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Vollständige Version anzeigen : Was haltet ihr von der Riester Rente?


Gordon Gecko
03.06.2001, 15:00
Ich habe mich mal etwas über unsere Rentenreform informiert und interessiere mich jetzt mal über Eure Meinungen zu diesem Schritt.

Hier mal kurz die wichtigsten Punkte:
Die gesetzliche Rentenversicherung bleibt weiterhin der wichtigste Teil.
- Das Rentenniveau sinkt langfristig von 70% auf 68% ab.
- Die private Altersvorsorge gewinnt langsam an Bedeutung.

Kontostand
-Ab 2004 wird man regelmässig über die Rentenansprüche informiert

Förderung der privaten Vorsorge
-Wer 4% (ab 2008 und alleinstehend) des sozialversicherungpflichtigen Einkommens spart, erhält eine Zulage vom Staat in Höhe von 300DM.
Stärker gefördert werden Familien.
-Nur bestimmte Anlageformen werden gefördert
a) fest bis zum 60. Lebensjahr
b) anschließende Verrentung
c) Sicherheitskriterien

Für Interessiert: Hier gint es genaue Auskünfte: http://www.bma.de/de/neuerente/frame.asp

Denkanstösse:
Ich denke es ist allemals ein Schritt in die richtige Richtung. Nicht ganz zufrieden bin ich mit der vorgeschriebenen Anlageform, hier wäre mehr Selbstbestimmung angebracht. Somit würde das Modell evtl auch mehr Akzeptanz finden.
Zum anderen erscheint mir die Absenkung des Rentenniveaus zu vorsichtig.
Warum man nun Familien mit Kinder bei der Altersvorsorge stärker begünstigt ist mir nicht ganz klar, verkompliziert die Sache wieder nur unnötig, dies hätte man doch trennen können, oder nicht?

Gruß Gecko

Gordon Gecko
03.06.2001, 16:29
macht man sich weiter Gedanken zu der Sache, so könnte man sich ja mal überlegen, wie das ganze ausgeht.

Der schlecht bis mittelstark verdienende Teil der Bevölkerung wird die Möglichkeit der subventionierten Altersvorsorge natürlich ausnutzen, da die 4% nicht allzuviel sind, und die Subvention im Verhältnis dazu eine recht gute Verzinsung bietet.
Der gutverdienende Teil der Bevölkerung wird das Angebot nicht wahrnehmen, da die 4% doch ein ganzer Batzen sind, und die Subvention somit keinen gerechtfertigten Anreiz dazu bilden, auf die Selbstbestimmung der Anlageform zu verzichten.

Im Ergebnis erreicht die Rentenreform also nicht mehr, als einen weiteren Zuschuss für die Schlechterverdienenden zu sein.

Im Abbau der Anreize zu den "Besserverdienern" zu gehören ist Deutschland ganz vorne dabei.

also, diese Sichtweise spricht gegen die Rentenreform.
Ich denke jetzt müsste genügend Zündstoff bereit liegen, um eine interessante Diskussion zu führen.

Gruß Gecko

jetzgehtslos
03.06.2001, 19:20
Hi Gordon,

die Idee der Rentenreform ist sicher nicht die schlechteste. Ich bin zur Zeit noch nicht so gut informiert, aber werde das in nächster Zeit ändern.

Was ich stark vermisse, ist ein Konzept, das für eine längere Periode brauchbar ist, und nicht gleich wieder überarbeitet werden muß.

Meiner Ansicht nach müssen wir irgendwann sowieso auf Grundrente umstellen, warum nicht gleich jetzt den Anfang in diese Richtung machen? Ich wäre sogar dafür, das jeder diese Rentenversicherung machen muß. Denn was bringt es, wenn die Leute, die das nicht machen, später wenn sie zu alt sind, auf Sozialhilfe angewiesen sind. Dann müssen nur wieder alle zahlen.

Ich persönlich habe keine Probleme damit, wenn man eine Anlage vorgeschrieben bekommt. Denn man sollte nicht immer alles eingleisig planen. Mit mehreren Schienen kommt man doch viel sicherer und besser ans Ziel. Außerdem ist die Rente kein Spielcasino o. ä. Feste Regeln sollten hier schon gelten. Dies wird auch in anderen Ländern so gehandhabt. Was für Anlagen darunter fallen, darüber läßt sich streiten. Das hier die Versicherungslobby wieder einmal ihre Beziehungen spielen ließ, darüber bin ich keineswegs überrascht.

