PDA

Vollständige Version anzeigen : Die Deutschland Tour der Radfahrer


Stefano
03.06.2002, 18:42
hola,

Zabel in Topform - Pollack gestürzt
Rudolf Scharping gab in Wiesbaden den Startschuss zur Deutschland Tour
Tauberbischofsheim - Erik Zabel drückte der Deutschland Tour gleich zum Auftakt seinen Stempel auf. Der gebürtige Berliner gewann die erste Etappe über 198,6 Kilometer von Wiesbaden nach Tauberbischofsheim und feierte damit seinen achten Saisonsieg.

Zabel fährt im Schwarzen Trikot

Der Weltranglisten-Spitzenreiter siegte im Massenspurt und verwies Stuart O'Grady (Australien) und Salvatore Commesso (Italien) auf die Plätze zwei und drei. Damit sicherte sich der Sprint-Spezialist gleich wieder das Schwarze Trikot des Punktbesten. Telekom leistete für Zabel perfektes Teamwork.

Es war Zabels achter Etappenerfolg bei der Deutschland Tour nach der Wiederbelebung des Rennens 1999. Nach seinem Tageserfolg bei der vorangegangenen Luxemburg-Rundfahrt war der Telekom-Kapitän im Nachbarland ausgestiegen und hatte sich im Hinblick auf die 1150 Kilometer von Wiesbaden nach Stuttgart ein paar Tage Ruhe gegönnt: Offensichtlich das richtige Rezept.

Salanson startete Ausreiß-Versuch

Nach 60 Kilometer hatte sich der Franzose Fabrice Salanson vom Feld abgesetzt, nachdem Bundes-Verteidigungsminister Rudolf Scharping das Rennen in Wiesbaden gestartet und 145 Rennfahrer auf die Reise geschickt hatte.

Auf dem welligen Parcours mit zwei Bergwertungen hatten die Teams mit den aussichtsreichen Sprintern dafür gesorgt, dass Salanson 13 Kilometer vor dem Ziel eingeholt wurde. Der Franzose hatte einen Maximal-Vorsprung von über zehn Minuten und konnte sich wenigstens mit dem ersten Bergtrikot trösten. Telekom leistete bei der Aufholjagd die größte Arbeit.

Die Zahl der ernsthaften Konkurrenten von Zabel hielt sich in Grenzen: Der angekündigte Doppel-Weltmeister Oscar Freire (Spanien) war nicht erschienen, Olaf Pollack leidet unter einer leichten Erkältung und stürzte obendrein fünf Kilometer vor dem Ziel. Dabei war der Gerolsteiner-Fahrer ein heißer Anwärter auf den Etappensieg.

Keine Konkurrenz aus den eigenen Reihen
Zabel konnte sich wie bei der Tour de France auf O'Grady und Tom Steels (Belgien) konzentrieren. Danilo Hondo kann Zabel als Team-Kollege nicht gefährlich werden. Der Cottbuser nahm nach seinem Giro-Ausstieg am 15. Mai mit der Deutschland-Tour sein zweites Rennen in Angriff.

Auf der dritten Etappe von Bühlertal nach Schonach wird schon eine Vorentscheidung der Sieben-Tage-Tour erwartet, die in diesem Jahr schwieriger als ihre Vorgänger eingeschätzt wird. Als Favoriten auf den Gesamtsieg gelten der Vorjahressieger Alexandre Vinokourov, der in diesem März Paris-Nizza gewann, Altmeister Alex Zülle (Schweiz) und die Spanier David Plaza (Sieger 2000) und Igor Gonzalez de Galdeano.

Wie gefährlich ist David Plaza?

"Plaza hat sich speziell auf diese Tour vorbereitet. Sie ist natürlich für die deutschen Teams sehr wichtig. Besonders für uns, nachdem feststeht, dass wir endgültig nicht an der Tour de France teilnehmen werden", sagte am Montag Marcel Wüst, Manager beim größten nationalen Telekom-Konkurrenten Coast. Die zweite Etappe führt über 186,6 Kilometer von Tauberbischofsheim nach Pforzheim.

