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Gordon Shamway
01.07.2002, 18:04
Montag 1.7.02
Dollar legt nach gestiegenen US-Konjunkturdaten zu

New York, 01. Jul (Reuters) - Der unerwartet deutliche Anstieg des US-Einkaufsmanagerindex im Juni hat einen weiteren Beleg für die Konjunkturerholung in den USA geliefert und dem Dollar zu einem Kursanstieg verholfen.

Der Euro gab zwei Zehntel US-Cent auf bis zu 0,9870 Dollar nach, nachdem die Gemeinschaftswährung schon zuvor unter 99 US-Cent gesunken war.

Der an den Finanzmärkten viel beachtete Konjunkturindex der US-Einkaufsmanager ISM kletterte auf 56,2 von 55,7 Punkte - Volkswirte hatte im Schnitt nur einen leichten Anstieg auf 55,8 Punkte erwartet. Mit Werten deutlich über der 50-Punkte-Marke zeigt das Konjunkturbarometer inzwischen seit fünf Monaten einen Aufschwung in der Industrie, die zu einem Sechstel zur gesamten Wirtschaftsleistung beisteuert.

Die Rentenmärkte, die dank der großen Skepsis über die Konjunkturerholung und der Vertrauenskrise an den Aktienmärkten in den vergangenen Wochen stark zugelegt hatten, reagierten mit Kursverlusten auf die Daten. Der richtungweisende europäische Bund-Future weitete sein Minus zeitweise um zehn Ticks aus und notierte zuletzt mit 107,26 Punkten 16 Ticks leichter. Die zehnjährige US-Staatsanleihe rutschte ebenfalls tiefer ins Minus. "Interessant ist, dass beim ISM-Index die Preiskomponente angestiegen ist, deshalb stehen die Treasuries unter Druck. Aber letzten Endes wird der Aktienmarkt wieder dem Rentenmarkt die Richtung weisen", sagte Audrey Childe-Freeman von CIBC.

iws/ale

indextrader
01.07.2002, 18:11
...und dann schau sich mal einer an was die märkte
daraus machen :confused: :eek: :D

hoellenfuerst
01.07.2002, 18:20
looft doch alles nach plan... :D

indextrader
01.07.2002, 18:21
looft doch alles nach plan

dann is ja alles jut :D

hoellenfuerst
01.07.2002, 18:22
:D

Gordon Shamway
01.07.2002, 18:27
Aktien NASDAQ: Schwacher Start in das zweite Halbjahr - WorldCom brechen ein

NEW YORK (dpa-AFX) - Die NASDAQ ist nach den leichten Kursgewinnen am Ende der vergangenen Woche mit deutlichen Verlusten in den ersten Handelstag der zweiten Jahreshälfte gestartet. Der Composite Index verlor im frühen Handel um 1,41 Prozent auf 1.443,04 Punkte, nach einem Plus von 0,39 Prozent am Freitag. Der Auswahlindex NASDAQ 100 sank um 1,61 Prozent auf 1.034,50 Zähler. Die Zahlen des ISM-Einkaufsmanagerindex für den Monat Juni, die am Nachmittag veröffentlicht wurden, hatten die Erwartungen der Experten übertroffen. Wie das Institut for Supply Management (ISM) mitteilte, legte der Index von 55,7 Punkte im Mai auf 56,2 Punkte zu. Von der Nachrichtenagentur AFX News befragte Volkswirte hatten dagegen lediglich mit einem Anstieg dieses Index im Berichtsmonat auf 55,8 Punkte gerechnet. Zum vorbörslich meistgehandelten Wert hatte sich am Montag die Papiere der Telefongesellschaft WorldCom entwickelt. In der vergangenen Woche war bekannt geworden, dass WorldCom Falschbuchungen in Gesamthöhe von 3,85 Milliarden Dollar vorgenommen hat. Danach wurde das Papier über mehrere Sitzungen vom Handel ausgesetzt und startete den Handel mit einem Minus von 90 Prozent auf 8 Cent. Rund 43,75 Millionen Stücke wechselten am ersten Handelstag nach der Aussetzung die Besitzer. Ähnliche Einbrüche verzeichnete das Papier des Softwareherstellers Compuware Corp. , die mit einem Minus von 26,52 Prozent auf 4,43 US-Dollar zweitschwächster Wert im Auswahlindex waren. Die größten Kursverluste mussten vor Handelsbeginn die Aktionäre des Pharmaunternehmens Alkermes hinnehmen. Die Papiere verloren bereits im Vorbörsenhandel um 48,16 Prozent auf 8,30 Dollar, nachdem die US-Gesundheitsbehörde FDA das Schizophrenie-Präparat Risperdal Consta von Johnson & Johnson vorerst nicht zugelassen hatte. Alkermes würde das Präparat im Fall einer Zulassung herstellen. Nach der regulären Handelsaufnahme verlor der Aktiekurs 58,78 Prozent auf 6,60 US-Dollar. Abwärts ging es auch für die Aktie der Tripos Inc . Das auf Chemikalien und IT-Produkte zum Nachweis von Drogen spezialisierte Unternehmen hatte zuvor seine Prognosen für das 2. Quartal und das Gesamtjahr nach unten korrigiert. Der Kurs gab um um 61,74 Prozent auf 8,34 Dollar nach./ts/av

Quelle: DPA-AFX

hoellenfuerst
01.07.2002, 18:33
das worldcom filetiert wird :D

Gordon Shamway
01.07.2002, 22:57
US-Wirtschaft - Anleger können aufatmen

Die amerikanischen Volkswirte schätzen die Aussichten der US-Wirtschaft überraschend positiv ein: Ungeachtet der jüngsten Bilanzskandale, der Schwäche des Dollars und der latenten Gefahr weiterer Terrorattacken glaubt die Mehrzahl der Finanzprofis, dass sich das Wirtschaftswachstum in den Vereinigten Staaten fortsetzten wird.

In einer Ende Juni vom Wall Street Journal unter 55 Volkswirten durchgeführten Umfrage haben diese überwiegend angegeben, dass die Wirtschaft das gesamte Jahr hindurch wachsen werde. Das erneute Abrutschen in die Rezession halten viele der Analysten hingegen für unwahrscheinlich.

Der Konsensus für das Bruttoinlandsprodukt (BIP), den aussagekräftigsten Indikator zur Beurteilung der heimischen Wirtschaft, beträgt für das zweite Halbjahr 2002 3,5 Prozent. Für die ersten sechs Monate in 2003 lautet die Prognose auf plus 3,6 Prozent. Im ersten Quartal ist die amerikanische Wirtschaft um 6,1 Prozent (revidiert) gewachsen.

Immobilienverkäufe sind der Schlüssel

Die nun veröffentlichten Schätzungen liegen zwar deutlich unter dem Niveau des ersten Quartals und auch in Anbetracht eines beginnenden Konjunkturaufschwungs fallen die Prognosen eher verhalten aus. Jedoch liegen sie signifikant über dem Konsensus für das gerade beendete zweite Quartal.

Einer der Gründe für den Optimismus unter den Volkswirten ist der anhaltende Bauboom. Begünstigt durch das extrem günstige Zinsniveau meldeten die US-Behörden in den letzten Monaten immer wieder beeindruckende Zahlen beim Absatz von Immobilien.

Hinzu kommt, dass die verschiedenen Stimuli der Regierung, beispielsweise die Mehrausgaben für die nationale Sicherheit und die Steuererleichterungen, sich nun positiv auf die Wirtschaft auswirken.

Auch bei den Unternehmensgewinnen sehen die Profis langsam Land. Die massiven Kostensenkungsprogramme und die Maßnahmen zur Steigerung der Effizienz zahlen sich aus. vier Fünftel der Befragten sagten zudem, sie rechneten für die kommenden zwölf Monate mit zweistelligen prozentualen Gewinnzuwächsen.

Die Gewinne erholen sich schneller als erwartet, aber die Leute wissen nicht, ob sie den Verantwortlichen trauen könne.

© 01.07.2002 www.stock-world.de

hoellenfuerst
01.07.2002, 23:06
dann ist ja alles supergut :D

hoellenfuerst
01.07.2002, 23:16
finance online-Nachricht

Montag, 01.07.2002, 22:04
Marktbericht: US-Technologieindex verliert fast 4 Prozent

Erneut haben die US-Börsen einen Handelstag im Minus beendet. Grund hierfür
sind wieder einmal neue Ängste über mögliche weitere Skandale. Der größte Skandal
der vergangenen Tage beschäftigte auch heute die Aktionäre. Worldcom, der Telekomkonzern,
der in der vergangenen Woche Bilanzfälschungen zugeben musste, steht kurz vor
dem Ende. Diese Erkenntnis sorgte heute für extrem schlechte Stimmung, die in
einem Kursrutsch für die Nasdaq endete. Auch der Dow Jones beendete den Handel
deutlich im Minus.
Dow Jones: 9.127 (-1,2 Prozent)
Nasdaq: 1.405 (-3,97 Prozent)
Der amerikanische Medienkonzern Walt Disney teilte am Freitag mit, dass der
Ergebnisbericht für das Fiskaljahr 2000 und 2001 revidiert werden muss. Als
Grund nannte das Unternehmen einen Berechnungsfehler auf Grund neuer Bilanzierungsmethoden.
Die Neugestaltung soll sich jedoch positiv für Disney auswirken, denn das Unternehmen
hat Abschreibungen zu hoch bewertet. Die Gewinnausweise für die Jahre 2000 und
2001 werden dementsprechend besser ausfallen als bislang bilanziert. So hat
das Unternehmen im Jahr 2000 statt den gemeldeten 1,6 Mrd. Dollar 2,2 Mrd. Dollar
verdient, im Jahr 2001 613 Mio. Dollar statt 358 Mio. Dollar.
Wie der weltweit größte Einzelhändler WalMart heute bekannt gab, werden die
Umsätze im aktuellen Quartal am oberen Ende der Erwartungen liegen. Dies bedeutet,
dass das Management mit einem Wachstum von ca. 7 Prozent rechnet. Analysten
gehen von einem Gewinn von 44 Cents je Aktie und einem Umsatz von 59,2 Mrd.
Dollar aus.
Das amerikanische Telekommunikationsunternehmen Tellium musste heute für das
aktuelle Quartal eine Gewinnwarnung veröffentlichen. Wie das Unternehmen bekannt
gab, wird der Umsatz im aktuellen Quartal wahrscheinlich rund 95 Prozent unter
dem Vorquartal liegen. Als Grund hierfür wurden die fatalen Bedingungen auf
dem Telekommunikationsmarkt angegeben. Nach einem Erlös von 54 Mio. Dollar im ersten Quartal werden es im zweiten Quartal lediglich 3 Mio. Dollar werden.
Gleichzeitig wird ein Verlust von 38-42 Cents je Aktie anfallen. Analysten waren
bisher von einem Minus von 12 Cents je Aktie ausgegangen.
Der amerikanische IT-Dienstleister EDS gab heute bekannt, dass er mit Einbußen
rechnet, nachdem sein Kunde Worldcom aufgrund eines Bilanzierungsskandals kurz
vor dem Bankrott steht. Den Angaben zufolge hatte EDS im aktuellen und im nächsten
Quartal mit 160-170 Mio. Dollar Umsatz aus Verträgen mit WorldCom gerechnet.
Zudem sollte Worldcom jeweils 3-4 Cents je Aktie zum Gewinn von EDS beisteuern. Statt dessen wird EDS allerdings mit einem Totalausfall rechnen müssen.
Der Mischkonzern 3M Co. teilte am Montag mit, dass er für das zweite Quartal
aufgrund stärkerer Umsätze mit einem höher als erwarteten Ergebnis rechnet.
Demnach erwartet man einen Gewinn von 1,33 Dollar pro Aktie, während Analysten
derzeit einen Gewinn von lediglich 1,25 Dollar pro Aktie prognostizieren. Im Vorjahr lag das EPS-Ergebnis bei 1,12 Dollar. Die Aktie von 3M (ehemals Minnesota
Mining and Manufacturing Co.) beendete den Handel am Freitag an der NYSE bei
123,00 Dollar.
Der US-Technologiekonzern General Electric Co. wird mittelfristig rund 1 Mrd.
Dollar in sein spanisches Vermögens-Portfolio investieren, so CEO Jeffrey Immelt
am Montag gegenüber der spanischen Tageszeitung "Expansion". Laut der Finanzzeitung
will der Konzern seine Investitionen in den spanischen Vermögensmarkt ausdehnen,
die sich derzeit auf 150 Mio. Dollar belaufen und lediglich einen kleinen Teil eines großen europäischen Vermögens-Portfolios darstellen. Die Aktie des US-Konglomerats,
das Immelt zufolge kein Interesse mehr an einer Übernahme des Mischkonzerns
Honeywell International Inc. hat, schloss am Freitag an der NYSE bei 29,05 Dollar
(-2,84 Prozent).
Die angeschlagene WorldCom Inc., die zweitgrößte US-Telefongesellschaft für
Fernverbindungen, gab am Montag bekannt, dass ihr Prüfungsausschuss derzeit
die Bilanzen für die Jahre 1999 bis 2001 untersucht. Wie das Unternehmen vor
der US-Börsenaufsichtsbehörde SEC unter Eid aussagte, wurden speziell Fragen
über "bestimmte materielle Inversionen von überschüssigen Einnahmen während
2000 und 1999" aufgeworfen. Vergangene Woche wurde der Konzern von der SEC des
Betrugs angeklagt. Er soll durch eine nicht korrekte Bilanzierung von Ausgaben
in Höhe von 3,85 Mrd. Dollar Verluste in Höhe von bis zu 1,22 Mrd. Dollar versteckt
haben.
info@finance-online.de

Gordon Shamway
02.07.2002, 16:58
Activest: Wirtschaft rauf, Aktien runter

Der US-Aktienmarkt ist überverkauft und fundamental unterbewertet, meinen die Experten der Fondgesellschaft Activest. Dennoch bleibe der Markt nach den jüngsten Bilanzierungs-Skandalen weiterhin sehr anfällig für schlechte Unternehmens-Nachrichten. Potenzial für Kursanstiege sehen die Activest-Fachleute daher nicht. Sie rechnen auf mittlere Sicht allenfalls mit einem moderaten Anstieg der Haupt-Indizes.

Die US-Wirtschaft dagegen befindet sich eindeutig auf dem Weg nach oben: Im ersten Quartal sei sie um 5,6 Prozent gewachsen, für den Rest des Jahres seien 2,3 Prozent Wachstum realistisch. Trotz Aufschwungs würden sich die Unternehmens-Gewinne in den kommenden Monaten aber nur schrittweise verbessern, meinen die Activest-Experten. Die Konjunktur-Aussichten in Euroland sind ihrer Ansicht nach ebenfalls rosig. Die Stimmungsindikatoren seien günstig, der Aufschwung werde an Dynamik weiter zunehmen. Im ersten Quartal habe das europäische Bruttoinlands-Produkt bereits um 0,2 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr angezogen.

Allerdings verlaufen auch in Euroland die Aktienkurse gegen den volkswirtschaftlichen Trend: Die Angst vor weiteren Bilanzierungs-Debakeln drücke die Stimmung und die Kurse. Dabei seien die Tiefststände unter Umständen noch nicht erreicht. Ein Aktien-Ausverkauf könne noch bevorstehen, meinen die Experten der Activest. Erst auf mittlere Sicht erwarten die Strategen wieder steigende Kurse.

