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hoellenfuerst
08.08.2002, 23:02
dpa-AFX-Nachricht
Donnerstag, 08.08.2002, 14:59
Kapitalgeber setzen wieder mehr auf traditionelle Branchen
BERLIN (dpa-AFX) - Wegen der Krise in der New Economy setzen die
Kapitalbeteiligungsgesellschaften in Deutschland wieder verstärkt auf die
traditionelle Wirtschaft. Im Vergleich zu den Vorjahren gingen die Investitionen
in Unternehmensgründungen im ersten Halbjahr 2002 deutlich zurück. Mehr
Interesse fanden dagegen wieder Branchen wie Maschinenbau oder Elektrotechnik,
wie der Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften am Donnerstag
in Berlin mitteilte. Angesichts der aktuellen Wirtschaftslage wird von privaten
Geldgebern insgesamt jedoch deutlich weniger investiert.
Für das Gesamtjahr rechnet der Verband im Beteiligungsgeschäft nur noch mit
Investitionen zwischen 3,0 und 3,5 Milliarden Euro. In den beiden Vorjahren
waren es noch jeweils 4,4 Milliarden Euro. "Wir sind aber überzeugt, dass es
sich dabei nicht um eine Trendumkehr, sondern nur um eine Bereinigung handelt", sagte der Verbandsvorsitzende Werner Schauerte. Im Vergleich zu Ländern wie den
USA oder Großbritannien bestehe in Deutschland noch "erheblicher Nachholbedarf".
DAS MEISTE GELD FLIESST IN MASCHINENBAU UND E-TECHNIK
Insgesamt beliefen sich die Neu-Investitionen im ersten Halbjahr auf 1,2
Milliarden Euro (Vorjahreszeitraum: 1,7 Milliarden Euro). Am meisten Geld floss
in die Sparten Maschinenbau (231 Millionen Euro) und Elektrotechnik (148
Millionen). Es folgten Computer-Software (126 Millionen) und Kommunikationstechn
ologien (97 Millionen). Schauerte sagte, für Beteiligungsgesellschaften sei "der etablierte Mittelstand" wieder interessanter geworden. Der Anteil der
Frühfinanzierung - also vor allem Start-Ups - sank von 34,8 Prozent in den
ersten drei Monaten auf 18,2 Prozent im zweiten Quartal.
GRÖSSTEN INVESTITIONEN IN BAYERN UND BADEN-WÜRTTEMBERG
Zugleich gab es erhebliche regionale Unterschiede. Im ersten halben Jahr
floss fast die Hälfte des Geldes nach Bayern (29,2 Prozent) und
Baden-Württemberg (15,7 Prozent). Die Hauptstadt Berlin, die stark auf junge
Unternehmen setzt, fiel dagegen deutlich zurück (6,6 Prozent). Den Zahlen liegen
die Angaben von 225 Kapitalbeteiligungsgesellschaften zu Grunde, die in dem
Verband organisiert sind. Insgesamt hatten sie zum 30. Juni rund 16,3 Milliarden
Euro in 6200 Unternehmen investiert.
Auch innerhalb der Branche kam es nach Schauertes Worten in den vergangenen
Monaten zu einer "Marktbereinigung". Demnach verabschiedeten sich 19 Unternehmen
aus dem Verband. Mehrere davon mussten Insolvenz anmelden, andere wurden von der
Konkurrenz übernommen. Genauere Zahlen nannte der Verband nicht./cs/DP/sh
info@dpa-AFX.de
Gordon Shamway
09.08.2002, 15:31
US/Produktivität ex Agrar 2. Qu vorl. +1,1 (PROG: +1,1) Proz
Washington (vwd) - Der Produktivitätszuwachs in der US-Wirtschaft außerhalb der Landwirtschaft hat sich im zweiten Quartal des laufenden Jahres deutlich abgeschwächt. Nach Angaben des US-Arbeitsministeriums vom Freitag stieg sie in den Monaten April bis Juni nach vorläufigen Berechnungen um annualisiert 1,1 Prozent gegenüber dem Vorquartal Von vwd befragte Volkswirte hatten im Vorfeld der Daten auch ein Plus von 1,1 Prozent in Aussicht gestellt.
Zur Begründung ihrer Erwartung hatten die Ökonomen auf das vergleichsweise schwache Wachstum des realen Bruttoinlandsprodukts außerhalb der Landwirtschaft von annualisiert 1,1 Prozent im zweiten Quartal und die gleichzeitige Erhöhung der geleisteten Arbeitsstunden um 0,3 Prozent verwiesen.
Wie die Behörde weiter mitteilte, wurde der Wert für das Vorquartal bedingt durch die Auswirkungen der Revision der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung vom 31. Juli auf plus 8,6 Prozent von zuvor plus 8,4 Prozent korrigiert. Für das vergangene Jahr reduzierte das Ministerium die Daten für das Wachstum der Produktivität ex Agrar auf plus 1,1 Prozent von zuvor plus 1,9 Prozent, für 2000 auf plus 2,9 Prozent von plus 3,3 Prozent.
Die Lohnstückkosten erhöhten sich laut US-Arbeitsministerium im zweiten Quartal nach ebenfalls vorläufigen Berechnungen um 2,4 Prozent. Hier hatten von vwd befragte Volkswirte hingegen durchschnittlich nur mit einer Zunahme von 1,8 Prozent gerechnet. Den Wert für die vorangegangenen drei Monate revidierte die Behörde auf minus 4,6 Prozent von minus 5,2 Prozent.
(mehr/vwd/DJ/jej)
Gordon Shamway
10.08.2002, 16:10
http://www.zeit.de/bilder/2002/33/zahlzurWahl_650.gif
hoellenfuerst
10.08.2002, 18:07
Sommerschlussverkauf: Bilanz durchwachsen
Die Bilanz des Einzelhandeles nach zwei Wochen Sommerschlussverkauf (SSV) ist durchwachsen. Es sei zwar mehr verkauft worden, aber durchweg billiger als im Vorjahr, sagte eine Sprecherin des Einzelhandelsverbandes Baden-Württemberg zum SSV-Abschluss. Die Umsätze der Händler hätten sich auf dem Niveau des Vorjahres bewegt. Die Gewinne seien dagegen rückläufig. Da in diesem Jahr Rabatte von bis zu 80 Prozent gewährt wurden, mussten mehr Waren verkauft werden, um das Umsatzniveau des Vorjahres zu erreichen.
Am besten gingen in diesem Sommer Textilien, Schuhe, Lederwaren und Sportartikel. Auch nach Wander- und Laufschuhen sowie Bademoden, kurzen Hosen und T-Shirts habe es eine große Nachfrage gegeben. Der Sprecher des Hauptverbands des Deutschen Einzelhandels (HDE), Hubertus Pellengahr, sagte, der erfolgreiche SSV sei ein gutes Signal für die Zukunft. Viele Innenstädte seien das erste Mal seit Monaten wieder voll gewesen. "Das zeigt, wie wichtig die Gemeinschaftsaktion SSV immer noch ist", so Pellengahr.
quelle (http://www.tagesschau.de/)
Gordon Shamway
11.08.2002, 17:27
Marktausblick: Märkte warten auf Signal für eine Zinssenkung
Von Ina Bauer, Friederike Hofmann und Christian Schwalb
Hoffnungen auf Zinssenkungen werden zum Wochenauftakt die Finanzmärkte bestimmen. Den US-Unternehmen wird diese Woche die Vertrauensfrage gestellt: 947 Konzerne müssen bis Mittwoch die Richtigkeit ihrer Bilanzen beeiden.
Die überwiegende Mehrheit der Marktteilnehmer geht davon aus, dass die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) die Zinsen am Dienstag unverändert lässt. Doch werden sie darauf warten, ob Fed-Chef Alan Greenspan mit seinen Äußerungen zur Konjunktur einen Zinsschritt nach unten vorbereitet. Ein Ausharren würde Greenspan vor Aktionismus-Vorwürfen schützen und gleichzeitig Spielraum für Zinssenkungen lassen, wenn die Konjunkturdaten sich erheblich verschlechtern.
Zu den wenigen Banken, die bereits für Dienstag eine Zinssenkung um 50 Basispunkte auf 1,25 Prozent erwarten, gehören die Deutsche Bank und Morgan Stanley. Eine Reihe schwacher Konjunkturdaten hat die Diskussion um einen "Double-Dip", einen Rückfall in die Rezession nach einer Erholung und eine Zinssenkung erneut angefacht.
Enorme Schubkraft
"Viele glauben daran, dass sich die Entscheidung für eine Zinssenkung buchstäblich in den letzten Sitzungen der Wall Street bis zum Dienstag ergeben wird", sagt Bill Quan, Chef-Volkswirt von Mizuho Securities USA. Die Zinssenkungsspekulation hat den Börsen in der vergangenen Woche einen deutlichen Schub verliehen. Die europäischen Aktien kamen ihrem größten Wochengewinn seit neun Monaten nahe. Der Stoxx 50 legte um mehr als sechs Prozent zu, der Dax näherte sich einem Wochenplus von fünf Prozent, der CAC 40 und der FTSE 100 stiegen um je sechs Prozent.
Dem Aktienmarkt selbst würde eine Zinssenkung dieses Mal nicht helfen, sagt Todd Clark von Wells Fargo. Im Gegenteil: "Es gäbe eine kurze Rally. Aber dann würde sich endgültig die Sorge durchsetzen, dass auch die Fed mit einem ´Double-Dip´ rechnet."
Erholung des Dollar kein Grund für Euphorie
Bis zum Dienstag dürfte bei den Devisen und Renten wenig passieren, zumal die meisten Konjunkturdaten erst nach der Fed-Zinsentscheidung kommen. Die technischen Währungsanalysten von Credit Suisse First Boston warnen vor Euphorie angesichts der jüngsten Erholung des Dollar gegenüber dem Euro. "Dies ist eine Korrekturbewegung innerhalb eines langfristigen Dollar-Abwärtstrends." An die Marke von 99 US-Cent kam der Euro vergangene Woche nicht mehr heran.
In den USA stehen am Donnerstag Daten zur Industrieproduktion und Kapazitätsauslastung an. Nach einem starken Sprung im Juni rechnen die Volkswirte im Juli nur mit plus 0,2 Prozent. Die am Freitag erwarteten Verbraucherpreise werden nach Schätzungen im Juli gleichfalls um nur 0,2 Prozent steigen - das sind anhaltend gute Nachrichten für die inflationsbewusste Fed. Über die Ausgabenbereitschaft der Verbraucher werden am Dienstag die Einzelhandelsumsätze und am Freitag der Index des Konsumentenvertrauens der Universität von Michigan (Freitag) Auskunft geben. Der Michigan-Index wird sich nach Schätzungen der meisten Beobachter wenig verändern.
Für Ralf Zimmermann, europäischer Aktienstratege bei Sal. Oppenheim, ist der für Donnerstag erwartete Geschäftsklimaindex der Federal Reserve of Philadelphia ein Frühindikator für den Double Dip. "Nachdem die Zahlen im Juli nach unten gezeigt haben, ist der Index der erste Indikator dafür, wie es im August weitergehen wird." Der in der vergangenen Woche vergebene IWF-Kredit an Brasilien habe gezeigt, dass die amerikanische Politik alles tun wird, um die eigene Konjunktur zu stützen.
Kritik an inkonsequenter Vertrauensfrage
Die Börsenaufsicht will mit der groß-angelegten "Unterschriftensammlung" unter US-Konzernen das Vertrauen der Anleger wieder herstellen. Die Aktion steht aber seit Wochen in der Kritik, denn die Vorstandschefs und Finanzvorstände dürfen "nach bestem Wissen" und "in gutem Glauben" den Eid leisten.
"Wenn du deine Bücher fälschst, dann wird dich diese eine Unterschrift auch nicht zu einem besseren Menschen machen," sagt Rick Meckler von LibertyView. "Die ganze Aktion ist nicht mehr als ein Pflaster für die verletzte Anlegerseele." Der Großteil der Eide steht noch aus. "Bis letzten Donnerstag hatten nur 14 Prozent der Firmen ihre eidesstattliche Erklärung eingereicht, was einen starken Diskussionsbedarf innerhalb der Firmen andeutet", sagt Zimmermann.
Auf dem US-Berichtskalender steht am Dienstag mit Applied Materials der weltgrößte Chipausrüster. Zweites Tech-Highlight der neuen Woche ist Dell am Donnerstag. Ferner berichten prominente US-Einzelhändler: Wal-Mart , Federated Department Stores (beide Dienstag), Ann Taylor (Mittwoch), Gap und Target (beide Donnerstag). Zwar haben viele Unternehmen gerade einen schwachen Juli gemeldet, dennoch ist die Branche optimistisch. Wal-Mart hat angekündigt, im zweiten Quartal seine Gewinnprognose mindestens zu erfüllen.
Voller Berichtskalender
Während die US-Ergebnissaison in ihrer letzten Phase ist, stecken die europäischen Unternehmen noch mitten darin. Am Montag berichten die Vierer-Börse Euronext und der Versorger RWE über das erste Halbjahr. Der Konkurrent Eon folgt am Mittwoch. Degussa und MAN legen am Dienstag ihren Halbjahresbericht vor. Einen Tag danach kommen die Zahlen der Allianz . Der Versicherer hatte bereits Ende Juli mit einer Gewinnwarnung, ausgelöst durch die Folgen der Dresdner-Bank-Übernahme, geschockt.
Bei den Schweizer Banken UBS (Dienstag) und CS Group (Mittwoch) wappnen sich die Analysten von Goldman Sachs für düstere Zahlen in den Kerngeschäften, gehen bei Credit Suisse aber von einer soliden Ertragsbasis aus. Mittwoch und Donnerstag legen die Pharmakonzerne Roche und Novartis ihre Zahlen vor. Am Donnerstag berichtet der Finanzdienstleister MLP , dessen Aktie durch Berichte über Bilanzunregelmäßigkeiten ins Straucheln gekommen ist. Durch die Negativ-Schlagzeilen ist eine Gewinnsteigerung in die Ferne gerückt. MLP steht auch im Blickpunkt, wenn am Dienstag der Arbeitskreis Aktienindizes der Deutschen Börse endgültig über mögliche Änderungen in den deutschen Kursbarometern entscheidet.
© 2002 Financial Times Deutschland
hoellenfuerst
11.08.2002, 18:35
SCHÄRFERE BILANZREGELN
Von Carsten Matthäus
US-Präsident George W. Bush ist stets zur Stelle, wenn Stahlkumpels oder Farmer Sanktionen gegen die EU fordern. Jetzt hat er ein Gesetz unterschrieben, das europäische Konzerne ernsthaft in Bedrängnis bringt.
Hamburg - "Er freut sich auf ein hartes Gesetz",
sagte Bushs Sprecher Ari Fleischer, als er vor zwei Wochen auf den Gesetzentwurf angesprochen wurde, der nach Senator Paul Sarbanes benannt ist. Das war wahrscheinlich untertrieben. Geradezu händeringend wartete Bush auf das Gesetz, das weitere Bilanzskandale vor allem mit der Androhung harter Strafen für Unternehmenschefs und Wirtschaftsprüfer verhindern soll. Der Präsident unterschrieb es feierlich, noch bevor er in den Urlaub ging.
Einer, der den "Sarbanes-Oxley Act" weniger wünschenswert findet, ist EU-Kommissar Frits Bolkestein. "Wir finden es völlig unakzeptabel", sagte dessen Sprecher Jonathan Todd in einer ersten Reaktion und drohte an, notfalls juristisch gegen die Vorhaben der Amerikaner vorzugehen. Bolkestein selbst hat bereits ein Protestschreiben nach Washington geschickt, in dem er sich den Eingriff in europäische Hoheitsrechte verbietet.
Was den Kommissar auf die Palme bringt, sind die neuen Rechte der amerikanischen Börsenaufsicht SEC. Deren Ermittler dürfen nach dem neuen Gesetz nämlich von allen in den USA gelisteten Unternehmen und deren Wirtschaftsprüfern die Herausgabe von Akten verlangen und Zeugen befragen. Schon rechtlich ist dies problematisch, da sich deutsche Wirtschaftsprüfer beispielsweise strafbar machen würden, wenn sie Akten ihrer Kunden an eine amerikanische Behörde weiterleiteten. Sie würden damit nämlich ihre Verschwiegenheitspflicht verletzen, die in der Berufsordnung für Wirtschaftsprüfer festgeschrieben ist.
Außerdem würden Unternehmen wie DaimlerChrysler, Bayer oder die Deutsche Bank dann von einer selbst ernannten Welt-Börsen-Polizei durchleuchtet, die weiterhin allein von der amerikanischen Politik kontrolliert wird. Bei Europäern ruft dies Kopfschütteln hervor, die SEC gilt schließlich bisher als eine völlig überforderte Behörde, die die schlimmsten Bilanzskandale der Wirtschaftsgeschichte nicht verhindern konnte. Ihr Chef Harvey Pitt war außerdem lange Jahre ein prominenter Vertreter amerikanischer Unternehmerinteressen.
