Vollständige Version anzeigen : (EZB) und die Leitzinsen
euroinvest
12.01.2001, 15:28
Nach mehrheitlicher Einschätzung von Volkswirten wird die Europäische Zentralbank (EZB) die Leitzinsen auf ihrer nächsten Ratssitzung am 18. Januar unverändert bei 4,75 Prozent lassen. Bis Ende Juni halten 40 von 58 Analysten eine Leitzinssenkung der europäischen Währungshüter um 25 Basispunkte jedoch für sehr wahrscheinlich. Behalten die Experten Recht, wird der Leitzins bis zum Jahresende bei 4,50% zum Stehen kommen und sich auf diesem Niveau bis Ende 2002 in eine zinspolitische Wartestellung begeben.
euroinvest
01.02.2001, 14:36
Die Europäische Zentralbank hat die Leitzinsen nicht geändert. Der für die Refinanzierung der Geschäftsbanken maßgebliche Schlüsselzins betrage weiterhin 4,75%, teilt die EZB in Frankfurt mit. Auf einer Pressekonferenz um 14:30 Uhr wird die EZB ihre Entscheidung erläutern. Zwar hat im Vorfeld der Zinsentscheidung die Mehrheit der Volkswirte nicht mit einer Zinssenkung zum jetzigen Zeitpunkt gerechnet, dennoch erhofft man von EZB-Präsident Wim Duisenberg Signale, die auf Zinssenkungen in den kommenden Monaten hindeuten.
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euroinvest
14.02.2001, 14:47
Auf der Ratsitzung der Europäischen Zentralbank am Donnerstag wird es nach Ansicht eines Großteils der Volkswirte zu keiner Zinssenkung im Euro-Raum kommen. Die EZB befindet sich trotz der jüngsten Leitzinssenkungen in den USA in einer abwartenden Haltung. Anhaltende Inflationsgefahren und der optimistische Konjunkturausblick der EZB sprechen derzeit noch gegen eine Senkung der Leitzinsen. Die Inflationszahlen liegen in der Euro-Zone weiterhin deutlich über der Marke von 2%. Dagegen beschäftigt die Abschwächung der US-Konjunktur die Notenbänker hier zulande. Erst wenn sich bei beiden Faktoren ein eindeutiges Bild ergibt, wird sich die Zentralbank eine klare Meinung zur Zinssenkung bilden.
Im vergangenen Dezember beträgt die Inflationsrate 2,6% nach 2,9% im Vormonat. Über der Marke von 2% sieht die EZB die mittelfristig Preisstabilität gewährleistet. Gleichzeitig befindet sich die Wachstumsrate in Europa über 3%, was ebenfalls keinen Anlass zu einer Zinssenkung gibt.
Eine Chance für eine Senkung der Zinsen ergibt sich mit dem verlangsamten Geldmengenwachstum. Ohne Inkonsequent zu sein, könnte die EZB über dieses Argument die Zinsschraube nach unten drehen und den Aktienmärkte wieder auftrieb verleihen. Im April wird damit gerechnet, dass die Geldmenge M3 deutlich unter dem Referenzwert der EZB von 4,5% wachsen wird. Eine Verlangsamung der Geldmenge signalisiert gewöhnlich geringeren Inflationsdruck.
Die Zinssenkungen in den USA sollten Wim Duisenberg nicht unter Druck bringen. Im vergangenen Monat hat Alan Greenspan, Chef der US-Notenbank, die Leitzinsen um 100 Basispunkte auf 5,50% gesenkt. Eine Verringerung der Zinsdifferenz zu den USA ist außerdem positiv für den Euro.
Eine entgültige Entscheidung von Seiten der EZB wird am Donnerstag gegen 13.45 Uhr erwartet.
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01.03.2001, 14:19
Die Europäische Zentralbank (EZB) lässt die Leitzinsen in der Euro-Zone unverändert. Der für die Refinanzierung der Banken maßgebende Schlüsselzins beträgt weiterhin 4,75%. Experten sind im Vorfeld nicht davon ausgegangen, dass die Zentralbank die Leitzinsen ändern wird. Die EZB betonte in der Vergangenheit immer wieder, dass die weiterhin existierenden Inflationsrisiken eine Senkung der Zinsen nicht rechtfertige. Analysten rechnen damit, dass Zentralbank-Chef Wim Duisenberg möglicherweise im April die Zinsen senken wird.
euroinvest
15.03.2001, 15:12
Wie erwartet hat die Europäische Zentralbank (EZB) auf ihrer heutigen Sitzung die Leitzinsen in der Euro-Zone nicht gesenkt. Mit dieser Entscheidung war überwiegend gerechnet worden, da die Verbraucherpreise in einigen Mitgliedsländern der Euro-Zone wieder gestiegen sind und die EZB weiter optimistisch auf die EU-Konjunktur blickt. Jetzt erwarten Marktbeobachter eine Leitzinssenkung erst wieder im April. Zugleich gilt es als ausgeschlossen, dass die EZB im Umfeld der jüngsten Kursverluste an den Aktienmärkten die Zinsen senken wird.
p.s. Der Sau http://www.stockboard.de/ubb/mad.gif.
Sorry leute, aber das musste ich raus lassen. http://www.stockboard.de/ubb/wink.gif
euroinvest
29.03.2001, 14:26
EZB läßt Leitzinsen unverändert - Hauptrefinanzierungsgeschäft bei 4,75%
FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Europäische Zentralbank (EZB) hat auf ihrer Sitzung am Donnerstag die Leitzinsen unverändert belassen. Hauptrefinanzierungsgeschäfte werden weiterhin als Zinstender mit einem Zinssatz von 4,75% ausgeschrieben, teilte die EZB am Donnerstag in Frankfurt mit. Der Satz für die Einlagenfazilität bleibt bei 3,75% und der für die Spitzenrefinanzierungsfazilität bei 5,75%./
euroinvest
04.04.2001, 14:42
Die Börsenwelt vernimmt es mit Schrecken. Nach den Worten des Bundesbankpräsidenten Ernst Welteke wird die Europäische Zentralbank ihre Hände trotz der zunehmenden Konjunkturrisiken weiter in den Schoß legen. Wie Welteke am Rande der Jahrespressekonferenz der Bundesbank in Frankfurt erklärte, werde die EZB ihre abwartende Haltung in der Zinspolitik weiter beibehalten. Allerdings würden die europäischen Währungshüter bei den kommenden Ratssitzungen die Inflationstendenzen weiterhin im Auge behalten.
Aus der FTD vom 23.4.2001
Leitartikel: Disziplinlose EU-Finanzminister
Die EU-Finanzminister sind beim Thema Zinssenkung ebenso zerstritten wie vermutlich der EZB-Rat. Weil sie ihren Dissens auch noch öffentlich machen, verspielen sie die Chance, Einfluss auszuüben.
Uneinigkeit macht nicht stark. Das wissen die Finanzminister der Währungsunion genau - und sie halten sich nicht daran. So war es auch in Malmö, wo sie am Wochenende ihren Streit über die Zinspolitik öffentlich machten.
Schlimmer jedoch als die erneute Demonstration der inneren Zerstrittenheit der Eurogruppe ist, wie dilettantisch die Minister mit dem heiklen Thema Geldpolitik umgehen. Die angebrachte Zinssenkung für die Euro-Zone wird sich dadurch eher hinauszögern, als beschleunigen. Denn die EZB gefällt sich darin, laut vorgetragene Wünsche zu missachten, um ja keine Zweifel an ihrer Unabhängigkeit zu schüren.
Dass die Minister sich nicht einig sind, hängt mit dem Zustand der jeweiligen Volkswirtschaften zusammen. Deutschland und Italien würden bei der schwachen Konjunktur eine Zinssenkung begrüßen. Spanien ist wie die Vertreter anderer wachstumsstarker Länder dagegen.
Gemeinsame Sicht notwendig
Die Finanzminister hätten jedoch an einer gemeinsamen Sicht arbeiten sollen - schließlich dreht es sich nicht mehr um nationale Geldpolitiken, sondern um einen gemeinsamen Zins einer gemeinsamen Währung in einem Wirtschaftsraum. Genauso wie es für die Geldpolitik der Bundesbank nicht um den richtigen Zins für Bayern oder Berlin ging, sondern um das richtige Niveau für die D-Mark.
Wäre ihnen dies gelungen, hätten sie EZB-Präsident Wim Duisenberg sanft mit ihrer Sicht konfrontieren können. Dazu, und zu allen anderen Fällen, in denen Finanzminister und Zentralbank sich austauschen, gehört allerdings Diskretion - wie zu Zeiten der D-Mark, wenn Bundesbank und Regierung hinter verschlossenen Türen konferierten. Wohl weil diese fehlte, war Finanzminister Hans Eichel so wütend auf seine Kollegen aus Österreich und Belgien - nicht wegen des Inhalts ihrer Äußerungen.
Alle die, die gegen Zinssenkungen sind, können sich nun bei Österreichs Finanzminster Karl-Heinz Grasser bedanken. Seine Forderung nach niedrigeren Zinsen ist zwar inhaltlich richtig. Doch die fällige EZB-Entscheidung aber hat er damit wohl weiter verschoben.
Weitere Leitartikel zu den Themen "Softwareriesen im Aufschwung" und "CSU-Einwanderungspolitik" in der FTD-Ausgabe vom 23.04.2001.
© 2001 Financial Times Deutschland
euroinvest
24.04.2001, 01:17
Der Druck auf die Europäische Zentralbank (EZB) die Zinsen zu senken wächst weiter. Nachdem die amerikanische Notenbank mit ihrem überraschendem Zinsschritt nach unten den Vorreiter gespielt hat, verstärken sich jetzt auch die konjunkturellen Gründe für niedrigere Zinsen.
Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich nämlich im März erneut verschlechtert. Der Geschäftsklimaindex Westdeutschland sei auf 93,9 Punkte von 94,9 Punkten im Vormonat gesunken, teilte das Ifo-Institut am Montag in München mit. Von Reuters befragte Analysten hatten im Durchschnitt einen Rückgang auf 94,4 Punkte prognostiziert. Damit lag der Ifo-Index wie bereits im Vormonat auf dem tiefsten Stand seit Juli 1999. Der Euro gab nach der Veröffentlichung der Zahlen zunächst leicht nach.
