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Vollständige Version anzeigen : Strategie, die zur Persönlichkeit passt


snahas
30.05.2002, 16:30
Es wird immer wieder behauptet, dass es wichtig ist, dass man eine Tradingstrategie verfolgen sollte, mit der man sich wohl fühlt und/oder die zur individuellen Persönlichkeit passt.

Ich gebe zu: Ich habe dieses Prinzip nicht verstanden.

Kann mir bitte jemand einmal anschaulich erklären, wie eine Strategie zur Persönlichkeit passt?

Ich habe immer das Gefühl gehabt, dass man gerade am besten Chancen findet, die der menschlichen Psychologie entgegengesetzt (also gegen den persönlichen Gusto) sind. Oder ist damit doch etwas anderes gemeint?

TheKing
30.05.2002, 16:46
Gute Anmerkung!

Erstmal kurz:
Dahinter steht die Behauptung:
Eine Strategie, die nicht zu Deiner Persönlichkeit passt, wirst Du auch nicht durchhalten.
Bsp: Eine Strategie mit 1 Trad pro Monat schaffen manche nciht, weil sie beschäftigt sein müssen (Overtrading).
Andere schaffen eine mit 10 Trades am Tag nciht, weil sie mehr Ruhe brauchen (fällt Dir da einer ein?).

So wie z.B. Polizist oder Lehrer als Beruf auch zur Persönlichkeit passen muss, sonst bekommt man es nicht gebacken.

So weit, so gut.

Evtl. ist aber die Persönlichkeit als solche nichts als ein vages und hohles psychologisches Konstrukt, dass
1. flexibel und
2. gerade durch Verhalten wie Trading formbar ist.

Das ist nämlich auch meine Überzeugung zu diesem Komplex. Und dann sieht die Sache schon ganz anders aus.

Gruß,
tk

snahas
30.05.2002, 16:55
Ich sehe aber da Unterschiede zu "normalen" Berufen.

Im Trading kann man es sich nicht einfach aussuchen, was man für eine Strategie macht. Primär sollte es funktionieren und was funktioniert, kann man wenig beeinflussen.

Merine Persönlichkeit sagt mir z.B. eindeutig, dass ich Action brauche, wenig Geduld habe und lieber schnell Gewinne mitnehme. Konsequenz könnte sein, eine derartige Scalping/Short Term Strategie zu fahren.
Dies kann aber falsch sein und in meinem Fall war es das auch!
Man könnte doch alternativ und aus meinen Augen auch sinnvoller auch einfach lernen, Sitzfleisch zu entwickeln und seine Vorlieben "abzutrainieren", so dass man sich zwingt, Gewinne laufen zu lassen und geduldig auf gute Chancen zu warten.

indextrader
30.05.2002, 17:34
.....also zuerst einmal sollten wir uns doch einig sein das die strategie auch sehr eng mit dem produkt zusammen hängt. ebenso hängt die strategie mit den gewählten mittel zu erreichen derer bzw unseres ziels, also alle möglichen chart-, indikatoren, oszillatoren, informationen, ausrüstung, software etc. zusammen. hier denke ich zeigt sich schon das die strategie sehr eng mit der persönlichkeit und dem wohlfühlen zu tuen hat. welche mittel eignen sich für mich am besten um mein ziel zu erreichen und welcher typ bin ich. werde ich schnell nervös brauche ich strikte regeln will ich eher flexibel reagieren und kann ich das überhaupt.
welche risiken bin ich bereit einzugehen.
für mich ist das traden neben dem lebensunterhalt für die gesamte familie zu erwirtschaften spass und hobby. wenn es das nicht mehr ist werde ich wohl aufhören da ich es dann nicht mit der leidenschaft und dem einsatz tuen kann wie ich es eben tue.
und wenn ich nicht mit voller leidenschaft trade dann werde ich auch nicht mehr erfolgreich traden. ich bin nicht der typ der nach strikten vorgaben handelt habe mein vorgehen irgendwo hier im board auch mal etwas genauer beschrieben. meines erachtens muss ich beim daytraden ständig auf den markt reagieren können schon alleine deshalb weil ich verschiedene produkte gleichzeitig trade und jedes anders reagieren kann.

also kurz gesagt ist für mich die persönlichkeit das A und O beim traden

IT :D

snahas
30.05.2002, 20:38
Ich habe es leider immer noch nicht verstanden.

indextrader
30.05.2002, 21:23
macht doch nichts :D ;)

wilhelm
30.05.2002, 22:53
Die von IT angesprochene Leidenschaft sollte schon vorhanden
sein. Wie sagte Kosto immer:
"Am schönsten ist es, wenn man Gewinne macht, am
zweitschönsten sind für einen Börsianer Verluste, am schlimmsten
ist es, wenn man kein Geld für die Börsenspekulation hat."

Ein Skatspieler wird auch nicht jede Partie gewinnen, trotzdem
wird es ihn am wenigsten befriedigen, ständig nur als vierter Mann zuzuschauen...

Mit am wichtigsten für die erfolgreiche Börsenspekulation, sehe ich das "richtige" Verhältnis zum Geld an. Jemand der übertrieben
sparsam lebt ( Risikoscheue ) sollte die Börse genauso meiden, wie ein Hasardeur. Beide Typen dürften es in anderen Berufen
weiter bringen...

Viele erfahrene Börsianer kommen früher oder später in eine Art
"Transformationsphase" - man hat ( insbesondere sich selbst )
in der Vergangenheit bewiesen, daß es sich komfortabel leben
läßt, wenn man "nur" sein Geld hart arbeiten läßt.
Man meint, viele eigene Fehler entlarvt und im Griff zu haben und
bastelt an einer weiteren Verbesserung seiner Strategie, welche dann, perfekt allen Marktverhältnissen angepaßt, die große Nachhaltigkeit der Geldvermehrung bis mindestens zum Rentenalter garantiert.
Auch wenn ich mich nicht als Fatalist bezeichnen möchte, hinter-
frage ich öfters, ob letztlich nicht alles im Leben vorbestimmt ist...
Wenn es einen Schutzengel bei schweren Autounfällen gibt
( habe vor einigen Wochen einen erlebt ), gibt es dann auch einen für die Börsenspekulation?
Entscheidet nicht auch ein Quentchen Schicksal, ob der Rennfahrer gewinnt oder mit Defekt ausfällt oder gar einen Crash
erlebt? Und sollte er trotz Crash wieder Rennen fahren, wären
wir wieder beim Thema Leidenschaft...