Noch andere der neuen Zwangsregeln bereiten den Europäern Kopfzerbrechen. Die an US-Börsen gelisteten Unternehmen müssen beispielsweise in Zukunft gewährleisten, dass in ihrem Aufsichtsrat auch unabhängige und fachkundige Rechnungsprüfer sitzen. Dies käme allerdings mit dem deutschen Mitbestimmungsrecht in Konflikt, das keine wirklich unabhängigen Mitglieder im Aufsichtsrat vorsieht. Das Gremium großer Unternehmen muss nach deutschem Recht vielmehr paritätisch mit Vertretern der Arbeitnehmer und der Anteilseigner besetzt werden.
19 deutsche Unternehmen, die in New York gelistet sind, haben den Ernst der Lage bereits erkannt. Ihre Rechtsexperten gründeten am Donnerstag im Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) einen Arbeitskreis, um über das weitere Vorgehen zu beraten. Hier drängt bereits die Zeit, denn bis zum 14. August müssen die Unternehmenschef einen so genannten Bilanzeid leisten: Sie müssen mit Unterschrift für die Richtigkeit ihrer Bilanzzahlen einstehen und bei massiven Fehlern persönlich haften. BDI-Rechtsexperte Jan Wulfetange, der bei dem Treffen dabei war, berichtet von einer angespannten Stimmung: "Die Amerikaner versuchen hier eine Gesetzeslage zu kreieren, die mit deutschem Gesellschaftsrecht nicht vereinbar ist. Das wird mit Sorge gesehen." Laut Wulfetange haben die Unternehmensvertreter noch keine konkreten Schritte vereinbart, Entscheidungen könnten aber schon Anfang nächster Woche gefällt werden.
Bisher sind ausländische Unternehmen noch von der Liste der 947 zum Eid verpflichteten Konzerne ausgenommen. Dies wird sich nach Ansicht von Wulfetange allerdings ändern: "Die SEC wird darauf drängen, dass sich alle an US-Börsen gelisteten Unternehmen an die gleichen Vorgaben halten müssen."
quelle (http://www.spiegel.de/)
hoellenfuerst
11.08.2002, 19:06
finance online-Nachricht
Sonntag, 11.08.2002, 10:15
Der alte und neue Hoffnungsträger für die Weltbörsen heißt Alan Greenspan. Wieder
einmal setzen Anleger auf den US-Notenbankchef, der mit einer weiteren Zinssenkung
die US-Wirtschaft ankurbeln soll. Die US- Börsen reagierten unter der Woche mit
einem Kursfeuerwerk.
Alan Greenspan darf sich auf seinen nächsten Besuch in Großbritannien freuen,
obwohl den 76-Jährigen bei der Visite im Königreich der Schlag treffen wird.
Queen Elizabeth II. wird Greenspan zum Ritter schlagen. Der Amerikaner darf
sich dann mit dem Kürzel "KBE" (Knight Commander of the Order of the British
Empire) schmücken. Begründung der Queen: Greenspans besonderer Beitrag zur "Stabilität
der Weltwirtschaft". Der Stabilitäts-Ritter hat mächtig zu kämpfen. Sein derzeitiger
Auftrag nicht nur im Namen ihrer Majestät: Der Notenbankchef soll mit aller
Macht verhindern, dass die US-Konjunktur erneut abstürzt und die Weltwirtschaft
mit abwärts zieht. Greenspans Feind heißt "Double Dip". Was nach einer Soße
für Pommes klingt, ist in Wirklichkeit ein Horrorszenario für Anleger und Wirtschaftspolitiker.
Die Befürchtung: Die US-Wirtschaft startet nicht in einen Konjunkturfrühling,
sondern taucht nach einer kurzen Aufschwungphase Anfang 2002 zum zweiten Mal
innerhalb kurzer Zeit in eine Rezession. Ursache: Vor allem die US-Börsen schwächen
dieses Mal die Konjunktur. Vertrauenskrise und Kursverfall beeinträchtigen Konsum-
und Investitionsverhalten der Amerikaner. "Der Aktienmarkt könnte möglicherweise
nun doch noch die Konjunktur nach unten ziehen wie etwa bei der Depression in
den 30er-Jahren", erklärt Martin Gilles, Analyst bei der WestLB Panmure.
Bisher rechnen nur wenige Experten wie Robert J. Shiller (siehe Interview) mit
dem Abgleiten unter das Nullwachstum. Es mehren sich aber die Anzeichen, dass
frühere Prognosen zu rosig ausgefallen sind. Die US-Wirtschaft wuchs zwar im
zweiten Quartal um knapp ein Prozent (siehe Grafik), Volkswirte hatten aber ein Plus von 2,3 Prozent angepeilt. Auch das Vertrauen der Verbraucher ist angesichts
der lang andauernden Börsenbaisse und der gestiegenen Arbeitslosigkeit stärker
angeknackst als vermutet.Die Börsen reagierten auf die schlechten Nachrichten
wie gewohnt. Mit einem Hilferuf nach Alan Greenspan. Mit einer weiteren Zinssenkung
soll der Ritter in spe die Investitionskosten für Unternehmen sowie die Verbraucherkredite
weiter verbilligen und die US-Wirtschaft ankurbeln. Auch die US-Investmenthäuser Lehman Brothers und Goldman Sachs stimmten in den Chor der Hoffnungsvollen mit
ein. Beide Institute sehen einen Spielraum für Zinssenkungen bis zum Jahresende
von derzeit 1,75 auf ein Prozent.
Diese Heilserwartung trieb die Kurse in der vergangenen Woche kräftig an. Der
Dow Jones verbuchte zwischen Dienstag und Donnerstag ein Plus von 8,3 Prozent,
der S&P 500 stieg um 8,5 Prozent. Eine Drei-Tages-Kursrally, wie es sie in den
USA seit 15 Jahren nicht mehr gegeben hat. Denn schon bei der nächsten Fed-Sitzung
am kommenden Dienstag, so die Hoffnung vieler Investoren, könnte Greenspan zum entscheidenden Zinsschlag ausholen.Realistischer ist aber, dass Greenspan den
Griff zum Zins-Schwert nur andeutet. Soll heißen: Der Fed-Chef könnte mit einer
vorsichtigen Neueinschätzung der wirtschaftlichen Risiken den Markt auf eine
oder mehrere Zinssenkungen im Herbst vorbereiten. Viele Experten halten ein
Abwarten für die richtige Taktik.
"In den USA gibt es derzeit Produktionsüberkapazitäten. Eine Zinssenkung hilft
im Augenblick nicht weiter, um die Investitionstätigkeit anzuregen", erklärt
Steffen Wauer, US-Aktienmarktspezialist bei der Deutschen Bank. Eine voreilige
Senkung des Geldpreises hätte zudem einen schwerwiegenden Nachteil. Greenspan würde seine letzte Waffe aus der Hand geben, um auf eine plötzlich eintretende
Krisensituation in den kommenden Monaten zu reagieren. Schon heute ist die Geldbeschaffung
in den USA so billig wie seit 40 Jahren nicht mehr. Mit einem weiteren Dreh
an der Zinsschraube würde sich die Fed dem abschreckenden Beispiel der japanischen
Notenbank nähern, die wegen ihrer Null-Zins-Politik seit Jahren nicht mehr agieren
kann.
Mit der Andeutung einer Zinssenkung bliebe die Phantasie der Anleger dagegen
erhalten, was die Kurse stützt. Psychologische Hilfe für stabilere Kurse kommt
auch von anderer Seite. Am Mittwoch beginnt die von Investoren geforderte Beeidigung
der Bilanzen durch die Vorstände. Dies soll nach den Bilanzskandalen, die die
Aktienkurse in breiter Front einbrechen ließen, das Vertrauen der Anleger in
die Aktienmärkte wieder stärken. Weiterer Hoffnungsschimmer: Allein im Juli
kündigten US-Firmen wie Merck, Pfizer und Citigroup an, Aktien im Wert von 43
Milliarden Dollar zurückzukaufen. Aktienrückkäufe erhöhen den Gewinn pro Aktie,
also die Rendite der Anleger. Das ist gut für den Kurs. Nur im September 2001
war die Summe der angekündigten Rückkäufe höher.
Und auch die Krise in Brasilien ist dank einer milliardenschweren Finanzspritze
des Internationalen Währungsfonds vorerst abgewendet. Finanzwerte wie Citigroup
oder JP Morgan gehörten daher zu den begehrtesten Titeln der vergangenen Woche,
da sie von brasilianischen Kreditausfällen stark betroffen gewesen wären. Was
gut ist für US-Banker, ist auch gut für die Deutsche Bank, die in Lateinamerika
mit rund drei Milliarden Dollar engagiert ist. Für die Deutschbanker spricht
zudem, dass das Frankfurter Finanzinstitut profitabler als die angeschlagene
nationale Konkurrenz arbeitet. Auch von möglichen Zinssenkungen könnten die
Finanzwerte profitieren. Denn Banken geben die Zinssenkung nicht sofort an die
Kunden weiter, die Gewinnmarge wächst. Trotz aller guten Nachrichten ist das
derzeitige Umfeld nur etwas für Anleger mit guten Nerven. Starke Kursschwankungen,
ein möglicher militärischer Schlag der USA gegen den Irak sowie die konjunkturellen
Probleme können die Stimmung noch einmal kippen lassen. Deshalb sind defensive
Titel interessant. Wie Procter & Gamble (P&G) und Philip Morris. Vorteil des Konsumgütergiganten P&G: Mit seinen Produkten und seinen weltweiten Aktivitäten
ist der Konzern weitgehend resistent gegen wirtschaftliche Probleme in den USA.
Auch Philip Morris dürfte als Zigarettenhersteller von einem neuerlichen Konjunktureinbruch
weniger betroffen sein. "Beide Werte sind als Depotbeimischung für konservative
Anleger langfristig interessant", sagt Wauer von der Deutschen Bank. Selbst
dann, wenn Ritter Greenspan sein Zins-Schwert erst einmal stecken lässt.
von Peter Gewalt / Euro am Sonntag
info@finance-online.de
was soll er retten? :eek:
Gordon Shamway
11.08.2002, 20:54
Edelmetallmarkt: Gold steigt wieder klar über 310 Dollar
Von Wolfgang Wrzesniok-Roßbach
Impulse für den Goldmarkt kamen in der vergangenen Woche aus nahezu allen Richtungen. Unter dem Einfluss schlechter als erwartet ausgefallener Wirtschaftsdaten eröffneten die US-Aktienmärkte zum Wochenbeginn schwächer, was sich sehr schnell als Unterstützung für das Edelmetall erwies.
In das Blickfeld der Händler geriet dabei auch eine mögliche US-Zinssenkung. Die Terminpreise für Gold würden bei fallenden Zinsen sinken und Terminverkäufe für Produzenten somit unrentabler machen. Die Reduzierung solcher Geschäfte und Rückkäufe der Minen hatten schon in den vergangenen Monaten zur Erholung des Goldpreises beigetragen. Auch vergangene Woche waren wieder Rückkäufe vor allem von australischen Produzenten zu beobachten. Für das dritte Quartal ist mit einer weiteren Verminderung dieser Absicherungspositionen zu rechnen.
Sorgen über die weitere Konjunkturentwicklung in den USA trieben am Mittwoch schließlich die US-Fonds zurück in das Edelmetall. Nach dem Ausverkauf der letzten beiden Wochen sorgten umfangreiche Käufe von dieser Seite für einen Tagesanstieg um fast 8 $. Insgesamt legte das Metall auf fast 315 $/Feinunze zu - ein Niveau, das bis zum Börsenschluss in New York am Freitag erfolgreich gehalten wurde.
Für die nächste Woche erwarten Analysten, dass Gold, möglicherweise erst nach einer Phase von Gewinnmitnahmen, seine positive Entwicklung fortsetzen und dabei die Marke von 315 $ überschreiten kann.
Silber erhielt in den vergangenen Tagen Unterstützung durch die Hausse beim Gold. Sein Wochenhoch erreichte das Edelmetall am Mittwoch mit 4,69 $/Unze. Einer weiteren positiven Entwicklung steht jedoch die Erwartung einer schwachen Industrienachfrage und die ungewisse Situation im größten Abnehmerland Indien entgegen.
Nur geringen Einfluss hat der Plan der US-Münze, erstmals am Markt mehrere Millionen Unzen Silber für neue "Silber Eagle"-Münzen zu kaufen. Die Käufe, die Anfang 2003 beginnen sollen, sind gemessen am Gesamtmarkt gering. In der Vergangenheit wurde das Silber für die Herstellung des Eagle aus den strategischen Vorräten entnommen.
Eine positive Woche liegt hinter Platin. Das Edelmetall beendete jeden Handelstag positiv und befindet sich in einem kurzfristigen, aber deutlichen Aufwärtstrend. Sein Wochenhoch erreichte es mit 550 $/Unze am Freitag. Hier könnten diese Woche spekulative Verkäufe den Kurs drücken. Angesichts der konjunkturellen Unsicherheit fehlt momentan noch die Nachfrage der Endkonsumenten. Palladium tendierte seitwärts zwischen 315 und 320 $/Unze.
Wolfgang Wrzesniok-Roßbach ist Leiter Edelmetall- und Rohstoffhandel bei Dresdner Kleinwort Wasserstein.
© 2002 Financial Times Deutschland
Gordon Shamway
12.08.2002, 15:28
http://www.zeit.de/bilder/2002/33/defizite_540.gif
Gordon Shamway
12.08.2002, 16:37
Umfrage - Volkswirte rechnen nicht mit neuer Rezession in USA
Washington, 12. Aug (Reuters) - Die US-Wirtschaft wird aller Voraussicht nach nicht in eine erneute Rezession abrutschen und bedarf auch keiner neuen Zinssenkung, um den Wirtschaftsaufschwung zu stützen. Die meisten der von dem Forschungsinstut National Association for Business Economics (NABE) befragten 193 Volkswirte sähen die Wahrscheinlichkeit einer erneuten Rezession in den USA unter 50 Prozent, wie am Montag verbreitete Umfrage des NABE ergab. Einer März-Umfrage zufolge sahen rund drei Viertel der Befragten die Wahrscheinlichkeit einer neuen Rezession in den USA bei unter elf Prozent. Der neuen Umfrage zufolge schätzen 77 Prozent der Befragten die momentane Haltung der US-Notenbank (Fed) als angemessen ein. Die Fed wird am Dienstag ihre nächste Zinsentscheidung treffen. Laut NABE erwarten 50 Prozent der Volkswirte in den nächsten sechs Monaten keine Zinsänderung. 31 Prozent rechnen mit einer Erhöhung , 18 Prozent mit einer Senkung. kes/ale
Quelle: REUTERS
Gordon Shamway
12.08.2002, 16:44
Regierung fährt bei Steueramnestie Zickzackkurs
Bundeskanzler Gerhard Schröder hat eigene Aussagen zur Einführung einer Amnestie für Steuerflüchtlinge relativiert. Der Wirtschaftsexperte im CDU/CSU-Führungsteam, Lothar Späth, hat sich gegen eine übereilte Amnestie für Steuersünder zur Förderung des Ost-Arbeitsmarktes ausgesprochen.
"Wir werden sehr genau über die Bedingungen reden müssen, die gelten, damit es zum Verzicht auf Strafe, aber keineswegs zum Verzicht auf Gegenleistung kommen kann", sagte Schröder am Montag in Berlin. Regierungssprecher Uwe-Karsten Heye hatte zuvor gesagt, es gehe dem Kanzler nicht um eine Amnestie, sondern darum, das im Ausland angelegte Kapital wieder nach Deutschland zu holen. Am Wochenende hatte Schröder noch gesagt, er lasse über eine Amnestie mit sich reden.
Schröder sagte, besser sei es, wenn Geld in Leipzig arbeiten könne als wenn es in Liechtenstein auf Konten rumliege: "Das ist das Prinzip, um das es geht." Jedoch dürfe der ehrliche Steuerzahler nicht der Dumme sein. "Ich glaube, dass man es denjenigen, die treu und brav ihre Steuern bezahlt haben, nicht zumuten kann, dass Rückführung geschieht, ohne dass Buße für Rechtsverletzungen geleistet wird." Die Regierung werde über die Vergehen keinen Teppich ausbreiten und sagen, es sei alles in Ordnung. Es gehe darum, Formen zu finden, wie man dem Gerechtigkeitsgedanken Rechnung tragen und gleichzeitig das Geld zurück führen könne.
Regierungssprecher Heye sagte, im Bundeskanzleramt und im Finanzministerium werde derzeit über Lösungen des Problems nachgedacht. Es gehe darum, nicht von vorneherein zu sagen, es gehe nicht. Einen Bonus für Steuersünder werde es aber nicht geben. Er wich der Frage aus, ob es um Möglichkeiten im Rahmen der bestehenden Regelungen gehe oder um neue Regelungen. Nach seinen Worten soll das Ergebnis der Prüfung schon in der Sitzung des Regierungskabinetts in der kommenden Woche beraten werden.