Der Index der Geschäftsbeurteilungen in Westdeutschland sank den Angaben zufolge auf 90,7 Punkte von 91,4 Punkten im Vormonat. Der Index der Geschäftserwartungen fiel auf 97,1 Punkte nach 98,5 Punkten im Vormonat. Für Ostdeutschland verschlechterte sich der Geschäftsklimaindex auf 104,6 von 106,5 Punkten im Februar.
Die Zahlen zum Ifo-Index für März signalisieren nach Einschätzung von Ifo-Volkswirt Gernot Nerb weitere Rückgänge in den kommenden Monaten. "Die Erwartungskomponente ist ein Signal, dass der Index in den nächsten Monaten weiter zurück gehen wird", sagte Nerb in einem Interview mit Reuters und nannte den Indexrückgang "besorgniserregend". Zwar habe sich der Rückgang beim Geschäftsklima-Index verlangsamt. Doch der Erwartungsindex, der normalerweise eine Verbesserung des Klimas in den kommenden Monaten signalisierte, habe sich nicht gedreht. Der an den Finanzmärkten viel beachtete Ifo-Geschäftsklimaindex war im März unerwartet deutlich auf 93,9 Punkte von 94,9 Punkten im Vormonat gesunken.
Der Erwartungsindex war zugleich auf 97,1 von 98,5 Punkten gefallen. "Die Situation hat sich nicht sehr geändert, wir denken immer noch, dass es fundamentale Gründe für die EZB gibt, die Zinsen zu senken", fügte er hinzu. Weiter sagte Nerb, die Geschäftserwartungen müssten steigen, damit die deutsche Wirtschaft - wie von den führenden deutschen Wirtschaftsinstituten prognostiziert - in diesem Jahr um 2,1 Prozent wachsen könne.
euroinvest
28.04.2001, 18:11
Washington (dpa) - Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) und Bundesbankpräsident Ernst Welteke haben die Forderung nach einer Zinssenkung der Europäischen Zentralbank zurückgewiesen.
Der beste Beitrag, den Europa zum Weltwirtschaftswachstum leisten kann, sei, die Preisstabilität zu garantieren, sagte Welteke am Samstag in Washington vor dem Treffen der Finanzminister und Notenbankchefs der sieben wichtigsten Industrieländer (G-7).
Europa habe bereits eine Menge zur Ankurbelung des Wachstums getan, sagte Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD), und verwies auf die Steuersenkungen. Die EU-Länder scheuten nicht die gemeinsame Verantwortung für die Weltwirtschaft, sagte Eichel. Ob die Finanzminister bei ihrem Treffen konkrete Wachstumsimpulse geben werden, blieb offen. Die Flaute der Weltkonjunktur stand im Mittelpunkt der Beratungen der Minister und Banker aus den USA, Deutschland, Japan, Frankreich, Großbritannien, Italien und Kanada. An den Gesprächen nahm auch der Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), Wim Duisenberg, teil.
IWF-Direktor Horst Köhler hatte die Minister zu konkretem Handeln gemahnt. «Die Weltwirtschaft geht durch eine sehr schwierige Phase. Ich erwarte, dass die IWF-Mitglieder sich darüber einig sind, was zu tun ist und wie die Risiken eingedämmt werden können», sagte er am Freitag. «Für eine gesunde Wirtschaft müssen wir alle unser volles Potenzial erfüllen», sagte US-Finanzminister Paul O'Neill. Er hatte in den vergangenen Wochen keinen Zweifel daran gelassen, dass er vor allem eine Zinssenkung der Europäischen Zentralbank für angemessen und eine umfassende Reform des japanischen Bankensektors für dringend nötig hält.
Während Beobachter einige hitzige Debatten in dem exklusiven Zirkel erwarteten, zeigten sich Eichel und Welteke entspannt. Für ihn sei es in erster Linie eine Gelegenheit, den neuen amerikanischen Kollegen kennen zu lernen, sagte Eichel. Zudem erwarte er Hinweise der Amerikaner, wie sie die Entwicklung der US-Wirtschaft einschätzen und ob sie weitere Maßnahmen zur Ankurbelung des eigenen Wachstums planten. Von Japan erhofft sich Eichel Aufschluss darüber, ob die nach seinen Worten dringend nötige Reform von Banken- und Unternehmenssektor endlich vorangebracht werde.
Nach Angaben von Welteke muss jede Region für sich selbst entscheiden, wie sie das Wachstum ankurbeln kann. Er sei über die Lokomotiv-Theorie, wonach eine Region als Motor der Weltwirtschaft zu funktionieren habe, nicht glücklich.
«Die Risiken, dass die Inflation steigt, sind (in der Eurozone) noch nicht geschwunden», sagte Welteke. Zinssenkungen in Zukunft schloss Welteke nicht aus. «Der harmonisierte Verbraucherpreisindex in der Eurozone muss nicht unter zwei Prozent sein, bevor die EZB handelt», sagte Welteke.
Welteke zeigte sich zuversichtlich, dass der Außenwert des Euros zulegt. «Ich halte den Euro für deutlich unterbewertet», sagte Welteke. Die Akzeptanz des Euro innerhalb Europas werde nach Einführung des Bargeldes aber zunehmen. «Dann wird sich die Entwicklung auch international deutlich verbessern,» sagte Welteke.
O'Neill wollte bei dem Treffen auch seine Forderung nach stärkerer Krisenprävention im IWF zur Sprache bringen. «Die internationalen Finanzinstitutionen könnten bei der Krisenprävention bessere Arbeit leisten», sagte er. Dem pflichtete Eichel bei. Der Bundesfinanzminister erwartete von dem Treffen auch Impulse im gemeinsamen Kampf gegen die Weltwäsche und bei der Regulierung von Offshore-Finanzplätzen.
-7/Reynders: Kein Zinsdruck auf EZB
Washington (vwd) - In der Konferenz der G-7-Finanzminister und -Notenbankgouverneure am Samstag in Washington hat es keine Druck auf die Europäische Zentralbank (EZB) gegeben, die Zinsen zu senken. Das sagte Didier Reynders, Finanzminister von Belgien und amtierender Vorsitzender der Eurogruppe-Finanzminister, der in der G-7-Runde zusammen mit EZB-Präsident Wim Duisenberg die Europäische Wirtschafts- und Währungsunion (WWU) im makroökonomischen Dialog vertreten hat.
Es habe auch keinen Disput über die Wechselkurse gegeben, so Reynders - noch vor der Pressekonferenz zusammen mit EZB-Präsident Duisenberg - in Washington gegenüber Journalisten und wiederholte das Euro-Statement, auf das sich die Eurogruppe und die EZB schon eine Woche vorher in Malmö auf dem Informellen Ecofin-Rat geeinigt hatten: "Wir wollen einen starken Euro, eine starke Wirtschaft und eine niedrige Inflation."
Zum ökonomischen Meinungsausstausch in der G-7 sagte Reynders: Die wirtschaftliche Entwicklung in den USA verlaufe nach wie vor unsicher, die im Euro-Raum sei dagegen in einer sicheren Lage. Entscheidend für die Weltwirtschaft werde es nun sein, wie sich die US-Konjunktur erhole. Das überraschende US-BIP-Wachstum im ersten Quartal sei eine Meldung für ein Quartal, es gelte nun, die weitere Entwicklung abzuwarten. Man hoffe auf den Erfolg der Geld- und Steuerpolitik in den USA. +++ Hans Hutter vwd/28.4.2001/hu/qui
28. April 2001, 22:30
Börsianer hängen an der Flasche
Von Bernd Niquet
Wenn man sich derzeit einmal die ganzen Meinungen der Börsianer und Börsenkommentatoren über die Zinsentscheidungen - beziehungsweise Nichtentscheidungen - der Federal Reserve sowie der EZB anschaut, dann kann man sich lebhaft vorstellen, wie so eine Sitzung bei den Nicht-Anonymen Alkoholikern ausschaut:
Die Sitzung
Der Süchtige: "Hey Ede, gib mir mal die Flasche rüber - ich muss noch etwas nachlegen."
Daraufhin der Pfleger: "Ich bitte Dich, Du solltest doch eigentlich wissen, dass Alkohol nichts zum Guten bewegen kann."
"Hast Du eine Ahnung: Wenn Du wüsstest, wie schön das zeckt."
"Aber je mehr Du jetzt nachlegst, umso mehr brauchst Du morgen. Wäre es da nicht besser, Dein Leben grundlegend in Ordnung zu bringen?!"
Doch da war die Pulle schon angesetzt: "Gluck, gluck, gluck ..."
Dieser Dialog ist natürlich naiv, doch gerade deshalb ganz besonders gut in der Lage, die gegenwärtige Wirklichkeit abzubilden. Denn die Parallelität von Alkohol und Zinssenkungen ist überall anzutreffen. Allerdings nur dann, wenn man ein wenig hinter die Äußerlichkeiten schaut.
Ziele der Notenbankpolitik
Was wird nicht alles von der Notenbank verlangt? Sie soll die Preise in Schach halten, den Außenwert der Währung sichern - und gleichzeitig auch noch die Wirtschaft stimulieren, Arbeitsplätze sichern und die Aktienkurse zum Steigen bringen. Doch mit diesem "magischen Fünfeck" ist jede Notenbankpolitik vollkommen überfordert. Und sollte sie es daher versuchen, alle diese Ziele zu erreichen, dann wird ihr Schicksal - und damit das Schicksal der Währung und des Landes beziehungsweise der Länder, die sie vertritt - nicht unähnlich dem des Pflegers sein, der in der Konsequenz auch nur gezwungen ist, seinem Schützling doch immer wieder die Flasche zu geben.
Die ersten Anzeichen des um sich greifenden Rausches kann man derzeit natürlich bestens in den USA sehen. Wobei die US-Zentralbank natürlich einen unübertreffbaren "Standort"-Vorteil aufweist. Denn um den Außenwert ihrer Währung braucht sich die Fed kaum Sorgen zu machen: Der Dollar ist unangefochten die Weltwährung Nummer eins, und das bedeutet, dass alle Marktteilnehmer aus allen anderen Währungsräumen diese Währung nachfragen müssen.