DER FONDS.com 02.07.02 dae

Gordon Shamway
02.07.2002, 17:43
FOKUS 1-Duisenberg- Konjunkturelle Erholung ist weiter unsicher

Straßburg, 02. Jul (Reuters) - Zwei Tage vor der nächsten Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) hat EZB-Präsident Wim Duisenberg auf anhaltende Unsicherheit bei den Aussichten für Konjunktur und Inflation in der Euro-Zone hingewiesen. Damit bestärkte Duisenberg die Erwartung an den Finanzmärkten, dass die EZB am Donnerstag noch nicht die Leitzinsen in der Euro-Zone erhöht. "Wir müssen abwarten und schauen, wie sich die Dinge entwickeln", sagte Duisenberg zu Risiken für die Preisstabilität am Dienstag vor dem Europäischen Parlament in Straßburg. Obwohl der Euro-Anstieg zu sinkendem Inflationsdruck beitrage, werde die EZB alle Entwicklungen genau beobachten, fügte Duisenberg bei der Vorstellung des EZB-Jahresberichtes 2001 hinzu. Anlass zur Sorge seien die hohen Lohnabschlüsse in einigen Ländern. Der EZB-Präsident bekräftigte, es sei wahrscheinlich, dass sich das Wirtschaftswachstum bis zum Jahresende auf mehr als zwei Prozent beschleunigt. Bei der jüngsten Reuters-Umfrage hatten alle 21 befragten Geldmarkthändler gesagt, bei der EZB-Ratssitzung in dieser Woche sei nicht mit einer Anhebung des Schlüsselzinses von derzeit 3,25 Prozent zu rechnen. UNSICHERHEIT ALS GEGENGEWICHT ZU INFLATIONSSORGEN Nach wie vor schwer einzuschätzen ist Analysten zufolge, wie lange die EZB noch mit einer Zinserhöhung zögert. Duisenberg äußerte sich zwar erneut besorgt über Inflationsgefahren, bezeichnete aber auch die Stärke der Konjunkturerholung als ungewiss. "Er hört sich ein bischen besorgter über die Inflation an als wir erwartet hatten, aber er betont gleichzeitig weiter die Unsicherheit. Die EZB könnte diese Position für Monate beibehalten", sagte Neville Hill von CSFB in London. Die zinsempfindlichen Futures auf kurzfristige Bundesanleihen gaben zunächst etwas nach, weil die Marktteilnehmer eine baldige Zinserhöhung wieder für etwas wahrscheinlicher hielten. Im Verlauf erholten sich die Papiere jedoch wieder. Viele Volkswirte rechnen erst ab September mit einer Zinserhöhung. DUISENBERG ENTTÄUSCHT ÜBER INFLATIONSENTWICKLUNG IN 2001 Der EZB-Präsident äußerte sich enttäuscht über die Inflation im vergangenen Jahr, die im Durchschnitt eine Jahresteuerung von 2,5 Prozent aufwies. "Wir sind mit diesem Ergebnis nicht zufrieden, das einer Preisstabilität nicht entspricht", sagte Duisenberg. Es bestehe die Gefahr, dass die von besonderen Faktoren verursachten Abweichungen von der Preisstabilität die längerfristigen Inflationserwartungen in die Höhe treiben und so die Entwicklung der Preise und Löhne beeinflussen. Duisenberg betonte erneut die Bedeutung von Lohnzurückhaltung für ein stabiles Preisniveau und die Geldpolitik der EZB. EZB WILL HOHES M3-WACHSTUM GENAU BEOBACHTEN Das hohe Wachstum der Geldmenge M3 spiegelt Duisenberg zufolge immer noch die Zuflucht der Anleger in sichere Geldanlagen wieder. Die EZB werde jedoch die M3-Entwicklung genau beobachten: "Diese Entwicklungen müssen genau beobachtet werden, da sie möglicherweise irgendwann auf Risiken für die Preisstabilität hindeuten, insbesondere während einer Zeit der wirtschaftlichen Erholung." Der EZB-Präsident wies aber zugleich darauf hin, dass die EZB nicht auf kurzfristige Bewegungen des M3-Wachstums mechanisch reagiere. Die Geldmenge ist bereits seit vielen Monaten stark gestiegen, was die EZB weiterhin auf die Kapitalumschichtungen an den Finanzmärkten in kurzfristige festverzinsliche Anleihen zurückführt. Die meisten Volkswirte erwarten frühestens im September eine Zinserhöhung der EZB, wenn die Konjunktur wie erwartet Fahrt aufnehmen und die Inflationsgefahren damit wachsen werden. Einige Volkswirte haben den Termin für eine geldpolitische Straffung inzwischen nach hinten verschoben, insbesondere weil der kräftige Anstieg des Euro auf fast einen Dollar den Preisanstieg über die Import- und Ölpreise dämpft. sam/iws

Quelle: REUTERS

Auge
02.07.2002, 19:30
Die Volkswirte und Wirtschaftsweisen lügen genau so wie die Analysten.

...oder sind genau so unfähig...

Gordon Shamway
02.07.2002, 21:09
FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Frühindikatoren deuten nach Einschätzung der Fondsexperten von Henderson auf eine Stabilisierung der Wirtschaft und damit auch der Unternehmensgewinne hin. Henderson Global Investors bezieht sich mit dieser Markteinschätzung, die am Dienstag in Frankfurt erschien, auf die Daten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD).

Hiernach dürfte die Industrieproduktion in den nächsten Monaten stark zulegen. Davon dürften insbesondere Regionen wie Japan und Europa profitieren, schätzte Henderson ein. "Da wir jedoch damit rechnen, dass die Investitionen sich verzögern, dürfte die Erholung noch auf etwas wackligen Füßen stehen", hieß es weiter./mw/ak/






info@dpa-AFX.de

Gordon Shamway
02.07.2002, 22:04
Elefant aus Glas


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Fünf Jahre nach der Asienkrise: Die Opfer von damals haben sich erholt, jetzt zittern ihre Nachbarn

von Jutta Hoffritz


In Thailand haben die Wahrsager Konjunktur. 25 Millionen Euro gaben allein die Bewohner Bangkoks im vergangenen Jahr aus, um einen Blick in die Zukunft zu tun. Schwerpunkt des Interesses im Jahr fünf nach der Asienkrise: die wirtschaftlichen Aussichten.

Die Seher können Entwarnung geben, die Opfer von damals haben sich erholt: Thailand, das Land, in dem die Krise 1997 ausbrach, Indonesien, wo die Banken die meisten faulen Kredite vergaben, Malaysia, dessen Regierung sich am lautesten gegen Ratschläge des Internationalen Währungsfonds wehrte, und vor allem Südkorea, die Nation, die als letzte noch in den Strudel geriet - sie alle sind wieder auf dem Wachstumspfad. Zwischen drei und sechs Prozent Zuwachs beim Bruttosozialprodukt dürften die ehemaligen Krisenländer dieses Jahr erreichen, prognostiziert Consensus Economics in London.

Schlechte Noten gibt es dagegen für die Klassenbesten von damals - für jene asiatischen Länder, die vor fünf Jahren glimpflich davon kamen. Die Ökonomien von Singapur und Taiwan schrumpften vergangenes Jahr um zwei Prozent. In Hongkong stagnierte die Wirtschaft, das trug seinen Teil dazu bei, die erfolgsverwöhnten Bewohner der Stadt zu deprimieren: Die Zahl der Selbstmorde ist seit 1997 um ein Viertel gestiegen. Besonders die Jungen suchen den Freitod. "Die wurden im Boom geboren und haben nie gelernt, mit Problemen umzugehen", analysiert Dennis Wong, Soziologe an der City University.

Auch viele Politiker der Region sind nachhaltig verunsichert. Über Dekaden wuchsen die von ihnen geführten Volkswirtschaften fast von selbst, dann wurden die Schwächen überdeutlich: Die Cliquenwirtschaft, die regierungsnahe Clans von öffentlichen Geldern profitierten ließ. Die Konglomerate in Familienhand, die von Taschenrechnern über Mobiltelefone bis hin zu Flugzeugträgern einfach alles anboten. Die Banken, die diese Expansion ohne Rücksicht auf Rendite finanzierten, weil sie demselben Clan oder dem Staat gehörten.

Viele dieser Traditionen überlebten die Krise nicht. Genausowenig wie der Drang, auch architektonisch Zeichen zu setzen: Zwar preisen thailändische Fremdenführer auch heute noch die Silhouette ihrer Hauptstadt. Ein Wolkenkratzer wurde in seinen Umrissen einem Elefanten nachempfunden. Fährt man aber abends durch Bangkok, stellt man fest, dass in den neueren Bürotürmen oft ganze Etagen unbeleuchtet sind. Ähnlich steht es in Malaysias Metropole Kuala Lumpur, wo 1997 die Petronas Towers eingeweiht wurden, das höchste Gebäude der Welt. Es gibt zwar noch Baustellen in Kuala Lumpur. Doch statt Mauern wachsen dort nur Moos und tropische Pflanzen. Von ihrer Bauwut ist die Region erst mal kuriert.

Halsketten zu Geldreserven

Asien hat sich verändert. Korea ist mit den Reformen am weitesten. Dort nahm man sich den Crash so zu Herzen, dass viele Frauen ihren Schmuck zur Stärkung der staatlichen Goldreserve opferten. Auch die Regierung fügte sich schnell in die nötigen Spar- und Umbaumaßnahmen. So konnte Korea seine Kredite vom Weltwährungsfonds früher als geplant zurückzahlen und liegt beim Wachstum wieder vorn. Allerdings gab es auch Pannen, bei der Zerschlagung der "Chaebols" zum Beispiel. Immer noch sind diese Mischkonzerne in höchstem Maß verschachtelt. Verkäufe von Tochterfirmen scheitern - wie etwa beim Halbleiterhersteller Hynix - oft immer noch aus Angst vor ausländischen Investoren.

Besonders ausgeprägt ist diese Furcht in Thailand, dem "Land der Freien". Jahrhundertelang hielt sich das Königreich das Ausland vom Hals, jetzt fürchtet es wirtschaftliche Kolonialisierung. Dennoch konnte der Weltwährungsfonds wenigstens gewisse Standards etablieren - etwa eine transparentere Buchhaltung und ein Konkursrecht. Als nach 1997 das Chaos bereinigt werden musste, stellte sich heraus, dass für Firmenpleiten schlicht die rechtliche Grundlage fehlte. Kungeleien gibt es immer noch. So hat Premier Shinawatra Thaksin viel Popularität verloren, weil vermutet wird, dass der Politiker Freunde und vor allem das familieneigene Unternehmen begünstigt. Doch inzwischen wird solches Gebaren wenigstens laut kritisiert - selbst von König Bhumibol.

Thailands Nachbar Malaysia bemüht sich ums Saubermann-Image. Premier Mohamad Mahathir feuerte im Sommer 2001 seinen langjährigen Finanzminister, weil der bei der Sanierung maroder Konzerne Freunden allzu offensichtlich Gutes tat.

Am schwersten tut sich Indonesien mit den Aufräumarbeiten. Drei Regierungswechsel hat das Land seit 1997 hinter sich. Weder gelang es, die herrschenden Politiker und Unternehmer gegen eine neue Elite auszutauschen, die den Namen verdient, noch sind die Konflikte zwischen den Völkergruppen des Inselstaats beigelegt worden. Zwar haben die indonesischen Banken Fortschritte gemacht: War 1997 noch fast jeder zweite Kredit faul, galten nach Angaben der Asia Development Bank im vergangenen Jahr nur rund 15 Prozent als uneinbringbar. Aber die anderen Krisenländer sind weiter: Thailand hatte vergangenen September noch 13 Prozent der Bankverbindlichkeiten zu bereinigen, Malaysia 12 Prozent, Korea 6 Prozent.

Großreinemachen ist notwendig, das haben auch die Regierungen der erfolgreichsten Tigerstaaten verstanden. Die Taiwanesen verfolgen die Krisenbewältigung der Wettbewerber schon fast mit Neid: "Die Konkurrenz steht unter großem Druck zur Restrukturierung", warnte Hu Sheng-Cheng, der Direktor des Wirtschaftsinstituts Academia Sinica in Taipeh, schon im vergangenen Jahr. "Sie werden gestärkt aus der Krise hervorgehen. Unsere Regierung dagegen tut nicht genug." Eigentlich paradox: Während sich die Wachstumseinbußen in der Region im ersten Jahr nach dem Währungscrash zwischen minus 7 und minus 13 Prozent bewegten, verzeichnete Taiwan gerade mal Stagnation.

Aber dann: 2001 erlebte die Insel das schlechteste Jahr seit Staatsgründung. Auch Hongkong und Singapur haben Reparaturbedarf. Werden die Katastrophenschützer von Währungsfonds und Weltbank nun wieder nach Asien eilen müssen - diesmal mit anderen Zielflughäfen?

Sie sollten noch nicht buchen. Die zweite Krise in der Region ähnelt zwar der ersten - allerdings nur in den Symptomen: Taiwan muss einige Banken sanieren, Hongkong leidet seit der Übergabe an China unter einer Immobilienbaisse, Singapur will weg von staatsnahen Großkonzernen hin zu mehr Unternehmertum. Und alle jammern über zu wenig Wachstum. Doch die Ursachen dafür unterscheiden sich von denen vor fünf Jahren. Die gleichen Rezepte zu ihrer Lösung anzuwenden hieße, Wechseljahrsbeschwerden wie eine Pubertätsohnmacht zu behandeln. Thailand, Malaysia und Indonesien stolperten 1997, weil sie zu schnell zu viel erreichen wollten und mit dem Wachstum nicht fertig wurden. Ganz anders bei den Tigern der ersten Stunde: Taiwan, Hongkong und Singapur sind viel weiter entwickelt - und genau das macht ihnen derzeit zu schaffen.

Der IWF kann zu Hause bleiben

Auf die Hilfe des Währungsfonds sind sie zumindest nicht angewiesen. Singapur besitzt weltweit die höchsten Devisenreserven, auch Taiwan und Hongkong sitzen auf komfortablen Polstern. Jahrelang verdienten sie Devisen mit Chips, Kameras und Handys. Ihre Volkswirtschaften sind auf High Tech gebaut. Das machte sich in der Hochzeit der New Economy bezahlt, wurde allerdings im vergangenen Sommer, als der weltweite Boom in sich zusammenstürzte, zum Problem. Die Krisenländer von 1997 waren da besser dran, weil sie mit ihrer Spezialisierung noch nicht ganz so fortgeschritten waren. Einen weiteren Faktor im innerasiatischen Wettbewerb nennt Rainer Schweickert vom Kieler Institut für Weltwirtschaft: "Die menschliche Arbeitskraft kostet in diesen Ländern einfach noch weniger, und die Währungsabwertungen nach der Krise verstärkten diesen Vorteil."

Im Vergleich dazu sind die Tigerländer der ersten Generation schon relativ teure Standorte. Die Probleme von Singapur, Hongkong und Taiwan ähneln eher denen westlicher Staaten als denen ihrer Nachbarn. Wenn sie vorwärts kommen wollen, müssen sie das Schrauben und Montieren anderen überlassen und sich aufs Erfinden und Vermarkten konzentrieren. Beispiel Taiwan: Das Land ist von Mittelständlern und Tüftlern geprägt, fast so wie der deutsche Südwesten. Mit einem Unterschied: Die weltbekannten Markennamen fehlen. Lange Zeit kannten nur Fachleute Firmen wie die Acer-Gruppe, unter deren Dach weltweit die meisten Computer gebaut werden; die Taiwan Semiconductor Manufactoring Company, den größten Chip-Produzent der Welt; oder Premier Image, ein Unternehmen, das einen Großteil der Kameras herstellt, die rund um den Globus verkauft werden.

Doch das soll sich ändern. Wegen schwindender Margen beschloss Acer-Chef Stan Shih vor einem Jahr, die Zukunft seines Konzerns gehöre der Forschung. Acer lagert die Produktion aus. Produziert wird vor allem in China. Diese Entscheidung des einflussreichen Unternehmers kam einem Dammbruch gleich. Er verkündete laut, was viele Insulaner vorher nur heimlich taten: aufs Festland umziehen. Seit der Revolution 1949 liegen Taiwan und die Volksrepublik im Bruderzwist. Den Industriellen der Insel war es deshalb untersagt, sich auf dem kommunistischen Festland zu engagieren. Zum Jahreswechsel endlich lockerte Taipeh das Verbot.

Nun wird die Insel zum offiziellen Versuchslabor für den Umgang mit China. Es lockt ein Markt mit Millionen Kunden und billigen Arbeitskräften. Was aber, wenn das Experiment misslingt? Wenn das hilfsbedürftige China den Taiwanesen plötzlich Konkurrenz macht? Dann hätte die Insel mit dem Umzug der Fabriken seinen ökonomischen Abstieg eingeläutet.

Viele Investoren aus dem Westen scheiterten in China, verloren Geld, Reputation und geistiges Eigentum. Die Taiwanesen trauen sich mehr zu, der gemeinsamen Wurzeln wegen, und weil sie selbst an der verlängerten Werkbank anfingen. Aber sie sind auch abhängiger vom Erfolg als westliche Investoren vor ihnen. Vom Festland erhofft sich Taiwan eine Frischzellenkur, die Rückkehr zu Wachstumsraten weit über jene drei Prozent, die für dieses Jahr vorhergesagt werden. Die Nachbarn verfolgen das Experiment voller Spannung. Misslingt es, das wissen alle, würde sich die Region von dieser Art Asienkrise weniger schnell erholen.

www.zeit.de (http://www.zeit.de)

Gordon Shamway
03.07.2002, 17:07
TABELLE-US-Industrieauftragseingang im Mai gestiegen

Washington, 03. Jul (Reuters) - Der Auftragseingang der US-Industrie ist im Mai um 0,7 Prozent zum Vormonat gestiegen. Das Handelsministerium veröffentlichte am Mittwoch in Washington folgende Zahlen (Veränderungen gegenüber Vormonat in Prozent):

MAI 2002 APR 2002

Industrieaufträge + 0,7 vH + 0,7 vH
(rev. v. + 0,6)
Industrieaufträge
ohne Rüstung + 0,8 vH + 2,4 vH
(rev. v. + 2,1)


NOTE - Von Reuters befragte Volkswirte hatten im Durchschnitt beim Auftragseingang der Industrie für den Berichtsmonat einen Anstieg um 0,5 Prozent vorausgesagt.