Das man aber nicht sein ganzes Geld in Aktien stecken sollte, dürfte auch jedem hier im Board klar sein.

Ich stimme dir in dem Punkt zu, das man wieder zuviel Ausnahmen machen will. Bei den Familien hätte man das ganze sicher auch durch ein höheres Kindergeld regeln können. Eine bessere Unterstützung der Familien mit Kindern ist aber auf jeden Fall langfristig sinnvoll.

Diese Rentenversicherung ist sicher nicht das beste Konzept, aber sicher auch nicht die schlechteste Lösung für die Besserverdienenden. Wie bereits oben erwähnt, was bringt es, wenn die Leute im Alter arm sind und dann von der Sozialhilfe leben müssen. Es kann nur zu sozialen Spannungen führen. Man sollte einfach etwas weiter denken, als nur seinen persönlichen Geldbeutel zu betrachten.

Und wer besser verdient, der kann es sich jetzt leisten für später vorzusorgen und ist auf keinen Fall auf die Hilfe vom Staat angewiesen.

Zu dem Punkt von dir:

Der schlecht bis mittelstark verdienende Teil der Bevölkerung wird die Möglichkeit der subventionierten Altersvorsorge natürlich ausnutzen, da die 4% nicht allzuviel sind, und die Subvention im Verhältnis dazu eine recht gute Verzinsung bietet.


Also 4% können für diese Leute auch nicht grade wenig sein. Manche drehen jeden Pfennig zweimal um und haben jeden Pfennig den sie verdienen schon verplant.

Ciao
jgl


P.S. Nur wer gibt, dem wird auch gegeben!

TraderOne
04.06.2001, 17:46
wird zeit sich mit dem thema zu beschäftigen .... :)


Wie hoch fallen die staatlichen Zulagen aus?

Das hängt von mehreren Faktoren ab. Insbesondere dem Beitragsjahr, der Höhe der Einzahlung, dem Familienstand und der Anzahl der Kinder. Zunächst (2002) gibt es eine Zulage von etwa 75 DM für jeden Berechtigten und zusätzlich 90 DM für jedes Kind. In der Endstufe (2008) steigt die Grundzulage auf 300 DM und 360 DM für jedes Kind.


Gibt es einen Mindestbeitrag, der für die private Vorsorge gezahlt werden muss?

Ohne eigene Beitragsleistung gibt es auch keine Zulagen. Der Gesetzgeber erwartet, dass die Summe von Zulagen und Eigenbeiträgen zunächst mindestens ein Prozent des beitragspflichtigen Brutto-Einkommens des Vorjahres ausmacht. Bis 2008 steigt der "Altersvorsorgeaufwand" auf mindestens vier Prozent des Bruttoeinkommens.


Wer kann die staatliche Förderung in Anspruch nehmen?

Grundsätzlich hat jeder Arbeitnehmer Anspruch. Ausnahme: Beamte und Angehörige des öffentlichen Dienstes, die schon über die bestehenden Systeme versorgt sind. Daumenregel: Wer in die gesetzlichen Rentenkassen einzahlt, kann auch die private Zusatzversorgung nutzen. Aber auch rentenversicherungspflichtige Selbständige und Landwirte sowie Empfänger von Lohnersatzleistungen können die Zulagen bekommen.


Gibt es die Zulagen nach dem Altersvermögensgesetz auch für Personen, die keine Rentenversicherungsbeiträge zahlen?

Auch Ehepartner, die selbst nicht versicherungspflichtig sind, können die Grundzulage erhalten. Voraussetzung ist, dass sie mit ihrem Ehepartner eine gemeinsame Steuererklärung abgeben und für den nicht rentenversicherungspflichtigen Partner ein eigener Altersvermögens-Vorsorgevertrag abgeschlossen wird.


Welchem Konto werden die Kinderzulagen gutgeschrieben?
Die Kinderzulage wird grundsätzlich nur einem Elternteil gewährt, in der Regel der Frau. Auf Antrag kann dies geändert werden.


Ab wann gibt es die staatliche Förderung, und wie wird sie ausgezahlt?