Die Politik der EZB
Ganz anders jedoch die Situation der EZB: Das primäre Ziel der EZB muss (!) es sein, Vertrauen in die eigene Währung zu schaffen. Und alle (!) anderen Ziele sind diesem Punkt unterzuordnen. Und Vertrauen in die eigene Währung schafft man nur dadurch, indem man die Zinsen höher hält als in konkurrierenden Währungen und damit eine Knapphaltung des eigenen Geldes vermittelt.
Konkret heißt das: Die einzige Aufgabe einer seriösen Notenbankpolitik ist es, die Funktionsbedingungen der von ihr betreuten Wirtschaft in möglichst effizienter Weise zu gewährleisten. Und das bedeutet - übertragen auf die Alkoholikermetapher am Anfang - dass es durchaus einmal einen Anlass zum Feiern geben kann, an dem dann auch ausgiebig gebechert werden darf, doch dass man den Alkohol nicht zum Funktionsprinzip des Lebens machen darf.
In diesem Sinne bin ich der Meinung, dass die EZB eine hervorragende, langfristig ausgerichtete Geldpolitik macht. Dass sie damit die Flaschen-Babys an der Börse zum Schreien bringt, sollte man eher positiv bewerten. Denn die wirksamste Medizin, das wusste man auch schon vor der Einführung der New Economy, ist stets diejenige, die richtig schön bitter ist. Ganz so also, als ob man Brennspiritus in die Maibowle gekippt hätte.
07.05.2001
EZB kaum Zinssenkung
GZ-Bank
An den Geld- und Kapitalmärkten wird derzeit kaum noch von einer unmittelbaren Zinssenkung durch die Europäische Zentralbank ausgegangen, so die Analysten der GZ-Bank.
Habe beispielsweise der Drei-Monats-Geldmarktsatz noch Anfang April nach einem abrupten Rückgang bei 4,55% und damit etwa 20 Basispunkten unter dem Hauptrefinanzierungszinssatz der EZB gelegen, so sei er anschließend wieder über 4,80% gestiegen.
Nach dem Erachten der Experten der GZ-Bank hätten sich die im vierten Quartal des vergangenen Jahres aufkeimenden Hoffnungen auf einen bevorstehenden, abwärts gerichteten Zinsschritt der EZB ohnehin als wagemutig dargestellt.
LZB/Reckers: Derzeit kein Spielraum für EZB-Zinssenkungen
Bonn (vwd) - Der Präsident der hessischen Landeszentralbank, Hans Reckers, sieht auf absehbare Zeit keinen Spielraum für Zinssenkungen durch die Europäische Zentralbank (EZB). Er glaube nicht, dass das europäische Inflationsziel von zwei Prozent im laufenden Jahr noch erreicht werde, sagte Reckers am Montagabend bei einem Pressegespräch in Bonn. In Deutschland liege die Inflationsrate derzeit bei 2,8 Prozent, im gesamten Euroraum bei 2,6 Prozent. Dabei spielten allerdings Sonderfaktoren wie die gestiegenen Preise für Energie und Lebensmittel eine große Rolle, sagte Reckers. So betrage die Inflations-Kernrate in Deutschland nur 1,4 Prozent.
Auch beim Geldmengenwachstum liege Europa mit derzeit fünf Prozent noch über dem Ziel von 4,5 Prozent. Reckers räumte jedoch ein, dass der Druck auf die EZB, die Leitzinsen zu senken, durch weitere Zinssenkungen in den USA steigen könnte. Nachdem die Fed die Zinsen in vier Schritten um insgesamt zwei Prozentpunkte gesenkt habe, würden Zinsdifferenzen künftig wieder eine größere Rolle spielen. "Das ist aber nicht das vorrangige Ziel der EZB", sagte Reckers. Konjunkturpolitik gehöre nicht zu ihren Prioritäten.
+++ Christian Hartel
vwd/8.5.2001/har/cv
8. Mai 2001, 11:18
euroinvest
10.05.2001, 14:44
Zinssenkung, ja oder nein? Diese Frage stellen sich unmittelbar vor der Zinsentscheidung der EZB nur die wenigsten Volkswirte. Für sie wird Notenbank-Chef Wim Duisenberg die Zinsen dort lassen, wo sie zurzeit stehen. Preisstabilität ist oberste Pflicht.
Die Sorge um stabile Preise ist für Duisenberg erste Pflicht, die Stabilisierung der Konjunktur ist lediglich die Kür. So gestaltet sich die Situation wenige Stunden vor der Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB). Volkswirte sind fast einhellig der Auffassung, dass Duisenberg auch weiterhin den Schlüsselzins bei 4,75% beibehalten wird – 25 Basispunkte oberhalb des USA-Niveaus.
Hält die EZB weiterhin am Primat der Preisstabilität fest, dann dürfte es im Jahr 2001 wahrscheinlich überhaupt keine Zinssenkung mehr geben. Denn es ist eher unwahrscheinlich, dass die Preissteigerungs-Rate in Euroland bis Ende des Jahres unterhalb der Zielmarke von 2,0% fallen wird. Seit rund einem Jahr liegt die Inflationsrate über der mittelfristigen Toleranzgrenze und zuletzt im März 2,6%.
Parallel zum hohen Preisniveau geht dem Konjunkturmotor mehr und mehr die Luft aus. Das belegen die jüngst veröffentlichten Zahlen zur deutschen Produktion. Die von den USA ausgehende Wachstumsdelle erfasst die Produktionsentwicklung. Eine schrumpfende Nachfrage verursacht erstmals seit Oktober letzten Jahres eine Abnahme der Erzeugung im Verarbeitenden Gewerbe. An den Zahlen lässt sich ablesen, dass die nachlassenden Aufträge aus dem Ausland nicht durch die Binnennachfrage ausgeglichen werden können. Zudem gelten sie als Vorboten für ein deutlich schwächeres zweites Quartal in Deutschland.
Sicher – Deutschland ist nicht Euroland, und in vielen europäischen Staaten gibt es weniger Wachstumsprobleme, oder sie lassen sich nicht mit der Lage in Deutschland vergleichen. Aber mit der Häufung negativer Konjunkturdaten kommt die EZB zunehmend in die Bredouille. Entweder sinkt das Inflationsniveau und das Geldmengenwachstum, oder die Konjunktursignale verbessern sich über Nacht. Beides ist eher unwahrscheinlich.
Die Forderungen des Internationalen Währungsfonds (IWF), von Politikern und Volkswirten nach einer vorausschauenden Geldpolitik im Stile der USA sind berechtigt. Die EZB wird sich fürs Erste jedoch nicht darauf einlassen. Denn die Bekämpfung der Inflation ist nach den Worten Wim Duisenbergs der beste Beitrag einer Notenbank zum wirtschaftlichen Wohlstand. Gegen 13:45 Uhr (MESZ) wird die Zinsentscheidung erwartet.
Duisenberg hätte dem Druck nicht nachgeben dürfen
Das Drehbuch für eine Demonstration der Unabhängigkeit der Europäischen Zentralbank (EZB) war eigentlich schon geschrieben. Der IWF, die Amerikaner und einige europäische Finanzminister waren sich einig: Die Europäische Zentralbank (EZB) sollte endlich ihre Zinsen senken, um der lahmenden Weltkonjunktur auf die Beine zu helfen und anstelle der USA die "Lokomotivfunktion" in der Weltwirtschaft zu übernehmen. "Ich habe sie gehört, aber ich habe nicht auf sie gehört" antwortete der EZB-Präsident, der Holländer Wim Duisenberg, unlängst auf die Frage, warum er nicht reagiere.
Das passte für viele Beobachter zu dem Bild, das sie sich schnell von dem knorrigen Holländer gemacht haben: dickschädelig, uneinsichtig, ohne Gespür für Konjunktur und Stimmungen an der Börse und zu einseitig auf eine restriktive Geldpolitik bedacht. Für einen unabhängigen Zentralbanker sind das aber keine schlechten Attribute.
Für die vermeintlich sture Haltung von Duisenberg gab und gibt es gute Gründe. Die Geldmenge M3 in Euroland stieg im März überraschend kräftig, nämlich um fünf Prozent. Von der Zielvorgabe der EZB von 4,5 Prozent ist sie damit ein gutes Stück entfernt. Es spricht einiges dafür, dass die Inflation durch höhere Energiepreise, die Folgen von BSE sowie **** - und Klauenseuche und die außenwirtschaftliche Euroschwäche weiter Auftrieb bekommen wird.
Tatsache ist schließlich, dass die EZB sich in einer besonderen Situation befindet, solange die Bürger den Euro noch nicht in der Hand halten. Unsicher ist hingegen, ob die schnellen Zinssenkungen der US-Notenbank entscheidend zu einer sanften Landung der US-Konjunktur beitragen werden.
Sehr umstritten ist, ob eine Politik des billigen Geldes in Euroland der Wirtschaft auf die Sprünge helfen könnte. Das Beispiel Japan zeigt eher das Gegenteil. Hingegen sind die strukturellen Reformdefizite in Europa und besonders in Deutschland unbestritten. Eine Geldpolitik der ruhigen Hand hätte einige Argumente für sich gehabt. Es ist anders gekommen: Die EZB hat überraschend den entscheidenden dritten Leitzins um 25 Basispunkte auf 4,5 Prozent gesenkt.
Man kann über Duisenbergs Motive nur rätseln. Die als Begründung angeführten nachlassenden Risiken für die Preisstabilität überzeugen als Begründung nicht. Selbst der Bankenverband, der die Zinssenkung natürlich begrüßt, dämpft im gleichen Atemzug Hoffnungen auf positive Impulse für die Konjunktur und verweist auf die viel wichtigeren Strukturschwächen am Arbeitsmarkt.
Wenn die EZB einfach ihre Unberechenbarkeit für die Märkte unter Beweis stellen wollte, so war sie jetzt freilich damit erfolgreich. Überraschung als Maxime der Geldpolitik ist aber ein zweifelhaftes Rezept. Manchmal beschleicht mich das Gefühl, die amerikanische Notenbank wird als das alleinseligmachende Vorbild für alle Zentralbanken angesehen. Davor kann man nur warnen. Es ist gut, dass die EZB daran arbeitet, sich ein eigenes Standing in der Geldpolitik aufzubauen.
