rpg
27.05.2002, 19:11
Hi !
"Die gute alte Zeit" ,......sagt man doch so oft .
Dass dem auch nicht immer so war zeigt der folgende Artikel auf :
Erste Weltmeisterschaft in Europa
Weltmeister von 1934 wurde Italien in Italien.
Italien durfte die erste WM in Europa ausrichten - und nutzte den Vorteil zum Titelgewinn. Für die Faschisten um "Duce" Mussolini eine willkommene Propaganda.
Unter 16 Teilnehmern waren nur zwei südamerikanische Teams - Brasilien und Argentinien - zu finden. Titelverteidiger Uruguay revanchierte sich für das Fernbleiben der meisten Europäer 1930 gleichfalls durch Absenz, und England weigerte sich nach wie vor, die Existenz einer Weltmeisterschaft zur Kenntnis zu nehmen.
Der Sportjournalist Vittorio Pozzo hatte aus Individualisten ein Team zusammengeschweißt, das auf dem Feld keine Gnade kannte und sich der Unterstützung der Schiedsrichter gewiss sein konnte.
Für den bösen Ruf der Squadra Azzurra war vor allem ein Spieler verantwortlich: Luis Monti, der Argentinien nach dem verlorenen WM-Finale 1930 verlassen und die Staatsbürgerschaft seiner italienischen Eltern angenommen hatte. Monti war zum eisenharten Stopper umgeschult worden. Als er gegen Österreich den glänzenden Sindelar im Strafraum krankenhausreif trat, schrien die neutralen Beobachter empört auf.
http://sport.orf.at/orfon/sport/020506-31164/wm_1934_monti_bild_n.jpg
Schiedsrichter auf Seite der Italiener
Doch der schwedische Schiedsrichter Eklind wagte es in Mailand nicht, einen Foulelfer auszusprechen. Zum Eklat aber kam es im Wiederholungsspiel gegen Spanien.
Die erste Viertelfinal-Partie hatte beim 1:1 nach Verlängerung keine Entscheidung gebracht. Im zweiten Versuch, den die Spanier ohne sieben Opfer der italienischen Härte bestreiten mussten, gab der von den Gastgebern angeforderte Schweizer Schiedsrichter Mercet einen irregulären Treffer der Azzurri, versagte den Iberern auf der anderen Seite aber die Anerkennung des korrekten Ausgleichs.
Als der Unparteiische später lebenslang gesperrt wurde, war Italien durch ein 2:1 gegen das bessere Team der Tschechoslowakei längst Weltmeister.
http://sport.orf.at/orfon/sport/020506-31164/wm_sieger_1934_italien_n.jpg
Italiens Siegermannschaft
Österreich auf dem vierten Platz
Österreichs Wunderteam, das die Jahre zuvor die Fußballwelt beherrscht hatte, erreichte durch Siege über Frankreich (3:2) und Ungarn (2:1) das Semifinale, wo die Mannschaft ja schlussendlich vom Schiedsrichter entzaubert wurde.
Das Team von Hugo Meisl, das ohne Vorbereitung nach Italien gefahren war, musste sich dann im Spiel um Platz drei gegen Deutschland mit 2:3 geschlagen geben.
Grüße
"Die gute alte Zeit" ,......sagt man doch so oft .
Dass dem auch nicht immer so war zeigt der folgende Artikel auf :
Erste Weltmeisterschaft in Europa
Weltmeister von 1934 wurde Italien in Italien.
Italien durfte die erste WM in Europa ausrichten - und nutzte den Vorteil zum Titelgewinn. Für die Faschisten um "Duce" Mussolini eine willkommene Propaganda.
Unter 16 Teilnehmern waren nur zwei südamerikanische Teams - Brasilien und Argentinien - zu finden. Titelverteidiger Uruguay revanchierte sich für das Fernbleiben der meisten Europäer 1930 gleichfalls durch Absenz, und England weigerte sich nach wie vor, die Existenz einer Weltmeisterschaft zur Kenntnis zu nehmen.
Der Sportjournalist Vittorio Pozzo hatte aus Individualisten ein Team zusammengeschweißt, das auf dem Feld keine Gnade kannte und sich der Unterstützung der Schiedsrichter gewiss sein konnte.
Für den bösen Ruf der Squadra Azzurra war vor allem ein Spieler verantwortlich: Luis Monti, der Argentinien nach dem verlorenen WM-Finale 1930 verlassen und die Staatsbürgerschaft seiner italienischen Eltern angenommen hatte. Monti war zum eisenharten Stopper umgeschult worden. Als er gegen Österreich den glänzenden Sindelar im Strafraum krankenhausreif trat, schrien die neutralen Beobachter empört auf.
http://sport.orf.at/orfon/sport/020506-31164/wm_1934_monti_bild_n.jpg
Schiedsrichter auf Seite der Italiener
Doch der schwedische Schiedsrichter Eklind wagte es in Mailand nicht, einen Foulelfer auszusprechen. Zum Eklat aber kam es im Wiederholungsspiel gegen Spanien.
Die erste Viertelfinal-Partie hatte beim 1:1 nach Verlängerung keine Entscheidung gebracht. Im zweiten Versuch, den die Spanier ohne sieben Opfer der italienischen Härte bestreiten mussten, gab der von den Gastgebern angeforderte Schweizer Schiedsrichter Mercet einen irregulären Treffer der Azzurri, versagte den Iberern auf der anderen Seite aber die Anerkennung des korrekten Ausgleichs.
Als der Unparteiische später lebenslang gesperrt wurde, war Italien durch ein 2:1 gegen das bessere Team der Tschechoslowakei längst Weltmeister.
http://sport.orf.at/orfon/sport/020506-31164/wm_sieger_1934_italien_n.jpg
Italiens Siegermannschaft
Österreich auf dem vierten Platz
Österreichs Wunderteam, das die Jahre zuvor die Fußballwelt beherrscht hatte, erreichte durch Siege über Frankreich (3:2) und Ungarn (2:1) das Semifinale, wo die Mannschaft ja schlussendlich vom Schiedsrichter entzaubert wurde.
Das Team von Hugo Meisl, das ohne Vorbereitung nach Italien gefahren war, musste sich dann im Spiel um Platz drei gegen Deutschland mit 2:3 geschlagen geben.
Grüße