Stefano
03.06.2002, 18:53
hola,

3.6 1. Etappe Wiesbaden - Tauberbischofsheim 198 km
4.6. 2. Etappe Tauberbischofsheim - Pforzheim 186 km
5.6. 3. Etappe Bühlertal - Schonach 192 km
6.6. 4. Etappe Villingen-Schwenningen - Bad Dürrheim (EZF) 37,6 km
7.6. 5. Etappe Bad Dürrheim - Friedrichshafen 172 km
8.6. 6. Etappe Friedrichshafen - Oberstdorf 191 km
9.6. 7. Etappe Biberach an der Riß - Stuttgart 172 km

Etappenzahl: 7
Hochgebirgsetappen: 0
Bergetappen: 2
Flachetappen: 5
Höhenmeter (gesamt): 1.080 m
Einzelzeitfahren: 1
Zeitfahrkilometer: 37,6 km
Gesamtlänge: 1.150 km
Bergankünfte: 1
Ruhetage: 0
Berge (HC, 1.+ 2. Kategorie): 2x Kat.1, 4x Kat.2
Tour-Start: Wiesbaden (3. Juni)
Tour-Ziel: Stuttgart (9. Juni)

Stefano
03.06.2002, 18:56
hola,

Beim Heimspiel haben deutsche Teams gute Karten

Alexander Winokourow (Team Telekom)
Der Kasache vom Team Telekom ist Titelverteidiger und geht hoch motiviert in die Deutschland-Tour. "Wino“ zeigte bereits beim Paris-Nizza-Gesamtsieg im März seine ganze Klasse. Nach einer fünfwöchigen Wettkampfpause zeigte er zuletzt bei der Belgien-Rundfahrt wieder starke Form.

Alex Zülle (Team Coast)
Der wohl stärkste Rundfahrer in einem insgesamt glänzend besetzten Coast-Team. Der Schweizer fuhr eine überragende Tour de Romandie, wo er bei zwei Etappensiegen seine Zeitfahr- und Kletterqualitäten eindrucksvoll unter Beweis stellte. Nach einem durchwachsenen Jahr 2001 hat Zülle in dieser Saison zu alter Stärke zurück gefunden.

Jens Voigt (Credit Agricole)
Bei der Tour de France betätigt sich der Berliner erfolgreich als Etappenjäger. Bei kürzeren Rundfahrten ist Voigt aber auch ein Mann fürs Gesamtklassement. Wenn die Anstiege nicht zu lang sind, kann er am Berg mit den Besten mithalten. Zudem ist Voigt ein starker Zeitfahrer und dürfte im eigenen Land hoch motiviert sein.

Davide Rebellin (Team Gerolsteiner)
Team Gerolsteiner setzt beim Heimspiel auf den starken Italiener Davide Rebellin. Der Routinier ist bei Klassikern und kürzeren Rundfahrten gleichermaßen hoch einzuschätzen. In diesem Jahr lief jedoch nicht alles rund für Rebellin. Er kämpft seit Saisonbeginn mit gesundheitlichen Problemen und musste zuletzt auch den Giro vorzeitig abbrechen.

Jörg Jaksche (Once)
Der Ansbacher, der für das starke spanische Once-Team an den Start geht, übernimmt in Deutschland das Kapitänspatent – und das obwohl Igor Gonzalez de Galdeano, der Vuelta-Zweite von 1999, mit in Deutschland ist. Neben der prominenten Unterstützung spricht Jaksches Ausgeglichenheit für ihn. Weder am Berg noch im Kampf gegen die Uhr hat er Schwächen.

Ivan Basso (Fassa Bortolo)
Der 24-Jährige gehört zu den großen italienischen Hoffnungen. Basso gilt als einer der talentiertesten Radprofis seines Landes. Seine Klasse zeigte er mit einem dritten Platz beim Ardennen-Klassiker Lüttich-Bastogne-Lüttich. Aber auch Rundfahrten vom Zuschnitt der Deutschland-Tour sind ihm wie auf den Leib geschneidert.

Axel Merckx (Domo)
Ähnlich wie Rebellin und Basso gehört auch Axel Merckx zu den Fahrern, die Klassiker und kürzere Rundfahrten zu ihrem „Beuteschema“ zählen. Namhafte Unterstützung erhält der Sohn der belgischen Radlegende Eddy Merckx von Paris-Roubaix-Sieger Johan Museeuw.