Späth plädiert für eine langfristige Lösung
Eine Amnestie müsse in Ruhe vorbereitet werden und gehöre in den Gesamtzusammenhang einer Steuerreform, sagte Späth am Montag in Berlin. "Bis die Fragen geklärt sind, ist das Jahr 2004 keine falsche Zahl." Zugleich räumte Späth ein: "Das wird ein Thema sein, über das wir alle nachdenken müssen."
Nach geltendem Recht können Steuersünder einer Strafverfolgung entgehen, wenn sie sich selbst anzeigen. Jedoch müssen sie die hinterzogenen Steuern plus Zinsen nachzahlen. Zudem ist nach der Selbstanzeige für das Finanzamt klar, dass es mit einem potenziellen Steuersünder zu tun hat. Die Höhe des im Ausland angelegten Schwarzgeldes ist unklar. Schätzungen reichen von 100 Mrd. bis hin zu einer Billion Euro. Die Steuerflüchtlinge versuchen mit einer Anlage im Ausland zumeist, den hohen deutschen Steuersätzen auf Kapitalerträge zu entkommen. Für Zinserträge gilt in Deutschland der individuelle Einkommenssteuersatz. Das sind bis zu 48,5 Prozent.
Eine Amnestie für Steuerflüchtlinge ist Teil der Vorschläge der Hartz-Kommission zur Reform des Arbeitsmarktes. Das derzeit im Ausland angelegte Schwarzgeld soll nach Deutschland zurück geholt werden und in den so genannten Job-Floater der Kreditanstalt für Wiederaufbau investiert werden. Mit diesem Geld will die Kommission die Einstellung von Arbeitslosen in strukturschwachen Regionen ermöglichen. Vorbild für eine Steueramnestie sind zumeist Italien und Spanien. Die Regierungen hatten den Steuersünder angeboten, entweder einen drastisch reduzierten Steuersatz zu zahlen, oder das Schwarzgeld für mehrere Jahre in eine öffentliche Anleihe zu investieren.
© 2002 Financial Times Deutschland
hoellenfuerst
12.08.2002, 21:28
Aus der FTD vom 13.8.2002
www.ftd.de/hedge-funds
Von Michael Busack Die Index-Anbieter MSCI und Standard & Poor?s (S&P) planen die Entwicklung eigener Hedge-Fund-Indizes. Die Index-Reihe von MSCI wird mehr als 90 Indizes umfassen und damit die umfangreichste Datenbank des Marktes darstellen. MSCI sammelt die Daten von 750 Hedge Funds. 350 werden in den Indizes enthalten sein.
S&P möchte dem Problem begegnen, dass viele Hedge-Fund-Indizes auch geschlossene Fonds enthalten, in die nicht mehr investiert werden kann. Die Index-Reihe von S&P wird jeder Anleger nachbilden können. Die Hedge-Fund-Industrie stellt einen der am schnellsten wachsenden Bereiche der Finanzwelt dar. Die schwachen Aktienmärkte und die niedrigen Zinsen lassen solche Investments für institutionelle Anleger immer attraktiver werden. Hedge Funds können Erträge unabhängig vom Aktienmarkt erzielen und so zur Portfolio-Optimierung beitragen.
Transparenz des Marktsegments soll erhöht werden
Hedge-Fund-Indizes sollen Investoren bei der Beobachtung und Analyse der Risiko und Ertragsmöglichkeiten helfen und mehr Transparenz in das Marktsegment bringen. Zwischen einzelnen Index-Anbietern existieren jedoch große Unterschiede hinsichtlich der Qualität und des Umfangs der zur Verfügung gestellten Daten, den definierten Hedge- Fund-Strategien und den Anforderungen für eine Aufnahme eines Hedge Funds in eine Datenbank.
Vielfach gibt es daher Kritik an den verwendeten Indizes. Verzerrungen in den Ertragszahlen wird in der Regel nur wenig Beachtung geschenkt. Schlechte Hedge Funds scheiden aus dem Index aus, da ein Investment nicht mehr lohnenswert erscheint. Dies kann zu einer Unterschätzung des Risikos oder einer Überschätzung der Erträge führen. In Deutschland wurden vor allem aus der Not, nicht direkt in Hedge Funds anlegen zu können, bereits investierbare Hedge-Fund-Indizes erstellt. Diese decken aber nur einen kleinen Teil des Hedge-Fund-Spektrums ab und sind hauptsächlich für Index-Zertifikate und andere Hedge-Fund-Produkte konzipiert worden.
Michael Busackist Herausgeber des auf alternative Investments spezialisierten "Absolut Report" in Hamburg.
? 2002 Financial Times Deutschland
Gordon Shamway
12.08.2002, 21:41
Sorgen um baldigen US-Angriff gegen Irak treiben Ölpreis höher
London, 12. Aug (Reuters) - Sorgen um einen baldigen Militärangriff der USA gegen Irak haben den Ölpreis am Montag kräftig nach oben getrieben. Es mehrten sich die Zeichen für militärische Vorbereitungen der USA in der Region, sagten Händler. Ein Barrel (knapp 159 Liter) der führenden Nordsee-Ölsorte Brent zur Lieferung im September stieg in London um 70 US-Cent auf 26,04 Dollar. Zuvor war war der Preis noch bis auf 25 Dollar gesunken. Die US-Marine will Frachtmaklern zufolge ein großes Schiff chartern, um Hubschrauber und Munition von den USA zum Roten Meer zu transportieren. Bei dem angefragten Transport handele es sich um einen großen Auftrag, sagte ein mit der Auftragsvergabe vertrauter Frachtmakler. Auf einer Fläche von rund 4460 Quadratmetern sollten Hubschrauber, Munition und Fahrzeuge in den Nahen Osten befördert werden. Bereits in der vergangenen Woche war ein Auftrag für den Transport militärischer Güter von Europa zum Golf erteilt worden, was Spekulationen Nahrung gab, die USA brächten Material für einen eventuellen Angriff auf den Irak in Stellung. Die neuen Nachrichten ließen die Sorge um einen Angriff der USA auf den Irak wachsen, nachdem US-Präsident George W. Bush am Samstag den Ölstaat am Golf als "Feind bis zum Beweis des Gegenteils" bezeichnet hatte. Es gebe aber keinen Zeitplan, wann über mögliche Militäreinsätze gegen den Irak entschieden werde, hatte Bush hinzugefügt. Den höheren Ölpreis führten Händler auch auf neuerliche Meinungsverschiedenheiten zwischen Irak und der UNO zurück. Der irakische Informationsminister Mohammed Saeed el Sahaf bezeichnete die Arbeit der UNO-Waffeninspekteure als vor vier Jahren beendet, nachdem diese das Land verlassen hatten. Er sagte dem arabischen Fernsehsender El Dschasira, die Einladung des Irak zu einem gleichberechtigten Dialog mit den Vereinten Nationen (UNO) enthalte keine neuen Waffeninspektionen. Händlern zufolge ist dies aber noch kein klares Signal dafür, dass der Irak endgültig die Forderungen der UNO und der USA zurückgewiesen hat. Diese drängen darauf, erneut Waffeninspekteure in den Irak schicken zu können, um dort nach Massenvernichtungswaffen zu suchen. lex/phi
Quelle: REUTERS
Gordon Shamway
12.08.2002, 22:31
Brasiliens Zentralbank plant neue Kredite
Von Raymond Colitt, São Paulo
Brasiliens Zentralbankchef Arminio Fraga hat am Montag versucht, die Zweifel bei den Investoren an dem Erfolg des 30-Mrd.-$-Hilfspaketes des Internationalen Währungsfonds (IWF) zu zerstreuen. Er unterstrich noch einmal die politische Unterstützung für das Paket und signalisierte, dass die Bank bereit sei, die Liquidität auf dem Devisenmarkt durch Bargeldspritzen sowie Unternehmenskredite zu erhöhen.
"Wir studieren gerade Wege, wie man gewerbliche Kreditlinien, geknüpft an gewisse Bedingungen, über das Bankensystem anbieten kann", sagte Fraga am Montag dem Fernsehsender Globo TV. Die Zentralbank würde diese Kredite sehr kurzfristig vergeben, teilte die Bank später Investoren in einer Telefonkonferenz mit. Zusätzlich würden Finanzhilfen der Interamerikanischen Entwicklungsbank und der Weltbank genutzt, um Exporte über die staatliche Entwicklungsbank (BNDES) zu finanzieren.
An den Finanzmärkten werden die Details für die neuen Staatskredite genau beobachtet werden. Analysten gehen davon aus, dass ausländische Banken ihre Kredite an Brasilien vor den Wahlen am 6. Oktober nicht ausweiten werden. Die Nachfrage brasilianischer Unternehmen nach US-Dollar hatte den Fall der Landeswährung Real mit verursacht. Die Nachfrage ist groß, da die Unternehmen ihre in Dollar geführten Schulden tilgen müssen. Auf Grund der Finanzkrise erhalten brasilianische Unternehmen aber derzeit kaum ausländische Kredite - das Risiko gilt als zu hoch. Bis zum frühen Abend stieg die einheimische Währung um fast drei Prozent. Für einen Dollar gab es 3,11 Real.
Volkswirte begrüßen Regierungsinitiative
Mehrere Volkswirte begrüßten den Vorschlag der Zentralbank. "Das ist sehr intelligent, denn es reduziert den Druck auf den Real und verhindert die Verzögerung bei den Exporterlösen", sagte Carlos Langoni, Volkswirt bei der Getulio Vargas Stiftung, einer Denkfabrik in Rio de Janeiro. Das Missbrauchsrisiko durch Spekulanten sei bei Unternehmenskrediten auch geringer als bei direkten Geldzuflüssen in den Devisenmarkt, fügte er hinzu. Noch vor etwas mehr als zwei Wochen hatte US-Finanzminister Paul O'Neill gefordert, dass Brasilien, Uruguay und Argentinien Maßnahmen ergreifen müssten, damit internationale Hilfen nicht auf Schweizer Bankkonten landen würden.
Eine Ausweitung der gewerblichen Exportkredite berge wenig Risiko, sagte Luiz Carlos Mendonça de Barros, Ex-BNDES-Chef. "Im Gegenzug für die Kredite würde die Regierung Bürgschaften auf Forderungen der Unternehmen bekommen. Die meisten Exporteure haben eine gesunde Gewinnmarge und behaupten sich gut im internationalen Wettbewerb", sagte Mendonça de Barros. Zudem wird die Zentralbank ihre direkten Intervention auf dem Devisenmarkt wieder aufnehmen, sagte Fraga. Vergangene Woche hatte die Bank den täglichen Verkauf von 50 Mio. $ eingestellt. "Wir erleben noch immer eine sehr hohe Marktvolatilität."
Dollar-Nachfrage bleibt Problem
Volkswirte glauben aber nicht, dass die Zentralbank besondere Anstrengungen unternehmen wird, um die Währung zu stärken. Ein starker Dollar verhindert die Kapitalflucht und fördert die Exporte. "Die Zentralbank wird handeln, aber wir sollten von ihr nicht erwarten, dass sie das Überschießen des Dollars korrigiert, denn das hilft Brasilien seine Auslandskonten in der Balance zu halten", sagte Alexandre Bassoli, Chefvolkswirt bei der Investmentbank HSBC in São Paulo. Fraga versuchte am Montag die Sorgen des Marktes über die lauwarme Unterstützung des IWF-Paketes durch die oppositionellen Präsidentschaftskandidaten zu mildern. "Die Kandidaten befinden sich im Wahlkampf, daher sind ihre Bemerkungen nicht immer so klar. Wenn das IWF-Paket besser verstanden wird, kehrt auch das Vertrauen zurück."
© 2002 Financial Times Deutschland
battle-gardner
12.08.2002, 22:57
Datum: 12.08. 22:26 US-Wirtschaft: Konsumsektor wird stark bleiben!
Ein hochrangiger Volkswirt der US-Notenbank Fed stellte heute klar, dass das Vermögen der US-Haushalte weit weniger stark mit den Konsumausgaben korrelieren würde als bisher angenommen.
Viele Experten befürchten, dass aufgrund der sich zunehmenden Verschuldung der amerikanischen Haushalte die Verbraucher ihren Konsum zurückfahren müssten, was ein herber Schlag für die Wirtschaft sei, die sich zu 2/3 aus dem Konsum- und zu 1/3 aus dem Geschäftssektor zusammensetzt. Sollte der Privatsektor einbrechen, darin sind sich alle einig, dann würde die USA in eine weitere Rezession schlittern.
Nun wies Francois Velde aber darauf hin, dass die Verschuldung mit den Ausgaben fast nichts zu tun habe. Auch in den Boomjahren der späten 90er Jahre habe man gesehen, dass der Konsum nicht verstärkt wurde, obwohl das Vermögen der Amerikaner durch die florierenden Börsen sprunghaft angestiegen ist. Umgekehrt wird der Konsum nicht eingeschränkt, nur weil die Aktienkurse purzeln und das Vermögen zusammenschmilzt.
„Die Schwäche geht weiterhin vom Geschäftssektor aus. Der Konsumbereich bleibt stark“, meinte Velde. Damit nahm er den strengen Befürwortern von weiteren drastischen Zinssenkungen etwas Wind aus den Segeln. Diese fordern, dass die Fed in Anbetracht des vermeintlich bedrohten Konsumsektors die Zinsen auch unter das aktuelle 40 Jahrestief senken müsste.
„Ich sehe sogar eine positive Seite, wenn die Schuldenlast der Haushalte so hoch ist: Dies bedeutet nämlich, dass die Leute ihre Ausgaben besser planen müssen und das wiederum bringt Kontinuität in die Wirtschaft“, so Velde.
© Godmode-Trader.de
Unvorstellbar, dass ein hochrangiger Volkswirt der US-Notenbank Fed diesen Schwachsinn erzählt haben soll. So einen bullshit ließe man keinem VwL-Studenten im 1. Semester durchgehen. :rolleyes:
Gruß b-g
Gordon Shamway
13.08.2002, 16:21
US/Einzelhandelsumsatz Juli +1,2 (PROG: +1,3) Prozent gg Vm
Washington (vwd) - Der Konsum in den USA ist auch im Juli sehr robust geblieben. Die Einzelhandelsumsätze zogen im Juli im Vergleich zum Vormonat um 1,2 Prozent auf saisonbereinigt 304,279 Mrd USD an. Damit bleibt die Konsumfreude der Verbraucher die zentrale Stütze der US-Konjunktur. Von vwd befragte Volkswirte hatten im Durchschnitt mit einem Anstieg um 1,3 Prozent gerechnet. Allerdings ist die starke Zunahme wie bereits im Vormonat vor allem auf hohe Automobilabsätze zurückzuführen, die weiterhin durch die anhaltende Finanzierung durch zinslose Kredite beflügelt wurden.
Die Umsätze ohne Kfz erhöhten sich nach Angaben des US-Handelsministeriums vom Dienstag um 0,2 Prozent. Hier war ein Zuwachs um 0,3 Prozent erwartet worden. Volkswirte gehen davon aus, dass sich bereits dämpfende Effekte der Baisse an den Aktienmärkten niederschlagen. Für den Juni gab das Ministerium einen Anstieg von revidiert 1,4 (vorläufig: plus 1,1) Prozent für die Gesamtrate an. Die Veränderung ex Kfz wurde auf plus 0,5 (vorläufig: plus 0,4) Prozent revidiert.
(mehr/vwd/DJ/cv)
Gordon Shamway
13.08.2002, 18:04
Analysten erwarten große Probleme bei US-Hypothekenbanken
Frankfurt (vwd) - Die beiden Giganten unter den US-Hypothekenbanken, Fannie Mae und Freddie Mac, liefern nach Angaben von Analysten derzeit beängstigende Signale. Die Aktien dieser beiden zentralen Institutionen für die notwendige Kreditbereitstellung zum Wachstum der US-Immobilienblase scheinen zu wackeln. Darin sehen Experten einen Frühindikator für die bevorstehenden Probleme an den Hypothekenmärkten. Sollte es hier wirklich zu einem Immobiliencrash kommen, dürfte der private Konsum in den USA zusammenbrechen. Das würde unweigerlich den zweiten Teil der Rezession auslösen werden, sagt Claus Vogt, Analyst bei der Berliner Effektenbank.
Trotz der schwachen Wirtschaftsverfassung in den USA hat sich das Ausgabeverhalten bislang noch recht gut gehalten. Hintergrund dieser Entwicklung sei die teilweise Umschichtung von Aktien in Immobilien, die Senkung der Hypothekenzinsen in Folge der aggressiven Zinssenkungen der US-Notenbank Fed sowie die Lockerung der Kreditbedinungen der Banken bei Hypothekenkrediten, sagt ein anderer Analyst. Viele Konsumenten hätten daher Konsumentenkredite in - entsprechend der steigenden Immobilienbewertung höhere - Hypothekenkredite umgewandelt.