Auch diese Gedanken hinterfrage ich schon wieder, wobei ein Glas Pinot Grigio hilft, neue, leichtsinnige Investments in Angriff
zu nehmen...:wie wäre es den Yen-Kredit aufzustocken und damit
so etwas perverses wie eine Doppelhaushälfte zu finanzieren...?
aber halt Wilhelm, passt das überhaupt zu Dir, Du wirst doch nicht
bodenständig werden? Und das zweite Glas Wein rät zum Glück
zu einem Oldtimer oder sonstigem Unsinn...




grüße
Wilhelm

besserweis
04.06.2002, 15:17
Nicht ganz trivial.

Evt. das Pferd von hinten aufzäumen:

sobald ein gewählter Weg das gewünschte Ergebnis bringt, war es der Weg der zu einem passt.
D.h. im Klartext sobald jemand anfängt in einer bestimmten Art in Aktien zu investieren und er damit Erfolg hat wird er auch davon überzeugt sein, es ist für Ihn persönlich die richtige Strategie.
Wie Erfolg zu messen ist muss jeder für sich persönlich herausfinden. Ist Erfolg in 10 Jahren eine Sparbuchrendite zu schlagen oder in einem Jahr sein Kapital zu verdoppeln.
Wie geschrieben, das ist äußerst subjektiv, wie man letztendlich dazu kommt eine Sinnvolle vorauswahl zu treffen was zu einem passen könnte, setzt Wissen über eigenes Verhalten im Leben und die Möglichkeiten Wissen zu erlangen. Nicht zu vergessen, die Möglichkeit der Zeit die man investieren kann.

(ich habe das mal bei jemandem probiert, eine Profilanalyse durchzuführen und sein Anlageverhalten darauf abzustimmen, hat nicht geklappt, weil er letztendlich doch etwas ganz anderes gemacht hat und leider, leider damit seine Kohle verloren hat. Aber anscheinend hat er sich dabei so wohl gefühlt das er damit immernoch weiter macht ;) )

@snahas
ich denke genau in der Fragestellung, die Du aufgeworfen hast, der Grund liegt, warum so viele Leute Geld verlieren, denn sie tun das womit sie sich am wohlsten fuhlen und nicht das was notwendig ist, um Erfolg zu haben.

Gruß
bw

snahas
04.06.2002, 17:18
besserweis,
...der Grund liegt, warum so viele Leute Geld verlieren, denn sie tun das womit sie sich am wohlsten fuhlen und nicht das was notwendig ist, um Erfolg zu haben.
Genau das denke ich nämlich auch. Gewinne im Trading sollten nicht damit zusammenhängen, ob man sich mit der Strategie wohl fühlt, sondern in erster Linie, ob die Strategie überhaupt Geld bringt bzw. erfolgsversprechend ist.
Wenn es so einfach wäre, dass man sich einfach was nach Geschmack aus dem Regal nehmen kann, dann müssten wir über sehr viele erfolgreiche Trader verfügen.
Ich mache seit Jahren genau das Gegenteil, von dem was ich gerne tun würde. Ich liebe Action und schnelle Gewinne mitnehmen, aber bin am erfolgreichsten mit Halten und Sitzen gefahren. Ich würde am liebsten so billig wie möglich kaufen, habe aber ausschliesslich Erfolge mit hoch und teuer kaufen gemacht.
Das heisst, mein ganzes Trading läuft meiner Natur zuwider und ich muss mich immer zwingen, mich gerade nicht meiner Natur (die wohl sehr konform mit der allgemeinen menschlichen Natur geht) nach zu verhalten.

Aufgrund vielerlei (wichtiger) Leute Kommentare bin ich nun seit geraumer Zeit auf der Suche nach einer Strategie, die meiner Psychologie angepasst ist (wenn so viele Leute mit Ahnung sowas sagen, sollte doch was dran sein). Aber bislang finde ich nichts und bleibe bei meiner alten Strategie hängen, einfach weil sie sich bislang für mich als die langfristig profitableste Alternative herausgestellt hat. Aber wohl fühlen tue ich mich nicht dabei, da ich bei fast jedem Trade am liebsten auf der Gegenseite stehen würde.

Also nach allem, was ich bisher über die Märkte und das Traden gelernt habe, ist es viel wichtiger, ein funktionierendes Konzept zu haben, anstatt eine Strategie die zur Persönlichkeit passt. Man muss nur lernen, den inneren Schweinehund zu überwinden und sich nicht in psychologischen Fallstricken zu verheddern.
Stimmt Ihr mir hier zu oder Gegenmeinungen?

wilhelm
04.06.2002, 18:02
Bezeichnenderweise stellten sich bei mir immer die größten
Gewinne ein, wenn ich billig einkaufte, Geduld mitbrache - was
oftmals temporäres Unwohlsein bedeutete - anstatt teuer zu
kaufen und noch teurer zu verkaufen...

