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Vollständige Version anzeigen : Gazprom 903276


Sandman
14.01.2001, 14:31
Gazprom -- !!! Eine Aktie die in jedes spekulative Depot gehört.Die Manager des weltgrößten Gaslieferers haben erkannt das mit westlichem Denken und Handeln Geld zu verdienen ist u. die Aktienkäufer danken es Ihnen. - Fazit -- KAUFEN ----- BG.

HSnoopy
31.01.2001, 21:49
Bis jetzt ist noch kein Blumentopf mit Gazprom zu gewinnen. Kurs steht jetzt bei 7,5 E.
Wäre für mich kein Kauf.
Hier einige Pressemeldungen zu Gazprom.

Gruß
HSnoopy

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Presse: Gazprom-Prüfung enthüllt fragwürdiges Finanzmanagement

Moskau (vwd) - Eine fünfmonatige Untersuchung durch
eine Parlamentskommission bei RAO Gazprom,
Moskau, hat Hinweise auf ein fragwürdiges
Finanzmanagement beim weltweit größten
Erdgasproduzenten ans Licht gebracht. Wie die
russische Zeitung "Vedemosti" (Freitagausgabe)
berichtet, hat Gazprom in den Jahren 1999 und
2000 fast 850 Mio USD meistens zinsfrei - an
fremde Unternehmen verliehen. Der Gasproduzent,
der zu 38 Prozent von der russischen Regierung
kontrolliert wird, befinde sich jedoch selber in
finanziellen Nöten und sei daher unfähig, den
eigenen Produktionsrückgang zu stoppen.

So habe Gazprom im Untersuchungszeitraum
Kreditschulden von einer Mio USD gehabt, für die
zwischen zehn und 15 Prozent Zinsen fällig
waren. Doch auch diese Kredite hätten nicht
gereicht, die Steuerrückstände von Gazprom zu
decken, heißt es in dem Bericht weiter. So habe
das Unternehmen am 1. Oktober 2000 bei
rückläufigen Investitionen in die Gaproduktion
Steuerschulden von 39,1 Mrd RUB gehabt. Dagegen
hätten die Investitionen in Nicht-Kernbereiche
im Berichtszeitraum um das zweieinhalbfache auf
820 Mio USD zugenommen.

Darüber hinaus werde in dem Prüfungsbericht
auf spezielle steuerliche Übereinkünfte zwischen
Gazprom und der russichen Regierung verwiesen,
die unvereinbar mit der russichen
Steuergesetzgebung seien, heißt es weiter. Den
Vereinbarungen zufolge soll Gazprom von der
Regierung zweijährige zinsfreie Kredite erhalten
haben, die den Staatshaushalt im Jahr 1999 mit
786 Mio USD belastet hätten.
vwd/26.1.2001/mkr/bb

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Der russische Gasriese Gazprom leitet nun im Disput um Anteile am russischen Fernsehsender NTV rechtliche Schritte
ein.

Dem Medienkonzern Media-Most, der NTV hält, wird vorgeworfen, Anteile in Höhe von 19% zurückzuhalten, um sie nicht
in die Hände der Gazprom fallen zu lassen.
Der Gaskonzern besitzt bereits 46% am Fernsehkanal und könnte seine Beteiligung nun weiter auf 65% erhöhen. NTV –
bekannt für seine kritischen Berichte über die russische Regierung - fürchtet um seine Pressefreiheit, sollte die staatliche
Gazprom ihren Anteil weiter erhöhen. Media Most erklärt, bereits mit anderen potenziellen Käufern in Verhandlung zu
stehen, unter denen sich auch eine Gruppe um den CNN-Gründer Ted Turner befände.

Die Klage der Gazprom wird vom Pressesprecher der Media Most als "normaler rechtlicher Schritt" bezeichnet.

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Im Kampf über die Übernahme des russischen unabhängigen Fernsehsenders NTV gibt der Vorstand der Gazprom-Media
- Tochtergesellschaft des russischen Gasriesen - Alfred Kokh, bekannt, eine außerordentliche Hauptversammlung einfordern
zu wollen. Hauptzweck dieser soll die Abberufung des alten und die Wahl eines neuen Vorstandes sein.

Die weitverbreiteten Bedenken, die Unabhängigkeit und Pressefreiheit der NTV könnte durch die Gazprom-Übernahme
verloren gehen, versucht Kokh zu zerstreuen. Seinen Angaben zufolge werde er sich nicht in redaktionelle Belange
einmischen und Personalveränderungen auf ein Minimum beschränken.