Es wäre gut, wenn Wim Duisenberg jeden Eindruck vermeidet, dass er sich von Stimmen von jenseits des Atlantiks, von Börsengurus oder Finanzministern beirren lässt. Auf die EZB kommt nach dem Zinsschritt ein erheblicher Erklärungsbedarf zu.
Peinlicher Rechenfehler bei der EZB
Von Martin Stephan
Es muss einen schon nachdenklich stimmen: In der Welt des großen Geldes passiert sicherlich sehr viel, für den einen oder anderen auch "zu viel".
Ganz klar: Die Milliardenbeträge, mit denen Unternehmen, Länder und Zentralbanken umgehen, entziehen sich im allgemeinen der Vorstellungskraft der Anlegerschar. Nun ist das Gott sei Dank nur ein kleines, unbedeutendes, individuelles Problem. Die internationalen Mega-Transaktionen und -investitionen sind wahrlich unabhängig von unseren Erklärungsdefiziten. Hier sorgen zum Beispiel Zentralbanken für Klarheit und Übersichtlichkeit, sie halten jede größere Transaktion fest und sondieren die Auswirkungen von größeren kummulierten Mittelzu- oder abflüssen für unsere Geldwertstabilität.
Soweit die Theorie...
...die Realität sieht leider anders aus, zumindest in Europa, wo die EZB das Zepter schwingt. Hier sollte eben dieses Zepter noch mal durch den Rechenschieber ausgetauscht werden, "back to basics" sozusagen...
Denn was den Euro-Geldhütern hier als Fehler unterlaufen ist, das ist ein dicker Hund, vom erneuten Vertrauensverlust bei Groß und Klein ganz zu schweigen.
Seit Monaten hielt die EZB den Forderungen nach Leitzinssenkungen im Euroland geradezu gebetsmühlenartig entgegen, dass sowohl Inflation als auch Geldmenge zu stark steigen würden und daher eben nicht an Leitzinssenkungen zu denken sei...
Bisher musste weder bei der Ermittlung der Inflationsrate, noch bei der Geldmengenberechnung an der Richtigkeit der veröffentlichten Daten gezweifelt werden. Für die Größe "Inflation" trifft das auch immer noch zu, für das Geldmengenwachstum leider nicht mehr. Denn wie aus einer Erklärung der EZB vor einigen Tagen eher kleinlaut hervorging, hat diese in den vergangenen Monaten nicht allzu viel Sorgfalt bei der Errechnung dieser Einflussgröße an den Tag gelegt.
4 oder 4,3 Prozent - ja was den nun?
Vielmehr ist durch die fehlerhafte Berücksichtigung großer ausländischer Euro-Investoren im kurzfristigen Geldmarktbereich der wirkliche Anstieg von M3, wie die hierzulande bekannteste Abgrenzung der Geldmenge auch genannt wird, konsequent über Monate überzeichnet worden.
Nicht um 4,8 Prozent, und damit am oberen Ende der erwünschten Bandbreite, vermehrte sich M3 auf Jahresbasis, sondern eher um knapp 4 bis 4,3 Prozent, also absolut moderat innerhalb der selbst gesteckten Zielspanne.
So ganz genau kenne man die tatsächliche Anstiegsrate jetzt aber leider noch nicht, hieß es dann überflüssigerweise aus Frankfurt von den überraschten EZB'lern.
Für alle Marktteilnehmer bleibt jedoch ein Trost: Gut, dass die EZB nicht auch noch an der Ermittlung der Inflationsrate beteiligt ist, sonst würden wir hier wahrscheinlich Monat für Monat einen Anstieg von knapp 4 statt den tatsächlichen knapp 3 Prozent mitgeteilt bekommen. Bleibt nur zu hoffen, dass den Eurobänkern in den nächsten Monaten noch auffällt, dass bei abklingender Inflation die Leitzinsen schnell weiter gesenkt werden sollten...das Contra-Argument "Geldmengenanstieg" hat jedenfalls endlich ausgespielt!
21.05. - 16:41 Uhr
euroinvest
23.05.2001, 02:08
Der Euro fällt auf den tiefsten Stand in diesem Jahr. Der Tagestiefstkurs von 0,8626$ stellt einen traurigen Rekord da. Der Grund ist der veröffentlichte Ifo-Index, der ein Indikator für das deutsche Geschäftsklima ist. Die Zahlen fallen schlechter aus, als zunächst erwartet. Analysten haben im Vergleich zum Vormonat mit einem Abschlag von 0,8 Indexpunkten auf 93,1 gerechnet. Tatsächlich fielen die Zahlen mit 92,5 Punkten weitaus negativer aus. Der Index ist damit auf dem niedrigsten Stand seit Mai 1999.
Die europäische Zentralbank sitzt zwischen zwei Stühlen. Zum einen ist die Inflations-Gefahr in Europa immer noch hoch, was eine Kontra-Indikation für einen erneuten Zinsschritt nach unten darstellt. Zum anderen bleibt der Druck auf dem Euro bestehen, wenn keine Hoffnung auf einen niedrigeren Leitzins besteht.
Die Neugewichtung des Morgan Stanley Capital International (MSCI)-Indizes beeinflusst auch weiterhin die Gemeinschaftswährung. Europäische Aktien schneiden mit der Neubewertung schlechter ab, als ihre außereuropäische Konkurrenz. Das führt zu einer Umschichtung von Kapital aus den Märkten in Europa, da institutionelle Anleger sich häufig nach den MSCI-Indizes richten.wo
euroinvest
23.05.2001, 12:04
Euro-Notenbanker befinden sich in einer unangenehmen Situation. Steigende Preise bei nachlassender Wirtschaftskraft kennzeichnen derzeit die Lage in der Euro-Zone. Eine weitere Zinssenkung dürfte deshalb zunächst ausbleiben.
Rohstoffpreise sorgen für ordentlich Preisauftrieb in Europa. Inflation ist der ärgste „Feind“ der Währungshüter in Euroland. Für Mai ist in Deutschland durchaus mit einer Inflationsrate von mehr als 3% zu rechnen. Die Länderdaten für Deutschland zeigen, in welche Richtung die Preise derzeit steuern. In Hessen wird das höchste Inflationsniveau seit 1994 erreicht, in Bayern beträgt der Preisauftrieb 3,4% und Brandenburg verzeichnet eine Teuerungsrate von 4,1%. Anziehende Erzeugerpreise forcieren die Inflation zusätzlich, die Konsumnachfrage bleibt hinter den teilweise hohen Erwartungen zurück.
Maßgeblichen Anteil an der Entwicklung haben die wieder anziehenden Rohölpreise. Sie überstiegen am Montag die Marke von 30$. Das verwundert, denn die langsamere Gangart der Weltkonjunktur lässt die Nachfrage nach dem Rohstoff normalerweise sinken – und damit auch die Preise. Zudem sind die Lagerbestände verhältnismäßig hoch.
Doch die Benzinknappheit in den USA schlägt auf die Rohölpreise durch. Kapazitätsengpässe und technische Probleme der US-Raffinerien erhöhen die Nachfrage in Europa. Die hiesigen Öl-Konzern lassen sich das teure Nass kräftig versilbern. Zusätzlich sorgt der verschärfte Nahost-Konflikt zwischen Israel und Palästina für politische Unsicherheit und damit steigende Notierungen.
Sollte sich das hohe Preisniveau halten, befinden sich die Euro-Notenbanker in der Zwickmühle: Dämmen sie die Preisentwicklung mittels restriktiver Geldpolitik ein, droht der Wachstumsmotor in der Euro-Zone verstärkt ins Stottern zu geraten. Lässt sie die Preisrisiken unberücksichtigt und senkt die Zinsen, bedeutet das eine Abkehr von den bisherigen geldpolitischen Maximen und weiteres Inflationspotenzial. Das Angstwort heißt "Stagflation".
Die Ausgangsbasis für eine weitere Zinssenkung durch die EZB ist also denkbar schlecht. Die Mehrheit der Analysten rechnet deshalb nicht mit einem Zinsschritt von Notenbank-Chef Wim Duisenberg am Mittwoch.wo
ftd.de, Mo, 28.5.2001, 15:41
Duisenberg sieht keine Inflationsgefahr in der Euro-Zone
Die Geldmenge in Europa signalisiere keine Risiken mehr für stabile Preise auf mittlere Sicht. Das sagte EZB-Präsident Wim Duisenberg am Montagnachmittag vor dem Wirtschafts- und Währungsausschuss des Europäischen Parlaments in Brüssel.
Duisenberg begründete damit die Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) vom 10. Mai, die Leitzinsen in der Euro-Zone um 25 Basispunkte zu senken. Die Inflationsgefahren seien im Währungsgebiet nach Einschätzung der EZB inzwischen ausgeglichener.
Das Wachstum der Geldmenge M3 sei wegen der bisher darin mitgerechneten Anlagen von Nichtansässigen des Währungsgebietes nach oben verzerrt. Bis zum Jahresende werde die Notenbank revidierte Zahlen für das Geldmengenwachstum vorlegen, das als Indikator für künftige Inflationsgefahren ein wichtiger Bestandteil der zinspolitischen Strategie der EZB ist.
Duisenberg bekräftigte, ohne die statistische Verzerrung liege das Wachstum der Geldmenge vermutlich seit Monaten unter dem Referenzwert der EZB von 4,5 Prozent. Im ersten Quartal sei M3 statt der bisher ermittelten Jahresrate von 4,8 Prozent wahrscheinlich nur um 4,3 Prozent gewachsen. Neben dem bisher exakt ermittelten Ausmaß der Verzerrung von 0,5 Prozentpunkten überzeichneten auch weitere M3-Komponenten das Wachstum in ähnlichem Ausmaß.
Prognosen: Konjunktur kommt in Gang
Die Inflationsrate in der Euro-Zone wird in diesem Jahr nach Worten von Duisenberg wohl wieder zurückgehen und 2002 unter die EZB-Toleranzgrenze von 2,0 Prozent sinken. Auch das verlangsamte Wachstum in der Euro-Zone werde den Inflationsdruck reduzieren. Die EZB bleibe hinsichtlich der Preisentwicklung aber weiter wachsam. Der Wachstumsausblick für die Weltwirtschaft habe sich in den vergangenen Monaten eingetrübt. "Jüngste Prognosen lassen jedoch ein Wachstum in Höhe des langfristigen Trends erwarten", sagte Duisenberg.
