sagte er der "Bild am Sonntag". EICHEL WILL KEINE STAATLISCHEN KONJUNKTURPROGRAMME Trotz der Stagnation am Arbeitsmarkt will Finanzminister Eichel jedoch bei der Haushaltssanierung Kurs halten und keine staatlichen Konjunkturprogramme auflegen. Eichel sagte dem Nachrichtensender n- tv, er sehe beim Wirtschaftswachstum "Signale der Besserung". Der Direktor des Kölner Instituts der deutschen Wirtschaft, Gerhard Fels, empfahl, einen Teil der für 2003 und 2005 beschlossenen Steuersenkungen vorzuziehen. Nach Ansicht der stellvertretenden DGB- Vorsitzenden Ursula Engelen-Kefer muss sich die Bundesregierung zwischen der angestrebten Senkung der Arbeitslosenzahl und dem geplanten Abbau der Neuverschuldung entscheiden. Beides werde sie "nicht erreichen können", sagte sie./DP/ll/sh
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12.07.2001, 20:34
Remsperger (Bundesbank): Zinsniveau angemessen, vorsichtige Geldpolitik ratsam
FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Chefvolkswirt der Deutschen Bundesbank, Hermann Remsperger, hat am Donnerstag in Frankfurt für eine vorsichtige Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) plädiert. "Die Zinsen befinden sich aus heutiger Sicht auf einem angemessenen Niveau", sagte er in einem Gespräch mit der "Börsen-Zeitung" (Freitagsausgabe). Die Finanzierungsbedingungen für Investitionen seien "günstig", urteilte er. Die Geldpolitik stehe einer Belebung der Konjunktur "nicht im Wege". Andererseits sei die Inflationsrate nach wie vor "zu hoch", wenngleich sie sich in der letzten Zeit "etwas abgeschwächt" habe, das Geldmengenwachstum habe sich verstärkt, der Eurokurs tendiere weiter zur Schwäche und die Lage an den Ölmärkten bleibe unsicher, umschrieb er das konjunkturelle Umfeld. "In dieser schwierigen Situation ist eine vorsichtige geldpolitische Haltung angezeigt", erklärte Remsperger. An der "Stabilitätsorientierung" des Rates der EZB dürften keine Zweifel aufkommen, sonst drohten "Zweitrundeneffekte, insbesondere bei den Löhnen", warnte er. Die Deutsche Bundesbank erwartet, dass die deutsche Wirtschaft bis Jahresende wie der an Schwung gewinnt: "Nach wie vor halten wir an der Einschätzung fest, dass sich die konjunkurelle Lage allmählich verbessern wird", sagte Remsperger. Die Wachstumsprognose der Bundesbank von 1,5 bis 2 Prozent für das Jahr 2001 würde er aber "etwas tiefer hängen". Gründe für diese Korrektur seien vor allem die "enttäuschenden Daten für das erste Halbjahr 2001". Das bedeute aber "keine vollkommene Neueinschätzung der Konjunktur und deren Perspektiven" betonte der Chefvolkswirt. TEUERUNG DÜRFTE IM ZWEITEN HALBJAHR NACHLASSEN Die jüngste Teuerung bei Energie und Nahrungsmitteln, die in letzter Zeit das Wachstum gedämpft habe, dürfte im zweiten Halbjahr nachlassen - die Kaufkraft der Verbraucher dagegen zunehmen. Dann dürften nach Ansicht vn Remsperger auch die Steuerentlastungen wirksam werden, die bisher vom Preisanstieg kompensiert worden seien. "Sollte sich die Aufhellung des internationalen Umfelds verzögern und ziehen die Ölpreise - möglicherweise wegen starker spekulativer Einflüsse - wieder an, so würden wieder Abstriche am Bild der Konjunkturverbesserung notwendig." Das gelte auch im Fall von "stärkeren Spannungen" an den Finanzmärkten. "AUTOMATISCHE STABILISATOREN" WIRKEN LASSEN Um "konjunkturelle