David Plaza (Team Coast)
Plaza, der die Deutschland-Tour im Jahr 2000 - damals noch für Festina - gewann, könnte beim Team Coast in die Bresche springen, falls Zülle ausfällt. Der Spanier hat alles, was ein großer Rundfahrer braucht. Obwohl er im letzten Jahr seinen Teamgefährten Angel Casero bei dessen Vuelta-Sieg unterstützte, reichte es auch bei Plaza noch für einen starken sechsten Platz im Gesamtklassement.

Igor Gonzalez de Galdeano (Once)
Für ihn gilt Ähnliches wie für Plaza. Sollte Lokalmatador Jaksche Probleme bekommen, hätte Once in Gonzalez de Galdeano einen bärenstarken Ersatzkapitän. Unlängst brachte der Spanier dem dreimaligen Tour-Sieger Lance Armstrong bei der Dauphinè Libèrè eine schmerzliche Zeitfahr-Niederlage bei, über die sich der Texaner noch heute ärgert.

Stefano
04.06.2002, 20:32
hola,

Beim Schluss-Sprint in Pforzheim sicherte sich Olaf Pollack den zweiten Platz
Pforzheim - Die Deutschland-Tour ist vorerst eine Ein-Mann-
Show mit Erik Zabel in der Hauptrolle.

Nach seinem Sieg zum Auftakt in Tauberbischofsheim feierte der 31-jährige Berliner in Pforzheim seinen zweiten Tagessieg nacheinander und verteidigte die Führung im Gesamtklassement. Sein Erfolg am Ende der zweiten Etappe nach 186,6 Kilometer war praktisch eine Kopie der Siegesfahrt vom Vortag.

Konkurrenz ist chancenlos
Im Massensprint ließ der Weltranglisten-Erste der Konkurrenz bei hochsommerlichen Temperaturen erneut keine Chance. Olaf Pollack vom Team Gerolsteiner sicherte sich den zweiten Platz vor Stuart O'Grady (Credit Agricole).

Der Australier gehört zu den größten Konkurrenten von Zabel. Bei der vergangenen Tour de France musste er das Grüne Trikot erst nach der letzten Etappe an den Telekom-Profi abgeben. O'Grady ist im Moment nicht in Topform, da er eine Arterien-Operation über sich ergehen lassen musste und noch nicht wieder im Vollbesitz seiner Kräfte ist.

Wüst: "Zabel ist im Sprint kaum zu schlagen"
Zabel feierte den insgesamt 157. Sieg seiner Karriere und den neunten in diesem Jahr. Marcel Wüst aus Köln, sein einstiger Konkurrent und heute Manager beim Konkurrenten Coast, prophezeit Zabel mindestens noch einen weiteren Erfolg bei dieser Deutschland-Tour: "Die Schlussetappe in Stuttgart dürfte auch auf ihn zugeschnitten sein. In seiner jetzigen Form ist er im Sprint kaum zu schlagen."

Im Vorjahr hatte Zabel bei der seit 1999 wieder belebten Rundfahrt drei Tagesabschnitte gewonnen.

Ausreißern ging die Puste aus
Nach der ersten Sprintwertung in Bad Mergentheim war der Coast-Fahrer Luis Perez Rodriguez (Spanien) ausgerissen und erhielt zuerst Unterstützung durch den Slowenen Martin Hvastja. Doch wie am Vortag beim Franzosen Salanson reichte die Luft der Ausreißer nicht bis ins Ziel.

Hauptsächlich auf Initiative des Telekom-Teams war Perez 30 Kilometer vor dem Ziel gestellt worden.

Überzeugende Vorstellung vom Team Telekom
Nach perfekter Spurt-Vorbereitung auf der Zielgeraden vollendete Zabel. "Unser Teamwork hat wieder perfekt geklappt, aber es war sehr schwer, alles zusammen zu halten", freute sich der Etappensieger, der bei der Tour de France ab 6. Juli das siebte Grüne Trikot in Folge anpeilt. "Am liebsten würde ich Gian Matteo Fagnini und Danilo Hondo als Helfer mit zur Tour de France nehmen", so Zabel.

Der Sprintspezialist kann sich auf der nächsten Etappe eine kleine Pause gönnen - er wird sein Weißes Trikot wohl sowieso verlieren. Die schwere Etappe über 192,5 Kilometer mit vier Bergwertungen im Schwarzwald, darunter der 1242 Meter hohe Kandel, ist nicht sein Terrain.