Der verbesserte Inflationsausblick müsse jedoch von einer weiter zurückhaltenden Lohnpolitik unterstützt werden, sagte er weiter. Duisenberg wiederholte auch die Forderung nach weiteren Strukturreformen in der Euro-Zone.
Inflation wächst um 2,9 Prozent
Die Inflation in der Euro-Zone kletterte im April auf 2,9 Prozent nach 2,6 Prozent im Vormonat. Analysten erwarten, dass die Jahresteuerung im Mai wegen anhaltenden Preisdrucks von Nahrungsmitteln und Benzin über drei Prozent gestiegen ist. In Deutschland beschleunigte sich die Inflation im Mai nach vorläufigen Berechnungen auf 3,5 Prozent.
© 2001 Financial Times Deutschland
euroinvest
14.06.2001, 11:20
Die Europäische Zentralbank hat ihre Wachstumsprognosen für die Euro-Zone gesenkt. Das reale Wachstum für das laufende Jahr wird demnach nur noch in einer Spanne von 2,2 bis 2,8% gesehen. Im Dezember rechnete die EZB noch mit einem Wachstum von 2,6 bis 3,6%. Die Inflationsrate schätzt die EZB in diesem Jahr deutlich höher ein. Nach einer Prognose von 1,8 bis 2,8% rechnet man nun mit einer Teuerungsrate von 2,3 bis 2,7%. Die Schätzung des kommenden Jahres wurde leicht angehoben. Hier rechnen die Experten nun mit einer Inflationsrate zwischen 1,2 und 2,4%.
Für das kommende Jahr rechnen die Konjunktur-Experten mit einer weiteren Abkühlung des Wirtschaftswachstums in Euroland. Die Schätzungen für das Wachstum des realen Bruttoinlandsproduktes wurde von 2,5 bis 3,5% auf 2,1 bis 3,1% zurück genommen. Im vergangenen Jahr war die Wirtschaft in der Euro-Zone noch um 3,4% gewachsen.
euroinvest
21.06.2001, 02:09
Ausblick: EZB-Rat tagt in Dublin - Zinssenkung wird nicht erwartet
DUBLIN/FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) kommt am Donnerstag in Dublin zu seinen Beratungen zusammen. Obwohl der Ruf nach einer weiteren Zinssenkung zur Stützung der schwachen Konjunktur vor allem bei den Gewerkschaften stärker wird, rechnet die Finanzwelt überwiegend nicht mit einer Lockerung der Geldpolitik. Vor allem die Rekord-Inflation in der Währungsunion von derzeit mehr als drei Prozent sei kein Umfeld für Zinssenkungen, wird argumentiert. Erst in den kommenden Monaten erwarten Volkswirte angesichts eingetrübter Konjunkturaussichten erneute Leitzinssenkungen durch die EZB. Der wichtigste Zins für den Euroraum wurde zuletzt Anfang Mai um 0,25 Punkte auf 4,50 Prozent gesenkt./pa/DP/aka/
euroinvest
21.06.2001, 02:11
Handelsblatt": Bundesregierung stellt sich hinter Duisenberg
Düsseldorf (vwd) - Finanzminister Hans Eichel (SPD) hat dem Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB), Wim Duisenberg, den Rücken gestärkt. Zu Spekulationen über einen möglichen Amtswechsel an der Spitze der EZB sagte Eichel dem "Handelsblatt" (Donnerstag): "Er macht seine Arbeit gut. Es gibt also keinen Grund für eine Nachfolgedebatte." EZB-nahe Kreise gingen jetzt davon aus, dass Duisenberg erst mit gehörigem Abstand zur Hälfte seiner Amtszeit, also erhebliche Zeit nach dem 31. Mai 2002, zurücktreten werde, heißt es in dem Bericht. vwd/12/20.6.2001/apo
wissen wir zwar schon alle, aber hier ein kompletter Artikel
EZB erwägt keine neue Zinssenkung - Duisenberg: Zinssätze halten Preise stabil
STRASSBURG (dpa-AFX) - Die Europäische Notenbank (EZB) erwägt derzeit keine neue Senkung der Leitzinsen in der Euro-Zone. Dies machte EZB-Präsident Wim Duisenberg am Dienstag vor dem Europaparlament in Straßburg deutlich. Die am 10. Mai beschlossenen Zinssätze seien geeignet, die Preisstabilität in der Euro-Zone zu gewährleisten, erläuterte der Niederländer den Europa-Abgeordneten. Derzeit gebe es keine Erkenntnisse, die eine Änderung dieser Sätze rechtfertigen würden.
Duisenberg reagierte damit auf jüngste Spekulationen über mögliche Zinssenkungen durch die EZB. Am 10. Mai hatte die EZB den maßgeblichen Zinsatz für die Euro-Zone um 0,25 auf 4,5 Prozent gesenkt und damit den damaligen Zinssätzen in den USA angepasst. Seither wurden die US-Zinsen jedoch erneut gesenkt.
Optimistisch äußerte sich Duisenberg zur künftigen Preisentwicklung. Die gegenwärtige hohe Inflationsrate sei nur vorübergehend. In naher Zukunft seien keine "negativen Preisschocks" mehr zu erwarten. Er gehe daher davon aus, dass die Inflationsrate im kommenden Jahr wieder unter zwei Prozent liegen werde. Allerdings müssten die Unionsländer die Preisentwicklung nach der Einführung der Euro-Noten und -Münzen im kommenden Januar "aufmerksam verfolgen", mahnte Duisenberg.
Vor allem in der Übergangsphase nach der Einführung des Euro-Bargelds sei dies wichtig. Die EZB werde ihrerseits die Entwicklung "sehr genau beobachten". Notwendig sei schließlich auch "Mäßigung" bei den Lohnabschlüssen, mahnte Duisenberg./FP/jh/pin/sh
05.07.2001
Geldpolitik der EZB
Financial Times Deutschland
Gemäß den Börsenexperten der „Financial Times Deutschland“ hat die EZB bei ihrer Geldpolitik in vier Punkten recht.
Erstens sollte Geldpolitik mittelfristig angelegt sein und nicht aktionistisch. Zweitens müsse die von ihr betriebene Geldpolitik auf ganz Europa ausgerichtet sein und nicht auf die schwächsten oder stärksten Mitglieder der Gemeinschaft. Drittens sei die Notenbank jung und müsse daher Vertrauen in ihren Stabilitätswillen schaffen. Vierten habe das glanzlose Wachstum in Ländern wie Deutschland und Italien weniger mit restriktiver Geldpolitik zu tun als mit strukturellen Mängeln. Die würden die Steuerpolitik, die Arbeitsmärkte und die Sozialsysteme, die den marktwirtschaftlichen Kräften zu wenig Entfaltung böten, betreffen.
Dennoch: Die EZB hat die Aufgabe, die Zinsen so niedrig zu setzen, wie es mit dem Ziel der Preisstabilität gerade noch zu vereinbaren ist, so die Experten der „Financial Times Deutschland“. Und ob der jetzige Leitzins von 4,5 Prozent dieser Maxime entspreche, sei nicht ausgemacht. Sicher: Die Preisentwicklung in Euroland gebe ihrer Politik Recht. Aber wie jeder wisse, sei diese zum größten Teil auf Sonderfaktoren zurückzuführen. Die internationalen Rohstoffpreise lägen im Februar 2000 auf Dollarbasis noch um 65 Prozent über dem Vorjahreswert. Jetzt seien sie im Vergleich dazu sechs Prozent niedriger. Dazu kämen administrative Preiserhöhungen und die Tierseuchen, die zu bekämpfen nicht Sache der Geldpolitik sei.
Die europäische Wirtschaft indes sei schon im Frühjahr 2000 ins Stocken geraten, als der Leitsatz der EZB noch bei 3,5 Prozent gelegen habe. Das zumindest signalisiere der Frühindikator der OECD, der die jetzigen Schwierigkeiten treffsicher vorhergesagt habe. Wenn man davon ausgehe, dass die Preismacht der Unternehmen bereits in einer stockenden Wirtschaft sehr begrenzt sei, hätte die EZB mit ihrer Zinspolitik so gesehen mutiger sein können. Schließlich habe sie gegen nichts wirklich zu kämpfen. Weder gegen eine zu hohe Kerninflation, noch gegen undisziplinierte Budgetpolitik, noch gegen maßlose Lohnforderungen, noch gegen ein überschäumendes Geldmengenwachstum.
Unterdessen sei die weltwirtschaftliche Situation deutlich trüber geworden, was nicht zuletzt Deutschland besonders belaste. Japan stehe kurz vor einer neuerlichen Rezession, und auch die USA seien noch längst nicht über den Berg. Die geplatzte Spekulationsblase, die Überkapazitäten und das Leistungsbilanzdefizit würden jedenfalls vermuten lassen, dass Amerika in den nächsten Jahren als Wachstumslokomotive der Weltwirtschaft ausfallen werde. Würden die Entlassungen weiter gehen und würden die Verbraucher den Mut verlieren, drohe sogar Schlimmeres.
Auch sonst auf der Welt gebe es hohe industrielle Kapazitäten, und der Preiswettbewerb sei gnadenlos. Das Risiko über die nächsten Jahre dürfte daher weniger bei der Inflation liegen als bei der realwirtschaftlichen Entwicklung. Dazu würden niedrigere Leitzinsen in Europa passen, so die Börsenexperten.
EZB-Rat: Zinssenkung noch nicht erwartet
APA/dpa/hei
02.08.2001, 08:12:28
Frankfurt - Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) berät zum letzten Mal vor der Sommerpause die geldpolitische Lage im Euro-Raum. Die Währungshüter kommen dabei nicht wie gewohnt in Frankfurt zusammen, sondern konferieren per Telefon. Trotz wieder rückläufiger Teuerung in den zwölf Euro-Ländern gilt eine Leitzinssenkung als sehr unwahrscheinlich. Die meisten EZB- Beobachter erwarten sie für Ende August.
Zuletzt hatte die EZB ihren wichtigsten Zins am 10. Mai um 0,25 Punkte auf 4,50 Prozent gesenkt. Die Zinsentscheidung soll um 13.45 Uhr MESZ bekannt gegeben werden.