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ISM-Service-Index im Juni überraschend stark zurückgegangen

New York, 03. Jul (Reuters) - Das Wachstumstempo der Geschäftstätigkeit im US-Dienstleistungssektor hat sich im Juni stärker als von Volkswirten erwartet verlangsamt. Der an den Finanzmärkten viel beachtete Service-Index des Institute for Supply Management (ISM) sank auf 57,2 Punkte von 60,1 Punkten im Mai, wie das Institut am Mittwoch mitteilte.
Von Reuters befragte Analysten hatten für Juni im Schnitt mit einem Indexstand von 58,8 Punkten gerechnet.
Ein Indexstand über 50 Punkten signalisiert eine wachsende Geschäftstätigkeit.

sharper.de

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1.7.02

USA: ISM-Index steigt überraschend

Auf einen Wert von 56,2 angestiegen ist überraschend der nationale Index der Einkaufsmanager im Verarbeitenden Gewerbe. Im Vormonat lag der Wert noch bei 55,7. Auch Vorhersagen hatten nur bei 55,5 gelegen.

Auch der Index der bezahlten Preise erhöhte sich von 63,0 auf 65,5, der Subindex für den Auftragseingang ging dagegen von 63,1 auf 60,8 zurück. Der Beschäftigungsindex stieg von 47,3 Zähler auf 49,7.

Gordon Shamway
03.07.2002, 17:55
IWF-Chef Köhler - Konjunktur erholt sich trotz Börsenschwäche

Frankfurt, 03. Jul (Reuters) - Der Internationale Währungsfonds (IWF) sieht die Weltkonjunktur weiter auf Erholungskurs, auch wenn die weltweite Börsenschwäche ein neues Risiko darstellt. Der Anstieg des Euro zum Dollar sei "richtig und erwünscht", sagte IWF-Chef Horst Köhler am Mittwoch bei einem von der Deutschen Bundesbank ausgerichteten Treffen mit Journalisten in Frankfurt. Der IWF erwarte keine schädliche ungeordnete Dollarabwertung, sagte Köhler Der Euro sei unterbewertet und der Dollar überbewertet, die Kursanpassung sei deshalb positiv und hilfreich. "Wir hoffen, dass es in ruhigen Bahnen weitergeht", sagte Köhler und fügte hinzu, der IWF gehe nicht von einer sprunghaften, ungeordneten Dollarabwertung aus. Seit Ende Januar ist der Euro um rund 15 Prozent auf fast einen Dollar in der Spitze gestiegen, notiert zurzeit aber wieder bei 0,98 Dollar. Die Euro-Aufwertung und die nur langsame Konjunkturerholung in der Euro-Zone ist Köhler zufolge derzeit kein Umfeld für eine Leitzinserhöhung der Europäischen Zentralbank (EZB). "Die Erhöhung der Zinsen ist jetzt nicht die erste Priorität", kommentierte Köhler die Geldpolitik, ohne dabei den Hinweis auf die Unabhängigkeit der Notenbank zu vergessen. Der EZB-Rat entscheidet am Donnerstag das nächste Mal über die Leitzinsen. Analysten und Märkte erwarten wegen der Euro-Aufwertung und der anhaltend schwachen Aktienmärkte in dieser Woche aber keine Zinserhöhung, sondern frühestens im Herbst, wenn die Konjunktur in der Euro-Zone anziehen und die Inflationsgefahr wachsen sollte. Durch Bilanzierungsskandale wie des inzwischen insolventen Energiekonzerns Enron und des Telekomunternehmens Worldcom ist Köhler zufolge die Gefahr gewachsen, dass die Talfahrt der Börsen die Konjunkturerholung lähmt. Sollte der Rückgang der Aktienkurse anhalten, könnten die Verbraucher in den USA sich beim Konsum zurückhalten und die Unternehmen bei sinkenden Gewinnerwartungen mit Investitionen zögern. "Die Unsicherheit über die Konjunktur hat sich vergrößert, aber nicht so sehr, dass man die Annahme einer Erholung in den USA aufgeben müsste", sagte Köhler beim Internationalen Club Frankfurter Wirtschaftsjournalisten. Trotz der höheren Risiken werde sich die Konjunkturerholung weltweit im zweiten Halbjahr beschleunigen. In Europa werde der Aufschwung langsamer verlaufen als es sich der IWF und viele Wirtschaftspolitiker wünschten, sagte der IWF-Chef. "Es ist nicht hilfreich, wenn die Europäer mal wieder auf die USA setzen, sie müssen vielmehr begreifen, dass die Erholung eine Sache der eigenen Wirtschaftskraft ist." Würde der IWF seine Wachstumsprognosen jetzt aktualisieren, würde er die Vorhersagen für die Weltwirtschaft, USA und Asien nach oben revidieren, die für Lateinamerika wegen der Sorgenländer Argentinien und Brasilien aber leicht nach unten abändern. Zu den aktuellen Verhandlungen des Währungsfonds mit Argentinien über Hilfskredite äußerte sich Köhler zuversichtlich. Wenn das Land die bekannten, vom IWF geforderten Reformen erfülle, sei eine Einigung möglich. Brasilien ist Köhler zufolge ein ganz anderer Fall als Argentinien, da es dort eine gute Wirtschafts- und Haushaltspolitik gebe. Die Unsicherheit der Investoren, die in Brasilien eine ebenso große Finanzkrise wie in Argentinien fürchten, lasse sich mit der bevorstehenden Präsidentenwahl erklären. "Hier ist eine Hysterie der Finanzmärkte und Analysten im Gange", sagte der IWF-Chef. iws/sam

Quelle: REUTERS

Gordon Shamway
03.07.2002, 20:56
Für Zinserhöhungen gibt es in Europa keine Eile
Analyse
Von Anja Struve
In diesen Tagen zitiert Deutsche-Bank-Chefvolkswirt Norbert Walter gern Murphys Gesetz. Danach läuft alles, was schief gehen kann, am Ende schief. Die meisten Volkswirte und Analysten scheinen dieser Regel allerdings nicht folgen zu wollen. Optimistisch prognostizieren die Experten, dass die weltweite Konjunktur im zweiten Halbjahr wieder deutlich anspringt und die krisengeschüttelten Finanzmärkte bis dahin die Wende zum Besseren geschafft haben.

Sorge um den Dollar

Angesichts der Fülle an Risikofaktoren und Ungleichgewichten, die den Ausblick verdüstern, verwundert so viel Optimismus. Vor allem die rasante Abwertung des Dollar, der beinahe täglich auf Parität zum Euro zu fallen droht, setzt ein Fragezeichen hinter die zuversichtlichen Szenarien. Denn anders als in früheren Phasen der Unsicherheit, in denen der Dollar stets wie ein Fels in der Brandung wirkte, könnte die weltweite Leitwährung diesmal selbst zum Problem werden. Zwar haben sich viele exportorientierte Unternehmen gegen Verschiebungen im Wechselkursverhältnis vorläufig abgesichert. Doch die Unsicherheit über Ausmaß und Tempo des Dollarverfalls erschwert die Investitionsplanung und damit auch die Bereitschaft, die Wirtschaft mit neuen Investitionen wieder in Schwung zu bringen.

Zudem haben die Bilanzskandale der vergangenen Monate eine tiefe Vertrauenskrise ausgelöst. Wie die jüngsten Beispiele WorldCom und Xerox zeigen, dürften die Wirtschaftsprüfer und Börsenaufseher nun sehr viel genauer hinsehen und dabei weitere Betrugsfälle und Pleiten aufdecken. Dies wird nicht nur die Stimmung an den Finanzmärkten weiter verschlechtern, sondern auch Konsequenzen für die Unternehmensfinanzierung haben. Bereits jetzt kämpfen viele Firmen mit einer deutlichen Verknappung ihres Eigenkapitals. Das Misstrauen der Geldgeber und die akuten eigenen Probleme vieler Banken machen eine Finanzierungskrise zunehmend wahrscheinlicher. Dies alles wird noch überschattet von der Angst vor weiteren Terroranschlägen.

In dieser Situation richtet sich ein großer Teil der Hoffnungen auf den US-Konsumenten, der bisher dank seiner ungebrochenen Ausgabebereitschaft zu einer Art Rettungsanker geworden ist. Allerdings schwinden die optimistischen Erwartungen, die sich auf "Consumer Joe" richten, zusehends. Denn viele amerikanische Verbraucher sind hoch verschuldet, seitdem der Kursverfall an den Aktienmärkten große Vermögenswerte vernichtet hat. Branchenkenner sprechen dabei bereits von der nächsten Blase, die platzen könnte. Sollten die amerikanischen Banken künftig nicht mehr so großzügig bei der Vergabe von Krediten und Kreditkarten sein, könnte der befürchtete "Double Dip", das erneute Abgleiten in eine Rezession, doch noch eintreten.

Das würde auch Europa hart treffen, zumal es bisher keine Anzeichen dafür gibt, dass der europäische Konsument in die Bresche springen und die Binnenkonjunktur in Europa kräftig ankurbeln könnte. Somit ist zu befürchten, dass der Wachstumsmotor USA ausfällt, ohne dass Europa oder eine andere große Volkswirtschaft diese Rolle übernimmt.

Auch wenn niemand weiß, ob dieses Negativszenario tatsächlich eintritt, so sollten es zumindest die Währungshüter auf ihrer Agenda haben. Es ist deshalb kaum zu erwarten, dass die EZB schon in Kürze die Zinsen erhöht. Zwar hat EZB-Präsident Wim Duisenberg die Märkte bereits vor Wochen auf einen solchen Zinsschritt eingestimmt. Doch der seither stark gestiegene Euro, der sich dämpfend auf die Inflation in der Eurozone auswirkt, hat der Europäischen Zentralbank bereits einen Teil ihrer Arbeit abgenommen. Und so lange nicht klar ist, ob nicht doch einiges von dem, was schief gehen kann, am Ende schief geht, kommt jede Zinserhöhung eindeutig zu früh.

Furcht vor Deflation

Sollte sich die weltwirtschaftliche Lage verschlechtern und die Vertrauenskrise noch weiter verschärfen, ist sogar ein ganz anderes geldpolitisches Szenario denkbar: Schließlich hat sich bereits in Japan gezeigt, dass nach dem Platzen einer Spekulationsblase und dem Ausbleiben gesamtwirtschaftlicher Nachfrage nicht die Inflation, sondern ein Preisverfall auf breiter Front der größte Feind der Geldpolitiker sein kann. Wenn Murphys Gesetz Recht behält, könnte sich die nächste Diskussion daher sogar weniger um Inflations-, sondern vielmehr um Deflationsgefahren drehen.

www.welt.de (http://www.welt.de)

Gordon Shamway
04.07.2002, 16:36
OECD sieht keine Erholung bei Direktinvestitionen in diesem Jahr

Paris, 04. Jul (Reuters) - Die ausländischen Direktinvestitionen in und aus den weltweit größten Volkswirtschaften sind 2001 nach OECD-Angaben um mehr als die Hälfte eingebrochen und dürften in diesem Jahr weiter sinken. Der Rückgang im vergangen Jahr - der stärkste in der jüngsten Vergangenheit - sei als Korrekturbewegung zu sehen, nachdem die zahlreichen Fusionen im Jahr zuvor die Direktinvestitionen auf ein Rekordniveau getrieben hätten, hieß es in einem am Donnerstag im Internet veröffentlichten Bericht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Auch in diesem Jahr sei wegen der anhaltenden Aktienmarktschwäche weltweit nicht mit einer Belebung der Kapitalbewegungen zu rechnen. Von Januar bis Anfang Juni 2002 seien Direktinvestitionen im Zuge von Fusionen und Übernahmen im Wert von weniger als 200 Milliarden Dollar in die 30 OECD-Mitgliedsstaaten geflossen und damit nicht einmal ein Drittel der gesamten Zuflüsse des vergangenen Jahres. Die Kapitalabflüsse der ersten fünf Monate von 2002 beliefen sich auf 185 Milliarden Dollar. Dies signalisiere für das Gesamtjahr einen Rückgang um etwa 20 Prozent. "Das würde die ausländischen Direktinvestitionen in und aus den OECD-Ländern auf das niedrigste Niveau seit 1997 bringen", hieß es in dem Bericht weiter. Allerdings könne die erwartete Belebung der Konjunktur in den meisten OECD-Staaten in der zweiten Jahreshälfte die Kapitalströme wieder etwas ankurbeln, sollten sich in diesem Zeitraum auch die Aktienmärkte erholen. phi/ale

Quelle: REUTERS

Gordon Shamway
04.07.2002, 16:38
Duisenberg - Aktienmarkt-Schwäche könnte Erholung erschweren

Luxemburg, 04. Jul (Reuters) - Die jüngste Vertrauenskrise an den Aktienmärkten könnte nach den Worten von EZB-Chef Wim Duisenberg die Wirtschaftserholung in der Euro-Zone erschweren. Zwar bleibe ein Wirtschaftsaufschwung im weiteren Jahresverlauf das wahrscheinlichste Szenario, sagte Duisenberg am Donnerstag in Luxemburg im Anschluss an die Ratssitzung der Europäischen Zentralbank (EZB). Die EZB hatte zuvor ihren Schlüsselzins für die Euro-Zone erwartungsgemäß unverändert bei 3,25 Prozent gelassen. Wegen der jüngsten Entwicklung am Finanzmarkt hätte das Risiko in jüngster Zeit jedoch nicht abgenommen. "Ich bin nicht ohne Sorge", sagte Duisenberg. Die Schwäche der Aktienmärkte sei einer der Gründe, warum die EZB die Zinsen am Donnerstag unverändert gelassen habe. Der Euro-Anstieg sollte nach Duisenbergs Worten die Inflation dämpfen. "Es ist jedoch schwierig, Umfang und Zeit dieser Wirkung abzuschätzen", sagte er. Dennoch zeigten die längerfristigen Preisrisiken eher nach oben. Kurzfristig sei der Inflationsausblick jedoch gemischt. Das hohe Wachstum der Geldmenge M3 könnte nach Duisenbergs Worten Portfolio-Umschichtungen angesichts der jüngst gestiegenen Unsicherheit an den Finanzmärkten reflektieren. Dennoch sei es Besorgnis erregend, dass es in der Euro-Zone mehr Liquidität gebe als für eine Wirtschaftserholung notwendig. Eine Zinserhöhung in der Euro-Zone in diesem Jahr halten die meisten Analysten nach wie vor für sicher - nur der Termin ist noch ungewiss. Die nächste Gelegenheit hierzu hat der EZB-Rat nach der Sommerpause bei seiner Sitzung am 12. September. Die Inflation in der Euro-Zone ist seit Monaten höher als von der EZB erwartet und könnte mit der Wirtschaftserholung steigen. Im Juni hatte sich der Verbraucherpreisanstieg auf eine Jahresrate von vorläufig 1,7 Prozent ermäßigt. Dennoch wird im Jahresschnitt die Rate wahrscheinlich knapp über zwei Prozent liegen und die EZB im dritten Jahr in Folge ihr Ziel stabiler Preise mit weniger als zwei Prozent Inflationsrate verfehlen. sam/bin

Quelle: REUTERS

Gordon Shamway
04.07.2002, 16:40
WIIW sieht schwächere Konunktur in Reformländern