So bekamen auch hochverschuldete Haushalte wieder neues Geld. Der Grund für diese Umwandlung durch die Banken ist einfach: die Hypothekenkredite sind im Gegensatz zu den Konsumdarlehen gesichert. Fannie Mae und Freddie Mac haben diese Kredite garantiert. Brechen jetzt allerdings die Immobilienpreise zusammen, fallen die Sicherheiten für Fannie und Freddie in sich zusammen.
Bislang scheint an den Märkten die Ansicht noch weit verbreitet zu sein, dass Fannie Mae und Freddie Mac auf explizite staatliche Garantien zurückgreifen können. Dies ist aber nicht der Fall. Bereits der Präsident der Federal Reserve Bank von St. Louis, William Poole, hat Anfang August betont, dass es keine gesetzliche Grundlage für eine Staatsgarantie gibt.
Ein Zusammenbruch dieser Instititionen könnte dann allerdings weltweit für eine Krise sorgen. Fannie Mae und Freddie Mac kaufen Hypotheken, bündeln diese und begeben dann durch Immobilien gesicherte Anleihen an den Kapitalmärkten. Das Interesse an diesen so genannten Mortage Backed Securities erfreut sich nach Angaben von Analysten auch im Ausland immer größerer Beliebtheit. Ein Zusammenbrechen diesen Anlagen würden an den Kapitalmärkten für große Probleme Sorgen.
Doch wie steht es nun um Fannie Mae und Freddie Mac? Beide Aktien sind nach Angaben von Claus Vogt in den vergangenen Wochen mit überzeugender Dynamik nach unten ausgebrochen. "Damit sprechen die Charts der beiden Titel eine klare Sprache: der Abwärtstrend hat begonnen." Darin sieht der Analyst einen Frühindikator für bevorstehende Probleme an den Hypothekenmärkten. US-Analysten zufolge vereinigen die beiden Institute 45 Prozent der Risiken des auf 6,2 Bill USD geschätzten Marktes für Immobilienkredite auf sich.
Heino Ruland, Analyst bei der Steubing AG, weist noch auf einen weiteren Frühindikator hin: Sobald die Neubaubeginne in den USA in eine rückläufige Tendenz einschwenkten, sei Vorsicht angebracht. Erfahrungsgemäß folge daraufhin mit einer Verzögerung von mindestens sieben bis acht Monaten auch ein Einbruch bei den Immobilienpreisen. +++ Simon Steiner
vwd/13.8.2002/sst/ml/ptr
Gordon Shamway
13.08.2002, 21:20
Fed lässt Leitzinsen unverändert - Warnt vor Konjunkturrisiken
Reuters, 13.08.02 20:14
Washington, 13. Aug (Reuters) - Die US-Notenbank (Fed) hat am Dienstag erwartungsgemäß die Leitzinsen unverändert auf dem niedrigsten Niveau seit gut 40 Jahren gelassen. Zugleich bezeichnete sie jedoch die Konjunkturschwäche als die derzeit größte Gefahr für die US-Wirtschaft und rückte damit von ihrer bisherigen neutralen geldpolitischen Haltung ab.
Der entscheidende Zielsatz für Tagesgeld betrage weiter 1,75 Prozent, teilte die Fed nach den Beratungen ihres geldpolitischen Ausschusses (FOMC) in Washington mit. Nahezu alle von Reuters befragte Experten hatten mit unveränderten Zinsen gerechnet. Die Fed erklärte, es bestehe die Gefahr einer wirtschaftlichen Abschwächung, was Analysten als Signal für eine mögliche Zinssenkung in den kommenden Monaten werteten.
An den Finanzmärkten war zuletzt spekuliert worden, die Fed könnte angesichts der weiter schwachen US-Konjunktur und der Talfahrt der Aktienbörsen möglicherweise noch einmal die Leitzinsen senken.
phi/ale
Gordon Shamway
14.08.2002, 17:16
US/Lagerbestände Juni +0,2 (PROG: +0,2) Prozent gg Vormonat
Das erneute Plus bei den Lagerbeständen im Juni war die zweite monatliche Zunahme in Folge. Besonders kräftig legten dabei die Lagerbestände im Einzelhandel zu, bei denen ein Wachstum von 0,5 Prozent zu verzeichnen gewesen war. Im Großhandel stiegen die Bestände um 0,3 Prozent, die Vorräte in der Industrie hingegen verringerten sich um 0,1 Prozent. Getragen wurde die Erhöhung der Lagerbestände im Einzelhandel der Behörde zufolge in erster Linie von der Kraftfahrzeugbranche, wo die Bevorratung mit Automobilen und -teilen um 0,9 Prozent wuchs.
Beobachter führen diese Entwicklung auf die fortgesetzten Nullzins-Finanzierungsprogramme vieler US-Automobilhersteller zurück. Unter Herausrechnung der Lagerbestände des Kraftfahrzeughandels hätten die Vorräte im gesamten Einzelhandel lediglich um 0,3 Prozent zugelegt.
vwd/DJ/14.8.2002/jej
hoellenfuerst
14.08.2002, 17:17
Das Wirtschaftswachstum in Deutschland dürfte sich nach
Ansicht des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) im dritten
Quartal nur verhalten beschleunigen. Beim privaten Konsum könnte es aber zu
einer Trendumkehr kommen, schreibt das DIW Berlin im am Mittwoch veröffentlichten Wochenbericht. Dafür sprächen die Einkommensimpulse, die von
den abgeschlossenen Tarifrunden ausgingen, und der "sehr gedämpfte Anstieg der
Verbraucherpreise".
Der Einfluss binnenwirtschaftlicher Kräfte dürfte dem DIW zufolge insgesamt
im dritten Quartal zunehmen, während die vom Ausland kommenden Impulse vor dem
Hintergrund einer vermutlich nachlassenden weltwirtschaftlichen
Nachfragebelebung eher an Bedeutung verlieren werden. Das DIW erwarte im dritten
Quartal ein Wachstum des realen Bruttoinlandsproduktes (BIP) um etwa 0,5
Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr entspräche dies einem Plus von gut 1 Prozent.
ZURÜCKHALTUNG DER KONSUMENTEN
Wie schon im Jahresanfangsquartal sei auch im zweiten Viertel 2002 die
gesamtwirtschaftliche Leistung in Deutschland "nur schwach aufwärts gerichtet",
hob das DIW hervor. Mit dem Anstieg des realen BIP um saisonbereinigt 0,2
Prozent sei das Vorjahrsniveau um 0,4 Prozent übertroffen worden.
Grund für die kraftlose Konjunktur sei die Zurückhaltung der Konsumenten.
Die privaten Haushalte hätten nochmals - nunmehr das vierte Quartal in Folge -
ihren realen Konsum eingeschränkt, stellten die Forscher fest. Zudem habe der
merkliche Rückgang der Bauinvestitionen das gesamtwirtschaftliche Ergebnis stark
belastet. Demgegenüber sei die Exportentwicklung weiter deutlich aufwärts
gerichtet gewesen, wenn auch weniger dynamisch als im ersten Quartal. Positiv
schlage auch zu Buche, dass sich der kräftige Rückgang der
Ausrüstungsinvestitionen seit dem Jahresende 2000 nicht fortsetzte./jh/js
14.08.2002 - 17:00
Quelle: dpa-AFX
Gordon Shamway
14.08.2002, 17:53
Der Klimawandel gefährdet das Wachstum der Weltwirtschaft
Gastbeitrag
Von Franz Alt
Die Chefmathematiker der Münchner Rückversicherung bringen es eindrucksvoller auf den Punkt als jedes Ökoinstitut: Wenn der Schadensverlauf witterungsbedingter Naturkatastrophen so anhält wie in den beiden letzten Jahrzehnten, dann werden in 60 Jahren - bei einem globalen Wirtschaftswachstum von jährlich drei Prozent - die klimabedingten Schäden höher sein, als das weltweite Bruttosozialprodukt. Wenn George W. Bush sagt: "Klimaschutz ist für die Wirtschaft der USA zu teuer", dann fragt Klaus Töpfer zurück: "Wie teuer wird es erst, wenn wir das Klima nicht schützen?"
Apokalyptisches Szenario
Der Klimawandel wird zum Negativ-Motor der Weltwirtschaft. Klaus Töpfer als Chef der UNO-Umweltbehörde wie auch das Internationale Rote Kreuz wiesen darauf hin, dass schon im Jahr 2000 erstmals mehr Menschen vor Flut- und Dürrekatastrophen geflohen sind als vor Kriegen. Die reichen Industriestaaten benehmen sich wie ökologische Aggressoren gegenüber den Armen im Süden.
Millionen von Daten aus dem Gletschereis, der Atmosphäre, den Korallenriffen der Ozeane oder den Jahresringen von alten Bäumen signalisieren ein apokalyptisches Szenario für das Klima unseres Planeten, wenn jetzt auf dem Johannesburg-Erdgipfel nicht endlich das Umsteuern gelingt, das vor zehn Jahren beim Erdgipfel in Rio von allen Regierungen beschlossen wurde:
Ein Temperaturanstieg von global 0,6 Grad Celsius seit 1861 führte zu einer starken Reduktion von Eis- und Schneemassen. Kaum ein Gletscher in Europa überlebt den für dieses Jahrhundert prognostizierten Temperaturanstieg von bis zu 5,8 Grad.
Die neunziger Jahre des 20. Jahrhunderts waren die heißeste Dekade seit Beginn der Datenaufzeichnung 1861. Es ist heute schon heißer als je zuvor in den letzten 16.000 Jahren.
Die Wüsten unseres Planeten dehnen sich täglich um 30.000 Hektar zusätzlich aus und täglich verlieren wir 86 Millionen Tonnen fruchtbaren Boden durch Erosion.
Täglich produzieren wir durch das Verbrennen von Kohle, Gas und Öl 100 Millionen Tonnen Treibhausgase. Wir verbrennen an einem Tag, was die Natur in 500.000 Tagen geschaffen hat. Täglich werden wir eine Viertel Million Menschen mehr.
Im Angesicht dieser Daten räumt auch die Bush-Regierung inzwischen ein, dass der Treibhauseffekt menschengemacht ist. Aber Washington wird auch auf dem Erdgipfel in Johannesburg das Kyoto-Protokoll, wo nur wenige Prozent Treibhausgas-Reduktion vorgesehen sind, nicht unterzeichnen. Im US-Klimaaktionsbericht 2002 wird allen Ernstes empfohlen, sich an den "Klimawandel zu gewöhnen".
Was können die Europäer tun? Die einzig erfolgreiche Strategie heißt: Energie sparen, Energie effizienter nutzen und Erneuerbare Energien verstärkt einsetzen.
Mindestens 20 Millionen Gebäude allein in Deutschland müssten energetisch saniert werden - das würde eine Halbierung des Heizenergieverbrauchs bedeuten und etwa 300.000 Arbeitsplätze in der geplagten Baubranche schaffen.
Jene Automobilwirtschaft wird weltweit boomen, die im großen Stil das Drei-, das Zwei- und das Einliterauto rasch zu bezahlbaren Preisen auf den Markt bringt. Das gleiche gilt für das Brennstoffzellen-Auto. VW-, BMW- und Daimler-Techniker sagen, dass sie mehr können als ihre Vorstände nach außen vermitteln.
Unbegrenzte Energie
Der Solararchitekt Rolf Disch verkauft in Freiburg die ersten Solarenergie-Plus-Häuser, die mehr Energie mit Hilfe der Sonne produzieren als in diesen Energie-Häusern verbraucht wird. Jeder Hausbesitzer wird ein Energieverkäufer. Ökonomie und Ökologie passen endlich zusammen. Denn diese Häuser sind nicht teurer als herkömmlich gebaute Häuser. Mit dem Solardach wird Geld verdient. Die Sonne schickt keine Rechnung.
Benzin- und Heizölpreise aber werden auch in den nächsten Jahrzehnten steigen - nicht nur wegen der Klimabelastung, sondern vor allem wegen der begrenzten Reichweite. Sonne, Wind, Erdwärme, Biogas, solarer Wasserstoff, Wasserkraft und Wellenenergie der Ozeane stehen uns praktisch unbegrenzt und für alle Zeit zur Verfügung. Allein die Sonne schickt uns täglich 15.000 mal mehr Energie wie zurzeit 6,2 Milliarden Menschen verbrauchen. Die Lösung des Energie- und Klimaproblems steht am Himmel.
Der Autor ist Leiter der Zukunftsredaktion im Südwestrundfunk
Welt (http://www.welt.de)
hoellenfuerst
14.08.2002, 20:37
finance online-Nachricht
Mittwoch, 14.08.2002, 13:45
Großbritannien: Arbeitslosequote im Juli unverändert
National Statistics gab heue die neusten Zahlen zur Arbeitslosenquote in Großbritannien
bekannt. Demnach ist die Zahl der Arbeitslosen in Großbritannien im Juli im
Vergleich zum Vormonat überraschend um 3.100 gesunken. Damit liegt die Arbeitslosenquote
wie im Vormonat bei 3,1 Prozent und zugleich auf dem niedrigsten Stand seit
Juli 1975.
Für die Entwicklung der durchschnittlichen Verdienste wies die Behörde für den
Zeitraum April bis Juni einen Anstieg um 3,9 Prozent aus, nach zuvor plus 3,8
Prozent. Analysten hatten im Vorfeld eine Zunahme um 4,0 Prozent erwartet.
Marktbeobachter gehen davon aus, dass der stabile Arbeitsmarkt weiterhin dazu
beitrage, das Verbrauchervertrauen zu stützen.
info@finance-online.de
Gordon Shamway
14.08.2002, 21:37
Versicherer sehen Unwetterschäden 2002 in Milliardenhöhe
(neu: Aussagen Swiss Re über volkswirtschaftliche Schäden) München/Dresden, 14. Aug (Reuters) - Nach den Überflutungen in Bayern und Sachsen könnte die Unwetter-Schäden in Deutschland in diesem Jahr nach ersten Schätzungen in die Milliarden gehen. Die Versicherer dürften davon stärker betroffen sein als gewöhnlich. Ivo Menzinger vom Schweizer Rückversicherer Swiss Re sagte Reuters, die Schäden für die Volkswirtschaften würden dabei deutlich über denen liegen, die die Versicherer abdeckten. Aussagen von Politikern und Berichten aus den Medien zufolge sehe es so aus, als ob der volkswirtschaftliche Schaden in Österreich bei drei Milliarden Euro, in Tschechien bei mehr als zwei Milliarden Euro und auch in Deutschland in Milliardenhöhe liege. Die Schäden, die nicht die Versicherungen zahlten, würden wohl über regionale oder nationale Hilfen beglichen. "Am Ende wird der Steuerzahler dafür aufkommen", sagte Menzinger. Die sächsische Staatsregierung schätzte die an der Elbe und deren Nebenflüssen angerichteten Schäden durch die Sommer-Flut am Mittwoch allein auf mindestens eine Milliarde Euro. Die Bahn werde die Überflutung des Hauptbahnhofs in Dresden und vieler Gleisanlagen in der Region allein rund eine halbe Milliarde Euro kosten. Die Versicherer kommen die Zerstörungen an Gebäuden und Hausrat voraussichtlich teurer zu stehen als bei Hochwassern im Westen, da die Hausbesitzer in Ostdeutschland besser versichert sind als im Westen. Ein Sprecher der Münchener Rück sagte, bereits jetzt seien die versicherten Unwetterschäden mit rund 500 Millionen Euro so hoch wie im gesamten letzten Jahr. "Und wir wissen nicht, was noch im Osten auf uns zukommt." In normalen Jahren liege die Bandbreite der Zahlungen, die die Versicherer bei Unwettern in Deutschland leisten, zwischen 300 und 500 Millionen Euro. "Da sind wir jetzt am oberen Ende", sagte der Sprecher des weltgrößten Rückversicherers. Einen Trend will die Münchener Rück daraus noch nicht ableiten, wenngleich sie seit Jahren vor weltweiten Klimaveränderungen und deren Folgen warnt. Eine Schadenbilanz wollen Versicherer und Rückversicherer nach Angaben der Münchener Rück nicht vor dem nächsten Frühjahr ziehen. Dann erst werde entschieden, ob Versicherungen gegen so genannte Elementarschaden in Zukunft teurer würden. Dagegen geht der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute schon jetzt von einer Neubewertung der Risiken und dem Ausschluss weiterer Gebiete aus dem Versicherungsschutz aus. MINISTER - STAAT KANN NICHT ALLES ZAHLEN In den alten Ländern müssen Gebäude- und Hausrat-Policen um einen Elementarschutz eigens erweitert werden. Daher seien dort nur etwa fünf Prozent der Häuser gegen Hochwasser und andere Naturkatastrophen versichert, sagte der Allianz-Sprecher. "Viele sahen die Notwendigkeit nicht." Vor allem im Norden treffen die Fluten viele Hausbesitzer und Mieter völlig unvorbereitet. Für regelmäßig vom Hochwasser heimgesuchte Gebiete, etwa an der Mosel, in Köln oder in Passau, geben die Versicherer längst keinen Schutz mehr. Je nach Gefahrenlage schwanken die Prämien sonst deutlich zwischen 30 Cents und zwei Euro je Quadratmeter. Bayerns Innenminister Günter Beckstein (CDU) appellierte an die Bürger, entsprechende Versicherungen abzuschließen. "Jeder muss wissen, dass der Staat nicht in der Lage ist, den vollen Schaden zu zahlen", sagte er. In Bayern dürften sich die Schäden der Flutkatastrophe aber in Grenzen halten. Umweltminister Schnappauf ging am Mittwoch davon aus, dass sie unter den rund 200 Millionen Euro liegen, die das Pfingsthochwasser von 1999 an der Donau und ihren Zuflüssen verursacht hatte. Nach Angaben des Verbandes der Versicherungskaufleute ist in Bayern nicht einmal jeder dreißigste Haushalt gegen Hochwasser versichert. NEUE BUNDESLÄNDER BESSER GEGEN HOCHWASSER VERSICHERT In Ostdeutschland schlagen Naturkatastrophen für Versicherer weitaus stärker zu Buche als im Westen. Die Privathaushalte dort seien durch eine Komplettversicherung, die die Elementarschäden einbezieht und von den Versicherern nur dort angeboten wird, in weit stärkerem Maße gegen Hochwasser abgesichert, sagte ein Sprecher des Branchenführers Allianz . Diese Haushaltsversicherung knüpfe an die Tradition der ehemaligen staatlichen Versicherung der DDR an. axh/rbo
Quelle: REUTERS
hoellenfuerst
15.08.2002, 07:47
ftd.de, Do, 15.8.2002, 2:00
Geldanlage: Finale Phase
Von Torsten Engelbrecht und Christoph Hus
Der Frust der Anleger ist riesig - haben sie bereits kapituliert? Manche Experten bejahen dies, doch spricht vieles dagegen.