Zulagen oder Steuervorteile über den "Sonderausgabenabzug" gibt es ab dem Steuerjahr 2002. Steuerexperten sprechen vom Veranlagungszeitraum (VAZ) 2002. Ausgezahlt werden die staatlichen Mittel nach der Prüfung durch die Finanzbürokratie dann frühestens ab März 2003. Wird die Steuererklärung später abgegeben, gibt's den Geldsegen entsprechend verzögert. Das Finanzamt prüft im Rahmen des Einkommensteuerbescheids, ob im Einzelfall die Zulage oder der steuerliche Abzug als Sonderausgabe günstiger ist.


Wie ist das Verhältnis Riester-Rente und Steuern?

Mit der Riester-Rente wird eine "nachgelagerte Besteuerung" eingeführt. Das bedeutet: Die laufenden Beiträge werden aus dem Bruttoeinkommen und damit unversteuert erbracht. Dafür muss der Anleger die spätere Privatrente im Ruhestand versteuern. Im Gegensatz zu herkömmlichen Leibrenten unterliegt die Riester-Rente voll und nicht nur mit dem Ertragsanteil der Steuer.


Wie wird die Zulage ausgezahlt?

Förderberechtigte stellen einen Antrag auf Zulage nach dem AVmG. Die Zulage wird anschließend dem individuellen Vertrag bei dem Versicherer, der Fondsgesellschaft oder der Bank gutgeschrieben.


Darf man nach Vertragsabschluss den Anbieter wechseln?

Grundsätzlich kann der Anbieter mit einer Frist von drei Monaten zum Quartalsende gewechselt werden. Allerdings muss sofort ein Folgevertrag geschlossen werden, der zertifiziert ist. Geschieht das nicht, müssen gegebenenfalls alle Zulagen zurückgezahlt und die Beiträge nachversteuert werden. Zumindest bei Versicherungsprodukten ist ein solcher Wechsel mit erhöhten finanziellen Risiken verbunden.


Können Ehepaare einen gemeinsamen Vertrag abschließen?
Nein. Jedem Ehegatten steht getrennt die staatliche Förderung zu. Also müssen auch zwei Verträge abgeschlossen werden.


Kann man auch mal mit der Zahlung aussetzen?

Der Gesetzgeber hat sowohl vorgesehen, dass der Vertrag eine Zeit lang ruht als auch dass in der Höhe schwankende Beiträge eingezahlt werden. Wer allerdings ein Jahr Beitragspause einlegt, muss auch auf die entsprechenden Zulagen für dieses Jahr verzichten.


Können Zulagen auch über die betriebliche Altersversorgung gewährt werden?

Ja. Zahlt der Arbeitgeber im Rahmen der betrieblichen Altersvorsorge in eine Direktversicherung, einen Pensionsfonds oder eine Pensionskasse, können die Zulagen in Anspruch genommen werden. Außen vor bleiben nach dem aktuellen Stand Direktzusagen und Zahlungen in Unterstützungskassen. Details zum Thema betriebliche Altersversorgung werden momentan noch diskutiert.


Was passiert, wenn der Vertrag nicht nach dem Altersvermögensgesetz vollendet wird?

Im schlimmsten Fall wird er zurückabgewickelt. Im Klartext heißt das: Die Zulagen müssen zurückgezahlt, die aus unversteuertem Einkommen aufgebrachten Beiträge und eventuellen Zinserträge nachversteuert werden.


Quelle: Financial Times Deutschland

Morgan
05.06.2001, 09:20
Kompliziertes Konzept, das dahinter steckt. Wie du schon gesagt hast, Gecko, ansich schon wieder zu kompliziert. Auf dem Weg der Vereinfachung sind wir damit wirklich nicht. Auch wenn die Anzahl der Kinder direkt mit der Rentenproblematik zusammenhängt, sollte sie wohl doch aus dieser Berechnung herausgehalten werden, und in einem erhöhten Kindergeld seinen Niederschlag finden.
Ansonsten möchte ich an dem neuen Konzept nicht allzuviel herummäkeln, schließlich ist es ja freiwillig, wenn man einzahlt. Klar sollte allerdings sein, daß man eine private Vorsorge treffen muß, ob nun duch die staatlich geförderte, oder eine andere, denn die Berechnung der Regierung, daß das Rentenniveau um lediglich 2% absinken wird, ist äußerst optimistisch.