Wien, 04. Jul (Reuters) - Das Wirtschaftswachstum in den Reformländern wird im laufenden Jahr wegen der sich abflachenden Weltkonjunktur deutlich schwächer ausfallen als im Rekordjahr 2000 und auch signifikant unter dem Wachstum des Vorjahres liegen. Eine Beschleunigung im nächsten Jahr hänge großteils von der Konjunkturentwicklung innerhalb der Europäischen Union (EU) ab, geht aus dem jüngstem Konjunkturbericht des Wiener Instituts für Internationale Wirtschaftsvergleiche (WIIW) für die Reformländer Mittel-, Ost- und Südosteuropas hervor. Das WIIW prognostiziere für 2002 für die MOEL-5-Länder (mittel- und osteuropäische Länder ohne Bulgarien und Rumänien) ein reales Wachstum des Bruttoinlandproduktes (BIP) von 1,6 Prozent nach real plus 2,2 Prozent im Jahr 2001. Für 2003 werde ein reales Wachstum von 2,5 Prozent erwartet. Trotz dieser Wachstumsverlangsamung bleibe das Tempo des Aufholprozesses gegenüber der EU mit rund zwei Prozentpunkten pro Jahr aufrecht, teilte das WIIW mit. Seit dem Rekordergebnis 2000, mit 3,9 Prozent reales BIP-Wachstum in den MOEL-5, habe sich das Wachstum deutlich verlangsamt. Dieser Trend - im Gleichklang mit der Abschwächung der Weltkonjunktur - halte auch in den ersten Monaten 2002 an. Die Industrieproduktion wachse nur langsam, in einigen Ländern sei sie sogar rückläufig. Das gleiche gelte für die Investitionen, was ein nicht ermutigendes Signal für die mittelfristigen Wachstumsaussichten dieser Region darstelle. Die schwache Industrieproduktion und ein geringer Anstieg der Produzentenpreise würde die finanzielle Lage der Unternehmen negativ beeinflussen. Die Arbeitsproduktivität steige, jedoch hauptsächlich aufgrund des Abbaus der Beschäftigung. Die bereits hohe Arbeitslosigkeit nehme weiter zu, teilte das WIIW mit. Für die MOEL 5-Länder wird eine Arbeitslosenrate von 15,5 Prozent im laufenden Jahr erwartet, gegenüber 14,5 Prozent im Vorjahr. Die Inflation jedenfalls befindet sich weiter auf dem Rückzug. Für 2002 wird sie im Durchschnitt mit 7,0 für die MOEL 5 und mit 5,5 im nächsten Jahr sinkend erwartet. 2001 war die durchschnittliche Inflationsrate bei 8,4 Prozent gelegen. Die bemerkenswerte Stärke der meisten mittel- und osteuropäischen Währungen lasse bisher kaum einen Einfluss auf die Entwicklung der Produktion und des Außenhandels erkennen. Die jüngsten Aufwertstendenzen würden großteils die finanziellen Transaktionen reflektieren, künftige Kurskorrekturen seien nicht ausgeschlossen. Größere Abwertungen seien aufgrund der zu erwarteten Kapitalzuflüsse in den Kandidatenländern - insbesondere im Hinblick auf ihren EU-Beitritt - mittelfristig nur wenig wahrscheinlich. AUSTRO-DIREKTINVESTITIONEN IN DIE OSTSTAATEN GESTIEGEN Nach jüngsten Daten des WIIW seien die österreichischen Direktinvestitionen im Jahr 2002 wieder stark angestiegen. In den ersten vier Monaten seien 1,8 Milliarden Euro in den Oststaaten investiert worden - fast dreimal so viel wie im Vorjahreszeitraum. ((--Finanzdienst Österreich, +431 53112 270, vienna.newsroom@reuters.com))

Quelle: REUTERS

Gordon Shamway
04.07.2002, 16:45
Schröder - Konjunktur in Deutschland startet durch

Berlin, 04. Jul (Reuters) - Die deutsche Wirtschaft befindet sich nach Einschätzung von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) bereits mitten in einem Aufschwung, der an Dynamik gewinnt. "Der Aufschwung startet durch", sagte Schröder seinem Redetext zufolge am Donnerstag in einer Regierungserklärung im Bundestag. Der Konjunkturaufschwung gewinne an Dynamik, erfasse alle Branchen und werde damit Beschäftigung sichern sowie neue Arbeitsplätze schaffen. Der Kanzler bestätigte die Prognose der Regierung, wonach im laufenden Jahr ein Wirtschaftswachstum von rund 0,75 Prozent erwartet wird. Im kommenden Jahr werde das Wachstum dann deutlich auf 2,5 bis drei Prozent zulegen. "Wir haben ein solides Fundament für einen kräftigen Aufschwung gelegt", sagte Schröder dem Redetext zufolge. Die deutsche Wirtschaft sei wettbewerbsfähig wie nie zuvor. Sie sei robust und leistungsstark. Die deutsche Exportwirtschaft habe den Einbruch des Welthandels so gut wie sonst keine überstanden. Damit beständen die besten Aussichten, stärker vom Aufschwung zu profitieren als andere Länder. Dies gebe Anlass zur Zuversicht. An ihrer Politik der Steuersenkungen mit nächsten Senkungsschritten 2003 und 2005 werde die Regierung festhalten. hel/kad

Quelle: REUTERS

Auge
04.07.2002, 18:23
Der tickt doch nicht ganz sauber.
Deutschland liegt in Europa ganz hinten beim Wachstum.
In Europa haben wir die höchste Neuverschuldung.

Wir werden von einen Geistesgestörten regiert.

...aber große Schnauze bei dem besoffenen Jelzin...

Gordon Shamway
04.07.2002, 18:31
Schaun wir mal, wie die Konjunkturaussichten beurteilt werden, wenn die Tarfifverhandlungen für den Öffentlichen Dienst beginnen. :D

Auge
04.07.2002, 18:52
Zitat Schröder: Wenn wir die Arbeitslosenzahlen nicht deutlich senken haben wir es nicht verdient wiedergewählt zu werden.

So oder so ähnlich tönte er vor den letzten Wahlen...

Gordon Shamway
04.07.2002, 21:10
http://buerger.metropolis.de/elliottwaves/us-debt.gif

hoellenfuerst
04.07.2002, 21:12
sieht aus wie gaußsche glockenkurve :D

Gordon Shamway
04.07.2002, 21:16
Ja, da wäre der Finanzminister froh, wenn hier Gauß grüßen würde. ;)
Der nächste Balken dürfte aber leider eher an die 6000 gehen als an die 5000. Alles in Milliarden, also nochmal 9 Nullen hintendran. :eek:

wanderer
04.07.2002, 21:17
Für 'ne Gaußsche Glockenkurve fehlt aber die Hälfte... ;)

Vor allem kommt für 2002 noch ein hübscher Anstieg. :)
Ah, da war schon jeman schneller als ich.

Ähem, Milliarden haben "nur" neun Nullen, d.h. daß hinter 1000 nur noch sechs weitere Nullen kommen... :D ;)

hoellenfuerst
04.07.2002, 21:18
wer hat denn behauptet das es die erste hälfte ist.... :D

Gordon Shamway
04.07.2002, 21:23
Bin schon sehr gespannt, ob unser Finanzminister es schaffen wird, im Jahr 2006 den Schenkelpunkt zu erreichen, und ab dann die Staatsschulden abzubauen. :confused:

hoellenfuerst
04.07.2002, 21:25
interpretationssache :D

Gordon Shamway
04.07.2002, 21:28
Man darf wohl jetzt schon auf die Ausrede gespannt sein. :(
"Wir brauchen eben ein bischen mehr Zeit" ist ja nunmehr ausgelutscht. :mad:

hoellenfuerst
04.07.2002, 21:30
"wir brauchen noch etwas geduld..." :D

Gordon Shamway
04.07.2002, 21:34
Oder eine Mega-Inflation. Dann schnell alles auf einem Schlag zurückbezahlen und nochmal von vorne anfangen. ;)

hoellenfuerst
04.07.2002, 21:35
Oder eine Mega-Inflation.
das wird nicht funktionieren, bei dem schnellen zuwachs... :D

Gordon Shamway
04.07.2002, 21:37
...und hoffen, dass die Sintflut erst nach einem kommt. :D

hoellenfuerst
04.07.2002, 21:39
isz die richtige einstellung :eek: :D

Gordon Shamway
04.07.2002, 22:03
Bundeskanzler Schröder sagt Babcock weitere Bundeshilfen zu

Oberhausen, 04. Jul (Reuters) - Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hat dem angeschlagenen Maschinenbaukonzern Babcock-Borsig am Donnerstagabend weitere Bundeshilfen zugesagt und dem nordrhein-westfälischen Minis terpräsidenten Wolfgang Clement (SPD) Verhandlungsvollmacht im Namen des Bundes erteilt. "Ich habe Wolfgang Clement ermächtigt, wenn es nötig ist, zu Lasten des Bundes sich auch weiter zu engagieren", sagte Schröder im Anschluss an ein 20-minütiges Treffen mit Vertretern des Babcock-Betriebsrates in Oberhausen, während die Verhandlungen in Düsseldorf zur Rettung des Konzerns andauerten. Zur konkreten Höhe des Engagements wollte sich Schröder nicht äußern. Es sei aber klar, dass ein Engagement des Bundes bei Babcock haushaltspolitische Grenzen habe. "Das ist klar", sagte Schröder. Das weitere Vorgehen werde in "nächtlichen Telefongesprächen" mit Clement zu klären sein. Die Bundesregierung sei sehr daran interessiert, dass Babcock wegen der ohnehin hohen Arbeitslosenquote in Oberhausen weiter arbeiten könne. rer/mik

Quelle: REUTERS

hoellenfuerst
04.07.2002, 22:04
das ist wie bei holzmann, da sieht man mal wie stumpfsinnig der mann ist. es reicht wirklich nur zum brioni... :rolleyes: :D

wanderer
04.07.2002, 22:08
Bei Holzmann hat der Staat aber nichts lockergemacht. Das durften ja die Banken machen. Nachdem der öffentliche Druck groß genug war und der Herr Bundeskanzler sie so nett gebeten hat, habe sie sich überreden lassen.

Nur scheint das dieses Mal nicht mehr zu klappen...

Und noch etwas zu Brioni: So wie Schröders Anzüge in letzter Zeit aussehen, stammen die entweder nicht mehr von Brioni oder die sind ganz erheblich verzogen.

Gordon Shamway
04.07.2002, 22:11
Schumpeter (http://www.dse.de/zeitschr/ez7899-7.htm) würde sich im Grab umdrehen. :eek:

the mind
04.07.2002, 22:12
schröder sollte lieber einen auf shredder machen, in gedenken an die eiserne lady! :rolleyes:


gruß

the mind

hoellenfuerst
04.07.2002, 22:14
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Neueste Meldung von dpa-AFX
Donnerstag, 04.07.2002, 22:07
ROUNDUP: Schröder zur Erhöhung der Bundes- Bürgschaft für Babcock bereit

OBERHAUSEN (dpa-AFX) - Zur Rettung des von der Pleite bedrohten
Maschinenbau-Konzern Babcock Borsig AG ist Bundeskanzler Schröder zu
weiterer finanzieller Hilfe bereit. "Ich habe Wolfgang Clement dazu ermächtigt,
wenn es nötig ist, die Bürgschaft zu Lasten des Bundes zu erhöhen", sagte
Schröder am Donnerstag in Oberhausen. Dies würde in nächtlichen Telefonaten
geklärt. "Die Ressourcen, über die verhandelt werden kann, sind noch nicht
erschöpft", betonte der Kanzler.
HÖHE DER BÜRGSCHAFTEN NOCH UNKLAR
Der Bund und das Land Nordrhein-Westfalen hatten zuletzt Bürgschaften
angeboten, die fast die Hälfte des auf 700 Millionen Euro bezifferten
Finanzbedarfs abdecken. Über die mögliche Höhe der Bundesbürgschaft wollte
Schröder keine Angaben machen. Die "Berliner Zeitung" hatte sie vor Schröders
Erweiterungsoption auf 105 Millionen Euro beziffert.
BUND AM ERHALT VON BABCOCK INTERESSIERT
Wenn das Krisengespräch in der Düsseldorfer Staatskanzlei am Donnerstag
keine Einigung brächte, würde am Freitag weiter verhandelt, kündigte Schröder
an. Wegen der ohnehin hohen Arbeitslosigkeit in Oberhausen sei der Bund sehr am
Erhalt des Unternehmens interessiert.
SCHRÖDER RÜGT MANAGEMENT
Auf einer SPD-Kommunaltagung in Oberhausen rügte Schröder deutlich das
Management von Babcock: "Wenn das Management so sorgsam mit den ihnen
anvertrauten Arbeitnehmern genau so sorgsam umgegangen wären, wie mit ihren
eigenen Gehaltsmaßstäben, dann wäre es wesentlich besser gewesen."
ENDE DER VERHANDLUNGEN NOCH NICHT ABSEHBAR
In der Düsseldorfer Staatskanzlei hieß es am späten Abend, ein Ende der
Verhandlungen seien nicht abzusehen./kp/DP/kro

Gordon Shamway
04.07.2002, 22:17
FOKUS 2-Babcock-Schicksal auf des Messers Schneide

(Neu: Aussagen von Bundeskanzler Schröder) Düsseldorf, 04. Jul (Reuters) - Das Schicksal des von der Insolvenz bedrohten Babcock-Konzerns schien am Donnerstagabend völlig offen, wenngleich Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) dem Unternehmen weitere Bundeshilfen zugesagt hat. Die Gespräche seien wieder fest gefahren, war am frühen Abend aus der Düsseldorfer Staatskanzlei zu erfahren. Am Mittag hatte es dort noch geheißen, man sehe eine 50-prozentige Chance für eine Rettung des Traditionsunternehmens. "Ich habe (den nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten) Wolfgang Clement ermächtigt, wenn es nötig ist, zu Lasten des Bundes sich auch weiter zu engagieren", sagte Schröder im Anschluss an ein 20-minütiges Treffen mit Vertretern des Babcock-Betriebsrates in Oberhausen. Zur konkreten Höhe des Engagements wollte sich Schröder nicht äußern. Es sei aber klar, dass ein Engagement des Bundes bei Babcock haushaltspolitische Grenzen habe. In Bankenkreisen hieß es einerseits, wenn nicht noch etwas Unvorhersehbares geschehe, werde Clement noch am Abend eine positive Lösung verkünden. Aus anderen Bankenkreisen hieß es hingegen, die Parteien hätten sich an in ihren Positionen wieder voneinander entfernt. Babcock braucht für seine Sanierung rund 700 Millionen Euro, rund 200 Millionen Euro davon sofort. Die Frist, bis zu der die Juni-Gehälter gezahlt werden müssen, war am Mittwoch um einen Tag auf Donnerstag verlängert worden. Am Mittwoch hatten Vertreter der Banken, der Anteilseigner und der Landesregierung zwölf Stunden um eine Lösung für Babcock gerungen, sich schließlich aber doch auf Donnerstag vertagt. Als Fortschritt konnte Clement immerhin vermelden, Bund und Land seien zu Bürgschaften in der Größenordnung von 350 Millionen Euro bereit. ACHTERBAHN Bei der Aufgabenverteilung im Sanierungskonzept für Babcock sei man sich im Grundsatz näher gekommen, hieß es in den Bankenkreisen am Vormittag. Danach sollten die jetzt schon an Babcock beteiligten Häuser WestLB und Tui AG für eine Aufstockung des Eigenkapitals sorgen. Der Babcock-Gläubiger One Equity Partners (OEP) könnte helfen, indem er das zum Verkauf stehende US-Geschäft von Babcock zu einem annehmbaren Preis kaufe und damit dringend nötiges Geld in die Babcock-Geschäftskasse bringe. Schließlich sollten die Geschäftsbanken das Sanierungskonzept mit Krediten flankieren. Am Nachmittag sagte die IG-Metall-Sekretärin Hannelore Elze, nachdem sich offenbar die Deutsche Bank in Richtung auf eine Sanierungslösung bewegt habe, hätten andere Bankenvertreter wieder neue Stolpersteine gefunden. Man rechne damit, dass erneut bis in die Nacht hinein verhandelt werde. ÜBERZOGENE PREISVORSTELLUNGEN Der im Sanierungskonzept von Unternehmensberater Roland Berger vorgesehene Verkauf des US-Geschäfts von Babcock dürfte nach Unternehmensangaben eine spürbare Erleichterung der finanziellen Lage bringen. Der in der Presse genannte erwartete Erlös von einer Milliarde Euro für die Babcock Borsig Capital Corp (BBCC) sei aber deutlich zu hoch angesetzt. Bei früheren Versuchen Babcocks, sich von seiner unter der BBCC angesiedelten Tochter Vogt Nem zu trennen, hatten die Markterwartungen beim Preis zwischen 300 und 350 Millionen Euro gelegen. Der Komponentenlieferant für Gaskraftwerke macht etwa die Hälfte des BBCC-Umsatzes von rund einer Milliarde Euro aus. SPEKULATIONSOBJEKT BABCOCK-AKTIE Wenige Stunden vor Ablauf der verlängerten Frist zur Rettung von Babcock ist die Aktie des Anlagenbauers offensichtlich zum Spielball von Spekulanten geworden. Nach einem anfänglichen Kurseinbruch um ein Drittel drehten die im Nebenwerte-Index MDax gelisteten Titel stark ins Plus und schlossen um knapp 30 Prozent höher als am Vortag. Einige Anleger spekulierten offenbar auf eine Rettung des Traditionsunternehmens in letzter Minute, sagten Händler. bro/ked/tcs

Quelle: REUTERS

hoellenfuerst
04.07.2002, 22:19
die profilgeilheit eines politikers oder die vernunft :rolleyes:

wanderer
04.07.2002, 23:03
Wenn man die Vergangenheit betrachtet stehen die Chancen für die Vernunft leider nicht gerade gut. :(

Gordon Shamway
05.07.2002, 16:56
NEUE US-BESTIMMUNG

Bosse müssen Bilanz-Eid schwören

Nach einer Serie von Bilanzskandalen müssen sämtliche Chefs amerikanischer Großunternehmen unter Eid die Richtigkeit ihrer Geschäftszahlen beschwören. Wer trotzdem Manipulationen gedeckt hat, könnte schnell vor Gericht landen.


