euroinvest
10.11.2001, 15:49
Magazine - Eichel will neues Sparpaket auflegen
Berlin, 10. Nov (Reuters) - Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) plant nach Magazin-Berichten für die kommende Legislaturperiode ein neues Sparpaket. Ohne eine zusätzliche Konsolidierungs-Anstrengung sei das Ziel ausgeglichener Haushalte nicht zu erreichen, berichteten "Focus" und "Spiegel" am Samstag übereinstimmend unter Berufung auf interne Berechnungen des Ministeriums. Eine Sprecherin Eichels sagte, ein entsprechendes Papier sei ihr nicht bekannt. Richtig sei jedoch, dass der Minister an der bestehenden mittelfristigen Finanzplanung festhalten wolle. Konkrete Sparpläne für die Zeit nach den Wahlen gebe es jedoch noch nicht. Auf Grund der drastischen Steuerausfälle und der Mehrausgaben für die gestiegene Arbeitslosigkeit steige das gesamtstaatliche Defizit nach ersten Einschätzungen des Ministeriums in diesem Jahr auf 2,5 Prozent, berichtet der "Spiegel". Bereits im kommenden Jahr werde die Quote wieder absinken und zwei Prozent betragen, um schließlich 2003 und 2004 weiter auf zunächst ein Prozent und dann auf Null zu sinken. Die ursprünglichen Planungen Eichels gingen für 2001 von einer Defizitquote in Höhe von rund 1,5 und für 2002 von einem Prozent aus. Zuvor hatte bereits die Europäische Kommission die für Deutschland erwartete Zahl in diesem Jahr auf 2,5 und im kommenden auf 2,6 Prozent beziffert. Die Sprecherin sagte, auch diese Einschätzung ihres Hauses kenne sie nicht. Grundsätzlich sei es zu früh, kurz nach der Steuerschätzung bereits verlässliche Angaben über die Defizitquote zu machen. Ihr Ministerium werde die Zahlen im Laufe der kommenden Wochen ermitteln und Ende November an die EU-Kommission übermitteln. Nach der am Freitag veröffentlichen Einschätzung des Arbeitskreises Steuerschätzung muss der Staat 2001 und 2002 insgesamt mit rund 16,6 Milliarden Euro (rund 32,1 Milliarden Mark) weniger Einnahmen auskommen als bislang erwartet. Alleine der Bund verzeichnet demnach Ausfälle in Höhe von insgesamt 4,8 Milliarden Euro. Hinzu kommen Mehrausgaben für Arbeitslosengeld und Arbeitslosenhilfe von jährlich knapp unter vier Milliarden Euro. Eichels Experten bezifferten das im Haushalt 2003 notwendige Einspar-Volumen des Bundes auf knapp über zehn Milliarden Euro, berichtete der "Focus". Gespart werden müsse vor allem an den Ausgaben für Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen und und Subventionen. In der kommenden Legislaturperiode müsse es zielführende Reformen zur Entlastung der sozialen Sicherungssysteme vor allem in der Gesundheits- und der Arbeitsmarktpolitik geben. Die Sprecherin sagte dazu, eine solche Empfehlung sei ihr nicht bekannt. Die einzelnen Fachminister hätten aber entsprechende Maßnahmen bereits angekündigt. Wie diese genau aussähen, sei letztlich Sache der Fachressorts und des Kanzleramtes. Die Sprecherin wollte sich zu Informationen des "Focus" nicht äußern, wonach Eichel im laufenden Jahr eine höhere Neuverschuldung zulassen werde. Nach den Berechnungen seiner Experten falle die Nettokreditaufnahme mit rund 23,52 Milliarden Euro um etwa eine Milliarde Euro höher aus als veranschlagt, berichtete das Magazin. Damit würde Eichel sein Ziel einer sinkenden Neuverschuldung im Jahresvergleich nur sehr knapp erreichen. 2000 betrug die Neuverschuldung 23,8 Milliarden Euro. gwb/kps