Morgan

peanut
06.06.2001, 23:02
ich frage mich warum nicht endlich der konsequente schritt zur völligen kapitalgedeckten rentenfinanzierung getan wird. das es bei sinkenden geburtenraten nur eine frage der zeit ist, wann das umlagefinanzierte system bankrott geht ist doch wohl jedem klar. stadtdessen diskutiert man ob einwanderung nicht die lösung aller unserer probleme ist:confused: (dabei sieht man ja derzeit ind GRB das einwanderung keine probleme löst sondern nur neue schafft (fernsehbilder wie in israel:mad: )).
dieser zaghafte schritt der rot-grünen, der jede wirkliche entscheidung nur vertagt (z.b. geht das ristermodell von nur unbedeutend sinkenden einwohnerzahlen, einem arbeiten bis 65 (derzeitiger durchschnitt deutlich unter 60!!!) und einem absinken der arbeitslosigkeit auf nahe null!!! aus) ist nicht zu verantworten.
deutschland lebt weit über seine verhältnisse. die staatsausgaben sollten endlich deutlich gesenkt werden und wirklich dem entsprechen was wir uns leisten können bevor die zinslast uns endgültig den hals zuschnürt. und nicht zuletzt sollte der größte schwindel der deutschen fiskalpolitik, die sogenante ''ÖKOSTEUER'' endlich tatsächlich der Umweld zugute kommen, und das risige loch in der rentenkasse nicht länger kaschieren!!! das derzeitige rentensystem ist am ende und rister ist es mit ihm, denn sein vorschlag ist von inkonsequenz gezeichnet, und läßt wirklichen muth nicht erkennen.

eins noch: die idee die freiwillige rente zu besteuern führt nur dazu, das viele sie nicht in anspruch nehmen werden, sondern ihr geld in steuerfreien anlagen (z.b. aktien, die nochdazu höhere erträge bringen und die 300 dm locker kompensieren werden)behalten werden.

die rister rente:= eine totgeburt!!!
mögen wir von ihr verschont bleiben!!!

;) :) ;) :) ;) peanut.

ps.:freue mich auf aufgeregte proteste der rot-grünen gemeine!!!

TraderOne
06.06.2001, 23:20
habe ich auch mal drüber nachgedacht, aber was machst du dann mit den ganzen rentnern die nach dem alten system eingezahlt haben? alle ins ausland exportieren? :)

die grundidee das system langsam umzustellen ist schon richtig, da führt kein weg dran vorbei. ob nun dieses konzept das gelbe vom ei ist kann ich noch nicht beurteilen - dafür bräuchte ich noch mehr hintergrundwissen.

und ob man die grünen lieber hat oder rot oder schwarz: fakt ist das viel zu lange gewartet worden ist die realitäten auf den tisch zu legen. schon vor jahren habe ich mit großem interesse die klagen vor dem bvgh auf austritt aus der rv für angestellte verfolgt, die natürlich abgelehnt wurden denn ansonsten wäre das alte system schon längst völlig kollabiert.

jedenfalls ist die desolate verfassung des rentensystems keineswegs die schuld der jetzigen regierung, da werden schon seit vielen jahren fest die augen zugedrückt.

bye,
TOne
:cool:

Morgan
07.06.2001, 00:17
die jetzige Regierung trägt ein gutes Stück zu der weiteren Verschleppung der Rentenproblematik bei. Der erste Schritt zu Beginn der Legislaturperiode war, das Wahlversprechen der Rentenbeitragssatzkürzung einzulösen, meiner Meinung nach ein eklatanter Fehler. Des weiteren kann ich peanut in der mutlosen Herangehensweise an das Problem beipflichten. An sich hätte der Rentenbeitrag der jetztigen Rentner bereits um 1-2% gekürzt werden müssen, denn es wird Geld ausgezahlt, welches nicht vorhanden ist, und welches späteren Generationen auch nicht zur Verfügung steht. Ein solcher Schritt hätte jedoch einen Ansturm der Empörung hervorgerufen und wäre wohl von keiner Partei durchsetzbar.