Ausschläge zu glätten", sei es grundsätzlich sinnvoll "automatische Stabilisatoren" zu nutzen. Das Budgetdefizit, das dadurch steigen würde, sollte man hinnehmen, "aber zugleich konsequent an der Ausgabenkonsolidierung festhalten", sagte der Chefvolkswirt der Deutschen Bundesbank. Der IWF gehe davon aus, dass sich durch diese Stabilisatoren die Defizitquote auf 2 Prozent erhöhen werde. Wenn man jetzt noch zusätzliche Konjunkturprogramme auflegte oder einen Teil der Steuerreform vorzöge, wäre "die Gefahr groß, dass die Defizitquote, die ohnehin über dem Schwellenwert von 1,5 Prozent liegt, den die Bundesregierung vereinbart habe, "noch darüber hinaus geht", warnte Remsperger./aka/bz/hi
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16.07.2001, 08:53
Großhandelspreise steigen im Juni in Deutschland binnen Jahresfrist um 3,1%
WIESBADEN (dpa-AFX) - Die Großhandelsverkaufspreise sind im Juni 2001 binnen Jahresfrist um 3,1% gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mitteilte, ist dies die niedrigste Jahressteigerungsrate seit November 1999 (+2,6%). Im Mai 2001 und im April 2001 hatte die Jahresveränderungsrate +4,0% beziehungsweise +4,1% betragen. Der Gesamtindex ohne Mineralölerzeugnisse lag im Juni 2001 um 2,8% über dem Vorjahresniveau. Gegenüber dem Vormonat fielen die Großhandelsverkaufspreise um 0,5%. Ohne Mineralölerzeugnisse lag der Index der Großhandelsverkaufspreise um 0,4% unter dem Stand von Mai 2001. Binnen Monatsfrist verbilligten sich vor allem Schweinefleisch (-12,2%), lebende Schweine (-11,2%) und Motorenbenzin (-5,0%). Dagegen wurden Kartoffeln (+82,4%), Zitrusfrüchte (+11,1%) und leichtes Heizöl (+3,8%) teurer. Starke Verteuerungen im Vergleich zum Vorjahr gab es im Juni 2001 unter anderem bei folgenden Gütern: Zitrusfrüchte (+44,7%), Geflügelfleisch (+37,0%), Bananen (+ 30,3%), lebende Schweine (+25,5%), Schweinefleisch (+ 19,8 %), leichtes Heizöl (+13,3%), Futtermittel (+10,5%), Milch und Milcherzeugnisse (+9,4%), Dieselkraftstoff (+8,0%) sowie Steinkohle und Steinkohlenbriketts (+7,7%). Dagegen waren lebende Rinder (-27,5%), Kartoffeln (-14,6%), Rohkaffee (- 11,5%), Getreide (- 6,2%) und Rindfleisch (- 5,7%) billiger als vor einem Jahr./jh/tw/sk
Eurozone/Analysten: Anstieg Industrieproduktion keine Trendwende
Frankfurt (vwd) - Volkswirte sehen in dem überraschend stark ausgefallenen Juni-Anstieg der Industrieproduktion in der Eurozone noch keine Anzeichen für eine Trendwende. Die Zahlen seien besser als erwartet ausgefallen, sagt Volkswirtin Manuale Preuschel von Deutsche Bank Research. Allerdings lägen den Prognosen Länderdaten zu Grunde. Daher seien die Zahlen immer für gewisse Überraschungen gut.
Der am Montag von Eurostat gemeldete saisonbereinigte Anstieg der Industrieproduktion im Euroraum um 0,6 Prozent gegenüber Mai und um 1,4 Prozent gegenüber Juni 2000 gebe also "keinen Anlass, nun überoptimistisch zu werden", fügt Preuschel hinzu. Analysten hatten im Monatsvergleich mit einem Rückgang um 0,4 Prozent und im Jahresvergleich einen Zuwachs von 1,2 Prozent gerechnet. Allerdings lieferten diese Daten nun Anzeichen dafür, dass Euroland nicht in die Rezession abgleite, sagt die Volkswirtin. Bei den Schätzungen für das Bruttoinlandsprodukt (BIP) für den Euroraum sei nun mit einem leichten Plus für das zweite Quartal zu rechnen.