Die NTV fühlt sich nach Angaben des derzeitigen Vorstandes Gusinsky als Opfer eines ausgeklügelten Planes Putins, der die
Unabhängigkeit der Medien einschränken soll. In diesem Fall mittels der Übernahme des Fernsehsenders durch die staatlich
kontrollierte Gazprom. Der Streit nimmt mittlerweile Ausmaße an, die auch Verhaftungen und Hausdurchsuchungen beim
Fernsehsender beinhalten. ---

Auge
21.05.2001, 19:50
Presse: Vorstandsmitglieder plündern Gazprom

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der russische Versorger RAO Gazprom wird von den eigenen Vorstandsmitgliedern und Managern geplündert. Wie die "Frankfurter Rundschau" (Montagsausgabe) berichtete, werden Firmenaktiva mit Hilfe von Tarnfirmen in aller Welt systematisch verschoben. Die Tageszeitung stützt den Bericht auf notariell beglaubigte, von der Moskauer Handelskammer registrierte Kaufverträge. Demnach hätten die Tochter des Vorstandschefs Rem Wjachirew, sowie die Tochter von Vorstandsvize Wjatscheslaw Scheremet und Witalij Tschernomyrdin, Sohn des Ex-Gazprom-Chefs und Ex-Premiers und weitere Insider für umgerechnet 4,20 DM die Moskauer Firma Chochat gekauft, die ein Zehntel des russischen Gasexports nach Ungarn kontrolliere, hieß es. Sowohl Gazprom als auch Tschernomyrdin lehnten eine Stellungnahmen ab./jh/hi/ub

21.05. - 12:38 Uhr

sailormoon
17.04.2002, 14:32
Die Wirtschaftsprüfer, der Gas-Gigant und die verschwundenen Milliarden

Die Klagewelle gegen angeblich unseriöse Wirtschaftsprüfer kommt auch in Russland ins Rollen. Ein Großinvestor wirft PricewaterhouseCoopers vor, den Komplizen gespielt zu haben, während Gazprom-Manager viele Milliarden Dollar in dubiose Kanäle umgeleitet haben.

Moskau - Alexander Dobrovinsky gilt als der teuerste Anwalt zwischen Petersburg und Wladiwostok, und Zurückhaltung ist nicht sein Stil. Dass er noch nie in seinem Leben einen Prozess verloren habe, ist eine der Legenden, die er gern über sich selbst verbreitet. Kein Wunder also, dass so einer seine neuen Klagen gegen den weltgrößten Wirtschaftsprüfer PricewaterhouseCoopers mit martialischem Getrommel begleitet. "Es gibt nach oben keine Grenze", beschreibt Dobrovinsky die Höhe des Schadensersatzes, die er von PwC erstreiten will. Mehrere hundert Millionen Dollar könnten es schon sein, droht er.
Für die Wirtschaftsprüfer geht es nicht allein ums Geld, sondern auch um das Renommee - und um die Lizenz, auf dem russischen Markt Bilanzen testieren zu dürfen. Denn Dobrovinsky hat für seinen Mandanten, die amerikanische Investment-Gesellschaft Hermitage Capital Management, nicht nur Klagen vor dem Moskauer Schlichtungsgericht eingereicht. Zugleich hat die Hermitage-Tochter Rilend sich auch beim russischen Finanzministerium formell über PwC beschwert: Die Prüfungsbefugnis der Gesellschaft solle suspendiert werden, so die Forderung.

Prüfer in die Tundra

Bisher galt Russland für Wirtschaftsprüfer, die ihr Geschäft nicht immer im reinen Sinne des Gesetzes ausüben, als Oase der Seeligen. Nach Banken-Pleiten und anderen Skandalen teils dramatischer Dimension gab es immer wieder massive Vorwürfe gegen Andersen, KPMG & Co., Folgen aber hatte die Kritik fast nie. Auch der Vorwurf, PwC habe korrupte Milliarden-Manöver des früheren Gazprom-Managements gedeckt, ist schon über ein Jahr alt.

Nach dem Enron-Debakel jedoch gewinnen diese Vorwürfe neue Sprengkraft. Einige Parallelen drängen sich auf: Wieder ist ein Energiekonzern mit Beziehungen zur Regierung betroffen, wieder droht ein Top-fünf-Wirtschaftsprüfer in den Strudel zu geraten. Schon zum Jahresbeginn schrieben Zeitungen von "Russlands Enron" und die russische Finanzaufsicht empfahl, Gazprom solle die PwC-Prüfer baldestmöglich in die Tundra zu schicken. Der hochlukrative Auftrag ist nach russischen Presseangaben mit 12 Millionen Dollar jährlich dotiert. Auch Präsident Wladimir Putin soll inzwischen zum Lager der PwC-Kritiker gehören.