Nicht unwichtig ist auch eine Strategie, welche zum Alter passt.
Derzeit ( mit 43 ) kann ich noch Geduld für Turnaroundkandidaten aufbringen, in spätestens 40 Jahren sollte ich aber zum
Momentumplayer werden...

grüße

hoellenfuerst
04.06.2002, 19:36
stimme ich mit snahas überein, da ich fast die gleichen erfahrungen gemacht habe :rolleyes: .
weiter glaube ich, daß eine ordentliche portion selbstbewußtsein dazugehört, um an der börse zu agieren. ein wesentlicher schritt war bei mir die tatsache, daß ich eines tages den entschluß gefaßt habe, mit meinen depotleichen aufzuräumen. da wurde richtig geld ausgeliehen ;) . erst dadurch wurde ich zum teil erwachsen, was das trading anbelangt. seit diesem zeitpunkt und dem daraus resultierenden konsequenzen möchte ich meinen, daß ich zumindest auf dem weg zum "richtigen" persönlichkeitsbezogenen traden bin, wobei ich das wort "persönlichkeitsbezogen" etwas fehl am platze finde. denn wie ich handel ist oft genau das gegenteil von dem was ich eigentlich möchte.
ich glaube ein weiterer wesentlicher aspekt, ist, daß man mit sich selber ehrlich ins gericht geht. kritikfähigkeit und flexibilität sind meiner meinung nach das was einen akteur an der börse auszeichnet. man muß dynamisch handeln können, daß was gestern richtig war kann heute schon in frage gestellt werden.
insoweit gibt es für mich das "persönlichkeitsbezogene" traden oder handeln an der börse nicht, da ich es nicht "persönlich" nehme...

besserweis
04.06.2002, 20:27
Übrigens wilhelm, auch wenn es Dir nicht bewusst ist,
Du kaufst nicht billig ein. :D

Ich weiß jetzt natürlich nicht genau wann oder zu welchen Kursen Du hier das ein oder andere Papier gekauft hast. Aber so wie ich das sehe ......





Nachdem meine ersten Erfahrungen mit Aktien in
Form eines intern. Aktienfonds ( Uniglobal ),
eingezahlt im Sommer 1987, äußerst bescheiden
waren ( ich realisierte im Herbst 1988 ca. 35%
Verlust und kaufte meine ersten Aktien; der
Uniglobal-Fond brauchte rd. 9,5 Jahre um die
Vorcrash-Kurse wieder zusehen... ) entschloß ich
mich, im Januar 1995 für meine damals 2 Monate
alte Tochter, Aktien von Anheuser-Busch zu kaufen.
Die Brauerei-Papiere ( Bud, Michelob ) waren
damals ziemlich aus der Mode und obendrein notierte der US-$ bei ca. 1,49 DM.
Nachdem Bud in den ersten 4 Jahren den S+P 500
deutlich ausperformte, schichtete ich in andere
defensive Papiere um. Heute halte ich für meine
Tochter Fortune Brands, Heinz und Lindt&Sprüngli.
Aus den damals eingezahlten 17,70K sind derzeit
rd. 84,50K geworden, was einem steuerfreien
Wertzuwachs von ca. 25% p.a. entspricht!
Dividenden sind hierbei nicht berücksichtigt, diese betrachte ich als "Verwaltungsprovision"
und führe sie ohne zu erröten dem Konsum zu...
Übrigens, hätte ich vor 2 Jahren nicht umgeschichtet, wären noch 2 - 3% p.a. mehr drin
gewesen - Anheuser ist immer noch ein Outperformer.
Wie auch immer, wenn es so weitergeht, kann ich
meine Tochter als Rentner bestimmt ohne schlechtes
Gewissen anpumpen...


grüße
Wilhelm



Keiner dieser Werte war in den letzten 10 Jahren ein Turnaroundkandidat. ;)
Zumindest meinr Meinung nach.

Gruß
bw

wilhelm
04.06.2002, 21:36
Okay Besserweis,

die Aktien, welche ich für meine Tochter im Depot liegen habe sind
bewußt "defensiver Natur"...
Andere haben für den Nachwuchs Bausparverträge, Bundesschatzbriefe oder Lebensversicherungen - als Alternative
habe ich einen "Mini-Fond" gewählt. Übrigens habe ich die beiden
erwähnten Amis ( HNZ und FO ) vor einigen Wochen verkauft.
( Falls es interessiert, hält meine Tochter folgende, eher langweilige Werte: Ajinomoto, Lind&Sprüngli, Thorntons und TOD'S. Seit meinem, von Dir ausgegrabenen Posting, ist der Depot-Wert meiner Tochter um ca. 5% angestiegen ).

Aber mit dem billig einkaufen und teuer verkaufen stimmt zumindest bei meinen Investments öfters. Zu meinen größten Gewinnen zählen Aktien, die ich in der Gegend von Mehrjahres-
tiefs gekauft habe. Siehe auch meine aktuellenTurnaroundwerte,
welche ich Tal der Tränen einsammelte:
Charter plc und Saurer.
( Hiermit gestehe ich, daß ich letztere vor einer Woche mit knapp 50% Gewinn verkaufte und eine Woche erfolglos versuchte, eine Wandelanleihe von Saurer zu kaufen - diese hätte zu meinem Kauflimit knapp 8 % pa nach Steuern für die nächsten 3 Jahre rentiert. Heute verlor ich aber
die Geduld, annulierte den Auftrag und kaufte die Saurer knappe
4% günstiger zurück - soviel zum Thema, immer die Ruhe bewaren...
Übrigens liege ich mit großkapitalisierten, vermeintlich
"sicheren" Werten bis heute oft daneben, so entfernte ich so
solide Papiere wie Novo Nordisk und Glaxo 15 - 20% günstiger
aus meinem Depot. Ein Grund mehr nach Turnarounds zu suchen...

grüße

besserweis
04.06.2002, 22:12
Also @wilhelm Du kaufst ganz klar langfristige Uptrends.
Ob das nun eine Ajinomoto eine HNZ ist.

Was bezeichnest Du bei Sauer Danfoss als Mehrjahrestief. Der Wert war 99 auf Tief und wie bist Du gerade vor vier Wochen darauf gekommen zu verkaufen.
Bei Charter würde mich mal die WPKN interessieren, weil Da gibts ne Menge WP's die so ähnlich heißen.