Seit Wochen streiten die Strategen darüber, ob sie die Kapitulation der Märkte ausrufen können. Richard Davidson, Leiter der Europa-Strategie bei Morgan Stanley, wähnte die Aktienindizes dort schon Ende Juni - was verfrüht war. Doch glaubt er weiter an eine bevorstehende Kapitulation: "Die Volatilität ist so hoch wie zuletzt im September 2001 - ein klares Zeichen." Ins gleiche Horn stößt Ed Yardeni, Chefstratege von Prudential Financial: "Die Technischen Indikatoren zeigen: Die Stimmung ist so schlecht, wie sie oft vor Rallys war."
Die Thematik ist für die Experten von immenser Bedeutung, denn ihre Hoffnung endet nicht hier, vielmehr beginnt sie dort - auch wenn die Kapitulation kein Muss ist für einen Umschwung. "Eine Kapitulation ist erreicht, wenn der letzte Bulle unter den Anlegern sich geschlagen gibt und das Handtuch wirft", so James Montier, globaler Aktienstratege bei Dresdner Kleinwort. Folglich können die Kurse danach nur steigen. Doch so groß der Frust, so niedrig die Aktienkurse - die Investoren scheinen noch nicht kapituliert zu haben. Ein weiterer Verfall der Aktienkurse ist demnach nicht ausgeschlossen.
Die fünf Phasen des Platzens einer Spekulationsblase
James Montier unterscheidet fünf Phasen des Platzens einer Spekulationsblase: Umschichtung, Kreditaufnahme, Euphorie, kritische Phase / finanzielle Not und Kapitulation. "Noch befinden wir uns in Phase vier, in der Insider Gewinne mitnehmen, Liquidität gesucht ist und sich Betrugsfälle häufen", so Montier. In der fünften Phase wären die Akteuere dann derart von Panik befallen, dass sie praktisch die Teilnahme am Marktgeschehen verweigern. "Phase fünf dürften wir erreichen, wenn klar ist, dass die US-Konjunktur kippt und das Gewinnwachstum zurückgeht", so Montier. "Dann würden die Anleger endgültig akzeptieren, dass Aktien nicht das großartige Investment sind."
Auch hat der Glaube an die Aktienanlage nicht bahnbrechend gelitten. Immerhin haben noch 48 Prozent der weltweiten Fondsmanager Aktien in ihren Portfolios übergewichtet, während 49 Prozent der Manager Bonds untergewichten, so das Ergebnis der Fondsmanager-Umfrage von Merrill Lynch im Juli. Zudem sind die Zentralbanken bisher nicht aktiv geworden, um die fallenden Aktienkurse zu stützen. Zumindest die amerikanische Notenbank Fed wäre im Falle einer echten Kapitulation eingeschritten, meinen Beobachter.
´Tactical capitulation indicators´
Während die Diskussion über die Kapitulation beinahe einer Glaubensauseinandersetzung gleicht, messen die Strategen von Credit Suisse First Boston (CSFB) mittels ihrer sieben "tactical capitulation indicators" genau nach: Abweichung vom 200-Tage-Durchschnitt, Verhältnis von Bond- zu Gewinnrenditen, Stimmungsindikator, Zuflüsse in Wachstumsfonds, Handelsvolumen, Put-Call-Verhältnis und Risikoappetit (Risk Appetite Index). "Nicht alles deutet auf Kapitulation hin", so Paul Mielczarski, Stratege bei CSFB. "So lag das Put-Call-Verhältnis für den S&P 100 - gemessen am Fünf-Tage-Durchschnitt - am 5. August bei 1,09, was im Vergleich zu anderen Crash-Phasen nicht extrem hoch ist. Am 21. September 2001 etwa betrug es 3,3." Allerdings war Anfang Juli ein Put-Call-Verhältnis von 2,2 zu verzeichnen - was darauf hindeutet, dass in den vergangenen Wochen besonders intensiv verkauft wurde und die Kapitulation recht nahe ist.
Anzeichen dafür liefert auch der Global Risk Appetite Index (siehe Grafik). Errechnet wird dieser durch die Sharp Ratio von 70 Anlagen (die Sharp Ratio ist das Verhältnis von Überschussrendite zu Risiko, wobei die Überschussrendite diejenige ist, die über Rendite sicherer Geldanlage hinausgeht; und das Risiko wird ausgedrückt durch die Volatilität). Wenn die Risikobereitschaft der Anleger hoch ist, entwickeln sich etwa volatile Aktien aus Emerging Markets tendenziell besser als als risikolosere Papiere. In den vergangenen Monaten stürzte der Index steil ab: von plus 3,24 Anfang April auf nun minus 3,69. Zum Vergleich: Am 21. September 2001 lag der Wert bei 3,35. Ab dem Wert minus 3 beginnt die so genannte Panik-Zone.
Die Baisse aussitzen
Wann die Kapitulation genau eintritt, darüber kann der Risk Appetite Index allerdings keine Aussage treffen. Denn dabei spielt die Psychologie der Anleger eine gewichtige Rolle. Verständlicherweise möchte kein Investor selbst kapitulieren. Jeder wartet darauf, dass die anderen aufgeben, um selbst zu den ersten Gewinnern des erhofften Aufschwungs zu gehören. Hinzu kommt der Unwille, Papiere aus dem eigenen Depot mit Kursverlusten zu verkaufen. Also versuchen viele Anleger, die Baisse so lange auszusitzen, wie ihre Nerven mitmachen.
"Solange nicht viel mehr Investoren ihre Depot-Leichen zu Geld machen und die Bewertungen und Gewinnprognosen noch zu hoch sind, haben die Anleger noch nicht kapituliert," sagt Rüdiger von Nitzsch, Wirtschafts-Professor an der Technischen Hochschule Aachen und Spezialist für Investoren-Psychologie. Der gleichen Meinung ist Dale Jorgenson, Wirtschafts-Professor an der Harvard University: "Bis zur Kapitulation sehe ich noch eine Menge Abwärtsdruck in den Märkten." Der könnte vor allem entstehen, wenn Brasilien das Schicksal Argentiniens ereilt oder die USA in Irak einmarschieren.
"In vier der fünf großen Korrekturphasen der vergangenen 150 Jahre fielen die Märkte mindestens auf die einfache Standardabweichung", so Paul Mielczarski. "Das heißt: Der S&P 500, der aktuell bei rund 860 Punkten notiert, könnte die 700er Marke noch klar unterschreiten."
hoellenfuerst
15.08.2002, 17:19
finance online-Nachricht
Donnerstag, 15.08.2002, 15:53
Die US-Notenbank (Fed) gab heute bekannt, dass die US-Industrieproduktion im
Juli entgegen den Erwartungen der Analysten gestiegen ist.
Die Gesamterzeugung der Energieversorger, Bergwerke und Fabriken in den USA
habe sich gegenüber Juni saisonbereinigt um 0,2 Prozent erhöht. Analysten sind
im Vorfeld der Zahlen von einen Rückgang von 0,1 Prozent ausgegangen.
Die Kapazitätsauslastung konnte von revidiert 76,0 Prozent im Juni auf 76,1
Prozent kletterten. Volkswirte hatten einen Auslastungsgrad in Höhe von 76,0
Prozent prognostiziert.
info@finance-online.de
hoellenfuerst
15.08.2002, 18:35
Nachrichten Reuters
Reuters, 15.08.02 18:01
New York, 15. Aug (Reuters) - Der Konjunkturindex der Federal Reserve Bank von Philadelphia ist im August entgegen der Analystenerwartungen deutlich gefallen. Er signalisierte damit eine Abschwächung der wirtschaftlichen Aktivität im Verarbeitenden Gewerbe der Region. Der Index sei auf minus 3,1 Punkte von plus 6,6 Zählern im Juli gefallen, teilte die Philadelphia Fed am Donnerstag mit. Von Reuters befragte Volkswirte hatten mit einem Anstieg auf 7,2 Punkte gerechnet. Jede Zahl unter Null deutet auf eine Abschwächung hin.
lex/ale
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Donnerstag, 15.08.2002, 18:38
USA: Geschäftsklimaindex der Philadelphia Fed fällt auf -3,1 Punkte
PHILADELPHIA (dpa-AFX) - Der Geschäftsklimaindex der Federal Reserve von
Philadephia ist im August stärker als erwartet gefallen und weist zum ersten Mal
im laufenden Jahr einen negativen Wert auf. Der Index sei von 6,6 Punkten im
Juli auf -3,1 Punkte im August gesunken, teilte die Federal Reserve von Philadelphia am Donnerstag mit.
Volkswirte hatten laut einer Umfrage der Nachrichtenagentur AFX lediglich
mit einem Rückgang auf 5,6 Punkte gerechnet. Ein Wert unter 0 Punkten deutet auf
eine Rückgang der wirtschaftlichen Aktivität hin.
Der Unterindex für neue Aufträge fiel von 6,6 Punkten im Juli auf -2,7
Punkte im August. Im Juni hatte noch bei 20,1 Punkten gelegen. Der Exportindex
sank im Berichtszeitraum von 4,6 Punkten auf -3,3 Punkte. Der Index für
Lagerbestände stieg hingegen von -14,1 Punkten auf 8,1 Punkte. Dies war der
erste positive Wert seit 22 Monaten. Die Nachfrage nach Arbeitskräften blieb
jedoch schwach. Der Beschäftigungsindex sank von -6,8 Prozent auf -13,4 Punkte.
Dies war der schwächste Wert seit Februar. Der Preisindex blieb im August mit
2,1 Punkten unverändert zum Juli.
Für die Umfrage werden Produzenten im Bundesstaat Pennsylvania und dem
südlichen New Jersey befragt./FX/js/hi/
info@dpa-AFX.de
hoellenfuerst
15.08.2002, 19:24
TABELLE/Philadelphia-Fed-Index August ===
DIFFUSIONSINDEX
All. Wirt- Bestel- Ausliefe- Offene Liefer- Lager-
schafts- lungen rungen Aufträge zeit bestände
Monat aktivität August - 3,1 - 2,7 - 3,3 -19,6 - 5,1 + 8,1
PROGNOSE + 7,4 Juli + 6,6 + 6,6 + 4,6 - 6,2 -13,3 -14,1
Juni +22,2 +20,1 +14,7 +12,8 + 1,6 - 7,9
Mai + 9,1 +10,2 +17,3 - 8,9 -10,3 -18,3
April +12,3 +12,8 +16,4 + 0,2 - 5,6 -10,4
März +11,4 + 7,3 + 7,7 - 2,2 + 0,8 - 7,1
Februar +16,0 +13,7 +16,6 - 9,0 + 4,6 -14,8
Januar +14,7 +12,6 +14,4 - 7,0 -14,4 -17,9 Bezahlte Erzielte Beschäf- Durchschnittliche
Monat Preise Preise tigtenzahl Arbeitswoche August +23,9 + 2,1 -13,4 - 8,3
Juli +17,9 + 1,0 - 6,8 - 6,9
Juni +22,9 + 8,7 - 2,0 - 0,9
Mai +19,7 + 7,3 + 5,1 + 2,5
April + 7,5 + 2,1 - 3,5 - 3,3
März + 3,0 + 0,7 - 4,6 - 9,3
Februar - 4,5 - 3,7 -14,7 - 2,9
Januar - 5,9 - 7,1 - 9,3 - 5,0 6-MONATSPROJEKTION
All. Wirt- Bestel- Ausliefe- Offene Liefer- Lager-
schafts- lungen rungen Aufträge zeit bestände
Monat aktivität August +41,6 +42,3 +42,5 -13,6 - 6,0 - 3,0
Juli +50,4 +54,8 +44,4 +16,3 + 2,2 - 9,0
Juni +60,9 +47,7 +45,1 +12,7 +10,3 - 3,8
Mai +51,3 +60,8 +50,3 +14,0 + 4,2 + 4,8
April +48,3 +52,9 +43,6 +11,7 - 1,8 +16,7
März +55,7 +53,0 +49,9 +25,4 + 3,4 + 5,6
Februar +51,8 +50,3 +48,4 +12,8 +10,3 - 4,7
Januar +53,2 +51,1 +50,0 +23,4 + 5,2 - 5,2 Bezahlte Erzielte Beschäf- Durchschnittliche
Monat Preise Preise tigtenzahl Arbeitswoche August +32,5 + 6,0 + 7,8 + 5,1
Juli +32,9 +26,1 +21,1 +23,4
Juni +32,9 +22,6 +12,9 +26,2
Mai +33,7 +22,8 +20,6 +17,2
April +35,7 +29,4 +23,9 +21,7
März +38,3 +19,4 +19,9 +24,7
Februar +23,0 +15,8 +12,2 +20,0
Januar +20,3 +12,0 +10,1 +22,1 - Alle Zahlen saisonbereinigt
- Die Diffusions-Indizes zeigen den Prozentsatz
der Befragten, die einen Anstieg erwarten ab-
züglich des Prozentsatzes der Befragten, die
einen Rückgang erwarten
- Quelle Daten: Federal Reserve Bank of Philadelphia
- Quelle Prognose: vwd Umfrage
===
vwd/DJ/15.8.2002/ptr
Gordon Shamway
15.08.2002, 21:59
Zahl der US-Insolvenzen steigt auf Rekordniveau
Über 1,5 Millionen Anträge wurden gestellt. US-Finanzminister O'Neill appelliert an Ehrlichkeit der Firmenchefs
Washington - Die Konjunkturschwäche hat die Zahl der Insolvenzen in den USA in den zwölf Monaten bis Ende Juni auf ein Rekordniveau getrieben. In diesem Zeitraum registrierten die US-Gerichte einer am Mittwoch veröffentlichten Statistik zufolge mehr als 1,5 Mio. Insolvenzanträge und damit etwa 8,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.
Dabei hätten 1,47 Mio. Privathaushalte Konkurs angemeldet. Die Anzahl der Firmen-Insolvenzen stieg im Berichtszeitraum um 5,6 Prozent auf 39 201 und damit auf den höchsten Stand seit 1999. Analysten sahen den Grund für die Rekordzahl in der Rezession des vergangenen Jahres in den USA und der bisher nur schleppenden Konjunkturerholung. Mit dem abgelaufenen Quartal sei aber die Talsohle offenbar erreicht.
Der gleichen Ansicht ist offenbar auch US-Finanzminister Paul O'Neill. Er bekräftigte seine Einschätzung, dass das Wachstum der US-Wirtschaft sich im dritten Quartal verbessern und im Gesamtjahr auf drei bis 3,5 Prozent steigen werde.
Die Inflationsrate werde dabei voraussichtlich bei Null liegen, sagte O'Neill in der Nacht zum Donnerstag vor Führungskräften aus der Wirtschaft in Seattle. Die Regierung habe bereits entscheidende Schritte getan, um die Konjunkturaussichten zu verbessern.
Dabei verwies der Minister auf die Steuersenkungen des vergangenen Jahres und ein Paket zur Stimulierung der Konjunktur vom Jahresbeginn.