Milliarden an die Tarnfirma?

Die Vorwürfe betreffen die umstrittene und rätselvolle Firma Itera, die formal in Florida angesiedelt ist, zugleich aber als mittlerweile zweitgrößter Gashändler der russischen Republik agiert. Eigentlich also sieht Itera aus wie ein Konkurrent des Gazprom-Konzerns, an dem der Staat immer noch knapp unter 40 Prozent der Aktien hält - dafür aber machten Itera und das inzwischen geschasste, frühere Gazprom-Management um Rem Vyahirev merkwürdig freundschaftliche Geschäfte miteinander.

Die Investment-Gesellschaft Hermitage, ihr Chef William Browder und andere Kritiker glauben, dass Gazprom bei diesen offenbar zweifelhaften Geschäften mehrere Milliarden Dollar in den Wind geschossen hat - Geld, das teilweise womöglich wieder zurück in Privatschatullen der Manager geflossen sein könnte. Angeblich soll Itera als reine Tarnfirma gedient haben.

Angeblich 5,5 Milliarden verlorene Gewinne

Hermitage wirft dem Ex-Gazprom-Management zum Beispiel vor, Itera einen 32-prozentigen Anteil an Purgaz verkauft zu haben, einer Gazprom-Tochter. Der Preis für den Deal, so die Gazprom-Kritiker: Gerade einmal 1200 Dollar. Der reale Marktwert des Anteils aber soll sich in der Gegend von 400 Millionen Dollar bewegt haben. Gazprom rechtfertigt den Verkauf damit, dass man kein Geld gehabt habe, um weiter in die defizitäre Tochter zu investieren. Dazu aber würde schlecht passen, dass Gazprom Itera - zumindest laut Hermitage-Angaben - indirekt finanziert haben soll.

Außerdem soll Gazprom in der Provinz Yamal-Nenetsk über Umwegen Gas an Itera weitergeleitet haben - deutlich unterhalb des Marktpreises. Itera wiederum lieferte das Gas zu weitaus höheren Tarifen an ausländische Kunden. Bisher habe Gazprom nicht plausibel erklärt, so die Gazprom-Minderheitsaktionäre, warum der Konzern das Gas nicht selbst ins Ausland verkauft habe. Angeblich sollen Gazprom allein in diesem Fall 5,5 Milliarden Dollar an Gewinnen entgangen sein. PwC aber soll das Geschäft als völlig ordnungsgemäß bezeichnet haben. Auch in anderen Fällen soll PwC nicht Alarm geschlagen haben, während Gazprom russische Gesetze umschiffte.

Vertreibung aus dem Paradies

Die Wirtschaftsprüfer geizen derweil mit öffentlichen Kommentaren. Dass die Anschuldigungen "völlig unbegründet" seien, teilt die PwC lakonisch mit. Auch, dass man die Gazprom-Bilanzen im Einklang mit allen rechtlichen und professionellen Regeln testiert habe. Weniger kritische Beobachter werfen PwC ohnehin keinen bewussten Betrug vor - allenfalls Habgier. Die Gazprom-Finanzkanäle seien so labyrinthisch, dass kein noch so gründlicher Prüfer sie nachverfolgen könne, so das Argument. Dann aber hätte PwC das Prüfungsmandat konsequenterweise niederlegen sollen.

In gewisser Weise sind Dobrovinskys Drohungen, die Klagen und die Beschwerde bei der Regierung sowieso "nur Theaterdonner". Das sagt sogar Charles Ryan, Chef der Moskauer Brokerfirma United Financial Group, die den Gazprom-Kritikern nahe steht. Hermitage-Chef Bowder führt seit längerem eine Kampagne, um einen Sitz im Gazprom-Aufsichtsrat zu ergattern. Dafür aber dürfte er längst eine ausreichende Stimmenzahl sicher haben.

Auch die Akte PwC könnte schon bald - ungeachtet der jüngsten Klagen - zu Ungunsten der Prüfer geschlossen werden. Das neue Gazprom-Management um Alexej Miller hat das Prüfungsmandat zum ersten Mal öffentlich ausgeschrieben. Schon im Mai könnte der Aufsichtsrat Kontrollgremium PwC den einträglichen Auftrag entziehen. Und selbst wenn Elite-Anwalt Dobrovinsky ausnahmsweise einen Prozess verlieren sollte, hoffen Russlands Aktionäre auf eines: Dass die Zeiten der Sorglosigkeit, in denen Wirtschaftsprüfer schalten und walten konnten, wie sie wollten, auch in Russland vorüber sind.