@peanut: manchmal bin ich schon mit kleinen Schritten zufrieden, wenn sie in die richtige Richtung weisen. Natürlich müßte die Umstellung wesentlich schneller erfolgen, z.B. ist es mir auch ein Rätsel, warum bis im Jahr 2008 gewartet werden muß bis die vollen 4% für die Privatrente gefördert werden. Ist eine halbherzige Herangehensweise, bei der keiner eingestehen will, in der Vergangenheit Fehler gemacht zu haben. Für derartige Fehlkalkulationen sollten die Abgeordneten der letzten 4 Bundestage persönlich zur Kasse gebeten werden. (leider auch nicht durchsetzbar :D)

Morgan
Ps:
Ökosteuer,... find ich gut.

TraderOne
07.06.2001, 00:39
@morgan,

die jetzige Regierung trägt ein gutes Stück zu der weiteren Verschleppung der Rentenproblematik bei. na wenigstens machen die mal was, die jahre zuvor ist ja nicht viel passiert außer ständigen statements wie 'die rente ist sicher' :(



Der erste Schritt zu Beginn der Legislaturperiode war, das Wahlversprechen der Rentenbeitragssatzkürzung einzulösen, meiner Meinung nach ein eklatanter Fehlerwahlversprechen einzulösen ist doch keine schlechte eigenschaft ... :)



An sich hätte der Rentenbeitrag der jetztigen Rentner bereits um 1-2% gekürzt werden müssen das wäre allerdings politischer selbstmord :crucified



Für derartige Fehlkalkulationen sollten die Abgeordneten der letzten 4 Bundestage persönlich zur Kasse gebeten werden bravo! :D



Ökosteuer,... find ich gut
bravo wieder zurückgenommen! :cry-baby:



bye,
TOne
:cool:

Morgan
07.06.2001, 00:51
:lol yep, der Spruch "die Rente ist sicher" müßte mit einer Sonderstrafzahlung belegt werden! :lol

Gute Nacht, und bis morgen,

Morgan

PS: Ich möchte hier auch garnicht die CDU in Schutz nehmen, schließlich hätten in ihrer Regierungszeit die Zeichen der Zeit erkannt werden müssen.

jetzgehtslos
07.06.2001, 12:56
Hi,

klar haben die alle verpennt mit der Rente, ebenso mit der Steuer, etc. Ich finde schön, das die jetzige Regierung zumindest mal einen Schritt getan hat. Manchmal muß man ein Hindernis umgehen und man kommt doch noch zum Ziel. Ich vermisse nur etwas die Zukunftsperspektive. Bei der Steuerreform die Reform.

In D herrscht Reformstau, aber dies liegt nicht nur an den Politikern, sondern vor allem auch an unseren Lobbyisten. Wer denkt da über seinen Geldbeutel einmal hinaus??

Wenn es etwas zu verteilen gibt, dann wird geschrien, das dies noch gefördert werden sollte usw. Wenn es aber etwas einzusparen gilt, dann kommt man aus den Löchern gekrochen, wenn der Geldbeutel geschröpft werden soll, ohne das man einen anderen passenden Vorschlag vorbringt.

Was ich hier vermisse:

Was bringt es, wenn ich in D ein kapitalgedecktes System habe, ohne Leute die noch arbeiten mit lauten Rentnern?

Ebenso könnte man jedem eine Mio. in die Hand drücken und sagen: Viel Spaß!

Ein Land braucht auch Menschen und vor allem Leute, die auch noch was "richtiges" arbeiten. Die Währung hat nicht zuletzt daher auch ihren Wert.

Deshalb ist die Debatte über Einwanderung gar nicht verkehrt. Man sollte alles mit Maß und Ziel beginnen.


Woher soll das Geld kommen für die Leute, die bereits eingezahlt haben?

Diese Leute haben sich ihre Rente verdient. Daher wird nur eine schrittweise Umstellung auch Erfolg bringen. Alles andere eher soziale Konflikte. Und diese Umstellung sollte in einem großen Konsens verabschiedet werden.


Wie weit sollte der Staat den Leuten helfen, die sich nicht selbst versorgen können?

In Europa herrscht eine etwas andere Mentalität als in den USA. Also ich denke ohne eine Grundsicherung wird es nicht funktionieren. Natürlich können wir auch meilenlange Warteschlangen im Sozialhilfeamt hinnehmen. Wie lange das gutgeht??


Ciao
jgl

Morgan
07.06.2001, 15:08
Mal eine andere Frage:
Werdet ihr die Förderung in Anspruch nehmen?
Ich habe grade heute auf einem Werbeplakat von einer Versicherung gelesen, daß der Staat die Privatrente mit bis zu 32.000DM fördert. Sicher könnte jeder hier durch gutes Buy and Hold mehr rausschlagen, aber wie seht das ihr die Frage mit Diversifikationsüberlegungen im Hinterkopf?