Die US-Notenbank (Fed) hatte demgegenüber am Dienstag erstmals seit März wieder vor den Risiken einer neuerlichen Konjunkturabschwächung gewarnt. Dabei verwies sie auf die erhöhte Unsicherheit im Zuge der jüngsten Kursverluste an den Aktienmärkten und der Ungereimtheiten bei den Konzernbilanzierungen.
O'Neill betonte zugleich die wachsende gesellschaftliche Verantwortung der Firmenchefs. Ehrlichkeit in der Geschäftswelt bezeichnete er als "neuen Patriotismus". "Es gibt nichts Besseres, was Unternehmenslenker derzeit für dieses Land tun können, als Vertrauen in das System wiederherzustellen, das es groß gemacht hat", sagte er. rtr
Welt (http://www.welt.de)
Gordon Shamway
15.08.2002, 22:11
Beschleunigte deutsche Industrieproduktion erwartet - Dresdner Bank
FRANKFURT (dpa-AFX) - Das Wachstum der Industrieproduktion in Deutschland wird sich nach Einschätzung der Dresdner Bank im dritten Quartal beschleunigen. Nachholeffekte auf Grund der streikbedingten Produktionsausfälle und der bisher günstige Entwicklung bei den Auftragseingänge wiesen darauf hin, hieß es in einer am Donnerstag in Frankfurt vorgelegten Studie. Auch vorlaufende Indikatoren wie die Verleistungsbestellungen aus dem Ausland deuteten eine höhere Produktionsdynamik an. Die erwartete Beschleunigung der Industrieproduktion wird aber nach Einschätzung der Dresdner Bank nicht ausreichen, um im Jahresschnitt 2002 das Niveau des Vorjahres auch nur annähern zu erreichen. Im zweiten Quartal 2002 war die Industrieproduktion im Vergleich zum Vorquartals um 2,1 Prozent gestiegen und im ersten Quartal um 1,2 Prozent./js/hi/
Quelle: DPA-AFX
hoellenfuerst
15.08.2002, 22:13
pushen :D
Gordon Shamway
15.08.2002, 22:22
Bis 22.9. wird alles immer besser. ;)
Gordon Shamway
15.08.2002, 22:40
S&P setzt Ratings von fünf US-Investmentbanken auf WatchNegative
New York (vwd) - Standard & Poor's (S&P) hat die Ratings von fünf US-Investmentbanken zur Überprüfung auf WatchNegative gesetzt. Betroffen sind das Langfristrating "AA-" und das Kurzfrist-Counterparty-Rating "A-1+"
von Merrill Lynch, Morgan Stanley und J.P. Morgan, wie die Ratingagentur am Donnerstag mitteilte. Dasselbe gelte für das "A-1+"-Kurzfristrating von Goldman Sachs. Der Ausblick für die Ratings von Lehman Brothers sei auf "negativ" von "stabil" geändert worden.
Nach Angaben von S&P könnte diese Überprüfungaktion zu einer Herabstufung führen. Dabei gehe es maximal um eine Stufe in der Bewertungsskala, sofern sich das Marktumfeld nicht noch weiter verschlechtere. Die mögliche Herabstufung werde keinen Einfluss auf den Derivativhandel der fünf Investmenthäuser im Hinblick auf die Besicherung haben, hieß es von S&P weiter.
vwd/DJ/15.8.2002/ip/rio
hoellenfuerst
16.08.2002, 15:50
finance online-Nachricht
Freitag, 16.08.2002, 15:02
Das US-Handelsministerium in Washington gab die Entwicklung der US-Wohnbaubeginne
für Juli bekannt.
Die Wohnbaubeginne beliefen sich im Juli auf 1,649 Millionen Einheiten gegenüber
1,672 Millionen Einheiten im Juni.
Auf das Jahr hochgerechnet ergab sich für Juli eine Veränderung um Minus 2,7
Prozent gegenüber dem Vormonat.
Analysten hatten im Vorfeld für die Wohnbaubeginne für Juli 1,669 Millionen
Einheiten prognostiziert.
info@finance-online.de
hoellenfuerst
16.08.2002, 15:52
finance online-Nachricht
Freitag, 16.08.2002, 14:49
Das Arbeitsministerium in Washington gab die US-Verbraucherpreise für den Monat
Juli bekannt.
Gegenüber Juni sind die Verbraucherpreise saisonbereinigt um 0,1 Prozent gestiegen.
Die Kernrate (ohne Nahrungsmittel und Energie) ist um 0,2 Prozent gegenüber
dem Vormonat gestiegen.
Analysten hatten im Vorfeld der Zahlen einen Anstieg gegenüber dem Vormonat
von 0,2 Prozent prognostiziert. Auch für die Kernrate hatten sie einen Anstieg
von 0,2 Prozent erwartet.
info@finance-online.de
Gordon Shamway
16.08.2002, 16:10
TABELLE - Vorläufiger Michigan-Index im August gesunken
New York, 16. Aug (Reuters) - Das Vertrauen der US-Verbraucher in die Wirtschaftsentwicklung des Landes ist der jüngsten Studie der Universität Michigan zufolge im August gegenüber dem Juli gesunken. Aus New Yorker Finanzkreisen wurden am Freitag folgende vorläufige Zahlen bekannt: AUG 2002 JUL 2002 Gesamtindex 87,9 88,1 Index der gegenwärtigen Bedingungen 100,2 99,3 Erwartungs-Index 80,0 81,0 NOTE - Von Reuters befragte Volkswirte hatten für den Berichtsmonat einen Anstieg des Gesamtindexes auf 88,3 Punkte erwartet. fri/ale
Quelle: REUTERS
;) So siehts in Michigan aus:
http://www.umich.edu/images/tower.jpg
Gordon Shamway
16.08.2002, 21:01
Bush erwägt neues Konjunkturprogramm
Crawford, 16. Aug (Reuters) - US-Präsident George W. Bush erwägt ein neues Programm zur Belebung der amerikanischen Wirtschaft vorzuschlagen. Dabei sei auch an Maßnahmen gedacht, die die Investoren an die Börsen zurückholen sollen, sagte Bush am Freitag vor der Presse im texanischen Crawford. Dabei prüfe er die Möglichkeit einer Änderung der Besteuerung von Kapitalerträgen und einer niedrigen Besteuerung von Dividenden. "Einige haben uns gedrängt, über zusätzliche Maßnahmen zur Belebung der Wirtschaft nachzudenken, und deshalb denke ich darüber nach", sagte Bush. Ein erstes vom Präsidenten vorgeschlagenes milliardenschweres Konjunkturprogramm hatte den Kongress Anfang des Jahres in deutlich reduzierter Form passiert. Das Wirtschaftswachstum in den USA hat sich im bisherigen Jahresverlauf wieder deutlich abgeschwächt. Das US-Bruttoinlandsprodukt (BIP) hatte in den ersten drei Monaten 2002 noch um annualisiert 5,0 Prozent zugenommen. Im zweiten Quartal verlangsamte sich das Wachstum jedoch nach der ersten Schätzung des US-Handelsministeriums deutlich auf 1,1 Prozent. Die US-Notenbank (Fed) hatte am Dienstag ihren Schlüsselzins mit 1,75 Prozent zwar unverändert gelassen, zugleich aber vor wachsenden Risiken einer erneuten Abschwächung der US-Konjunktur gewarnt. Dabei verwies sie unter anderem auf die jüngsten heftigen Kursverluste an den Börsen und die Unsicherheit im Zuge der Bilanzskandale. fgc/phi
Quelle: REUTERS
Gordon Shamway
16.08.2002, 21:27
Konfrontation zwischen USA und Irak lassen Ölpreise steigen
Die neuesten Berichte weisen einen deutlichen Rückgang der Rohölvorräte in den USA nach
Hamburg - Hauptverursacher für die zuletzt gestiegenen Ölpreise waren die USA und der Irak: Zum einen hält die anhaltend drohende Konfrontation zwischen beiden Ländern die Angst vor einer Unterbrechung der Ölversorgung aus dem Mittleren Osten aufrecht. Preistreibend haben sich zuletzt aber auch die neuesten Berichte, veröffentlicht vom amerikanischen Energieministerium und vom American Petroleum Institute (API), ausgewirkt, die einen deutlichen Rückgang der Rohölvorräte in den USA nachweisen. An der New Yorker NYMEX kletterten die Rohölnotierungen für WTI daraufhin teilweise auf bis zu 29 Dollar je Barrel., die Nordseequalität Brent verteuerte sich an der Londoner IPE auf rund 27 Dollar je Barrel. In Rotterdam legten die Preise für alle Produkte zu. eid
http://www.welt.de/daten/2002/08/17/0817wi351013.htx
Gordon Shamway
17.08.2002, 16:49
http://www.zeit.de/bilder/2002/34/zahlzurwahl_650.gif
Gordon Shamway
18.08.2002, 17:27
Das Kapital: Ein nachhaltiger Bullenmarkt ist nicht drin
Was die Wirtschaft betrifft, scheint die Quadratur des Kreises leicht erfunden. Es müssten sich nur genügend Anleger finden, die sich an der Börse mit mickrigen Renditen zufrieden geben.
Theoretisch legen die Kurse bei einer gegebenen Wachstumserwartung von nominal fünf schon dann um 50 Prozent zu, wenn die geforderte Rendite von acht auf sieben Prozent fiele. Betriebe und Verbraucher würden sich reicher fühlen - und auf die Tube drücken. Die Firmengewinne kämen dann automatisch.
Insofern können alle nur aufrichtig hoffen, dass es mit der Börse nach oben geht, Finanzkolumnisten eingeschlossen. Der Haken ist, dass die langfristig zu erwartende Aktienrendite schon jetzt dürftig ist. Der S&P 500 bringt eine Dividendenrendite von 1,7 Prozent. Dazu kommen zwar eine Reihe von Aktienrückkäufen. Aber zu einem guten Teil werden im Grunde jene Aktien eingesammelt, die durch ausgeübte Mitarbeiteroptionen neu gedruckt werden. Ein übles Spiel.
Würden sich die Gewinne normalisieren, stiege die Rendite vielleicht um einen Prozentpunkt. Geht es nach dem Rentenmarkt, würden Gewinne und Dividenden im Anschluss um etwa 4,2 Prozent wachsen. Alles in allem ergäbe sich eine Rendite von knapp sieben Prozent. Die Aktienrisikoprämie läge unter drei Prozent. Möglich, dass der Bondmarkt falsch liegt. Aber dann würden auch die Rentenrenditen steigen; die Risikoprämie bliebe kärglich. Jedem Bullenmarkt werden daher schnell die Anschlusskäufe ausgehen - obwohl er der Wirtschaft gut täte. Den quadratischen Kreis gibt es eben doch nicht.
Julius Bär
Die Börsenbären haben die gleichnamige Schweizer Nobelbank kalt erwischt. Sie hinterließen besonders im Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft Spuren. Dessen Ergebnis schrumpfte im ersten Halbjahr um 20,9 Prozent. Die Gebühren von Julius Bär schwanden im Gleichschritt mit den Aktienkursen. Bei einem Anteil von 73 Prozent am Netto-Betriebsertrag war das schmerzhaft.
Gänzlich unvorbereitet auf die Attacke waren die Schweizer natürlich nicht. Die operativen Kosten lagen mit 433 Mio. Schweizer Franken um 14,1 Prozent unter dem Vorjahr, vor allem auf Grund der Entlassungen. Unterm Strich fiel der Gewinn trotzdem um 14,3 Prozent auf 118 Mio. Franken. Dabei war das Geschäft mit vermögenden Privatkunden wie versprochen noch relativ stabil. Der Nettogewinn schrumpfte um 5,3 Prozent, weit weniger als bei Fonds und institutionellen Kunden. Doch haben Privatanleger netto wieder 1,7 Mrd. Franken abgezogen, 700 Mio. Franken davon wegen der italienischen Steueramnestie. Verglichen mit UBS oder Credit Suisse ist das enttäuschend.
Jetzt sollen nochmals zehn Prozent der operativen Kosten vor Boni gespart werden. Natürlich können die Schweizer mit ihrer soliden Bilanz die Unabhängigkeit prima verteidigen. Doch das Geschäft für kleine Spieler ohne weltweite Präsenz wird immer schwieriger. Eine deutsche Steueramnestie würde die Aktie in einen Winterschlaf tauchen, weil 30 Prozent der Privatkunden Deutsche sein dürften. Mit dem 14fachen laufenden Gewinn bewertet, bleibt Julius Bär nur für eingefleischte Bullen interessant.
Dell
Der Analystendarling Dell hat es wieder geschafft. Das beeindruckende Umsatzplus von elf Prozent übertraf natürlich die eigenen Erwartungen. Obwohl die Texaner aggressiv die Preise senkten, blieb unterm Strich ein ansehnlicher Quartalsgewinn von 501 Mio. $, 16 Prozent mehr als im Vorjahr.
In Zeiten von Baisse, mangelnder Kauflust und Preisdruck spielt Dell seine Stärken weiter aus. Der Onlinevertrieb ermöglicht Lagerbestände von gerade mal vier Tagesproduktionen. Das ist im kurzlebigen Hightechgeschäft ein unschätzbarer Vorteil. Senkt Intel mal wieder die Chippreise, kann Dell innerhalb von vier Tagen nachziehen. Die Konkurrenz braucht erheblich länger - und schwups gehen Marktanteile flöten.
Da wundert es kaum, dass Dell seinen Anteil am PC-Weltmarkt um 220 Basispunkte auf 14,9 Prozent ausbauen konnte. Und er wird weiter steigen, keine Frage. Dazu kommt der Einstieg in den Druckermarkt nach dem Zerwürfnis mit HP und in das Geschäft mit Handflächenrechnern.
Das gigantische Cash steckt Dell derweil in Aktienrückkäufe. Im vergangenen Geschäftsjahr wurden dafür satte 3 Mrd. $ ausgegeben, nach 2,7 Mrd. $ im Jahr davor. Alles in allem blieb die Aktienzahl im selben Zeitraum allerdings nahezu konstant, weil die Mitarbeiter reichlich Optionen kriegen. Auch wenn Dell im Vergleich zum August 2001 netto nun drei Prozent der Aktien vom Markt genommen hat, ist das angesichts der Börsenschwäche wenig beeindruckend. Trotz des tollen Wachstums bleibt Darling mit dem 35er laufenden KGV zu teuer.
© 2002 Financial Times Deutschland
hoellenfuerst
18.08.2002, 18:13
Aus der FTD vom 16.8.2002
Von Friederike Hofmann, Frankfurt "Scheinbar verwenden Analysten mehr Zeit darauf, ihre Prognosen nach unten als nach oben zu revidieren", schreibt Bill McQuaker von Credit Suisse First Boston (CSFB) in einer am Donnerstag veröffentlichten Studie. Angesichts der negativen Entwicklung der Unternehmensgewinne erwartet der Analyst derzeit keine Trendwende an den Aktienmärkten.
McQuaker verweist auf den Anteil, den die nach oben korrigierten Gewinnerwartungen an der Gesamtzahl der revidierten Ergebnisprognosen in Europa haben. Dieser Anteil sei auf den tiefsten Stand seit zehn Jahren gesunken. "In den vergangenen zwei Monaten hat sich die Korrelation zwischen überdurchschnittlicher Kursentwicklung und einer passablen Gewinnentwicklung dramatisch verstärkt", schreibt der CSFB-Analyst.
Seinen düsteren Ausblick für die Aktienmärkte macht McQuaker daran fest, dass die Revision der Gewinnerwartungen und die Makrodaten in jüngster Zeit zunehmend den gleichen Abwärtstrend aufweisen. Dies führe normalerweise dazu, dass die Entwicklung der Gewinnprognosen den Aktienkurs stark beeinflussen, argumentiert McQuaker.
Aufgrund der Gewinnaussichten auf Sicht von drei Monaten haben im MSCI-Europe-Index die vier Branchen Telekommunikation, Immobilien, Dienstleistungen/Zulieferer und Autohersteller die besten Kurschancen, wie Merrill Lynch in einer ebenfalls am Donnerstag veröffentlichten Studie schreibt. In diesen vier Branchen hätten die Analysten bis zum Stichtag 31. Juli ihre Gewinnerwartungen für mehr Unternehmen nach oben als nach unten revidiert. Im Gegensatz dazu hätten Technologieausrüster am schlechtesten abgeschnitten. Zwar waren laut Merrill Lynch die Hersteller von Standard-Konsumgütern im Monat Juli die einzige Branche, bei der sich das Verhältnis der Prognoseveränderungen verbessert hat. Das konnte jedoch nichts daran ändern, dass die Branche im Vergleich zu den anderen zehn Sektoren beim Verhältnis der Gewinnrevisionen auf dem viertletzten Platz rangiert.