Schon eher das des Coast-Trios Alex Zülle, David Plaza und Aitor Garmendia. Das trifft auch auf den Vorjahressieger Alexandre Vinokourov zu.

Stefano
06.06.2002, 14:28
hola,

...es kann nicht jeder tag gleich gut laufen :rolleyes:

Vinokurov versuchte mehrmals auszureißen, allerdings ohne Erfolg
Schonach - Aitor Garmendia vom Essener Team Coast hat die
"Königs-Etappe" der 26. Deutschland-Tour gewonnen und damit dem zweimaligen Sprintsieger Erik Zabel das Weiße Trikot abgenommen.

Auf der 192 Kilometer langen Strecke von Bühlertal nach Schonach setzte sich der Spanier nach 5:12:22 Stunden Stunden im Alleingang mit 22 Sekunden Vorsprung vor seinem Landsmann Igor Gonzalez Galdeano (Once) durch.

Vinokourov ohne Chance

Als bester deutscher Fahrer erreichte Telekom-Profi Udo Bölts mit 44 Sekunden Rückstand auf dem sechsten Platz das Ziel. Vorjahressieger Alexandre Vinokourov, der sich Hoffnungen auf den Tagessieg gemacht hatte, musste sich der starken Konkurrenz beugen.

Der Telekom-Fahrer versuchte mehrere Male dem Feld davon zufahren, doch vergeblich. Er verlor auf den Coast-Profi Garmendia 1:33 Minuten und damit wahrscheinlich die Aussichten auf die Wiederholung seines Erfolges von 2001. Die dritte Etappe verlief so gar nicht nach dem Geschmack der Telekom-Mannschaft.

Zabel wechselt ins Schwarze Trikot

Bei zum Teil strömendem Regen hatte Zabel im Weißen Trikot zu diesem Zeitpunkt schon über vier Minuten verloren. Er tauschte es im Ziel mit dem Schwarzen Trikot des Punktbesten, dass er sich bisher in jedem Jahr nach der Wiederbelebung der Tour seit 1999 gesichert hatte. Jörg Jaksche aus Ansbach ist im Gesamtklassement als fünfter jetzt bester Deutscher.

Am Donnerstag steht das einzige Zeitfahren der siebentägigen Rundfahrt auf dem Programm. Der Kampf gegen die Uhr beginnt um 13.30 Uhr in Schwenningen und endet nach 37,6 Kilometern in Bad Dürrheim.

Stefano
07.06.2002, 10:41
hola,

Zweiter Platz und alle Chancen auf den Gesamtsieg: Tobias Steinhauser
Bad Dürrheim - Das Gerolsteiner-Team war am Donnerstag mit einem Dreifach-Erfolg der große Gewinner des 37,6 km langen Einzelzeitfahrens bei der Deutschland Tour.

Ex-Vize-Weltmeister Michael Rich gewann die 4. Etappe nach 46:23 Minuten vor seinen Team-Kollegen Tobias Steinhauser (12 Sekunden zurück) und dem Berliner Uwe Peschel (21) und sorgte für einen Aufschub bei der Vorentscheidung um den Gesamtsieg.

Galdeano enttäuscht
Das Weiße Trikot des Spitzenreiters wechselte von dem Spanier Aitor Garmendia (Coast) auf die Schultern seines Landsmanns Igor Gonzalez de Galdeano (ONCE), der auf dem Weg zwischen Villingen-Schwenningen und Bad Dürrheim in 46:55 etwas enttäuschte.

Der 30-Jährige, der bei der Midi Libre-Rundfahrt den dreifachen Tour-Sieger Lance Armstrong (US Postal) in dessen Spezialdisziplin besiegt hatte, führt jetzt aber immerhin mit 13 Sekunden vor Garmendia das Gesamtklassement an.

Voigt noch mit Chancen
Sport1-Kolumnist Jens Voigt, als starker Zeitfahrer bekannt und in diesem Jahr wie Galdeano auch schon Armstrong-Bezwinger, ist auch noch im Rennen um den Gesamtsieg.

Der Fahrer des französischen Teams Credit Agricole, im Vorjahr bei der Tour de France für einen Tag Träger des Gelben Trikots, fuhr auf dem welligen Kurs 47:07 und liegt im Gesamtklassement als zweitbester Deutscher mit 38 Sekunden Rückstand auf Galdeano auf dem 5. Platz zwei Ränge hinter Steinhauser (33 zurück). Altmeister Alex Zülle (Coast) ist Vierter.