Melde Dich mal Wilhelm, wenn Du meinst Du hast mal wieder einen Turnaround gefunden.

Im Moment blicke ich nämlich noch nicht wie Du überhaupt vorgehst so ein Ding mal zu finden.
Einmal irgend was Japanisches, dann von was weiß ich woher....
:D

Meinst Du tatsächlich diese Werte sind defensiv. Also ich habe schon das erst Problem bei dem einem oder anderem Wert bei der Informationsbeschaffung.

Auch wenn ich nie in der Art wie Du investierst, investieren würde, wäre ich schon mal daran interessiert den Investitionsstil zu verstehen. :confused:


Gruß
bw

wilhelm
04.06.2002, 22:51
Hallo,

Meine, zum Kauf-Zeitpunkt ( Anfang Januar 2002 ) eingesammelten Non-Uptrends:
Saurer 891335, Heimatbörse Zürich
Charter plc, nur in London, Symbol CHTR ( z.B. über Comdirect ab-
rufbar ). Beide Firmen kommen aus dem Bereich Anlagenbau, haben jeweils rd. 10.000 Angestellte und erzielen beide Jahres-
umsätze in Höhe von ca. 1,50 Mia €. die Branchen sind extrem
zyklisch ( Saurer: überw. Textilmaschinen; Charter: Schweißapparate - beide gehören zu den Weltmarktführern und stecken in diversen Schwierigkeiten.

Unter defensiv verstehe ich insbesondere Papiere aus nichtzyklischen Branchen ( Z.B. Nahrungsmittel, Kosmetik, Pharma, selbst Luxusanbieter aus dem obersten Preissegment sind relativ konjunkturunabhängig - deshalb riskierte ich den Kauf einiger Aktien von TOD'S (Schuhe von 200€ aufwärts ).

Als ein immer wieder gefundener Haken bei solchen Investments,
stellt sich die fundamentale Bewertung der bekannteren Aktien
aus diesem Segment heraus. Diese sind Standardinvestment
vieler institutioneller Investoren ( Nestlè, L'oreal, Pfizer etc. ), daher versuche ich auch in der zweiten oder dritten Reihe irgendetwas brauchbares zu finden, welches noch nicht in jedem Depot vertreten ist...

Meine Aktienquote beträgt derzeit 80%, Anleihen sind mit 20%
vertreten. Das sind Bruttozahlen, mein Depot habe ich zu ca.
45% per Yen-Dispokredit ( zu ca. 1,4% pa Sollzinsen ) beliehen.
Die Aktienquote beträgt daher ca. 120% vom Eigenkapital.
Dieses "Spiel im Spiel" ( Günstiger Zins und Abwertungschance
Yen/Euro ), sehe ich als kleinen Leverage...

grüße

besserweis
05.06.2002, 01:24
Na gut wilhelm, dann zeige ich Dir jetzt mal das Du uptrends kaufst zumindest teilweise und warscheinlich sind das auch deine besten Invests ;)

http://chart.bigcharts.com/bc3/quickchart/chart.asp?symb=UK%3ACHTR&compidx=aaaaa%3A0&ma=0&maval=9&uf=0&lf=1&lf2=0&lf3=0&type=2&size=2&state=8&sid=119788&style=320&time=8&freq=1&nosettings=1&rand=8587&mocktick=1&rand=7568

Sauer ?? Ich kenne die Firma nicht und habe den Namen noch nie gehört, obwohl mein alter Herr einige Jahre bei Singer war, naja ist schon ein bischen her. Außerdem kenne ich eine Firma und dort ne Menge Mitarbeiter die Kassetten für Strickmaschinden, Textil etc... machen noch nie von ist das Wort Sauer gefallen muss ich mal nachfragen ??? )

TOD's ist mir im Moment ein bischen fülle, ich muss noch ein paar andere Sachen vorbereiten. ;) Aber auch das ist ein netter kleiner uptrend aus Mailand.


Gruß
bw

besserweis
05.06.2002, 01:39
Noch ein Hinweis, weil oben der Chart nicht bis zum aktuellen Datum geht, das ändert bei der Ansicht über den Zeitraum nicht viel, die Kurse haben sich nicht so gravierend geändert.
(Bin gerade beim Datenupdate ;) )
Dann machen wir Tod's auch noch hier rein.
Warum? Es passt gar nicht in den Thread aber das sind trotzdem endlich mal Werte die nicht jeder kennt und von denen wahrscheinlich 90 % noch nie was gehört haben und ich trotzdem denke es lohnt sich vielleicht tatsächlich ;)


Gruß
bw

dash riprock
16.08.2002, 12:14
snahas, eine sache kann unbequem sein, aber trotzdem zu dir passen, weil du bereit bist auf diesem weg dein ziel zu erreichen, und weil du den dazugehörigen weg gut genug kennst.

du kannst diversifizierter trend follower sein, dein system bis aufs hemd gebacktestet haben, und du wirst trotzdem garantiert netto verlierer, wenn du mit den zwangsläufig dazugehörigen drawdowns nicht zurecht kommst, auch wenn du eigentlich weisst dass du damit auf dauer gesehen einen haufen kohle verdienen wirst, weils nicht zu dir passt wirst du es trotzdem nicht schaffen.

snahas
16.08.2002, 12:23
Gute Erklärung. Danke.

Es geht also primär um die Begleiterscheinungen an sich, die zu einem passen müssen, als um die Art der Signale für die man geschaffen sein muss.

Aber ist es denn nicht auch möglich, sich an die von Dir genannten Drawdowns zu gewöhnen oder bessser gesagt, sich anzutrainieren mit denen fertig zu werden?