02.08.2001
Zinssenkung ausgeschlossen?
LB Sachsen
Erwartungsgemäß standen gestern die Quartalszahlen der Deutschen Bank im Mittelpunkt des Interesses, berichten die Analysten der Sachsen LB.
Positive Überraschungen seien letztlich nicht geboten worden. Die Titel hätten um über 2% nachgegeben. Zu den großen Verlierern im DAX hätten auch die Deutsche Telekom gezählt, deren Kurs 4,28% nachgegeben habe. Dabei habe es sich um die Nachwehen gehandelt der tags zuvor veröffentlichten Geschäftszahlen. Händlern zufolge seien die Anleger insbesondere über die Belastungen aus der Voice-Stream-Übernahme enttäuscht. Die Siemensfamilie habe von einer Hochstufung der Halbleiterbranche durch Merrill Lynch profitieren können. Insgesamt habe der DAX um 0,44% nach auf 5835 Punkte, der NEMAX sei um 0,22% gestiegen. Autowerte (insbesondere BMW) könnten heute von guten in den USA erzielten Absatzzahlen profitieren. Wenngleich davon ausgegangen werde, daß die EZB in naher Zukunft einen Zinsschritt nach unten durchführen werde, werde mehrheitlich nicht erwartet, daß eine entsprechende Entscheidung auf der heutigen EZB-Ratssitzung getroffen werde.
Aus der FTD vom 31.8.2001
Leitartikel: Wims ruhige Hand
Ganz offensichtlich war die Zinssenkung nicht das, was den Präsidenten der Europäischen Zentralbank am Donnerstag wirklich bewegte. Selbst die Zeit für Journalistenfragen nach der Entscheidung war begrenzt, damit Wim Duisenberg pünktlich die neuen Euro-Scheine und Münzen präsentieren konnte.
Sichtlich gerührt erklärte der Niederländer dann, der Euro sei mehr als eine Währung. Er sei ein Symbol für die Einigung Europas. Doch zumindest was die Geldpolitik angeht, bleibt zu hoffen, dass sich noch einiges im geeinten Europa ändert. Denn das ökonomische Gespür von Wim Duisenberg und seiner Crew war in den letzten Monaten höchst erschreckend.
Damit ist natürlich nicht die gestrige Zinssenkung gemeint. Der Schritt war längst überfällig. Und selbst 25 Basispunkte sind besser als nichts - besonders vor dem Hintergrund, dass am Mittwoch Äußerungen von Bundesbankpräsident Ernst Welteke schon zu Spekulationen geführt hatten, die EZB könne noch länger mit einem Zinsschritt warten.
Winziger Schritt in die richtige Richtung
Doch nur weil Europas Zentralbank nach Monaten des Aussitzens einen winzigen Schritt in die richtige Richtung getan hat, ist das noch lange kein Grund, ihren geldpolitischen Kurs zu loben. Der nämlich erscheint trotz der Zinssenkung immer noch als zu restriktiv.
Die Weltwirtschaft befindet sich in einem klaren Abschwung. Japan rutscht nach Ansicht der meisten Experten gerade in die vierte Rezession in zehn Jahren. Die US-Wirtschaft stagniert und steht damit weiter auf Messers Schneide. Selbst der Internationale Währungsfonds, sonst für seinen Optimismus bekannt, betont in seinem "World Economic Outlook" die vielen Risiken für die globalen Konjunktur.
Lange hatte sich die EZB auf den Standpunkt gestellt, der Abschwung im Rest der Welt werde Europa nichts anhaben. Diese Einschätzung hat sich als falsch erwiesen. Inzwischen haben sich die Ausschläge der Frühindikatoren längst in den anderen Wirtschaftsdaten niedergeschlagen. In den großen Euro-Ökonomien steigt die Arbeitslosigkeit, und selbst Duisenberg deutete am Donnerstag an, dass seine Notenbank kaum noch mit einem Wachstum von zwei Prozent für die Euro-Zone rechne.
Inflationsrisiken gedämpft
Doch während die US-Notenbank seit Anfang des Jahres als Reaktion auf die Konjunkturschwäche hin die Zinsen siebenmal um insgesamt 300 Basispunkte gesenkt hat, war die gestrige Zinssenkung der EZB gerade der zweite Schritt um 25 Punkte. Natürlich ist es nicht Aufgabe der EZB, die Konjunktur zu stützen. Aber sobald es die Inflationsentwicklung zulässt, kann man von einer verantwortungsvollen Zentralbank schon erwarten, die Wirtschaft mit ihren Zinsen nicht über Gebühr zu strangulieren.
Und Inflationsrisiken sind zurzeit von keiner Seite mehr zu erkennen. Die aktuellen Inflationsraten, die die Zwei-Prozent-Marke deutlich überschritten hatten, fallen rapide. Auch von der Importseite sind keine Preisschübe mehr zu erwarten - der Euro hat sich von seinem Tief inzwischen deutlich erholt und auch der Ölpreis liegt deutlich unter seinem Hoch.
Auch die Angst vor Zweitrundeneffekten, also überhöhten Lohnabschlüssen als Reaktion auf gestiegene Energie- und Fleischpreise, hat sich als übertrieben herausgestellt. Nun stellt die Notenbank fest, dass die Tarifparteien im ersten Quartal dieses Jahres nur moderate Lohnzuwächse vereinbart haben. Zudem gebe es, so Duisenberg, gute Anzeichen, dass sich diese Entwicklung fortsetze - besonders weil die schlechte Konjunktur die Lohnforderungen bremse.
Zeichen der Zeit erkannt
Diese Entwicklungen waren schon seit einiger Zeit absehbar. Längst hätte die Notenbank also deutlicher die Zinsen senken können. Doch was noch bedenklicher erscheint als dieses Versäumnis der EZB in den vergangenen Monaten ist die Tatsache, dass nichts auf Besserung hindeutet. Im Gegenteil: Duisenberg unterstrich am Donnerstag, es gäbe nicht die Absicht, die Zinsen in naher Zukunft weiter zu senken.
Und damit nicht genug: Der Niederländer hat noch einmal sehr eindringlich vor höheren Staatsdefiziten in der Euro-Zone gewarnt. Nur in den Ländern, in denen die öffentlichen Haushalte Überschüsse aufwiesen oder zumindest ausgeglichen seien, dürfe man die automatischen Stabilisatoren voll spielen lassen - also konjunkturbedingte Mehrausgaben oder Mindereinnahmen hinnehmen.
Anders ausgedrückt: Die großen Euro-Staaten wie Deutschland, Italien und Frankreich sollen nun, wo schon die Geldpolitik die Konjunktur soweit geschwächt hat, dass die Defizite ansteigen, den Abschwung auch noch mit einer Sparpolitik verstärken. Dabei sind es gerade die Finanzpolitiker, die sich angesichts der Flaute und der übertrieben harten Geldpolitik derzeit ökonomisch vernünftig verhalten. Würden die Finanzminister Hans Eichel, Laurent Fabius und Giulio Tremonti sich an Duisenbergs Rat halten, so dürfte Europa einer Rezession wohl nur schwer entgehen.
Ein weiterer Leitartikel zum Thema "Wim geht" in der FTD-Ausgabe vom 31.08.2001.
© 2001 Financial Times Deutschland
EZB-Watcher Elga Bartsch (MS): Noch ein Zinssenkungschritt
London/Frankfurt (vwd) - Unter dem Eindruck des viel schwächer als erwartet verlaufenden Wirtschaftswachstums wird der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) in diesem Jahr nach Aussage von Elga Bartsch von Morgan Stanley (MS) in London noch einen dritten Zinsschritt im Ausmaß von wieder 25 Basispunkten auf dann 4,00 Prozent (2-Wo-Refi) tun. Als Zeitpunkt für diesen dritten Zinsschritt biete sich der Oktober an, weil dann die Wachstumsschwäche für das zweite Quartal 2001 ebenso durch Daten belegt sei wie ein weiterer Rückgang der Inflationsrate bei den Verbraucherpreisen (HVPI) mit Blickrichtung auf die Stabilitätsnorm der EZB von "unter zwei Prozent", sagte Bartsch am Dienstag im Gespräch mit vwd.
Das Euroland-Bruttoinlandsprodukt (BIP) dürfte im zweiten Quartal 2001 zum Vorquartal nahezu stagniert haben, sagte Bartsch. Konkret lauten die Schätzungen bei Morgan Stanley auf 0,1 Prozent zum Vorquartal. Annualisiert wären dies etwa 0,4 Prozent und damit mehr als die 0,2 Prozent für das US-BIP im zweiten Quartal 2001. Nach diesem schwachen zweiten Quartal sollte sich das Wachstum in Euroland beleben. Die Schätzungen für das BIP-Wachstum zum Vorquartal und annualisiert für das dritte/vierte Quartal 2002 lauten bei Morgan Stanley auf 0,5/0,6 Prozent und 1,8/2,3 Prozent. Für 2001/2002 dürfte das BIP-Wachstum auf 1,8/2,5 Prozent kommen.
Die HVPI-Inflationsrate in Euroland dürfte im August (Juli) 2001 auf 2,7 (2,8) Prozent gesunken sein, im September 2001 sei dank eines Basiseffektes sogar ein Rückgang auf 2,3 bis 2,2 Prozent möglich, so Bartsch. Dies und das schwache BIP im zweiten Quartal 2001 seien wohl die beste Begründung eines im Oktober erwarteten neuen Zinssenkungsschritt der EZB um nochmals 25 Basispunkte. Im Jahresdurchschnitt 2001/2002 schätzt Morgan Stanley die Euroland-Inflationsrate (HVPI) auf 2,6/1,5 Prozent. Die Kerninflationsrate - mit dem verzögerten Effekt der Energiepreiserhöhung - verharrt gegenwärtig bei zwei Prozent bzw leicht darüber.