Einbruch von Vinokourov
Die Deutschland-Tour endet am Sonntag in Stuttgart. Die Entscheidung um den Gesamtsieg dürfte wohl am Samstag auf der Alpen-Etappe von Friedrichshafen nach Oberstdorf bei der Überquerung des Rietberg-Passes (1420 m) fallen.

Das Scheitern des Vorjahressiegers Alexandre Vinokourov von Telekom stand schon am Mittwoch fest, als der Kasache auf der Königsetappe nach Schonach am Schlussanstieg eingebrochen war und 1:22 Minuten auf den Tagessieger Garmendia verloren hatte.

Telekom, in diesem Jahr noch in keiner nationalen Rundfahrt vorn, entpuppt sich im Gesamtklassement als der große Verlierer der Deutschland Tour, die am Vortag von den Coast-Fahrern beherrscht worden war.

Rich mit seiner Leistung zufrieden
Rich, der am Donnerstag mit seinen Mannschafts-Kollegen für den - nach dem siebten Rang von Georg Totzschnig beim Giro - spektakulärsten Erfolg des Telekom-Konkurrenten Gerolsteiner in dieser Saison gesorgt hat, spürte noch die Belastung der schweren, vorangegangenen Bergetappe nach Schonach:

"Das steckte noch in den Beinen, aber das ging ja allen so. Unter diesen Umständen war ich heute mit meiner Leistung sehr zufrieden", sagte der Gewinner der diesjährigen Bayern-Rundfahrt, der auf der Schwarzwald-Etappe am Mittwoch viel Boden verloren hatte.

Zabel lauert auf dritten Sieg
Am Freitag im Verlauf der 5. Etappe könnte noch einmal die Stunde des Telekom-Topsprinters Erik Zabel schlagen, der damit das Renomee seines Teams aufpolieren könnte.

Der Weltranglisten-Spitzenreiter peilt seinen dritten Etappen-Erfolg bei dieser Deutschland-Tour an. "Der Abschnitt nach Friedrichshafen könnte mir liegen, vielleicht auch die Schluss-Etappe nach Stuttgart", sagte Zabel.

Stefano
10.06.2002, 09:26
hola,

Zabel gewinnt siebte Etappe - Galdeano holt Gesamtsieg

Erfolg verbindet: Gesamtsieger de Galdeano (l.) und Etappensieger Zabel
Stuttgart - Mit insgesamt vier Etappenerfolgen war Erik Zabel der große Star der Deutschland-Tour - am Sonntag gewann er die 7. und letzte Etappe. Dennoch war der einheimische Branchenführer Telekom mit der Rundfahrt, die in Stuttgart mit dem Gesamtsieg des Spaniers Igor Gonzalez de Galdeano endete, nicht restlos zufrieden.

Vorjahressieger Alexander Winokurow landete abgeschlagen auf Rang 17. "Unser Team war auf Erik ausgerichtet und hat optimal für ihn gearbeitet. Deshalb musste auch Winokurow, der in den Bergen nur wenig Unterstützung hatte, für ihn fahren", nannte der rekonvaleszente Jan Ullrich Gründe für das schwache Abschneiden seines Teams im Gesamtklassement.

Bester Deutscher nach 1170 Kilometer zwischen Wiesbaden und Stuttgart war Tobias Steinhauser vom nationalen Telekom-Konkurrenten Gerolsteiner auf Rang 3 mit 37 Sekunden Rückstand auf Galdeano und 20 Sekunden auf dessen Landsmann Aitor Garmendia vom Essener Coast-Team.

Weltranglistenerster im Spurt nicht zu schlagen
Der gelernte Schmied aus Scheidegg war am Freitag von einem Wagen der Organisation angefahren und verletzt worden, konnte aber weiterfahren. Am Samstag erreichte Steinhauser das Ziel der Alpen-Etappe in Oberstdorf im geschlagenen Feld 11:18 Minuten hinter dem Tagessieger Stephane Augé (Frankreich).

Der 31-jährige Weltranglisten-Spitzenreiter Zabel hatte auch am Sonntag auf der 172 Kilometer langen Schluss-Etappe von Biberach nach Stuttgart auf regennasser Straße eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass es im Spurt bei der Deutschland Tour kein Mittel gegen ihn gibt.