Ich meine am Anfang meiner Wiedergeburt als Trader vor einigen Jahren musset ich mir auch antrainieren, eine Aktie mit Verlust zu verkaufen, in die ich Stunden Research investierte und mich nur schweren Herzens trennen konnte. Aber es ging.
Wenn man im Falle der Drawdowns weiss, was einen erwartet, dann müsste man sich doch psychologisch darauf vorbereiten können?

dash riprock
16.08.2002, 12:43
das kommt denke ich auch wieder auf dich an.

wenn dir trendfolgen auch ansonsten liegt, die drawdowns sind ja auch eine zeitfrage, sprich da kann schon mal monate oder auch ein jahr nix bei rumkommen, auch wenn du damit garantiert in ein paar jahren mörder kohle verdienst, dann muss also auch das sonstige umfeld stimmen, sprich noch nen job oder so haben für die laufenden kosten.

andere sind halt einfach scalper, machen 1000% im jahr, aber können das nicht auf zinseszins basis wachsen lassen.

frage: will man sich dann noch ein modell antrainieren das compounding zulässt wie diversifizierte trendfolge?

das kommt dann auf dich und deine ziele an.

ich gehe für mich davon aus, dass das wichtigste im leben das endergebnis, oder das gesetzte ziel, ist. davon leite ich für mich alles andere ab, sprich den weg, etc. und wenn di dein ziel für dich selber als 100%ig erstrebenswert definiert hast, wirst du auch mit so ziemlich jedem weg fertig werden, aber nur wenn du es auch wirklich willst, und nicht nur meinst es zu wollen.


cheers

snahas
16.08.2002, 12:49
sprich noch nen job oder so haben für die laufenden kosten
Wie wärs mit Seminaren halten? ;)

dash riprock
16.08.2002, 13:02
Ursprünglich geschrieben von snahas

Wie wärs mit Seminaren halten? ;) :couto: :crucified :bigcry: :fart: :D :D :D

Torso
29.09.2002, 14:01
Hi @ all

ich glaube nicht wirklich, dass es soetwas wie persönlichekeitsbezogenes Traden gibt.

Häufig laufen die Dinge gegen den Willen und das Wohlgefühl, genause wie sich teilweise Zweifel bei Beginn eines Trades einstellen, den man eingehen sollte, nach eigener Strategie.

So gesehen habe ich bis heute nichts gefunden, was mich richtig wohlfühlen lässt. Im Gegenzug habe ich mir über 3 Jahre Schritt für Schritt die Möglichkeit angeeignet, Emotionen auszuschließen, und mehr und mehr roboterhaft zu traden.

Es gelingt nicht immer, und dann habe ich immer die schweren Probleme des Unwohlseins in mir. Schön, wenn die Logik Dich dann doch zwingt, eine Strategie durchzuhalten. Bis dahin war es ein langer Weg. So gesehen, habe ich schonmeine Tradegewohnheiten im Laufe der Jahre geändert, aber ich habe keine Wohlfühlstrategie gefunden.

Wohl eine, die nunmehr zarte Gewinne abwirft, nachdem ich sehr viel Lehrgeld gezahlt hatte. Trades, welche unmittelbar nach dem eingehen in die "falsche" Richtung drehen, kann ich noch immer nicht leiden. Wer schon? Aber ich nehem sie hin. Ich weiss wie ich mich verhalte und steige gnadenlso aus, wenn es erforderlich ist. So gesehen, habe ich mioch geändert.

Irgendwann habe ich erkannt, dass ich in der ersten Handelsstunde (handle nur Aktien) an dt. und Us-Börsen, eine hohe Gewinnwahrscheinlichkeit habe. Im Laufe des Tage fällt diese ab. Häufig habe ich meine Gewinne so im Laufe des Tages gegen null gefahren, oder ins Minus gedreht. So gesehen habe ich mich auch geändert, dass ich nur noch die ersten 2 Stunden anch Eröffnung handle, und US-Markt die letzten 2 Stunden. Mich kostet es dennoch Überwindung, danach still zu halten, und ich krauche den restlichen Tag um die Monitore und bin verscuht noch zu handeln. Eigentlich eine Frage, ob ich völlig druchgedreht bin und mich ersthaft auseinandergesetzt hatte, ob ich süchtig bin. Würde mal sagen, wahrscheinlich ja.

Es kostet mich noch immer starke Überwindung, entgegen dem was ich will, nach 2 Stunden den Rechner runterzufahren und dem "hätte ich den Trade noch gemacht, wären noch schnell XX $ drinn gewesen".

So gesehen habe ich mich schon angepasst, mich verändert und eigentlich meine "Handelspersönlichkeit" meinem Tradingplan angepasst.

Torso

snahas
29.09.2002, 15:03
So gesehen habe ich mich schon angepasst, mich verändert und eigentlich meine "Handelspersönlichkeit" meinem Tradingplan angepasst.
Genau meine Überzeugung.

TheKing
02.10.2002, 17:51
Also verändert die Tradingplanpersönlichkeit die Handelspersönlichkeit?

böser wolf
03.10.2002, 13:56
@snahas:

Aber ist es denn nicht auch möglich, sich an die von Dir genannten Drawdowns zu gewöhnen oder bessser gesagt, sich anzutrainieren mit denen fertig zu werden?

Ich meine am Anfang meiner Wiedergeburt als Trader vor einigen Jahren musset ich mir auch antrainieren, eine Aktie mit Verlust zu verkaufen, in die ich Stunden Research investierte und mich nur schweren Herzens trennen konnte. Aber es ging.
Wenn man im Falle der Drawdowns weiss, was einen erwartet, dann müsste man sich doch psychologisch darauf vorbereiten können?

beim umgang mit drawdonws geht es genau um die gleiche sache wie beim "verluste begrenzen" bei einzelaktien: es ist imo falsch, bei einem drawdown von xx% sagen "das wird schon wieder, ich weiss ja dass es bald wieder aufwärts geht", wenn man den gleichen fehler bei einzelaktien schon vermeidet. gerade bei drawdowns ist das disziplinierte sich-ausstoppen-lassen wichtig, da es im gegensatz zum einzeltrade um das gesamte depot geht!