Bei diesem erwarteten Wirtschaftswachstum von real 2,5 Prozent im nächsten Jahr und einem Rückgang der Inflationsrate auf 1,5 Prozent kommt Bartsch zu einem "neutralen" EZB-Leitzins von 4,00 Prozent; davon leite man die Annahme ab, dass die EZB bei diesem Leitzins dann vorerst bleiben werde. Die Zinssenkung vom 30. August 2001 auf 4,25 (4,50) Prozent sei im Markt deutlich positiver aufgenommen worden als die überraschende Zinssenkung auf 4,50 (4,75) Prozent am 10. Mai 2001. Der EZB sei es gelungen, das Überschreiten des Referenzwertes für das M3-Wachstum von 4,50 Prozent als vorübergehend und Folge von Portfolioumschichtungen etc darzustellen.
Auch die US-Konjunktur sollte im Sommer die Talsohle durchschritten haben, meint Bartsch. Morgan Stanley schätzt das US-Wirtschaftswachstum 2001/2002 auf real 1,4/2,8 Prozent. Dabei könnte es die Fed möglicherweise mit den bisherigen Zinssenkungen bewenden lassen. Die Märkte seien aber hier mit Blick auf die Fed sehr optimistisch, so Bartsch. Die Erwartungen einer neuen Fed-Zinssenkung im Oktober und einer weiteren Anfang nächsten Jahres könnten überzogen sein. Mit bisher 300 Basispunkten Zinssenkung der Fed gegen nur 50 Basispunkte der EZB in diesem Jahr werde der Unterschied der jeweiligen Mandate deutlich. +++ Hans Hutter
vwd/4.9.2001/hu/hab
4. September 2001, 12:46
Duisenberg: EZB schaut genau auf Budgets ... (zwei)
Duisenberg zufolge haben Länder in der Eurozone mit einem ausgeglichenen Budget oder Überschüssen ausreichend Spielraum, die automatischen Stabilisatoren spielen zu lassen: "Sie haben da alle Freiheit, die sie wollen." Duisenberg nannte die Niederlande als Beispiel: Dort habe sich die Budgetsituation bei allen Abschwungphasen seit dem Zweiten Weltkrieg um höchsten zwei bis zweieinhalb BIP-Prozent verschlechtert. Daher sei er der Überzeugung, dass die Drei-Prozent-Marke auch allen anderen Eurostaaten genügend Spielraum lasse, so beispielsweise auf Grund höherer Arbeitslosenzahlungen und Steuerausfällen in Rezessionsphasen.
Dieser Spielraum bestehe aber nicht, wenn Eurozonenstaaten nicht auf mittlere Sicht und in der Zeit bis dahin das Ziel des Stabilitätspaktes eines ausgeglichenen Haushalts oder Überschüsse erreichten. Die EZB richte sich daher an die Staaten in der Eurozone, die von den Regierungen angekündigten Zieldaten für ausgeglichene Haushalte - sei es das Jahr 2002 oder 2004 - unbedingt festzuhalten.
vwd/12.9.2001/lau/ptr
12. September 2001, 11:59
euroinvest
13.09.2001, 11:21
EZB schreibt eintägigen Schnelltender aus
Frankfurt, 13. Sep (Reuters) - Die Europäische Zentralbank hat auch am Donnerstag einen eintägigen Schnelltender zum Hauptrefinanzierungssatz von 4,25 Prozent ausgeschrieben. Gebote könnten bis 11.05 Uhr MESZ abgegeben werden, teilte die EZB in Frankfurt mit. Der Tender wird am Donnerstag zugeteilt und valutiert am 14. September. Das Eurosystem unterstütze damit weiterhin das Funktionieren der Märkte nach den Ereignissen der vergangenen Tage. "Die EZB wird wenn nötig weitere Maßnahmen ergreifen", hieß es in der Mitteilung. Die EZB hatte bereits am Mittwoch einen Schnelltender zugeteilt, um Liquiditätsengpässe an den Finanzmärkten, die wegen der Terroranschläge auf die USA stark verunsichert sind, zu vermeiden. Der Schnelltender vom Mittwoch im Volumen von 69,28 Milliarden Euro läuft am Donnerstag aus. iws/bin
EZB senkt Leitzinsen
(gatrixx) Die Europäische Zentralbank (EZB) hat am Montag nach der Zinssenkung der US-Notenbank die Leitzinsen gesenkt. Der für die Refinanzierung von Geschäftsbanken maßgebliche Mindestbietungssatz beim Zinstender wurde um 50 Basispunkte auf 3,75 Prozent reduziert.
Zuletzt war der Schlüsselzins am 30. August dieses Jahres um 25 Basispunkte auf 4,25 Prozent gesenkt worden.
17.09. - 17:34 Uhr
euroinvest
18.09.2001, 12:19
18.09.2001 12:08
EZB teilt 71 Mrd Euro zu Marginal-Zinssatz von 3,76% zu
FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Europäische Zentralbank (EZB) hat dem Bankensystem in ihrem Hauptrefinanzierungsgeschäft (Refi) 71 Mrd. Euro zugeteilt. Der Marginal-Zinssatz habe 3,76% betragen nach 4,26% in der Vorwoche, teilte die EZB am Dienstag in Frankfurt mit. Der gewogene Durchschnittszinssatz sei von 4,27% in der Vorwoche auf 3,77% gesunken. Die Zinssatz-Bandbreite der Gebote habe zwischen 3,75% und 3,85% gelegen, erklärte die EZB. Es seien Gebote mit einer Gesamtsumme von 110,8 Mrd. Euro abgegeben worden. Am gestrigen Montag hatte die Zentralbank in einer konzertierten Aktion mit der US-Notenbank Fed ihre Leitzinsen um 0,5 Prozentpunkte gesenkt. Dabei wurde der maßgebliche Mindestbietungssatz für das Hauptrefinanzierungsgeschäft von 4,25% auf 3,75% vermindert. Das neue Refi-Geschäft ersetzt das diesen Mittwoch auslaufende, das ein Volumen von 82 Mrd. Euro aufweist. Damit werden mit dem neuen Refi dem Bankensystem der Eurozone 11 Mrd. Euro entzogen. Das neue Hauptrefinanzierungsge schäft läuft am 3. Oktober aus./FX/av/bi/ar
Quelle: DPA-AFX
euroinvest
12.10.2001, 01:53
EZB/Welteke: Zinsen stehen Wachstum nicht im Wege
Wien (vwd) - Ernst Welteke, Präsident der Deutschen Bundesbank und Mitglied im Rat der Europäischen Zentralbank (EZB), hat am Donnerstagabend in Wien den Beschluss des EZB-Rates, die Leitzinsen unverändert zu lassen, gegen erste kritische Stimmen verteidigt. In einem Interview im ORF sagte Welteke: Im Euro-Raum gebe es die niedrigsten Realzinsen seit Beginn der Währungsunion. Von daher stünden die Zinsen einem stärkeren wirtschaftlichen Wachstum "überhaupt nicht im Wege". Auf die Frage, warum die internationalen Geldströme immer noch so stark in den Dolllar-Raum gingen, obwohl die Leitzinsen der Federal Reserve nach neun Senkungen nun mit 2,50 Prozent (Fed Funds Rate) unter denen der EZB im Euroraum mit 3,75 Prozent (2-Wo-Refi) liegen, antwortete Welteke: Die Zinsen seien hier nicht allein ausschlaggebend. Der Dollar stelle weltweit immer noch "so etwas wie einen sicheren Hafen" dar. Und vielleicht werde es noch etwas dauern, bis der Euro ein entsprechendes Vertrauen aufweisen könne. +++ Hans Hutter vwd/11.10.2001/hu/bb
Quelle: VWD
22.10.2001
EZB-Zinsentscheid in dieser Woche
HSBC Trinkaus & Burkhardt
Die EZB dürfte auf ihrer Sitzung am kommenden Donnerstag die Leitzinsen um 25 Basispunkte senken, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.
In ihrem Monatsbericht vom Oktober habe die EZB die verschlechterten Konjunkturperspektiven für die Eurozone betont. Diese hätten sich durch den unerwartet starken Einbruch des ifo-Geschäftsklimas (Sept.: 85 Punkte) weiter eingetrübt. Die Preisentwicklung stehe einem Zinsschritt nicht im Wege, zumal die Euroland-Inflationsrate auch im September wieder einen Rückgang in der Jahresrate auf 2,5% verzeichnet habe.
Der nachlassende Preisdruck sollte sich auch in den ab heute veröffentlichten vorläufigen Inflationsdaten einzelner Bundesländer widerspiegeln. Für Gesamtdeutschland erwarte man vor allem aufgrund des gesunkenen Ölpreises einen leichten Rückgang um 0,2% gegenüber dem Vormonat. Nichtsdestotrotz könne nicht ganz ausgeschlossen werden, dass die europäische Notenbank zur Betonung ihrer politischen Unabhängigkeit mit einem Zinsschritt noch bis zur Sitzung am 8. November warte.
In den USA dürfte in dieser Woche der Blick der Finanzmärkte auf das Beige Book der Fed gerichtet sein. Analysiert werden sollte vor allem, ob sich aus dem Bericht mögliche Hinweise über den Zeitpunkt und das Ausmaß der nächsten US-Zinssenkung ableiten ließen. Derweil stehe zu erwarten, dass die Auftragseingänge für langlebige Gebrauchsgüter im September ihren Abwärtstrend weiter fortsetzten. Großbritannien werde am Freitag als erstes G7-Land seine BIP-Zahlen für das 3. Quartal veröffentlichen. Der erwartete Anstieg um 0,5% gegenüber dem Vorquartal dürfte jedoch kaum Signalcharakter für die übrigen G7-Länder haben.