Washington - Die amerikanische Wertpapieraufsicht SEC, angesichts der Bilanzskandale bei Unternehmen wie WorldCom und Xerox oft als zu nachlässig kritisiert, hat die neue Bestimmung in der vergangenen Woche in Kraft gesetzt. Sie betrifft die Vorstandschefs und Finanzvorstände aller amerikanischer Unternehmen, die im vergangenen Jahr Umsätze von mehr als 1,2 Milliarden Dollar erzielt haben. Dies trifft nach Angaben des "Wall Street Journal" für 947 Unternehmen zu.
Die Regel sieht vor, dass die beiden Vorstände durch einen schriftlichen Eid und ihre Unterschrift die Korrektheit der Geschäftszahlen bekräftigen. Dies könnte dazu führen, dass eine große Zahl von Unternehmen in letzter Minute noch Korrekturen an ihren Zahlen vornehmen.

Zugleich dürfte die Bestimmung es den Behörden erleichtern, Konzernchefs strafrechtlich zu verfolgen, des Betruges, der Lüge oder des Meineides anzuklagen. Die SEC ist zwar nicht bevollmächtigt, selbst strafrechtliche Anklagen vorzubringen. Sie übergibt bestimmte, schwerwiegende Fälle aber oft an das amerikanische Justizministerium.

Die Unternehmen müssen die Regel bis zur nächsten Pflichtmitteilung an die SEC umsetzen. Für die meisten Konzerne läuft diese Frist am 14. August ab. Noch nicht entschieden ist, ob die Eid-Bestimmung auch für zukünftige Finanzberichte gelten wird. Die SEC hat eine derartige Neuregelung aber bereits vorgeschlagen, derzeit wird sie in einem formellen Diskussionsverfahren beraten. Über die Umsetzung soll nach dem Ende dieser Diskussionsperiode am 19. August entschieden werden.

Der CEO von Mellon Financial, Martin McGuinn, sagte gegenüber dem "Wall Street Journal": "Wir unterstützen die Bemühungen der SEC, das Vertrauen in die Finanzmärkte zu erneuern. Es ist aber ein Armutszeichen, dass die SEC diese Art von Bestätigung von Amerikas größten Unternehmen verlangen muss." Eine Sprecherin des Chip-Konzerns Intel sagte: "Wir werden unsere Finanzdaten noch einmal sehr genau unter die Lupe nehmen, damit unser CEO und CFO sie unterschreiben können."

www.spiegel.de (http://www.spiegel.de)

Gordon Shamway
05.07.2002, 17:21
Börsianer rechnen nächste Woche mit Erholung am Aktienmarkt

- Von Christian Krämer - Frankfurt, 05. Jul (Reuters) - Marktteilnehmer versprechen sich für die kommende Börsenwoche von einer erwarteten Erholung bei den Technologiewerten Impulse für den Deutschen Aktienindex (Dax). Die anhaltenden Sorgen der Anleger vor neuen Bilanzskandalen könnten jedoch die Erholung des wichtigsten deutschen Börsenbarometers überschatten. "Die Erholung ist wohl auf dem Weg und die Konjunkturdaten verbessern sich", sagte DEKA-Fondsmanager Trudbert Merkel. "Daher denke ich, werden wir eine moderate zyklische Erholung sehen, in der sich die Anleger eher von defensiven Werten trennen." Zudem spreche für eine Erholung des deutschen Aktienmarktes die weiterhin günstige Bewertung des Dax. Die Analysten der DZ Bank bezifferten das Kurs-Gewinn-Verhältnis für den Dax auf Basis der Gewinne für 2003 derzeit auf 14,4. Zu den möglichen Belastungsfaktoren zählten weiterhin die Sorgen der Anleger vor neuen Bilanzskandalen wie beim US-Telekomkonzern WorldCom , hieß es. Es sei jedoch ein gutes Zeichen gewesen, dass der Bilanzvorwurf gegen den französischen Medienkonzern Vivendi den europäischen Markt nicht in die Knie gezwungen habe, sagte Aktienstratege Günter Senftleben von der Bankgesellschaft Berlin. Trotz eines sehr stark schwankenden Handels hat der Dax in der nun zu Ende gehenden Woche per saldo kaum verändert tendiert. Dagegen hat der Blue-Chip-Index des Neuen Marktes Nemax50 rund fünf Prozent eingebüßt. Zeitweise fiel der Nemax50 sogar bei 508 Punkten auf ein Rekordtief. ERHOLUNG BEI TELEKOM- UND TECHNOLOGIE-TITELN ERWARTET Die seit Donnerstag intakte Erholung der deutschen Technologie-Aktien werde sich in der nächsten Woche vermutlich fortsetzen, sagten Marktteilnehmer. "Bei der Deutschen Telekom sind Kurse unter zehn Euro wegen der Substanz des Konzerns zu niedrig", sagte Fondsmanager Merkel. Am Freitag stiegen T-Aktien um mehr als sechs Prozent und damit wieder über die Marke von zehn Euro. Die massiven Kursverluste der Vorwochen seien überzogen gewesen. Von positiven Konjunkturdaten dürften zudem die zyklischen Werte wie Infineon oder Siemens profitieren, hieß es. In Deutschland stehen am Dienstag die Arbeitsmarktdaten für Juni sowie die Konjunkturerwartungen des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung auf der Tagesordnung. In den USA werden am kommenden Freitag aktuelle Daten zum Verbrauchervertrauen und zu den Einzelhandelsumsätzen erwartet. QUARTALSBERICHTERSTATTUNG DER US-UNTERNEHMEN BEGINNT WIEDER In den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit dürfte ab der kommenden Woche die einsetzende Quartalsberichterstattung der großen US-Firmen stehen, schrieben die Analysten der DZ Bank in ihrer Wochenvorschau. Insgesamt sollte sich die Gewinnentwicklung der Unternehmen verbessern, hieß es. Schlechte Zahlen seien aber noch im Technologiebereich möglich. Quartalszahlen werden in der kommenden Woche unter anderem von Yahoo und Juniper Networks erwartet. METRO- UND BABCOCK-AKTIEN IM BLICK Anlegerinteresse könnten in der kommenden Woche die Papiere von Metro auf sich ziehen. Händler erwarten eine Reaktion des Metro-Kurses auf die Umsatzzahlen der französischen Einzelhandelskette Carrefour für das erste Halbjahr. "Das wird ein Indikator für die Entwicklung in der Konsumbranche", sagte ein Aktienhändler. Zuletzt hatte es in dem Sektor nur zurückhaltende Ausblicke gegeben. Die Metro-Aktie tendiert daher aktuell nur wenig über ihrem Jahrestief. Nach dem am Donnerstag gestellten Insolvenzantrag des Anlagenbauers Babcock Borsig wird die Aktie Händlern zufolge auch in der kommenden Woche für Aufsehen sorgen. "Die Aktie wird sehr volatil bleiben und ein Spielball der Spekulanten werden", sagte ein Börsianer. "Wegen der vielen Jobs könnte die SPD im Falle einer Rettung einen wichtigen Imagegewinn im Wahljahr verbuchen." Das letzte Wort in den Verhandlungen um die Rettung des Traditionskonzerns sei daher wohl noch nicht gesprochen. chk/pag

Quelle: REUTERS

Gordon Shamway
05.07.2002, 17:23
Zahl der US-Beschäftigten geringer als erwartet gestiegen

Washington, 05. Jul (Reuters) - Die Beschäftigtenzahl in den USA außerhalb der Landwirtschaft ist im Juni weniger stark gestiegen als erwartet. Die Arbeitslosenquote kletterte indes wie von Volkswirten vorausgesagt auf 5,9 von 5,8 Prozent im Mai, wie das US-Arbeitsministerium am Freitag mitteilte. Die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft stieg den Angaben zufolge saisonbereinigt zum Vormonat um 36.000. Volkswirte hatten im Schnitt mit plus 86.000 gerechnet. Für Mai und April revidierte das Ministerium das Wachstum der Stellenzahl auf 3000 für beide Monate zusammen kräftig nach unten. An den Finanzmärkten gab es zunächst keine spürbaren Reaktionen. Die als wichtiger Indikator für die Entwicklung der Inflation geltenden durchschnittlichen Stundenlöhne der US-Arbeiter stiegen im Juni um 0,4 Prozent auf 14,76 Dollar. lex/phi

Quelle: REUTERS

Gordon Shamway
05.07.2002, 17:27
Duisenberg gegen zu enge Koordination mit Wirtschaftspolitik

Frankfurt, 05. Jul (Reuters) - Die Europäische Zentralbank (EZB) lehnt eine engere Koordination ihrer Geldpolitik mit der Finanzpolitik in der Euro-Zone ab. Auch einer allgemeinen Koordination mit der US-Notenbank Fed steht sie skeptisch gegenüber. "Ich habe ernsthafte Zweifel an jeglicher Intensivierung der Koordination zwischen Geld- und Wirtschaftspolitik", sagte Duisenberg am Freitag in der Eröffnungsansprache eines geldpolitisches Forum in Frankfurt. Genauere Untersuchungen zeigten auch, dass eine internationale Koordination der Geldpolitik meist keine Vorteile bringe. Es sei zwar richtig, dass die Entscheidungsträger in den Feldern Geld- und Steuerpolitik ihre wirtschaftspolitischen Einschätzungen austauschten, fügte Duisenberg hinzu. Dies geschehe allerdings bereits bei den regelmäßigen Treffen der Eurogruppe. Die Eurogruppe besteht aus den Finanzministern der Länder der Euro-Zone. An den Treffen nimmt oft auch die EZB teil. "Eine Vorab-Koordinierung von Geldpolitik und Fiskalpolitik ist eine völlig andere Geschichte. Die Entscheidungsträger in diesen zwei Feldern haben klare und unterschiedliche Aufträge." Die Geldpolitik müsse die Preisstabilität gewährleisten, während die Fiskalpolitik den Stabilitäts- und Wachstumpakt einhalten müsse. "Das würde die Kompetenzen verwischen - die im Vertrag über die Europäische Union deutlich definiert sind - und könnte die Glaubwürdigkeit der EZB als Hüterin der Preisstabilität unterminieren." Duisenberg fuhr unter Berufung auf Untersuchungen fort, die Ergebnisse einer solchen Vorab-Koordinierung könnten sogar negativ sein. "Ich bin davon überzeugt, dass die Europäische Zentralbank und die Fiskalpolitiker am besten zu einem stabilen volkswirtschaftlichen Umfeld beitragen, wenn sie sich an ihren jeweiligen Aufträgen ausrichten." Der EZB-Chef wies ebenfalls auf die Grenzen einer Koordinierung der Geldpolitik mit anderen Notenbanken hin, obwohl er sich für einen intensiveren Dialog zwischen EZB und US-Notenbank Fed aussprach, deren Board-Mitglied Edward Gramlich an dem Forum in Frankfurt teilnahm. "Wir sollten zwischen internationaler Zusammenarbeit und internationaler Koordination unterscheiden. In letzterem Fall verfolgen die Entscheidungsträger nicht nur heimische Ziele, sondern berücksichtigen in ihren Handlungen ausdrücklich die Auswirkungen nach außen." Theoretische Untersuchungen zeigten, dass ohne Koordination oft bessere Ergebnisse erzielt würden. Diese Folgerung entspreche der EZB-Politik. Seit Gründung der EZB vor vier Jahren habe sich die Zusammenarbeit mit der Fed verstärkt und habe die höchste Intensität nach den Anschlägen vom 11. September erreicht, erklärte Duisenberg. Damals hatten EZB und Fed ein Tauschgeschäft vereinbart, um die Dollarliquidität an den europäischen Märkten aufrecht zu erhalten. Außerdem hatten die beiden Notenbanken gemeinsam mit anderen wichtigen Zentralbanken in einem koordinierten Schritt die Leitzinsen gesenkt, um die Konjunktur zu stützen. bin/sam

Quelle: REUTERS

Gordon Shamway
05.07.2002, 21:07
Die Woche in Euroland/Hoffen und Bangen um den Aufschwung

Frankfurt (vwd) - Es war die Woche der Klimaindikatoren in der Eurozone,
auch wenn sie nicht geeignet waren, die Stimmung zu heben. Denn die
Indikatoren für die Wirtschaftsstimmung von Unternehmen und Verbrauchern der
Eurozone fielen im Juni schwächer als erwartet aus und haben die Zuversicht
über einen Aufschwung unter Volkswirten zwar nicht erschüttert, wohl aber
gebremst. Für den Sammelindex zur Einschätzung der wirtschaftlichen
Entwicklung wie auch für die Subindizes Verbraucher- und Industrievertrauen
wurden im Juni zum Vormonat verschlechterte Werte ausgewiesen. Und auch der
Geschäftsklimaindex verzeichnete einen Rückgang.

Dagegen machten ausnahmsweise deutsche Konjunkturdaten Furore, denn das
Plus im Mai von 3,1 Prozent im Vergleich zum Vormonat übertraf die
Erwartungen deutlich. So jubelten bereits die ersten Ökonomen, der
Aufschwung habe nun begonnen. Kritischere Geister wandten jedoch ein, dass
das Orderplus vermutlich vor allem auf einen ausländischen Großauftrag
zurückzuführen sei und verwiesen auf die weiterhin schwache
Binnenkonjunktur, auf die die inländischen Auftragseingänge deuten. Immerhin
scheine aber auch im Inland die Talsohle erreicht, auch wenn die
eigentlichen konjunkturellen Impulse weiter aus dem Ausland kommen.

Als Aufschwungrisiko wird nach wie vor ein nachhaltiger Aufwertungsdruck
auf den Euro betrachtet, der die Exporte des Währungsraums belasten könnte.
Einen deutlichen Fingerzeig auf die weitere Entwicklung im Euroraum erhoffen
sich Ökonomen von den in der kommenden Woche anstehenden Mai-Daten zur
Industrieproduktion in Deutschland und Frankreich. Sollten die Vorhersagen
eines soliden Vormonats-Wachstums zutreffen, dürften sich die
Aufschwungerwartungen verfestigen.

Die Skeptiker bleiben aber auf der Hut: So wird darauf verwiesen, dass
sich in den deutschen Daten zur Industrieproduktion die ungwöhnlich hohe
Zahl an Feiertagen wie auch die Streiks negativ niedergeschlagen haben
könnten. Ein Volkswirt der HypoVereinsbank urteilt angesichts der schwachen
Stimmungsindikatoren über die Aussichten der Eurozone, dass zwar ein starkes
zweites Halbjahr zu erwarten sei, im weiteren Jahresverlauf aber damit
gerechnet werden müsse, dass der Aufschwung stecken bleibt. Dann bahne sich
eine "Wellblechkonjunktur" ihren Weg. +++ Christian Vits
vwd/5.7.2002/cv

Gordon Shamway
05.07.2002, 21:14
Das Hartz-Konzept

Sieben Punkte für eine nachhaltige Verbesserung des Arbeitsmarktes

1. PSA statt ABM: Personal-Service-Agenturen verleihen Arbeitslose - auch kostenlos - an Unternehmen

2. Die "Ich AG" soll den Einstieg von Arbeitslosen in die Selbstständigkeit erleichtern. Bis zu einem Einkommen von 15.000 Euro müssen sie nur zehn Prozent Pauschalsteuer zahlen

3. Zumutbarkeitsregeln werden verschärft. Junge Singles müssen bundesweit - auch schlechter bezahlte - Jobs annehmen. Lehnt der Arbeitslose eine Stelle ab, muss er beweisen, dass sie nicht zumutbar ist

4. Das Arbeitslosengeld wird auf zwölf Monate begrenzt. Danach gibt es ein Jahr Arbeitslosenhilfe, anschließend "Sozialgeld"

5. Das Arbeitslosengeld wird sechs Monate lang in drei einkommensabhängigen Pauschalen gezahlt

6. Arbeitslose über 55 Jahre können sich ihre Ansprüche auf Arbeitslosengeld auszahlen lassen und werden dann nicht mehr vermittelt

7. Arbeits- und Sozialämter werden zu Job-Centern zusammengelegt

Gordon Shamway
05.07.2002, 21:17
Die Globalisierung ist kein Nullsummenspiel

Kolumne von Otto Graf Lambsdorff

Bei der Lektüre des Abschlussberichts der Enquetekommission des Bundestags zur "Globalisierung der Weltwirtschaft" konnte man sich nur noch verwundert die Augen reiben. Die Empfehlungen gaben teilweise den ökonomischen Erkenntnisstand der fünfziger Jahre wider und liefen teilweise auf eine Entmündigung souveräner Staaten und Bürger hinaus. Teilweise waren sie auch einfach nur naiv. Gänzlich überraschend war dann das Fazit des Vorsitzenden, der meinte, dass wir angesichts der Globalisierung die Demokratie neu erfinden müssten.