Nachdem die Industrieproduktion im Juni verglichen zum Vormonat erstmals seit Februar wieder zulegen konnte, erwarten Volkswirte der Commerzbank für die Sommermonate wieder einen Rückgang der industriellen Erzeugung im Euroraum. Die Chancen für eine Erholung im Herbst seien aber weiterhin günstig, fügen die Experten hinzu. Dann dürfte die Inlandsnachfrage durch die niedrigere Teuerung und die zumindest für Deutschland noch nicht im vollen Umfang nachfragewirksam gewordenen Steuerentlastungen leicht an Dynamik gewinnen. Zudem sei mit einer Stabilisierung der US-Wirtschaft und einer Aufhellung der Exportaussichten zu rechnen. Die aktuelle Aufwertung des Euro werde den Export nicht nennenswert belasten, meinen die Commerzbank-Ökonomen. +++ Frances Palgrave
vwd/20.8.2001/pal/ptr
20. August 2001, 12:41
euroinvest
12.09.2001, 13:30
Deutschland: 4,2 Prozent weniger Sozialhilfeempfänger im Jahr 2000
WIESBADEN (dpa-AFX) - Die Zahl der Sozialhilfeempfänger in Deutschland hat im Jahr 2000 um 4,2 Prozent abgenommen. Aufgrund einer Nachlieferung von Daten korrigierte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Mittwoch seine im August gemeldete Veröffentlichung. Ursprünglich war eine Abnahme um 4,5 Prozent gemeldet worden. Ende 2000 bezogen insgesamt rund 2,69 Mio. Menschen Sozialhilfe in Form von laufender Hilfe zum Lebensunterhalt und nicht, wie im August gemeldet, 2,68 Mio.. Die Korrektur betrifft Nordrhein-Westfalen, wo 9500 Sozialhilfeempfänger nachgemeldet wurden./FP/rh
Quelle: DPA-AFX
euroinvest
13.09.2001, 11:20
Deutscher Bankenverband hält weltweites Rezessionsrisiko für gering
BERLIN (dpa-AFX) - Die weltwirtschaftlichen Auswirkungen der Terroranschläge in den USA werden nach Einschätzung der privaten Banken begrenzt bleiben. Sorgen vor einer Rezession wären besonders dann angebracht, wenn es zu einer nachhaltigen Krise auf den Rohölmärkten käme. Dies sei "aus heutiger Sicht" aber nicht zu befürchten, teilte der Bundesverband deutscher Banken am Donnerstag in seinem September-Konjunkturbericht mit. Außerdem hätten die wichtigsten Zentralbanken der Welt klargestellt, dass sie die Stabilität der Finanzmärkte gegebenenfalls mit zusätzlicher Liquidität gewährleisten werden. Auch an den internationalen Devisenmärkten habe sich die Lage schnell wieder beruhigt. In einer Phase der globalen Verlangsamung des Wirtschaftswachstums hätten die Terrorakte in den Vereinigten Staaten die weltwirtschaftliche Unsicherheit aber erhöht, hieß es weiter./DP/rh
Quelle: DPA-AFX
euroinvest
15.09.2001, 15:38
FOKUS 1 - Eichel warnt vor getrübtem Verbrauchervertrauen
Bielefeld, 15. Sep (Reuters) - Falls die Terroranschläge in den USA das Vertrauen der Verbraucher beeinträchtigen sollten, wird 2001 für die Weltwirtschaft nach Einschätzung von Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) ein schwieriges Jahr. Insgesamt bestehe für Pessimismus aber kein Anlass, sagte Eichel am Samstag weiter in einer Rede vor Unternehmern in Bielefeld. "Die grundlegende Verfassung der Weltwirtschaft hat sich dadurch nicht geändert", sagte Eichel. Deutschland werde auch in diesem Jahr ein Wachstum verzeichnen, allerdings sehr abgeschwächt, sagte Eichel weiter. Der Konjunkturexperte des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Gustav Horn, sagte: "Die Lage ist beherrschbar." Das DIW sehe Anzeichen dafür, dass sich die Wirtschaftsentwicklung wie vor den Anschlägen fortsetzt, sagte er der "Frankfurter