euroinvest
25.10.2001, 02:16
Devisen: Dollar etwas schwächer - US-Notenbank gibt keine Entwarnung
NEW YORK (dpa-AFX) - Der Dollar hat sich im Verhältnis zum Euro im späten Mittwochshandel etwas abgeschwächt. Als Grund nannten Händler den Konjunkturbericht der US-Notenbank Fed. In ihrem "Beige Book" hatte die Fed keine Entwarnung gegeben. Gegen 23.40 Uhr kostete die europäische Gemeinschaftswährung in New York bei ruhigem Handel 0,8941 US-Dollar. Der Kurs hatte mit 0,8898 Dollar sein Tagestief markiert. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittag auf 0,8917 (Dienstag: 0,8887) Dollar festgelegt. Der Dollar kostete damit 2,1934 (2,2008) DM. Die Fed schrieb in ihrem neuesten Bericht über die Wirtschaftslage, dass die Terrorangriffe die Probleme einer bereits schwachen Wirtschaft verstärkt hätten. Von einigen Aspekten dieses Schocks habe sich die Geschäftswelt dann zwar relativ rasch erholt. "Längerfristige Auswirkungen sind schwerer einzuschätzen", hieß es. Diese Aussage wurde von Händlern als Indiz für eine anhaltende Schwäche in den USA gewertet. Zudem werde die Zinsentscheidung der EZB am morgigen Donnerstag mit Spannung erwartet, hieß es am Markt. Noch sei unsicher, ob die Währungshüter der Eurozone die Leitzinsen von dem derzeitigen Niveau bei 3,75 Prozent senken werden./FX/jh/ar
Quelle: DPA-AFX
EZB: Eurozone Leistungsbilanz August +4,2 (Vj: -6,3) Mrd EUR
Frankfurt (vwd) - Die Leistungsbilanz für die Eurozone weist für August nach Angaben der Europäischen Zentralbank (EZB) einen Überschuss von 4,2 Mrd EUR nach einem Defizit von 6,3 Mrd EUR im Vorjahr aus. Als Hauptgründe für diese Entwicklung nannte die EZB am Montag den Anstieg des Warenhandelsüberschusses auf 6,0 (0,2) Mrd EUR sowie einen Umschwung bei den Erwerbs- und Vermögenseinkommen. Bei letzteren wurde nach einem Defizit von 1,5 Mrd EUR nun ein Überschuss von 0,3 Mrd EUR festgestellt. Das Defizit der laufenden Übertragungen verkleinerte sich der EZB zufolge auf 2,9 (5,5) Mrd EUR, während der Dienstleistungsüberschuss weitgehend unverändert blieb.
In der Zeit von Januar bis August ging der EZB zufolge das kumulierte Leistungsbilanzdefizit im Vergleich zur Vorjahresperiode auf 21,8 (45,6) Mrd EUR zurück. Zur Begründung verwies die EZB auf die "starke Steigerung" des Warenhandelsüberschusses auf 35,0 (7,8) Mrd EUR, verbunden mit einem um 2,4 Mrd EUR gesunkenen Defizit der laufenden Übertragungen. Zudem sei eine Verschiebung bei den Dienstleistungen von einem Defizit von 2,1 Mrd EUR zu einem Überschuss von 2,9 Mrd EUR nur zum Teil von dem um 10,8 Mrd EUR erhöhten Defizit bei den Erwerbs- und Vermögenseinkommen kompensiert worden.
Die Kapitalbilanz weist weiteren Angaben zufolge für August einen Nettozufluss von 11,8 Mrd EUR aus. Im Juli hatte der Zufluss noch 8,8 Mrd EUR betragen. Im August habe der Zufluss bei den Portfolio-Investments von 17,8 Mrd EUR den Nettoabfluss bei den Direktinvestitionen von 6,0 Mrd EUR überkompensiert, hieß es zur Erläuterung von der Notenbank.
Zugleich revidierte die EZB die Leistungsbilanzdaten der Eurozone für 1999, 2000 sowie für das erste Halbjahr 2001. Demnach belief sich das Defizit in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres auf 21,8 Mrd EUR statt wie ursprünglich berechnet auf minus 11,2 Mrd EUR. Für 1999 und 2000 weist die Leistungsbilanz nun Defizite von 26,3 Mrd EUR bzw 70,1 Mrd EUR nach ursprünglich minus 13,8 Mrd EUR bzw minus 45,0 Mrd EUR aus.
+++ Christian Streckert
vwd/12/29.10.2001/ces/cv
29. Oktober 2001, 11:00
EZB: Zinssenkung unwahrscheinlich
(gatrixx) Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) wird nach Meinung der Analysten am Donnerstag keine neuen Zinsschritte einleiten. Das ist das Ergebnis einer Umfrage der Nachrichtenagentur dpa-AFX. Die befragten Volkswirte erwarten stattdessen frühestens im Januar 2002 einen Zinssenkung.
Zuletzt hatte die EZB Anfang November die Leitzinsen um 50 Basispunkte auf 3,25 Prozent reduziert. "Dabei wird es in diesem Jahr wohl auch bleiben", sagte Volkswirt Christoph Hausen von der Commerzbank. Es sei unwahrscheinlich, dass die Zentralbank noch in diesem Jahr an der Zinsscheibe drehen wird.
Wahrscheinlich werde zu Beginn des nächsten Jahres der Refinanzierungssatz um weitere 50 Basispunkte sinken, um das schwache Wirtschaftswachstum anzukurbeln, so die Meinung der Analysten der BHF-Bank. Diese Einschätzung teilen auch die Experten von HSBC Trinkaus & Burkhardt: Sie rechnen dann ebenfalls mit einem Leitzinssatz von 2,75 Prozent. (md)
06.12. - 11:03 Uhr
euroinvest
01.01.2002, 22:23
EZB-Chef sieht Wirtschaftswachstum in 2002
Wim Duisenberg, Präsident der EZB, erklärte am Sonntag in einem niederländischen Fernsehinterview, daß er ein EU-Wirtschaftswachstum für das Jahr 2002 erwarte. Die antizipierte US-Wirtschaftserholung werde nach den Worten des EZB-Chefs Europa davor bewahren, in eine Rezession abzufallen.
Außerdem werde der Euro gegenüber dem Dollar an Boden gewinnen, vorausgesetzt, die entsprechenden Stabilitätskriterien würden eingehalten werden. Dann könne er sich eine Parität gut vorstellen, meinte Duisenberg.
Spekulationen, wonach er im ersten Halbjahr 2002 abgelöst werden solle, erteilte Duisenberg eine klare Absage: "Ich bin für acht Jahre gewählt", erklärte er.
euroinvest
03.01.2002, 14:12
ZKB nimmt ihre Konjunkturprognose zurück
Zürich, 03. Jan (Reuters) - Die Zürcher Kantonalbank (ZKB) hat ihre Prognose für das BIP-Wachstum des Jahres 2002 auf 1,1 Prozent von vorher 1,5 Prozent zurückgenommen. Sich weiter verschlechternde Konjunkturindikatoren und Exportzahlen seien die Hauptgründe für die Revision, hiess es am Donnerstag im ZKB-Konjunkturbarometer. Im Jahr 2003 sollte die Schweizer Wirtschaft dann mit einer Rate von 2,3 Prozent expandieren, hiess es weiter. Das Inflationspotential habe weiterhin abgenommen; die Teuerung des Jahres 2002 dürfte 0,7 Prozent betragen; zuvor war die ZKB von 1,1 Prozent ausgegangen. Die Nationalbank dürfte ihren Leitzins noch im Januar senken, so die Volkswirte der ZKB. Die Zinsen dürften erst wieder im Herbst steigen. ajs/och
Quelle: REUTERS
euroinvest
14.01.2002, 12:18
Rückflüsse aus Euro-Umstellung entspannen Lage am Geldmarkt
Frankfurt, 14. Jan (Reuters) - Der deutliche Rückgang der autonomen Faktoren auf Grund von Rückflüssen nationaler Währungen im Zuge der Euro-Umstellung hat die Liquiditätslage am europäischen Geldmarkt Händlern zufolge entspannt. Zwar verharrten die Sätze für Tagesgeld am Montag weiter zwischen 3,31 und 3,34 Prozent, der Markt sei jetzt aber flüssig genug, um besser den Mindestreservepflichten nachzukommen, sagte ein Händler. "Wir sehen nun offensichtlich, dass die lange erwarteten Rückflüsse an nationalen Währungen aus der Euro-Umstellung bei den nationalen Zentralbanken ankommen", sagte ein Händler. Die Europäische Zentralbank (EZB) habe dies wohl bereits am Freitag berücksichtigt, und daher zurecht keinen Schnelltender ausgeschrieben. Ende vergangener Woche hatten Geldmarkthändler auf die Bereitstellung zusätzlicher Liquidität gewartet, da sich am Freitag zunächst noch keine Entspannung abgezeichnet hatte. Die Disponenten rechnen für den weiteren Tagesverlauf eher mit sinkenden Sätzen. Grundsätzlich könnten die Sätze in den kommenden Tagen jedoch schwanken, da die autonomen Faktoren wegen der Rückflüsse aus der Euro-Umstellung schwer abzuschätzen seien. Das notwendige Zuteilungsvolumen beim anstehenden 14-tägigen Zinstender lasse sich erst absehen, wenn die EZB ihre Schätzung der täglichen autonomen Faktoren bekannt gegeben habe. Per Freitag fielen die autonomen Faktoren nach Angaben der EZB auf 45,008 (52,387) Milliarden Euro. Die täglichen Zentralbank-Guthaben der Banken bei der EZB gingen nach Ablauf des eintägigen Schnelltenders vom Donnerstag auf 128,927 (161,658) Milliarden Euro zurück. Der laufende Durchschnitt der Bankenguthaben stieg auf 127,700 (127,495) Milliarden Euro, lag damit aber weiter unter dem geschätzten Mindestreserve-Soll von 128,70 Milliaren Euro. Die Banken nahmen EZB-Übernachtkredite von 65 (114) Millionen Euro auf. In der Einlagenfazilität wurde überschüssige Liquidität im Volumen von 130 (69) Millionen Euro geparkt. Der Referenzzinssatz für Tagesgeld betrug per Freitag weiter 3,34 Prozent. sme/mwo
Quelle: REUTERS
EZB lässt Leitzinsen unverändert
Frankfurt - Die Europäische Zentralbank (EZB) hat die Leitzinsen wie
allgemein erwartet nicht verändert. Wie die Notenbank nach der Sitzung ihres
Rates im niederländischen Maastricht mitteilte, beträgt der
Mindestbietungssatz für die Hauptrefinanzierungsgeschäfte nach wie vor 3,25
Prozent. Die Zinssätze für die Spitzenrefinanzierungsfazilität und die
Einlagefazilität verbleiben bei 4,25 bzw 2,25 Prozent. EZB-Präsident Wim
Duisenberg wird auf einer Pressekonferenz in Maastricht die Beschlüsse
erläutern.
vwd/7.2.2002/ces/jej
07.02.2002 - 13:48 Uhr