In welcher Welt hat die Mehrheit in dieser Enquetekommission gelebt? Hat sie den Eintritt in das Zeitalter der Informationsgesellschaft verschlafen? Akzeptiert man die Aufzählung von gesellschaftlichen Missständen, für die die Globalisierung verantwortlich zu machen ist, so könnte sich der einzelne Bürger ebenso wie jeder politische Funktionsträger beruhigt zurücklehnen: An eigener Verantwortung bleibt da kaum etwas übrig. Arbeitsmarktmisere, wegbrechende Steuereinnahmen, schwankende Wechselkurse, Armut, Bildungsmisere - an allem ist die Globalisierung schuld.

Es ist bequem, aber ebenso gefährlich und im hohen Maße antiaufklärerisch, wenn ein schwer fassbares Phänomen für alle Missstände verantwortlich gemacht wird. Wer möglichst abstrakt bleibt und Großkonzerne, Spekulanten oder Finanzmärkte beschimpft, entzieht sich einem kritischen Diskurs. Hinzu tritt noch ein Schuss Dramatik etwa in puncto Neuerfindung der Demokratie und fertig ist das Drehbuch für eine hochmoralische Selbstinszenierung. Genau davon haben offenbar einige Enquetemitglieder geträumt.

Es wäre gut, wenn die über 600 Seiten dicke Bundestagsdrucksache schnell in den Archiven verschwindet. Denn die Globalisierung ist kein Nullsummenspiel. Sie ist auch keine anonyme Gesetzmäßigkeit. Globalisierung schafft Wissen. Globalisierung schafft Arbeitsplätze. Globalisierung führt zu mehr individueller Freiheit. Globalisierung schafft größere Wahlmöglichkeiten für den Verbraucher. Globalisierung fördert das gegenseitige Verstehen über politische und geografische Grenzen hinweg.

Das ist alles kein Automatismus. Selbstverständlich bedarf eine sich weiter globalisierende Welt der Gestaltung. Die Welt braucht zum Beispiel einen internationalen wettbewerbspolitischen Ordnungsrahmen. Sie braucht wirksame Mechanismen zum Schutz des Klimas. Sie braucht effiziente internationale Foren. Was sie aber nicht braucht, sind Kampfansagen an den Effizienzgedanken der Marktwirtschaft wie zum Beispiel eine Devisenumsatzsteuer.

Regierungen, die auf ihr souveränes Recht auf eine (schlechte) Politik pochen, müssen bereit sein, die Folgen zu tragen. Es obliegt dem demokratischen Souverän, sie dafür zu bestrafen oder zu belohnen. Aber der Versuch, den auf das internationale Recht gestützten Wettbewerb als Entdeckungsverfahren zwischen entwickelten Volkswirtschaften aushebeln zu wollen, führt in die Sackgasse.

Eine liberale Weltbürgergesellschaft braucht einen globalen liberalen Rechtsordnungsrahmen und keine sozialistische Zwangsbeglückung mit moralischem Deckmantel.

www.welt.de (http://www.welt.de)

Gordon Shamway
06.07.2002, 18:48
HINTERGRUND - Pleiten und Gewinndruck lassen Banken geizen

- von Ilona Wissenbach - Frankfurt, 06. Jul (Reuters) - Ob Traditionsbetriebe wie Babcock , der zusammengebrochene Holzmann-Konzern oder kleinere Firmen mit Zahlungsschwierigkeiten - viele Unternehmen leiden unter einer strengeren Kreditpolitik der Banken. Das liegt neben der schwachen Wirtschaft hauptsächlich an der Globalisierung der Finanzmärkte. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) präsentierte es nach einer Umfrage unter 6000 Unternehmen schwarz auf weiß: "Zum ersten Mal gibt es konkrete empirische Belege dafür, dass sich die Kreditvergabepolitik der Banken geändert hat: Sie wird differenzierter und in der Tendenz restriktiver." Jedes dritte Unternehmen habe schwierigere Finanzierungsbedingungen beklagt. Diesem Befund mag der Bundesverband deutscher Banken (BdB) auch nicht widersprechen. "Die Rentabilität im Kreditgeschäft ist niedrig, die Risiken sind gestiegen, deshalb müssen die Banken vorsichtiger bei der Kreditvergabe werden", sagt Peter Hüfner, BdB-Experte für Bankenaufsicht und Mittelstand. HÄRTERER WETTBEWERB DURCH GLOBALISIERUNG Dies sei einerseits in Phasen schwacher Konjunktur wie derzeit üblich. Andererseits stecke dahinter ein Wandel, der schon vor Jahren eingesetzt habe. Durch die Globalisierung der Finanzmärkte, den Binnenmarkt und neue Technologien habe sich der Wettbewerb für Banken und Unternehmen verschärft, sagt Hüfner. Die deutschen Banken müssten sich gegen eine Konkurrenz mit höheren Renditen behaupten. Die Margen im Zinsgeschäft sind Hüfner zufolge von 1,7 Prozent 1990 bis 2000 auf knapp über ein Prozent gesunken. Die Kreditzinsen seien niedrig, weil die dreigliedrige deutsche Kreditwirtschaft von Banken, Volksbanken und Sparkassen ein großes Kreditangebot vorhält. Gleichzeitig ist der Wettbewerb für die deutschen Unternehmen härter geworden, die im internationalen Vergleich wenig Eigenkapital haben. Sie sind damit auf Bankkredite angewiesen und haben so nur eine schmale Kapitalbasis für ihre Kreditwürdigkeit bei schlechteren Gewinnaussichten. Die Folgen lassen sich an der Pleitenstatistik ablesen. In den vergangenen zehn Jahren haben sich die Insolvenzen nach Daten des Statistischen Bundesamtes verdreifacht. "Derzeit scheint kein Ende der Insolvenzen absehbar", sagt Michael Bretz vom Verband der Vereine Creditreform. Der Verband erwartet 2002 einen Anstieg um fast einem Viertel auf 40.000 Pleiten. Ähnlich wie die KfW hatte Creditreform im Frühjahr nach einer Umfrage berichtet, 40 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen hätten im vergangenen Jahr Schwierigkeiten bei der Kreditaufnahme gehabt. Gut jedem siebten Unternehmen wurde der Finanzierungswunsch abgeschlagen, vor allem wegen unzureichender Sicherheiten und der schwachen Eigenkapitalquote. Creditreform sieht hier einen Teufelskreis: Mit der Zahl der Firmenpleiten wachsen die Risiken für die von Margendruck geplagten Banken. Diese müssen sich von ungünstigen Risiken trennen, was wiederum mehr Insolvenzen zur Folge hat. Auch der Mittelstandsfinanzierer Nummer eins, die Sparkassen, müssen angesichts der schwachen Ertragslage der Unternehmen und wachsender Kreditausfallrisiken "manchmal auf die Notbremse treten", sagt Mittelstandsexperte Martin Lambert. Doch Banken und Sparkassen seien deshalb nicht der Totengräber sonst vitaler Unternehmen. BdB-Vertreter Hüfner stimmt zu: "Wenn ein Geschäftskonzept daran scheitert, dass ein Kredit zwei Prozent teurer wird, ist es eben nicht tragfähig." BASEL II AN ALLEM SCHULD? Der vermeintlich wahre Schuldige an der Misere wird oft in der Schweiz ausgemacht: die unter Führung der Baseler Bank für Internationalen Zahlungsausgleich - der Zentralbank der Zentralbanken - entwickelten neuen internationalen Bankregeln für die Eigenkapitalunterlegung von Krediten (Basel II). Gerade um die in der globalen Wirtschaft wachsenden Risiken im Finanzsystem im Griff zu behalten, sollen die Banken ab 2006 bei der Kreditvergabe stärker nach dem Kreditausfallrisiko ihrer Kunden differenzieren. Die deutschen Verhandlungsführer haben zwar viele Erleichterungen durchgesetzt, die die Kreditvergabe an den Mittelstand insgesamt nicht verteuern sollen. Doch Firmen mit schwacher Bonität müssen mit höheren Zinsen rechnen. Die Kreditwirtschaft und die Deutsche Bundesbank bestreiten jedoch energisch, dass Basel II schuld an vielen Pleiten ist. Die schwache Ertragslage und das zu geringe Eigenkapital seien die wahren Probleme, die Banken zu Recht risikobewusster. So erteilte Rolf Breuer, BdB-Präsident und Aufsichtsrats-Chef der Deutschen Bank, kürzlich allen Kritikern eine Abfuhr: "Basel II ist zu einem Popanz sondergleichen aufgebaut worden." iws/sam

Quelle: REUTERS

Gordon Shamway
07.07.2002, 16:21
Grätscht die Börse in den Aufschwung?

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von Wilfried Herz


Eigentlich passt es nicht zusammen: der Kursverfall an den Aktienbörsen und die Anzeichen für einen Wirtschaftsaufschwung. Und da sich die Konjunktur nur zögernd erholt, geht die Angst um, dass der Kurs-Crash das Wachstum gleich mit unter sich begraben könnte. Eine begründete Furcht?

Für das Geschehen an der Börse gibt es eine gute Begründung. Die Aktienkurse nähern sich seit dem Platzen der Spekulationsblase wieder realistischen Bewertungen, die dem langfristigen Wachstumstrend der Volkswirtschaften entsprechen. Und in den sinkenden Aktienkursen sehen der Internationale Währungsfonds (IWF) und die Europäische Zentralbank (EZB) aus gutem Grund ein Risiko für die Konjunktur.

Der wichtigste Kanal für das Zusammenwirken von Börsenentwicklung und realer Wirtschaft ist der so genannte Vermögenseffekt: Vermögensgewinne führen zu einem Anstieg des privaten Konsums und damit zu Wirtschaftswachstum. Vermögenseinbußen lösen dagegen bei den Konsumenten eine Kaufunlust aus - mit entsprechend dämpfender Wirkung auf die Volkswirtschaft.

Vor allem in Amerika stärkte der Vermögenseffekt in den neunziger Jahren das Wirtschaftswachstum. Dort macht der private Konsum heute immerhin rund siebzig Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus. Als sich die Amerikaner während des Börsenbooms durch ihren Aktienbesitz immer reicher fühlten, gaben sie zeitweilig sogar mehr Geld für ihren Konsum aus, als sie überhaupt verdienten - sie entsparten vorübergehend.

Mangels hinreichender Erfahrungen sind sich Ökonomen jedoch unsicher, in welchem Ausmaß und in welchen Fristen der private Verbrauch gebremst wird, wenn die Kapitalanlagen weniger wert werden. Es kann einige Jahre dauern, bis der Effekt eintritt. Entscheidend dafür sind Umfang und Dauer der Börsenbaisse.

Immerhin hinterließ die schwache Aktienkursentwicklung in Deutschland schon bis Ende 2001 "gravierende Spuren" im Geldvermögen der privaten Haushalte, wie die Bundesbank konstatierte. Sie bezifferte die "bewertungsbedingte ,Vermögensreduktion'" auf die enorme Summe von 160 Milliarden Euro innerhalb von zwei Jahren. Und in diesem Jahr sind die Kurse weiter gesunken. Rüdiger Pohl, Chef des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle, weist jedoch darauf hin, dass der Verlust für viele Sparer nur auf dem Papier steht, weil sie ihre Aktien als langfristige Anlage weiterhin halten. Dadurch wird der Vermögenseffekt vermindert.

Doch Jan-Egbert Sturm vom Münchner Ifo-Institut sieht noch eine Variante des Vermögenseffekts: den "Stimmungseffekt". So neigen Konsumenten weniger zum Geldausgeben, wenn sie tagtäglich mit Nachrichten über Kursrückgänge konfrontiert werden - auch wenn es nicht direkt die eigene Geldanlage betrifft. Und auch die Stimmung in den Unternehmen wird gedrückt.

Vor allem große Unternehmen leiden zudem durch den Absturz der Kurse, weil für sie die Finanzierung über den Kapitalmarkt schwieriger wird: Sie können nicht einfach neue Aktien ausgeben, und wenn sie sich stark verschulden, werden neue Kredite teurer. Die Gefahr wächst also, dass Investitionen gestreckt oder gar völlig gestrichen und Innovationen verzögert werden. Auch das würde das Wachstum beeinträchtigen.

www.zeit.de (http://www.zeit.de)

hoellenfuerst
07.07.2002, 17:49
du liest ja richtige zeitungen ;) :)

Gordon Shamway
07.07.2002, 18:12
Was bleibt einem übrig, wenn einem im Fernsehen selbst in Nachrichtensendungen fast nur noch Schwachsinn präsentiert wird? :confused:

Gordon Shamway
07.07.2002, 18:24
Rom (dpa) - Preiserhöhungen im Zuge der Euro-Einführung bringen jetzt auch die italienischen Konsumenten auf die Barrikaden. Jeder vierte der fast 60 Millionen Italiener habe sich an einem Einkaufsstreik aus Protest gegen den «Teuro» beteiligt, berichteten Konsumentenschutz-Organisationen. Sie hatten dazu aufgerufen, am Freitag keinen einzigen Cent auszugeben.

Außerdem fand vor dem Sitz der italienischen Statistikbehörde in Rom eine Demonstration statt. Der Behörde wird vorgeworfen, in den vergangenen Monaten falsche Daten zur Inflation ermittelt zu haben. Die Zusammensetzung des Warenkorbs zur Ermittlung der Lebenshaltungskosten müsse geändert werden.

Die Teuerungsrate habe nicht wie offiziell verlautet knapp über zwei Prozent, sondern rund fünf Prozent betragen, behaupten die Konsumentenschützer. Vor allem im Lebensmittel-Bereich hätten die Preise stark angezogen. Trotz der Proteste gibt es in Italien keine Nostalgie nach der alten Lira-Währung, die eine der instabilsten im EU-Raum war. Eine klare Mehrheit der Italiener befürwortet Umfragen zufolge nach wie vor die europäische Einheitswährung.

Gordon Shamway
08.07.2002, 00:34
Aus der FTD vom 8.7.2002 www.ftd.de/euro-indikator

Euro-Indikator: Erholung der Industrie trägt Aufschwung

Von Sebastian Dullien, Berlin

Das Wirtschaftswachstum in der Euro-Zone wird im dritten Quartal des Jahres auf 2,0 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal anziehen. Bereits im zweiten Quartal dürfte die Wirtschaftsleistung im Euro-Raum um 1,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr zugelegt haben.

[http://www.ftd.de/FtdImage/euroind_gr.gif


Darauf lässt die Juli-Auswertung des FTD-Euro-Wachstumsindikators schließen, der von Euroframe, einer Gruppe führender europäischer Wirtschaftsinstitute monatlich für die Zeitungen der Financial-Times-Gruppe berechnet wird.

Der Indikator zeigt damit an, dass der konjunkturelle Aufschwung in der Euro-Zone bereits im ersten Halbjahr 2002 eingesetzt hat und in den kommenden Monaten nochmals an Fahrt gewinnen wird.


Allerdings wurden die Indikatorergebnisse in der Juli-Berechnung nach unten revidiert, für das zweite Quartal um 0,2 und für das dritte Quartal immerhin um 0,4 Prozentpunkte. Auf eine leichte Abschwächung der Stimmungsindikatoren hatten zuletzt bereits die schwächer ausgefallenen Umfragen der EU-Kommission hingedeutet.


Stimmungshoch in der Industrie

Getragen wird der Aufschwung vor allem von einer kräftigen Erholung in der amerikanischen und europäischen Industrie, sagte Hervé Péléreaux vom Pariser Institut OFCE, einem Mitglied der Euroframe-Gruppe. Die maßgeblichen Stimmungsindikatoren - etwa der deutsche Ifo-Geschäftsklimaindex und der US-Einkaufsmanagerindex hätten sich trotz einzelner Ausreißer seit Ende vergangenen Jahres kräftig nach oben bewegt.


Auch wird seit kurzem und vor allem im dritten Quartal des Jahres die volle Wirkung der Zinssenkungen der europäischen Zentralbank (EZB) aus dem vergangenen Jahr spürbar. Im vergangenen Jahr hatte die EZB ihren Leitzins auf zuletzt 3,25 Prozent gesenkt. Da Geldpolitik mit Verzögerung wirkt, wird dieser Impuls erst in diesem Sommer in ganzer Kraft spürbar.


Ein Risiko für den Aufschwung birgt jedoch der weiter schwache Konsum. "Die günstigeren Rahmenbedingungen haben sich nicht im Konsumverhalten niedergeschlagen, wie man an den Stimmungsindikatoren des Einzelhandels sieht", sagte Péléreaux. Geringe Ausgaben der privaten Haushalte hätten seit dem vierten Quartal 2001 das Wachstum belastet. Dieser negative Effekt werde sich bis ins dritte Quartal dieses Jahres fortsetzen.