Wie ist das mit der Rente, die aus dem angesparten Kapital bezogen werden kann, ist die dann auch ans Einkommen gekoppelt? Wieviel % wären das auf die angestrebten 68% Grundsicherung noch dazu?

Gruß Morgan

TraderOne
07.06.2001, 15:34
hi morgan,
als familienvater mit nachwuchs werde ich das sicher machen. aber zunächst gilt es abwarten und die angebote in ruhe studieren. übrigens: was mit dieser reform an kapital langfristig an die börse wandert sollte in den nächsten jahren gehörigen einfluß auf die indizies haben :)




Hürden bei Verträgen zur Altersvorsorge

Der künftige Rentner bekommt nur dann staatliche Förderung, wenn er ein Produkt mit staatlichem Stempel erwirbt. Folgende Punkte sind zu beachten.

Verträge sind nur dann förderungsfähig, wenn sie bestimmte Voraussetzungen erfüllen und dies in einem besonderen Verfahren bestätigt worden ist. Im Amtsdeutsch heißt das "Zertifizierung". Die dazugehörigen Regelungen stehen im Altersvorsorgeverträge-Zertifizierungsgesetz (AltZertG).

In der Ansparphase muss sich der künftige Rentner verpflichten, laufend freiwillige Aufwendungen ("Altersvorsorgebeiträge") zu erbringen. Außerdem dürfen die Leistungen für den Rentier in spe nicht vor Vollendung des 60. Lebensjahres oder dem Beginn einer Altersrente des Vertragspartners aus der gesetzlichen Rentenversicherung erbracht werden. Leistungen zur Altersversorgung dürfen nur noch im Alter ausgezahlt werden.


In dem "Altersvorsorgevertrag" muss sich der Anbieter außerdem verpflichten, dass zu Beginn der Auszahlungsphase, also bei Beginn der Privatrente, zumindest die eingezahlten Altersvorsorgebeiträge zur Verfügung stehen. Nach Auffassung des Bundesfinanzministeriums gehören dazu sowohl die eigenen Beiträge als auch die vom Staat gewährten Zulagen.



Leibrente muss monatlich gezahlt werden

Bereits bei Vertragsabschluss muss im Übrigen sichergestellt werden, dass die spätere Auszahlung in Form einer lebenslangen Leibrente oder eines Auszahlungsplans mit unmittelbar anschließender Teilkapitalverrentung erfolgt. Die lebenslange Leibrente muss grundsätzlich monatliche Zahlungen in gleich bleibender oder steigender Höhe vorsehen. Ähnliches gilt für einen Auszahlungsplan mit Teilkapitalverrentung: Auch hierbei sind grundsätzlich Auszahlungen in gleich bleibenden oder steigenden monatlichen Raten vorgesehen. Die Zahlungen aus dem Auszahlungsplan müssen bis zum 85. Lebensjahr erfolgen. Ein Anteil des zu Beginn der Auszahlungsphase zur Verfügung stehenden Kapitals muss in eine Rentenversicherung eingebracht werden, die dem Vertragspartner ab dem 85. Lebensjahr eine gleich bleibende oder steigende lebenslange Leibrente gewährt. Dabei muss die erste monatliche Rentenzahlung mindestens so hoch sein wie die letzte monatliche Auszahlung aus dem Auszahlungsplan.


Weitere Forderung des Gesetzgebers: Abschluss- und Vertriebskosten müssen über einen Zeitraum von mindestens zehn Jahren in gleichmäßigen Jahresbeträgen verteilt werden, soweit sie nicht als Prozentsatz von den Beiträgen abgezogen werden.