wenn ich einen dd zulasse und NICHT aussteige, kann das lange gutgehen: der dd endet und die kapitalkurve steigt weiter, um letzlich neue highs zu markieren. ich fühle mich in meinem (fehl-)verhalten bestärkt und werde beim nächsten drawdown genauso handeln. irgendwann allerdings kommt garantiert(!) der drawdown, der mich ins finanzielle nirvana schickt- "the bullet with my name on it". und gerade das soll/muss vermieden werden!

bw
:)

K.I.S.S.
27.06.2003, 18:07
Ich glaube man sollte sich das Zitat von Gary B. Smith sehr zu Herzen nehmen. ;)

Tuschi
07.02.2004, 19:02
Eine Tradingpersönlichkeit gibt es in jedem Trader von Anfang an. Manche fühlen sich wohl mit breakouts, andere mit range trading, andere mit bottom- oder top picking.
Als Trader sollte man jedoch nich sein Handeln an die persönlichen Vorlieben anpassen, sondern versuchen soviel Geld wie möglich aus dem Markt zu ziehen. Die individuellen Risikoparameter sind aber auch schon wieder eine Funktion der Persönlichkeit.
Daher glaube ich, daß es am Anfang einer Trading Laufbahn sicher leichter ist, erstmal die Setups und Marktzustände zu handeln, die einem am besten liegen. Wenn man aber der beste Trader werden will, der in einem steckt, dann ist es notwendig sein Denken und sein Verhalten so zu optimieren, daß man seine Gewinne und Konsistenz verbessert. Eine gute Tradíngpersönlichkeit ist in meinen Augen daher eine, die sich verändern und anpassen kann. Ein Super Trader ist für mich jemand, der sich an jede Marktsruktur anpassen kann und bitzschnell die Strategie, das money management usw. umstellen kann.

Erkenne Dich selbst: Gut.
Erkenne den Markt: Besser.

AndreasHL
08.02.2004, 19:00
Hallo,

nach meiner Meinung habe ich die ungünstigste Voraussetzung: Ungeduld.

In diesem Forum wurde ich nachdrücklich darauf aufmerksam gemacht, we wichtig Tradingstrategien und Moneymanagement sind. Hoffentlich ist es jetzt nicht falsch, wenn ich dies beides in einen Topf werfe.

Nach langem hin und her habe ich zwei Ideen:

a) kurzfristiger Trade: jeweils die Aktie des Prime All Share-Indexes kaufen, die am weitesten verloren hat. Nach Anstieg wieder verkaufen, eben kurzfristig

Grundgedanke hierfür ist, dass Aktien nach dem Absturz oft wieder steigen, irgendwann ist der Sturz vorbei.

b) kurzfristiger Trade: warten, bis für eine Aktie schlechte News kommen, nach dem Absturz kaufen, schnell wieder verkaufen.

Grundgedanke ist, das in letzter Zeit mehrere Aktien sich gut erholt haben, siehe Zapf Creation, Ryanair.

Dies werde ich aber erst auf dem Papier machen, sonst könnte es teuer werden.

Verluste würde ich über Stoploss begrenzen, bin damit aber auch schon zwei mal reingefallen (Kurs für wenige Minuten unter SL, dann wieder höher und höher, aber die Aktie war weg...). SL bei -6%.


Eines ist merkwürdig: ich dachte immer, bei Papertrades wäre man besser. Nun, meine Musterdepot weisst -19,66 % auf :-((

Analyse: viel über Empfehlungen gekauft, die letzten Transaktionen:

06-02-2004 - 17:04 Kauf OBDUCAT B 922032 Frankfurt 109000 0,56 -
06-02-2004 - 17:01 Verkauf NANOPIERCE TECH 916132 Frankfurt 133000 0,46 0 %
06-02-2004 - 13:27 Kauf OBDUCAT B 922032 Frankfurt 34000 0,52 -
06-02-2004 - 09:01 Verkauf INTERSHOP KONV. 747292 Frankfurt 4800 3,80 -1.3 %
05-02-2004 - 18:05 Kauf NANOPIERCE TECH 916132 Frankfurt 133000 0,46 -
05-02-2004 - 17:01 Verkauf RYANAIR HLDGS 907191 Frankfurt 11500 5,35 6.57 %
05-02-2004 - 16:35 Kauf INTERSHOP KONV. 747292 Frankfurt 4800 3,85 -
05-02-2004 - 16:34 Verkauf AIR CANADA 895879 Frankfurt 17000 0,26 -13.33 %
05-02-2004 - 16:34 Verkauf AIR CANADA 895879 Frankfurt 17000 0,26 -13.33 %
05-02-2004 - 16:34 Verkauf AIR CANADA 895879 Frankfurt 8500 0,26 -13.33 %


Am meisten entsetzt hatte mich die Bayer AG, hier nicht mehr aufgeführt, hat in dem Zeitraum, in dem ich sie hielt, nur Minus gemacht.

Quintessenz: wenn ich mich nicht selbst schlau mache, geht es in die Beinkleider.

Kann bitte jemand seine Meinung zu den Tradingstrategien a) und b) schreiben ?

Auch bin ich mir überhaupt nicht klar wann ich im Falle eines Gewinnes Aktien verkaufen soll.

Danke und Gruss,

Andreas Simon

besserweis
08.02.2004, 21:32
Hi AHL,
probier es doch weiter mal auf dem Papier aus. Dann schreib doch mal hier rein wie weit Du damit gekommen bist.
zu a und b kann ich nur sagen so was mache ich nie.

Eines ist merkwürdig: ich dachte immer, bei Papertrades wäre man besser. Nun, meine Musterdepot weisst -19,66 % auf :-((

Tja und meist Du etwa real wird das besser?

Übrigens die Werte die Du versuchst zu Handeln sind für einen Einsteiger meiner Ansicht nach nur äußerst schwer zu fassen.