? 2002 Financial Times Deutschland
Gordon Shamway
18.08.2002, 18:31
"Wir sind unfähig, uns die Wahrheit zu sagen"
Ex-BDI-Chef Henkel über Wege aus dem Reformstau
Welt am Sonntag: Herr Henkel, Ihr neues Buch trägt den Untertitel "Spielregeln für die globalisierte Gesellschaft". Werden diese nicht von Konzernen verletzt, die ihre Bilanzen fälschen und mit ihrem kriminellen Verhalten den Kapitalismus diskreditieren?
Hans-Olaf Henkel: Nicht vor allem, aber auch. Deshalb braucht eine Marktwirtschaft Spielregeln wie ein Fußballspiel. Dazu zählen auch rote Karten, wenn ein Spieler sich nicht an das Reglement hält. Eine Verletzung von Spielregeln kann man genauso wenig dem gesamten Fußball ankreiden wie ein Fehlverhalten von Unternehmen der Marktwirtschaft.
WamS: Sie verweisen in Ihrem Buch auf die Gratwanderung in der Gesellschaft zwischen Gleichheit und Freiheit. Ist die Gleichheit, zu der in Deutschland das Pendel schlägt, nicht ein selbst gewähltes Schicksal?
Henkel: Es ist ein von oben verschriebenes Schicksal. Es gibt zu viele gesellschaftliche Vorbilder, die uns von morgens bis abends einreden, dass der Staat für die gesamte Fürsorge seiner Bürger verantwortlich ist. Daraus folgt ein Teufelskreis: Je mehr der Staat dem Bürger abnimmt, desto weniger ist der Bürger in der Lage, sich selbst zu helfen. In meinem neuen Buch habe ich beschrieben, wie ich mir in der Schulzeit den Arm gebrochen habe und wie aus dem, als der Gips weggenommen wurde, auf einmal ein dünnes Ärmchen wurde. Das Gleiche gilt für die Gesellschaft. Je mehr der Staat an Aufgaben übernimmt, desto mehr verkümmert die Leistungsfähigkeit seiner Bürger.
WamS: Ist Deutschland ein Verlierer der Globalisierung?
Henkel: Wenn das Land so weitermacht, auf jeden Fall. Dabei käme gerade uns als besonders exportabhängiges Land die Globalisierung entgegen. Nur müssen wir auch der Globalisierung entgegengehen. Stattdessen verlieren wir Marktanteile, feiern Jahr für Jahr neue Pleiterekorde, schaffen kaum neue Arbeitsplätze und hinterlassen unseren Kindern seit nun über 30 Jahren immer neue zusätzliche Schulden.
WamS: Jeder weiß das, nur bei der Umsetzung der Reformen hapert es.
Henkel: Ich bin mir nicht einmal sicher, ob sich bei der Analyse des Standortes Deutschlandes eine Mehrheit meiner Position anschließen würde. Ein aktuelles Beispiel ist doch die Hartz-Kommission: Da sitzen erwachsene, gebildete Leute zusammen, die sich weigern, über die Hauptprobleme am deutschen Arbeitsmarkt überhaupt zu sprechen: über die Lohnnebenkosten und das Tarifkartell von Arbeitgebern und Gewerkschaften zum Beispiel. Stattdessen arbeiten sie sich fleißig an den Symptomen ab. Da kann man sich nur an den Kopf fassen. Die Hartz-Kommission ist für mich das beste Beispiel dafür, dass wir nicht nur unfähig sind, uns die Wahrheit zu sagen, sondern auch nicht bereit - wenn nötig in Disharmonie - eine Entscheidung zu treffen.
WamS: Der Verbändestaat wird sich nicht auflösen.
Henkel: Ich sehe nur zwei Möglichkeiten. Zum einen: eine bessere Aufklärung der Bevölkerung. Den Menschen muss gesagt werden, woran es liegt, dass wir im Vergleich zu immer mehr Ländern abrutschen. Daran beteilige ich mich nun schon seit vielen Jahren. Zum anderen müssen wir die politischen Entscheidungsprozesse verbessern. Deshalb schlage ich in meinem Buch auch einen Konvent für Deutschland vor, ähnlich dem des Konvents für Europa. Es geht dabei nicht um die einzelnen Reformen selbst, die sind sattsam bekannt. Es geht um eine Reform der Reformfähigkeit. Wieso sind wir das einzige Volk auf der Welt, das im Schnitt alle 80 Tage wählt? Unsere Politiker kommen gar nicht zum Arbeiten, weil sie ständig im Wahlkampf sind und harte Reformen immer wieder auf die Zeit nach irgendeiner Wahl schieben. Der Konvent könnte dafür sorgen, dass wieder mehr Verantwortung in die Länder und Kommunen zurückgeführt wird. Wann die Läden öffnen und schließen, kann genauso den Gemeinden überlassen werden wie den Bundsländern die Entscheidung darüber, welche Bildungsmöglichkeiten sie den jungen Leuten geben.
WamS: Wird eine schwarz-gelbe Regierung in der Lage sein, das Staatswesen zu reformieren?
Henkel: Lassen wir uns überraschen. Allerdings weiß ich, dass Herr Stoiber sich mit dem Gedanken trägt, ein Gremium von Weisen einzuberufen, das der Politik Vorschläge zur Modernisierung unserer Entscheidungsprozesse machen soll. Ich bleibe Optimist.
Das Gespräch führte Matthias Wulff.
Quelle (http://www.welt.de)
hoellenfuerst
19.08.2002, 07:41
ftd.de, Mo, 19.8.2002, 2:00
Von Sven Scheffler
Experten prognostizieren Ertragsrückgänge aus Kursgewinnen und Dividenden und sagen dem Dax zehn magere Jahre voraus. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass kleinere, unterbewertete Firmen in Zeiten der Stagnation eine lukrative Alternative für Anleger sein können.
Mark Twain war ein unverbesserlicher Pessimist: "Für Börsenspekulanten ist der Februar einer der gefährlichsten Monate. Die anderen sind Juli, Januar, September, April, November, Mai, März, Juni, Dezember, August und Oktober." Viele der vergangenen 100 Börsenjahre bestätigten diesen berühmten Satz des Schriftstellers. Auch 2002 wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit dazugehören.
Nur 2002? Weitere Jahre der Stagnation und Verluste sind absehbar. Zu diesem Ergebnis jedenfalls kommen Experten-Prognosen für die nächste Dekade. Ökonomen wie der Yale-Professor Robert Shiller sagen, dass Erträge aus Kursgewinnen und Dividenden in der Regel zu ihrem langfristigen Durchschnitt von sieben Prozent zurückkehren. Denn: Waren die Aktienkurse schneller gestiegen als Wirtschafts- und Gewinnwachstum, folgte der Euphorie ein anhaltender Absturz. Richard Davidson, Leiter der Europa-Strategie von Morgan Stanley, sagt voraus, dass die nächsten Jahre mehr an die mageren 70er als an die fetten 90er erinnern würden.
Ernüchternde Resultate
Auch Peter Albrecht, BWL-Professor an der Universität Mannheim, wagt den Blick in die ferne Aktien-Zukunft und kommt in seiner Studie "Welche Performance ist auf dem deutschen Aktienmarkt über die nächste Dekade realistischerweise zu erwarten?" zu ernüchternden Resultaten. Wie Shiller geht der Mannheimer Experte davon aus, dass sich die Aktienrenditen wieder ihrem Durchschnittsniveau angleichen. "In der Zukunft werden plausible ökonomische Bewertungsverhältnisse nicht auf den Kopf gestellt", sagt Albrecht.
Keine guten Nachrichten für Anleger. Albrecht erwartet für den Dax künftig wieder Kurs-Gewinn-Verhältnisse (KGV) zwischen 15 und 20. Eine Einschätzung, die Ernst Ludwig Drayss, Leiter der Aktienstrategie bei M.M. Warburg, teilt. "In der historischen Betrachtung sind die Kurse stärker gestiegen als die Gewinne. Die Baisse hat das KGV wieder auf ein normales Niveau zurückgebracht."
Solide ohne Turbo
Eine Kursrally wird damit nicht eingeläutet. Vielmehr dürfte die zukünftige Entwicklung für den Dax vor allem vom nachhaltigen Wachstum der Unternehmensgewinne bestimmt werden. Das war über die vergangenen 30 Jahre überraschend konstant: "Das reale Gewinnwachstum lag bei 4,25 Prozent", sagt Albrecht. Was solide ist, aber wahrlich kein Kursturbo.
Auf Basis der "normalen" Dax-KGV-Spanne von 15 bis 20 entwickelte Albrecht vier in seinen Augen realistische Rendite-Szenarien für den Zeitraum bis 2011: "Bei Eintreten der optimistischsten Annahme würde sich die reale Dax-Rendite auf knapp fünf Prozent pro Jahr belaufen" (siehe Chart oben). Dafür muss es aber wie am Schnürchen laufen: Das optimistischste Szenario geht von einem 20er KGV und einem realen Gewinnwachstum von 5,5 Prozent aus. Demgegenüber ergibt sich aus der pessimistischsten Prognose - auf Basis eines KGV von 15 und einem Gewinnwachstum von 3,5 Prozent - nur eine reale Dax-Rendite von jährlich 0,08 Prozent. "Die Durchschnittsrendite der vergangenen 30 Jahre liegt aber in der Nähe von real sieben Prozent", so Albrecht.
Parallelen zu den 70ern
Was bedeutet das für den Anleger? Hilfreich kann der Blick zurück sein. Die Kurse der Blue Chips und Hoffnungsträger der frühen 70er wie IBM oder Coca-Cola brachen nach dem Ölschock ein und erholten sich erst wieder in den 80ern. Die Börsen rund um den Globus stagnierten mehr als ein Jahrzehnt lang. Eine ordentliche Rendite machte nur, wer sich auf die Suche nach kleinen, unterbewerteten Firmen machte.
Experten sehen heute Parallelen zu den 70ern, denn die fundamentalen Charakteristika der Krisengewinner gleichen sich. Eins ist klar: Die Regeln des Booms gelten nicht mehr. Unterbewertete Aktien von Unternehmen aus dem MDax und dem SDax, die ein niedriges KGV und ein solides Gewinnwachstum vorweisen, trotzten in den vergangenen beiden Jahren der Baisse. Einstige Aschenputtel rücken damit in den Mittelpunkt - und sind wohl auch in den kommenden Jahren die aussichtsreichsten Werte. Das Motto: Die Kombination aus niedrigem KGV, solidem Gewinnwachstum und attraktiven Dividenden verheißt steigende Rendite aus Kursgewinnen und Gewinnausschüttungen.
Die neuen Stars könnten etwa der Bauzulieferer Hilti , der Zigaretten- und Nahrungsmittelproduzent Philip Morris , der Dax-Neuling Altana und die MDax-Titel Südzucker und Deutsche Börse sein. So glänzt Hilti mit einem Gewinnwachstum von acht Prozent. Das heißt: Anleger sollten sich von Gewinnen leiten lassen. "Die Aktienrendite hängt massiv von zukünftigen Dividenden- beziehungsweise Gewinnaussichten ab", empfiehlt Albrecht.
© 2002 Financial Times Deutschland , © Illustration: FTD
hoellenfuerst
19.08.2002, 17:33
finance online-Nachricht
Montag, 19.08.2002, 16:24
Wie erwartet ist der Frühindikatorenindex im Juli in den USA um 0,4 Prozent
gesunken. Dies wurde heute vom Conference Board veröffentlicht.
Der Index misst das Wirtschaftswachstum und das Verbrauchervertrauen der US-Bürger.
Er war im Juli zum zweiten Mal in Folge negativ.
Trotz der eigentlich schlechten Entwicklung im Juli können sowohl Nasdaq als
auch Dow Jones aktuell ca. 1,1 Prozent zulegen.
info@finance-online.de
Gordon Shamway
19.08.2002, 17:49
Kreise -Regierung verschiebt 2. Stufe der Steuerreform auf 2004
Berlin, 19. Aug (Reuters) - Die Bundesregierung wird die zweite Stufe der Steuerreform nach Angaben aus Regierungskreisen verschieben, um den Wiederaufbau nach der Hochwasser-Katastrophe zu finanzieren. "Die Reformstufe wird erst 2004 statt wie bislang geplant 2003 in Kraft treten", hieß es am Montag in den Kreisen in Berlin. Die dritte und letzte Stufe der Reform solle dann wie geplant im Jahr 2005 beginnen. Das Entlastungsvolumen der zweiten Stufe beträgt rund sieben Milliarden Euro. Es sollte vor allem Arbeitnehmern und der mittelständischen Wirtschaft zu Gute kommen. In dem Schritt war geplant, zum 1. Januar 2003 den Grundfreibetrag auf 7426 Euro von derzeit 7235 Euro anzuheben. Der Eingangsteuersatz sollte auf 17 Prozent von derzeit 19,9 Prozent, der Spitzensteuersatz auf 47 Prozent von derzeit 48,5 Prozent sinken. Die Steuerreform gilt als eines der wichtigsten Projekte der rot-grünen Bundesregierung. Mit dem Verschieben der Steuersenkungsstufe kann der Bund voraussichtlich die hauptsächlich in Ostdeutschland entstandenen Hochwasser-Schäden beheben, ohne dabei gegen das Defizitkriterium des Maastrichter Stabilitätspakts zu verstoßen. Darin ist festgeschrieben, dass die Defizitquote eines Mitgliedsstaates drei Prozent des Bruttoinlandproduktes nicht überschreiten darf. Zudem gelingt es Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD), seinen Konsolidierungskurs fortzusetzen und ohne eine höhere Neuverschuldung auszukommen. gwb/kad
Quelle: REUTERS
Gordon Shamway
19.08.2002, 22:11
Ölpreis geht auf die 30 Dollar zu
Der Preis für einen Barrel Öl vom Typ Crude stieg heute an der US-Börse um rund 40 Cents auf 29,73 Dollar an. Damit setzt das schwarze Gold seinen 9-prozentigen Anstieg der vergangenen Woche fort.
Analysten begründeten diesen Anstieg mit Hamsterkäufen vor einem möglichen Krieg im Irak.
info@finance-online.de
Gordon Shamway
19.08.2002, 22:30
http://www.spiegel.de/img/0,1020,205135,00.jpg
Gordon Shamway
19.08.2002, 22:58
Brutto-Inlandsprodukt im ersten Halbjahr gefallen
Industrie und Bauwirtschaft stecken in der Rezession.
Bundesbank: Aufschwung verzögert sich. Sorgen bei den Banken
Berlin – Die Rezession in Deutschland dauert länger als erwartet. Nach den neuesten Zahlen der Bundesbank ist das Brutto-Inlandsprodukt im ersten Halbjahr unter dem Stand des Vorjahres geblieben. Auch die sich nun anbahnende konjunkturelle Erholung werde nur schleppend verlaufen. Die deutsche Wirtschaft sei immer noch nicht über die Anfangsphase einer zyklischen Erholung hinausgekommen, schreiben die Volkswirte der Bundesbank im Monatsbericht August. Zugleich warnen sie, die Wirtschaft bleibe störanfällig gegenüber neuen Belastungen, „ob von außen oder hausgemacht“. Negative Vertrauenseffekte der hartnäckigen Aktienbaisse im Inland und Einbußen beim Export seien nicht auszuschließen.
Der Bundesverband deutscher Banken sieht die deutsche Wirtschaft ebenfalls in einer anhaltenden Schwächephase. Die Erholung werde sich zwar im Jahresverlauf fortsetzen, aber kaum an Dynamik gewinnen. Der Bankenverband halbierte seine Wachstumsprognose für das laufende Jahr von einem Prozent auf 0,5 Prozent. Die Bundesregierung erwartet ein Wachstum von 0,75 Prozent. Für eine Trendwende am Arbeitsmarkt wäre das prognostizierte Wirtschaftswachstum entschieden zu niedrig, heißt es im Konjunkturbericht des Bankenverbandes weiter. Angesichts der verstärkten Kostensenkungsbemühungen der Unternehmen sowie der hohen Zahl von Insolvenzfällen werde sich die Lage am Arbeitsmarkt in den kommenden Monaten sogar weiter verschlechtern.
Die Insolvenzen belasten auch die deutschen Großbanken. Ihre Risikovorsorge wird im laufenden Geschäftsjahr höher ausfallen als bislang von ihnen selbst prognostiziert. Das ergab eine Umfrage der WELT unter Analysten und Unternehmensberatern. Derzeit rechnen die vier Großbanken damit, dass sie auf ihre Kreditforderungen Wertberichtigungen von rund 7,2 Milliarden. Euro vornehmen müssen.
Welt (http://www.welt.de)
Gordon Shamway
20.08.2002, 16:18
Wirtschaftsweise sehen Deutschland nah am Defizitkriterium
Berlin (vwd) - Die Wirtschaftsweisen Wolfgang Wiegard und Jürgen Kromphardt sehen Deutschland zurzeit nah an dem im Maastrichter Vertrag festgelegten maximalen öffentlichen Defizit von drei Prozent vom Bruttoinlandsprodukt. "Wir kommen im laufenden Jahr verdammt nah heran, sagte Wiegard am Dienstag im Gespräch* mit vwd. Er hoffe aber weiterhin dass das Defizitkriterium eingehalten werden könne. Als sehr schwierig stuft der Wirtschaftsweise inzwischen das Ziel ein, bis 2004 einen nahezu ausgeglichenen öffentlichen Haushaltes zu erreichen. An den Zielen soll nach Auffassung von Wiegard aber weiter festgehalten werden.