Zabel bricht Rekord :cool:
In der 81-jährigen Geschichte der Rundfahrt, die seit 1999 wieder regelmäßig ausgetragen wird, machte er seinen insgesamt elften Etappensieg perfekt - das ist Rekord.

Für die am 6. Juli in Luxemburg beginnende Tour de France scheint der gebürtige Berliner aus Unna bestens gerüstet. Auch die Vorbereitung der imposanten Spurts durch sein Team liefen vielversprechend reibungslos. Die Tour de Suisse ab 17. Juni soll Zabels Tour-Generalprobe werden.

Weniger Zuschauer wegen Fußball-WM
Trotz des auf 3,4 Millionen Euro gewachsenen Gesamtetats hat die Deutschland-Tour in diesem Jahr weniger Zuschauer als im Vorjahr mobilisiert. "Darauf waren wir vorbereitet. Mit der Fußball- WM als Konkurrenz war es logisch, dass wir etwas schlechter abschneiden würden", sagte Tour-Medien-Direktor Christian Hinzpeter.

Geschätzte knapp vier Millionen Zuschauer standen nach Angaben des Veranstalters zwischen Wiesbaden und Stuttgart an den Straßen. Mit Marktanteilen zwischen 8 und 20 Prozent waren auch die TV- Einschaltquoten schlechter als 2001.

Galdeano gewinnt Deutschland Tour
Igor Gonzalez de Galdeano, 1999 hinter Ullrich Zweiter der Spanien-Rundfahrt und im Vorjahr Fünfter der Tour de France, genügte ein 5. Platz im Zeitfahren in Bad Dürrheim und ein 2. auf der Königsetappe in Schonach.

Sein spanisches Once-Team war zum ersten Mal Gast bei der Deutschland-Rundfahrt und beerbte sofort den Kasachen Winokurow.

Armstrong bei der Tour ärgern
"Die Bedingungen waren hier ideal, die Moral bei uns im Team war gut, und ich hoffe, wir können Lance Armstrong bei der Tour de France ärgern. Leider nimmt in Spanien keiner Anteil an meinem ersten großen Rundfahrt-Sieg", sagte der 28-jährige Baske, der den dreifachen Tour-Sieger Armstrong im Vormonat beim Zeitfahren beim Grand Prix Midi Libre in Frankreich bezwungen hatte.

124 von 145 Fahren beendeten die Rundfahrt. Der Telekom-Profi Steffen Wesemann aus Wolmirstedt gab am Sonntag wegen Magenproblemen auf.

Gesamtwertung, Endstand
1 Igor Gonzalez De Galdeano (Spa) ONCE-Eroski 28.55.36
2 Aitor Garmendia Arbilla (Spa) Team Coast + 0.17
3 Tobias Steinhauser (Ger) Gerolsteiner + 0.37
4 Jens Voigt (Ger) Credit Agricole + 0.41
5 Alex Zülle (Swi) Team Coast + 0.42
6 Jörg Jaksche (Ger) ONCE-Eroski + 1.00
7 Isidro Nozal Vega (Spa) ONCE-Eroski + 1.25
8 David Plaza Romero (Spa) Team Coast + 1.33
9 Uwe Peschel (Ger) Gerolsteiner + 1.35
10 Eddy Ratti (Ita) Mapei-Quick Step + 2.08
11 Gerhard Trampusch (Aut) Mapei-Quick Step
12 Axel Merckx (Bel) Domo-Farm Frites + 2.25
13 Laurent Brochard (Fra) Jean Delatour + 2.27
14 Laurent Dufaux (Swi) Alessio + 2.52
15 Daniel Schnider (Swi) Phonak Hearing Systems + 3.12
16 Christian Werner (Ger) Team Nürnberger Versicherung + 3.16
17 Alexandre Winokurow (Kaz) Team Telekom + 3.17
18 Heiko Szonn (Ger) Team Cologne + 3.25
19 Dave Bruylandts (Bel) Domo-Farm Frites + 3.26
20 Holger Sievers (Ger) Team Nürnberger Versicherung + 3.28
23 Udo Bölts (Ger) Team Telekom + 3.52
25 Rolf Aldag (Ger) Team Telekom + 4.28
45 Erik Zabel (Ger) Team Telekom + 18.12
60 Gian Matteo Fagnini (Ita) Team Telekom + 30.47