Quelle: REUTERS
Berlin, 10. Nov (Reuters) - Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) plant nach Magazin-Berichten für die kommende Legislaturperiode ein neues Sparpaket. Ohne eine zusätzliche Konsolidierungs-Anstrengung sei das Ziel ausgeglichener Haushalte nicht zu erreichen, berichteten "Focus" und "Spiegel" am Samstag übereinstimmend unter Berufung auf interne Berechnungen des Ministeriums. Eine Sprecherin Eichels sagte, ein entsprechendes Papier sei ihr nicht bekannt. Richtig sei jedoch, dass der Minister an der bestehenden mittelfristigen Finanzplanung festhalten wolle. Konkrete Sparpläne für die Zeit nach den Wahlen gebe es jedoch noch nicht. Auf Grund der drastischen Steuerausfälle und der Mehrausgaben für die gestiegene Arbeitslosigkeit steige das gesamtstaatliche Defizit nach ersten Einschätzungen des Ministeriums in diesem Jahr auf 2,5 Prozent, berichtet der "Spiegel". Bereits im kommenden Jahr werde die Quote wieder absinken und zwei Prozent betragen, um schließlich 2003 und 2004 weiter auf zunächst ein Prozent und dann auf Null zu sinken. Die ursprünglichen Planungen Eichels gingen für 2001 von einer Defizitquote in Höhe von rund 1,5 und für 2002 von einem Prozent aus. Zuvor hatte bereits die Europäische Kommission die für Deutschland erwartete Zahl in diesem Jahr auf 2,5 und im kommenden auf 2,6 Prozent beziffert. Die Sprecherin sagte, auch diese Einschätzung ihres Hauses kenne sie nicht. Grundsätzlich sei es zu früh, kurz nach der Steuerschätzung bereits verlässliche Angaben über die Defizitquote zu machen. Ihr Ministerium werde die Zahlen im Laufe der kommenden Wochen ermitteln und Ende November an die EU-Kommission übermitteln. Nach der am Freitag veröffentlichen Einschätzung des Arbeitskreises Steuerschätzung muss der Staat 2001 und 2002 insgesamt mit rund 16,6 Milliarden Euro (rund 32,1 Milliarden Mark) weniger Einnahmen auskommen als bislang erwartet. Alleine der Bund verzeichnet demnach Ausfälle in Höhe von insgesamt 4,8 Milliarden Euro. Hinzu kommen Mehrausgaben für Arbeitslosengeld und Arbeitslosenhilfe von jährlich knapp unter vier Milliarden Euro. Eichels Experten bezifferten das im Haushalt 2003 notwendige Einspar-Volumen des Bundes auf knapp über zehn Milliarden Euro, berichtete der "Focus". Gespart werden müsse vor allem an den Ausgaben für Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen und und Subventionen. In der kommenden Legislaturperiode müsse es zielführende Reformen zur Entlastung der sozialen Sicherungssysteme vor allem in der Gesundheits- und der Arbeitsmarktpolitik geben. Die Sprecherin sagte dazu, eine solche Empfehlung sei ihr nicht bekannt. Die einzelnen Fachminister hätten aber entsprechende Maßnahmen bereits angekündigt. Wie diese genau aussähen, sei letztlich Sache der Fachressorts und des Kanzleramtes. Die Sprecherin wollte sich zu Informationen des "Focus" nicht äußern, wonach Eichel im laufenden Jahr eine höhere Neuverschuldung zulassen werde. Nach den Berechnungen seiner Experten falle die Nettokreditaufnahme mit rund 23,52 Milliarden Euro um etwa eine Milliarde Euro höher aus als veranschlagt, berichtete das Magazin. Damit würde Eichel sein Ziel einer sinkenden Neuverschuldung im Jahresvergleich nur sehr knapp erreichen. 2000 betrug die Neuverschuldung 23,8 Milliarden Euro. gwb/kps
Quelle: REUTERS