Mit der Produktprüfung werden künftig 70 Beamte beschäftigt sein. Die Zertifizierungsaufgabe wird vom Bundesaufsichtsamt für das Versicherungswesen (BAV) in Bonn übernommen. Die ersten Zertifizierungsanträge sollen Anfang November 2001 angenommen werden und können spätestens ab 2002 in den Verkauf gehen.



quelle: financial times deutschland

peanut
07.06.2001, 18:25
@ all: es wird immer wieder die frage aufgeworfen, was denn mit den leuten werden soll die jahre lang in die rentenversicherung eingezahlt haben, wenn man meinen vorschlag von der kapitalgedeckten rente umsetzt.
Gegenfrage: ist es euch eigentlich bewusst, das menschen die heute anfangen zu arbeiten, selbst wenn das derzeitige (oder geplante) system bestehen bleibt eine negativverzinsung auf ihr einzuzahlendes kapital erhalten werden? Ja- ihr lest richtig es ist fakt, das diese menschen weniger herausbekommen werden als sie einzahlen!!!! Dazu kommen noch die unglaublichen schulden von bund, ländern und gemeinden, die vor allem von der jetzigen rentner- (und vorrentner-) generation angehäuft wurden. Fakt ist, das diese generationen (insgesamt) in den letzten jahrzehnten (seit 45) güter konsumiert haben, die von ihren enkeln und kindern erst noch erzeugt werden müssen!!!!
Knallhart müsste man sagen, dass diese menschen kein Anrecht auf weitere zahlungen von der jungen generation haben, die selbst schon genug zu tun haben wird die immensen schulden zu tilgen, die von einem system erzeugt wurden, dem man die zurechnungsfähigkeit entziehen müsste.
Leider haben kinder keine stimmen, sonst würde ein aufschrei durch das land gehen!!!!

@ morgan: Ökosteuer finde ich auch gut, aber sie sollte dann auch tatsächlich der umweld zugute kommen (ich hasse etikettenschwindel!!!). übrigens find ich es ebenfalls schade, dass zwar vorstände und aufsichtsräte zur verantwortung gezogen werden können(passiert leider viel zu selten), aber politiker im schlimmsten fall mit einer horenden rente nach hause geschickt werden!

@ jetzgehtslos: ich find es wirklich gefährlich einfach menschen zu importieren, die dann unsere probleme lösen sollen. Das kann so nicht funktionieren. Die einbürgerung, und eingliederung dieser menschen aus anderen kulturkreisen erfordert viel zeit, Geld (ja auch geld!!!) und verständniss, das derzeit in D nicht vorhanden ist. Es ist falsch dem volk etwas aufzuzwingen (es zu ihren glück zu zwingen) was in der bevölkerung keine akzeptanz findet, das würde zu, heute noch nicht abzusehenden, problemen führen (und den von dir befürchteten sozialen konflickten, wie das bsp. GRB gerade zeigt!!!). Wie du schon richtig festgestellt hast sind wir eben nicht die USA!!!

es ist eben meisten wie bei schillers zauberlehrling: die geister die ich rief hervor, wie werde ich sie jetzt wieder los?
diese rentenversicherungsspierale die an eigendynamik gewonnen hat und aus der es nur schwerlich ein entfliehen gibt ist dafür nur ein beispiel. die einfuhr von kindern nach dtl. dürfte ein weiterer verzweifelter und unüberlegter schritt sein.

mfg peanut.

ps.: um keine mißverständnisse zu schaffen: ich bin nicht nur mit der jetzigen regierung unzufrieden, das parteibuch ist keinen garantie für versagen, ob rot oder schwarz (versagt haben sie alle auf unsere kosten).
:angry: :angry: :angry: :angry: :angry: :angry: :angry: :angry:

Gordon Gecko
07.06.2001, 19:08
Peanut, du sprichst mir aus dem Herzen. Auch dem Lobbiisten-Problem (wobei dies in den USA noch weit schlimmer ist) von jgl stimme ich voll und ganz zu. All dies trägt zur Politikverdrossenheit bei. Was haben wir denn noch für Wahlbeteiligungen, das ist doch wirklich traurig!

Wieviel Prozent der Politik ist Show, wieviel Prozent sind Taten?

Wir brauchen eine Opposition, deren klares Ziel ist, gemeinsam mit der Regierung nach vorne zu laufen.
Wir brauchen eine Regierung, die sich nicht schon nach der Wahl wieder gegen die Opposition behaupten will, in Gedenken an die nächste Wahl.
Wir brauchen klare Punkteprogramme.

Warum gibt es keine klare Meinungsgegenüberstellungen der Parteien? Informationsverschleierung?

Wir brauchen mal wieder eine klare und starke Regierung. Dieses 40% - 35% + 7% mit Koalition, lähmt uns!

Gruß Gecko