Rundschau". Die Hauptlast der Anschläge hätten die USA zu tragen, sagte Eichel. Umso mehr komme es darauf an, dass die Europäer Mut zeigten. Konjunkturprogrammen oder einem Vorziehen der Steuerreform erteilte Eichel erneut eine Absage. Nach den Terroranschlägen in New York und Washington war es am deutschen Aktienmarkt zu Einbrüchen gekommen. Die USA haben Vergeltung angekündigt. Über eine Beteiligung der Bundeswehr werden in der kommenden Woche erste Entscheidungen erwartet. Horn sagte, zwar sei es noch viel zu früh, seriöse Aussagen über den weiteren Verlauf der US-Konjunktur zu treffen. Zwei Faktoren gäben aber Anlass zur Zuversicht: Die Börseneinbrüche in den Stunden nach den Attentaten vom Dienstag seien relativ gering gewesen. "Wir hatten schon viel stärkere Crashs." Zum anderen habe sich auch der Anstieg der Ölpreise wieder beruhigt. Auch die Länder des Erdölkartells OPEC hätten kein Interesse daran, eine Rezession auszulösen. Die bereits zuvor vom Institut in Frage gestellte deutsche Wachstumsprognose des DIW für 2002 von real 2,3 Prozent werde wohl nicht zu erreichen sein, sagte Horn. Die Anschläge hätten zwar die wirtschaftliche Unsicherheit erhöht, sagte Horn. Er mahnte aber zur Vorsicht: Erst in einer Woche oder zehn Tagen sei erkennbar, wie sich die US-Wirtschaft weiter entwickelt. "Dann kann die Welt schon anders aussehen. Es kann auch zu einem regelrechten Investitionsschub kommen." Zugleich kritisierte er die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank, die eine Zeitzinssenkung am Donnerstag abgelehnt hatte. "Ich sehe derzeit als Hauptproblem in Europa, dass die Wirtschaft keine Impulse von der Geldpolitik bekommt." cal
Quelle: REUTERS
euroinvest
18.09.2001, 11:34
Experten rechnen mit sinkender Inflationsrate in der Eurozone
FRANKFURT (dpa-AFX) Die Inflation in der Eurozone wird sich nach Ansicht von Experten im August und September weiter verlangsamen. Analysten schätzen, dass die für den heutigen Dienstag um 12.00 Uhr erwarteten Daten zum Harmonisierten Verbraucherpreisindex für den August eine Teuerungsrate von 2,7 Prozent ausweisen. Im Juli waren die Verbraucherpreise auf Jahresbasis noch um 2,8 Prozent gestiegen, nachdem die Teuerung im Mai mit 3,4 Prozent einen Höchststand erreicht hatten. Einen noch stärkeren Fall der Inflationsrate erwarten Analysten für den September. Am Freitag werden erste Zahlen für die Bundesrepublik veröffentlicht, die diese Erwartung stützen sollten. Die deutschen Zahlen würden sich weit eindrucksvoller zeigen als die Daten für die gesamte Eurozone, sagte Stephan Rieke von der BHF Bank voraus. Die Inflationsrate in Deutschland könnte im September auf 2,0 Prozent fallen. Das wäre exakt die von der Europäischen Zentralbank gesetzte maximale Teuerungsrate. Im August hatte die Inflation in Deutschland noch bei 2,6 Prozent gelegen. Auch nach den Terror-Anschlägen in den USA rechnet Rieke damit, dass sich die Teuerung spätestens im ersten Quartal des kommenden Jahres auf 2 Prozent oder weniger verlangsamen werde. Auch EZB-Präsident Wim Duisenberg hatte nach den Anschlägen seine Prognose aufrecht erhalten, nach der die Inflation in der Eurozone in der zweiten Jahreshälfte 2002 unterhalb des EZB-Referenzwertes von 2 Prozent liegen werde. Analysten erwarten aber mit Spannung den für Donnerstag erwarteten EZB-Monatsbericht, in dem es Hinweise auf eine veränderte Wachstums- und Inflationsprognose der Zentralbank für die Eurozone geben könnte.