Gruß
bw

AndreasHL
08.02.2004, 22:04
Hallo besserweiss,

Papertrade mache ich aus folgenden Gründen:

ich habe das in einem Buch über Daytrading gelesen. Das wäre jetzt natürlich eine sehr schwache Begründung. :mad:

Nein, interessant ist für mich vor allem der psychologische Faktor. Wie auch der Autor schrieb, so denke ich, dass ein Papertrade ganz anders abläuft als beim realen Depot, da die Angst, Geld zu verlieren, fehlt.

Weiterhin kann ich mit einem Paperdepot sehr gut überprüfen, was von den höchst spekulativen Tips in einem anderen Board (www.ariva.de) -und hier kann ich mich dann auch noch auf bestimmte Tipgeber konzentrieren- zu halten ist.

Gut, letzteres kann ich auch mit einer einfachen Excel-Tabelle. Viel wichtiger wäre da in diesem Zusammenhang die Beantwortung der in meinem vorherigen Artikel gestellten Frage, warum die Bayer AG so relativ schlecht abgeschnitten hat. Das muss ich dann selbst erforschen.

Übrigens, bei meinem Übungsdepot hatte ich erwartet, viel besser dazustehen. Ich ging davon aus, dass bei hochspkulativen Papieren eben auch einmal dicke Gewinne entstehen, aber das ging aber auch überhaupt nicht. It's live...

Real war ich vorsichtiger, hat aber auch Lehrgeld gekostet.

Da ich nicht mehr so viel Geld zum Traden habe, werde ich mir auch mehr Zeit nehmen und den Markt besser beobachten.

Ob Ryanair noch lohnt ?

Gruss

Andreas

Delenn
09.02.2004, 15:36
Ursprünglich geschrieben von AndreasHL
warum die Bayer AG so relativ schlecht abgeschnitten hat. Das muss ich dann selbst erforschen.


vielleicht kann ich dir da helfen, was genau war denn der zeitraum in dem du sie hielst?

AndreasHL
09.02.2004, 16:34
Hallo,

hier die Daten der Bayer AG:

Kauf 22.01.2004 für 24,87

Verkauf 05.02.2004 für 23,42 -5,83 %

Gruss


Andreas

Delenn
09.02.2004, 17:04
hi andreashl,

da hab ich wohl den mund zu voll genommen ;)
so kurzfristig schau ich nicht - und knappe 6% in dem zeitraum sind nicht so richtig viel

alles ne frage des zeitraumes - unsere unterscheiden sich wohl zu stark

gruss
delenn

besserweis
09.02.2004, 23:50
@AHL
ich habe mir den Bayer Chart mal über einen etwas längeren Zeitraum angesehen und die Bayer Zahlen.
Beides sieht zu dem Zeitpunkt wo Du gekauft hast für die Aktie einfach nicht gut aus. (Ich kann gar nicht so richtig nachvollziehen warum der Wert überhaupt in den letzten Monaten gestiegen ist..)
Chart: Bei 24 bzw. knapp darüber verläuft eine einfache Widerstandslinie...

Fundametal: Auch wenn man evt. glauben könnte schlimmer als 2003 wirds nimmer war der Negativtrend nicht erst seit 2003 intakt.

Wie geschrieben, im Moment überhaupt nicht nachvollziebar warum der Wert steigt, denn meiner Ansicht nach ist da nix in Sicht was das Unternehmen tatsächlich wachsen lassen sollte...die Konsequenz meiner Meinung nach, der Wert kann ruhig weiter fallen ohne das das Übertrieben wäre....


Gruß
bw

Delenn
10.02.2004, 11:19
hier der langfristchart der bayer

SwingMan
10.02.2004, 11:55
@dellen
Ich habe zufällig über deinen Bayer-Trade gelesen.
Hier der "kurzfristchart der bayer".
Alles stand am 22.01 auf rot!

SwingMan
10.02.2004, 11:56
Indikatoren 1

SwingMan
10.02.2004, 11:57
Indikatoren 2

Delenn
10.02.2004, 12:10
o.k. die darstellung von 3 jahren könnte man als über einen "längeren Zeitraum angesehen"

"Beides sieht zu dem Zeitpunkt wo Du gekauft hast für die Aktie einfach nicht gut aus. (Ich kann gar nicht so richtig nachvollziehen warum der Wert überhaupt in den letzten Monaten gestiegen ist..)"
was genau sind jetzt die letzten monate? - gehen die seit märz 2003? oder sind damit nur die monate seit juli 03 - seit dem der chat so waagerecht läuft

"Chart: Bei 24 bzw. knapp darüber verläuft eine einfache Widerstandslinie... "
wenn es die aus dem september 2002 sein soll, dann hab ich die auch gefunden ;)

"Fundametal: Auch wenn man evt. glauben könnte schlimmer als 2003 wirds nimmer war der Negativtrend nicht erst seit 2003 intakt."
also das der langfristige der seit märz 2000 läuft durchbrochen wurde im letzten november ist unzweifelhaft,
wie kam es zu dem verfall
1) ende des allgemeinen booms in 2000, mit anschiessendem abwärtstrend
2) libobay-skandal mit zu hochgeschätzen schadensersatzforderungen - dann weitere fälle, mit noch mehr schadensersatzforderungen, die hochrechnungen überschlugen sich - so allgemein wurde von 6,5 millarden gesprochen (ging hoch bis auf 10 millarden euro) und am ende waren es 200 millionen schatzersatzzahlungen :)
3) kriegsangst und börsenverfall

wenn ich mir jetzt überlege, das diese 6,5 millarden eingepreist wurden,w eil an der börse ja der zukünftige wert (ertragskraft eines unternehmens gehandelt wurden) und es sich dann herausstellt, es ist nur ein bruchteil zu zahlen, dann muss der wert doch wieder zu seinem angemessenen verhältnis zurückkommen?
oder hab ich da nen denkfehler drin?