Vor diesem Hintergrund schloss sich für ihn wie auch für Kromphardt eine Kreditfinanzierung des Wiederaufbaus nach den Hochwasserschäden aus. Im Gespräch mit vwd wies Kromphardt darauf hin, dass der Maastrichter Vertrag bei einer solchen Naturkatastrophe zwar ein Abweichen vom Defizitkriterium zulasse. Die Schwierigkeiten, die Deutschland im laufenden Jahr bereits mit Blick auf diese Verschuldungsgrenze gehabt habe und weiter habe, hätten jedoch gegen eine Kreditaufnahme gesprochen. "Wenn gesagt wird, aus Gründen der Einhaltung des Defizitkriteriums will ich keine höhere Neuverschuldung ist das Verschieben der Steuersenkung der günstigste Weg", sagte Kromphardt.
Auch Wiegard betonte, dass unter den denkbaren Alternativen das Aussetzen der Steuerreform gegenüber einer Kreditaufnahme in jedem Fall besser gewesen sei. Um die Beseitigung der Hochwasserschäden zu finanzieren, werden nach Ansicht von Wiegard darüber hinaus aber weitere Umschichtungen im Haushalt notwendig sein. Zudem werde darauf zu achten sein, dass es bei der Behebung der Flutschäden nicht zu zuvielen Mitnahmeeffekte komme, sagte Wiegard.
Gordon Shamway
20.08.2002, 16:28
VORSCHAU - Deutsche Wirtschaft wächst weiter im Schneckentempo
- von Ilona Wissenbach - Frankfurt, 20. Aug (Reuters) - Das Wirtschaftswachstum in Deutschland ist nach Einschätzung von Volkswirten im zweiten Quartal enttäuschend niedrig ausgefallen. Auch wenn die Erholung im zweiten Halbjahr etwas an Fahrt gewinnt, dürfte die Wirtschaft 2002 mit rund einem halben Prozent nur so viel wie im vergangenen Jahr wachsen. Das Statistische Bundesamt veröffentlicht die Daten zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) im zweiten Quartal am Donnerstag. Die Deutsche Bundesbank schätzt den Zuwachs auf rund ein Viertel Prozent zum Vorquartal nach den mageren 0,2 Prozent Wachstum in den ersten drei Monaten. Auch die Prognose von Volkswirten liegt im Schnitt bei 0,2 Prozent. "Das Bild einer moderaten Konjunkturerholung bleibt bestehen, aber der Ausblick ist sehr unsicher", sagte Volker Nitsch von der Bankgesellschaft Berlin. Nach Ansicht der Volkswirte wird die Wachstumsrate von den erwarteten 0,2 Prozent nur dann abweichen, wenn das Bundesamt bei der anstehenden jährlichen Datenrevision die Rate für das erste Quartal und damit die Ausgangsbasis für das zweite ändert. US-KONJUNKTUR MASSGEBLICH FÜR DEUTSCHES WACHSTUM "Das Kernproblem ist die extreme Unsicherheit über die US-Wirtschaft, von der die deutsche Wirtschaft stark abhängt", sagte Nitsch. Vor allem wegen des nur schwachen US-Wachstums haben inzwischen die meisten Banken und Institute ihre Wachstumsvorhersagen von meist deutlich über einem Prozent auf gut ein halbes Prozent reduziert. Wie viele Volkswirte geht Nitsch von einer leichten Konjunkturbelebung im zweiten Halbjahr aus, die im Gesamtjahr zu einem Wachstum von etwa 0,6 Prozent wie 2001 führen würde. Dafür müsste sich aber die enttäuschend schwache US-Wirtschaft merklich erholen und über die Exporte Deutschland und Europa mit nach oben ziehen. Daran zweifelt jedoch Gerd Haßel von der INH BHF-Bank. "Die US-Wirtschaft wird nicht stark wachsen, deshalb bleibt auch in Deutschland das Wachstum gering." Seine Bank gehört zu den Pessimisten und erwartet 2002 nur 0,3 Wachstum. Haßel erwartet weder vom privaten Konsum noch von den Investitionen der Unternehmen hierzulande einen nennenswerten Impuls für die Konjunktur. Zu groß sei die Verunsicherung über drohende Arbeitslosigkeit und die Furcht vor neuen Kursverlusten an den Aktienmärkten. "Wenn es einen Double Dip in den USA geben sollte, würde die deutsche Wirtschaft ebenfalls wieder in eine Rezession geraten", sagte Haßel und schloss damit den schlimmsten Fall nicht aus, dass die US-Wirtschaft nach der Rezession im vergangenen Jahr und einer Erholung im ersten Halbjahr 2002 erneut einbrechen könnte. HOFFNUNGSZEICHEN VON KONSUM UND INVESTITIONEN? Die Exporte blieben im zweiten Quartal die Hauptstütze der Konjunktur. Nach dem starken Anstieg in den ersten drei Monaten legten sie laut Bundesbank um fünf Prozent zum Vorquartal zu. Allerdings haben sich die Geschäftserwartungen der Exporteure in den vergangenen Monaten mit der wachsenden Sorge vor einer schwächeren US-Konjunktur und der Euro-Aufwertung wieder eingetrübt. Auch Nitsch erwartet vom Außenbeitrag in der zweiten Jahreshälfte keinen stärkeren Schub mehr. Die zurzeit allgemein trübe Stimmung in der Wirtschaft verdeckt nach Einschätzung von Volkswirten jedoch einige ermutigende Signale. Nitsch geht von einer Trendwende bei den Investitionen und der Industrieproduktion im zweiten Halbjahr aus. Ab dem zweiten Quartal sei bei den Ausrüstungsinvestitionen erstmals seit rund anderthalb Jahren ein leichtes Plus zu erwarten. Ein Zuwachs der Industrie steht Nitsch zufolge selbst dann nicht in Frage, wenn der Ifo-Geschäftsklimaindex im August den dritten Monat in Folge sinken sollte, was nach einer Faustregel für ein Abknicken der Industriekonjunktur spricht. Der Ifo-Index sei im Frühjahr von übertriebenem Optimismus nach oben befördert worden, nun könne es eine Übertreibung nach unten geben. Auch der bisherige Hemmschuh der Volkswirtschaft, der Konsum, wird allmählich einen Beitrag zum Wachstum leisten, glaubt Ulla Kochwasser von der Mizuho Corporate Bank. Geringe Inflation, ein Abflauen des "Teuro"-Ärgers und die Lohnerhöhungen von rund drei Prozent in diesem Jahr sollten die Konsumzurückhaltung allmählich vertreiben. Schon im zweiten Quartal setzte der Einzelhandel nach den Daten der Bundesbank ein Prozent zum Vorquartal mehr um, und auch der gesamte Konsum wuchs erstmals nach neun Monaten Rückgang wieder. iws/sam
Quelle: REUTERS
Gordon Shamway
20.08.2002, 16:35
EU will Russland offiziellen Marktwirtschaft-Status geben
Brüssel (vwd) - Russland soll von der EU nun auch den rechtlichen Status einer Marktwirtschaft erhalten. Dazu hat die Europäische Kommission am Dienstag zwei Gesetzesinitiativen zur Änderung von Antidumping- und Antisubventionsvorschriften vorgeschlagen. Kommissionspräsident Romano Prodi hatte beim EU-Russland-Gipfel im Mai die politische Erklärung zur Anerkennung Russlands als Marktwirtschaft abgegeben. Bei der Berechnung der Dumpingspannen will die Kommission künftig die Kosten und Preise russischer Unternehmen anstatt von anderen Drittländern heranziehen.
In den EU-Antidumpingvorschriften werden unterschiedliche Methoden angewandt, je nachdem ob ein Land als Marktwirtschaft anerkannt wird oder nicht. Diesen Schritt bezeichnete die Kommission als wichtigen Meilenstein auf dem Weg Russlands zur Mitgliedschaft in der Welthandelsorganisation (WTO), bei dem die EU eine Vorreiterrolle spiele. Bei den Antisubventionsvorschriften schlägt die Kommission eine Änderung der Leitlinien für Gewinne aus Exportsubventionen vor.
Damit werde das EU-Recht an bestimmte Entwicklungen in der WTO angepasst die eine Differenzierung nach gewissen Subventionsarten vorsehe. Nach Aussage eines Kommissionssprechers resultiert aus den beiden Novellen eine weitere "Öffnung der russischen Märkte". Die Kommissionsvorschläge muss noch der EU-Rat im Herbst formell absegnen, bevor die Gesetzesänderungen in Kraft treten können. +++ Ali Ulucay
vwd/20.8.2002/ul/jej
Gordon Shamway
20.08.2002, 21:16
USA: Defizit im Staatshaushalt im Juli bei 29,2 Mrd Dollar
WASHINGTON (dpa-AFX) - Die USA haben im Juli ein Defizit im Staatshaushalt von rund 29,2 Milliarden Dollar ausgewiesen. Ausgaben von 163,57 Milliarden Dollar hätten Einnahmen von nur 134,41 Milliarden Dollar gegenüber gestanden, teilte die US-Regierung am Dienstag in Washington mit. Beobachter hatten allerdings mit einem noch höheren Defizit von 31,3 Milliarden Dollar gerechnet. Vor einem Jahr war noch ein Überschuss von 2,8 Milliarden Dollar erzielt worden.
Die US-Regierung erwartet für das Gesamtjahr ein Minus von 165 Milliarden Dollar. Volkswirte rechnen sogar mit bis zu 190 Milliarden Dollar. Es wäre das erste Defizit im Staatshaushalt seit 1997./FX/rw/af
info@dpa-AFX.de
Gordon Shamway
20.08.2002, 21:47
Ökonomen setzen trotz Flut auf Wachstum
Von Sebastian Dullien, Berlin
Trotz der verheerenden Zerstörungen der Flutkatastrophe in Ostdeutschland zeigen sich Bankenvolkswirte bislang zuversichtlich, dass die Folgen für das gesamtdeutsche Wirtschaftswachstum vernachlässigbar bleiben. Es könnte sogar zu einem leicht positiven Effekt kommen.
"Ich glaube nicht, dass die Höhe des Bruttoinlandsprodukts dadurch beeinflusst wird", sagte Ralph Solveen von der Commerzbank. Seine Kollegen von der Investmentbank Morgan Stanley sehen das ähnlich: "Oft haben Naturkatastrophen sogar positive Wirkungen auf das Wachstum", heißt es in ihrer jüngsten Studie.
Seit Tagen versuchen Experten, die Folgen der Naturkatastrophe in Ostdeutschland zu bewerten. Jüngste Schätzungen besagen, dass die direkten Schäden 15 bis 20 Mrd. Euro betragen. Am Montag hatte die Bundesregierung angekündigt, ein Hilfspaket aufzulegen und die Kosten durch eine Verschiebung der nächsten Stufe der Steuerreform zu decken.
Zwar dürften massiv Vermögenswerte vernichtet worden sein, so die Ökonomen von Morgan Stanley. Die Verluste in der laufenden Produktion könnten allerdings größtenteils rasch aufgeholt werden. Aufräumarbeiten und Ersatzanschaffungen führten sogar zu einer Erhöhung des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Auch Stefan Bielmeier von der Deutschen Bank rechnet damit, dass sich die Produktionseinbußen schnell wieder aufholen lassen - ähnlich wie es nach Streiks der Fall sei. Hinzu komme, dass die drei betroffenen östlichen Bundesländer nur 7,7 Prozent des gesamtdeutschen BIP ausmachen.
Schwierigkeiten bei der Zulieferung
Commerzbank-Volkswirt Solveen gab sich zuversichtlich, dass es trotz der Zerstörungen an Schienen und Straßen nicht zu einer Beeinträchtigung der Produktion kommen werde: "Im ersten Moment mag es zwar Schwierigkeiten etwa bei der Zulieferung geben, aber die Firmen werden schnell Ausweichrouten finden." Umstritten blieb am Dienstag, welche Folgen die jüngsten Pläne der Bundesregierung für ein Hilfspaket und dessen Finanzierung durch ein Verschieben der Steuerreform 2003 haben werden.
"Wenn tatsächlich alle Mittel des Hilfsprogramms auch ausgegeben werden, könnte es sogar zu einem leicht positiven Effekt kommen", sagte Gustav Horn vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung. Die Erhöhung der staatlichen Investitionen könnte den konjunkturell dämpfenden Effekt kompensieren, den die ausbleibende Steuerentlastung zur Folge haben könne. Allerdings bestehe die Gefahr, dass die Länder einen Teil der Mittel gar nicht ausgeben, den sie durch die Verschiebung der Steuerreform eingespart haben, so Horn.
Auch Solveen warnte, die Regierungspläne könnten das Wachstum bremsen, "wenn nicht alle zusätzlichen Einnahmen auch tatsächlich ausgegeben werden". Den größten kurzfristigen Wachstumsimpuls hätte ein Hilfspaket gehabt, wenn es durch die Aufnahme neuer Schulden finanziert würde.
© 2002 Financial Times Deutschland
hoellenfuerst
20.08.2002, 21:52
USA: Defizit im Staatshaushalt im Juli bei 29,2 Mrd Dollar
ja und der feldzug kommt erst noch.... :eek:
Gordon Shamway
20.08.2002, 21:57
Diese Kosten sind wohl das Problem der Japaner. :(
Gordon Shamway
20.08.2002, 22:08
Banken rutschen tiefer in die Krise
Wertberichtigungen steigen deutlich. Hohe Ausfälle drohen bei mittelständischen Firmenkunden
Von Carsten Dierig und Jörg Eigendorf
Frankfurt/Main – Die Risikovorsorge deutscher Großbanken wird nach Meinung von Branchenbeobachtern im laufenden Geschäftsjahr höher ausfallen als es die Kreditinstitute bislang selbst prognostiziert haben. Das ergab eine Umfrage der WELT unter Analysten und Unternehmensberatern. „Wir rechnen damit, dass sich die Lage weiter verschlechtern wird“, sagte Karlo Fuchs von der Rating-Agentur Standard & Poor‘s.
Die vier deutschen Großbanken haben in den vergangenen Wochen mit Vorlage ihrer Halbjahreszahlen auch eine Prognose für das Gesamtjahr abgegeben. Danach rechnen die Häuser im laufenden Geschäftsjahr insgesamt mit Wertberichtigungen in Höhe von rund 7,2 Mrd. Euro auf ihre Kreditforderungen.
Die Risikovorsorge hat nach Meinung der Branchenbeobachter Ausmaße angenommen, die die Geschäftsbanken auf Dauer nicht tragen können. So musste die Dresdner Bank rund 27 Prozent ihrer operativen Erträge (Zinsüberschuss, Provisionsüberschuss, Handelsergebnis) aufbringen, um die Wertberichtigungen zu kompensieren. Bei der Hypo-Vereinsbank waren es rund 24 Prozent, bei der Commerzbank immerhin noch knapp 21 Prozent. Am besten steht bislang die Deutsche Bank da, die auf gut acht Prozent kommt.
Geht es nach den Analysten, werden sich die Quotienten weiter verschlechtern. „Die Wertberichtigungen gewinnen dadurch an Gewicht, dass die Erträge eingebrochen sind“, sagt David Williams von Morgan Stanley. Dabei erwarten die Analysten in der zweiten Jahreshälfte weniger Großausfälle als in den ersten sechs Monaten, als die Insolvenzen von Kirch, Holzmann und Babcock das hiesige Kreditgewerbe schwer belastet haben. Vielmehr rechnen die Beobachter vor allem mit höheren Wertberichtigungen im mittelständischen Firmenkundengeschäft. „Die Insolvenzstatistik ist ein guter Indikator“, sagt Otto Dichtl von BNP Paribas. „Dieses Jahr wird es rund 20 bis 30 Prozent mehr Konkurse geben als im Vorjahr.“ Zusätzliche Belastungen kämen nach der Flutkatastrophe in Ostdeutschland auf die Banken zu, meint Matthew Czepliewicz von der Investmentbank CSFB.
Die Branchenvertreter verweisen zudem darauf, dass die Banken traditionell die Hälfte bis drei Viertel ihrer Wertberichtigungen im vierten Quartal vornehmen. Dieses Phänomen wird damit begründet, dass die Filialen in der Regel möglichst lange abwarten, bevor sie Ausfälle an die Zentrale melden. „Das wird es auch in diesem Jahr geben“, sagt der Risikospezialist einer großen Unternehmensberatung. Allerdings werde der Effekt dieses Mal geringer ausfallen, da die Wirtschaftskrise bereits seit Jahresbeginn absehbar gewesen sei. Gleichwohl verhindere die schlechte Ertragslage, dass die Kreditinstitute bereits jetzt ihre Bücher w