Quelle: DPA-AFX
euroinvest
23.10.2001, 22:47
Eichel - Stecken derzeit in Stagnation
Berlin, 23. Okt (Reuters) - Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) sieht die deutsche Wirtschaft derzeit in einer Stagnation, die aber im nächsten Jahr von einer deutlichen Aufwärtsbewegung abgelöst werde. Eichel sprach am Dienstagabend im "ZDF"-Heute Journal von einer "Stagnation, die wir derzeit haben". Für das nächste Jahr sei aber nach Einschätzung der Wirtschaftsforschungsinstitute mit einem Wachstum von 1,3 Prozent zu rechnen, was dem Durchschnittswert der 90er Jahre entspreche. Eichel versicherte, er wolle trotz der aktuellen wirtschaftlichen Schwäche an seiner Politik heraus aus den hohen Staatsschulden festhalten. Auf die Frage, wie er mit dem von den Instituten vorausgesagtem Milliardenloch im Haushalt wegen der ungünstigen Konjunkturentwicklung umgehen werde, sagte der Minister, zunächst müsse die Steuerschätzung im November abgewartet werden. "Und dann werden wir unsere Vorschläge machen", kündigte der Minister an. Er warnte zudem, ein Abrücken vom Konsolidierungskurs würde der Europäischen Zentralbank (EZB) Spielraum in der Zinspolitik nehmen und dem Euro schaden. hel/jas
Quelle: REUTERS
Warten auf die US-Arbeitsmarktdaten
(gatrixx) Der Börsentag am Freitag dürfte lediglich am Nachmittag in Bewegung kommen, wenn die US-Arbeitsmarktdaten für Oktober vorgelegt werden. Analysten erwarten wenig Positives, da sich erst jetzt die Nachwirkung der Terroranschläge vom 11. September bemerkbar machen werde. Die Arbeitsmarktdaten dürften allerdings mit nicht so viel Spannung erwartet werden wie die in der nächsten Woche anstehenden Notenbanksitzungen.
Vom Wirtschaftsdienst vwd befragte Analysten rechnen im Schnitt mit einem Wegfall von 289.000 Arbeitsplätzen im Oktober. Gleichzeitig wird ein Anstieg der Arbeitslosenquote auf 5,2 Prozent prognostiziert. Diese hatte im September bei 4,9 Prozent gelegen. Die Arbeitslosenquote würde damit den höchsten Stand seit März 1997 verzeichnen.
Die durchschnittlichen Oktober-Stundenlöhne dürften nach Ansicht der Auguren auf Monatsbasis moderat um 0,2 Prozent steigen. Gegenüber dem Vorjahr lägen die Stundenlöhne damit - wie auch im September - um 4,3 Prozent höher. Den Experten zufolge ist die moderate Lohnentwicklung Beleg für die sich zunehmend verschlechternde Lage auf dem US-Arbeitsmarkt.
Dienstleistungssektor trifft es besonders hart
Die Schätzungen für das Ausmaß des Stellenabbaus klaffen bei den Analysten deutlich auseinander. Goldman Sachs erwarten einen Wegfall von 300.000 Arbeitsplätzen. Die Volkswirte von SalomonSmithBarney (SSB) sind mit einem Minus von 400.000 Stellen deutlich pessimistischer.
Die SSB-Analysten schätzen vor allem die Stellenentwicklung im Dienstleistungsbereich als sehr negativ ein und erwarten hier einen Verlust von 290.000 Arbeitsplätzen. Selbst im öffentlichen Sektor, wo zuletzt noch Stellen geschaffen wurden, dürfte es SSB zufolge im Oktober einen Abbau von rund 20.000 Stellen gegeben haben. Für den seit längerem leidgeprüften Industriesektor wird ein weiterer Verlust von 90.000 Arbeitsplätzen erwartet.
