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Vollständige Version anzeigen : Deutschland trauert: FRITZ WALTER ist tot!!!


Stefano
17.06.2002, 18:53
hola,

Die rechte Hand vom "Chef" ist tot :(

"Roter Teufel" durch und durch: Fritz Walter, Ehrenspielführer der Nationalmannschaft.
Deutschland trauert um sein Fußball-Idol Fritz Walter. Mit dem Kapitän der deutschen Weltmeister-Mannschaft von 1954 ist der populärste deutsche Sportler der Nachkriegsjahre am Montag gestorben.

Idol weit über die Grenzen der Pfalz hinaus
Der 81-Jährige steht in der deutschen Sport-Geschichte in einer Reihe mit Box-Legende Max Schmeling, Franz Beckenbauer sowie den Tennis-Assen Steffi Graf und Boris Becker. Walter schlief nach Angaben seines Vereins 1. FC Kaiserslautern um 15.15 Uhr friedlich in seinem Wohnhaus in Alsenborn ein.

"Fritz Walters bescheidene Art, seine Heimatverbundenheit und seine Liebe zum 1. FC Kaiserslautern haben ihn bis heute zu einem Idol des Fußballs weit über die Grenzen der Pfalz werden lassen", sagte der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Gerhard Mayer-Vorfelder.

Uwe Seeler betroffen
Er wurde im südkoreanischen WM-Trainingsquartier der Nationalmannschaft ebenso von der Todesnachricht überrascht wie die deutsche Öffentlichkeit. Laut Mayer-Vorfelder will der DFB den Weltverband FIFA darum bitten, dass das deutsche Team am Freitag zu Ehren seines Ehrenspielführers beim Viertelfinalspiel gegen die USA mit Trauerflor antreten darf.

Uwe Seeler, der mit Walter bei der WM 1958 gemeinsam spielte, reagierte auf den Tod seines Freundes betroffen: "Das muss ich erst einmal verdauen. Ich habe am Sonntag noch bei Walters zu Hause angerufen und dabei gehört, dass es ihm sehr schlecht geht. Aber das es so schnell zu Ende geht, damit habe ich nicht gerechnet."

Länderspiel-Debüt mit 19 Jahren
Fritz Walter steht zusammen mit Bundestrainer Sepp Herberger für den WM-Sieg neun Jahre nach Kriegsende, der in der Geschichte der Bundesrepublik als Signal für Aufbruch und Wiederanerkennung gilt. Er bestritt sein erstes von 61 Länderspielen im Alter von 19 Jahren und beendete nach 33 Toren seine Laufbahn in der Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) mit 37 Jahren.
Walter führte den 1. FC Kaiserslautern 1951 und 1953 zur deutschen Fußball-Meisterschaft und wurde 1958 bei der WM in Schweden noch einmal Vierter.

Auslandsangebote ausgeschlagen
Für seinen Verein, dessen Stadion auf dem Betzenberg seinen Namen trägt, bestritt er 379 Meisterschafts-Spiele und erzielte 306 Tore. Doch mehr als mit seinen Torschüssen begeisterte er mit seiner Regiekunst.

Als Dreh- und Angelpunkt des Nationalteams erntete er weltweite Anerkennung. Der stets bescheidene Mann, der lukrative Angebote aus Frankreich und Spanien ausgeschlagen hatte, engagierte sich über viele Jahre als Repräsentant der Sepp-Herberger-Stiftung und kümmerte sich dabei besonders um die Resozialisierung jugendlicher Straftäter.

Immer seltener auf dem Betzenberg
Zwei Ehrenspielführer unter sich: Fritz Walter (l.) und Uwe Seeler
Fritz Walter musste vor und nach dem Tod seiner Frau Italia im Dezember vergangenen Jahres immer wieder das Krankenhaus kurz aufsuchen. Fußballspiele seiner Lauterer empfand er schon seit Jahren als so aufregend, dass er den Betzenberg immer seltener besuchte.