Zumindest was den Beginn der konjunkturellen Erholung angeht, steht der FTD-Indikator im Widerspruch zu offiziellen Angaben von Eurostat. Für das erste Quartal 2002 gibt der FTD-Indikator bereits ein Wachstum von 1,5 Prozent zum Vorjahr an. Offiziell lag das Wirtschaftswachstum aber nur bei 0,1 Prozent. Die Abweichung erklären die Ökonomen vor allem mit schwierig zu verarbeitenden Einmaleffekten. Im vergangenen Winter habe die Euro-Ökonomie auch unter den Folgen der Terroranschläge auf New York und Washington gelitten. Ein Schätzfehler für diesen Zeitraum sei deshalb normal: "Kein Frühindikator kann die Auswirkungen von unvorhergesehenen Ereignissen wie dem 11. September absehen", sagt Péléreaux.


Aufwärtsrevision wahrscheinlich

Für die offiziellen Daten, die anders als der FTD-Euro-Indikator noch keine Trendwende im Wirtschaftswachstum anzeigen, hält Péléreaux eine Aufwärtsrevision für wahrscheinlich. "Es ist nicht ungewöhnlich, dass die offiziellen Statistiken das Wachstum bei einer Trendumkehr zunächst unterschätzen." Für den Beginn des Aufschwungs 1999 seien die ursprünglich veröffentlichten Wachstumszahlen später um 0,6 Prozentpunkte nach oben revidiert worden. Der Euro-Indikator hat dagegen den Aufschwung und die darauf folgende Kehrtwende im Sommer 2000 frühzeitig erkannt.


Am Dienstag veröffentlicht Eurostat revidierte Zahlen zum Wirtschaftswachstum im ersten Quartal 2002.


© 2002 Financial Times Deutschland

hoellenfuerst
08.07.2002, 11:04
finance online-Nachricht




Montag, 08.07.2002, 10:44
Beschäftigung und Umsatz sinkt im deutschen Handwerk
Das Statistische Bundesamt ermittelte die vorläufigen Beschäftigungs- und Umsatzdaten im Handwerk für das erste Quartal März 2002. Gegenüber dem Vorjahr waren Ende März 4,8 Prozent weniger Personen beschäftigt bei einem Rückgang des Quartalsumsatzes der selbstständigen Handwerksunternehmen von 4,9 Prozent.


Am stärksten betroffen war das Bau- und Ausbaugewerbe, in dem die Beschäftigung im Vorjahresvergleich um 8,8 Prozent und der Umsatz um 8,6 Prozent zurück ging. Es folgt das Holzgewerbe, hier sank die Beschäftigung um 6,6 Prozent und der Absatz um 8,1 Prozent.


In allen der insgesamt sieben Gewerbegruppen des Handwerks wurden auf Jahressicht Beschäftigungsrückgänge und Umsatzeinbußen verzeichnet.



info@finance-online.de

Gordon Shamway
08.07.2002, 16:17
FOKUS 1-HWWA erwartet nachlassende Wachstumsdynamik in 2003

Hamburg, 08. Jul (Reuters) - Das Hamburger HWWA-Institut erwartet im zweiten Halbjahr 2002 eine deutliche Beschleunigung des Konjunkturwachstums, prognostiziert für das nächste Jahr aber wieder eine nachlassende Wachstumsdynamik. HWWA-Konjunkturforscher Eckhardt Wohlers sagte am Montag in Hamburg, er gehe im zweiten Halbjahr von Wachstumsraten zwischen 2,5 und drei Prozent aus. Diese dürften aber wegen des niedrigen Wachstumswerte zu Jahresanfang nicht ausreichen, um das durchschnittliche Wachstum des Bruttoinlandsprodukts im gesamten Jahr 2002 über die bereits prognostizierten 0,7 Prozent zu heben. Der Aufschwung werde sich im kommenden Jahr fortsetzen, doch dürfte er wegen einer ruhigeren Gangart der Weltwirtschaft, nachlassenden Impulsen der Geldpolitik sowie eines forcierten Sparkurses der Bundesregierung im Jahresverlauf 2003 an Schwung verlieren. Seine Prognose für das kommende Jahr senkte Wohlers daher nach eigenen Angaben auf 2,3 Prozent von zuvor 2,7 Prozent. Der Leiter des Hamburgischen Welt-Wirtschafts-Archivs (HWWA), Thomas Straubhaar, sprach von einem "Auf ohne viel Schwung". Als Risiken für nannten er und Wohlers unter anderem den schwachen Dollarkurs. Sollte dessen Talfahrt anhalten, wären davon dämpfende Effekte auf die Weltkonjunktur zu erwarten. Bei dem gegenwärtigen Dollar-Kurs hielten sich die Beeinträchtigungen noch in Grenzen. Zwar belaste die Aufwertung des Euro die Exporte. Die von der Belebung der Weltkonjunktur ausgehenden positiven Effekte fielen aber stärker ins Gewicht. Zudem dämpfe die Euro-Aufwertung den Preisauftrieb und stärke so die Binnennachfrage. Dadurch nehme der Druck auf die Europäische Zentralbank ab, die Zinsen frühzeitig zu erhöhen. Gleichwohl werde das HWWA die Zinssätze im Herbst dieses und Anfang nächsten Jahres voraussichtlich um insgesamt einen halben Prozentpunkt erhöhen. WIDERSPRÜCHLICHE EINSCHÄTZUNG DER LOHNERHÖHUNGEN Wohlers kritisierte die bisher zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften geschlossenen Lohnabschlüsse als zu hoch. Durch den Lohnauftrieb werde der Aufschwung zwar nicht abgewürgt, doch werde er damit weniger beschäftigungsintensiv sein. Außerdem könne der Preisauftrieb dadurch wieder zunehmen. Andererseits wird das Konjunkturwachstum im nächsten Jahr dem HWWA zufolge auch von höheren Konsumausgaben in Folge der Lohnerhöhungen getragen. So geht das Hamburger Institut in den Eckdaten seiner Prognose von einer Zunahme der Konsumausgaben in 2003 um 1,8 Prozent nach einem Nullwachstum in 2002 aus und begründet dies ausdrücklich mit den höheren Tarifabschlüssen. Die Investitionen der Unternehmen sollen um 2,7 Prozent zulegen nach einem Rückgang um den gleichen Wert in 2002 . Am Arbeitsmarkt werde die konjunkturelle Erholung erst gegen Ende des laufenden Jahres eine Wende zum Besseren auslösen, doch werde auch die 2003 nicht ausreichen, um die Zahlen deutlich unter vier Millionen zu senken, sagte Wohlers. Im Jahresdurchschnitt werde die Zahl der Arbeitslosen voraussichtlich bei 3,96 Millionen liegen. In der Prognose seien die Vorschläge der Hartz-Kommission zur Reform des Arbeitsmarktes allerdings noch nicht berücksichtigt. STRAUBHAAR NENNT HARTZ-VORSCHLÄGE "BESCHÄFTIGUNGSILLUSION" Straubhaar bezeichnete die Hartz-Vorschläge als in der Stoßrichtung zwar richtig, aber nicht weit genug gehend. Damit werde die Regulierung etwas verringert, der "Teufelskreis" aber nicht wirklich durchbrochen, in dem der deutsche Arbeitsmarkt stecke. Dies sei eine mangelnde Orientierung an den Bedürfnissen des Marktes. "Deutschland braucht mehr Arbeitsmarkt und nicht mehr Beschäftigungspolitik", sagte Straubhaar. Das erhoffte Hartz'sche Beschäftigungswunder drohe daher "eher kurzfristige Illusion, als nachhaltige Realität" zu werden, sagte Straubhaar. jcs/bus

Quelle: REUTERS

Gordon Shamway
08.07.2002, 16:20
BIZ - Weltwirtschaft überraschend widerstandsfähig

Basel, 08. Jul (Reuters) - Die Weltwirtschaft und das weltweite Finanzsystem haben sich nach Ansicht der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) gegenüber Schocks wie der Enron -Krise oder der Probleme Argentiniens als überraschend widerstandsfähig erwiesen. Dennoch, so die BIZ in ihrem am Montag veröffentlichten Jahresbericht weiter, seien die Verantwortlichen in Wirtschaft und Politik gut beraten, mit "Gegenwinden" zu rechnen. Die Geldpolitik könne im Falle einer deflationären Entwicklung gar an ihre Grenzen stossen, hiess es weiter. Die Abschwächung der Weltwirtschaft in der zweiten Hälfte 2001 war der BIZ zufolge nicht wie in früheren Zyklen auf eine verschärfte Geldpolitik zurückzuführen, sondern war die Folge sinkender Unternehmensgewinne. Der Abschwung wurde zudem durch "eine ausserordentliche Robustheit der Konsumausgaben" abgefedert und fiel deshalb relativ mild aus. Zur Jahresmitte 2002 diagnostizierte die BIZ eine breit abgestützte weltweite Erholung, die am deutlichsten in Nordamerika erkennbar sei, aber in Ostasien und in Europa ebenfalls Kontur gewinne. Die Widerstandsfähigkeit des Weltwirtschaftssystems basiert nach Einschätzung der BIZ auf einer Reihe von Gründen: Neben einer expansiven makroökonomischen Politik dürften auch die Liberalisierungsschritte der Vergangenheit eine positive Wirkung entfaltet haben. Die geringe Teuerung habe den Währungsbehörden zudem beträchtliche Spielräume für Zinssenkungen verliehen. Die Infrastruktur des Weltfinanzsystems habe sich nach dem 11. September als stressresistent erwiesen. Und auch nach dem Zusammenbruch des amerikanischen Energiehandelskonzerns Enron habe der Energiemarkt reibungslos weiter funktioniert. Zu panikartigen Reaktionen wie nach dem Zusammenbruch des Hedgefunds LTCM und der Russlandkirse 1998 sei es nicht gekommen, hielt die BIZ fest. VERSCHULDUNG UND AKTIEKURSE MACHEN SORGEN Doch jede Medaille hat eine Kehrseite. Inflationdruck sah die BIZ weiterhin nicht; eher könnte es Deflationsprobleme geben. Doch die lange Phase niedriger Zinsen habe vor allem in den englischsprachigen Ländern zu einer wachsenden Verschuldung geführt. Wenn die Zinsen wieder auf ein üblicheres Niveau steigen sollten, könnten da Probleme entstehen, so die BIZ. In Europa sei das Verschuldungsproblem geringer. Sorgen bereiten der BIZ auch die Aktienkurse und die Entwicklung des Dollar-Wechselkurses. Die Aktienmärkte, vor allem in den USA seien weiterhin hoch bewertet. Auch würden die Analystenschätzungen für die zukünftigen Unternehmensgewinne recht optimistisch wirken, hiess es in dem Bericht. Nach einer Zeit, in der Unternehmensgewinne offenbar stark geschönt worden seien, müsse mit weiteren Altlasten gerechnet werden. Die anhaltende Stärke des Dollars habe traditionelle Wechselkurspessimisten verblüfft, die sich im Wesentlichen am US-Leistungsbilanzdefizit orientieren, hiess es weiter. Ausländische Direktinvestitionen in den USA und Aktienkäufe seien zunächst die Hauptgründe für den starken Dollar gewesen; später hätten Ausländer Dollar nachgefragt, um US-Anleihen zu kaufen. Nun aber würden diese Kapitalströme in die USA aber spärlicher fliessen und US-Anleger würden sich vermehrt für Investments in Europa interessieren. GRENZEN DER GELDPOLITIK Die BIZ-Experten gingen im Jahresbericht auch der Frage nach, wann es an der Zeit sei, die Geldpolitik wieder zu straffen. Dabei sollte nicht allein die Inflation eine Rolle spielen, hiess es in dem Bericht. Es könne für eine Notenbank auch darum gehen, mittels höherer Zinsen eine Konjunktur-Blase zu verhindern oder frühzeitig abzubauen. Doch es sei schwierig, Zinserhöhungen zu beschliessen, wenn kein sichtbarer Inflationsdruck vorhanden sei, erklärte die BIZ. "Interessante Fragen" ergeben sich laut BIZ auch, wenn es um das Problem gehe, wie die Geldpolitik gelockert werden kann, wenn sich das Wirtschaftswachstum bei bereits niedriger Inflation abschwächt. In einem solchen Fall bestehe Deflationsgefahr mit steigenden Realzinsen. Dies würde in Volkswirtschaften mit hohen Schuldenständen die Abschwung-Probleme und die Deflation selbst wiederum markant verschärfen. Ob in einem solchen Fall eine energische Zinssenkung oder eher ein gemässigteres Vorgehen angemessen wäre, ist laut BIZ nicht abschliessend zu entscheiden. Unter diesen Umständen müssten fiskalpolitische Massnahmen verstärkt in Betracht gezogen werden. "Wenn die Geldpolitik zunehmen an ihre Grenzen stiesse, könnte - der zentralen Erkenntnis der keynsianischen Analyse zufolge - der Fiskalpolitik dennoch eine wichtige Rolle zukommen", so der Bericht. Doch die hohen Staatsdefizite früherer Jahre erinnerten daran, dass auch mit diesem Konzept Gefahren verbunden seien. ajs/cfr

Quelle: REUTERS

hoellenfuerst
08.07.2002, 16:55
finance online-Nachricht



Montag, 08.07.2002, 16:30
Arbeitsmarktsituation im Osten weiter schlecht
Die schlimme Arbeitsmarktsituation in Ostdeutschland nähert sich mit einer Arbeitslosenquote
von 17,6 Prozent dem Negativ-Rekord von 1998. Wirtschaftsforschungsinstitute
und das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) erwarten einen
Rückgang von 5,8 Mio. Erwerbstätigen in 2001 auf nur noch 5,72 Mio. Personen
zurück. Die Zahl der registrierten Arbeitslosen wird unverändert zum Vorjahr
auf 1,253 Mio. Personen geschätzt, das IAB rechnet sogar mit einem Anstieg auf
1,4 Mio. Arbeitslose.
Tatsachlich ist die Unterbeschäftigung noch viel bedeutender, da mehr als jeder
fünfte Erwerbstätige keinen Arbeitsplatz hat, sondern an einer beschäftigungsfördernden
Maßnahme teil nimmt. Damit fehlen etwa 2,0 Mio. Arbeitsplätze.
Ein weiteres Problem sehen Experten in der Abwanderung von Arbeitskräften und
im Geburtenrückgang. Dies führe zu einem starken Mangel an Fachkräften.
info@finance-online.de

Gordon Shamway
08.07.2002, 17:54
Hamburg (dpa) - Die Zahl der Unternehmenspleiten in Deutschland ist im ersten Halbjahr 2002 mit fast 19 000 auf einen Rekordstand gestiegen. Die Pleitewelle erfasste in unterschiedlichen Branchen auch Traditionskonzerne wie Philipp Holzmann, Herlitz oder Schneider sowie das Medienimperium von Leo Kirch:

27. Januar: Der bayerische Unterhaltungselektronik-Hersteller Schneider stellt Insolvenzantrag. Im Mai lehnen die Gläubiger den Insolvenzplan ab und besiegeln damit das Aus des Traditionsunternehmens mit 850 Mitarbeitern.

21. März: Die Philipp Holzmann AG stellt zweieinhalb Jahre nach der spektakulären Rettung einen Insolvenzantrag. Die Gläubigerbanken können sich nicht auf ein Rettungskonzept einigen. In der AG sind 3200 Beschäftigte von der Zahlungsunfähigkeit betroffen. Große Teile des Baukonzerns mit insgesamt 23 000 Arbeitnehmern - vor allem in den USA - bleiben von der Insolvenz verschont.

21. März: Die Hamburger Wünsche AG, zu der die Modetöchter Joop! und Cinque gehören, beantragt wieder ein Insolvenzverfahren. Erst im Januar hatte das Unternehmen einen gestellten Insolvenzantrag zurückgezogen.

27. März: Das Insolvenzverfahren bei Schneider wird eröffnet.

29. März: Der Thüringer Baudienstleister Mühl, mit rund 3800 Beschäftigten einer der größten ostdeutschen Konzerne, beantragt Insolvenz.

2. April: Der größte deutsche Papier- und Bürowarenhersteller Herlitz meldet nach jahrelangem Überlebenskampf Insolvenz an. Rund 3000 Arbeitsplätze, davon 1900 in Deutschland, stehen auf dem Spiel.

2. April: Der Regionalflugzeughersteller Fairchild Dornier stellt Insolvenzantrag. Die Milliarden-Kosten für die Entwicklung des neuen Regionaljets 728 haben die Mittel aufgezehrt. Rund 3600 Beschäftigte beim letzten Produzenten kompletter Flugzeuge in Deutschland müssen um ihre Arbeitsplätze bangen.