Schlechte Aussichten
Die nächsten Monate dürften weiter schwierig werden. Angesichts der von vielen Unternehmen angekündigten Entlassungen und einer bis möglichweise ins zweite Quartal 2002 hinein reichenden Rezession dürfte bis Mitte kommenden Jahres die Arbeitslosenquote auf rund 6 Prozent steigen. Und selbst wenn die US-Konjunktur vorher drehen sollte, wird es den Experten zufolge noch einige Zeit dauern, bis dies auf den Arbeitsmarkt niederschlagen wird.
Tagesvorschau Unternehmenszahlen
Im Laufe des Freitags stehen neben den US-Arbeitsmarktdaten, die gegen 14.30 Uhr veröffentlicht werden, folgende Termine an:
Dyckerhoff Q3-Zahlen
LTU Touristik PK zu abgelaufenem Geschäftsjahr NL:
Versatel Q3-Zahlen:
Telecom Italia HV USA:
Auftragseingänge Industrie September SWE:
Verbrauchervertrauen NOR:
Kvaerner außerordentliche Hauptversammlung
Zahlen vorgelegt haben bereits:
Unilever Q3-Zahlen
Brainpower Q3-Zahlen
Pro DV Q3-Zahlen
Steag Hamatech Q3-Zahlen
Warten auf EZB und Fed
Wichtiger als die US-Arbeitsmarktdaten und Unternehmenszahlen am Freitag sind für Börsianer die Zentralbanksitzungen in der nächsten Woche. Ein Idealszenario wäre laut Händlern eine Zinssenkung erst durch die US-Notenbank am Dienstag und dann durch die Europäische Zentralbank (EZB) am Donnerstag. (sei)
02.11. - 08:48 Uhr
euroinvest
16.11.2001, 08:56
Deutschland: Zahl der Insolvenzen steigt im Juli um 15 Prozent
WIESBADEN (dpa-AFX) - Die Zahl der Insolvenzen ist in Deutschland im Juli um 15 Prozent zum Vorjahr gestiegen. Dabei habe sich die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in dieser Zeit um 12 Prozent erhöht, teilte Destatis, das Statistische Bundesamt, am Freitag in Wiesbaden mit. Demnach gab es im Juli diesen Jahres in Deutschland 4.200 Insolvenzfälle, darunter 2.800 von Unternehmen (einschließlich Kleingewerbe). Neben den Unternehmensinsolvenzen seien unter anderem 1.100 Verbraucherinsolvenzen (plus 31 Prozent) und 172 Nachlassinsolvenzen registriert worden, hieß es. OFFENE GLÄUBIGER-FORDERUNGEN VON RUND 4,2 MRD MARK Für die im Juli beantragten Insolvenzverfahren hätten die Gerichte offene Forderungen der Gläubiger in Höhe von rund 4,2 Milliarden DM ermittelt. Bei den Unternehmen seien zum Zeitpunkt der Insolvenzanträge etwa 15.000 Arbeitnehmer beschäftigt gewesen. Von Januar bis Juli 2001 habe es insgesamt rund 29.000 Insolvenzen (plus 24 Prozent gegenüber Januar bis Juli 2000), darunter 19.000 Unternehmensinsolvenzen (plus 18 Prozent) und 8.000 Verbraucherinsolvenzen (plus 50 Prozent) gegeben. In den neuen Ländern seien in den ersten sieben Monaten des Jahres rund 6.600 Insolvenzen gezählt worden, darunter 5.200 von Unternehmen und 1.100 von Verbrauchern. Die Zunahme der Gesamtzahl (plus 22 Prozent) und der Unternehmensinsolvenzen (plus 17 Prozent) habe in etwa dem Bundesdurchschnitt entsprochen; die Zunahme der Verbraucherinsolvenzen sei jedoch mit 93 Prozent überdurchschnittlich hoch ausgefallen./av/jh/ar
Quelle: DPA-AFX
euroinvest
18.11.2001, 21:03
Presse: Steigende Arbeitslosenzahlen gefährden Etat der Bundesanstalt für Arbeit
Der gerade erst beschlossene Etat der Bundesanstalt für Arbeit für 2002 gerät durch die Prognosen der Wirtschaftsweisen ins Wanken. "UnserHaushalt für nächstes Jahr bietet keinen Spielraum für noch schlechtere Arbeitslosenzahlen", sagte die Vorsitzende des Verwaltungsrats derNürnberger Behörde, Christiane Bretz, dem Nachrichtenmagazin 'Focus'. Die Bundesanstalt sei verpflichtet, ihren Haushalt nach der Steuerschätzung im Herbst aufzustellen. Deshalb seien 3,89 Millionen Arbeitslose zu Grunde gelegt worden. Die fünf Wirtschaftsweisen gehen aber für 2002 von 3,96 Millionen aus.