Delenn
10.02.2004, 12:29
hi swingMan,

ich bin mir sicher, andreasHL wird sich darüber freuen, weil der hat ja am 22.01 gekauft ;)
ich hab die schon etwas länger, und bring die über die spektulationsfrist - komme was wolle :D

aber die auflistung find ich toll, jetzt kann ich mal die indikatoren richtig "lernen" und versuchen nachzuvollziehen, warum alles auf "rot" stand :D ;)

SwingMan
10.02.2004, 12:34
Sorry Dellen,

ich habe nicht richtig aufgepasst wer, wann und warum Bayer fasch getradet hat...

besserweis
10.02.2004, 16:50
@delenn,
wenn ich mir hier die Zahlen ansehe,
dann sehe ich da eigentlich nix Wachstum...(Vielleicht beim Verschuldungsgrad.... :D )

http://de.biz.yahoo.com/p/b/bayg.de.html


Nur so auf die schnelle, ich habe von DAX Werten null Ahnung!

Gruß
bw

Delenn
10.02.2004, 18:07
bw, ich hatte doch gar nicht wirtschaftswachstum als ansatz,

ich hatte skandal plus runterprügeln ;)

die schadensersatzforderungen für den libobay-skandal, das übrigens auf der anderen seite des ozeans als baycol verkauft wurde, beliefen sich auf geschätzte 6,5 milliarden

(hintergrund zum libobayskandal
in deutschland wie in america hatten beide medikamente das gleiche marktvolumen und auch so ungefähr die gleiche anzahl an verbraucher - für so einen cholesterinblocker nicht wirklich überraschend ;) - und damals hat mich eine frage sehr beschäftigt, nämlich wie kann es sein, das auf der einen seite das gleiche medikament bei so 1000 leuten "muskelschwung" und bei so 50 zum tod führt und auf der anderen seite des ozians nix
- haben die ein medikament gefunden, was erkennen kann ob es einen ami oder deutschen vor sich hat?
wenn ja, das wäre dann das medikament fürs militär?
nein, das haben sie nicht ;) - die maximale dosis des wirkstoffes pro tablette war doppelt so hoch in amiland wie in deutschland und der unterschied zwischen medizin und gift ist nun mal die dosis)

zurück zur aktie:
die zahl hab ich ins verhältnis gesetzt mit dem Ertrag nach Steuern/EAT/Jahresüberschuß und kam zu dem ergebnis, die müssen pie mal daumen drei bis fünf jahre lang gewinn machen um für ihren fehler gerade zu stehen - ne verdammt lange zeit ;)

gleichzeitig ist mir aufgefallen, das die bayer nur noch ein drittel einer basf wert war - hm, die ganzen jahre waren sie ungefähr gleich viel wert - zumindest nach meiner wahrnehmung

als dann klar war, es gibt einen vergleich und die schadenssumme reduziert sich von 6.500 mille auf 200 mille - da hab ich zugeschlagen, weil die erhaltene kursprügel soooo halt nicht "gerechtfertigt" war

was ich bis heute nicht verstanden hab war, die prügelten kurzfristig (noch so ein paar tage) - trotz der vorhanden lösung - weiter

es gibt noch ein paar punkte, die mir nicht in den kopf wollen, also als klar war, dass sie für ihre pharma-sparte keinen käufer finden und sich dann entschlossen die chemiesparte zu verkaufen - mehr sparten haben sie nicht ;) - machte der kurs richtig dicke sprünge
und ich ein dummes gesicht - na, das mach ich ja öfters ;) - aber wenn ich ein teil verkaufe und ein teil behalten will, dann behalte ich doch das teil, wovon ich mir verspreche, dass es in zukunft grössere gewinne/erträge bringt
und wenn ich mich dann gezwungen sehe diesen bereich zu verkaufen - verkauf ich doch das bessere pferd aus dem stall? - wie kann den dann der kurs so springen ?

delta1
29.12.2006, 19:19
Über Bayer hab' ich doch gerade was gelesen, und zwar hier (http://www.aktienboard.com/vb/showthread.php?p=1612506#post1612506). Mal interessant, so gegensätzliche Einschätzungen zu vergleichen, die zeitlich nicht sehr weit auseinander liegen.
Wenn die Bayer Aktie bei 9 Euro steht und 0,9 Euro Dividende auszahlt, weiss ich, dass der Markt die Hosen voll hat. und die Umkehr nicht mehr weit ist.... (Mach mal den Backtest, Durchnitts-Dividende des Marktes und guter Einstiegspunkt ....) Dann geh ich rein und zwar fett , und pfeiff auf den Markt ....Gibt auch ne Reihe feiner und leicht zu erkennender Indikatoren dazu....positiv wie negativ.... Vielleicht erzählt Bewi ja noch was zu seinen Indikatoren :sunny:

Delenn
02.01.2007, 03:33
hallo delta,

du bist leicht verspätet an - die diskussion ist knappe 3 Jahre alt ;)

BW sagt hier bestimmt nix zu seinen Indikatoren. Warum ?:wonder: Nun das liegt daran, das er die Kriterien seiner Strategie in einem Tread ausführlich beschrieben hat. Der Tread heisst "Stopp Loss eine Strategie nicht nur für Anfänger". (oder so ähnlich - musst mal suchen)

Neben der Theorie, gab es dann noch die praktische Umsetzung in den "alte tanker"-Treads. Das dürfte zunächst mal genug Lesestoff sein.

So nun noch viel Spass beim Geldverdienen. :)

delta1
03.01.2007, 00:53
du bist leicht verspätet an - die diskussion ist knappe 3 Jahre alt ;) Nee, is klar, zu jener Zeit war ich hier aber noch nicht angemeldet :teacher:

Außerdem meinte ich tatsächlich Bewi, den Mod vom EM-Forum, der angefangen hatte, das mal zu erläutern (http://www.aktienboard.com/vb/showthread.php?p=1612506#post1612506) und dann wegen Threaddisziplin oder so nicht weitermachen wollte ;)