8. April: Die KirchGruppe stellt Insolvenzantrag für ihr Kerngeschäft KirchMedia, zu der die Fernsehsender-Familie ProSiebenSAT.1 und der Rechtehandel gehören.

24. April: Der ostdeutsche Recycling-Spezialist Sero ist nach Manipulationen und Missmanagement früherer Firmenchefs pleite.

30. April: Die Stella-Musicaltochter Broadway Musical Management stellt Insolvenzantrag. Der mangelnde Erfolg neuer Produktionen hat zu hohen Verlusten geführt.

8. Mai: Die Kirch-Bezahlsendersparte KirchPayTV, zu der der Abo- Sender Premiere gehört, stellt als zweite Säule der KirchGruppe Insolvenzantrag.

14. Mai: Nach einem Skandal um mutmaßliche Bilanzfälschung stellt der Moorhuhn-Erfinder Phenomedia Insolvenzantrag. Die Softwarefirma soll die Bücher um zehn Millionen Euro geschönt haben.

17. Mai: Die Frankfurter Gontard & MetallBank ist pleite. Wegen Überschuldung wird ein Insolvenzverfahren eröffnet. Die Traditionsbank wurde mit in den Strudel des Niedergangs am Neuen Markt gerissen.

28. Mai: Der Autozulieferer Peguform mit 5500 Mitarbeitern beantragt ein Insolvenzverfahren. Das Unternehmen fertigt Kunststoffteile unter anderem für DaimlerChrysler.

30. Mai: Der Autozulieferer Sachsenring, einst Vorzeigeunternehmen des Aufbau Ost, stellt Insolvenzantrag. Der ehemalige Trabant- Hersteller mit 1300 Mitarbeitern hat sich bei Firmenzukäufen übernommen.

1. Juni: Das Insolvenzverfahren bei Holzmann wird eröffnet, während die Aufteilung des Konzerns bereits voll im Gange ist.

4. Juni: Herlitz-Insolvenzverfahren eröffnet.

7. Juni: Der Luftschiffbauer Cargolifter beantragt nach monatelangem Ringen die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. Das wichtigste Projekt, der riesige Transport-Ballon CL160, liegt auf Eis.

12. Juni: Mit den Insolvenzanträgen der Dachgesellschaft TaurusHolding und der Beteiligungs-Tochter KirchBeteiligungen ist der Zusammenbruch des Kirch-Imperiums komplett.

17. Juni: Das Insolvenzverfahren bei KirchMedia wird eröffnet.

20. Juni: Die mit mehr als 100 Millionen Euro von der Landesregierung geförderte Rennstrecke Lausitzring in Südbrandenburg stellt nach nur zwei Jahren Insolvenzantrag.

24. Juni: Der älteste deutsche Foto-Filialist Photo Porst mit rund 1100 Mitarbeitern beantragt nach hohen Verlusten und einem drastischen Umsatzeinbruch Insolvenz.

1. Juli: Auch der Fotodienstleister PixelNet, Muttergesellschaft von Photo Porst, stellt Insolvenzantrag.

4. Juli: Der Maschinenbauer Babcock Borsig mit weltweit 22 000 Beschäftigten beantragt Insolvenz, um dem Vorwurf einer Konkursverschleppung zuvorzukommen. Gespräche mit Gläubigerbanken über eine Rettung scheitern.

Gordon Shamway
08.07.2002, 18:32
FOKUS 1-Welteke - Weltwirtschaft am Anfang zyklischer Erholung

Stuttgart, 08. Jul (Reuters) - Die Weltwirtschaft steht nach Einschätzung von Bundesbankpräsident Ernst Welteke am Anfang einer zyklischen Erholung. Die Euro-Zone habe positive Aussichten und in Deutschland deute sich ein langsamer Aufschwung an, sagte Welteke am Montag in Stuttgart bei der Verabschiedung des Präsidenten der Landeszentralbank Baden-Württemberg, Helmut Schieber. Zugleich trübten sich die Aussichten für die USA allerdings etwas ein. Der jüngste Anstieg des Euro verbessere die Perspektiven für die Entwicklung der Preise in der Euro-Zone. Der für die Geldpolitik zuständige Rat der Europäischen Zentralbank (EZB), dessen Mitglied Welteke als Bundesbankchef ist, sehe bei der Inflation zwar noch immer Risiken nach oben, die Signale seien aber vermischt und mit dem gestiegenen Euro sei auch ein weiterer Faktor hinzugekommen. US-KONJUNKTUR VERHALTENER EINGESCHÄTZT "Die Weltwirtschaft befindet sich am Anfang einer zyklischen Erholung", sagte Welteke. In den USA habe sich die konjunkturelle Lage nach dem starken Anstieg des US-Bruttoinlandsprodukts (BIP) im ersten Quartal wieder etwas eingetrübt: "Inzwischen wird die Konjunkturlage in den USA wieder etwas verhaltener eingeschätzt." Allerdings sprach Welteke angesichts positiver Quartalsergebnisse aus Übersee von einem "Silberstreif am Horizont der Weltwirtschaft, der allerdings von Ungleichgewichten und dem abgeschwächten US-Verbrauchervertrauen verdunkelt wird." Die Wirtschaft in der Euro-Zone hat Welteke zufolge einen verhaltenen Start aus der Talsohle hingelegt. Erstmals seit Ende 2000 stiegen dabei die Exporte, während die Binnennachfrage schwach bleibe. "Die konjunkturelle Erholung hat eingesetzt, ist aber noch kein Selbstläufer." Der Aufschwung in Deutschland gewinne offenbar nur langsam an Fahrt. Die Belebung der Industriekonjunktur setze sich fort. Die Konsumbereitschaft verharre jedoch auf niedrigem Niveau. EURO-ANSTIEG VERBESSERT INFLATIONSSAUSSICHTEN Mit Blick auf den Euro-Anstieg sagte Welteke: "Die Wechselkursentwicklung der vergangenen Monate stellt eine Korrektur dar, die wir begrüßen. Sie verbessert die Preisperspektiven für den Euroraum." Die Gemeinschaftswährung hat zum Dollar seit Ende Januar rund 15 Prozent an Wert gewonnen und hatte vergangene Woche fast die Parität zur US-Währung erreicht. Welteke zufolge wird für Juni eine Inflationsrate von 1,7 Prozent in der Euro-Zone erwartet. "Der EZB-Rat ist zu dem Ergebnis gekommen, dass die Risiken für die Preisstabilität zwar weiterhin nach oben gerichtet sind, in jüngster Zeit jedoch gemischte Signale zu erkennen sind", sagte Welteke außerdem. Das EZB-Ratsmitglied zeichnete ein zweideutiges Bild der Inflationsaussichten: Zum Einen deute die Entwicklung von Geldmenge und Löhnen deute auf ein anhaltendes Inflationspotenzial hin. Zum Anderen sei mit dem Kursanstieg des Euro ein neuer Faktor hinzugekommen, der auf niedrige Inflationsdaten schließen lasse. GELDMENGEN-WACHSTUM WEITERHIN VON UNSICHERHEIT GEPRÄGT Die Entwicklung der Geldmenge sei weiterhin von der Unsicherheit an den Finanzmärkten geprägt, bekräftigte Welteke die Haltung der EZB. "Entgegen den Erwartungen ist bisher keine Normalisierung der Geldhaltung im ersten Halbjahr eingetreten." Im Mai war die Geldmenge M3 überraschend stark um 7,8 Prozent in der Jahresrate gewachsen. Die EZB peilt als Referenzwert für mittelfristige Preisstabilität ein M3-Wachstum von 4,5 Prozent an. Nach Auffassung der EZB bläht die Unsicherheit an den Aktienmärkten M3 auf. Ein beschleunigtes M3-Wachstum signalisiert in der Regel höhere Inflationsrisiken. bin/mwo

Quelle: REUTERS

hoellenfuerst
08.07.2002, 19:53
dpa-AFX-Nachricht



Montag, 08.07.2002, 18:48

HAMBURG/NÜRNBERG (dpa-AFX) - Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im
Juni nach übereinstimmenden Informationen der "Bild"-Zeitung und der Deutschen
Presse-Agentur (dpa) überraschend um 8.000 auf 3,954 Millionen gestiegen. Damit
wären Ende Juni 260.000 Menschen mehr ohne Beschäftigung gewesen als vor einem
Jahr.
In Westdeutschland registrierten die Arbeitsämter den Informationen zu Folge
2,560 Millionen Arbeitslose - rund 1.000 weniger als im Mai. In den neuen
Ländern stieg die Zahl der Erwerbslosen um 9.000 auf 1,394 Millionen.
Ursprünglich waren Arbeitsmarkt-Expeten für Juni noch von einem Rückgang der Arbeitslosenzahl um etwa 20.000 ausgegangen. Die offiziellen Zahlen gibt die
Bundesanstalt für Arbeit an diesem Dienstag bekannt.
HÖCHSTER JUNI-WERT SEIT 1998
Bereits im Mai war der saisonübliche Rückgang der Arbeitslosenzahl mit 77
600 nur halb so stark ausgefallen wie im Durchschnitt der vergangenen Jahre.
Auch im Juni verzeichnete die Bundesanstalt mit Ausnahme des Jahres 1993 bislang
regelmäßig einen, wenn auch meist nur leichten Rückgang. Der aktuelle Juni-Wert
ist damit der höchste seit 1998. Damals waren wenige Monate vor der letzen Bundestagswahl 4,075 Millionen Menschen in Deutschland ohne Beschäftigung.
Saisonbereinigt bleibt die Arbeitslosenzahl zum zweiten Mal in Folge über
der magischen Vier-Millionen- Marke. Eine genaue Zahl lag zunächst nicht vor, der
Anstieg dürfte jedoch nicht so deutlich ausfallen, wie im Vormonat. Im Mai war
die um Witterungseinflüsse bereinigte Zahl der Erwerbslosen um 60.000 auf 4,042 Millionen gestiegen./mp/vs/DP/rw
info@dpa-AFX.de

Gordon Shamway
08.07.2002, 20:44
Studie: Aktuelle Börsenkrise ist kein Grund zur Depression
Von Ferdinand Knauß

Kursverluste, Pleitewellen und Massenentlassungen - manche Anleger sehen in der derzeitigen Wirtschaftslage bereits Parallelen zum Börsencrash von 1929. Zu unrecht, sagt das Deutsche Aktieninstitut.

Derzeit ist keine jahrzehntelange Depression wie nach dem "Schwarzen Freitag" im Jahr 1929 zu erwarten, sagt das Deutsche Aktieninstitut (DAI). Dagegen sprächen vor allem das anhaltende Wirtschaftswachstum und die im Vergleich zu 1929 vernünftigere Geldpolitik. Dennoch nutzt das DAI den aktuellen Bärenmarkt, um eine einheitliche Börsenaufsicht in Europa zu fordern.

Hauptgrund für die anhaltenden Kursrückgänge ist nach Ansicht des DAI der Vertrauensverlust bei den Investoren als direkte Reaktion auf die Bilanzfälschungs- und Insiderhandelsskandale. Um das Vertrauen in die Aktienmärkte wiederherzustellen, forderte von Rosen, die Kapitalmarktaufsicht mit schärferen und schnelleren Rechtsmöglichkeiten auszustatten. Analog zur Gründung der Securities and Exchange Commission (SEC) in den USA nach 1929, sei die Einführung einer einheitlichen europäischen Institution für die "dringend notwendige Kapitalmarkthygiene" zu überlegen, fordert die DAI-Studie.

Für eine lang andauernde und weltweite Baisse wie in den Dreißiger Jahren gibt es derzeit keine realwirtschaftlichen Gründe. Zu diesem Schluss kommt André Wetzel, Referent für Kapitalmarktfragen beim DAI in einer Vergleichsstudie über die aktuelle Situation an den Börsen und den Crash vom Oktober 1929. Trotz einiger Parallelen sei die gesamtwirtschaftliche Lage doch verschieden: "Während der Crash von 1929 der Vorbote zur folgenden großen Depression war, liegt heute - trotz des 11. Septembers - immer noch ein moderates wirtschaftliches Wachstum vor." Außerdem seien bei den Investoren noch immer genug Anlagemittel vorhanden, die derzeit aber in Renten- und Geldmarktwerte flössen.


Besonnenheit in der Geldpolitik

Die Geldpolitik habe nach den Kurseinbrüchen im Frühjahr 2000 weltweit sehr besonnen reagiert - im Gegensatz zur amerikanischen Notenbank "Fed" vor und nach 1929. Die Europäische Zentralbank habe mit ihrer "gebremst expansiven Haltung und einer schnellen Liquiditätsbereitstellung - z.B. nach dem 11. September 2001 - Probleme wie nach dem Crash 1929 nicht aufkommen lassen." Damals hatte die Fed fatalerweise die geldpolitischen Zügel angezogen und die dringend benötigte Liquiditätszufuhr gedrosselt.

Vergleichbar, so die Studie, sei jedoch die jeweilige Spekulationsblase vor den Kurseinbrüchen. Hauptgrund damals wie heute sei ein ökonomischer Boom gewesen, ausgelöst durch eine rasante technische Entwicklung. In den zwanziger Jahren war es unter anderem die Fließbandfertigung von Automobilen, in den Neunzigern die Informationstechnologie. In beiden Fällen, so DAI-Chef Rüdiger von Rosen bei der Vorstellung der Studie am Montag in Frankfurt am Main, sei ein neues Zeitalter des Wachstums verkündet worden. Dies habe sich aber nicht als dauerhaft standfest erwiesen.

Auch der ehemalige Chefökonom der US-Bank Merrill Lynch, Donald Straszheim, hat in der vergangenen Woche eine Vergleichsstudie der aktuellen Situation mit 1929 und dem Kollaps des japanischen Nikkei-Indexes in den 90er Jahren veröffentlicht. Die Investoren an der Nasdaq gingen davon aus, ihre Verluste in wenigen Jahren wieder auszugleichen, es könne, so Straszheim, aber durchaus auch 25 Jahre dauern.



© 2002 Financial Times Deutschland

hoellenfuerst
08.07.2002, 20:48
Aktuelle Börsenkrise ist kein Grund zur Depression

das ist eine frage des geldes... :D

Gordon Shamway
08.07.2002, 20:55
und eine Frage der Anlagestrategie ;)

hoellenfuerst
08.07.2002, 20:59
du hast ne strategie.... :eek: :confused: :D

Gordon Shamway
08.07.2002, 21:03
Puts akkumulieren bis der Arzt kommt, und zwar vorzugsweise auf den gesamten Technologiesektor. :dunce:

Gordon Shamway
08.07.2002, 21:56
Salami-Crash vernichtet weltweit drei Billionen Dollar

BCG-Experten: "Die Reichen sind von der Vermögensvernichtung alarmiert und sind zunehmend weniger risikofreudig"
Von Marcus Heithecker

London - Das weltweite Börsenbeben hat rund um den Globus Privatvermögen im Wert von fast drei Billionen Dollar vernichtet. Dies entspricht in etwa jenem Geldbetrag, den Finanzexperten auf den Konten der Schweizer Bankenwelt vermuten. Damit sind im vergangenen Jahr etwa 4,4 Prozent der privaten Geldvermögen auf der Welt verschwunden, wie aus dem am Montag in London veröffentlichten Reichtumsbericht 2001 der Beratung Boston Consulting Group (BCG) hervorgeht.

Weltweit gibt es noch 38,9 Millionen Anleger, die ein Investmentvermögen von mehr als 250.000 Dollar ihr eigen nennen. Das sind 2,3 Millionen weniger "wohlhabende Anleger" als in den zwölf Monaten zuvor, geht aus der Studie hervor. "Kaum ein Investor oder eine Region sind von der Vernichtung verschont geblieben", sagen die Autoren, die ihre Untersuchung auf Umfragen bei rund 60 der weltweit führenden Privatbanken stützen. Nach wie vor leben die meisten der privaten Großanleger in den USA, insgesamt 14,3 Millionen. Ihre Zahl hat sich kaum verändert, da die meisten schon vor der Finanzmarkt-Krise weit mehr als 250.000 Dollar auf der hohen Kante hatten. Anders ist die Lage in Deutschland, wo die Zahl der wohlhabenden Anleger inzwischen bei nur noch 1,9 Millionen liegt. Hier sind dem Bericht zufolge rund 200.000 Haushalte unter die Schwelle von 250.000 Dollar abgestiegen.

"Die Reichen sind von der Vermögensvernichtung alarmiert und sind zunehmend weniger risikofreudig", so die BCG-Experten. Die Aktienanlage verliere an Attraktivität, Geld- und Kapitalmarktfonds erlebten einen Boom. Dies zeige sich besonders in den Vereinigten Staaten, w