Einer Faustregel von Arbeitsmarktexperten zufolge ergeben sich damit Zusatzausgaben von über einer Milliarde Mark. Damit würde das Defizit der Bundesanstalt im kommenden Jahr auf mindestens fünf Milliarden Mark steigen. Die Bundesanstalt kann für ihre Aufgaben über 105,9 Milliarden Mark verfügen.
Mit Druck auf ältere Joblose versucht die Bundesanstalt außerdem im Wahljahr 2002 die Arbeitslosenstatistik zu schönen - mit Hilfe einer Regelung von Ex-Sozialminister Norbert Blüm, berichtet 'Der Spiegel'. Danach werden Jobsuchende, die älter als 58 sind, nicht mehr als arbeitslos gezählt, wenn sie schriftlich bestätigen, dass sie nicht mehr vermittelt werden wollen. Verstärkt mühen sich nun die Arbeitsämter, ihre älteren Stempelgänger mit Briefen und Broschüren von den Vorteilen der Regelung zu überzeugen. Wer mitmacht, heißt es da, könne länger Urlaub machen und müsse keine Sperrzeiten mehr fürchten.
In den vergangenen Monaten hat sich die Zahl der Arbeitslosen, die eine entsprechende Erklärung unterschrieben haben, bereits um 40000 erhöht. Nun will Behördenchef Bernhard Jagoda die Zahl weiter steigern. So müssen Arbeitsamtschefs, die noch immer zu viele Ältere in ihrer Statistik führen, bereits seit Monaten Mahnbriefe aus der Zentrale beantworten: Die Direktoren sollen erklären, mit welchen Maßnahmen sie ihre Bilanz verbessern wollen. Hat die Aktion Erfolg, könnten im nächsten Jahr bis zu einer Viertel Million Arbeitslose aus der Statistik fallen. (as)
euroinvest
06.02.2002, 14:00
Nach Angaben der Bundesanstalt für Arbeit ist die Anzahl der Arbeitslosen im Januar um 326.400 auf 4.289.900 gestiegen. Das waren 196.700 mehr als im Januar vor einem Jahr. Im Jahresvergleich ist das der größte Anstieg seit Dezember 1997.
Die Arbeitslosenquote stieg von 9,6 Prozent im Dezember auf 10,4 Prozent im Januar.
Als Ursache für die starke Zunahme der Arbeitslosigkeit machte der Präsident der Bundesanstalt für Arbeit, Bernhard Jagoda, den kalten und schneereichen Januar verantwortlich. Aber auch die konjunkturelle Schwäche habe sich am Arbeitsmarkt niedergeschlagen. Jagoda hält auch für Februar eine weitere "marginale Erhöhung" für möglich. Im Frühjahr wird die Arbeitslosigkeit jedoch wieder deutlich zurückgehen, so Jagoda.
Der Anstieg der Arbeitslosigkeit hat sich insbesondere auf den Westen konzentriert. Die Industrie habe im Westen größeres Gewicht als im Osten, gerade die neige derzeit zur Schwäche.