Der Vorstandsvorsitzende des 1. FC Kaiserslautern, Jürgen Friedrich, war vor wenigen Tagen mit Walter noch zum Essen: "Da machte der Fritz noch einen guten Eindruck", sagte Friedrich.

Sieben "Helden von Bern" schon tot
Mit dem Kapitän ist der siebte der "Helden von Bern" nach Toni Turek, Werner Kohlmeyer, Werner Liebrich, Jupp Posipal, Karl Mai und Max Morlock gestorben. Aus der Elf, die am 4. Juli 1954 im Wankdorf-Stadion Ungarn sensationell mit 3:2 besiegte, leben nur noch Helmut Rahn, Hans Schäfer, Horst Eckel und Fritz Walters Bruder Ottmar.

Stefano
24.06.2002, 15:08
hola,

Sonntag, 23. Juni 2002
Abschied von Fritz Walter
Trauerfeier auf dem "Betze"

Rund 8000 Menschen haben in Kaiserslautern bei einer bewegenden Trauerfeier Abschied von Fußball-Idol Fritz Walter genommen. Unter den prominenten Vertretern aus Politik und Sport würdigte Bundesinnenminister Otto Schily Walter als "vorbildlichen und außergewöhnlichen Sportler, der schon zu Lebzeiten zum Mythos wurde", er habe den Sport und die Gesellschaft insgesamt geprägt, sagte der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck.

Abschied von Fritz Walter, der an diesem Montag im Familienkreis in seiner Heimatstadt Kaiserslautern beerdigt wird, nahmen auch seine Weltmeister-Kameraden, Bruder Ottmar Walter, Hans Schäfer, Horst Eckel.

DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder, der aus Korea von der Weltmeisterschaft angereist war, würdigte die "unerschütterliche bescheidene Art": "Es war das Besondere an Fritz Walter, dass er nie etwas Besonderes sein wollte." Mit dem Sieg bei der Fußball-WM habe er dazu beigetragen, "einer ganzen Nation ein Stück Selbstachtung zurückzugeben."

„Das Wunder von Bern“
Der Ehrenspielführer der deutschen Fußball- Nationalmannschaft war am Montag im Alter von 81 Jahren in seinem Heimatort Alsenborn nach langer Krankheit "friedlich eingeschlafen". Der Pfälzer führte 1954 die deutsche Fußball-Nationalmannschaft im WM-Endspiel von Bern zum 3:2 über Ungarn und damit zum ersten von drei Weltmeisterschafts-Titeln des Deutschen Fußball-Bundes.

Fritz Walter galt als einer der besten Fußballspieler seiner Zeit. Bereits sein erster Auftritt in der Nationalmannschaft machte den damals erst 19-Jährigen mit einem Schlag berühmt. Beim 9:3-Sieg gegen Rumänien im Jahr 1940 erzielte er auf Anhieb drei Tore.

Sein Stern sollte jedoch erst nach dem Krieg aufgehen. Der Höhepunkt: Der Weltmeister-Titel von 1954 nach dem legendären Triumph der deutschen Elf bei der WM in der Schweiz. Der Finalsieg im Wankdorf-Station von Bern machte das DFB-Team, allen voran Kapitän Fritz Walter, mit einem Schlag legendär.

Bescheidener Star
Bis zum Ende seiner Karriere im Jahr 1958 trug er sich in 61 Länderspielen 33 Mal in die DFB-Torschützenliste ein. Ein Jahr später nahm er auch Abschied vom 1. FC Kaiserslautern. Für seinen Stammverein hatte der Ausnahmespieler in 379 Meisterschaftsspielen 306 Tore erzielt. Zwei Meistertitel waren der Lohn.

Materielle Reichtümer konnte Walter in seiner aktiven Zeit hingegen nicht ansammeln. Er neidete aber niemandem das "Große Geld". Die Erinnerungen an seine Karriere waren Fritz Walter Verdienst genug: "Wir hatten sicherlich eine schönere Zeit mit unserer unvergleichlichen Kameradschaft."